Arzneimittel Die Angst der Apotheker
Das Geschäft mit Arzneimitteln ist lukrativ. Versender, Großhändler und Drogerieketten drängen mit Macht in diesen abgeschotteten Markt.

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Man muss mit ihm Auto gefahren sein, um das Phänomen Ralf Däinghaus zu verstehen. Mit 250 Stundenkilometern treibt er seinen weißen Porsche an Aachen vorbei. Das Auge auf dem Asphalt, den Fuß auf dem Gas, sinniert er über die Verkrustungen auf dem deutschen Apothekenmarkt. Kurz vor der niederländischen Grenze legt er noch zu. Da sind auch andere Autos, aber irgendwann verschwinden sie von der Überholspur. Däinghaus scheint der Verkehr nicht zu stören. Das Gespräch unterbricht er nur, wenn ihn sein Motor zu übertönen droht. »Ich kann beim Fahren prima nachdenken«, sagt er gut gelaunt und hat auch schon sein Ziel erreicht: das Hauptquartier von DocMorris in Heerlen.
Im Jahr 2000 gründete der Informatiker aus dem Bergischen Land die Internetapotheke DocMorris jenseits der Grenze. In Deutschland war der Versand von Arzneien verboten. Inzwischen hat sich das geändert. Man kann sagen: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt aus Aachen hat das Gesetz den Fakten angepasst, die Däinghaus vor ihrer Haustür schuf. Heute könnte er seine Pillenpäckchen in der Heimat packen lassen. Aber er will weitere Festungen des Arzneirechts schleifen und eine Apothekenkette etablieren. Dabei könnten sich die Niederland erneut als guter Standort erweisen.
Hätte statt DocMorris vor zwei Jahren ein deutsches Unternehmen die Ratsapotheke in Saarbrücken übernommen und angekündigt, sie zum Ausgangspunkt einer Kette machen zu wollen, wäre der Fall klar gewesen: Verstoß gegen das Fremd- und Mehrbesitzverbot. In Deutschland dürfen nur Apotheker Apotheken besitzen, jeder maximal vier. Der Apothekerverband brachte DocMorris umgehend vor den Kadi. Ein paar Wochen lang war die Saarbrücker Apotheke tatsächlich geschlossen.
Der DocMorris-Gründer drehte den Spieß um und klagte selbst
Däinghaus ist nicht der Typ, der sich von so was bremsen lässt. Er klagte selbst: Als holländischer Unternehmer fühle er sich in seiner Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU beeinträchtigt, argumentierte er. So wurde aus dem Branchenzwist eine politische Auseinandersetzung. Vor gut einem Jahr ging der Fall vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH), demnächst werden die Luxemburger Richter darüber urteilen, was schwerer wiegt: Europarecht oder deutsche Zunftordnung.
Noch lässt sich nicht sagen, wie das Urteil ausfallen wird. Allerdings hat der EuGH vor Jahren in ähnlicher Sache gesprochen: Die griechischen Optiker, die Konzerne aus ihrem Gewerbe fernhalten wollten, erlitten eine schwere Schlappe.
Das Pillengeschäft sei mit dem Brillengeschäft nicht vergleichbar, meinen die Apotheker. »Vorauseilender Gehorsam ist nicht nötig«, sagte der Chef der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Heinz-Günter Wolf, im Herbst beim Branchentreffen in Düsseldorf. »Es gibt belegbare Vorteile unseres Systems.«
Der Ort des Apothekertages hätte nicht besser gewählt sein können. Viele der Veränderungen, gegen die der Verband mit Verve kämpft, sind in Düsseldorf zu besichtigen. Früher gab es im Stadtkern viele alteingesessene Apotheker, am Carlsplatz, in der Flinger- und der Bastionstraße. Doch einer nach dem anderen gab wegen hoher Mieten auf. Statt Arzneien werden dort nun Handys, Parfüms und Designershorts verkauft.
Aber es entstanden auch eine Reihe neuer Pillenstationen. In der Flingerstraße eröffnete vor Kurzem eine Apotheke. Patinierte Messingmörser, wie sie in der Nachbarschaft an die Ursprünge der Arzneiherstellung erinnert hatten, gibt es nicht. Die Einrichtung ist in Weiß und Grün gehalten. Und da, wo bei anderen Apotheken das charakteristische rote A hängt, ist ein grünes Kreuz angeschraubt – das Logo von DocMorris.
Solange um das Fremdbesitzverbot gestritten wird, darf der Versender keine weiteren Filialen eröffnen. Aber DocMorris kann seine Marke Franchisepartnern überlassen, was die Firma bundesweit über hundert Mal tat – oft an schwierigen Ecken. »Wir suchen den Wettbewerb«, sagt Däinghaus grinsend. Er zeigt Fotos von Apotheken, die ihre Schaufenster mit Sonderangeboten nachrüsteten, als die grüne Konkurrenz mit billigen Hals- und Kopfschmerztabletten in die Nähe zog. Die Apotheke im Saarland habe ihren Umsatz verdoppelt, seit sie DocMorris heiße.
Zwei Straßen weiter am Düsseldorfer Carlsplatz hat sich noch ein neuer Pillenanbieter angesiedelt: Dort hat der Drogeriemarkt dm seinen ersten »Pharmapunkt« aufgemacht. Zwischen Zahnpasta und Fensterputztüchern können die Kunden Herzmittel und Blutdrucksenker ordern, die von der Europa Apotheek Venlo geliefert werden. Verschreibungspflichtiges aus der Drogerie – eine deutsche Premiere. Und wieder war der Tabubrecher ein niederländischer Versender.
Die Apotheker kochten, vor allem die in Nordrhein-Westfalen. Das dicht besiedelte Bundesland diente dem Drogisten dm als Testmarkt, ein Drittel aller deutschen DocMorris-Stationen sind dort. Dabei gibt es in NRW mehr traditionelle Apotheker als irgendwo sonst in der Republik.
So wundert es nicht, dass Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister laut darüber nachdachte, den Arzneiversand wieder zu verbieten. Mit seiner Idee schaffte es Karl-Josef Laumann in die überregionale Presse. Doch wenn man heute im Düsseldorfer Ministerium nach dem Stand der geplanten Bundesratsinitiative fragt, möchte keiner mehr darüber reden. Jeder im Haus weiß, dass die Sache geringe Erfolgsaussichten hätte.
Inzwischen haben die Apotheker neue Angstgegner – den Arzneigroßhandel. Kaum ein Patient kennt Namen wie Celesio oder Phoenix. Dabei versorgen diese Konzerne von Stuttgart und Mannheim aus den halben Kontinent mit Medikamenten. Während sie vom Nordkap bis nach Sizilien zusätzlich auch eigene Apotheken betreiben, ist ihnen das in der Heimat noch verwehrt.
Das soll sich ändern. 2007 kaufte der Grossist Celesio die Mehrheit an DocMorris – was ihm seine Stammkunden übel nahmen. »Die Maske ist gefallen. Celesio positioniert sich offen gegen die Apotheken«, schimpfte Verbandschef Wolf. Einige Apotheker wechselten den Lieferanten.
Die Frage ist, ob ihnen das etwas nützt. Fast alle Großhändler wollen in den Endverkauf. Alle betreiben schon heute Netzwerke, die die Apotheker mit Software, Schreibblocks und Schaufensterdeko unterstützen. Sie tun das, um die Kunden an sich zu binden. Bei Bedarf könnte man jeden dieser Clubs in eine Kette umwandeln. Linda, das Netzwerk der Phoenix-Kunden, expandiert. Ob den Apothekern aufgefallen ist, dass Linda demnächst als Aktiengesellschaft firmiert?
Bei Phoenix ist zu alldem wenig zu erfahren. Während Däinghaus mit seinen provokanten Sprüchen die Attacken auf sich zieht, halten sich die Strategen in Mannheim zurück. Sie sind nicht die Einzigen, die im Windschatten des Porschefahrers unterwegs sind. Nach dm hat auch Schlecker den Einstieg ins Pillengeschäft gewagt. Bei Rewe und anderen Lebensmittelhändlern macht man sich ebenfalls Gedanken darüber, wie Arzneien ins Sortiment integriert werden können. Mögen sich die Apotheker über sinkende Margen beschweren – höher als im Geschäft mit Milch, Butter und Shampoo sind sie allemal.
Auch die Drogeriechefs würden gerne Medikamente verkaufen
»Wettbewerb könnte nicht nur helfen, die Preise bei den frei verkäuflichen Pillen zu senken«, meint Gerd Glaeske, Professor in Bremen und Mitglied in Ulla Schmidts Sachverständigenrat. »Ketten sind auch ein gutes Vehikel, um beim Service verlässliche Standards umzusetzen.« Der Pharmazeut, der mit seinem Institut Apotheken testet und dabei in der Vergangenheit auf gravierende Beratungsmängel stieß, hält die Liberalisierung deshalb für »ausdrücklich begrüßenswert«.
Bei der Umsetzung bewegt sich die Politik in einem Spannungsfeld. Einerseits müsse der Markt so weit geöffnet werden, dass sich viele starke Anbieter Konkurrenz machen, so Glaeske: »Wir wollen kein Oligopol.« Aber dabei dürften nicht alle Regeln über Bord geworfen werden. »Schließlich geht es bei Arzneien um Sicherheit.«
Noch ist nicht ausgemacht, ob Drogerien wie dm und Schlecker künftig mehr als ihren etwas umständlichen Bestellservice anbieten können. »Eigene Apothekenecken?«, meint dm-Geschäftsführerin Petra Schäfer. »Da müssen wir abwarten, wie sich der rechtliche Rahmen entwickelt.« Leicht genervt referiert sie aus der deutschen Apothekenbetriebsordnung, die für den Arzneiverkauf eine Grundfläche von 110 Quadratmetern vorschreibt – inklusive eigenen Eingangs, Labor und Ruhezimmer für den Nachtdienst: »Ziemlich lästig.«
Die traditionellen Apotheker sehen das anders. Auch Ralf Däinghaus sieht das anders. Er sitzt hinter seinem Schreibtisch in Heerlen. An der Wand hängen Karikaturen, die den Rebellen im Kampf gegen die Apothekerfunktionäre zeigen. Vor ihm liegen Pläne für den Ausbau der Zentrale. »Nichts gegen Liberalisierung«, meint er, als die Rede auf die Drogerien kommt, und legt sein jungenhaftes Gesicht in ernste Falten, »aber Arzneien gehören in die Hand von Fachleuten.« Da hört er sich auf einmal an wie ein Funktionär.
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- Datum 26.01.2009 - 14:25 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 21.05.2008 Nr. 22
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Leider finden im Artikel die sich durch die aufgezeigte Entwicklung ergebenden Risiken keinerlei Platz. Aufgezeigte etwaige positive Effekte sind in den vorliegenden Szenarien wohl eher dem Kaffeesatz entnommen als in irgendeiner Weise fundiert, das Argument zum Wohle des Kunden zu handeln ist in meinen Augen blanke Bauernfängerei. Zuerst einmal hält sich wohl nicht nur in meiner Region die Anzahl der Apotheker mit Ferrari und Wochenendhäuschen auf den Malediven in Grenzen. Zum Anderen, auch wenn die Selbstständigkeit der Apotheker durch allgemeines Probetütchen in die Hand drücken und Klientel-Kaffeefahrten etwas angekratzt sein mag, ist diese zumindest noch möglich. Ganz davon abgesehen, die Pharmaindustrie als Hauptgestalter der Preise wird von den vorliegenden Veränderungen wohl kaum betroffen, das Hauptproblem also keinesfalls gelöst. Für mich ergeben sich daher folgende, schlußendlich auch für den Kunden gefährliche Möglichkeiten. Die Apotheken-Kette Da die Wohltätigkeit der Pharmaindustrie wohl kaum in Kürze erwachen dürfte, werden auch durch Großeinkäufe erzielte Preisverbesserungen nur kurzfristig sein, oder umgelagert werden. Kauft also Fleischer Müller bei einer Apothekenkette seinen Hustensaft aus dem Grund der Umlagerung billiger, wird er wohl damit rechnen müssen ein paar Wiener weniger an Oma Krause zu verkaufen. Da diese ihren Hustensaft bei Apotheker Schneider zu schlechteren Konditionen erstanden hat. Bei Gewinnerzielung der Apothekerketten über die Personalkosten sieht dies dann etwa so aus. Apotheker Schneider arbeitet für weniger Lohn bei der Kette, kauft bei Fleischer Müller weniger Wiener Würstchen, beide zahlen weniger Abgaben, Oma Krause bekommt weniger Rente, ... . Noch gefährlicher wird es, ist die Masse der relativ freien Apotheker erst einmal durch Ketten verdrängt. Wer möchte dann noch kontrollieren welche Verquickungen und Abhängigkeiten zwischen Ketten, Versender und Industrie bestehen? Wer großartig darauf wetten, daß am Ende Herstellung und Vertrieb nicht zusammen in der Hand weniger landen? Und dies nicht nur bei Hustensaft sondern auch Insulin, ...? Ist dies nach den Erfahrungen der letzten Jahre von der Hand zu weisen? Die Drogerie-Vermarktung Hier kann man nahtlos an das vorhergehende Szenario anschließen. Nur die Wenigsten könnten sich am Ende wohl noch über "billige" Preise freuen, bestellt ein Discounter z.B. über einen abhängigen Hersteller Medikamente. Mit übertriebener Menschlichkeit haben sich die Konzerne in den letzten Jahren wohl kaum hervorgetan. Die Risiken dieser Entwicklung werden wohl nicht nur bewußt in Kauf genommen, sondern von einigen als Ziel angesteuert. Den Apotheker als Schuldigen überhöhter Arzneikosten hinzustellen ist zu leicht durchschaubar. UND niemals sollte man vergessen, es wird am Ende nicht nur um ein paar wirkungs- aber wenigstens harmlose Vitaminpräparate gehen. Sondern um die grundlegende Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten. Vielleicht schafft es die Bevölkerung wenigstens dieses eine Mal zu verhindern, daß ein grundlegendes Bedürfnis nicht im krankhaften Interesse Einzelner leichtfertig auf dem Altar Mammons geopfert wird.
....das "gefährliche" System.... Als Einwohner der Niederlande kauf ich meine "Standard"medikamente im Drogeriemarkt zu lachhaften Preisen (Paracetamol für 60 cent) und alles andere wird in einer der genau dosierten Apotheken geholt. Mit dosiert meine ich, das es sehr wenige sind und ich darf auch nur zu einer einzigen gehen, genau wie mir der Arzt vorgeschrieben ist, aber außer hausärzten gibts hier auch keine. Spezialisten sind im Krankenhaus.Vorteil dieser Dosierung: Krankenkasse für 95,- Euro im Monat, (mit Zahnarzt und evlt. sonderleistungen zwischen 110 und 130 Euro) Und das egal ob man 1800 oder 3000 Euro verdient.In Deutschland allerdings scheinen ärzte und Apotheken so massenhaft aufzutreten, daß sie sich schon lange gegenseitig kanibalisieren. Dank zuschüssen und Bürokratieaufwand bleibt gesundheit in Deutschland auch wahnsinnig teuer, wenn ich sehe was freunde und bekannte bezahlen für leistungen die hier besser und/oder kostenlos sind, dann frage ich mich regelmäßig warum man in Deutschland so stolz auf den sozialstaat ist...
....das "gefährliche" System.... Als Einwohner der Niederlande kauf ich meine "Standard"medikamente im Drogeriemarkt zu lachhaften Preisen (Paracetamol für 60 cent) und alles andere wird in einer der genau dosierten Apotheken geholt. Mit dosiert meine ich, das es sehr wenige sind und ich darf auch nur zu einer einzigen gehen, genau wie mir der Arzt vorgeschrieben ist, aber außer hausärzten gibts hier auch keine. Spezialisten sind im Krankenhaus.Vorteil dieser Dosierung: Krankenkasse für 95,- Euro im Monat, (mit Zahnarzt und evlt. sonderleistungen zwischen 110 und 130 Euro) Und das egal ob man 1800 oder 3000 Euro verdient.In Deutschland allerdings scheinen ärzte und Apotheken so massenhaft aufzutreten, daß sie sich schon lange gegenseitig kanibalisieren. Dank zuschüssen und Bürokratieaufwand bleibt gesundheit in Deutschland auch wahnsinnig teuer, wenn ich sehe was freunde und bekannte bezahlen für leistungen die hier besser und/oder kostenlos sind, dann frage ich mich regelmäßig warum man in Deutschland so stolz auf den sozialstaat ist...
...die Lizenz zum Gelddrucken. Beratung? Sachkenntnis gar? NULL!Wird Zeit, daß die Apotheker mal die Medizin zu schlucken kriegen, die ihre "F.D.P" dem Rest der Bevölkerung anbietet..."Rationierungpotentiale nutzen", gell? "Leistungsfähigkeit steigern", jaja. Wir müssen halt alle "den Gürtel enger schnallen", was? Wir dürfen nicht nur daran denken "unseren Besitzstand zu wahren", Pfui Pfui!Und wenns am Monatsende nicht mehr reicht, dann können ja Eure Frauen mit arbeiten gehen. Soll ja beim Rest der Bevölkerung auch funktionieren.Bei uns in der Stadt gibts schon eine DocMorris-Apotheke, und die ganze Familie kauft NUR noch da - aus Prinzip!Gott, was würd ich mich freuen, wenn die Ketten Euch so richtig den ***** aufreißen.
Mal vorweg: Ich bin selber kein Apotheker und auch keiner aus meinem Umfeld ist einer.Ich bezweifle nicht, dass auch hier, wie vermutlich überall sonst einiges im Argen liegt noch halte ich Apotheker oder Ärzte für selbstlose Engel.Was mich bei Ihrem Beitrag aber stört ist, dass das hier wieder ein weiteres schönes Beispiel für Schadenfreude und Bashing anderer Berufsgruppen ist, was heute ja gang und gäbe zu sein scheint.Und an der Bewertung des Beitrages sieht man ja auch, dass dem einige zustimmen.Es ist ja einfach: Hier ist man selber auf jeden Fall nicht betroffen - das ist eine der wenigen Fälle: Im Gegensatz zum Steuerzahler als solchem, zum Autofahrer, zum "irgendwann mal Rentner", zum Kranken, usw. ist man entweder Apotheker, oder man ist es nicht und wenn man es nicht ist, weiß man auch ob man es mal wird oder nicht.Da kann man dann endlich mal ohne Rücksicht auf andere einschlagen, nicht wahr? Das ist dann besonders leicht. Da braucht man sich dann nicht näher informieren, ob vielleicht an den Argumenten der Apotheker was dran ist oder nicht, man kann gefahrlos drauf losgehen.Gerade dasselbe läuft im Moment in Österreich bei den Ärzten ab.Hauptsache alle anderen sollen zu einem Dreckslohn arbeiten, weil man das ja (scheinbar) selber auch macht oder weil man seinen eigenen Job so hassen gelernt hat und jetzt alle anderen auch in den eigenen Sumpf hinab gezogen werden sollen.
Mal vorweg: Ich bin selber kein Apotheker und auch keiner aus meinem Umfeld ist einer.Ich bezweifle nicht, dass auch hier, wie vermutlich überall sonst einiges im Argen liegt noch halte ich Apotheker oder Ärzte für selbstlose Engel.Was mich bei Ihrem Beitrag aber stört ist, dass das hier wieder ein weiteres schönes Beispiel für Schadenfreude und Bashing anderer Berufsgruppen ist, was heute ja gang und gäbe zu sein scheint.Und an der Bewertung des Beitrages sieht man ja auch, dass dem einige zustimmen.Es ist ja einfach: Hier ist man selber auf jeden Fall nicht betroffen - das ist eine der wenigen Fälle: Im Gegensatz zum Steuerzahler als solchem, zum Autofahrer, zum "irgendwann mal Rentner", zum Kranken, usw. ist man entweder Apotheker, oder man ist es nicht und wenn man es nicht ist, weiß man auch ob man es mal wird oder nicht.Da kann man dann endlich mal ohne Rücksicht auf andere einschlagen, nicht wahr? Das ist dann besonders leicht. Da braucht man sich dann nicht näher informieren, ob vielleicht an den Argumenten der Apotheker was dran ist oder nicht, man kann gefahrlos drauf losgehen.Gerade dasselbe läuft im Moment in Österreich bei den Ärzten ab.Hauptsache alle anderen sollen zu einem Dreckslohn arbeiten, weil man das ja (scheinbar) selber auch macht oder weil man seinen eigenen Job so hassen gelernt hat und jetzt alle anderen auch in den eigenen Sumpf hinab gezogen werden sollen.
....das "gefährliche" System.... Als Einwohner der Niederlande kauf ich meine "Standard"medikamente im Drogeriemarkt zu lachhaften Preisen (Paracetamol für 60 cent) und alles andere wird in einer der genau dosierten Apotheken geholt. Mit dosiert meine ich, das es sehr wenige sind und ich darf auch nur zu einer einzigen gehen, genau wie mir der Arzt vorgeschrieben ist, aber außer hausärzten gibts hier auch keine. Spezialisten sind im Krankenhaus.Vorteil dieser Dosierung: Krankenkasse für 95,- Euro im Monat, (mit Zahnarzt und evlt. sonderleistungen zwischen 110 und 130 Euro) Und das egal ob man 1800 oder 3000 Euro verdient.In Deutschland allerdings scheinen ärzte und Apotheken so massenhaft aufzutreten, daß sie sich schon lange gegenseitig kanibalisieren. Dank zuschüssen und Bürokratieaufwand bleibt gesundheit in Deutschland auch wahnsinnig teuer, wenn ich sehe was freunde und bekannte bezahlen für leistungen die hier besser und/oder kostenlos sind, dann frage ich mich regelmäßig warum man in Deutschland so stolz auf den sozialstaat ist...
Bitte vergleichen Sie doch einfach mal die Grundvoraussetzungen im Gesundheitswesen zwischen Deutschland und den Niederlanden. Beide Systeme sind in ihrer derzeitigen Form schlicht nicht vergleichbar. Ein Vorgehen gegen die Apotheken in Deutschland wird unter den hier herrschenden Bedingungen nur zu einer Verschlechterung der Gesamtleistung führen. Wesentliche Punkte der niederländischen Gesundheitsreformen und des dortigen Krankenversicherungssystems sind nun einmal in Deutschland nicht vorhanden. Die Apotheker als eines der kleinsten Rädchen im Getriebe anzugreifen ist hier völliger Unsinn. Einige andere Kommentatoren sind nur zu ihrer hohen Beobachtungsgabe der Realitäten zu beglückwünschen. Ich erinnere mich noch gut an eine langjährig zurückliegende empörende Kampagne der **** betreff des Zahnersatzes von Sozialhilfeempfängern. Getreu dem Motto, "ich kann mir keine Zähne leisten, sollen die auch keine haben", wurde die Versorgung der Bevölkerung mit Zahnersatz bestimmt entscheidend "verbessert". Mit Verlaub, genau auf diesem Niveau bewegen sich hier einige auch.
Bitte vergleichen Sie doch einfach mal die Grundvoraussetzungen im Gesundheitswesen zwischen Deutschland und den Niederlanden. Beide Systeme sind in ihrer derzeitigen Form schlicht nicht vergleichbar. Ein Vorgehen gegen die Apotheken in Deutschland wird unter den hier herrschenden Bedingungen nur zu einer Verschlechterung der Gesamtleistung führen. Wesentliche Punkte der niederländischen Gesundheitsreformen und des dortigen Krankenversicherungssystems sind nun einmal in Deutschland nicht vorhanden. Die Apotheker als eines der kleinsten Rädchen im Getriebe anzugreifen ist hier völliger Unsinn. Einige andere Kommentatoren sind nur zu ihrer hohen Beobachtungsgabe der Realitäten zu beglückwünschen. Ich erinnere mich noch gut an eine langjährig zurückliegende empörende Kampagne der **** betreff des Zahnersatzes von Sozialhilfeempfängern. Getreu dem Motto, "ich kann mir keine Zähne leisten, sollen die auch keine haben", wurde die Versorgung der Bevölkerung mit Zahnersatz bestimmt entscheidend "verbessert". Mit Verlaub, genau auf diesem Niveau bewegen sich hier einige auch.
Für "Normalbürger" sind Apotheken ein Teil des "kranken" deutschen Gesundheitsystems, insgesamt ein Riesenmoloch mit viel Lobbyismus und bestehend aus Kassen, ´Kassenärztlichen Vereinigungen, Arzten, Apotheken, Krankenhäusern und eben der Pharamaindustrie. Dieses System ist im Vergleich zu anderen Ländern, trotz riesen Inputs nicht gerade effizient.Wir in D sollten m.E mehr erkennen, dass Ärzte und natürlich auch Apotheken nicht nur edle Menschen und Helfer sind, sondern primär Ökonomen und Unternehmer. Dass muss ja nicht schlecht sein, solange man nicht den Eindruck gewinnt, dass z.B. bei den Apothekern ein Krämerverein auschließlich die Interessen seines Klientel mit manchmal recht durchsichtigen Argumenten vertritt.Manchmal hat man aber den Eindruck, dass besonders die Apotheker bereits jedem Reförmchen vorauseilend jammern und klagen - bisher meist nicht ganz erfolglos.Wenn man die Probleme vielerer anderer Berufsgruppne anschaut, dann meint man schon, dass die Apotheker dennoch noch immer ganz gut dastehen. Die Preise und manche anderen Faktoren erinnern ja fast noch an das Zunftsystem. Von daher kann man schon von einer Neiddebatte bzg. Apotheken sprechen, auch wenn diese nicht immer ganz fair und sachlich ist. Die Probleme sind zu einem Großteil aber "hausgemacht". Meines Wissens hat sich z.B. die Zahl der Apotheken in D von ca 1950 bis 2000 fast verdoppelt. Gleichzeitig gab es in diesem Zeitraum jedoch gewaltige Fortschritte in Bereichen wie Logistik und Organisation.Von daher sollten sich Apotheker z.B. einer mäßigen Konzentration nicht völlig entziehen, so schmerzhaft dies für den Einzelnen auch sein mag. Aber das deutsche Gesundheitssystem kann künftig nicht mehr jedem Apotheker, z.B. in eher schlechteren Lagen ein gutes Auskommen, bzw. ein Überleben sichern.
Bin zwar Laie aber es fiel mir auf: Apotheken gehen eigentlich nie pleite (die Apotheken meiner Jugend -Fifties- gibt's immer noch, alle Milchläden, Schuster, Bäcker, etc. aber nicht mehr), UND: es sind meist erstaunlich viele Angestellte in den Apotheken. Ergo: es scheint sich zu lohnen.
Mal vorweg: Ich bin selber kein Apotheker und auch keiner aus meinem Umfeld ist einer.Ich bezweifle nicht, dass auch hier, wie vermutlich überall sonst einiges im Argen liegt noch halte ich Apotheker oder Ärzte für selbstlose Engel.Was mich bei Ihrem Beitrag aber stört ist, dass das hier wieder ein weiteres schönes Beispiel für Schadenfreude und Bashing anderer Berufsgruppen ist, was heute ja gang und gäbe zu sein scheint.Und an der Bewertung des Beitrages sieht man ja auch, dass dem einige zustimmen.Es ist ja einfach: Hier ist man selber auf jeden Fall nicht betroffen - das ist eine der wenigen Fälle: Im Gegensatz zum Steuerzahler als solchem, zum Autofahrer, zum "irgendwann mal Rentner", zum Kranken, usw. ist man entweder Apotheker, oder man ist es nicht und wenn man es nicht ist, weiß man auch ob man es mal wird oder nicht.Da kann man dann endlich mal ohne Rücksicht auf andere einschlagen, nicht wahr? Das ist dann besonders leicht. Da braucht man sich dann nicht näher informieren, ob vielleicht an den Argumenten der Apotheker was dran ist oder nicht, man kann gefahrlos drauf losgehen.Gerade dasselbe läuft im Moment in Österreich bei den Ärzten ab.Hauptsache alle anderen sollen zu einem Dreckslohn arbeiten, weil man das ja (scheinbar) selber auch macht oder weil man seinen eigenen Job so hassen gelernt hat und jetzt alle anderen auch in den eigenen Sumpf hinab gezogen werden sollen.
Bitte vergleichen Sie doch einfach mal die Grundvoraussetzungen im Gesundheitswesen zwischen Deutschland und den Niederlanden. Beide Systeme sind in ihrer derzeitigen Form schlicht nicht vergleichbar. Ein Vorgehen gegen die Apotheken in Deutschland wird unter den hier herrschenden Bedingungen nur zu einer Verschlechterung der Gesamtleistung führen. Wesentliche Punkte der niederländischen Gesundheitsreformen und des dortigen Krankenversicherungssystems sind nun einmal in Deutschland nicht vorhanden. Die Apotheker als eines der kleinsten Rädchen im Getriebe anzugreifen ist hier völliger Unsinn. Einige andere Kommentatoren sind nur zu ihrer hohen Beobachtungsgabe der Realitäten zu beglückwünschen. Ich erinnere mich noch gut an eine langjährig zurückliegende empörende Kampagne der **** betreff des Zahnersatzes von Sozialhilfeempfängern. Getreu dem Motto, "ich kann mir keine Zähne leisten, sollen die auch keine haben", wurde die Versorgung der Bevölkerung mit Zahnersatz bestimmt entscheidend "verbessert". Mit Verlaub, genau auf diesem Niveau bewegen sich hier einige auch.
Wieviel verdient der durchschnittliche, wg. Budgetierung schwer notleidende Arzt? 88 000 Euro per anno? Und zwar bei einem 5 mal geringerem Insolvenzrisiko als andere Selbstständige. Und die Apotheken? Trete ich vor die Haustür, sehe ich einen Edeka und 2 Apotheken. Gehe ich 200 Meter die Stasse hoch, sehe ich einen Rewe und 3 Apotheken. Ich vermute doch recht, dass es deutlich mehr Menschen gibt, die täglich Hunger haben, als Menschen, die täglich Medikamente brauchen. Nur: Die Wirklichkeit ist eine andere. Das Gesundheits"system" ist ein marktwirtschaftsbefreites Tollhaus zu unser aller Lasten, so durch und durch irre, das selbst der Sozialismus noch eine Verbesserung darstellte.Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Hier ein paar Fakten:
Der durchschnittliche niedergelassene Arzt verdient nur aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenkasse 88.000, hinzu kommt noch die Abrechnung mit den Privatpatienten. Aber selbst wenn er als Selbständiger 130.000 € verdient, entspricht dies nach Abzug Krankenkasse, Versorgungswerk und Steuern einem Nettolohn von ca. € 5.000 pro Monat. Ich denke, anhand der Ausbildung ist das fair.
Der Inhaber einer typischen Apotheke verdiente 2007 rund € 75.000 p.a. vor Steuern, vor Krankenkassenbeiträgen und vor Ausgaben für das Versorgungswerk (entspricht Rente). Netto kommen da ca. 3000 € raus. In den USA oder in anderen Ländern nimmt man in Deutschland ausgebildete Pharmazeuten mit Kusshand, zum doppelten Gehalt. (Gehalt Angestellter Apotheker p.a. in USA $ 105.000)
Wenn jetzt bitte mal ohne Neidgefühle diskutiert werden könnte!
Hier ein paar Fakten:
Der durchschnittliche niedergelassene Arzt verdient nur aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenkasse 88.000, hinzu kommt noch die Abrechnung mit den Privatpatienten. Aber selbst wenn er als Selbständiger 130.000 € verdient, entspricht dies nach Abzug Krankenkasse, Versorgungswerk und Steuern einem Nettolohn von ca. € 5.000 pro Monat. Ich denke, anhand der Ausbildung ist das fair.
Der Inhaber einer typischen Apotheke verdiente 2007 rund € 75.000 p.a. vor Steuern, vor Krankenkassenbeiträgen und vor Ausgaben für das Versorgungswerk (entspricht Rente). Netto kommen da ca. 3000 € raus. In den USA oder in anderen Ländern nimmt man in Deutschland ausgebildete Pharmazeuten mit Kusshand, zum doppelten Gehalt. (Gehalt Angestellter Apotheker p.a. in USA $ 105.000)
Wenn jetzt bitte mal ohne Neidgefühle diskutiert werden könnte!
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