Depression Heilige Droge

Keine Angst vor Feinstaub: Weihrauch lindert Depressionen, wie israelische Forscher jetzt herausfanden

Forscher aus Israel haben die Wirkung des Weihrauchs entschlüsselt. Der Stoff lindert Angst und Depressionen.

Forscher aus Israel haben die Wirkung des Weihrauchs entschlüsselt. Der Stoff lindert Angst und Depressionen.

Man mag gegen die katholische Kirche sagen, was man will, aber unstreitig ist sie eines der letzten Bollwerke gegen den Zeitgeist. Sie stemmt sich gegen die Auswüchse der Biomedizin ebenso wie gegen Hirndoping, Drogenmissbrauch und andere Exzesse. Während draußen das moderne Individuum seinen verzweifelten Kampf gegen den säkularen Relativismus und immer neue Umweltgefahren führt, werden in den Kirchen seelenruhig die Weihrauchschalen geschwenkt. »Dominus vobiscum…!«

Doch die moderne Wissenschaft macht nicht einmal an der Kirchenpforte halt. Forscher aus Israel haben jetzt die Wirkung des Weihrauchs entschlüsselt und gezeigt, dass der heilige Stoff gezielt das Gehirn beeinflusst, bestimmte Ionenkanäle aktiviert und Angst und Depressionen lindert. Zumindest wenn Mäuse eine ordentliche Dosis Weihrauch intus haben, agieren sie deutlich furchtloser als nüchterne Nager. Die sprichwörtliche Kirchenmaus, so muss man aus der Studie im Faseb Journal folgern, mag zwar arm sein, depressiv aber ist sie nicht. Und Karl Marx’ Wort von der Religion als »Opium des Volkes« erscheint im Lichte der Psychopharmakologie ungewohnt aktuell.

Nur der Vatikan schweigt weise zu diesem Ergebnis. Dort kennt man das janusköpfige Gesicht der modernen Wissenschaft. Mal lobt sie den Weihrauch, mal verdammt sie ihn. Haben doch Toxikologen vor einigen Jahren ernsthaft vor Räucherwerk und Kerzenruß gewarnt: Die Konzentration lungengefährdender Feinstäube liege in Kirchen 12- bis 20-fach über dem europäischen Richtwert. Die Luft in den Gotteshäusern sei oft verschmutzter als an einer Hauptverkehrsstraße.

Nicht auszudenken, wenn solche Meldungen die allgegenwärtigen Gesundheitsapostel aufschreckten. Weihrauch als psychoaktive Droge, die Hirne vernebelt und Atemwegserkrankungen verursacht? Was, wenn das Nichtrauchergesetz plötzlich auch für Kirchen gälte? Müssen dann getrennte Räume für Weihrauchschwenker und Besucher eingerichtet werden? Und was wird aus all den kleinen Einraumkirchen? Nein, ein letztes Bollwerk wider den Zeitgeist braucht es!

 
Leser-Kommentare
  1. Das war schon lange bekannt und ist auch weiterhin kein Grund, in die Kirche zu gehen.

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