China Tibet als Prüfstein
Was wir über die Hintergründe des Konflikts mit China wissen müssen
Weil China den Tibetern »die Menschenrechte verweigert«, erlebt die westliche Welt seit acht Wochen eine Welle antichinesischer Proteste und Propaganda – vom Internet und von CNN bis zum olympischen Fackellauf und bis in einige Staatskanzleien Westeuropas. Dabei mischen sich idealistische Motive mit Antikommunismus und mit Angst vor dem aufstrebenden Konkurrenten China. Weil der jede Gewalt verurteilende Dalai Lama Sympathien auf sich zieht, übersieht man im Westen gern, dass die jüngsten Demonstrationen in Tibet, die alsbald in Gewalttaten übergegangen sind, von lamaistischen Mönchen und Klöstern ausgegangen waren. Man weiß erst recht nichts von der langen Vorgeschichte.
Tatsächlich haben weder die 1300 Millionen Einwohner Chinas noch die drei Millionen Einwohner Tibets jemals in Geschichte und Gegenwart jene Menschenrechte und jene Demokratie gekannt, welche die westlichen Kulturen seit gut zweihundertfünfzig Jahren schrittweise entfaltet haben – wir Deutschen notabene erst seit ganzen sechzig Jahren. Die chinesische Geschichte hat über Jahrtausende nur absolute Monarchie und Obrigkeitsgehorsam gekannt; und die 1949 von Mao Tse-tung errichtete kommunistische Volksrepublik hat jedenfalls keinen Wechsel der diktatorischen Regierungsform bedeutet.
Ebenso ist das kleine Bergvolk der Tibeter immer schon autokratisch regiert worden, allerdings nicht von einem Fürsten oder vom Adel, sondern von Priestern und Oberpriestern. Der Dalai Lama war als Oberpriester einer lamaistischen Sekte zugleich das weltliche Oberhaupt aller Tibeter; der Pantschen Lama als Oberpriester einer anderen Sekte hatte jedoch einen höheren klerikalen Rang. Noch am Ende des Zweiten Weltkriegs war Tibet eine Theokratie – ähnlich wie ehedem der Kirchenstaat oder wie heutzutage Iran.
Bereits im 13. Jahrhundert hat der Mongole Kublai Khan als Kaiser von China zugleich die politische Oberherrschaft über Tibet ausgeübt. Es hat im Laufe von Jahrhunderten sowohl Konflikte als auch vertragliche Lösungen zwischen den unter chinesischer Souveränität stehenden Oberpriestern und den chinesischen Kaisern gegeben – so auch unter den Mandschu-Kaisern (bis 1911) – und später abermals unter Mao. Zwischendurch haben auch schon mal – von Indien aus – die Engländer sich eingemischt und den damaligen Dalai Lama vertrieben. 1959 gab es in Tibet einen blutigen Aufstand gegen Peking; damals ging der noch jugendliche Dalai Lama ins indische Exil. Heute geht die intellektuelle und religiöse Führung von Tibetern aus, die nicht in Tibet leben.
Die Kommunisten haben den lamaistischen Klöstern Teile ihres großen Landbesitzes genommen und die Leibeigenschaft der Bauern beendet. Aber sie haben den Menschen in Tibet genauso wenig individuelle Rechte gegeben wie den Menschen überall in China. Mao hatte gegenüber der tibetischen Kultur und Tradition genauso wenig Respekt wie gegenüber der eigenen Han-chinesischen Kultur und Tradition. Dafür haben die Kommunisten in den letzten Jahrzehnten moderne Technologie und Infrastruktur nach Tibet gebracht, sie haben Straßen, Flugplätze und sogar eine Eisenbahn nach Lhasa (3600 Meter hoch) gebaut; und die Mönche sind heute per Handy und Internet mit der Außenwelt verbunden. Seit den von Deng Xiaoping begonnenen großen Reformen geht es den Tibetern materiell besser als je zuvor. Vor zwanzig Jahren ist Lhasa noch eine kleine schläfrige Stadt mit einem gewaltigen Palast gewesen, der das Stadtbild dominierte. Der Palast steht immer noch; aber Lhasa ist inzwischen zur Großstadt geworden, mit vielerlei Gewerbebetrieben, mit beginnender Industrie, mit umfangreichem Tourismus.
Seit Jahrzehnten lebt der Dalai Lama im indischen Exil – und begibt sich oft auf Weltreisen. In dieser Woche besucht er erneut Deutschland. Seine Regierung ist machtlos. Zugleich hat in Tibet seine politische Autorität abgenommen; die Klöster und die Mönche der verschiedenen lamaistischen Sekten verehren ihn, aber sie gehorchen ihm nur noch mit großen Einschränkungen. Die Zerstörungen und Plünderungen Mitte März dieses Jahres in Lhasa geschahen gegen seinen Willen und trotz seiner Mahnung zur Gewaltlosigkeit. Dabei haben soziale, arbeitsmarkt- und lohnpolitische Beschwerden eine große Rolle gespielt.
Die Mönche kämpfen nicht für Menschenrechte, sondern vielmehr für die Interessen ihrer Klöster – und für den tibetischen Nationalismus. Einige von ihnen wie auch viele im Ausland lebende Tibeter haben die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking als willkommene Gelegenheit erkannt, die Aufmerksamkeit der Welt für ihre Interessen einzuspannen. Jedoch gleich, ob die Spiele friedlich oder weniger friedlich verlaufen, ob das Ansehen Chinas gemehrt oder beschädigt wird, jedenfalls wird der Wiederaufstieg der Weltmacht China weitergehen. Der Versuch, der chinesischen Führung einen Gesichtsverlust zuzufügen, und besonders die Gewalttaten in Lhasa bleiben schwere Fehler. Die westliche Welt (einschließlich einiger deutscher Provinz-Politiker) muss wissen: Bei aller Kritik, die viele Chinesen an der kommunistischen Führung äußern, die ganz große Mehrheit der Chinesen anerkennt den enormen wirtschaftlichen Aufstieg und steht zugleich in der Tibetfrage eindeutig hinter ihrer Regierung. Keine Regierung in der westlichen Welt wird deshalb Tibets wegen ernsthaften Druck auf Peking ausüben.
Die Reaktion durch die chinesische Führung war bisher nicht sonderlich klug. Man scheint an Ort und Stelle in Tibet überreagiert zu haben. Jedenfalls war es falsch, den Dalai Lama als Spiritus Rector der Unruhen und als Separatisten darzustellen; die Führung weiß, dass beides nicht die Wahrheit ist, schließlich lässt sie seit Jahren mit seinen Abgesandten verhandeln. Es wäre klüger gewesen, die Divergenz zwischen ihm und den Priestern und Mönchen in Tibet zu nutzen und mit ihm persönlich zu verhandeln. Wie stünde der Dalai Lama in der Weltöffentlichkeit da, wenn er eine Einladung ausschlüge? Es wäre noch nicht zu spät für Peking. Immerhin hat man sich Ende März wieder mit den Emissären des Dalai Lama getroffen und damit den Dialog fortgesetzt.
Auch der Dalai Lama hat Fehler gemacht. So hat er in seinen Büchern die Wohngebiete kleinerer tibetischer Minderheiten in den an die Autonome Region Tibet anschließenden chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Yunan und Sichuan kartografisch als Teile Tibets dargestellt – unnötiger Zündstoff. Er muss wissen, dass der enorme Bevölkerungs- und Wanderungsdruck in China auf längere Sicht zwangsläufig dazu führt, dass auch weiterhin viele Han-Chinesen in die menschenleeren Weiten Tibets (und ebenso Sinkiangs) einströmen werden.
Noch vor der Mitte dieses Jahrhunderts wird China auf 1500 Millionen Menschen anwachsen. Die Tibeter werden davon höchstens ein halbes Prozent ausmachen, ihnen wird eine erdrückende Mehrheit gegenüberstehen. Deshalb wird es für die Tibeter hohe Zeit für einen strategischen Kompromiss. Dessen Kernelemente sind offensichtlich: Zum einen sollte China die religiöse Autonomie der Tibeter und den zurückgekehrten Dalai Lama als ein religiöses Oberhaupt anerkennen. Zum anderen müssen der Dalai Lama und alle lamaistischen Sekten die Regierung und die Gesetze Chinas als auch für Tibet gültig anerkennen. Freilich lässt gegenwärtig die aufgeheizte Situation einen solchen Akt der Vernunft als noch in weiter Ferne liegend erscheinen.
In der Zwischenzeit könnte jede weitere Zuspitzung in China einen extremen und gefährlichen Nationalismus hervorbringen – nicht aber Respekt vor der Würde des einzelnen Menschen. Wer von außen sich an solcher Zuspitzung beteiligt, der verkennt die Vitalität Chinas und sein künftiges wirtschaftliches und politisches Gewicht in der Welt. Jedenfalls sollten wir Deutschen uns an keinerlei Verschärfung der Situation beteiligen. Unserer Regierung ist Abstand und Respekt anzuraten – vor China und vor jeder Religion.
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- Datum 15.05.2008 - 03:31 Uhr
- Serie audio
- Quelle DIE ZEIT, 15.05.2008 Nr. 21
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Die SPD als Interessenvertreter des deutschen Exportkapitals und der Rüstungslobby. Deutlicher kann es nicht formuliert werden.Schon Gerhard Schröder interessiert sich nie für Gedöns wie Menschenrechte. Hauptsache: Wir können verkaufen.
Mit der Gefahr eines neuen chinesischen Nationalismus stimme ich mit Herrn Schmidt ueberein. Jeder, der entweder mal laengere Zeit selbst durch China gereist ist oder dort gelebt hat weiss, dass die Chinesen die Tibetfrage (wie auch Taiwan) sehr emotional sehen. Man sieht sich gern als neue Grossmacht, die in der Vergangenheit gedemuetigt wurde und die nun das Recht hat zu bestimmen, was Sache ist. Dass Politiker fuer ein kleines und armes Land wie Tibet nicht die Hand ins Feuer legen wenn es um seine Rechte geht ist kaum zu erwarten, auch das ebenfalls stimmt. Das Problem ist das der Menschen- Buerger und Arbeiterrechte fuer und in China:wer als neu aufstrebende Weltmacht fungieren will der kann das nicht nur aus Eigeninteresse. Der Dalai Lama hat sich durch sein Wirken und seine Buecher eine grosse Gefolgschaft erarbeitet. Da er weder an Gewalt glaubt noch sich als politischer Fuehrer versteht ist er ein grossartiger und wuerdiger Representant seines Landes.Dass er aber bei der hartgesottenen Chinesischen KP auf Granit beisst ist auch klar.Die Pressebilder, in denen chinesische Soldaten sich Moenchskutten anziehen um als gewalttaetige Moenche zu agitieren, sind hier nur zu eindringlich: China wird vor keinem publicity-stunt und keiner Manipulation zurueckscheuen.Eine Oeffnung erfolgt nur dann, wenn es gar nicht anders geht, aber nicht aus freien Stuecken.
Hallo jona kompa (no.2),die Pressebilder, in denen chinesische Soldaten sich Moenchskutten anziehen, sind uralt und stammen aus einer Filmproduktion. Diese Bilder wurden absichtlich einem frei erfundenen Bericht dem Jahr 2008 zugeordnet.Quellen: http://www.tagesspiegel.de/politik/international/china/Tibet;art17239,2520835Titel: Ein Foto und seine GeschichteDer Begleittext behauptet, es handele sich um chinesische Soldaten, die als Agents Provocateurs in Tibet Unruhen schüren würden.„Bei dem Bild handelt es sich um ein Foto, das während der Dreharbeiten zu einem Abenteuerfilm gemacht wurde – und zwar schon vor sieben Jahren“, sagt Adam Koziel, Tibet-Experte der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte dem Tagesspiegel. Die chinesischen Soldaten seien Statisten. Offenbar habe ein Mitglied des Filmteams die schauspielernden Armeeangehörigen fotografiert."Bei dem Film handele es sich um „The Touch“ des Hongkonger Kameramanns („Tiger & Dragon“) und Regisseurs Peter Pau, mit Michelle Yeoh in der Hauptrolle."
Hallo jona kompa (no.2),die Pressebilder, in denen chinesische Soldaten sich Moenchskutten anziehen, sind uralt und stammen aus einer Filmproduktion. Diese Bilder wurden absichtlich einem frei erfundenen Bericht dem Jahr 2008 zugeordnet.Quellen: http://www.tagesspiegel.de/politik/international/china/Tibet;art17239,2520835Titel: Ein Foto und seine GeschichteDer Begleittext behauptet, es handele sich um chinesische Soldaten, die als Agents Provocateurs in Tibet Unruhen schüren würden.„Bei dem Bild handelt es sich um ein Foto, das während der Dreharbeiten zu einem Abenteuerfilm gemacht wurde – und zwar schon vor sieben Jahren“, sagt Adam Koziel, Tibet-Experte der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte dem Tagesspiegel. Die chinesischen Soldaten seien Statisten. Offenbar habe ein Mitglied des Filmteams die schauspielernden Armeeangehörigen fotografiert."Bei dem Film handele es sich um „The Touch“ des Hongkonger Kameramanns („Tiger & Dragon“) und Regisseurs Peter Pau, mit Michelle Yeoh in der Hauptrolle."
mit allem respekt hr. schmidt, aber sie erwähnen nicht die zerstörung tibetischer klöster, die gewaltätige invasion chinas '49 und die 100.000de getöteten tibetischen frauen, nonnen, kinder und mönche durch die chinesische armee seit 50 jahren. da nicht von menschenrechten zu sprechen ist ein hohn, ich bin froh dass es eine fr. wiezoreck-zeul in ihren reihen gibt.
Hmi,also in der Kulturrevolution wurden von der Roten Garden überall in China die Klöster zerstört, nicht nur in tibetischen Landen...siehe z.B. die Klosteranlagen und jahrhunderte alte Türme am Westlake in Hangzhou, die schrittweise wieder aufgebaut wurden.
Hmi,also in der Kulturrevolution wurden von der Roten Garden überall in China die Klöster zerstört, nicht nur in tibetischen Landen...siehe z.B. die Klosteranlagen und jahrhunderte alte Türme am Westlake in Hangzhou, die schrittweise wieder aufgebaut wurden.
Kann nur weiterempfehlen.
Daß es in der Tibet-Sache nicht nur eine Wahrheit gibt, stellt sich ja nun immer mehr raus.Gebetsmühlenartig (*G*) die Menschenrechte runterzuleiern bringt halt auch keine Punkte; ist halt billiger Moralismus, damit ist den Tibetern auch nicht geholfen.Irgendwoher isses auch "rassistisch", wenn man annimmt, daß alle Tibeter seelig erleuchtet grinsende (körperlich) gewaltfreie Mönche in komischen Klamotten sind, die durch die Welt reisen und "östliche Hausfrauenphilosophie" verbreiten.Guter Artikel vom Helmut Schmidt!
denn der tibetische Buddhismus ist auf der ganzen Welt vertreten. Wie Sie aber mit Ihren veralbernden Formulierungen sich gegen den Vorwurf eines antitibetischen Rassimus verteidigen möchten, das möchte ich sehen.
denn der tibetische Buddhismus ist auf der ganzen Welt vertreten. Wie Sie aber mit Ihren veralbernden Formulierungen sich gegen den Vorwurf eines antitibetischen Rassimus verteidigen möchten, das möchte ich sehen.
"Dafür haben die Kommunisten in den letzten Jahrzehnten moderne
Technologie und Infrastruktur nach Tibet gebracht, sie haben Straßen,
Flugplätze und sogar eine Eisenbahn nach Lhasa (3600 Meter hoch)
gebaut; und die Mönche sind heute per Handy und Internet mit der
Außenwelt verbunden. Seit den von Deng Xiaoping begonnenen großen
Reformen geht es den Tibetern materiell besser als je zuvor."Hoch lebe die Moderne, der Materialismus, und der Kapitalismus. Und darauf dass wir demnächst allen Ureinwohnern dieser Erde zeigen können, was wirklich gutes Leben ist und dass man erst mit einer EC-, Master-, Visa- und Payback-Card im Portmonnaie zum mündigen Bürger avanciert. Aber nicht vergessen, möglichst nur deutsche Produkte damit erwerben.
@nube schreibt: "Hoch lebe die Moderne...".
Dem kann ich nur beipflichten.
@nube schreibt: "Hoch lebe die Moderne...".
Dem kann ich nur beipflichten.
Sehr geehrter Herr Schmidt,bei allem Respekt und aller Sympathie: Ihr Artikel ärgert mich und hat mir die morgendliche Zeitungslektüre verdorben. Allein die Anführungszeichen "die Menschenrechte verweigert"...Ja, das Recht auf freie Religionsausübung ist ein Menschenrecht welches in China nicht nur den Anhängern "lamaistischer Sekten", sondern auch Christen und Anhängern anderer spiritueller Bewegungen verwehrt wird. Díe wird auch das Handy und die Eisenbahn nicht drüber hinweg trösten.Mit "idealistischen Grüßen"AB
Klar ist das Recht auf freie Religionsausübung wichtig - zumindest für religiöse Menschen. Da gibt es sicher Verbesserungsbedarf in Tibet.Wie aber ist es mit den Menschenrechten auf Nahrung, Bildung, Gesundheitversorgung, Obdach, angemessene Bezahlung, dem Verbot von Sklaverei und Leibeigenschaft?Da verweigerte die mittelalterliche Priesterkaste des alten Tibets die grundlegendsten Rechte, hielt ihr Volk in Armut und Abhängigkeit gefangen.Herr Schmidt hat völlig Recht wenn er betont, dass die Mönche in erster Linie für die Privilegien ihrer Klöster streiten, nicht so sehr für die Sache der Tibeter - was auch immer das sein mag....Ich jedenfalls schließe mich seiner Mahnung an die deutsche Politik an, in erster Linie gute Beziehungen zu China zu pflegen, konsequent an der Ein-China-Politik festzuhalten. Schließlich ist ein stabiles und prosperierendes China für die ganze Welt von Bedeutung - ein Dalai Lama aber nur für die Esoterikszene und einen Teil der 3 Millionen Tibeter.Güterabwägung eben.
Hi Alexandra Brown,woher weisst Du denn, dass die freie Religionsausübung den Menschen in China verwehrt ist? Freie Religionsausübung kann jeder so viel machen wie er/sie will, es sollte nur nicht gegen den chinesischen Staat gerichtet sein und diesen in Frage stellen wollen. Du kannst soviel wie Du willst als Buddhist oder als Christ oder Moslem Deinem Glauben folgen. Das ist in China nicht verboten.
Klar ist das Recht auf freie Religionsausübung wichtig - zumindest für religiöse Menschen. Da gibt es sicher Verbesserungsbedarf in Tibet.Wie aber ist es mit den Menschenrechten auf Nahrung, Bildung, Gesundheitversorgung, Obdach, angemessene Bezahlung, dem Verbot von Sklaverei und Leibeigenschaft?Da verweigerte die mittelalterliche Priesterkaste des alten Tibets die grundlegendsten Rechte, hielt ihr Volk in Armut und Abhängigkeit gefangen.Herr Schmidt hat völlig Recht wenn er betont, dass die Mönche in erster Linie für die Privilegien ihrer Klöster streiten, nicht so sehr für die Sache der Tibeter - was auch immer das sein mag....Ich jedenfalls schließe mich seiner Mahnung an die deutsche Politik an, in erster Linie gute Beziehungen zu China zu pflegen, konsequent an der Ein-China-Politik festzuhalten. Schließlich ist ein stabiles und prosperierendes China für die ganze Welt von Bedeutung - ein Dalai Lama aber nur für die Esoterikszene und einen Teil der 3 Millionen Tibeter.Güterabwägung eben.
Hi Alexandra Brown,woher weisst Du denn, dass die freie Religionsausübung den Menschen in China verwehrt ist? Freie Religionsausübung kann jeder so viel machen wie er/sie will, es sollte nur nicht gegen den chinesischen Staat gerichtet sein und diesen in Frage stellen wollen. Du kannst soviel wie Du willst als Buddhist oder als Christ oder Moslem Deinem Glauben folgen. Das ist in China nicht verboten.
Sehr geehrter Herr Schmidt,leider zeigt Ihr Artikel einmal mehr, dass Journalismus heute nicht mehr für umfassende Information steht, sondern für Parteinahme und mangelhafte Recherche.Mehrere Augenzeugen haben berichtet, dass es nicht tibetische Mönche waren, die die jüngsten Ausschreitungen in Tibet angezettelt haben, sondern chinesische Polizisten in Mönchs- und Zivilkleidung.Dies hätten Sie ohne weiteres erfahren können durch kurze Telefonate mit anerkannten Menschenrechtsorganisationen wie der Gesellschaft für bedrohte Völker und der Human Rights Watch.Auch dass Sie geflissentlich übergangen haben, dass Tibeter in ihrer eigenen Heimat Menschen zweiter Klasse sind, zeugt davon, dass Sie schlecht informiert sind. Die tibetische Kultur wird mehr und mehr von den Chinesen unterdrückt, für das geringste "Vergehen", wie bspw. den Besitz eines Fotos des Dalai Lama, kommen Tibeter teils für viele Jahre ins Gefängnis.Von dem von Ihnen so hochgelobten materiellen Wohlstand - auch das hätten sie mit sehr, sehr wenig Aufwand erfahren können - profitieren fast ausschließlich die Han-Chinesen. Die Tibeter stehen zum Großteil schlechter (und ärmer) da als zuvor. Ihnen wird durch Arbeitsverbote und Umsiedlungen (z.B. bei den Nomaden) die Lebensgrundlage genommen.Und wenn Sie sagen, die Mönche (und Nonnen, die Sie aus Versehen? vergessen haben) kämpfen nur für Ihre Klöster und nicht für die Menschenrechte, dann haben Sie die Geschichte nicht verstanden, und Sie verhöhnen die zahllosen Mönche und Nonnen, die von den Chinesen ermordet wurden, und die so zahlreich in den Gefängnissen gefoltert und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, eben weil sie für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit demonstriert haben. Friedlich, wohlgemerkt - grundsätzlich und ausschließlich in friedlicher Intention.Ihre Argumentation, die Chinesen würden den Tibetern nichts anderes tun, als ihren eigenen Leuten - haben Sie sich schon einmal zugehört, Herr Schmidt? Wie können Sie als jemand, der den letzten Krieg selbst mitgemacht hat, der Menschen wie Cato Bontjes van Beek persönlich gekannt hat - wie können ausgerechnet Sie wirtschaftliche und politische Interessen den Menschenrechten vorziehen?Hätten die Alliierten im 2. Weltkrieg die Deutschen einfach machen lassen sollen? Denn sie waren ja so arbeitsam, so flott mit ihren Autobahnen und ihrer Industrie? Denn sie hätten ja ein starker Wirtschaftspartner werden können?Bei allem Respekt, Herr Schmidt, aber als Journalist sollten Sie nicht Ihr Parteibuch sprechen lassen. Lesen Sie wenigstens die Zusammenfassungen der Bücher, die ich in einem früheren Kommentar genannt habe, und werden Sie damit Ihrer Aufgabe als Journalist und Ihrer Rolle als Überlebender des 2. Weltkriegs gerecht.Das sind Sie (das sind wir alle!) Cato und all den anderen (ob Deutsche, Tibeter, Zivilisten, Mönche oder Nonnen, ob chinesische oder tibetische Kämpfer für Demokratie und Freiheit) schlicht schuldig.Mit freundlichen Grüßen,G. Stark
Sie schrieben:"Mehrere Augenzeugen haben berichtet, dass es nicht tibetische Mönche
waren, die die jüngsten Ausschreitungen in Tibet angezettelt haben,
sondern chinesische Polizisten in Mönchs- und Zivilkleidung."Endlich stehe ich mit dieser Vermutung nicht mehr allein auf weiter Flur.Wenn dieses Bild mit den Polizisten, an die Roben verteilt wurden, gerade zu diesem Zeitpunkt aufgetaucht ist, um die Vermutung von Agents Provokateurs zu entkräften, so ist das ein recht geschickter Schachzug der Desinformation. Da kann man dann sagen: "Seht ihr? Alles Westpropaganda."Wenn man sich aber die Krawall-Videos genauer ansieht, fallen einem schon einige Szenen auf, die bestätigen, dass es sich um Provokationen gehandelt haben dürfte. -- Mönch mit langer Hose unter der Robe, sichtbar, als er eine Tür einzutreten versucht,-- Mönch mit gelbem Hemd unter einer Rinpoche-Weste, noch nie gesehen,-- Leute mit typisch chinesischem Outfit, die an einem Ladenrouleau rütteln,-- merkwürdige Szene, wo ein Mopedfahrer minutenlang von Angreifern drangsaliert wird, und 50 m weiter stehen seine Kumpels, zu denen er sich später flüchtet, und greifen nicht ein.Alles in YouTube.
Was Sie gesehen haben, Polizisten in Möchsgewand, war ein altes Foto bei einem Film, das schon einige Jahre alt ist. Dalai benutzte dieses nur kurz und hat es schnell wieder weggeräumt, als er selbst von dem Irrtum erfahren hat. Von Ihren "Augenzeugen" bin ich sehr gespannt, können Sie die Quelle Ihrer Informationen offenlegen?
Sie schrieben:"Mehrere Augenzeugen haben berichtet, dass es nicht tibetische Mönche
waren, die die jüngsten Ausschreitungen in Tibet angezettelt haben,
sondern chinesische Polizisten in Mönchs- und Zivilkleidung."Endlich stehe ich mit dieser Vermutung nicht mehr allein auf weiter Flur.Wenn dieses Bild mit den Polizisten, an die Roben verteilt wurden, gerade zu diesem Zeitpunkt aufgetaucht ist, um die Vermutung von Agents Provokateurs zu entkräften, so ist das ein recht geschickter Schachzug der Desinformation. Da kann man dann sagen: "Seht ihr? Alles Westpropaganda."Wenn man sich aber die Krawall-Videos genauer ansieht, fallen einem schon einige Szenen auf, die bestätigen, dass es sich um Provokationen gehandelt haben dürfte. -- Mönch mit langer Hose unter der Robe, sichtbar, als er eine Tür einzutreten versucht,-- Mönch mit gelbem Hemd unter einer Rinpoche-Weste, noch nie gesehen,-- Leute mit typisch chinesischem Outfit, die an einem Ladenrouleau rütteln,-- merkwürdige Szene, wo ein Mopedfahrer minutenlang von Angreifern drangsaliert wird, und 50 m weiter stehen seine Kumpels, zu denen er sich später flüchtet, und greifen nicht ein.Alles in YouTube.
Was Sie gesehen haben, Polizisten in Möchsgewand, war ein altes Foto bei einem Film, das schon einige Jahre alt ist. Dalai benutzte dieses nur kurz und hat es schnell wieder weggeräumt, als er selbst von dem Irrtum erfahren hat. Von Ihren "Augenzeugen" bin ich sehr gespannt, können Sie die Quelle Ihrer Informationen offenlegen?
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