Kreationismus Läuterung im Looping

Schweizer Kreationisten planen einen biblischen Erlebnispark bei Heidelberg – mit Achterbahn und einer Arche Noah in "Originalgröße"

Am Anfang war die Vorstellung, dass wir etwas Einmaliges schaffen wollen.« So steht es geschrieben in der Machbarkeitsstudie der Genesis-Land AG. Die Arche Noah sollte rekonstruiert werden, als biblisches Begegnungszentrum, und zwar in »Originalgröße«. Die Maße waren schnell gefunden (siehe Gen. 6,15): 300 Ellen lang, 50 Ellen breit, 30 Ellen hoch. Die Designer kalkulierten mit 50 Zentimetern je Elle und zeichneten das biblische Rettungsboot in 3-D. Doch sie sahen, dass es noch nicht gut war: Der Holzkahn allein zöge möglicherweise nicht genügend Besucher an. Eine neue Idee ward geboren. Warum nicht gleich einen kompletten biblischen Themenpark erschaffen?

Dieser soll nun im Raum Heidelberg entstehen. Dahinter steckt die Schweizer Firma Genesis-Land AG, geleitet von Gian Luca Carigiet, dem Vorsitzenden des Vereins ProGenesis. Der bekämpft die Evolutionstheorie und will den biblischen Schöpfungsbericht wortwörtlich verstanden wissen. Bislang verbreitete die Organisation ihre Sicht mit Hilfe von Faltblättchen, DVDs und Vorträgen. Nun soll ein multimediales Rundumerlebnis die kreationistische Version der Lebensentstehung vermitteln. Selig, die da glaubten, so etwas sei nur jenseits der großen Wasser möglich.

Auf dem Papier ist der Themenpark schon weit gediehen. »Links«, so heißt es im Konzept, werde sich »die Zeit von der Schöpfung bis zur Sintflut« finden, »in der Mitte das Alte Testament« und »rechts die Zeit von Jesus Christus… bis zur Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde«. Für ein »sintflutartiges Erlebnis« soll die Wasserachterbahn sorgen, für Endzeitstimmung die »Himmel-und-Hölle-Bahn«.

Carigiet ist nicht nur Kreationist, sondern auch Unternehmensberater. In seinem betriebswirtschaftlichen Schöpfungsplan rechnet der Schweizer mit einer Investition von 80 Millionen Euro; 600000 Besucher jährlich sollen den Break-even im Garten Eden sichern. »Mittelfristig muss der Park eine Rendite abwerfen«, sagt er. Die werde wieder investiert, verdienen wolle er daran nichts. Sagt er. Mit deutschen Investoren sei man im Gespräch, Ende 2009 könnten die Bauarbeiten beginnen.

Für Einnahmen sollen auch Restaurants und Shops sorgen. »Spezialitäten der verschiedenen Zeitepochen« werden serviert, unter anderem in einem Panoramarestaurant auf dem Turm zu Babel. Als »Hauptshoppingmall« ist die Stadt Jerusalem vorgesehen, »die sich in der Nähe des Parkeingangs befindet«.

Den genauen Standort für das Genesis-Land suchen die Parkplaner noch, ihnen schwebt eine »intakte Naturlandschaft mit viel Wasser« vor. Dass sich das gelobte Land für einen Bibelpark am Neckar finden lasse, recherchierte eine »renommierte Beratungsfirma« für die Schweizer. Die Region sei politisch eher konservativ, verfüge über eine überdurchschnittlich hohe Kaufkraft und hohe Kinderzahl pro Familie – und sei bereits ein etabliertes Reiseziel für Touristen aus den USA.

Sogar über das Klima vor Ort haben sich die Genesis-Gesandten informiert, vor allem über die Niederschlagshäufigkeit. Offenbar will man vermeiden, dass die Arche am Ende noch ihrem eigentlichen Zweck zugeführt werden muss.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 10.06.2008 um 20:43 Uhr

    Ob diese Schweizer Kreationisten damit erfolgreicher sind als Flanders in den Simpsons?

  1. Vor einigen Jahren hatte ich Gelegenheit, eine ernsthafte Diskussion von Kreationisten in einem amerikanischen Fernsehprogramm mitzuerleben.  Die einstündige Diskussion des Gremiums drehte sich u.a. um eine Frage aus dem Publikum, ob ein Dinosaurierpaar mit auf der Arche gereist sei.  Ein an der Tischrunde beteiligter Archenexperte verneinte dies entschieden, denn die Länge der Arche habe bekanntlich nur 58 Fuß betragen, während die Länge eines Sauriers weit größer gewesen sei.
    Die Schweizer Kreationistenarche scheint hingegen über die Ausmaße eines kleineren Ozeandampfers zu verfügen, so daß man hoffen darf, dass selbst Saurier darin bequeme Unterkunft finden können. 
    Am Rande sei erwähnt, dass die meisten dieser fundamentalistischen US-Sekten ihren Ursprung in der Umgebung der oberrheinischen Tiefebene, also in der Schweiz, Südwestdeutschland und dem Elsass haben. 

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    ... in dem alles erklärt wurde:
    Die Dinosaurier / wern immer trauriger / die armen Saurier / denn die Saurier dürfen nicht an Bord!
    Nur hätte sich der Typ, der dieses Lied singt, wahrscheinlich nie träumen lassen, dass das mal jemand ernst nimmt!

    ... in dem alles erklärt wurde:
    Die Dinosaurier / wern immer trauriger / die armen Saurier / denn die Saurier dürfen nicht an Bord!
    Nur hätte sich der Typ, der dieses Lied singt, wahrscheinlich nie träumen lassen, dass das mal jemand ernst nimmt!

  2. Bauarbeiten ab 2009 - da musste ich fast schon lachen.Es bleibt stark zu bezweifeln ob die Bauarbeiten tatsächlich überhaupt mal anfangen können. Wenn man sich nämlich das ganze Ding unter planungsrechtlichen Gesichtspunkten anschaut ist mit einem Baubeginn sicher nicht vor 201x zu rechnen. Wenn es überhaupt zulässig ist. Schon allein dass sich die Kreationisten eine »intakte Naturlandschaft mit viel Wasser« ausgesucht haben dürfte allen erdenklichen Gesetzen zuwiderlaufen (und wird es). Den Zielen des Regionalplans der Region dürfte es auch widersprechen. Von daher stehen die Chancen gut das dieser obskure Freizeitpark in der Versenkung verschwindet. (Wie lange es dauert solche Großprojekte zu realisieren kann man übrigens erkennen wenn man die Geschichte der leidigen "Waldschlösschenbrücke" in Dresden betrachtet - und die war politisch gewollt)Dass die Kreationisten immer wieder versuchen bei uns Fuss zu fassen ist ja an sich nichts neues. Aber dieser Freizeitpark ist nun wirklich dreist...

  3. Oh Mein
    Gott!(und das
    sage ich als Buddhist)In
    Afrika verhungern die Kinder und hier baut man eine Arche. Zynismus
    pur.Der
    einzige Trost der einem bleibt – und das ist wohl das Einzige –
    ist, dass man
    es aus der Perspektive der Schweiz sehen kann...Wer die
    Leibwache des Papstes stellen darf, muss auch auf dem Unterfutter der
    Religionsfreiheit die Kreationisten ertragen.Früher
    kam alles Gute aus Holland (ausgenommen Gemüse u. RTL). Heute
    beschert uns das Steuerparadies Schweiz nunmehr auch neue Religionen
    vor die kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg zu Füßen
    von Schlossruinen und Tradition.Wenn das
    der Homo heidelbergensis wüsste.Der
    Amerikaner hat ja im allgemeinen eine gewisse Affinität zu
    Heidelberg und der Standort Schweiz zeugt für seine finanziell
    ökonomische Weitsicht. Das Ganze ist wie ein hohles
    Hollywood-Drehbuch. Formen ohne Inhalt.Der
    Kreis hat sich geschlossen.Man möge
    mich erhellen!

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    "Afrika verhungern die Kinder und hier baut man eine Arche."Oh ha, Spitzenargument: In Afrika verhungern immernoch Kinder und Du schreibst komische Kommentare, Zynismus pur...Eine Arche in "Originalgrøsse" wær doch gar nicht schlecht, daneben vielleicht auch noch ein paar Tierarten in Originalgrøsse, dann wird selbst dem fruehchrisliche Schlemmereinen mampfenden Beinhartkreationionisten irgendwann klar, dass das mit dem wørtlich auslegen so seine Probleme hat.Auch ne nette Stelle fuer Symbolfotos: Leute die an "von hier ab noch eine Stunde Wartezeit"-Schildern im Strømenden Regen darauf warten, dass Plætze in der Arche freiwerden...

    "Afrika verhungern die Kinder und hier baut man eine Arche."Oh ha, Spitzenargument: In Afrika verhungern immernoch Kinder und Du schreibst komische Kommentare, Zynismus pur...Eine Arche in "Originalgrøsse" wær doch gar nicht schlecht, daneben vielleicht auch noch ein paar Tierarten in Originalgrøsse, dann wird selbst dem fruehchrisliche Schlemmereinen mampfenden Beinhartkreationionisten irgendwann klar, dass das mit dem wørtlich auslegen so seine Probleme hat.Auch ne nette Stelle fuer Symbolfotos: Leute die an "von hier ab noch eine Stunde Wartezeit"-Schildern im Strømenden Regen darauf warten, dass Plætze in der Arche freiwerden...

  4. Kreationisten gehen mit der Zeit mit ...
    Schon daher sollte man froh sein,wie die eigene Selbstveredelungs-Werbekultur durch andere aufgegriffen wird.
    Fazit:Seine Ruhe bewahrenund wenn einen der Inhalt stört,einfach Hirn einschalten.
    Nirgends gibt es Wahrheit.Wir sollten Unwahrheit nicht nur anderen attestieren.

  5. "Afrika verhungern die Kinder und hier baut man eine Arche."Oh ha, Spitzenargument: In Afrika verhungern immernoch Kinder und Du schreibst komische Kommentare, Zynismus pur...Eine Arche in "Originalgrøsse" wær doch gar nicht schlecht, daneben vielleicht auch noch ein paar Tierarten in Originalgrøsse, dann wird selbst dem fruehchrisliche Schlemmereinen mampfenden Beinhartkreationionisten irgendwann klar, dass das mit dem wørtlich auslegen so seine Probleme hat.Auch ne nette Stelle fuer Symbolfotos: Leute die an "von hier ab noch eine Stunde Wartezeit"-Schildern im Strømenden Regen darauf warten, dass Plætze in der Arche freiwerden...

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    Achtung Satire! ;-)satura lanx: „mit Früchten gefüllte Schale“, im übertragenen Sinne: „bunt gemischtes Allerlei“; früher fälschlich auf Satyr zurückgeführt, daher die ältere Schreibweise atyra) ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder  gesellschaftliche Missstände anklagt. Historische Bezeichnungen sind im Deutschen auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische Schmähschrift).                                                                                            Quelle: Onkel Wikipedia

    Achtung Satire! ;-)satura lanx: „mit Früchten gefüllte Schale“, im übertragenen Sinne: „bunt gemischtes Allerlei“; früher fälschlich auf Satyr zurückgeführt, daher die ältere Schreibweise atyra) ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder  gesellschaftliche Missstände anklagt. Historische Bezeichnungen sind im Deutschen auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische Schmähschrift).                                                                                            Quelle: Onkel Wikipedia

  6. Industrienationen fluten - die bauen die Arche ...
    Nach der UN-Weltklimaaufregungsoll ja der Meeresspiegel ansteigen.Gewaltige Gewitter und Überschwemungen zunehmen.
    Na ist doch toll,wenn da jemand eine Arche baut.
    ;-))
    Ich würde nur keine Tiere und Menschen hinein tun,sondern Medienbeiträge über unsere Gesellschaft und ihre Wahrnehmungenzu Beginn des 21.Jahrhunderts.
    Spass muss sein,auch im 22.Jh. im Rückblick auf das 21.
    Wolle mer se reilasse ? 

  7. Zum Titel Geschäftsmodell Gott
    Vielleicht sollte man selbst den härtesten Kreations-Dogmatisten mehr entspannter gegenüber treten.
    Schliesslich werden gegen Gott viel mächtigere Geschäfte gemacht.
    Gerechtigkeit ist,dem anderen nicht vorzuwerfen,was man selbst die ganze Zeit fabriziert.
    Vielleicht ist die Gesellschaft des 21.Jh. ja noch lernfähig.
    -----------------------------------------------------------------
    Ob ein Park reflektiertoder auch nur selbst "Wahrheit" verkauftwird entscheiden, ob die Qualität im dämlichen Streit zwischen Evolutions-Dogmatisten und Kreations-Dogmatistenendlich auf Gossenniveau der Philosophie und Wissenschaftstauglichkeit steigt.

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