Leitwährung Ein Konkurrent für den Dollar

Der Euro war noch gar nicht da, da wurde schon über seine Rolle als internationale Währung spekuliert. Einige hofften – andere fürchteten –, dass dieser neue Konkurrent für den Dollar auch die ökonomische und politische Vormacht der USA brechen würde. Tatsächlich ist Europas Währung heute wichtig in der globalen Ökonomie. Gut 25 Prozent der Devisenreserven weltweit wurden 2006 in Euro gehalten. Darüber hinaus benutzt eine Reihe von Ländern den Euro als Ankerwährung. Sie orientieren also den Wert ihres eigenen Geldes am großen Nachbarn Euroland. Der enorme Kursverfall des Dollar hat die Bedeutung des Euro zuletzt noch mal steigen lassen.

Allerdings ist der Greenback, weltweit gesehen, immer noch die Nummer eins. Er kommt bei den Devisenreserven auf knapp 65 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass viele asiatische Länder Dollarreserven angehäuft haben, um ihre Währung gegenüber dem Greenback billig zu halten und so den Export in die USA anzukurbeln. Die Popularität des Dollar dürfte auch mit der militärischen Stärke der Vereinigten Staaten zusammenhängen. So haben sich die Ölstaaten am Golf, wo die Vereinigten Staaten traditionell die Rolle der Schutzmacht einnehmen, an die Währung gehängt.

Wer eine Leitwährung hat, kann im Ausland Kredit aufnehmen, ohne befürchten zu müssen, dass eine Abwertung die Schuldenlast erhöht. Doch gibt es auch Nachteile: Die Nachfrage nach der eigenen Währung kann zu einer Aufwertung führen, die den Export belastet. Die meisten Experten erwarten auf Dauer ein multipolares Währungssystem . Die Europäische Zentralbank (EZB) verhält sich neutral, wenn es um die internationale Verwendung des Euro geht. Sie fördert das nicht, behindert es aber auch nicht.

 
Leser-Kommentare
  1. So lange 65 % aller Weltreserven in Dollars und nur 25 % in Euro gehalten werden, lohnt es sich wirklich kaum, diese immer wieder aufgewärmte Zeitungsente von neuem zu diskutieren.  Falls sich der weltgrößte Importeur (China) tatsächlich eines Tages dazu entschließen sollte, seine riesigen Importe aus Brasilien, Australien und Kanada ausgerechnet in Euro abzuwickeln, ließe sich schon eher mal darüber reden.  Wozu aber sollte China das tun?

  2. 2. Teil 2

    Ferner ist zu bedenken, dass der US-Dollar in manchen Ländern heute buchstäblich als zweite Währung im Untergrund kursiert (darunter Kanada, Mexiko, Kuba und der Mittlere Osten, ja sogar Russland, wie einige behaupten).   Die beiden größten Nationalbank-Dollarhorden befinden sich bekanntlich in China und Japan.  Darüber hinaus bedienen sich eine Reihe kleinerer unabhängiger Nationen des US-Dollar überhaupt als ihrer alleinigen Nationalwährung.

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