Martenstein Der Hämorrhoidenroman

Unser Kolumnist sinniert über Charlotte Roches Buch "Feuchtgebiete" und das ungewaschene Tier in sich

Der amerikanische Sozialpsychologe Roy B. Baumeister hat eine empirische Studie zur gesellschaftlichen Benachteiligung des Mannes vorgelegt. Baumeister hat wissenschaftlich herausgefunden, dass weltweit die Mehrzahl der politischen Gefangenen Männer sind. Bei den zum Tode Verurteilten liegt der Männeranteil über 80 Prozent. Die Mehrzahl der Obdachlosen und der unterbezahlten Hilfsarbeiter sind Männer. Tödliche Arbeitsunfälle in den USA betreffen zu 93 Prozent Männer. Von den US-Soldaten, die im Irakkrieg fallen, sind sogar mehr als 95 Prozent Männer. In Deutschland gibt es ebenfalls ein krasses Beispiel für die Benachteiligung des Mannes.

Das Buch Feuchtgebiete ist ein Nummer-eins-Bestseller, es wird als Beitrag zur sexuellen Befreiung der Frau bezeichnet. In diesem Buch schreibt eine junge Frau darüber, dass sie sich in der Genitalgegend nicht gerne wäscht und dass sie zahlreiche Hämorrhoiden besitzt. Sie geht ins Bordell, sie lebt masochistische Wünsche aus und immer so weiter.

Eine Kritikerin schrieb, dass in diesem Buch die Frau nicht länger eine glatte, auf Hochglanz polierte Oberfläche sei, auf der männliche Fantasien sich spiegeln. Außerdem würde das Buch mit der traditionell-feministischen Unterscheidung zwischen erlaubter, guter, emanzipierter weiblicher Sexualität und unerlaubter weiblicher Sexualität aufräumen. Von Leserinnen des Buches höre ich allerdings immer nur, dass es langweilig sei.

Eine Hämorrhoide ist, dramaturgisch gesehen, in einem Roman offenbar doch nicht so der Bringer. Solch eine Hämorrhoide bedroht nicht das Leben, sie kann nicht reden, sie juckt lediglich, da gibt es doch, würde ich als Autor sagen, weit und breit keine Fallhöhe und keine Plot-Points. Deswegen, und nicht nur aus Prüderie, hatten die Romanciers alter Schule sich bisher von diesem Thema ferngehalten. Es gab jede Menge Versuche, den großen Roman zur deutschen Einheit oder den großen Roman zu Achtundsechzig zu schreiben, aber eben erst einen einzigen, nun allerdings extrem erfolgreichen Hämorrhoidenroman. Dies beweist wieder einmal, dass literarische Trends sich unmöglich vorhersagen lassen.

Wenn ich vor zwei Jahren meinem Verlag mitgeteilt hätte, dass ich an einem Roman sitze, in dem die Hämorrhoide als Metapher für unterdrückte Sexualität die Hauptrolle spielt, hätte ich zurückhaltende Reaktionen einkalkulieren müssen. Nun aber habe ich ohne jede Ironie darüber nachgedacht, ob ich dieses Thema eventuell aus männlicher Sicht bearbeiten könnte.

Nach Generation Golf gab es ja auch zahlreiche weitere, durchaus erfolgreiche Generationenbücher, im Kino gab es jahrelang Beziehungskomödien, und wenn es jetzt diesen neuen Megatrend gibt, warum denn nicht, zum Teufel. Hauptfigur des Romans könnte ein achtzigjähriger Schriftsteller sein, der sich unten herum nie wäscht, mit der Begründung, dies würde ihm bestimmte Hemmungen nehmen. Der Schriftsteller liegt wegen seiner Hämorrhoiden, die ihn von ihrer Form her an die vorüberziehenden Wolken über seiner Lieblingsinsel Sylt erinnern, im Krankenhaus, wo er häufig Sex mit den Pflegerinnen hat, die von der Kraft seines Geruches magnetisch zu seinem Bett hingezogen werden.

Ich bin mir nicht sicher, ob so ein Roman verkäuflich wäre. In den Kritiken steht dann immer das Wort "Altmännerfantasie". Gewiss, ich könnte sagen, dass der alte Schriftsteller keine auf Hochglanz polierte Projektionsfläche für weibliche Sexfantasien sei. Aber das nützt nichts, denn: 100 Prozent der erfolgreichen deutschen Romane über Hämorrhoiden werden von Frauen geschrieben.

 
Leser-Kommentare
  1. Hand hoch, wer es WIRKLICH gelesen hat!!!!!  Für mich ist schon die Bezeichnung "Buch" irreführend.........aber das kann an meinem beschränkten Horizont liegen. Aber sorry, das ist talentfreies Geschreibsel. Und die "Botschaft" war vermutlich keine Absicht. Aber man denkt ja zwangsläufig: " Das kann nicht alles sein, da muß eine Botschaft hinterstecken". Und so ist es: Alle kaufen es und keiner sagt ehrlich: Sch......, das schöne Geld!!! Dann ist man (frau) ein hirnloses Weibchen welches die Botschaft nicht versteht........Ach manno, ich will auch mal soo leicht Kohle verdienen. 

  2. Wäre die Autorin nicht so attraktiv, würde sie nicht in jeder Talkshow sitzen und niemand würde ein Wort über sie verlieren. Die Leute sind fasziniert von der Gegensätzlichkeit ihrer hübschen Hülle und dem etwas deftigen Ton, den sie anschlägt. Jedem so, wie es ihm gefällt!
    Viele Grüße aus Schleswig-Holstein

    • albino
    • 16.05.2008 um 18:04 Uhr

    Der Artikel beginnt recht verheißungsvoll. Um nicht zu sagen: Man(n) reibt sich verwundert die Augen. Ausgerechnet in einem der herausragenden Zentralorgane des deutschen Feminismus zählt der Verfasser einige bemerkenswerte Benachteiligungen von Männern auf. Alle Achtung!Man hätte sich eine Vertiefung dieser Thematik gewünscht und nimmt daher mit einem gewissen Bedauern den wenig originellen Schwenk zu Charlotte Roches Hämorrhoiden-Bestseller zur Kenntnis. Schade, ein guter Ansatz wurde verschenkt.Falls dies ein Testballon war: Ja, wir möchten mehr davon! Auch und gerade in einem der herausragenden Zentralorgane des deutschen Feminismus gehören Probleme und Benachteiligungen von Männern aufs Tapet.

  3. Ja, ihr Männer seid schon arme Würstchen. Wie ihr mit eurem Kontostand auf Brautschau geht und dann die bösen Weibchen euch bei der Scheidung das letzte Geld klauen. Wie ihr todesmutig mit den Rentnern in der U-Bahn kämpft oder Frauen steinigt, weil deren Burka verrutscht ist. Ihr seid die Helden des Alltags, wenn ihr Mini-Rockträgerinnen zeigt, wo der Hammer hängt. Und dann auch noch die Gefahr, dass das holde Frauchen die Kinder zu Hause gegen euch aufhetzt, während ihr ja gar nix dafür könnt, alleine Karriere machen zu müssen. Es ist auch echt fies, dass eure Mütter euch bis ins Alter von 25 das Mysterium des Bügelns und Putzens niemals näher bringen. Und dann verlangt man von euch auch noch perfekt auszusehn, durchtrainiert, perfektes Make-Up, immer lächelnd, nett, aber niemals schlauer als die Frau an eurer Seite....mein Beileid...

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    Die Maenner sind arm? Warum sind es dann die Frauen die die ganze Zeit Jammern? Sie wollen mehr verdienen, die Maenner sind zu weich, sie sind zu hart, es wird zu wenig geholfen usw. Aber ich habe noch keine Frau sich beschwehren gehoert das sie nicht am Bau Schwerarbeiten machen kann, bei den Rettungstruppen an forderster Front Verwundte und verstuemmelte aus dem Boden holen kann. Wenn es Maenner gibt die mit Ihren Konto versuchen auf Brautschau zu gehen, was arm genug ist, dann deswegen weil die Frauen an armen Maennern kein interesse haben. Wenn Frauen Miniroecke tragen oder sich schminken dann nur um Maennern zu gefallen. Die anderen beschweren sich dann sowohl ueber die Maenner als auch ueber Minirocktragende Frauen. Wenn Du nur Maenner kennst die mit 25 nicht Putzen koennen dann solltest Du Deinen Umgang Ueberpruefen. Ich kenne genug davon, ebenso wie genuegend Frauen die nicht mal eine richtige Suppe kochen koennen. Moeglicherweise gibt es in Europe zuviele Regelungen. Ich habe nie welche gebraucht um zu wissen was richtig oder falsch ist. Wann ich meine Firma schliesse um meine Zeit mit meinen Kinder zu verbringen. Oder wie man mit anderen Menschen umgeht. Das was am Anfang zitiert worden ist sind tatsachen, die aber den meisten Jammernden und Selbstmitleidigen Frauen eben missfallen. Aber wenn man Frau sein eben als Benachteiligung sieht oder als Behinderung sollte man sich vielleicht mal in der Natur umsehen und Ueberlegen warum Dinge sind wie sie sind.

    Sie sollten die Frauenfeinde lieber nicht provozieren. Gleich wird das Gejammer losgehen, Sie werden sehen.

    • albino
    • 17.05.2008 um 8:45 Uhr

    Ihr Beitrag offenbart, wie unangenehm die Wahrheiten, die Herr Martenstein anspricht, für Sie sind. Dass auch und gerade Männer unter vielfältigen Formen von Ausbeutung und Benachteiligungen leiden, davon wollen Sie lieber nichts wissen. Das schmerzt zu sehr. Statt dessen gehen Sie zu einem "Gegenangriff" über, den ich so in dieser Form schon unendlich oft in Diskussionen mit Frauen erleben durfte: Ach, ihr armen Jungs, ihr seid ja sooooo bemitleidenswert.Ist alleine diese Taktik schon durchschaubar genug, so sind die klischeebehafteten und niveaulosen "Argumente", die Sie vorbringen, erst recht dazu geeignet, Ihren Standpunkt als nicht ernst zu nehmend einzuordnen.Wollen wir also bitte zum Thema zurückkehren? Es ging um das, was Herr Martenstein im ersten Absatz seines Artikels geschrieben hat. Wenn Sie das widerlegen oder schlüssig als irrelevant darstellen können, dann seien Sie hiermit eingeladen, dies zu tun. Jegliche fadenscheinigen "Gegenangriffe" auf dem Niveau Ihres Erstbeitrags sind weder dazu geeignet, die Qualität der Diskussion zu heben noch Ihre eigene Position als ernstzunehmender Diskussionspartner zu untermauern. Also, in Ihrem eigenen Interesse ... 

    Die Maenner sind arm? Warum sind es dann die Frauen die die ganze Zeit Jammern? Sie wollen mehr verdienen, die Maenner sind zu weich, sie sind zu hart, es wird zu wenig geholfen usw. Aber ich habe noch keine Frau sich beschwehren gehoert das sie nicht am Bau Schwerarbeiten machen kann, bei den Rettungstruppen an forderster Front Verwundte und verstuemmelte aus dem Boden holen kann. Wenn es Maenner gibt die mit Ihren Konto versuchen auf Brautschau zu gehen, was arm genug ist, dann deswegen weil die Frauen an armen Maennern kein interesse haben. Wenn Frauen Miniroecke tragen oder sich schminken dann nur um Maennern zu gefallen. Die anderen beschweren sich dann sowohl ueber die Maenner als auch ueber Minirocktragende Frauen. Wenn Du nur Maenner kennst die mit 25 nicht Putzen koennen dann solltest Du Deinen Umgang Ueberpruefen. Ich kenne genug davon, ebenso wie genuegend Frauen die nicht mal eine richtige Suppe kochen koennen. Moeglicherweise gibt es in Europe zuviele Regelungen. Ich habe nie welche gebraucht um zu wissen was richtig oder falsch ist. Wann ich meine Firma schliesse um meine Zeit mit meinen Kinder zu verbringen. Oder wie man mit anderen Menschen umgeht. Das was am Anfang zitiert worden ist sind tatsachen, die aber den meisten Jammernden und Selbstmitleidigen Frauen eben missfallen. Aber wenn man Frau sein eben als Benachteiligung sieht oder als Behinderung sollte man sich vielleicht mal in der Natur umsehen und Ueberlegen warum Dinge sind wie sie sind.

    Sie sollten die Frauenfeinde lieber nicht provozieren. Gleich wird das Gejammer losgehen, Sie werden sehen.

    • albino
    • 17.05.2008 um 8:45 Uhr

    Ihr Beitrag offenbart, wie unangenehm die Wahrheiten, die Herr Martenstein anspricht, für Sie sind. Dass auch und gerade Männer unter vielfältigen Formen von Ausbeutung und Benachteiligungen leiden, davon wollen Sie lieber nichts wissen. Das schmerzt zu sehr. Statt dessen gehen Sie zu einem "Gegenangriff" über, den ich so in dieser Form schon unendlich oft in Diskussionen mit Frauen erleben durfte: Ach, ihr armen Jungs, ihr seid ja sooooo bemitleidenswert.Ist alleine diese Taktik schon durchschaubar genug, so sind die klischeebehafteten und niveaulosen "Argumente", die Sie vorbringen, erst recht dazu geeignet, Ihren Standpunkt als nicht ernst zu nehmend einzuordnen.Wollen wir also bitte zum Thema zurückkehren? Es ging um das, was Herr Martenstein im ersten Absatz seines Artikels geschrieben hat. Wenn Sie das widerlegen oder schlüssig als irrelevant darstellen können, dann seien Sie hiermit eingeladen, dies zu tun. Jegliche fadenscheinigen "Gegenangriffe" auf dem Niveau Ihres Erstbeitrags sind weder dazu geeignet, die Qualität der Diskussion zu heben noch Ihre eigene Position als ernstzunehmender Diskussionspartner zu untermauern. Also, in Ihrem eigenen Interesse ... 

  4. Die Maenner sind arm? Warum sind es dann die Frauen die die ganze Zeit Jammern? Sie wollen mehr verdienen, die Maenner sind zu weich, sie sind zu hart, es wird zu wenig geholfen usw. Aber ich habe noch keine Frau sich beschwehren gehoert das sie nicht am Bau Schwerarbeiten machen kann, bei den Rettungstruppen an forderster Front Verwundte und verstuemmelte aus dem Boden holen kann. Wenn es Maenner gibt die mit Ihren Konto versuchen auf Brautschau zu gehen, was arm genug ist, dann deswegen weil die Frauen an armen Maennern kein interesse haben. Wenn Frauen Miniroecke tragen oder sich schminken dann nur um Maennern zu gefallen. Die anderen beschweren sich dann sowohl ueber die Maenner als auch ueber Minirocktragende Frauen. Wenn Du nur Maenner kennst die mit 25 nicht Putzen koennen dann solltest Du Deinen Umgang Ueberpruefen. Ich kenne genug davon, ebenso wie genuegend Frauen die nicht mal eine richtige Suppe kochen koennen. Moeglicherweise gibt es in Europe zuviele Regelungen. Ich habe nie welche gebraucht um zu wissen was richtig oder falsch ist. Wann ich meine Firma schliesse um meine Zeit mit meinen Kinder zu verbringen. Oder wie man mit anderen Menschen umgeht. Das was am Anfang zitiert worden ist sind tatsachen, die aber den meisten Jammernden und Selbstmitleidigen Frauen eben missfallen. Aber wenn man Frau sein eben als Benachteiligung sieht oder als Behinderung sollte man sich vielleicht mal in der Natur umsehen und Ueberlegen warum Dinge sind wie sie sind.

    Antwort auf "@albino"
  5. Sie sollten die Frauenfeinde lieber nicht provozieren. Gleich wird das Gejammer losgehen, Sie werden sehen.

    Antwort auf "@albino"
  6. Mann stirbt nach statistischem Durchschnitt offenbar lieber 6 Jahre früher als die ach so bedauernswerte Frau, statt seine Lebensumstände zu beklagen.Diese Ironie ist wohl zu hoch für Männerfeindinnen.@EhrlicheFrau: Ihr Nickname ist wirklich spassig.

  7. [entfernt wegen Beleidigung/ Redaktion; svb]

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