Fotografie Die Last der WahrheitSeite 4/4

Bis heute gewinnen Ostkreuz-Fotografen viele Preise, ihre Bilder werden überall gedruckt. Die Agentur ist jetzt 18 Jahre alt und besteht aus 18 Mitgliedern. Die meisten arbeiten analog, doch bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit gehe es nicht um Technik, sagt Meyer – und ringt mit sich, weil ein Geschäftsführer nun mal ungern seine Kunden beschimpft; dann sagt er es doch: Es sei unfair von den Medien, jetzt ein Fehlen von authentischen Bildern zu beklagen. Weil sie selber dazu beitrügen.

Meyer kann doch in seinen Bilanzen lesen, wie all die neuen Controller in den Verlagen die Preise drücken – mit dem Hinweis, die digitale Fotografie sei billiger als die analoge. "Wir Fotografen mussten neue Ausrüstungen anschaffen, die Redaktionen profitieren von den günstigen Produkten", sagt Meyer. Obwohl Fotos in den Medien immer wichtiger werden, fallen die Preise: Materialkosten werden nicht mehr übernommen, Fotografen bekommen weniger Zeit. "Du gehst in die Geschichte rein, arbeitest die Geschichte ab und verlässt die Geschichte wieder. Diesen klassischen Fotojournalismus, dass man loszieht, sich Zeit nimmt – das macht man heute auf eigene Rechnung, auf eigenes Risiko."

Auch bei Ostkreuz müssten sie jetzt mehr "Corporate" machen, sagt Meyer, der zwei Jahre lang die FAZ- Kampagne fotografiert hat. In der Werbung gibt es für Fotografen rund zehnmal mehr zu verdienen als im Journalismus. Werbung sei für viele längst das eigentliche Standbein – das beeinflusse auch die Bildsprache. Wenn er sich all die neuen Magazine anschaue, sei das "Werbefotografie im redaktionellen Bereich". Hier hoffen junge Fotografen, von Werbeagenturen entdeckt zu werden – und Werbefotografen holen sich ein wenig Pressepathos ins Portfolio.

Wie tief wollen, müssen sich auch die Ostkreuz-Fotografen in diese Welt begeben? Darüber diskutierten sie andauernd, sagt Meyer. Er sieht bei den Gründern der Agentur "schon fast eine Emigration aus dem Markt", die machen jetzt Bücher, Ausstellungen, haben Lehraufträge angenommen. Und die Jüngeren? "Versuchen den Spagat hinzukriegen." Einmal im Monat treffen sie sich und reden über ihre Fotos, streiten auch. Die Konflikte, die inneren wie die äußeren, sagt Meyer, "drehen sich immer um 'oberflächlicher Scheiß' gegen 'Wir müssen auch Geld verdienen'".

Das letzte Bild in dieser Reportage zeigt spätes Licht auf einer Weide, golden wie auf einem Kodak-Film. Es ist ein weiter Weg bis nach Borsfleth in Schleswig-Holstein, selbst der Taxifahrer muss das Haus am Deich suchen, in dem Christiane Gehner lebt, ehemals Bildchefin bei Geo , bei Merian , beim stern , beim Spiegel und seit einigen Jahren im Ruhestand. Man merkt schnell: Ihr Abstand zur Hamburger Medienwelt ist nicht nur räumlich. Gehner kocht Tee, schaut hinaus in die Siegfried-Lenz-Landschaft vor ihren Fenstern und sagt dann Sätze, so druckreif, als hätten sie lange auf Veröffentlichung gewartet: "Fotos sind immer nur so glaubwürdig wie die Zeitungen, die sie drucken. Ich glaube, das Gestaltungsmodell Erzählung ist dem Gestaltungsmodell Effekt gewichen. Die Dinge werden heute vereinfachter dargestellt – weil man eins nicht mehr will: die Leute zu sehr anstrengen. Deshalb ist eine Serie von Bildern, die man noch nie gesehen hat, in höchster Gefahr, nicht gedruckt zu werden."

Gehner trägt flache Schuhe, eine grüne Hose und eine rote Brille. Vielleicht ist es überinterpretiert, aber nicht nur ihre Sätze, auch ihr Kleidungsstil erinnert an die achtziger Jahre, die Glanzzeit der Reportagefotografie, in der sie reichlich Arbeit und Spesen verteilen konnte, selbst wenn es um abseitige Themen ging. 1984 wollten sie im stern eine Fotostrecke zum Thema Die Deutschen an der Küste machen. Der Fotograf schaffte es nicht in einem Sommer. Also bekam er noch den nächsten, "um am Ende sieben gute Doppelseiten zu haben".

Das sei heute undenkbar, sagt Gehner. Und dann fällt ein Name, der im Verlauf der Reise hier und da geraunt wurde, den aber erst Gehner laut ausspricht: Wilfried Bauer. "Es gibt kaum ein Gespräch in der Branche, das nicht bei Bauer endet", sagt sie. Bauer war einer ihrer Lieblingsfotografen, einer, der sich noch in den Stoff einlas wie die Redakteure, und wenn er 500 Seiten aus dem Archiv bekam. Seine Bilder waren stilprägend, adelten manchen Text – aber Bauer verlangte dafür auch Zeit, die er irgendwann nicht mehr bekam. Vier Wochen in der Hoffnung auf die eine Bildikone? Die Chefredakteure wollten jetzt lieber Effekt, "und die jungen Bildredakteure", sagt Gehner, "sind mit der Inszenierung aufgewachsen". Sie konnten mit Bauer nichts anfangen. Und Bauer nichts mit ihnen. Er war kein einfacher Typ, sensibel, verschroben. Er zog sich zurück, bekam immer weniger Jobs, bis manche Redaktionen ihn nicht mehr kannten und baten, doch mal eine Arbeitsmappe einzureichen. Im Dezember 2005, mit 61 Jahren, legte Bauer Feuer in seiner Hamburger Wohnung. Als in seinem Rücken sein Archiv in Flammen aufging, sprang er in den Tod.

Christiane Gehner sagt, sie stelle sich bis heute die Schuldfrage. Es habe wohl zu fünfzig Prozent an Bauers Gemüt gelegen und zu fünfzig Prozent an der Welt der Fotografie, wie sie heute beschaffen ist.

Man kann nun beklagen, dass die Bilder, die wir zu Gesicht bekommen, verschönert sind, manchmal an der Grenze zur Fälschung oder darüber hinaus. Man kann bedauern, dass der Fotograf nicht mehr wochenlang auf den einen Augenblick warten kann. Dass er am Bildschirm seine Motive glättet. Doch die Digitalisierung hat erstmals für jedermann kenntlich gemacht, dass der Fotografie per se eine Verfälschung der Wirklichkeit innewohnt. Wir, all die Jahre Foto-Analphabeten wie Tucholsky, lernen langsam, Bilder zu lesen. Niemand, der in einen Zeitschriftenladen geht, kann noch ernsthaft an die Makellosigkeit all der Körper und Gesichter glauben. Wir lernen, dass es einen Unterschied macht, ob eine Schauspielerin oder ein Politiker digital geliftet wird. Wir sind im Umgang mit der Bilderwelt keineswegs unkritischer, aber wacher und ironischer, wodurch auch die Fotografie ironischer werden kann. Wenn wir uns heute noch einer Bilderillusion hingeben, dann der, die Fotos seien früher authentisch gewesen. Ganz sicher waren sie anders.

Beim Abschied, auf dem Weg zur Tür, kommt Christiane Gehner an zwei Schwarz-Weiß-Aufnahmen vorbei. Bilder von Bäumen. Bilder von Bauer. Sie wirken – mit ihrer Stille, ihrem sanften Licht – inzwischen ziemlich konventionell. "Das Leben ist ein Piktogramm geworden", sagt Gehner. Neue Bilder provozieren neue Sehgewohnheiten, die wieder neue Bilder provozieren… und am Ende könnte deshalb endlich dort ein Unbehagen sein, und wachsen, wo wir auf Fakten, auf fotografische Neutralität angewiesen sind: in der Zeitung, online, in der Wissenschaft. Das wäre nicht die schlechteste Folge der digitalen Revolution.

 
Leser-Kommentare
    • sv1en
    • 07.06.2008 um 12:23 Uhr

    Der Artikel beschreibt es ja schon recht eindruecklich, aber manche Sachen muss man vielleicht gesehen haben, um sie wirklich zu erfassen:Zum Thema Portraitretusche in der Werbung gab es im letzten oder vorletzten Jahr einen recht eindrucksvollen Film unter dem Titel "Evolution" von der "Campaign for Real Beauty" (Werbe-Aktion von Dove, aber trotzdem wirklich guter Film). Vgl. etwa "dove evolution" auf Youtube, oder auf der Webseite der Kampagne.

  1. Wir sind es gewohnt belogen zu werden durch Sprache, aber nicht durch einfaches Sehen.Vielleicht ist es gut, wenn wir lernen, dass Sinne Konstruktionen liefern und vielleicht erfolgt eine weitererziehung von uns über den Verlust des Vertrauens in die Wirklichkeit des Gesehenen.

  2. Der Preis wird bestimmt von Angebot und Nachfrage. Es stellt sich jedoch die Frage, ob in diesem Fall der Preis auch sein Geld wert ist. Ich fotografiere selbst seit Jahren und bin in mehreren Fotocommunities aktiv. Auch hier zieht sich konsistent die Bearbeitung der Bilder durch. Ein bisschen Farbtemperatur hier, ein wenig Helligkeit und Kontrast da, und dann noch kurz die Sättigung korrigiert - et voilà, so schnell kann man die Wirkung eines Bildes um mehr als 90° drehen. Und grundsätzlich ist es nunmal so, dass (offensichtlich) bearbeitete Bilder ein deutlich positiveres Echo hervorrufen als unbearbeitete - denn allein knalligere Farben gefallen nunmal deutlich mehr, wie ich letztens erst selbst getestet habe. Zudem: Wollen wir nicht alle betrogen werden? Glatte Haut, großen Busen und voluminöse Unterlippen sehen? Denn wir bestimmen immer noch den Preis, und uns wird geboten, was wir sehen wollen. Der aufgeklärte Konsument ist und bleibt ein Mythos. Und was schockiert uns denn heute noch? Wir sind doch fast alle so abgebrüht, dass uns auch Kriegsbilder nur noch ein müdes "ach, wie schlimm" von den Lippen locken. Daher kann ich durchaus nachvollziehen, wenn Rauchsäulen nochmal verstärkt werden - wen interessiert denn ein klarer Himmel über Kriegsgebiet?Richtig ist die Aussage, dass Fotografie niemals Abbild, sondern höchstens Spiegel der Realität ist. Und wie bei jedem Spiegel sind Ausschnitt, Schärfe des Abbilds und der Zeitpunkt, zu dem man in den Spiegel blickt, frei wähl- und damit auch beinah beliebig manipulierbar. Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nicht ist phantastischer als die Sachlichkeit. Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt.

    (Egon Erwin Kisch, 1885-1948)

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    Grins.... Kontrast aufsteilen, Sättigung verändern, Soften, Farbfilter bei der Aufnahme..... das haben wir doch vor 30 Jahren schon gemacht! Oder?

    Das konnte aber Otto Normalknipser nicht, da keine Erfahrung, Duka bzw.Gerät.

    Und..... es war teuer und aufwendig.

    Ist in der Werbung auch kein Problem. Soviel Medienkompetenz sollte sein um zu begreifen, dass dort bis zum Anschlag geschummelt bzw. geschönt wird.
    #######.

    In der Reportage wird die Zusammenarbeit von Digitalaufnahme / Bildbearbeitung aber zum Problem. Klar kann ich auch bei Film aus einem Auschnitt eine Scharzrandkopie machen, mit Doppelbelichtung spielen, durch Brennweite und Perspektive Inhalte manipulieren.... aber wenn ich das Dia/Negativ vorlegen muss, bleibt wenigstens in Minimum an Dokumentation und wirklicher Abbildung des Geschehens.

    Das Digitalbild hat diese "technischen" Sperren nicht mehr. Das ist voll manipulierbar. Ein schöner Effekt, aber auch gefährlich, der Schritt vom Verstärken einer Ausage zur Manupulation wird oft gar nicht bemerkt. Da bleibt als einzige verlässliche Größe der Fotograf und sein journalitischer "Ethos" Was immer das auch ist :-((
    .
    zu e.e.k.: Dieser Satz ist von IHM ironisch gemeint. Er ist ein GUTER, ein SEHR GUTER aber auch ein Tendenz-Journalist gewesen. Er hat aber nie die Frechheit besessen, das zu verheimlichen, bzw. zu behaupten er schriebe ausgewogene Artikel/Reportagen. Er hat IMMER Stellung bezogen aber nie vertuscht aus welcher Sicht er Wirklichkeit gesehen hat, bzw. sehen wollte.
    .
    Fotografie war NIE Dokumentation! Das glauben nur "dumme" Leute. (Sogar Tucholsky fiel darauf rein) Fotografie ist immer nur eine Sicht von Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, die der Fotograf sieht oder besser sehen/darstellen will.
    .
    Das Problem von "Fälschung" liegt nicht nur beim Fotografen. Bei einer gut recherchierten Geschichte fallen "gefälschte" Informationen, im Bild oder Text fast immer sofort auf. Aber wer prüft den Heute noch Fakten sauber und genau ab? Teilweise reicht das Allgemeinwissen sogenannter Redakteure ja nicht einmal um den Grundsachverhalt einer Storry zu verstehen, geschweige den, die Fakten zu prüfen und aus zweiter, dritter Quelle zu verifizieren.
    .
    Wo bekomme ich den meine Bilder, Texte... ohne nachträgliche Bearbeitung ins Blatt auf den Sender? Bei den öffendlich-rechtlichen vielleicht, in der Zeit, Süddeutschen.... aber sonst?
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    Der Artikel oben trifft ins schwarze. Aber versuch doch einmal Heute einen Beitrag mit Papiermanuskript, Interview-Band und Belegzitaten, Quellen und Dias in die Produktion zu bringen. Muss schnell gehen, keine Zeit, dead-line ist um...
    .
    Das ist selbst bei der Zeit nicht mehr möglich. Und alles Digitale,Audio, Video, Text und Bild hat kaum noch Dokumentationscharakter! Vor allen Dingen wenn nach der Abgabe Grafik und oder On-line (was auch immer) Redakteur ohne den Autor daran herumbasteln. Da müssen sich die Medien auch mal an die eigene Nase fassen.
    .
    Einen geschnittenen 3 Minutenbeitrag (Audio/Video) baut mit keiner mehr um. Zu aufwendig.Einen 3 Spalter 150 mit 10 Bildern erkenne ich oft selbst nicht wieder.
    .
    Ganz schön runtergekommen die Innung :-((

    Gruss Sikasuu

    Grins.... Kontrast aufsteilen, Sättigung verändern, Soften, Farbfilter bei der Aufnahme..... das haben wir doch vor 30 Jahren schon gemacht! Oder?

    Das konnte aber Otto Normalknipser nicht, da keine Erfahrung, Duka bzw.Gerät.

    Und..... es war teuer und aufwendig.

    Ist in der Werbung auch kein Problem. Soviel Medienkompetenz sollte sein um zu begreifen, dass dort bis zum Anschlag geschummelt bzw. geschönt wird.
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    In der Reportage wird die Zusammenarbeit von Digitalaufnahme / Bildbearbeitung aber zum Problem. Klar kann ich auch bei Film aus einem Auschnitt eine Scharzrandkopie machen, mit Doppelbelichtung spielen, durch Brennweite und Perspektive Inhalte manipulieren.... aber wenn ich das Dia/Negativ vorlegen muss, bleibt wenigstens in Minimum an Dokumentation und wirklicher Abbildung des Geschehens.

    Das Digitalbild hat diese "technischen" Sperren nicht mehr. Das ist voll manipulierbar. Ein schöner Effekt, aber auch gefährlich, der Schritt vom Verstärken einer Ausage zur Manupulation wird oft gar nicht bemerkt. Da bleibt als einzige verlässliche Größe der Fotograf und sein journalitischer "Ethos" Was immer das auch ist :-((
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    zu e.e.k.: Dieser Satz ist von IHM ironisch gemeint. Er ist ein GUTER, ein SEHR GUTER aber auch ein Tendenz-Journalist gewesen. Er hat aber nie die Frechheit besessen, das zu verheimlichen, bzw. zu behaupten er schriebe ausgewogene Artikel/Reportagen. Er hat IMMER Stellung bezogen aber nie vertuscht aus welcher Sicht er Wirklichkeit gesehen hat, bzw. sehen wollte.
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    Fotografie war NIE Dokumentation! Das glauben nur "dumme" Leute. (Sogar Tucholsky fiel darauf rein) Fotografie ist immer nur eine Sicht von Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, die der Fotograf sieht oder besser sehen/darstellen will.
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    Das Problem von "Fälschung" liegt nicht nur beim Fotografen. Bei einer gut recherchierten Geschichte fallen "gefälschte" Informationen, im Bild oder Text fast immer sofort auf. Aber wer prüft den Heute noch Fakten sauber und genau ab? Teilweise reicht das Allgemeinwissen sogenannter Redakteure ja nicht einmal um den Grundsachverhalt einer Storry zu verstehen, geschweige den, die Fakten zu prüfen und aus zweiter, dritter Quelle zu verifizieren.
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    Wo bekomme ich den meine Bilder, Texte... ohne nachträgliche Bearbeitung ins Blatt auf den Sender? Bei den öffendlich-rechtlichen vielleicht, in der Zeit, Süddeutschen.... aber sonst?
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    Der Artikel oben trifft ins schwarze. Aber versuch doch einmal Heute einen Beitrag mit Papiermanuskript, Interview-Band und Belegzitaten, Quellen und Dias in die Produktion zu bringen. Muss schnell gehen, keine Zeit, dead-line ist um...
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    Das ist selbst bei der Zeit nicht mehr möglich. Und alles Digitale,Audio, Video, Text und Bild hat kaum noch Dokumentationscharakter! Vor allen Dingen wenn nach der Abgabe Grafik und oder On-line (was auch immer) Redakteur ohne den Autor daran herumbasteln. Da müssen sich die Medien auch mal an die eigene Nase fassen.
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    Einen geschnittenen 3 Minutenbeitrag (Audio/Video) baut mit keiner mehr um. Zu aufwendig.Einen 3 Spalter 150 mit 10 Bildern erkenne ich oft selbst nicht wieder.
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    Ganz schön runtergekommen die Innung :-((

    Gruss Sikasuu

  3. Das ist es wohl zuerst was wir lernen müssen um damit die uns dargebotene Umwelt zu interpretieren. Und siehe da, nur schon das interpretieren lässt uns selber nur all zu oft an der Wahrheit vorbei sehen.... aber es gibt ja viele davon. Also könnte man vieleicht auch sagen das vor der Interpretation zuerst das Bewusstsein vorhanden sein muss mit beiden Beinen im Leben zu stehen... nur dann, so denke ich, kann man auch Selbstsicher und Selbstbewusst die Umwelt wahrnehmen... was allerdings im laufe eines Lebens auch den Fallstrick der Verbortheit bringen könnte.Was die Fotografie anbelangt so praktiziere ich das schon seit vielen Jahren. Bis heute mit Analogtechnik. An Bildabänderungen nach dem das Foto gemacht wurde habe ich dabei eigentlich nie gedacht. Ich hatte immer den Anspruch die Welt so wie ich Sie in eben diesem speziellen Moment gesehen habe auf dem Film abzubilden. Nur schon das ist keine einfache Angelegenheit aber die macht mir Spass und bereitet Freude. Meine Ansprüche sind aber auch anders als die der Werbeindustrie. Nur schon das ganze Equipment das ich über einige Jahre gekauft habe mit Digitaler Technik zu ersetzen würde eine Grossinvestiton von ca. 25'000 Euro bedeuten (Guter Computer und entsprechende Softwarelizenzen für das Postprocessing nicht mal eingerechnet). So frage ich mich, was würde mir da zum Schluss bleiben... ? Pixel die ich auch noch Regelmässig von einem Medium auf das nächste übertragen muss. Da sind mir die Negative, Prints und Dias noch sympatischer zumal diese auch nach 20 Jahren keine Altererscheinungen aufweisen. Verständis für die vielen Digitalkamerabenutzer habe ich aber durchaus. Schnell, billig und generell kann man die Fotos auch noch ansehen und um die Welt senden. Da bin ich mit dem kaufen von Filmen, dem bezahlen der Entwicklung halt schon einiges langsamer und teurer. Aber ich will ja auch nicht Instantfotografie praktizieren. Nur schon der Gedanke daran würde eben diese spezielle Tätigkeit des Fotografierens ersticken. Eine Digicam habe ich mir trotzdem mal gekauft, nur schon um die Art und Weise des anderen Fotografierens zu erleben. Eine einfache die primär für Vollautomatik konstruiert wurde, aber trotzdem voll manuelles Fotografieren zulässt. Das produzieren von Fotos geht schnell, sehr schnell bin ich da bei +100 +200 + 300 innert weniger Stunden  angekommen. Aber mir macht das keine Freude... es ist einfach eine andere Art zu Fotografieren.Eventuell genauso wie mein Nachbar. Für den gibt es nicht's anderes als Schallplatten, eine guten Plattenspieler und Lautsprecher (Man glaubt kaum wieviele Schallplatten noch neu produziert werden für eben diese speziellen Ansprüche). Eben auch Analog mit dem Vermögen spezielle Ansprüche zu erfüllen welche sich mit Digitaler Technik nicht verwirklichen lassen.Meine interpretation der Welt ;-) -------

    "sich selbst zu verstehen,... ist das eine Entdeckung oder eine
    Kreation...?"

  4. Grins.... Kontrast aufsteilen, Sättigung verändern, Soften, Farbfilter bei der Aufnahme..... das haben wir doch vor 30 Jahren schon gemacht! Oder?

    Das konnte aber Otto Normalknipser nicht, da keine Erfahrung, Duka bzw.Gerät.

    Und..... es war teuer und aufwendig.

    Ist in der Werbung auch kein Problem. Soviel Medienkompetenz sollte sein um zu begreifen, dass dort bis zum Anschlag geschummelt bzw. geschönt wird.
    #######.

    In der Reportage wird die Zusammenarbeit von Digitalaufnahme / Bildbearbeitung aber zum Problem. Klar kann ich auch bei Film aus einem Auschnitt eine Scharzrandkopie machen, mit Doppelbelichtung spielen, durch Brennweite und Perspektive Inhalte manipulieren.... aber wenn ich das Dia/Negativ vorlegen muss, bleibt wenigstens in Minimum an Dokumentation und wirklicher Abbildung des Geschehens.

    Das Digitalbild hat diese "technischen" Sperren nicht mehr. Das ist voll manipulierbar. Ein schöner Effekt, aber auch gefährlich, der Schritt vom Verstärken einer Ausage zur Manupulation wird oft gar nicht bemerkt. Da bleibt als einzige verlässliche Größe der Fotograf und sein journalitischer "Ethos" Was immer das auch ist :-((
    .
    zu e.e.k.: Dieser Satz ist von IHM ironisch gemeint. Er ist ein GUTER, ein SEHR GUTER aber auch ein Tendenz-Journalist gewesen. Er hat aber nie die Frechheit besessen, das zu verheimlichen, bzw. zu behaupten er schriebe ausgewogene Artikel/Reportagen. Er hat IMMER Stellung bezogen aber nie vertuscht aus welcher Sicht er Wirklichkeit gesehen hat, bzw. sehen wollte.
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    Fotografie war NIE Dokumentation! Das glauben nur "dumme" Leute. (Sogar Tucholsky fiel darauf rein) Fotografie ist immer nur eine Sicht von Wirklichkeit. Die Wirklichkeit, die der Fotograf sieht oder besser sehen/darstellen will.
    .
    Das Problem von "Fälschung" liegt nicht nur beim Fotografen. Bei einer gut recherchierten Geschichte fallen "gefälschte" Informationen, im Bild oder Text fast immer sofort auf. Aber wer prüft den Heute noch Fakten sauber und genau ab? Teilweise reicht das Allgemeinwissen sogenannter Redakteure ja nicht einmal um den Grundsachverhalt einer Storry zu verstehen, geschweige den, die Fakten zu prüfen und aus zweiter, dritter Quelle zu verifizieren.
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    Wo bekomme ich den meine Bilder, Texte... ohne nachträgliche Bearbeitung ins Blatt auf den Sender? Bei den öffendlich-rechtlichen vielleicht, in der Zeit, Süddeutschen.... aber sonst?
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    Der Artikel oben trifft ins schwarze. Aber versuch doch einmal Heute einen Beitrag mit Papiermanuskript, Interview-Band und Belegzitaten, Quellen und Dias in die Produktion zu bringen. Muss schnell gehen, keine Zeit, dead-line ist um...
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    Das ist selbst bei der Zeit nicht mehr möglich. Und alles Digitale,Audio, Video, Text und Bild hat kaum noch Dokumentationscharakter! Vor allen Dingen wenn nach der Abgabe Grafik und oder On-line (was auch immer) Redakteur ohne den Autor daran herumbasteln. Da müssen sich die Medien auch mal an die eigene Nase fassen.
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    Einen geschnittenen 3 Minutenbeitrag (Audio/Video) baut mit keiner mehr um. Zu aufwendig.Einen 3 Spalter 150 mit 10 Bildern erkenne ich oft selbst nicht wieder.
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    Ganz schön runtergekommen die Innung :-((

    Gruss Sikasuu

  5. hat ja den generellen Umgang mit Bildern verändert. Ich fins super, man kann vieles fotografieren und die Bilder entsprechend aufarbeiten und tritt damit an die Seite der Profis. Diese hochgestylten Bilder von Getty et al. fand ich ästhetisch nie ansprechend. Ein Lob an dieser Stelle an die Zeit, eure Personenfotos sind die besten, die ich bisher gesehen habe.

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