US-Wahlkampf Die Reifeprüfung
Barack Obama gegen John McCain: Wie der Kampf um das Weiße Haus die Kandidaten verändert

© Fotos: Getty Images; Montage: ZEIT ONLINE Grafik
liegen im Mainstream: John McCain (l.), Republikaner, Barack Obama, Demokrat
Es war ein Vorwahlkampf wie keiner zuvor, und nun, da er sich seinem Ende zuneigt, wird der Blick frei für die große Konfrontation zwischen zwei Männern, die wie verwandelt scheinen. Barack Obama, der lässige Demokrat mit der internationalen Biografie, trägt neuerdings die US-Flagge als Anstecknadel am Revers, und John McCain, der Irakkrieg-Befürworter von den Republikanern, verspricht auf einmal, bis 2013 die Soldaten heimzuholen. Das Land – und die Welt – glaubte, McCain und Obama zu kennen, und darüber wird gern vergessen: Nicht nur machen Politiker Wahlkämpfe, sondern auch Wahlkämpfe Politiker. Die zwei Kontrahenten, die das Rennen um das Weiße Haus nun wohl unter sich ausmachen werden, sind heute schon andere, als sie es zu Beginn ihrer Kampagnen vor gut einem Jahr waren. Zeit für einen zweiten Blick.
Ein junger Afroamerikaner und ein weißer älterer Herr, ein gefeierter Volksheld und ein hochdekorierter Kriegsheld – am wenigsten noch hat sich am äußeren Anschein verändert. Den Typenkontrast haben beide, der Demokrat und der Republikaner, durch unterschiedliche Inszenierungen noch verstärkt. Der rhetorischen Brillanz, der dynamischen Ausstrahlung und dem jungenhaften Charme von Barack Obama hat John McCain so wenig entgegenzusetzen wie Hillary Clinton in den Monaten der innerdemokratischen Vorentscheidung. Die Kampagne des Republikaners wirkt bis heute etwas altbacken. Der 71-jährige McCain spricht meist mit monotoner, leiser Stimme und steht seltsam steif auf der Bühne. Nur seine feine Ironie hält die Zuhörer wach.
Ein leicht angegrauter Präsident würde die Wähler nicht schrecken
Trotzdem muss McCains Alter kein Handicap sein. Eine Mehrheit der Amerikaner hat vor Kurzem kundgetan, ein betagter Präsident würde sie nicht schrecken. Erfahrung und die Kraft zur Veränderung seien wichtiger als Jugendlichkeit. Im republikanischen Lager erinnert man gut gelaunt daran, dass schon bei Amtsantritt ergraute Premiers und Präsidenten wie Winston Churchill, Konrad Adenauer, Charles de Gaulle und Ronald Reagan äußerst erfolgreich regierten.
Die Meinungsumfragen jedenfalls sagen bislang: Trotz Kriegsmüdigkeit und Wirtschaftsmisere wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dafür wissen beide Gegner dank des erbitterten Vorwahlkampfes, wo sie den jeweils anderen entscheidend treffen können. Der ungediente schwarze Jurist mit Harvard-Diplom muss sich des Verdachts erwehren, er sei elitär, zu links, den kleinen Leuten feindlich gesonnen, unpatriotisch und deshalb im Grunde kein richtiger Amerikaner. Umgekehrt kämpft der weiße Offizier mit Vietnamkriegserfahrung gegen den Vorwurf, er werde lediglich die zwei Amtszeiten des verhassten Präsidenten George W. Bush um eine dritte verlängern, er sei kriegslüstern und desinteressiert an den Alltagssorgen der Menschen. Keiner von beiden ist noch so unbekümmert wie zu Beginn des Wahlkampfs. Sie sind vorsichtiger, abwägender, auch berechnender geworden. Und doch haben sie unterschiedlich stark von den vergangenen Monaten profitiert.
Der größere Druck hat auch den größeren Lernerfolg gezeitigt. Obama musste sich wandeln, um gewinnen zu können, zu offensichtlich waren nach den Anfangssiegen seine Schwächen geworden. Als großer Verzauberer mit dem ewigen Lächeln drohte er zur Karikatur seiner selbst zu werden, seine Faszination zu verlieren. Dass Hillary Clinton sich als die unnachgiebigere Politikerin darstellen konnte, dass sie ihn in zahllosen Rededuellen attackierte, dass sie ihn ein ums andere Mal um den entscheidenden Durchbruch brachte, blieb nicht ohne Wirkung. Obama begriff die Gefahr, wurde ernster, wirkte zunehmend reifer. Vor allem aber zeigte er Haltung.
In der Affäre um hetzerische Bemerkungen seines langjährigen Pastors Jeremiah Wright bewies er Nachdenklichkeit und Standfestigkeit. Lange verweigerte er eine öffentlichkeitswirksame Trennung von Wright. Erst als dieser ihn mit seinen Reden mutwillig beschädigte, distanzierte sich Obama von dem Mann, der ihn einst getraut und seine Töchter getauft hatte. Viele Medien zollten ihm nachträglich Anerkennung dafür, seine Entscheidung aus eigenem Urteil statt unter dem Einfluss öffentlicher Proteststürme getroffen zu haben. »Alle Achtung, Mr. Cool bleibt cool«, stellte ein konservativer Kommentator fest.
Eigenständigkeit bewies Obama auch in der Benzinpreisdebatte. Nichts erzürnt die Amerikaner derzeit mehr als der Blick auf die Zapfsäule. In einem Anflug von Populismus forderten John McCain und Hillary Clinton daher die Aussetzung der Benzinsteuer – zumindest während der Urlaubsmonate. Obama sprach von Unsinn und rechnete vor, dass man mit der Maßnahme allenfalls 30 Cent am Tag einspare, aber zugleich den aus Steuerabgaben finanzierten Etat für Straßen- und Brückenbau gefährden würde. Zusätzliche Wählerstimmen gewann er mit dieser harten Haltung nicht, aber spürbaren Respekt. Niemand nannte ihn mehr abfällig ein politisches Leichtgewicht namens »Obambi«.
Und wieder einmal dreht sich das Meinungsklima im Land. Vor wenigen Wochen, auf dem Höhepunkt der Pastorenkrise, wollten die amerikanischen Medien wissen: Wer ist Barack Obama, was wissen wir eigentlich über ihn? Jetzt fragen sie: Wer ist der wahre John McCain? Der Senator begann seinen Wahlkampf als »Maverick«, als prinzipienfester Einzelkämpfer, oft zum Verdruss seiner Partei und der Regierung Bush. Der ehemalige Marineflieger, den die Nordvietnamesen einst an seinen gebrochenen Armen und Beinen aufhängten, lehnte jede Folter ab, auch im Krieg gegen den Terror. Er wollte die zunehmende Erderwärmung mit staatlichen Emissionsgesetzen bekämpfen und illegale Einwanderer zu amerikanischen Staatsbürgern machen. Doch der Wahlkampf zwingt ihn zur Rückbesinnung auf eine republikanische Stammwählerschaft, die christlich-fundamentalistischer ist, wirtschaftspolitisch simpler gestrickt und gesellschaftspolitisch reaktionärer als ihr Kandidat. Der Präsidentschaftskandidat McCain umwirbt gezielt Waffennarren und rabiate Abtreibungsgegner. Er will Steuersenkungen beibehalten, die er vor Kurzem noch als »Geschenk für Reiche« verteufelte, und er lehnt Gespräche mit Iran, Syrien und der palästinensischen Hamas ab, obwohl er einst dafür war. Wie viel McCain steckt noch in McCain?, fragen darum bereits manche Kommentatoren.
Die Wähler werden am 4. November wohl pragmatischer entscheiden. Sie kümmert in erster Linie, wer ihre Nöte am ehesten zu lindern vermag. Im vergangenen Jahr bedrückte sie vor allem der Irakkrieg, jetzt sorgen sie sich um die Wirtschaftslage. 80 Prozent sagen, ihr Land sei auf dem falschen Weg. Viele haben ihren Optimismus verloren und schauen, sehr unamerikanisch, ängstlich in die Zukunft. Der nächste Präsident muss also zwei Krisen gleichzeitig meistern, eine außenpolitische und eine wirtschaftliche.
Der eine bekämpfte Kommunisten, der andere die Kälte des Kapitalismus
Hatte John McCain sein Schlüsselerlebnis Ende der sechziger Jahre als Kriegsgefangener in Vietnam, fand Barack Obama es Mitte der Achtziger als Sozialarbeiter in den tristen Slums von Chicago. Der eine kämpfte gegen den Machtanspruch der Kommunisten, der andere gegen die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus. Jeder sagt von sich, er habe einen patriotischen Kampf geführt. McCain sagt, er habe sich damals im Kerker »in sein Land verliebt«. In patriotischer Treue zu Amerika fand er seine Selbstachtung wieder. Seitdem ist für ihn eine starke Armee, die stärkste der Welt, zwingende Voraussetzung für alles: für Amerikas Freiheit und Demokratie, für seinen Einfluss in der Welt und die wirtschaftliche Kraft – und letztlich auch für das Glück und Wohlergehen der Menschheit. Der schwarze Senator dagegen sieht die Welt eher mit den Augen eines Peacecorps-Aktivisten, eines zivilen Aufbauhelfers. Im Zweifel ist Obama ein Idealist und ein Interventionist, der das Gute will, im äußersten Notfall sogar mit militärischer Gewalt. Schnell könnte er sich übernehmen und verstolpern. Und weit mehr als sein Vorgänger und auch als John McCain würde ein Präsident Obama an das Gewissen der Europäer appellieren und sie um ihren Beistand ersuchen – freundlich im Ton, aber mit großem Nachdruck.
Barack Obama oder John McCain? Ein überraschendes Ergebnis steht schon fest: Der Mainstream der amerikanischen Wähler neigt zwei Außenseitern zu, die beide um die Mitte der Gesellschaft kämpfen. Amerika will einen Neuanfang.
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liegen im Mainstream: John McCain, Republikaner, Barack Obama, Demokrat
- Datum 21.05.2008 - 06:59 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 21.05.2008 Nr. 22
- Kommentare 7
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schon, die arroganz...."Obama sprach von Unsinn und rechnete vor, dass man mit der Maßnahme allenfalls 30 Cent am Tag einspare".
der große schlaue bruder "rechnet" das also mal eben vor, was er defacto gar nicht kann ! außerdem ist der wert viel zu niedrig, er wuerde ungefähr hinkommen, wenn die leute ca. einmal pro monat tanken müßten, was auf höchstens 5% der betroffenen zutreffen wird.
das ist genau dieser bevormundende stil, den auch unsere regierung praktiziert. man meint, alles vordenken zu muessen, was aus einer latenten selbstüberschätzung resultiert. das ist gleichschaltung via statistik, was letztlich nicht viel anders, als gleichschaltung via sozialismus ist.
nur ist die theorie jetzt in zahlen gegossen, was den distinkten effekt gegenüber sprache noch erhöht. da rechnet dann eben mal der staatspräsident aus, wie dumm das volk doch ist
Mit der permanenten verbalen Herabsetzung politisch (oder warum auch immer) nicht genehmer Bürgerrechtsgruppen verliert der Artikel einen erheblichen Teil des Anspruchs objektiver Berichterstattung und driftet m.E. viel zu stark in eine ideologisch geprägte Wahlempfehlung ab. Solche pauschalisierenden Vorurteile gehören hier einfach nicht rein. Genau wie Obama eigtl. machen kann was er will, alles wird im positiven Sinne ausgelegt, ganz im Gegensatz zu McCain. Dem wird praktisch alles angekreidet: spricht zu leise, steht zu steif auf der Bühne (obwohl die Folgen der Folter später erwähnt werden). Obama dagegen wie immer der linksdemokratische Friedens-Ritter in strahlender Rüstung.
Wer "The Audacity of Hope" gelesen hat (Autor Obama, 2006), der weiß, dass wir weder den dortigen Wahlkampf noch die Wählerschaft mit deutschem Blick beurteilen dürfen.
Barack Obama hat schon heute die USA verändert. Es gibt wieder Hoffung, es gibt wieder einen Glauben an die eigenen Stärken.
Jugendliche, die sich bisher mit Ihrem Nitendo beschäftigen, Kinder von arbeitslosen Ghettoeinwohnern ... sie alle denken auf einmal über die Notwendigkeit einer Krankenversicherung (zumindest und in der ersten Stufe für alle Kinder) nach und haben eine Idee, was man mit den 600 Milliarden Dollar hätte machen können, hätte Bush sie nicht für Kriege "verbrannt".
Amerika bewegt sich.
Nach 8 Jahren Busch brauchen die USA keine verbeamtete, mutlose Verwaltungskanzlerin wie A. Merkel.
Sie benötigen jemand, der dem Land wieder Energie einhaucht ... diesem belächelten und politisch isoliertem Staat wieder Selbstvertrauen schenkt.
Einen, der in wenigen, dafür umso klareren und gut zu verstehenden Nachrichten sagt, was zu geschehen hat und auch geschehen wird.
Das Obama keine 110 Millionen Dollar verdient hat (wie die Clintons seit Ihrem Auszug aus dem weißen Haus) unterstützt seine Glaubwürdigkeit genauso, wie sein soziales Engagement als Sozialarbeiter in Chicago .. vor und nach seinem Harvard-Studium.
Ein Mitt-Vierziger, drahtiger Obama mit reichlich Charisma produziert natürlich auch jede Menge mehr dieses "he is one of us" Gefühl bei seinen Leuten, als eine verbissene Hillary im Rentenalter mit frustrierender Vergangenheit.
Die Hautfarbe wird ihn nicht verhindern.
Auch Hillary nicht ... die - in aussichtsloser Position - jetzt offenbar nur noch das egoistische/egozentrische Ziel kennt, ihrer Profilsucht nachzugehen und damit die Demokratische Partei und ihren Kandidaten vielleicht sogar derart zu schaden, dass John McCain ab 2009 neue Kriege anzetteln und die USA weiter verschulden kann.
Vielleicht träumt Sie davon, dann 2012 gegen McCain anzutreten?
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Für mich ist klar: Obama MUSS es werden.
Dies wird nicht nur Amerika verändern, sondern auch Europa und Teilen von Asien neue Optionen eröffnen.
Der Artikel widerspricht sich in einigen Passagen selbst. Die Frage nach der Identität der Kandidaten muss ja dauernd neu gestellt werden. Sie sind die biegsame Masse aus der Wahlkampfspezialisten "wählbare" Kandidaten formen, möglichst ohne Kanten und und Haken, an denen man nur zu gerne hängen bleibt. Markante Positionen werden aufgegeben und weichen der Form des geringsten Widerstandes. Der Erkennungswert gleicht dem eines Tropfens im Ozean. Die Kandidaten haben sich nicht geändert, sie sind nur das Instrument, die Meldodie darauf spielen Andere. Hat sich Amerika denn wirklich tendenziell verändert, wie hier immer wieder postuliert wird, in der Annahme einer Favorisierung dieses dubiosen "Neuanfanges"? Die Antwort darauf lautet: eher nicht. Die Kandidaten tendieren mit ihrem Profil von den Rändern zunehmend zur Mitte, sie gleichen sich den Gegebenheiten in den USA an, nicht umgekehrt.Letzte Woche noch veröffentlichte die Zeit einen Artikel der Obama/Clinton klar vor McCain sah, heute seien die Chancen etwa gleich verteilt. Am Anfang der Kampagne und lange Zeit während dieser wurde hier Hillary Clinton als klare Favoritin gehandelt und der nächste Präsident würde mit Sicherheit ein Demokrat werden. Ich habe damals die Überheblichkeit der Demokraten sowie Clintons für nicht angebracht gehalten und mich hier auch klar dazu geäussert. Heute spielen wir verkehrte Welt, wen interessieren denn Artikel von Gestern. Die US-Amerikaner erwarten eine klare Vorwärtsstrategie, von wem sie denn kommen mag, spielt vielleicht nicht einmal so eine wichtige Rolle. Historisch gesehen tendieren Nationen in "unsicheren" Zeiten eher zu einer strengen Hand. Die USA sind bis an die Zähne bewaffnet und doch leiden sie unter einer selbstverursachten und unbegründeten Angstneurose. Dies ist der "casus knackus" der die Wahl entscheidet. Unter diesen Gesichtspunkten hat McCain eigentlich die Nase vorn, auch weil er ein Weisser ist. Auch wenn man dieses Thema nur ungern anspricht, so ist die US-Amerikanische Apartheid noch längst nicht überwunden, leider.Was die Wirtschaft angeht, so ist diese auch eng mit der Aussenpolitik verknüpft, war diese doch stets vornehmlich das Mittel zum Zweck. Dass sich aussenpolitisch viel ändern wird, halte ich für ein Gerücht. Gerade weil sich die Energiekrise weiter verschärfen wird, werden militärische Optionen vornehmlich favorisiert werden. Doch wie lange kann die Weltwirtschaft die US-Amerikansichen Defizite kompensieren und was passiert, wenn das kapitalistische System die Dysbalance nicht ausgleichen kannsondern sie weiter verschärft? Die Frage der Wirtschaftsdoktrin wurde nämmlich bisher bewusst ausgeklammert, da sie eine "gefährliche" Wertedebatte nach sich ziehen würde. Dies wäre nicht im Sinne der zahlungskräftigen Supporter jeglicher Seite. Denn, seien wir mal ehrlich, die Präsidentenfrage ist eine Frage des Geldes, nicht des Volkes und nicht der Kandidaten.Ich bleibe bei meiner Prognose vom 08.01.2008: McCain wird das Rennen machen. Wer hält dagegen, das Wettbüro hat geöffnet.
Identität der Kandidaten?Ich kann mich an keinen US Wahlkampf erinnern, an dem die Positionen der (voraussichtlichen) Kandidaten derart klar und konträr (!) waren, wie im aktuellen.Auf der einen Seite McCain. In kürze 72 Jahre alt, geschundener Kriegsveteran und Held der Waffenlobby. Einer, der vor wenigen Wochen noch sagte, er werde "den Krieg bis zum Sieg weiterführen" ... "und wenn dies 100 Jahre dauert".Ein McCain, der auf die Frage hin, wie seine Wirtschaftspolitik aussieht, antwortete "Davon weiß nicht nicht viel, dies ist meine Schwachstelle. Ich werde mich auf gute Berater verlassen".Auch die Steuerpolitik von McCain ist denkbar einfach: Fortsetzung der Bush-Politik, der die Reformen von B. Clinton ins Gegenteil verkehrte, um seinen Sponsoren zu genügen. Also weiterhin Abbau der Steuerlast für US Amerikaner mit mehr als 80.000 Dollar Jahreseinkommen, erhöhen der Lasten für die unterhalb dieser Einkommensgrenze.Außenpolitisch ist McCain nocht nicht in Erscheinung getreten, hat dazu aber vermutlich auch keine andere Meinung als Bush: "Bist Du für mich und meine Ideen, bist Du mein Freund, anderenfalls mein Feind".Sicher ... er propagiert, er hätte die von Bush angezettelten (Wirtschafts-) Kriege besser geplant und gewonnen. Aber ist dies Außenpolitik?Letzter Punkt: Sozialpolitik.John McCain hält nicht viel von einem Sozialstaat und zumindest Ansätzen in diese Richtung. Beispiel Krankenversicherung. Diese soll - nach McCain - nicht verpflichtend werden. Im Gegenteil. Bislang können Aufwände zur Krankenversicherung steuerlich abgesetzt werden. McCain will dies abschaffen.Und Obama?So ziemlich genau das Gegenteil in den oben genannten Punkten.Und dies seit 2004 konstant in den publizierten Meinungen, auch in seinem Buch aus dem Jahre 2006.In dem Zusammenhang ist es völlig unwichtig, dass Wahlkampfmanager Ihre Kandidaten in den Median so ausrichten, dass die - teilweise sehr einfachen - Nachrichten auch verstanden werden.Das ist in Deutschland nicht anders ... oder sollten mehr als 2% der wahlberechtigen Deutschen 2005 die Wahlprogramme von CDU und SPD zur Bundestagswahl gelesen und verstanden haben?Die Amerikaner haben die Wahl.Und die Profile unterscheiden sich derart, dass es schon fast auf eine "Schwarz-Weiß-Entscheidung" hinausläuft. Im wahrsten Sinne des Wortes.Nur das diesmal der "schwarze Mann" der bessere ist.Das ist nur (m)eine Meinung? Richtig.Richtig wichtig finde ich aber einen anderen Aspekt:Die Amerikaner wollen zurück .. zurück in eine Liberalität, die Grundlage der Verfassung und auch des Denkens war. Zurück zum amerikanischen Traum, in dem ein Tellerwäscher Millionär werden konnte. Zurück in eine Zeit, wo Hoffung ein Grundprinzip und Chancen für jedermann offen standen. Zurück zu den "Werten", welche die USA einst zum Beispiel für andere Staaten erhoben.Und Barack steht für genau diesen Wunsch.Schon heute hat sich Amerika verändert, dank ihm.Ich kann nur ausdrücklich hoffen, dass nichts entscheidendes mehr passiert, bis zum November.Beispielsweise dass eines Morgens Israel von Syrien oder dem Iran angegriffen wird, den USA offen gedroht wird und Bush dann dem Verbündeten zur Seite springt.Und die Amerikaner dann McCain wählen ... aus Angst. Wie zuletzt auch Bush ...Im Grunde muss man nur eine Angst haben: Dass Barack Obama am Ende noch von der Waffenlobby erschossen wird, wie damals JFK, um einen Präsidenten zu verhindern, der zu pazifistisch ist.Schließlich geht es um viele hunderte von Milliarden Dollar.
Identität der Kandidaten?Ich kann mich an keinen US Wahlkampf erinnern, an dem die Positionen der (voraussichtlichen) Kandidaten derart klar und konträr (!) waren, wie im aktuellen.Auf der einen Seite McCain. In kürze 72 Jahre alt, geschundener Kriegsveteran und Held der Waffenlobby. Einer, der vor wenigen Wochen noch sagte, er werde "den Krieg bis zum Sieg weiterführen" ... "und wenn dies 100 Jahre dauert".Ein McCain, der auf die Frage hin, wie seine Wirtschaftspolitik aussieht, antwortete "Davon weiß nicht nicht viel, dies ist meine Schwachstelle. Ich werde mich auf gute Berater verlassen".Auch die Steuerpolitik von McCain ist denkbar einfach: Fortsetzung der Bush-Politik, der die Reformen von B. Clinton ins Gegenteil verkehrte, um seinen Sponsoren zu genügen. Also weiterhin Abbau der Steuerlast für US Amerikaner mit mehr als 80.000 Dollar Jahreseinkommen, erhöhen der Lasten für die unterhalb dieser Einkommensgrenze.Außenpolitisch ist McCain nocht nicht in Erscheinung getreten, hat dazu aber vermutlich auch keine andere Meinung als Bush: "Bist Du für mich und meine Ideen, bist Du mein Freund, anderenfalls mein Feind".Sicher ... er propagiert, er hätte die von Bush angezettelten (Wirtschafts-) Kriege besser geplant und gewonnen. Aber ist dies Außenpolitik?Letzter Punkt: Sozialpolitik.John McCain hält nicht viel von einem Sozialstaat und zumindest Ansätzen in diese Richtung. Beispiel Krankenversicherung. Diese soll - nach McCain - nicht verpflichtend werden. Im Gegenteil. Bislang können Aufwände zur Krankenversicherung steuerlich abgesetzt werden. McCain will dies abschaffen.Und Obama?So ziemlich genau das Gegenteil in den oben genannten Punkten.Und dies seit 2004 konstant in den publizierten Meinungen, auch in seinem Buch aus dem Jahre 2006.In dem Zusammenhang ist es völlig unwichtig, dass Wahlkampfmanager Ihre Kandidaten in den Median so ausrichten, dass die - teilweise sehr einfachen - Nachrichten auch verstanden werden.Das ist in Deutschland nicht anders ... oder sollten mehr als 2% der wahlberechtigen Deutschen 2005 die Wahlprogramme von CDU und SPD zur Bundestagswahl gelesen und verstanden haben?Die Amerikaner haben die Wahl.Und die Profile unterscheiden sich derart, dass es schon fast auf eine "Schwarz-Weiß-Entscheidung" hinausläuft. Im wahrsten Sinne des Wortes.Nur das diesmal der "schwarze Mann" der bessere ist.Das ist nur (m)eine Meinung? Richtig.Richtig wichtig finde ich aber einen anderen Aspekt:Die Amerikaner wollen zurück .. zurück in eine Liberalität, die Grundlage der Verfassung und auch des Denkens war. Zurück zum amerikanischen Traum, in dem ein Tellerwäscher Millionär werden konnte. Zurück in eine Zeit, wo Hoffung ein Grundprinzip und Chancen für jedermann offen standen. Zurück zu den "Werten", welche die USA einst zum Beispiel für andere Staaten erhoben.Und Barack steht für genau diesen Wunsch.Schon heute hat sich Amerika verändert, dank ihm.Ich kann nur ausdrücklich hoffen, dass nichts entscheidendes mehr passiert, bis zum November.Beispielsweise dass eines Morgens Israel von Syrien oder dem Iran angegriffen wird, den USA offen gedroht wird und Bush dann dem Verbündeten zur Seite springt.Und die Amerikaner dann McCain wählen ... aus Angst. Wie zuletzt auch Bush ...Im Grunde muss man nur eine Angst haben: Dass Barack Obama am Ende noch von der Waffenlobby erschossen wird, wie damals JFK, um einen Präsidenten zu verhindern, der zu pazifistisch ist.Schließlich geht es um viele hunderte von Milliarden Dollar.
# Silberschnur. ... sollten wir hier im Forum natürlich nicht, wollen wir seriös bleiben.
"80 Prozent sagen, ihr Land sei auf dem falschen Weg.
Viele haben ihren Optimismus verloren und schauen, sehr unamerikanisch, ängstlich in die Zukunft."
Es muss beim amerikanischen System selbst gesucht werden, dass diesen Menschen diese Aussage nicht auch schon vor 8 Jahren klar gewesen war; just damals, als der Supreme court durch einen Mehrheitsbeschluss mit einer (1!) Sttimme entschied, dass die republikansiche Partei wieder ans Ruder kam.
Die kollektiven Verdrängungsmechanismen in diesem Volk müssen von geradezu grenzenlosem Ausmass sein.
Es ist schon so: die amerikanische Realität ist mit der europäischen nicxht MEHR vergleichbar. Ob sie's überhaupt jemals war, wird sich erst wieder zeigen, wenn ein neuer US-Präsident es schafft, wie der Artikel spekuliert, die Brücke zu den Europäern, zu den Vereinten Nationen, und überhaupt zu der unter Clinton globalisierten Welt zu schlagen.
Was können sie dafür, dass sie in diesem System leben müssen? Da wirken sie eben nicht stark. Unsere europäischen Demokratien erscheinen - trotz etwaiger "Mammutzustände" - flexibler und dynamischer.
Mir wird dabei klar, dass der Wandel von 2000 auch gerade daran lag, dass die Amerikaner nicht - wie ich glaube, dass es die Europäer taten - erkannten, was ihnen und uns die Administration Clinton (Bill) wirklich beschert hatte.
Wer so blind sein konnte, muss heute ein amerikanischer Wähler sein. Wie schnell er lernt, realisiert oder überhaupt denkt, entscheidet für mich dann, ob der von Barack Obama angestrebte Wandel tatsächlich eine pan-amerikanische Wunschversion darstellt.
Eine veränderte Einstellung entspringt einer veränderten Stellung.
Identität der Kandidaten?Ich kann mich an keinen US Wahlkampf erinnern, an dem die Positionen der (voraussichtlichen) Kandidaten derart klar und konträr (!) waren, wie im aktuellen.Auf der einen Seite McCain. In kürze 72 Jahre alt, geschundener Kriegsveteran und Held der Waffenlobby. Einer, der vor wenigen Wochen noch sagte, er werde "den Krieg bis zum Sieg weiterführen" ... "und wenn dies 100 Jahre dauert".Ein McCain, der auf die Frage hin, wie seine Wirtschaftspolitik aussieht, antwortete "Davon weiß nicht nicht viel, dies ist meine Schwachstelle. Ich werde mich auf gute Berater verlassen".Auch die Steuerpolitik von McCain ist denkbar einfach: Fortsetzung der Bush-Politik, der die Reformen von B. Clinton ins Gegenteil verkehrte, um seinen Sponsoren zu genügen. Also weiterhin Abbau der Steuerlast für US Amerikaner mit mehr als 80.000 Dollar Jahreseinkommen, erhöhen der Lasten für die unterhalb dieser Einkommensgrenze.Außenpolitisch ist McCain nocht nicht in Erscheinung getreten, hat dazu aber vermutlich auch keine andere Meinung als Bush: "Bist Du für mich und meine Ideen, bist Du mein Freund, anderenfalls mein Feind".Sicher ... er propagiert, er hätte die von Bush angezettelten (Wirtschafts-) Kriege besser geplant und gewonnen. Aber ist dies Außenpolitik?Letzter Punkt: Sozialpolitik.John McCain hält nicht viel von einem Sozialstaat und zumindest Ansätzen in diese Richtung. Beispiel Krankenversicherung. Diese soll - nach McCain - nicht verpflichtend werden. Im Gegenteil. Bislang können Aufwände zur Krankenversicherung steuerlich abgesetzt werden. McCain will dies abschaffen.Und Obama?So ziemlich genau das Gegenteil in den oben genannten Punkten.Und dies seit 2004 konstant in den publizierten Meinungen, auch in seinem Buch aus dem Jahre 2006.In dem Zusammenhang ist es völlig unwichtig, dass Wahlkampfmanager Ihre Kandidaten in den Median so ausrichten, dass die - teilweise sehr einfachen - Nachrichten auch verstanden werden.Das ist in Deutschland nicht anders ... oder sollten mehr als 2% der wahlberechtigen Deutschen 2005 die Wahlprogramme von CDU und SPD zur Bundestagswahl gelesen und verstanden haben?Die Amerikaner haben die Wahl.Und die Profile unterscheiden sich derart, dass es schon fast auf eine "Schwarz-Weiß-Entscheidung" hinausläuft. Im wahrsten Sinne des Wortes.Nur das diesmal der "schwarze Mann" der bessere ist.Das ist nur (m)eine Meinung? Richtig.Richtig wichtig finde ich aber einen anderen Aspekt:Die Amerikaner wollen zurück .. zurück in eine Liberalität, die Grundlage der Verfassung und auch des Denkens war. Zurück zum amerikanischen Traum, in dem ein Tellerwäscher Millionär werden konnte. Zurück in eine Zeit, wo Hoffung ein Grundprinzip und Chancen für jedermann offen standen. Zurück zu den "Werten", welche die USA einst zum Beispiel für andere Staaten erhoben.Und Barack steht für genau diesen Wunsch.Schon heute hat sich Amerika verändert, dank ihm.Ich kann nur ausdrücklich hoffen, dass nichts entscheidendes mehr passiert, bis zum November.Beispielsweise dass eines Morgens Israel von Syrien oder dem Iran angegriffen wird, den USA offen gedroht wird und Bush dann dem Verbündeten zur Seite springt.Und die Amerikaner dann McCain wählen ... aus Angst. Wie zuletzt auch Bush ...Im Grunde muss man nur eine Angst haben: Dass Barack Obama am Ende noch von der Waffenlobby erschossen wird, wie damals JFK, um einen Präsidenten zu verhindern, der zu pazifistisch ist.Schließlich geht es um viele hunderte von Milliarden Dollar.
McCain nicht...
Ansonsten vertritt Obama deutlich liberalere Positionen als McCain. Daher drücke ich ihm die Daumen.
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