ChinaDas wahre China

Die allermeisten Chinesen leben heute besser und würdevoller als vor ein paar Jahren.

Es ist paradox: Je mehr sich China öffnet und der Weltwirtschaft anpasst, desto schrecklicher erscheint vielen im Westen sein wirtschaftliches System. Statt genau hinzuschauen und des schwer erarbeiteten Fortschritts gerade auch der unterprivilegierten Gesellschaftsschichten gewahr zu werden, stellt man sich China mit postindustrieller Arroganz als eine frühkapitalistische Hölle vor.

Die Klage wird gegen einen asiatischen Manchesterkapitalismus geführt, in dem die Menschen rücksichtslos ausgebeutet werden, Kinderarbeit zum Alltag gehört, Kranke nicht versorgt und Löhne verweigert werden, wo die Sicherheit am Arbeitsplatz bewusst aufs Spiel gesetzt wird. Man spricht von einem unerschöpflichen Heer chinesischer Arbeitskräfte, das sich dem Kapital andient, keine eigenen Forderungen stellt oder gar Rechte verlangt. Dieses Gemisch aus brutaler Gewalt des Kapitals und proletarischer Duckmäuserei halten manche in den Zeiten der Globalisierung für so explosiv, dass es eines Tages auch unsere soziale Marktwirtschaft sprengen könnte.

Doch Chinas Wirtschaftsentwicklung ist menschlicher, als es sich die meisten vorstellen. Zwar hat die Modernisierung, die das Land gerade durchläuft, viele grausame Seiten, die es ohne Rücksicht anzuprangern gilt. Ein Beispiel dafür sind Zigtausende Opfer in den maroden Bergbauminen, allein 3786 wurden im Jahr 2007 offiziell bekannt. Aber das kann nicht über die vielen Fortschritte hinwegtäuschen. China erlebt eine Explosion unternehmerischer Kreativität. In einem Jahrzehnt ist der von Privatunternehmen erwirtschaftete Anteil am chinesischen Bruttosozialprodukt von nur 7,37 Prozent auf stolze 65 Prozent gestiegen. Es sind 4,9 Millionen Privatunternehmen, die dem Land heute die Hoffnung auf einen schichtübergreifenden gesellschaftlichen Wohlstand geben.

Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder über Wanderarbeiter berichtet, ich bin mit ihnen in Bummelzügen von Peking in ihre ländliche Heimat gefahren, habe sie in den Spielzeugfabriken von Shenzhen besucht, habe ihre schwierige Rechtslage in Arbeitsprozessen studiert und ihre Familien besucht. Fast immer waren die Arbeiter Opfer von Rechtsverletzungen. Meistens ging es nur um unbezahlte Löhne und Überstunden. Als aber in einem Fall ein Arbeitgeber seinem illegal Angestellten aus der Provinz das Krankengeld nicht zahlen wollte und die Ärzte deshalb eine wichtige Operation verweigerten, da ging es auch schon einmal um Leben und Tod. Und dennoch: Ich habe in China ganz selten unglückliche Wanderarbeiter getroffen. Die allermeisten von ihnen stammten aus quasifeudalen Dorfverhältnissen und waren froh, ihnen entkommen zu sein. Sie waren stolz auf ihr weniges selbst verdientes Geld, weil ihre Eltern als Bauern noch viel weniger verdienten. Sie erzählten von den vielen kleinen Verbesserungen in ihrem Leben – etwa der Möglichkeit, den Ehepartner frei zu wählen, statt ihn wie früher auf dem Land von der Familie diktiert zu bekommen.

Hier liegt das große Problem vieler westlicher Moralisten mit China: Sie wollen einfach nicht anerkennen, dass die allermeisten Chinesen – allen voran die unterprivilegierten Wanderarbeiter – heute freier und würdevoller als noch vor ein paar Jahren leben. Allein in den Jahren von 2005 bis 2007 stiegen die Niedriglöhne in China um jeweils 30 Prozent. Warum freut sich kein westlicher Gewerkschafter darüber und sieht darin ein frühes Versprechen für eine wirklich internationale Arbeiterbewegung?

Der Trend zu höheren Löhnen und mehr Rechten für die Beschäftigten ist unumkehrbar. Bestes Indiz dafür ist das neue Arbeitsvertragsrecht. Seine historische Bedeutung: Erstmals können 800 Millionen Menschen – Chinas arbeitende Bevölkerung – ein eigenes Rechtsbewusstsein am Arbeitsplatz entwickeln. Und Ansätze für einen Sozialstaat gibt es in China heute überall. So unkommunistisch sind die Kommunisten noch nicht, als dass sie die Sprengkraft der Klassengegensätze im Kapitalismus komplett unterschätzen würden. Die neuen sozialen Trends in China widersprechen den vorschnellen Thesen westlicher Globalisierungskritiker, nach denen in der Volksrepublik eine unbegrenzte Zahl zahmer Arbeitskräfte zur Verfügung stehe, die sich von den globalen Konzernen beliebig auspressen ließen, um ihren Kollegen in den Industrieländern die Arbeit wegzunehmen.

Diese Angst ist bislang unbegründet. Zwischen 2001 und 2006 wurden laut Statistischem Bundesamt nur 188.000 Stellen aus Deutschland ins Ausland verlagert, davon der größte Teil innerhalb der EU. Zwar erwirtschaftete China zuletzt einen bilateralen Handelsüberschuss von 21 Milliarden Euro – doch führt das Land hauptsächlich Produkte wie Textilien nach Deutschland aus, die hier ohnehin nicht mehr hergestellt werden. Hingegen stammen die deutschen Exporte nach China im Wert von zuletzt 27,5 Milliarden Euro zumeist aus arbeitsintensiven Branchen wie dem Maschinen- und Automobilbau. Mit anderen Worten: China ist kein Jobkiller, sondern das Gegenteil – ein Arbeitsbeschaffer.

Das wird auch so bleiben. Nicht von ungefähr schreibt der frühere Chef der amerikanischen Zentralbank, Alan Greenspan, China die entscheidende Rolle bei der Schaffung von globalem Wohlstand zu. »Wie die Welt 2030 aussieht«, hängt für Greenspan von China ab. »Wenn China weiter den freien Marktkapitalismus fördert, wird es die Welt zu einem neuen Wohlstandsniveau bringen«, schreibt er in seinen Memoiren.

Doch kein deutscher Regierungspolitiker würde heute öffentlich Ähnliches sagen. Stattdessen macht Berlin Peking zum ökonomischen Sündenbock. Man wirft den Chinesen »Technologieklau« vor und hat den Schutz geistigen Eigentums zum wichtigsten bilateralen Thema erklärt.

Der Verdacht des Populismus liegt hier nahe. China hat das höchste Wirtschaftswachstum und die größte Bevölkerung der Welt. Deutschland ist Exportweltmeister und war im Jahr 2007 immer noch drittgrößte Volkswirtschaft knapp vor China. Nur zu leicht lässt sich in dieser weltwirtschaftlichen Konstellation der Aufstieg Chinas als Abstieg Deutschlands deuten. Viele lassen sich deshalb umso leichter einreden, die Chinesen würden den Deutschen ihren Reichtum wegnehmen. Da muss die Politik nur die entsprechenden Signale senden – zum Beispiel die Wörter Transrapid und Technologieklau in einem Satz verwenden. Jeder Deutsche weiß dann, wer der böse Gewinner und wer der gute Verlierer ist – auch wenn die Deutschen gerade beim Transrapid froh sein können, dass sich China für diese anderswo unverkäufliche Technik entschieden hat.

Ich habe Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihren beiden Chinabesuchen begleitet und musste in ihrem Delegationskreis wiederholt solch unausgegorener Chinakritik zuhören, von Vertrauen in die bisherige deutsch-chinesische Zusammenarbeit keine Spur. Selbstbewusst wirkte das nicht. Leitete die Verantwortlichen der Wunsch, sich für die Wirtschafts- und Reformprobleme in Deutschland einen Verantwortlichen in weiter Ferne zu suchen, der sich gegen diesen Schuldspruch nicht wehren kann?

Kleinkariert und kurzsichtig ist das deutsche Denken über die chinesische Wirtschaft, zumal zum Jammern gar kein Grund besteht. Auch nicht auf Ebene der EU: Immerhin haben sich die europäischen Exporte nach China seit 2000 verdoppelt. Europäische Firmen haben 2006 in China 134 Milliarden Dollar umgesetzt. Dort winken ihnen 400 Millionen neue Mittelschichtskunden. Unvermeidlich ist der Trend sowieso. Die 1,3 Milliarden Chinesen werden nie wieder Habenichtse wie im vergangenen Jahrhundert sein. Nur wenn sie noch viel reicher als heute werden, können sie auch effektiv zur Lösung globaler Probleme wie des Klimawandels beitragen. Nur darauf können die Deutschen sinnvoll hoffen und hinwirken.

Der Aufsatz ist aus dem neuen Buch: Georg Blume: China ist kein Reich des Bösen
Edition Körber- Stiftung, Hamburg 2008; 110 S., 10 €

 
Leserkommentare
    • colca
    • 04.06.2008 um 11:17 Uhr
    1. Nanu?

    Schon lange habe ich keinen so differenzierten Artikel über China gelesen - sachkundig, unideologisch und ausgewogen. Gut so, mehr davon bitte.Herr Blume ist einer der wenigen Lichtblicke in diesem Blatt, jemand, der seine Arbeit noch ernst nimmt.Deshalb meine Bitte - mehr Schmidt und Blume, dafür weniger Thumann, Fischer und Joffe in Ihrem Blatt. Dann wird das mit dem journalistischen Niveau auch wieder besser...

    • ali-ch
    • 04.06.2008 um 11:25 Uhr
    2. #1

    *g*
    Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl!

    • ali-ch
    • 04.06.2008 um 11:37 Uhr

    Ich hätte ja mehr Zutrauen zu den Aussagen des Artikels, wenn er nicht den Satz "dass es eines Tages auch unsere soziale Marktwirtschaft sprengen könnte." enthalten würde. Die Soziale Marktwirtschaft ist bereits gesprengt, und zwar schon seit vielen Jahren.
    Richtig ist allerdings, dass daran nicht Chinesen, schon gar nicht die Chinesen Schuld sind. Das haben die Deutschen - na ja, einige Deutsche - schon ganz gut allein hingekriegt. (Ich denke da etwa an die INSM: Keine Marktwirtschaft, schon gar keine Soziale, sondern etwas Neues!)
     

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Anonym
    • 04.06.2008 um 11:55 Uhr

    mit Hauen und Stechen, oder gar eine freie Marktwirtschaft, wie in Deutschland allerorten? Frei kann eigentlich nur der Mensch sein, der seinen Bedarf von seinem eigenen Geld, woher und durch was der Erwerb zustande kam, bewerkstelligen kann. Dies wird in anderen Ländern, zumindest in Europa nicht andes sein, auch nicht in der schönen Schweiz. Der regulierte Markt wurde dort durch einen Herrn Denner in den späten 70ern aufgewirbelt. Leider wird man hier wie da, immer mit einer Dunkelziffer rechnen müssen. Sie wird nur namentlich anders benannt.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    • Anonym
    • 04.06.2008 um 11:55 Uhr

    mit Hauen und Stechen, oder gar eine freie Marktwirtschaft, wie in Deutschland allerorten? Frei kann eigentlich nur der Mensch sein, der seinen Bedarf von seinem eigenen Geld, woher und durch was der Erwerb zustande kam, bewerkstelligen kann. Dies wird in anderen Ländern, zumindest in Europa nicht andes sein, auch nicht in der schönen Schweiz. Der regulierte Markt wurde dort durch einen Herrn Denner in den späten 70ern aufgewirbelt. Leider wird man hier wie da, immer mit einer Dunkelziffer rechnen müssen. Sie wird nur namentlich anders benannt.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    • dalong
    • 04.06.2008 um 11:38 Uhr

    Die allermeisten Chinesen leben heute besser und würdevoller als vor ein paar Jahren -das kann ich zustimmen aus meiner eigenen Erfahrungen. Ich konnte in April meine Verwandten und Freunden in Shanghai und Jiangsu Provinz besuchen und konnte dabei einige positive Änderungen in China festestellen. z.B.: die Luft in Shanghai ist zwar immer noch wesentlich schlechter als hier in Deutschland, aber viel besser als vor 5 Jahren. Immer mehr Menschen können sich eigene Wohnung leisten. Auf der Strasse fahren immer mehr private chinesische Autos. Die Qualität von Lebensmittel ist deutlich besser als ein paar Jahren. Und viele jungen Menschen machen Urlaub.In China gibt es immer noch sehr viele Probleme wie soziale Ungerechtigkeit und Armut... Leute schimpfen noch recht viel auf die Regierung wegen Korruption und unsoziale Politik in China. Aber die gesamte Stimmung, dass es allen besser geht, war einduetig zu spüren.

    • Anonym
    • 04.06.2008 um 11:54 Uhr

    Sehr geehrte Redaktion,
    da mich die andauernde China Beweihräucherung einerseits, und auf der anderen Seite das Schlechtmachen von Tibet, dem Dalai Lama und dem Buddhismus, schon etwas nervt, bitte ich Sie mir eine Zeitschrift zu empfehlen wo das zum Ausgleich vielleicht einmal umgekehrt ist.
     
    Laut vielen Zeit Forum Usern wird China ja in der Presse nur schlecht gemacht und der Dalai Lama nur in den Himmel gehoben.
    Ich habe im Großteil der deutschsprachigen Presse aber nur wirtschaftsgeile Berichterstattungen gelesen, die sich voll hinter jedwege Handy, Laptop und Bussinesclass Klientel stellt und den Libertärismus zur neuen Gottheit erhoben hat.
     
    Also liebe Redaktion, wenn Sie vielleicht eine Zeitschrift kennen, die die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt, Religion nicht sofort mit Feudalismus in Verbindung bringt und Tibet nicht nur am Bruttosozialprodukt misst, wäre ich Ihnen sehr verbunden.
     
    Liebe Grüße
    Silbergarude
     
    P.S: Mich würde noch interessieren wieviel der Wanderarbeiter Georg Blume so in China verdient, vielleicht zahlt es sich ja aus dort zu arbeiten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Anonym
    • 04.06.2008 um 12:08 Uhr

    wo es zugelassen wird, darüber nachzudenken, ob denn die Angaben ausgewogen dargelegt werden.Wirtschaft, die eine Seite, das andere Spektrum, zumeist die Politik und die Behandlung und Verfolgung von Menschen bleibt eben so außen vor, wie die Warnungen von Experten zum Bau von Staudämmen, an den dafür vorgesehenen Standorten. Manche Katasthropen in der Natur, werden durch die Handlungsweise von Menschen, geradezu herausgefordert, wie in China nicht anders.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    lieber "silbergaruda",
    Sie wirken auf mich doch etwas unduldsam und wenig buddhistisch. Aber das sei Ihnen unbenommen. Ich schätze den Dalai Lama wegen seiner gelungenen und wirkungsvollen, bescheiden erscheinenden Auftritte durchaus sehr. Religiös bin ich christlich, abgesehen losgelöst vom meist "mäßigen Bodenpersonal".  
    Aber:  Wir sind in einem demokratischen Staat und da muss man mit Daten und Fakten leben. Und Ansichten gibt es hierzulande von extrem links bis extrem rechts und in allen Schattierungen dazwischen. Fakt ist, dass in China die Menschenrechte noch unterentwickelt sind,  ja oft dagegen unnötigerweise verstossen wird. Auch in Tibet. Wer immer die kürzlichen Unruhen zu verantworten hat oder auslöste. Fakt ist auch, dass China Tibet mehr Achtung, Autonomie, mehr eigene Kultur, Bauwerke, Lebensart, Religion, regionale Besonderheiten zugestehen sollte. Das fordern übrigens sehr viele in Leserbriefen und diskussionsfornen, auch solche, die die Zustände vor 1950 sehr kritisieren, wie auch ich. Umgekehrt sollten die Tibeter in der Ansiedlung von HAN-Chinesen keine Bedrohung sehen. Es sind nach meinen Beobachtungen einfache und arbeitsame Leute, die froh sind, wenn man sie in Ruhe lässt.  Auch wir, denken Sie an Städte wie Hamburg, Berlin, München und Frankfurt, müssen uns von alten Gewohnheiten aus den 20er und 30er Jahren lösen. Ich habe noch im Ohr die erbärmlichen, spöttischen, herablassenden Äußderungen Deutscher aus meist konservativen Milieus, die über Multikulti herziehen. Ich habe mit Ausländern sehr sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt dort, wie bei uns, eine Riesenmehrheit fleißiger und guter Menschen und dann eine kleine Minderheit ( vielleicht 3 %, geschätzt ), denen man nicht bei Nacht begegnen möchte. 
    Zu Tibet: Auch wenn es ihnen schwer fällt, das zu zu geben: Dass die gesellschaftlichen Zustände im Tibet vor 1950 sehr rückständig und für die breite Bevölkerung sehr schlecht waren. Es gibt ja nicht nur den Heinrich Harrer, der das alte Tibet, warum auch immer, schönfärberisch verklärte. Es gibt auch andere, allerdings weniger bekannte Kenner in Westeuropa, deren Urteil "zählt". Allein die vielen Europäer die vor, während und nach dem 1. Weltkrieg, in der Zeit 1918 - 39, während des 2. Weltkrieges und danach bspw in Indien lebten und arbeiteten. Es sind nicht wenige. Und viele haben sich auch in Tibet umgesehen.  Will damit sagen: Es gibt ehrliche und verläßliche Zeugen. Man ist nicht nur auf die chin. Nachrichtenagentur angewiesen, die man ja als "Partei" (parteiisch, einseitig) ansehen könnte. Und es gibt Leute, die in Asien, wo auch immer geboren wurden und teilweise heute mit deutschem Pass hier leben. Leuter aus Nepal, aus Bhutan, aus Indien, Bangladesh und auch Chinesen. Was aber noch wichtiger ist: Dalai Lama hat mehrfach gesagt, man wolle  n i c h t  zu den Zuständen vor 1950 zurück ( ist das nicht ein Eingeständnis??) und er hat auch explizit erklärt, dass vieles, was vorher war, schlecht oder sehr schlecht gewesen sei. Also, was sollen wir uns um des Kaisers Bart streiten?
    Ich hätte kein Problem damit, wenn bspw die Türken den Islamismus  bzw Reislamisierung wollen würden, könnte ich das nur bedauern. Wenn in Tibet, das Volk die alten Zustände wieder herbeiwünschen würde, würde ich dies ebenfalls sehr bedauern. Aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wenn also irgendwelche Kleinbauern wieder Diener von Mönchen sein wollten und auch Fron erbringen wollten, dann sei es so??
    Aber man sollte das Volk fragen, informieren, aufklären über alle Wenn und Aber und dann selbst entscheiden lassen.
    Ich wünschte mir, weltweit, freiheitliche, explizit säkulare Staaten, in denen der Einfluß der Religion nur auf das Private beschränkt bliebe. Denn Staat und Kirche sollten klar und konsequent getrennt werden. Auch in Europa fällt dies vielen sehr schwer. Warum?  Die Kirchen verteidigen ihre Privilegien, die auch Geld, Macht und Einfluß bedeuten mit noch viel mehr Energie als beispielsweise meine ev. Kirche ihren Buß- und Bettag.
     

    Curator

    • Anonym
    • 04.06.2008 um 12:08 Uhr

    wo es zugelassen wird, darüber nachzudenken, ob denn die Angaben ausgewogen dargelegt werden.Wirtschaft, die eine Seite, das andere Spektrum, zumeist die Politik und die Behandlung und Verfolgung von Menschen bleibt eben so außen vor, wie die Warnungen von Experten zum Bau von Staudämmen, an den dafür vorgesehenen Standorten. Manche Katasthropen in der Natur, werden durch die Handlungsweise von Menschen, geradezu herausgefordert, wie in China nicht anders.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    lieber "silbergaruda",
    Sie wirken auf mich doch etwas unduldsam und wenig buddhistisch. Aber das sei Ihnen unbenommen. Ich schätze den Dalai Lama wegen seiner gelungenen und wirkungsvollen, bescheiden erscheinenden Auftritte durchaus sehr. Religiös bin ich christlich, abgesehen losgelöst vom meist "mäßigen Bodenpersonal".  
    Aber:  Wir sind in einem demokratischen Staat und da muss man mit Daten und Fakten leben. Und Ansichten gibt es hierzulande von extrem links bis extrem rechts und in allen Schattierungen dazwischen. Fakt ist, dass in China die Menschenrechte noch unterentwickelt sind,  ja oft dagegen unnötigerweise verstossen wird. Auch in Tibet. Wer immer die kürzlichen Unruhen zu verantworten hat oder auslöste. Fakt ist auch, dass China Tibet mehr Achtung, Autonomie, mehr eigene Kultur, Bauwerke, Lebensart, Religion, regionale Besonderheiten zugestehen sollte. Das fordern übrigens sehr viele in Leserbriefen und diskussionsfornen, auch solche, die die Zustände vor 1950 sehr kritisieren, wie auch ich. Umgekehrt sollten die Tibeter in der Ansiedlung von HAN-Chinesen keine Bedrohung sehen. Es sind nach meinen Beobachtungen einfache und arbeitsame Leute, die froh sind, wenn man sie in Ruhe lässt.  Auch wir, denken Sie an Städte wie Hamburg, Berlin, München und Frankfurt, müssen uns von alten Gewohnheiten aus den 20er und 30er Jahren lösen. Ich habe noch im Ohr die erbärmlichen, spöttischen, herablassenden Äußderungen Deutscher aus meist konservativen Milieus, die über Multikulti herziehen. Ich habe mit Ausländern sehr sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt dort, wie bei uns, eine Riesenmehrheit fleißiger und guter Menschen und dann eine kleine Minderheit ( vielleicht 3 %, geschätzt ), denen man nicht bei Nacht begegnen möchte. 
    Zu Tibet: Auch wenn es ihnen schwer fällt, das zu zu geben: Dass die gesellschaftlichen Zustände im Tibet vor 1950 sehr rückständig und für die breite Bevölkerung sehr schlecht waren. Es gibt ja nicht nur den Heinrich Harrer, der das alte Tibet, warum auch immer, schönfärberisch verklärte. Es gibt auch andere, allerdings weniger bekannte Kenner in Westeuropa, deren Urteil "zählt". Allein die vielen Europäer die vor, während und nach dem 1. Weltkrieg, in der Zeit 1918 - 39, während des 2. Weltkrieges und danach bspw in Indien lebten und arbeiteten. Es sind nicht wenige. Und viele haben sich auch in Tibet umgesehen.  Will damit sagen: Es gibt ehrliche und verläßliche Zeugen. Man ist nicht nur auf die chin. Nachrichtenagentur angewiesen, die man ja als "Partei" (parteiisch, einseitig) ansehen könnte. Und es gibt Leute, die in Asien, wo auch immer geboren wurden und teilweise heute mit deutschem Pass hier leben. Leuter aus Nepal, aus Bhutan, aus Indien, Bangladesh und auch Chinesen. Was aber noch wichtiger ist: Dalai Lama hat mehrfach gesagt, man wolle  n i c h t  zu den Zuständen vor 1950 zurück ( ist das nicht ein Eingeständnis??) und er hat auch explizit erklärt, dass vieles, was vorher war, schlecht oder sehr schlecht gewesen sei. Also, was sollen wir uns um des Kaisers Bart streiten?
    Ich hätte kein Problem damit, wenn bspw die Türken den Islamismus  bzw Reislamisierung wollen würden, könnte ich das nur bedauern. Wenn in Tibet, das Volk die alten Zustände wieder herbeiwünschen würde, würde ich dies ebenfalls sehr bedauern. Aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wenn also irgendwelche Kleinbauern wieder Diener von Mönchen sein wollten und auch Fron erbringen wollten, dann sei es so??
    Aber man sollte das Volk fragen, informieren, aufklären über alle Wenn und Aber und dann selbst entscheiden lassen.
    Ich wünschte mir, weltweit, freiheitliche, explizit säkulare Staaten, in denen der Einfluß der Religion nur auf das Private beschränkt bliebe. Denn Staat und Kirche sollten klar und konsequent getrennt werden. Auch in Europa fällt dies vielen sehr schwer. Warum?  Die Kirchen verteidigen ihre Privilegien, die auch Geld, Macht und Einfluß bedeuten mit noch viel mehr Energie als beispielsweise meine ev. Kirche ihren Buß- und Bettag.
     

    Curator

    • Anonym
    • 04.06.2008 um 11:55 Uhr

    mit Hauen und Stechen, oder gar eine freie Marktwirtschaft, wie in Deutschland allerorten? Frei kann eigentlich nur der Mensch sein, der seinen Bedarf von seinem eigenen Geld, woher und durch was der Erwerb zustande kam, bewerkstelligen kann. Dies wird in anderen Ländern, zumindest in Europa nicht andes sein, auch nicht in der schönen Schweiz. Der regulierte Markt wurde dort durch einen Herrn Denner in den späten 70ern aufgewirbelt. Leider wird man hier wie da, immer mit einer Dunkelziffer rechnen müssen. Sie wird nur namentlich anders benannt.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    • Anonym
    • 04.06.2008 um 12:08 Uhr

    wo es zugelassen wird, darüber nachzudenken, ob denn die Angaben ausgewogen dargelegt werden.Wirtschaft, die eine Seite, das andere Spektrum, zumeist die Politik und die Behandlung und Verfolgung von Menschen bleibt eben so außen vor, wie die Warnungen von Experten zum Bau von Staudämmen, an den dafür vorgesehenen Standorten. Manche Katasthropen in der Natur, werden durch die Handlungsweise von Menschen, geradezu herausgefordert, wie in China nicht anders.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    Antwort auf "An die Redaktion!"
  1. Wenn ich sage dass mindestesn die Chinese, die in Grosse Stadt wohnen und Festjob haben , haben praktisch nicht schlecht leben momentan als Deutsche, wieviel Deutsche werden es glauben?

    " Es koennte sein." so werden Deutsche sagen , aber argwohlichen Blicken auf mich schweifelend. Sie glauben es eigentlich nicht,oder besser sagen sie es nicht glauebn wollen.

    Vor 5 Jahre werde ich auch so denken. Nur Tatsache ist Tatsache, man muss es gelten machen.

    letze jahre ging mein Freund in Krankenheit in China und hat da 2 Woche geblieben. Ich besuchte ihn und stellte fest dass chinesche krankenheit in grosse Stadt in Bezug auf Hardware besser als es in Deutschland. Er wohnete in eien 3 Bette Zimmer mit Klimaanlage und ein WG mit Dursche. Ich habe in Deutschland 2 mal in Krankenhaus gewohnte. Einmal in Staedtlich Krankenhaus, einmal in ein private Krankenhaus. Es war auch 3 Bett Zimmer, aber kein eigen WC und Dursche. Man teilen WC und Dursch in Flur mit viele andere Patient.

    Wir bleiben in Krankenhaus um was zu vergleichen. Wie viel verdient ein 40 jaehrige deutsche Artzt in Krankenhaus?

    Das weisste nicht jede Deutsche. Aber ich weisse genau, da ich in Deutschland Steuerrecht studiert habe in in Steuerberaterkanzlei Einkommeensteuererklaerung fuer Arzt gemacht habe.

    Ein deutsche 40 jaehrige angestellte Artzt in staedtlich Klinikum verdient durschnittlich 4000 Euro Brutto pro Monate. Wenn er nicht verheiratet ist,(Also Lhonsteuer klasse I) bleibt sein Gehalt nach Abzug von 4 Versischerung( Krankenversischerung, Rentversischerung, Pflegeversischerung, Arbeitlosversischerung, Solizuschlage) und Einkommensteuer ungefaehr 2400 Euro uebrig.

    Davon muss er Miete zahlen. Und wieviel? Mein heisse Miete in Frankfurt a. M. war 300 Euro. Das ist nur ein Zimmer Wohnung mit Kueche und Baden. Nur ein 40 Jehrige Artzt kann nicht wie frisch Absolvierte wie ich immer in solche Wohnug wohnen. Er braucht einigemassen Vernuenftigen Unterkunft. Ein Stock hoch ueber mein Wohnung ist ein Wohnung mit 70 MM grosse. Der Preis liegt bei 600 Euro. Schon, in Frankfurt a.M. ist Miete zu hoch, Sie werden sa sagen. Also rechnen wir 500 Euro.

    Nach Abzug von 500 Euro Miete hat unsere lieber Artz noch 1900 Euro. Er muss doch essen. Pro Tag 10 Euro ist doch nich zu viel. Dann hat er noch 1600 Euro vorhand.

    Als Student fuhr ich immer mit oeffentlichen Verkehrsmittel, aber mit Semesterticket. Aber ein Artzt braucht doch ein Auto, kein luxus, nur normal Verkehrsmittel. Fuer Ratzahlung, Benzin, Versischerung soll er 300 Euro ausgeben, das ist doch nicht zu viel.

    Tja , lieber Doktor hat jetzte noch 1300 Euro. Sein Urlaub,(er spart 100 euro pro monate), Klamote,(Artz soll anstaendige anziehen, jeden Monate 100 Euro), Kaffee,(3 Euro bei Sutzen, natuerlich Automat billge, nur 1 Euro), Kino,(8 Euro einmal, plus cola 3 euro, popcorn 3 euro) handy,(plus internet Anschluss daheim, 100 euro), Buecher(nicht viel, ein Monate ein Buch, 30 Euro, abgesehen Fachbuch, es sind viel teuer),Disco,(Er will doch auch schoen Frau haben, 15 Euro Ohne Getraenke), Zeitschrift Zeitung ( Spiegel, focus, WiWo, Stern,FAZ, Zeit, 20 Euro), und so was......

    Wenn lieber Doktor Eigenheim will, muss er Bausparkasse zahlen. Er koennte einige Versischeruung, zb, Rechtschutz, brauchen. Wenn er grosse LOiebe will, das wissen wir , es ist teuer.

    Alles von alle muss der Artz mit 1300 Euro zyrechtkommen. Und das ist wirklisch nur bescheidend Leben.

    Aber wievviel verdient ein angestellten 40 jarhrige chinesche Artzt von Krankenhaus. Ich sage Ihnen, nur von mein Arbi Klasse kommen 6 Artzt aus, plus 2 Artzt aus Famlie Freuden. Alle von Ihnen haben 2 vollbezhalte Eigentumswohnung, Auto sowieso, wenn sie wollen, koennen sie jeden Tag zu Restanrant gehen, die Einladung zu Tee, Kafee, disco, und irgend ander Vergenuegung hauefte auf den Tisch.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service