China»Gib nicht auf, China!«

Generäle geben Pressekonferenzen, Dissidenten loben die Regierung, und der Premierminister herzt Kinder: Wie das Erdbeben von Sichuan das Land verändert

Ein Volk in Trauer.
        Drei Minuten lang stand China still

Drei Minuten lang stand China still

Chengdu/Peking - Zhong Ming ist ein reicher Kunstsammler in Chengdu, der Hauptstadt der westchinesischen Provinz Sichuan. Er ist ein mondäner, etwas selbstverliebter Typ mit hohem Ansehen in der Künstlerszene, das bis nach Peking reicht. Viele seiner antiken Schätze hat er bei Ausgrabungen in den jetzt vom Erdbeben zerstörten Berggegenden von Sichuan erstanden. Jetzt liegen die wertvollen, jahrhundertealten Steinfiguren, die er auf den drei Etagen seines City-Penthouses sorgfältig aufgestellt hatte, in Stücke zerbrochen vor ihm auf dem Fußboden. Keine von ihnen ist beim Erdbeben stehen geblieben, nur ein wertloser Buddha aus Porzellan kippte nicht um. Zhong, der frisch frisiert und in Outdoor-Kleidung dasteht, ist wütend. Er weiß natürlich, dass er jetzt nicht über seine Verluste klagen kann, während dort, wo er sonst auf Schatzsuche geht, die Opfer immer noch unter Trümmern verschüttet liegen. Also schimpft er auf die falsche Entwicklungspolitik in China. »Man kann sich jetzt nicht verkneifen, an den Drei-Schluchten-Staudamm zu denken«, sagt Zhong. Seine Worte klingen wie die eines aufgeklärten westlichen Skeptikers.

Zhong führt die Besucher auf seine Dachterrasse. In diesem Augenblick bebt die Erde erneut, mit Stärke 6 auf der Richterskala – eines jener Nachbeben, die die Arbeit der Rettungshelfer im Katastrophengebiet so ungeheuer erschweren. Zhong hält sich an der Balkontür fest, drinnen rutschen Stühle und Tische hin und her. Dann ist der Schrecken vorbei und Zhong eilt zum Fernseher. Er wartet auf die Nachrichten über das Nachbeben, sie kommen fünf Minuten später, bis dahin hat er die Bilder verfolgt, die in diesen Tagen alle in China sehen: Opfer über Opfer, dazwischen zwei Politiker, Präsident Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao. Im Fernsehen eilen sie von Trümmerhaufen zu Trümmerhaufen, von Rotes-Kreuz-Zelt zu Rotes-Kreuz-Zelt. »Wen hat Tränen in den Augen. Der macht das nicht zur Show«, meint Zhong. Ansonsten traut er den Medien nicht. »Es gibt noch viele abgelegene Dörfer, über die niemand redet«, sagt er. Er vermutet, dass die Opferzahl bei 80000 liegt, viel höher als die 50000, die bisher die Regierung nennt. Er ringt mit dem Eindruck der Fernsehbilder. Er kommt schließlich doch nicht umhin, Peking zu loben: »Die KP hat diesmal schnell reagiert und keine Fehler gemacht«, sagt Zhong.

Es ist die erste Staatstrauer, die keinem KP-Führer gilt

Wenn aber schon Leute wie er ihre Kritik an der Partei einstellen, dann muss das Beben in China auch ein politisches sein. Dann stehen diesmal womöglich wirklich alle Chinesen hinter der Partei. Es wäre ein historisches Novum. 1949, bei der Gründung der Volksrepublik, war das Land noch voller Anhänger der im Bürgerkrieg unterlegenen Kuomintang-Nationalisten. 1966, beim Ausruf der Kulturrevolution, war die Parteiführung gespalten. 1989, im Zuge der Studentenrevolte, wehrte sich ein großer Teil des Volkes gegen die Partei. An diesem Montag aber herrscht Staatstrauer in China. Für die Opfer des Bebens. Es ist die erste Staatstrauer in der Geschichte der Volksrepublik, die nicht einem verstorbenen KP-Politiker gilt. Und zum ersten Mal scheint das riesige Land mit seinen 1300 Millionen Menschen geeint zu sein, Dissidenten inklusive.

Eng stehen die Massen für eine gemeinsame Trauerminute auf dem Tiananmen-Platz in Peking zusammen. Es sind Zigtausende. Sie schreien keine politischen Slogans, sie wehen nicht einmal mit roten Fahnen. Sie rufen nach der Schweigeminute nur: »Gib nicht auf, China! Gib nicht auf, Wenchuan!« Nach der kleinen Bergstadt Wenchuan im Epizentrum des Erdbebens. Das ist kein organisierter Nationalismus, sondern spontane Anteilnahme. In ganz Peking steht am Nachmittag zur genauen Uhrzeit des Bebens der Verkehr still. Bauarbeiter legen ihre Schaufeln nieder, Hoteljungen stehen stramm, die Fußgänger halten inne. Nur ruhig wird es nicht: Alle Autos hupen. Am Morgen hatte die Pekinger Wochenzeitung The Economic Observer einen Traueraufruf veröffentlicht: »Wenn das Schicksal diese Katastrophe vorherbestimmte, dann sollten wir Mut und Zuversicht zeigen und uns vom Schmerz stählen lassen, damit wir gelassener und zäher werden. Streckt eure Hände aus, lasst uns gemeinsam durchhalten.« Nur diese Worte auf der Titelseite der Zeitung. Sie sprechen von einem propagandafernen Einheits- und Solidaritätsgefühl, das es in China bisher so nicht gab.

Der Premierminister scheute die persönliche Gefahr nicht

Versteht man das im Westen? Ausgerechnet am Tag der Staatstrauer in China wird in Berlin vor großer Kulisse am Brandenburger Tor der Dalai Lama empfangen. »Die Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Der Dalai Lama steht für den gewaltfreien Weg hin zu diesem Ziel«, sagt Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Es soll wahrscheinlich heißen: In China gibt es weder Demokratie noch Menschenrechte. Deshalb unterstützen die Berliner den Dalai Lama in seinem Kampf gegen die chinesische Herrschaft über Tibet. In China wird man es so verstehen, als sei Wowereit und vielen anderen deutschen Politikern die Unterstützung für die Anliegen der Tibeter auch an diesem Tag wichtiger als die Trauer um die chinesischen Erdbebenopfer.

Dabei berichten die Medien in der Volksrepublik seit dem Erdbeben so frei wie nie zuvor, und der Staat funktioniert eindrucksvoll. Peking reagierte schneller als zuvor Tokyo und Washington auf ähnliche Katastrophen – jedenfalls, wenn man den prompten persönlichen Einsatz der politischen Führung zum Maßstab nimmt. Zweieinhalb Stunden nach dem Beben war Premier Wen Jiabao im Flugzeug unterwegs nach Dujiangyan, der am schlimmsten betroffenen Großstadt. Nach dem schweren Erdbeben in der japanischen Hafenstadt Kobe im Jahr 1995 brauchte der Tokyoter Premierminister Tomiichi Murayama zwei Tage, um sich vor Ort zu zeigen. Noch viel mehr Zeit verging, bis der amerikanische Präsident George W. Bush die Opfer von Hurrikan Katrina im Sommer 2005 in New Orleans besuchte. Er war erst nur im Flugzeug über das Katastrophengebiet geflogen – ohne zu landen. Wen dagegen dirigierte die Rettungsmaßnahmen in Dujiangyan zur Zeit der größten Nachbebengefahr. Diesmal zahlte sich das wolkige kommunistische Prinzip der Volksnähe für die Betroffenen aus.

»Wen hätte in den letzten Tagen auch bürokratisch regieren können«, sagt der Regimekritiker Li Datong, der vor zwei Jahren seinen Job als Chefredakteur bei der »Pekinger Jugendzeitung« verlor. Stattdessen habe der Premier vor Ort die Rettung jedes einzelnen Menschenlebens über alles gestellt, sagt Li. Für ihn zeige sich darin auch ein Fortschritt im Menschenrechtsbewusstsein der Regierung. Sonst hätten in China immer Kollektivwerte im Vordergrund gestanden: Sicherheit, Stabilität oder im Fall einer Katastrophe zum Beispiel die Seuchenbekämpfung. Diesmal aber sei das Ziel des öffentlichen Handelns ein anderes gewesen: Zum ersten Mal hätte jedes Opferschicksal gezählt, ohne dass man den Einzelnen gleich nach alter Propagandamasche heroisiert hätte. Stattdessen seien auch die Leiden der Einzelnen in den Medien deutlich geworden. »Diesmal würde der Vorwurf einer staatlichen Zensur wirklich zu weit gehen. Die Medienberichterstattung war modellreif. Das sagt allerdings noch nichts über die allgemeine Pressefreiheit in der Zukunft«, analysiert Li.

Ebenso überrascht ist die sichuanische Dichterin Zhai Yongming, eine bekannte literarische Nonkonformistin in Chengdu. Sie fuhr aus Sorge selbst ins Erdbebengebiet, in den Ort Beichuan. »Ich habe gesehen, wie viele Menschen im Einsatz waren: Soldaten, Polizisten, Sanitäter. Seitdem bin ich beruhigt«, sagt Zhai. Sie betrachte vor allem die dreitägige Staatstrauer für die Opfer als große Errungenschaft. »Das zeigt die Achtung von Regierenden und Volk für das Leben normaler Menschen«, sagt Zhai. Das Staunen über diese Humanität sagt freilich auch etwas über die menschliche Gleichgültigkeit, die sonst vom System zu erwarten war.

Zhais Erfahrung lässt sich vor Ort leicht nachvollziehen. Ob im schwer zerstörten Dujiangyan, ob in den viele Opfer zählenden Städten Deyang oder Hanwang – überall herrscht in den letzten Tagen emsige Betriebsamkeit, kümmern sich Rettungstrupps um jedes eingestürzte Haus, bricht das Sirenengeräusch der Krankenwagen nicht ab. Es gibt kaum Schaulustige, jeder hat zu tun. Schon zwei Tage nach dem Beben gleichen die Städte riesigen Zeltplätzen mit geordnetem Lagerleben: Allein in Dujiangyan campieren eine halbe Million Menschen – aus Angst vor Nachbeben und der hohen Einsturzgefahr ihrer Häuser. »Die Babynahrung kommt nicht an«, klagt eine junge Mutter. Andere Zeltstadtbewohner kritisieren das chaotische Registrierungssystem und befürchten, dass sich die Leute bei der Nahrungsmittelvergabe selbst bedienen.

Doch das sind mindere Einwände. Die chinesische Gesellschaft demonstriert im Erdbebenfieber ein ungeheures Maß an Zivilität. Keine Plündereien, Hilfsbereitschaft überall. Jeder weiß, dass auch das Ausland hilft. Als Japanerin wird man von allen auf das japanische Rettungsteam angesprochen, das seit Donnerstag vergangener Woche Überlebende zu bergen versucht. Bislang erfolglos. Doch die japanischen Retter haben viele Leichen aus den Trümmern geborgen, man sieht im Fernsehen, wie sie sich über die Leichen beugen und für sie beten. »Die Japaner haben im Krieg so viele Chinesen umgebracht. Jetzt zeigen sie Respekt vor unseren Toten«, sagt ein Zeltstadtbewohner in Hanwang. Später landet ein amerikanisches Militärflugzeug mit medizinischem Versorgungsmaterial in Chengdu. Russen und Südkoreaner sind auch da. Nie zuvor hat China in Notsituationen ausländische Hilfe ins Land gelassen. Jetzt wird sie plötzlich von allen begrüßt – auch wenn es Widerstände in der Armee gegeben haben soll.

Zwei türkische Journalisten bereisen das Erdbebengebiet. Sie wundern sich, dass bis zum Wochenende die hektische Suche nach Überlebenden nicht abreißt. »Man kann nicht alle retten, es gibt noch viel anderes zu tun, die Leichen bringen Seuchengefahr«, sagen sie aus der Erfahrung mit Erdbeben in der Türkei. Doch die chinesischen Journalisten, die sie begleiten, sehen das anders: »Wir dürfen nicht aufgeben. Jeder muss gerettet werden«, sagen sie. Sie berichten, als gehörten sie selbst zu den Helfern. Sie klettern hinter Bergungsarbeitern auf die Trümmer. Sie halten Schwerverletzten ihr Mikrofon vor die Nase. Sie interviewen jedes Opfer. Sie arbeiten so eng am Geschehen, als müssten sie jetzt in kürzester Zeit all die Jahre der Pressezensur kompensieren.

Die Soldaten, Sanitäter und Journalisten sind alle unter 30

Auffallend ist, wie sich die chinesische Jugend des Erdbebens bemächtigt. All die Soldaten, Sanitäter und Journalisten, die jetzt in den zerstörten Gebieten herumwirbeln, sind Leute unter 30. Sie haben eine Aufgabe gefunden und packen zu. Zwei Militärpolizisten stehen vor einem Armeewagen und fotografieren sich gegenseitig mit ihrem Handy. Sie lachen. Dann sprinten sie zu ihrem Einsatzort, einem eingestürzten Krankenhaus. Ganz anders die Generäle, die sich erstmals einer Pressekonferenz für ausländische Journalisten stellen. Sie bleiben steif, halten sich an ihre schriftlichen Vorgaben. Das Ereignis liegt darin, dass sie sich überhaupt der Welt zeigen.

Doch für die Parteiführung, für Hu Jintao und Wen Jiabao, ist das alles ein nicht für möglich gehaltener Erfolg. Sie waren die Buhmänner der Tibetkrise im März. Jetzt sind sie fast schon die Sieger über die »größte Naturkatastrophe seit der Gründung des Landes« (Wen). Beide waren sie in den letzten Tagen ständig im Krisengebiet, witterten die Chance, aus der Entrücktheit des Politbüros in die Herzen ihrer Bürger vorzudringen. »Nein, das war keine KP-Show«, sagt Regimekritiker Li Datong. Die Rettungsaktionen auf dem Luftweg wären zu spät gekommen. Die Reparatur der Telekommunikationseinrichtungen hätte zu lange gedauert. Er gibt der Regierung 85 von 100 Punkten. »Die Partei hat der Zivilgesellschaft vertraut. Damit hat sie Neuland betreten«, sagt Li. Einmal habe Hu Jintao sogar versucht, ein kleines Kind zu küssen. Es habe ausgesehen, als habe er noch nie ein Kind geküsst.

 
Leserkommentare
  1. Hat wirklich das Erdbeben China so sehr verändert, und auf einen Schlag?Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich in China schon seit langem große Veränderungen vollziehen, die wir nur nicht wahrnehmen, die aber jetzt durch den schweren Schicksalsschlag deutlich zum Vorschein kommen?Wie auch immer: Alles Gute, China! Euch gebührt in diesen Tagen unser Respekt und Mitgefühl.

  2. als chinesischer Leser lebe ich seit 17 Jahren in
    Deutschland. Zurzeit bin ich auf einer Geschäftsreise unterwegs in China. Durch
    die Medien erfahre ich, dass sich im Moment in der deutschen Öffentlichkeit wegen
    des Deutschlandbesuchs des Dalai Lamas wieder die Diskussionen über die Menschenrechtssituation
    Chinas entfalten. Ehrlich gesagt, ich verstehe dies wirklich nicht mehr. Wieso ist
    die Popularität oder „politische Korrektheit“ für manche Politiker so wichtig,
    dass sie die chinesische Regierung unter Druck setzen möchten, obwohl diese
    Regierung gerade im Moment das Land perfekt und effektiv mobilisiert und
    organisiert, und alles Mögliche und Unmögliche tut, um die Jahrhundert-Katastrophe
    im Erdbebengebiet zu bekämpfen?! Das deutsche geopolitische Interesse ist wie
    alle anderen berechtigt. Aber mit solchen Mitteln und vor allem zu diesem
    Zeitpunkt kann man doch nichts gewinnen. Die unter Schock und tiefer Trauer
    stehenden Chinesen verstehen unter solchen politischen Korrektheiten nichts anderes
    als westliche Arroganz und Belehrung. Man kann das doch nur so verstehen, dass
    es für manche politische „Eliten“ in Wirklichkeit nicht um die Menschenrechte,
    sondern nur um die eigene Popularität geht!?Im Epizentrum des Erdbebens, wo auch viele Tibeter leben, sind
    im Trümmerfeld neben anderen auch Tibeter vergraben. Wir brauchen zur Zeit Beileid,
    Solidarität und vor allem Unterstützung. Aber Belehrungen dieser Art und „Showeinlagen“
    sind zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht zu gebrauchen. Insbesondere die
    Anstiftung zu ethnischen Konflikten zwischen verschiedenen Volksgruppen in
    China ist weder politisch korrekt noch moralisch. Wenn man überhaupt noch einen
    normalen Verstand hat, sollte man sich darüber Gedanken machen. Wenn man in der
    Zukunft überhaupt noch mit Chinesen zu tun haben möchte, sollte man verstehen, dass
    die Belehrung in diesem Moment nicht nur die Atmosphäre vergiftet, die für den Dialog
    auf allen Ebenen wichtig ist, sondern auch den deutschen Interessen schadet.Pan

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    • barral
    • 21.05.2008 um 21:11 Uhr

    Sehr geehrter Pan Xuguang Tongzhi(Genosse)/Dangyuan(Parteimitglied)...,in einem sind wir uns sicher einig: Alles Mitgefühl den unmittelbaren und mittelbaren Opfern dieser Naturkatastrophe und ihren Angehörigen !In allem anderen möglicherweise nicht... . Das Unglück, daß so viele chinesische  Bürger heimgesucht hat, ist kein Freibrief für das Regime, keine Generalabsolution für alles, was in China im Argen liegt.Warten wir ab, wie lange die "perfekte und effektive Mobilisation" der Regierung anhält, warten wir ab, wie die Opfer der Katastrophe in ein paar Wochen und Monaten betreut werden.Warten wir ab, wie intensiv die Aufklärung gehen wird, warum so viele Schulen eingestürzt sind, nicht aber Parteigebäude. Warten wir ab, wie offen die Diskussion darüber geführt werden darf.Wer meint, mit Hinweise auf eine Naturkatastrophe alles unter den Teppich der Anteilnahme kehren zu können (wie z.B. den Besuch des Dalai Lama), der funktionalisiert die Opfer nur. Bauernopfer im Tagesdiskurs. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!Machen Sie, werter Pan Yugang Tongzi, sich keine Gedanken über die künften Beziehungen zwischen Deutschland und China; das wird nicht nach Menschenleben entschieden, sondern nach Interessen. Die KPCH hat in zwei, drei Jahrzehnten mehr Ihrer Landsleute dahingerafft, als alle Naturkatastrophen zuvor.China braucht keine Belehrungen aus dem Westen, okay, der Westen braucht keine Belehrungen von China!Übrigens: ich bin China und dem chinesischen Volk sehr zugetan, um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen.Hoffen wir auf das Beste!

    wie herr Steinmeier mit Recht gesagt hat, die CDU-Politiker, vor allem Frau Kanlerin und Roland Koch, betreiben doch nur Schaufensterpolitik. Was diese Politik bringt, ist nichts andere als das aufhetzte dt. Volk und die verbitterte Feindlichkeit gegen die Chinesen, oder auch alle Ausländer. Diese verfestigte Feindlichkeit hat insbesondere Herr Koch vor den letzten Wahlen in Hessen sehr gut bewiesen. 

    • barral
    • 21.05.2008 um 21:11 Uhr

    Sehr geehrter Pan Xuguang Tongzhi(Genosse)/Dangyuan(Parteimitglied)...,in einem sind wir uns sicher einig: Alles Mitgefühl den unmittelbaren und mittelbaren Opfern dieser Naturkatastrophe und ihren Angehörigen !In allem anderen möglicherweise nicht... . Das Unglück, daß so viele chinesische  Bürger heimgesucht hat, ist kein Freibrief für das Regime, keine Generalabsolution für alles, was in China im Argen liegt.Warten wir ab, wie lange die "perfekte und effektive Mobilisation" der Regierung anhält, warten wir ab, wie die Opfer der Katastrophe in ein paar Wochen und Monaten betreut werden.Warten wir ab, wie intensiv die Aufklärung gehen wird, warum so viele Schulen eingestürzt sind, nicht aber Parteigebäude. Warten wir ab, wie offen die Diskussion darüber geführt werden darf.Wer meint, mit Hinweise auf eine Naturkatastrophe alles unter den Teppich der Anteilnahme kehren zu können (wie z.B. den Besuch des Dalai Lama), der funktionalisiert die Opfer nur. Bauernopfer im Tagesdiskurs. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!Machen Sie, werter Pan Yugang Tongzi, sich keine Gedanken über die künften Beziehungen zwischen Deutschland und China; das wird nicht nach Menschenleben entschieden, sondern nach Interessen. Die KPCH hat in zwei, drei Jahrzehnten mehr Ihrer Landsleute dahingerafft, als alle Naturkatastrophen zuvor.China braucht keine Belehrungen aus dem Westen, okay, der Westen braucht keine Belehrungen von China!Übrigens: ich bin China und dem chinesischen Volk sehr zugetan, um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen.Hoffen wir auf das Beste!

    wie herr Steinmeier mit Recht gesagt hat, die CDU-Politiker, vor allem Frau Kanlerin und Roland Koch, betreiben doch nur Schaufensterpolitik. Was diese Politik bringt, ist nichts andere als das aufhetzte dt. Volk und die verbitterte Feindlichkeit gegen die Chinesen, oder auch alle Ausländer. Diese verfestigte Feindlichkeit hat insbesondere Herr Koch vor den letzten Wahlen in Hessen sehr gut bewiesen. 

  3. 3. Image

    Sie schreiben "Die chinesische Gesellschaft demonstriert im Erdbebenfieber ein ungeheures Maß an Zivilität. Keine Plündereien...[...]". Dabei veröffentlichte spiegel.de vor einigen Tagen Videos über flächendeckende Plündereien in den betroffenen Gebieten. Hut ab vor dem Gemeinschaftsgefühl der Chinesen. Hier liegt auch der Kern der Prosperität der Chinesischen Wirtschaft. Wirtschaftlicher Erfolg ist nicht nur mit der Mehrung des privatwirtschaftlichen Wohlstandes verbunden, sondern auch mit dem Ansehen des ganzen Volkes. Da können sich old Europe und die USA noch warm anziehen.

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    SPIEGEL über China können Sie schon vergessen. Schauen Sie andere Quelle an, z.B. CNN-videos auf Internet. Geben Sie noch bisschen Geduld, dass das von SPIEGEL u.a. begiftete China-Image langsam seine originale Farbe zurück gewinnt.

    Wenn Sie sachliche und authentische China-Berichte lesen wollten, wuerde ich Ihnen gerne vorschlagen, "Der Spiegel" nicht aufzuschlagen. Ich weiss, "Der Spiegel " wird in Deutschland viel gelesen. Ich kaufe in Peking auch ab und  zu mal einen Exemplar, um mich ueber die aktuellen Geschehenisse in Deutschland zu informieren. Aber was China betrifft, vermittelt "Der Spiegel "den Lesern leider ein altes China-Bild,  das es so heute nicht mehr gibt, das China vor 30 Jahren. "Flaechendeckende Pluendereien", was ist das fuer ein spektakulaerer und skandaloeser Ausdruck, der gleich die Aufmerksamkeit und Neugier mancher Leser auf sich zieht, die Geschichte ist aber ganz deutlich aus der Luft gegriffen. Ich habe nicht mal die Lust zu fragen, warum man solche Geschichte erfindet. Ich moechte Ihnen nur sagen, dass "Den Menschen in Not zu helfen" eine ueber Jahrtausende hinweg ueberlieferte konfuzianische Tradition ist. Wir haben in China statt "flaechendeckende Pluendereien" flaechendeckende Geld- und Blutspendenaktionen und ganz viele andere freiwillige Hilfsaktionen gesehen.

    SPIEGEL über China können Sie schon vergessen. Schauen Sie andere Quelle an, z.B. CNN-videos auf Internet. Geben Sie noch bisschen Geduld, dass das von SPIEGEL u.a. begiftete China-Image langsam seine originale Farbe zurück gewinnt.

    Wenn Sie sachliche und authentische China-Berichte lesen wollten, wuerde ich Ihnen gerne vorschlagen, "Der Spiegel" nicht aufzuschlagen. Ich weiss, "Der Spiegel " wird in Deutschland viel gelesen. Ich kaufe in Peking auch ab und  zu mal einen Exemplar, um mich ueber die aktuellen Geschehenisse in Deutschland zu informieren. Aber was China betrifft, vermittelt "Der Spiegel "den Lesern leider ein altes China-Bild,  das es so heute nicht mehr gibt, das China vor 30 Jahren. "Flaechendeckende Pluendereien", was ist das fuer ein spektakulaerer und skandaloeser Ausdruck, der gleich die Aufmerksamkeit und Neugier mancher Leser auf sich zieht, die Geschichte ist aber ganz deutlich aus der Luft gegriffen. Ich habe nicht mal die Lust zu fragen, warum man solche Geschichte erfindet. Ich moechte Ihnen nur sagen, dass "Den Menschen in Not zu helfen" eine ueber Jahrtausende hinweg ueberlieferte konfuzianische Tradition ist. Wir haben in China statt "flaechendeckende Pluendereien" flaechendeckende Geld- und Blutspendenaktionen und ganz viele andere freiwillige Hilfsaktionen gesehen.

    • KFlash
    • 21.05.2008 um 18:43 Uhr

    Ich glaube im Moment interessiert sich kaum einer für den Dalai Lama. Das Thema ist ziemlich ausgelutscht nach dem Aufstand. Die Chinesen täten gut daran nicht über den Besuch zu sprechen. Jedenfalls wenn sie ihm nicht wieder das Rampenlicht zukommen lassen wollen. Er wird im Moment nur von der 2. bzw. 3. Politkergarde empfangen. Da sollte man nix rein-interpretieren. Der Besuch ist in 2 Wochen vergessen.Ja ja, so ist die westliche Mediengeprägte Welt. "Nix ist älter als die Zeitung von gestern."

  4. der spiegel veröffentlicht so einiges....coupe, bild und ökm auch..  und in der liga spielt der spiegel inzwischen für mich

    • TimmyS
    • 21.05.2008 um 19:01 Uhr

    TiSe Nicht China sollte das Mitgefühl zu kommen sondern den Menschen, den Familien, die ihre Angehörigen verloren haben, und Beistand für die Menschen, die zum Glück noch ihr Leben haben und ein Neuanfang machen müssen. Die politischen Funktionäre begehen doch wiedermal, aus ihrer Position als Unbetroffene und Bevorteilte, nur Imagepflege, egal wie diese ausfällt. Das ist einfach in jedem Land so, also einfach Ruhe bewahren. So sehr der Tod von Menschen eine Tragödie ist, aber es wird noch viele andere Erdbeben geben. Es werden weiterhin Flutkatastrophen, Schneeunglücke, Orkane usw. geben, die Menschen in den Tod reißen. Es existiert ein Gesetz, das noch immer nicht begriffen wird: Die Natur ist das stärkste Medium unserer geliebten Erde. Was die Menschen daraus machen, ist eine andere Sache.

  5. könnte man ja sagen, dass China nichts besseres als dieses Erdbeben - und vor allem auch die Katastrophe in Myanmar - passieren konnte. Die ganze Diskussion um und wegen Tibet ist plötzlich vergessen und alle sind voll des Lobes über die chinesische Führung.Ob man dort auch so offen und freizügig gewesen wäre, wenn Olympia nicht vor der Tür stünde?

  6. ihre Opfer bedürfen unseres Mitleids und unserer Solidarität, sei es in der VRChina, in Myanmar oder in den USA.
     
    Menschrechtsverletzungen sind menschengemacht und bedürfen unserer Kritik. Das gehört nicht in einen Korb und miteinander vermengt.
     
    Daher mein Vorschlag an die Chinesen im Forum: Ladet den DL nach Sechuan ein. Seine Anwesenheit und sein Segen sind hilf- und segensreich.

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    • dalong
    • 22.05.2008 um 13:17 Uhr

    Es geht wahrscheinlich gar nicht, da er als Feind von den meisten Menschen in China angesehen wurde.Seine Reise durch Deutschland und seine offizielle Gespräche mit Regierungsvertretern würde seine politsche Lage nur verschlechtern. Ich glaube nicht, das war eine durchdachte Entscheidung.  Zum Zeitpunkt wo sich das ganze Land China wegen Erdbeben in tiefer Trauer befindet. Der Kritik an die Chinesische Regierung wegen Menschenrechtsverletztungen war keineswegs unberechtigt, aber der jetzige Zeitpunkt scheint mir sehr ungünstig zu sein.Menschenrecht bedeutet konkret ab jetzt in China: möglichst viele Menschenleben retten und die von Erbbeben zerstörte Region wieder aufzubauen. Dabei helfen alle Menschen in China, nicht zuletzt die Chinesische Regierung.

    • dalong
    • 22.05.2008 um 13:17 Uhr

    Es geht wahrscheinlich gar nicht, da er als Feind von den meisten Menschen in China angesehen wurde.Seine Reise durch Deutschland und seine offizielle Gespräche mit Regierungsvertretern würde seine politsche Lage nur verschlechtern. Ich glaube nicht, das war eine durchdachte Entscheidung.  Zum Zeitpunkt wo sich das ganze Land China wegen Erdbeben in tiefer Trauer befindet. Der Kritik an die Chinesische Regierung wegen Menschenrechtsverletztungen war keineswegs unberechtigt, aber der jetzige Zeitpunkt scheint mir sehr ungünstig zu sein.Menschenrecht bedeutet konkret ab jetzt in China: möglichst viele Menschenleben retten und die von Erbbeben zerstörte Region wieder aufzubauen. Dabei helfen alle Menschen in China, nicht zuletzt die Chinesische Regierung.

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