Sozialarbeit Die verhinderten Retter vom JugendamtSeite 5/5
Das ist seine Aufgabe. Fritsch, der mal Pfadfinder war, ist angekommen, wo er immer hinwollte, an einer Stelle, wo er gestalten kann. Er glaubt, dass trotz all der Einsparungen noch genug Geld im System steckt. Er sagt: »Seit dreißig Jahren fürchten die Sozialarbeiter, dass die Gesellschaft bald gegen die Wand fährt, aber wenn es wirklich so schlimm wäre, dann wären wir schon viele Wände weiter.«
Mit jedem Amt, das Fritsch bekleidet hat, ist sein Blick auf die Wirklichkeit ein wenig nüchterner geworden. Er weiß, dass er im Wedding die Verhältnisse nicht ändern kann. Dass er nicht reparieren kann, was in der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik versäumt wurde. Was Fritsch gestalten kann, das ist die Organisation der Arbeit.
In Lichtenberg hat er vor ein paar Jahren den Pflegekinderdienst privatisiert. Dieser Dienst ist dafür zuständig, Pflegeeltern zu betreuen und zu kontrollieren. Das Amt suchte sich den Träger mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis aus, und heute schwärmt Fritsch von dem Marketing, das der betreibt, um mehr Familien anzuwerben, von diesem Plakat, das jetzt in Lichtenberg überall hängt: »Ich bin Marie und suche ein Zuhause.« »Die lassen sich das von der Wirtschaft sponsern«, sagt er. »Das hätten wir im öffentlichen Dienst nicht hingekriegt.«
Möglich, dass der Pflegekinderdienst ein Teil sein wird, den Fritsch auch hier vom Korpus löst. Die Leute, die dort arbeiten, könnten dann als Unterstützung an die Basis. Fritsch kennt die Einwände. Dass der Träger vielleicht nicht ganz so genau hinsieht bei der Auswahl der Familien. Dass das Amt das toleriert, weil die Familien günstiger sind als die Heime. »Aber bislang«, sagt er, »gab es noch kein Problem. Wir schauen genau hin, und nach vier Jahren wird evaluiert.«
Fritsch wischt Bedenken mit viel Charme beiseite. Er ist einer, der in Lösungen denkt, nicht in Problemen. Man müsse von anderen Branchen lernen, wie man intelligenter mit Geld umgeht, wie man die Leute flexibler beschäftigt. Für Ämtergänge, sagt er, brauche man keine teuren Familienhilfen, man könne Ehrenamtliche einsetzen und ihnen ein BVG-Ticket zahlen. Fritsch glaubt, man könne Firmen wie Nike einbinden, die jetzt schon Mitarbeiter in Sozialeinrichtungen schicken, um dort mit Jugendlichen Sport zu treiben. Man könne die Nachbarn einbinden wie in Amerika. »Ist doch toll, wie das bürgerschaftliche Engagement dort funktioniert«, sagt er, dann hält er inne: »Oder klinge ich jetzt zu neoliberal?«
Als Fritsch, der linke Stadtrat, sich vor seinem Amtsantritt bei den Fraktionen vorstellte, wunderten sich manche, dass die von der FDP am lautesten klatschten. Fritsch lacht das weg. »Wer Erfolg haben will, muss manchmal Grenzen überschreiten«, sagt er. Bis vor Kurzem fuhr er selbst einmal in der Woche nach Neukölln, um in einer Grundschule arabischen Kindern Lesen beizubringen. Er sagt, er vermisse das. Er habe da viel zurückbekommen. Jetzt fehlt ihm die Zeit dafür.
Nach dem Rundgang sitzt er in einem Café und bestellt wie immer einen Cappuccino mit doppeltem Espresso. Nächste Woche steht seine Präsentation vor der Basis an, und ihm wird mulmig, wenn er daran denkt. Wenn Fritsch all seine Pläne verwirklicht, dürfte es den klassischen Sozialarbeiter im Jugendamt bald nicht mehr geben. Die Frage ist: Wie bringt er es den Leuten schonend bei?
In der Sterbebegleitung, sagt er, habe man herausgefunden, dass vier Phasen ablaufen, wenn Menschen ihren Tod erwarten: Erst ignorieren sie ihn, dann werden sie wütend, dann depressiv, und schließlich nehmen sie ihn an.
Fritsch wirkt angespannt, als er eine Woche später im Olof-Palme-Haus vor achtzig Menschen steht. Er schaltet seinen Laptop ein und sagt, er wolle ein bisschen ausholen, wie in einem Flug mit Google Earth die irdischen Verhältnisse von ganz weit oben ansteuern, und während er spricht, poppen hinter ihm auf einer Leinwand seltsame Begriffe auf, Empowerment, POP-Liste, Manchester-Triage-System. »So ein System sollten wir einführen«, sagt Fritsch. Ursprünglich diente es zur Ersteinschätzung von Patienten in der Notaufnahme. Klaus Wörsdörfer sitzt in einer der hinteren Reihen. »So ein Triage-System«, flüstert er einem Kollegen zu, »gab es schon in den Lazaretten im Ersten Weltkrieg. Um zu entscheiden, wen man verrecken lässt.« – »Sie müssen Standards festlegen in Ihren Teams, wessen Behandlung Priorität besitzt«, sagt Fritsch. »Ansonsten werden Sie sich verzetteln.«
Ein guter Betreuer entdeckt an jedem Klienten Eigenschaften, die er mag
So wie Fritsch denken viele. In Deutschland arbeiten gerade rund 600 Jugendämter daran, sich zu verschlanken, und fast alle suchen ihr Heil in der Privatisierung, in standardisierten Abläufen und Checklisten. Man ahnt, dass die meisten dieser Ideen Sparvorschläge sind im Gewand der Modernisierung, und vielleicht muss die Gesellschaft eine grundsätzliche Antwort finden auf die Frage, wie viel ihr der Schutz von Kindern wert ist. Wollen wir eine sensible, staatliche Aufgabe wie den Kinderschutz outsourcen? Die Zeit ist das wichtigste Kapital eines Sozialarbeiters, und es bleibt die Frage, wie weit sich die Arbeit an menschlichen Schicksalen rationalisieren lässt. Die Vernachlässigung eines Kindes ist eben nicht so einfach zu diagnostizieren wie ein Oberschenkelhalsbruch.
»Was ist mit den Leuten, die nur kleine eitrige Wunden haben?«, fragt eine Sozialarbeiterin. »Auch die können schnell tödlich sein, wenn wir sie nicht behandeln.« – »Schon klar«, sagt Fritsch. »Aber wir reden heute nicht über Prävention, es geht um Ihre Überlastung.« Dann stellt er vor, was er bis zum Sommer umsetzen will. Er möchte, dass einfache Fälle wie Umgangsfragen, Sorgerechtsregelungen und Hilfen zur Berufsausbildung von Mitarbeitern aus anderen Bereichen der Behörde übernommen werden. Zurzeit, sagt er, entwickle eine Unternehmensberatung ein Modell, wie die Abläufe noch effizienter werden könnten. Die Firma kostet eine viertel Million Euro.
Plötzlich ist es ganz still. Es ist, als wüssten die Sozialarbeiter nicht, was sie von alldem halten sollen. Man fragt sich, ob sie noch depressiv sind oder ob sie ihren Tod schon angenommen haben.
Einerseits bedeuten diese Pläne in der Tat weniger Arbeit, aber andererseits wird diese Arbeit dann fast ausschließlich auf Krisenfälle reduziert. Das Jugendamt wird wieder zur Eingreifbehörde. Dreißig Jahre lang hat Wörsdörfer dafür gekämpft, der nette Mann vom Jugendamt zu sein, aber jetzt sieht es so aus, als sei alles vergeblich gewesen. Das Vertrauen, das die Sozialarbeiter sich in den letzten Jahren mühevoll erworben haben, würden sie verlieren, wenn die Leute wieder glaubten, dass sie nur ausrückten, um ein Kind zu holen. Die Zahl der Eltern, die sich freiwillig bei ihnen meldeten, würde wieder weniger. Es wird wahrscheinlicher, dass das Jugendamt noch weniger als bisher mitbekommt, wenn irgendwo ein Kind bedroht ist.
Draußen vor der Tür blühen die japanischen Kirschblüten. Wörsdörfer schließt sein Rennrad auf, dann schwingt er sich auf den Sattel und steuert seinem Amt entgegen, wo drei To-do-Listen auf ihn warten. Übernächste Woche geht er in Urlaub. Sollte er irgendwann nicht mehr können, hat Wörsdörfer einmal gesagt, dann werde er sich auf den Balkon stellen, seine Akten verbrennen und dazu laut Guantanamera singen. Das ist seine Exit-Strategie. »Andere«, sagt er, »wurden schon für weniger frühpensioniert.«
* Namen der Klienten geändert
- Datum 26.05.2008 - 08:39 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 21.05.2008 Nr. 22
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Ein sehr guter Artikel, der endlich mal zeigt, was "draußen" los ist und wie sehr der Staat sich mit seiner Kürzerei auf lange Sicht mal wieder ins eigene Fleisch schneidet. Allerdings vermisse ich etwas ganz wichtiges bei diesem Artikel. Das Gehalt und die zur Zeit hauptsächlich befristeten Verträge, die man heutzutage als Sozialabeiter bekommt, sind mehr als lächerlich im Vergleich zu der Verantwortung und dem Arbeitsaufwand, den man hat.
wie schlecht die Sozialarbeiter heutzutage bezahlt werden. Wenn es nach mir ginge, würden die viel besser bezahtl. Viel besser.Und den Armen, finde ich, sollten wir viel mehr geben. Denn nur so können wie die Opfer des StaMoKap aus der Armutsfalle befreien. Gerade mit den Rauschgiftsüchtigen, den Dummen und Faulen sollte die Gemeinschaft viel solidarischer sein. Denn Solidarität ist ganz wichtig. Noch wichtiger: Progression ist besser als Reaktion.Mummyo, vielen Dank für Ihr mutiges Posting. Wäre schön wenn es mehr gäbe, die so mutitg wie Sie heiße Eisen anpacken, unangenehme Wahrheiten aussprechen und sogar Tabus brechen.
Das Gehalt eines vergleichbaren angestellten Sozialarbeiters in Berlin, Vergütungsgruppe IV b, getrennt lebend, ein Kind, beträgt nach 30 Jahren ca. 1.650 € netto.
Es ist bekannt, dass Sozialarbeiter in Deutschland die am schlechtesten bezahlten Hochschul-Absolventen sind und das sagt mehr aus über den Stellenwert von Sozialarbeit in unserer Gesellschaft als jede wissenschaftliche Untersuchung. Man könnte auch sagen, das Renommé der Klienten spiegelt sich im Renommé der Sozialarbeiter. Man könnte auch sagen, Sozialarbeiter engagieren sich stark für andere und so gut wie gar nicht für sich selbst. Bei der derzeitigen Tarifauseinandersetzung in Berlin sitzen die meisten Sozialarbeiter brav an ihrem Schreibtisch und arbeiten, während die Kollegen aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes auf der Straße für ihre Interessen eintreten.
Befristete Verträge gibt es in Berlin kaum noch, einfach deshalb, weil seit vielen Jahren keine Sozialarbeiter mehr von außen eingestellt werden. Dafür werden Jugendämter bei frei werdenden Stellen bis heute vom Innensenat gezwungen, sogenannte Überhangkräfte aus anderen Bereichen einzustellen, die sich dann oft als ungeeignet und/oder überfordert erweisen. Schließlich erfordert diese Arbeit eine immens hohe psychische Belastbarkeit. Immerhin haben sich die Berliner Jugendstadträte jetzt gemeinsam dafür eingesetzt, diese fragwürdige Praxis zu ändern und endlich wieder Außeneinstellungen zu ermöglichen.
wie schlecht die Sozialarbeiter heutzutage bezahlt werden. Wenn es nach mir ginge, würden die viel besser bezahtl. Viel besser.Und den Armen, finde ich, sollten wir viel mehr geben. Denn nur so können wie die Opfer des StaMoKap aus der Armutsfalle befreien. Gerade mit den Rauschgiftsüchtigen, den Dummen und Faulen sollte die Gemeinschaft viel solidarischer sein. Denn Solidarität ist ganz wichtig. Noch wichtiger: Progression ist besser als Reaktion.Mummyo, vielen Dank für Ihr mutiges Posting. Wäre schön wenn es mehr gäbe, die so mutitg wie Sie heiße Eisen anpacken, unangenehme Wahrheiten aussprechen und sogar Tabus brechen.
Das Gehalt eines vergleichbaren angestellten Sozialarbeiters in Berlin, Vergütungsgruppe IV b, getrennt lebend, ein Kind, beträgt nach 30 Jahren ca. 1.650 € netto.
Es ist bekannt, dass Sozialarbeiter in Deutschland die am schlechtesten bezahlten Hochschul-Absolventen sind und das sagt mehr aus über den Stellenwert von Sozialarbeit in unserer Gesellschaft als jede wissenschaftliche Untersuchung. Man könnte auch sagen, das Renommé der Klienten spiegelt sich im Renommé der Sozialarbeiter. Man könnte auch sagen, Sozialarbeiter engagieren sich stark für andere und so gut wie gar nicht für sich selbst. Bei der derzeitigen Tarifauseinandersetzung in Berlin sitzen die meisten Sozialarbeiter brav an ihrem Schreibtisch und arbeiten, während die Kollegen aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes auf der Straße für ihre Interessen eintreten.
Befristete Verträge gibt es in Berlin kaum noch, einfach deshalb, weil seit vielen Jahren keine Sozialarbeiter mehr von außen eingestellt werden. Dafür werden Jugendämter bei frei werdenden Stellen bis heute vom Innensenat gezwungen, sogenannte Überhangkräfte aus anderen Bereichen einzustellen, die sich dann oft als ungeeignet und/oder überfordert erweisen. Schließlich erfordert diese Arbeit eine immens hohe psychische Belastbarkeit. Immerhin haben sich die Berliner Jugendstadträte jetzt gemeinsam dafür eingesetzt, diese fragwürdige Praxis zu ändern und endlich wieder Außeneinstellungen zu ermöglichen.
und ursächlich. Heute kann sich ein Drogenabhängiger, eine Drogenabhängige, der/die offenbar schon selbst nicht mit dem Leben zu recht kommt, ein Kind anschaffen wie jeder andere auch - die Gesellschaft muss dieses dann halt mehr oder weniger mit durchbringen, wo Leute darunter sind, die sich schon wegen wesentlich geringerer eigener Probleme kein Kind, oder nur eines anschaffen...! Das ist pervers. Und man kann und darf hier nicht immer nur die symptomatische Hilfe verbessern, ohne hier endlich auch mal die Prävention und einen Teil der Ursache anzugehen, auch wenn dies halt auch mal eine gewisse Härte verlangt - Härte dann eben nicht nur von denen, die zur Hilfe verdonnert sind oder werden, oder die sich dazu verpflichtet fühlen, zum Glück immer noch. Man wird deshalb m.E. nicht darum herum kommen, die Kinderunterstützung nicht völlig undifferenziert einem jedem zu garantieren - das verführt hier eben zur Leichtfertigkeit. Wenn es schief geht ist ja der Staat da, sind die anderen da - es ist ja ein Kind! Nein, ein jeder muss wissen - wenn ich mir ein Kind anschaffe, was heute ja eben schon auch planbar ist, dann sollte ich gewisse Grundvoraussetzungen mitbringen um von anderen garantiert unterstützt zu werden - sonst riskiere ich das Wohl meines Kindes aber auch das eigene. Wer schon selbst noch nie gearbeitet hat, der sollte nicht auch ein staatlich garantiertes nicht rückzahlbares Kindergeld einfordern können, welches mit der Zahl der Kinder auch noch ansteigt! Man sollte hier zwischen einer karitativen Kinderunterstützung, die auf das Mitgefühl der Bürger für gewisse Problemfälle setzt, unterscheiden, und dem, was solidarisch zwangsversichert werden sollte. Das Leben ist hart - nicht nur für Problembürger und Arme! Das muss so auch rübergebracht werden! Wichtig ist, dass für Problembürger und Arme die Verhütung kostenfrei ist! Wer offensichtlich Probleme schon mit der eigenen Lebensführung hat, der sollte einen kleinen Bonus für das eigene Leben (also Hartz 4) m.E. nur dann bekommen, wenn er keine Kinder hat. Schafft er sich welche an, belastet er so dann die Solidargemeinschaft oft noch zusätzlich, dann sollte ihm dieser Zuschlag wieder genommen werden! Das Geld dafür muss dann je eben gezielt für das Kind eingesetzt werden.
Hm, "Problembürger", warum nicht gleich so vorgehen wie mit "Problembären"?
Hm, "Problembürger", warum nicht gleich so vorgehen wie mit "Problembären"?
Hi @ll
Erst mal ist er Begriff Jugend "Amt" irreführend.
Es ist kein Amt mit Beamten sondern ein im rechtliches Konstrukt mit den Wurzeln im dritten Reich.
Jugend "Ämter" unterliegen keinerlei Fachaufsicht und können im Prinzip schalten und walten wie sie wollen, sie sind niemandem Rechenschaft pflichtig.
Google
Wormser Prozeß , ist ein Bsp. wo unfähige KinderschützerInnen im Verein mit StaatsanwältInnen und dem Wormser Jugend "Amt" Familien regelrecht zerstört haben.
Obwohl die beschuldigten Eltern rechtskräftig in allen Punkten freigesprochen wurden ignoriert das Jugend "Amt" diesen Freispruch bis heute und entzieht die Kinder nach wie vor den Eltern.
Ob es der der Fall Kevin war, oder all die anderen Kinder die in letzter Zeit erschlagen wurden, oder die einfach verhungerten weil restlos überforderte Elternteile mit ihren Kindern nicht klarkamen, fast immer war das Jugend "Amt" involviert.
Und genau diese Jugend "Ämtern" sollen noch mehr Rechte und Befugnisse eingeräumt werden?
Für was?
Die Jugend "Ämter" sind Teil des Problems und nicht der Lösung, im Volksmund werden sie nicht zu Unrecht Kinderklaubehörde genannt.
Diese Jugend "Ämter" gehören aufgelöst und es muß wieder die Verantwortung der Eltern (beider, Mutter und VATER) eingefordert werden.
Kommen die direkten Eltern nicht klar, dann sind die Großeltern in der Pflicht (wiederum beiderseits) und erst an allerletzter Stelle kommt eine STAATLICHE Stelle die sich um den "Rest" kümmert.
Ein Jugend "Amt" was vom Elend anderer lebt hat in einer entwickelten Gesellschaft keinen Platz, in der Fauna nennt man soi was Schmarotzer.
Gruss
Rene
so wie in den USA, wo die (vielfach privaten) Gefängnisse die Sozialpolitik ersetzen. Fragt sich, was weniger kostet-- an Geld und menschlichem Elend.
In der Tat müssen diese "Behörden" abgeschafft werden. Oder, man muss diese durche eine unabhängige Stelle überprüfen, wie die ihre Arbeit machen und diese auch im Notfall begründen. Betroffene Eltern (wie wir)
müssten sich auch besser zur Wehr setzen können.
unserer Seite
www.Jennifer-Manuela.de
so wie in den USA, wo die (vielfach privaten) Gefängnisse die Sozialpolitik ersetzen. Fragt sich, was weniger kostet-- an Geld und menschlichem Elend.
In der Tat müssen diese "Behörden" abgeschafft werden. Oder, man muss diese durche eine unabhängige Stelle überprüfen, wie die ihre Arbeit machen und diese auch im Notfall begründen. Betroffene Eltern (wie wir)
müssten sich auch besser zur Wehr setzen können.
unserer Seite
www.Jennifer-Manuela.de
Eine Politik, die im Jugendhilfe- und im Bildungsbereich, das Personal und das Wissen dieses Personals so, wie im Bericht beschrieben wird, ausdünnt, setzt falsche Prioritäten. Es ist eine Schande, wenn unsere verantwortlichen Politiker fordern junge Leute auszubilden und zu fördern, aber im Jugndhilfebereich gut ausgebildete Fachkräfte nicht einstellen. Im Gegenteil, selbst das bestehende Personal wird noch reduziert.Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel.Alles Reden nützt nichts, wenn dem keine Taten folgen.Mein Vorschlag ist:1. Überprüfen wir bei allen politischen Entscheidungen die Auswirkungen auf unsere Kinder.2. In allen Bereichen des Jugendhilfe und der Kinderförderung sollte bei den Beschäftigten eine gesunde Alters- und Geschlechtermischung erreicht werden, damit ein gesunder Austausch über intelligente Lösungen stattfinden kann.3. Wir müssen die Generationen, die Alten und die Jungen mehr vernetzen, damit sich gegenseitige Achtung voreinander entwickeln kann.Wenn wir unser Wissen dafür einsetzen, diese Gesellschaft zu entwickeln und zu schützen, dann haben wir etwas gelernt. Wir sollten in unserem Denken alle geborenen Menschen schützen und ihnen die Möglichkeit geben, ein wichtiges Mitglied der zivilisierten Gesellschaft zu werden.Bitte mehr Informationen über unsere Kinder und die jungen Menschen. Vor allem mehr Informationen über die Möglichkeiten, die wir haben, die Dinge richtig zu machen.
Wenn ich den Artikel richtig verstehe, dann war von ca. Anfang der siebziger Jahre bis 2001 in der Berliner Jugendhilfe so ziemlich alles in Ordnung: Geld spielte keine Rolle, und die Sozialarbeiter konnten gestalterisch tätig werden, wie sie wollten. Geändert hat sich das erst 2001 mit der Pleite der Bankgesellschaft; seither muss gespart werden, und deshalb (und nur deshalb) haben die Sozialarbeiter jetzt Probleme.Die Jugendhilfe hat offenbar vorher das Elend teuer verwaltet, und verwaltet es nun billiger. Das drückt auf die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter. Nur: Die Jugendhilfe ist nicht dazu da, ihre Mitarbeiter zufrieden zu machen; sie ist dazu da, Kinder vor den Übergriffen und der Vernachlässigung durch Erwachsene zu schützen; das, und idealerweise auch das Familienleben der Klienten so zu gestalten, dass der Schutz gar nicht erst notwendig ist. Das letztere haben die Mitarbeiter der Jugendhilfe allerdings auch in den dreißig Jahren nicht hinbekommen, in denen das Geld sprudelte. Der Artikel macht ja sehr deutlich, dass sich im Grunde auch mit der Intervention der Jugendhilfe nichts geändert hat am Chaos und der Sucht. Warum also das Elend teuer verwalten, wenn's auch billiger geht?
Ich kann die Frage, die Sie am Schluß Ihres Beitrags stellen, gut nachvollziehen, auch wenn ich Sie selbst anders stellen und anders beantworten würde . Daß bei stetig wachsenden Problemen immer weniger Mittel (und vor allem Personal !) zur Verfügung stehen, ist schlimm, am meisten für die Mitarbeiter selbst. Die Situation heute erscheint mir, als wollte man mit der Gießkanne einen Waldbrand löschen. Auch in den 70er Jahren wird das Geld nicht unbedingt "gesprudelt" haben, aber es gab doch unvergleichlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Und da hätte ich einige Fragen an jemanden wie Herrn Wörsdörfer, der auch damals schon in der Jugendhilfe aktiv war. Seine Klienten von heute sind ja die Kinder (und Enkel) seiner Klienten von damals. Wie betrachtet er aus heutiger Sicht, was die Jugendhilfe den Kindern damals gebracht hat ? Was war eigentlich das Ziel für die Kinder damals ? Gab es eines ? Und wie sieht Herr Wörsdörfer die Zukunft der Kinder, um die er sich jetzt zu kümmern hat ? Wo von einer (kurzen !) Generation zur nächsten die Kompetenzen in der praktischen Lebensführung jedes Mal abnehmen (wer redet hier noch von "Bildung") ? Wird das Kind, das mit Tütensuppe ohne Wasser gefüttert wird, intellektuell überhaupt noch in der Lage sein, lesen zu lernen ? Und welche Rolle würde er hier einem Jugendamt zugestehen, wenn es gut bestückt und mit "ausreichend" (was immer das auch heißen mag) Mitarbeitern ausgestattet wäre ? Welchen Wert hat das "Vertrauen" zwischen einer Institution, deren Aufgabe es ist, Schaden von Kindern abzuwenden und Menschen, die Kindern Schaden zufügen ? Stehen die nicht ganz natürlich auf entgegengesetzten Seiten ? Ist es verantwortungsvoll, Kinder Menschen zu überlassen, die man selbst nicht für zurechnungsfähig hält ?
Ich kann die Frage, die Sie am Schluß Ihres Beitrags stellen, gut nachvollziehen, auch wenn ich Sie selbst anders stellen und anders beantworten würde . Daß bei stetig wachsenden Problemen immer weniger Mittel (und vor allem Personal !) zur Verfügung stehen, ist schlimm, am meisten für die Mitarbeiter selbst. Die Situation heute erscheint mir, als wollte man mit der Gießkanne einen Waldbrand löschen. Auch in den 70er Jahren wird das Geld nicht unbedingt "gesprudelt" haben, aber es gab doch unvergleichlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Und da hätte ich einige Fragen an jemanden wie Herrn Wörsdörfer, der auch damals schon in der Jugendhilfe aktiv war. Seine Klienten von heute sind ja die Kinder (und Enkel) seiner Klienten von damals. Wie betrachtet er aus heutiger Sicht, was die Jugendhilfe den Kindern damals gebracht hat ? Was war eigentlich das Ziel für die Kinder damals ? Gab es eines ? Und wie sieht Herr Wörsdörfer die Zukunft der Kinder, um die er sich jetzt zu kümmern hat ? Wo von einer (kurzen !) Generation zur nächsten die Kompetenzen in der praktischen Lebensführung jedes Mal abnehmen (wer redet hier noch von "Bildung") ? Wird das Kind, das mit Tütensuppe ohne Wasser gefüttert wird, intellektuell überhaupt noch in der Lage sein, lesen zu lernen ? Und welche Rolle würde er hier einem Jugendamt zugestehen, wenn es gut bestückt und mit "ausreichend" (was immer das auch heißen mag) Mitarbeitern ausgestattet wäre ? Welchen Wert hat das "Vertrauen" zwischen einer Institution, deren Aufgabe es ist, Schaden von Kindern abzuwenden und Menschen, die Kindern Schaden zufügen ? Stehen die nicht ganz natürlich auf entgegengesetzten Seiten ? Ist es verantwortungsvoll, Kinder Menschen zu überlassen, die man selbst nicht für zurechnungsfähig hält ?
Hm, "Problembürger", warum nicht gleich so vorgehen wie mit "Problembären"?
Aus der Sicht der Problembewältigung geht der Staat eindeutig in die falsche Richtung. Doch ist mit Moral hier nicht weiterzukommen, die Interessenlage der Gesellschaft ist indirekt eine Andere, weil die Verwerfungen des Systems die Handlungsspielräume gegen Null getrieben haben.Denn für den Staat stellt sich das Problem anders dar.Hier ist primär das haushaltstechnische Problem zu bewältigen, dass durch Korruption, Vorteilsnahme und Mißwirtschaft, sowie sorglosem Umgang mit Geld in der Vergangenheit entstanden ist.Die wesentlich durch die Verschuldung mitverusachte Mittelknappheit, die viel zu vielen Kostgänger in hohen und höheren Positionen, die sich für unverzichtbar halten, aber uns ebenso zu Tode verwalten, können nicht einfach wieder abgebaut werden, zuviele Existenzen und Macht hängen daran.Wie immer, wenn Strukturen sich von den Realitäten entfernen, müssen am Ende die Schwächsten den Preis dafür zahlen, da spielt es überhaupt keine Rolle, ob man im Sozialismus, im Kapitalismus oder im sonstwas lebt.Die Verantwortung dafür muss allen Parteien, inklusive der Linkspartei zugeschrieben werden.Es ist sicher nicht falsch das Wünschenswerte und Sinnvolle anzustreben, doch die vielfältige Ignoranz und finanzielle Maßlosigkeit, die Unfähigkeit Härten auszuhalten, weil ihre Berücksichtigung das Ganze gefährdet, haben am Ende die Möglichkeiten des Sozialstaates beschränkt und nicht erweitert.Die bitteren Folgen lassen sich an dem Artikel eins zu eins ablesen und werden noch lange den Alltag der Schwächsten in unserer Gesellschaft bestimmen.Berthold Grabe
so wie in den USA, wo die (vielfach privaten) Gefängnisse die Sozialpolitik ersetzen. Fragt sich, was weniger kostet-- an Geld und menschlichem Elend.
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