Südafrika Arme gegen Ärmere

Das Elend der schwarzen Südafrikaner entlädt sich in Pogromen gegen Flüchtlinge und Einwanderer

Blutüberströmte Menschen, geplünderte Läden, verwüstete Straßenzüge – solche Szenen hat es in der Innenstadt der südafrikanischen Metropole Johannesburg seit der finsteren Endphase der Apartheid nicht mehr gegeben. Der seit Jahren schwelende Fremdenhass hat in den ersten Maitagen einen Mordbrand entfacht, zunächst zog der entfesselte Mob durch die Township Alexandra am Stadtrand, am Ende machte er in den Häuserschluchten des Zentrums Jagd auf Ausländer. Wie konnte es dazu kommen?

Die Opfer sind Migranten und Flüchtlinge aus afrikanischen Nachbarländern oder Krisengebieten. Sie waren in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Machtwechsel im Jahre 1994 millionenfach nach Südafrika eingewandert, legal oder illegal. Die Republik am Kap ist für afrikanische Verhältnisse relativ wohlhabend, sie zieht die Armen des Kontinents wie ein Magnet an.

In diesen Tagen aber verwandelt sich das Gelobte Land für viele Zuwanderer in eine Hölle. Sie werden beschimpft, ausgeraubt oder vergewaltigt, totgeprügelt, mit Benzin übergossen und verbrannt. 6000 Ausländer sind bereits aus den Townships von Johannesburg geflohen, wie viele ihr Leben ließen, weiß zur Stunde niemand. Die Südafrikaner sind schockiert und beschämt, sie haben derartige Gewaltausbrüche offenbar nicht mehr für möglich gehalten. Nun betreibt die fragile Nation wieder einmal Selbsterforschung und fragt sich, wie es ausgerechnet in ihrem Vielvölkerstaat, der durch eine weltweit vorbildliche Versöhnungspolitik den Rassenwahn überwand, zu diesen fremdenfeindlichen Exzessen kommen konnte.

Und was macht Thabo Mbeki, der Präsident? Er verurteilt die Gewalt und trommelt einen Expertenrat zusammen, um die Ursachen zu erforschen – als ob diese nicht längst bekannt wären. Sie hängen mit einem doppelten Versagen der südafrikanischen Regierung zusammen.

Zum einen ist es ihr nicht gelungen, die Armut der schwarzen Bevölkerungsmehrheit nachhaltig zu reduzieren. 14 Jahre nach der Wende geht es Millionen von Bürgern so schlecht wie eh und je, die inoffizielle Arbeitslosenrate liegt bei 40 Prozent, es fehlt an Wohnraum, an Kliniken, an guten Schulen, an Zukunftschancen. Im Verteilungskampf um knappe Güter werden Einwanderer zu unerwünschten Konkurrenten. Die Devise lautet: Jetzt kommen erst mal wir Südafrikaner dran, wir haben lange genug gelitten.

Seit Ende der neunziger Jahre nimmt der Hass auf Ausländer in erschreckendem Ausmaß zu. Weil er sich fast ausschließlich gegen Schwarzafrikaner richtet, sprechen die Sozialwissenschaftler von einer regelrechten Negrophobie. Wegen des unverständlichen Klangs der Zuwanderer Sprachen nennt man sie abschätzig kwerekwere. Einer der Marodeure fasst die Ressentiments der Einheimischen in einem Satz zusammen: »Sie stehlen unsere Jobs, unsere Häuser, unsere Frauen.« So werden die Migranten zu Sündenböcken für hausgemachte Versäumnisse.

Das zweite Versagen der Regierung Mbeki hat mit dem Nachbarland Simbabwe zu tun, in dem der Despot Robert Mugabe das eigene Volk unterdrückt und aushungert. Drei Millionen Simbabwer sind in den vergangenen acht Jahren nach Südafrika geflohen, jeden Tag werden es mehr. Aber die zuständigen Staatsorgane, allen voran das Innenministerium, haben das Problem bislang ignoriert oder kleingeredet. Zugleich verstärkt die Appeasement-Politik der Regierung den Massenexodus aus Simbabwe. »Die Weigerung von Präsident Mbeki, die Krise in Simbabwe überhaupt als solche wahrzunehmen, und seine Freundschaft mit Mugabe haben diese Menschen zu uns getrieben«, schreibt Justice Malala, einer der einflussreichsten Kommentatoren Südafrikas. Immerhin dürfte Mbeki nicht entgangen sein, dass sich die Pogromstimmung in den Armenvierteln zuallererst an entwurzelten Simbabwern austobt. »Wo sollen wir nur hin?«, fragt ein verzweifelter Flüchtling. »Hier in Südafrika können wir nicht mehr bleiben, und wenn wir heimkehren, töten sie uns dort.«

Die Aids-Katastrophe, der Zusammenbruch in Simbabwe, die Treibjagd auf Einwanderer – Thabo Mbeki und seine Minister bekommen derzeit die Folgen einer Politik des fortgesetzten Leugnens und Verdrängens zu spüren. Zwei Jahre vor der Fußballweltmeisterschaft schlittert Südafrika in die schwerste Führungskrise seit dem Ende der Apartheid.

 
Leser-Kommentare
    • QUOTE
    • 20.05.2008 um 12:00 Uhr

    "Cormsa-Srecher Landau verlangt von der Regierung ein Umdenken: "Wir
    brauchen eine pragmatische Einwanderungspolitik, die beides
    berücksichtigt: unsere Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften
    und die Unmöglichkeit, den Flüchtlingsstrom ohne massive
    Menschenrechtsverletzungen zu stoppen"
    http://www.spiegel.de/pol...Hallo???Südafrika - mit seiner riesigen Masse an armen, BILLIGEN Arbeitskräften ist ABHÄNGIG von AUSLÄNDISCHEN ARBEITSKRÄFTEN?Warum?Weil die Flüchtlinge aus Simbabwe offenbar NOCH ÄRMER UND BILLIGER SIND als die Ghetto-Bewohner?!Billiger, billiger, BILLIGER...die Spirale der Verelendung der Massen dreht sich überall, hier vielleicht noch etwas langsamer als dort, aber sie dreht sich überall in die gleiche Richtung - merkt eigentlich keiner, was für ein Irrsinn hier abläuft?(Und erzähle mir hier keiner, daß die Slumjugend Flüchtlinge verbrennt, weil irgendwo in Kapstadt ein paar ausländische Ingenieure arbeiten - das geht aus den Berichten nicht hervor! Die Leute gehen auf die Barrikaden, weil sie die Flüchtlinge UNMITTELBAR als Konkurrenten begreifen.)

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    Sie schreiben was von Verelendung und "bösen" Unternehmen.
     
    Frage: Warum ist in Staaten, in denen Markwirtschaft und Freiheit am besten funktionieren, die geringste Verelendung zu konstatieren? Warum ist gerade dort die Bildung auf dem höchsten Stand? Warum haben die Chinesen den Marxismus nur noch als Lippenbenkenntnis und praktisch aufgegeben  und werden wohl in eine freiheitliche Ordnung münden? Warum ist in Staaten, in denen kaum Freiheit herrscht, eine miserable wirtschaftliche Entwicklung? Warum haben die arabischen muslimischen Staaten zusammen ein geringeres BIP als Spanien trotz viel größerer Bevölkerungszahl?  Warum ist aus einem blühenden Rhodesien ein heruntergewirtschaftetes Simbabwe geworden? Und, und, und!

    Sie schreiben was von Verelendung und "bösen" Unternehmen.
     
    Frage: Warum ist in Staaten, in denen Markwirtschaft und Freiheit am besten funktionieren, die geringste Verelendung zu konstatieren? Warum ist gerade dort die Bildung auf dem höchsten Stand? Warum haben die Chinesen den Marxismus nur noch als Lippenbenkenntnis und praktisch aufgegeben  und werden wohl in eine freiheitliche Ordnung münden? Warum ist in Staaten, in denen kaum Freiheit herrscht, eine miserable wirtschaftliche Entwicklung? Warum haben die arabischen muslimischen Staaten zusammen ein geringeres BIP als Spanien trotz viel größerer Bevölkerungszahl?  Warum ist aus einem blühenden Rhodesien ein heruntergewirtschaftetes Simbabwe geworden? Und, und, und!

    • marxo
    • 20.05.2008 um 12:22 Uhr

    Der Artikel erweckt den Eindruck, als würde zwangsläufig jede Gesellschaft in Krisenzeiten Pogrome veranstalten. Das ist eine Rationalisierung. In Südafrika waren und sind auch und insbesondere kurz nach der Apartheid Hexenjagden ein gewaltiges Problem, dem bislang mehrere Tausend Menschen zum Opfer gefallen sind. Das Lynchen und Brandschatzen wird trainiert, war bereits vorher als Mittel der "politischen" Aktion fest verankert, ebenso wie in Deutschland das Anzünden von Ausländerheimen nicht aus ein bisschen Arbeitslosigkeit erklärt werden kann. http://myblog.de/nichtide...

  1. Eigentlich schon komisch das der Artikel zwar schnell die Schuld bei der Regirung findet aber den Westen komplett daraus hält, es sit ja ein Afrikanisches Problem so das wir ja keinen Einfluch daraf haben.Das es eigenltich westliche Firman sind die die Arbeitskräfte nun mal danach einstellen wer billiger arbeitet,seint niemanden zu interesieren. Auch das grade die Armen Länder in Afrika immer wieder vor der WTO für Schutzzölle eingetreten sind um ihre noch unstabilen Wirtschaften vor den westlichen Preistreibern zu schützen und der westen dieses abgelehnt hat wird auch nicht erwähnt. so wird es wohl weiter gehen das Südafrika eins der weniger Länder ist die auch nur ein bisschen Reichtum abgekrigt haben und deshalb vielen als letzte Rettung erscheinen, und das durch den Arbeitsmarkt, in dem Firmen auch noch die letzten Gehälter billig drüken können da ja die Arbeiter fast zu jeglichen Löhnen arbeiten, sichergestellt ist das vile der westlichen Firmen dort Arbeitsintensivefabrikationen ansideln und so weiterhin für einen bescheidenen Wohlstand sorgen und für sich weiterhin steigende Gewinne verbuchen können. Da ja hierzulande immer noh eher das produkt gekauft wird was dann halt doch gantz 1-2 Cent billiger ist. 

  2. sollte in Betrachtung ziehen, dass es erlernbar ist, einen Staat zu regieren. Die kulturelle Besonderheit ist, so glaube ich, dabei allenfalls ein marginales Problem insoweit, als das operational-abstrakte Denken (Jean Piaget) noch nicht in allen Bevölkerungsschichten sich durchgesetzt haben könnte.

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    An Bösartigkeit und Naivität unübertroffen: Ihre Draufsicht, dass es erlernbar ist, einen Staat zu regieren. Die kulturelle Besonderheit ist, so glaube ich, dabei allenfalls ein marginales Problem insoweit, als das operational-abstrakte Denken (Jean Piaget) noch nicht in allen Bevölkerungsschichten sich durchgesetzt haben könnte.Was verleitet Sie bitte zu der Annahme, das einzige Problem sei die Durchsetzung operational-abstrakten Denkens?

    An Bösartigkeit und Naivität unübertroffen: Ihre Draufsicht, dass es erlernbar ist, einen Staat zu regieren. Die kulturelle Besonderheit ist, so glaube ich, dabei allenfalls ein marginales Problem insoweit, als das operational-abstrakte Denken (Jean Piaget) noch nicht in allen Bevölkerungsschichten sich durchgesetzt haben könnte.Was verleitet Sie bitte zu der Annahme, das einzige Problem sei die Durchsetzung operational-abstrakten Denkens?

  3. Sie schreiben was von Verelendung und "bösen" Unternehmen.
     
    Frage: Warum ist in Staaten, in denen Markwirtschaft und Freiheit am besten funktionieren, die geringste Verelendung zu konstatieren? Warum ist gerade dort die Bildung auf dem höchsten Stand? Warum haben die Chinesen den Marxismus nur noch als Lippenbenkenntnis und praktisch aufgegeben  und werden wohl in eine freiheitliche Ordnung münden? Warum ist in Staaten, in denen kaum Freiheit herrscht, eine miserable wirtschaftliche Entwicklung? Warum haben die arabischen muslimischen Staaten zusammen ein geringeres BIP als Spanien trotz viel größerer Bevölkerungszahl?  Warum ist aus einem blühenden Rhodesien ein heruntergewirtschaftetes Simbabwe geworden? Und, und, und!

    Antwort auf "Irrsinn!!!"
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    • ali-ch
    • 20.05.2008 um 14:37 Uhr

    Wenn ich das Wörtchen "Freiheit" lese, dann frage ich mich immer:
    Freiheit? Wessen Freiheit? Die Freiheit, etwas (was?) zu tun? Die Freiheit, etwas zu lassen? (Sicher wohl nicht: Luxemburgs "Freiheit der Anderen"; das wäre ja kommunistisch.)
    Oder ist doch nur die neoliberale Freiheit gemeint? Also die von Anstand und Skrupeln und Mitgefühl? Und die Freiheit von Dankbarkeit, dass man selbst etwas mehr Glück gehabt hat als andere?

    Gegenfrage:Wenn nach Ihrer Meinung, Demokratie
    westlicher Prägung und freie Marktwirtschaft das Heilmittel gegen Armut
    und Verelendung einer Gesellschaft ist, dann frage ich Sie, wieso funktioniert dieses
    Heilmittelexperiment zum größten Teil in vielen Staaten nicht? Ich
    nenne Ihnen gern zwei Beispiele:- Braslien und- IndienDie Armut und Verelendung der Bevölkerung in dieser beiden Staaten sind
    imens. Mit dem Heilmittel doktern sie schon seit mehere Jahrzehnten
    herum. Es ist daher schon verwunderlich, dass China in wesentlich
    kürzerer Zeit ökonomisch Brasilien sowie Indien einge- und überholt
    hat. Vielleicht liegt es daran, dass das operational-abstraktes Denken den Chinesen liegt. ;-) 

    • ali-ch
    • 20.05.2008 um 14:37 Uhr

    Wenn ich das Wörtchen "Freiheit" lese, dann frage ich mich immer:
    Freiheit? Wessen Freiheit? Die Freiheit, etwas (was?) zu tun? Die Freiheit, etwas zu lassen? (Sicher wohl nicht: Luxemburgs "Freiheit der Anderen"; das wäre ja kommunistisch.)
    Oder ist doch nur die neoliberale Freiheit gemeint? Also die von Anstand und Skrupeln und Mitgefühl? Und die Freiheit von Dankbarkeit, dass man selbst etwas mehr Glück gehabt hat als andere?

    Gegenfrage:Wenn nach Ihrer Meinung, Demokratie
    westlicher Prägung und freie Marktwirtschaft das Heilmittel gegen Armut
    und Verelendung einer Gesellschaft ist, dann frage ich Sie, wieso funktioniert dieses
    Heilmittelexperiment zum größten Teil in vielen Staaten nicht? Ich
    nenne Ihnen gern zwei Beispiele:- Braslien und- IndienDie Armut und Verelendung der Bevölkerung in dieser beiden Staaten sind
    imens. Mit dem Heilmittel doktern sie schon seit mehere Jahrzehnten
    herum. Es ist daher schon verwunderlich, dass China in wesentlich
    kürzerer Zeit ökonomisch Brasilien sowie Indien einge- und überholt
    hat. Vielleicht liegt es daran, dass das operational-abstraktes Denken den Chinesen liegt. ;-) 

  4. Fortführung von Kommentar by Flieger 51
    Ehemalige Kolonien: Und warum haben wir einerseits Tiegerstaaten und andereseits unterentwickelte Länder?
    An der EU allein kann es ja wohl nicht liegen. Die Eu hat schließlich auch ein Interesse daran, dass sich der Gemeinsame Markt über Exportwaren weiterhin finanziert.  
     

    • ali-ch
    • 20.05.2008 um 14:37 Uhr

    Wenn ich das Wörtchen "Freiheit" lese, dann frage ich mich immer:
    Freiheit? Wessen Freiheit? Die Freiheit, etwas (was?) zu tun? Die Freiheit, etwas zu lassen? (Sicher wohl nicht: Luxemburgs "Freiheit der Anderen"; das wäre ja kommunistisch.)
    Oder ist doch nur die neoliberale Freiheit gemeint? Also die von Anstand und Skrupeln und Mitgefühl? Und die Freiheit von Dankbarkeit, dass man selbst etwas mehr Glück gehabt hat als andere?

    Antwort auf "Verelendund?"
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    ist nicht kommunistisch, nur weil es Frau Luxemburg gesagt hat, sondern Freiheit des andern ist vor allem voltairisch. 
     
    Wirschaftliche Freiheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Freiheit in einem Staat. Wie die kommunistische Freiheit ausgesehen hat und noch aussieht,  ist allseits bekannt.
     
    Im Übrigen war der erste große Theoretiker der wirschaftlichen Freiheit, Adam Smith, von Berufs wegen Moraphilosoph.
     
    Er hat vor dem Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations  (Eine Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker)  das Buch The Theory of Moral Sentiments (Theorie der ethischen Gefühle) geschrieben. In "Sentiments" vertrat Adam Smith eine auf Symathie basierte Moraltheorie, die im Gegensatz zur auf Vernunft basierten Moraltheorie Kants (Kritik der praktischen Vernunft) steht.
     
    Das späteres ökonomische Werk Smith', "An Inquiry...", steht nicht im Gegensatz zu seinem früheren "Sentiments".
     
    Es gibt auch heute wenige, die den schrankenlosen Kapitalismus predigen. Hier würde vielleicht mal ein Blick in die Werke der Ordoliberalen, z.B. der Freiburger Schule, auf die sich Ludwig Erhard u.a. stützte, nützen.
     
    Auch bei Miton Friedman, einem der Väter dessen, was man heute Neoliberalismis nennt, kann man nicht in die Schublade des selbstzweckhaften Egoismus stecken. Denn dessen Überzeugung war, dass ein sehr liberales Wirtschaftssystem die politischen und sozialen Probleme eines Staates bzw. einer Gesellschaft am ehesten lösen würde. Als auch er hatte, wie schon Adam Smith und viele andere liberale Ökonomen, einen moralisch konstruktiven Anspruch.
     
    Die ökonomischen Liberalen in die moralische Schmuddelecke zu stecken ist eigentliche nur mit Unkenntnis oder Bösartigkeit zu erklären.
     

    ist nicht kommunistisch, nur weil es Frau Luxemburg gesagt hat, sondern Freiheit des andern ist vor allem voltairisch. 
     
    Wirschaftliche Freiheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Freiheit in einem Staat. Wie die kommunistische Freiheit ausgesehen hat und noch aussieht,  ist allseits bekannt.
     
    Im Übrigen war der erste große Theoretiker der wirschaftlichen Freiheit, Adam Smith, von Berufs wegen Moraphilosoph.
     
    Er hat vor dem Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations  (Eine Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker)  das Buch The Theory of Moral Sentiments (Theorie der ethischen Gefühle) geschrieben. In "Sentiments" vertrat Adam Smith eine auf Symathie basierte Moraltheorie, die im Gegensatz zur auf Vernunft basierten Moraltheorie Kants (Kritik der praktischen Vernunft) steht.
     
    Das späteres ökonomische Werk Smith', "An Inquiry...", steht nicht im Gegensatz zu seinem früheren "Sentiments".
     
    Es gibt auch heute wenige, die den schrankenlosen Kapitalismus predigen. Hier würde vielleicht mal ein Blick in die Werke der Ordoliberalen, z.B. der Freiburger Schule, auf die sich Ludwig Erhard u.a. stützte, nützen.
     
    Auch bei Miton Friedman, einem der Väter dessen, was man heute Neoliberalismis nennt, kann man nicht in die Schublade des selbstzweckhaften Egoismus stecken. Denn dessen Überzeugung war, dass ein sehr liberales Wirtschaftssystem die politischen und sozialen Probleme eines Staates bzw. einer Gesellschaft am ehesten lösen würde. Als auch er hatte, wie schon Adam Smith und viele andere liberale Ökonomen, einen moralisch konstruktiven Anspruch.
     
    Die ökonomischen Liberalen in die moralische Schmuddelecke zu stecken ist eigentliche nur mit Unkenntnis oder Bösartigkeit zu erklären.
     

  5. ist nicht kommunistisch, nur weil es Frau Luxemburg gesagt hat, sondern Freiheit des andern ist vor allem voltairisch. 
     
    Wirschaftliche Freiheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Freiheit in einem Staat. Wie die kommunistische Freiheit ausgesehen hat und noch aussieht,  ist allseits bekannt.
     
    Im Übrigen war der erste große Theoretiker der wirschaftlichen Freiheit, Adam Smith, von Berufs wegen Moraphilosoph.
     
    Er hat vor dem Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations  (Eine Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker)  das Buch The Theory of Moral Sentiments (Theorie der ethischen Gefühle) geschrieben. In "Sentiments" vertrat Adam Smith eine auf Symathie basierte Moraltheorie, die im Gegensatz zur auf Vernunft basierten Moraltheorie Kants (Kritik der praktischen Vernunft) steht.
     
    Das späteres ökonomische Werk Smith', "An Inquiry...", steht nicht im Gegensatz zu seinem früheren "Sentiments".
     
    Es gibt auch heute wenige, die den schrankenlosen Kapitalismus predigen. Hier würde vielleicht mal ein Blick in die Werke der Ordoliberalen, z.B. der Freiburger Schule, auf die sich Ludwig Erhard u.a. stützte, nützen.
     
    Auch bei Miton Friedman, einem der Väter dessen, was man heute Neoliberalismis nennt, kann man nicht in die Schublade des selbstzweckhaften Egoismus stecken. Denn dessen Überzeugung war, dass ein sehr liberales Wirtschaftssystem die politischen und sozialen Probleme eines Staates bzw. einer Gesellschaft am ehesten lösen würde. Als auch er hatte, wie schon Adam Smith und viele andere liberale Ökonomen, einen moralisch konstruktiven Anspruch.
     
    Die ökonomischen Liberalen in die moralische Schmuddelecke zu stecken ist eigentliche nur mit Unkenntnis oder Bösartigkeit zu erklären.
     

    Antwort auf "Freiheit?"
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    • ali-ch
    • 20.05.2008 um 15:49 Uhr

    ... in die moralische Schmuddelecke zu stecken ist eigentliche nur mit Unkenntnis oder Bösartigkeit zu erklären.
    Nach so vielen Jahren INSM-Volksaufklärung beginnen eben selbst wir einfache Bürger zu lernen. Auch ein trickle-down-Effekt, nicht wahr.
    Aber über Ihren Freiheitsbegriff bin ich mir immer noch im Unklaren.
     

    • cs
    • 21.05.2008 um 9:39 Uhr

    ... propagieren doch diesen amoralischen Egozentrismus, wie ihn z. B.  Herr Westerwelle demonstriert, ohne Rücksicht auf soziale oder sonstwelche Folgen! Ganz egal, wie laut den "Herdentrib'lern" liberal etc. irgendwann früher in irgendwelchen Lehrbüchern definiert worden sein mag.

    • ali-ch
    • 20.05.2008 um 15:49 Uhr

    ... in die moralische Schmuddelecke zu stecken ist eigentliche nur mit Unkenntnis oder Bösartigkeit zu erklären.
    Nach so vielen Jahren INSM-Volksaufklärung beginnen eben selbst wir einfache Bürger zu lernen. Auch ein trickle-down-Effekt, nicht wahr.
    Aber über Ihren Freiheitsbegriff bin ich mir immer noch im Unklaren.
     

    • cs
    • 21.05.2008 um 9:39 Uhr

    ... propagieren doch diesen amoralischen Egozentrismus, wie ihn z. B.  Herr Westerwelle demonstriert, ohne Rücksicht auf soziale oder sonstwelche Folgen! Ganz egal, wie laut den "Herdentrib'lern" liberal etc. irgendwann früher in irgendwelchen Lehrbüchern definiert worden sein mag.

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