US-Vorwahlen Obama, der Erlöser?

Wir Westeuropäer wünschen uns nichts sehnlicher als Barack Obama an der Spitze der USA. Doch er wäre Präsident einer sehr starken Supermacht, und die sorgt immer für Ärger. Ein Kommentar

Vor einer großen Zukunft? Barack Obama, Präsidentschaftskandidat der Demokraten

Vor einer großen Zukunft? Barack Obama, Präsidentschaftskandidat der Demokraten

Der Zeitgeist weht für Obama – wenn auch leiser in Asien, Afrika und Lateinamerika als in Westeuropa. Bei uns mag eine optische Täuschung die Gemüter prägen: das tröstliche Bild, wonach nicht Amerika, sondern George W. Bush das Problem sei. Weg mit dem »Cowboy«, her mit Change & Hope, und wir können Amerika wieder lieben.

Warum das eine Sinnestäuschung ist? Erstens, weil der Anti-Amerikanismus älter ist als Bush jr. Das Plakat »USA=Nazi« war schon 1999 auf einer Wiener Demo zu sehen, als der nette Herr Clinton Serbien bombardierte. Weiter zurück: Hans Magnus Enzensberger erinnert sich daran, wie die »aufgebrachten 68er ihr einstiges Objekt der Begierde wüst beschimpften. ›USA-SA-SS‹, riefen sie«, die CIA war ihnen der »Leibhaftige«.

Zweitens, weil Obama (vielleicht) kommt, aber die Übermacht bleibt. Dem befriedeten Europa ist Macht grundsätzlich suspekt; wer sie einsetzt (das haben alle US-Präsidenten seit 1945 reichlich getan), ist in der Tat des Teufels. Doch ist Obama kein Erlöser. Amerika, schreibt er in Hoffnung wagen, müsse »wenn auch widerstrebend den Weltpolizisten spielen«. Es müsse »unilateral« gegen jene vorgehen können, »die sich darauf vorbereiten, amerikanische Ziele anzugreifen«. Der UN-Sicherheitsrat dürfe nicht im Vorhinein »ein Veto über unser Handeln« haben. Klingt irgendwie Bush-mäßig – oder schlimmer, weil Obama sogar in Pakistan gegen al-Qaida zuschlagen würde.

Drittens, weil Amerika, diese Dampframme der Moderne, grundsätzlich stört. Wie schrieb doch Marx 1848? »Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnet die Bourgeois-Epoche vor allen früheren aus.« Ersetzen wir »Bourgeoisie« durch »Amerika«, und der Satz passt wie angegossen. Oder durch »Globalisierung«, deren Avantgarde Amerika ist.

In Old Europe hätten wir’s gern etwas gemächlicher – kein Wunder nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Und deshalb wollen wir »keine amerikanischen Verhältnisse« (Schröder und Stoiber im Wahlkampf 2002). Wir wollen auch keine amerikanischen Zumutungen wie etwa die Aufstockung der Bundeswehr in Afghanistan oder harte Sanktionen gegen Iran oder Zivilhilfe im Irak. Solches werden beide fordern, Obama wie McCain.

Bei Obama aber kämen zwei Extraminuspunkte hinzu. Seine Partei spielt mit dem Feuer des Protektionismus gegen Waren wie Menschen; deshalb sind Asien und Lateinamerika so skeptisch gegenüber dem Demokraten. Dann Obamas Idealismus, der eine hübsche Projektionsfläche für die Europäer abgibt. Zu dem gehört die hochfliegende Menschenrechtspolitik, die nicht etwa George W., sondern Jimmy Carter, der Demokrat, erfunden hat. Das Mantra der human rights hat Helmut Schmidt schon bei der Entspannungspolitik mit Moskau genervt. Obama steht fest in dieser Tradition; von McCain, dem geläuterten Republikaner, ist mehr Real- als Idealpolitik zu erwarten. Unser Steinmeier würde das schätzen.

Gewählt aber wird in Amerika, nicht in Europa. Die beiden Kandidaten liegen in der jüngsten Umfrage präzise gleichauf: mit je 45 Prozent.

 
Leser-Kommentare
  1. Auch nicht vergessen sollte man die inzwishen recht grosse Kriegsindustrie in Amerika die unter bush ihren Einfluss deutlich ausbauen konnte, und die ihn nicht einfach wieder her geben wird. Sie hat schon unter bush gezeigt wie leicht sie einen unerfahreren Präsidenten beeinflussen konnte, sa das er ihr gab was sie haben wollte. mit Obama kommt nun wieder ein recht unerfahrere Herr daher, der für die Präsidentschaftswahlen viel Geld brauchen wird, und genau das hat die Kriegsindustrie dank bush momentahn reichlich. Siewird also wieder ihre Geld eher zwischen allen kandidaten aufteilen wie sie es eigentlich schon immer gemacht hat, so das jeder president der gewählt wird ein paar " Falken " als Berater hat so das die ihn dann langsam " auf Kurs " bringen können. Obama wird schon sehr viel Charakterstärke brauchen um den Kampf mit der Kriegswirtschaft aufzunehmen und ihn auch gewinnen zu können, sont steht und wohl eher ein neuer Bush gefor der auch von seinen Beratern unterrichtet wird das er was tun müsse und sich so immer weiter von der Realttät entfernt. Bush war auch nicht gleich zu anfang so sonder es hat eine deutliche Entwiklung über die jahre hin gegeben. Wir in Europs können nur das Beste hoffen und uns auf das Schlimmste vorbereiten.

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    Die amerikanische Militär- und Oellobby hat nicht den "unerfahrenen" Bush massiv beeinflußt (besser: bestochen), sondern hat Bush als Präsident erst möglich gemacht.
    Als eine - und das meine ich wörtlich - dumme Marionette.
    Was heisst hier eigentlich "unerfahren" ???
    So wie unsere Verwaltungskanzlerin Angela-ich-kann-es-nicht Merkel?
    Ich liebe Politiker mit Visionen, die das Risiko nehmen, zu scheitern, aber alles versuchen ...
    Unsere Alternative in Deutschland?
    Vielleicht ein übergewichtiger vollbarttragender Elektriker wie Beck?
    Oder ein frustrierter "Ich will den totalen Überwachungsstaat" Schäuble, der glaubt, alle Terrorsisten sind deutsche Bundesbürger und deshalb biometrische Daten in die Pässe bringt, Telefonate von Privatleuten abhören will, etc.
    NEIN.
    Die Welt braucht Barack Obama. Genau jetzt.

    Die amerikanische Militär- und Oellobby hat nicht den "unerfahrenen" Bush massiv beeinflußt (besser: bestochen), sondern hat Bush als Präsident erst möglich gemacht.
    Als eine - und das meine ich wörtlich - dumme Marionette.
    Was heisst hier eigentlich "unerfahren" ???
    So wie unsere Verwaltungskanzlerin Angela-ich-kann-es-nicht Merkel?
    Ich liebe Politiker mit Visionen, die das Risiko nehmen, zu scheitern, aber alles versuchen ...
    Unsere Alternative in Deutschland?
    Vielleicht ein übergewichtiger vollbarttragender Elektriker wie Beck?
    Oder ein frustrierter "Ich will den totalen Überwachungsstaat" Schäuble, der glaubt, alle Terrorsisten sind deutsche Bundesbürger und deshalb biometrische Daten in die Pässe bringt, Telefonate von Privatleuten abhören will, etc.
    NEIN.
    Die Welt braucht Barack Obama. Genau jetzt.

    • Ayuk
    • 04.06.2008 um 15:01 Uhr

    Barack the Magic Negro. Wer konnte seine Normenierung vorhersagen? Barack wird als President zeigen dass descriminierte Menschen überall auf die ganze Welt, über fähigkeiten verfügen was die anderen davon ansatzweise nicht traumen können.Well done Barack, well done keep on...........................

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    • GEBE
    • 04.06.2008 um 18:24 Uhr

    daß das nicht nur der Wunsch der Vater des Gedankens ist und bleibtEs möge nützen!

    Herzlichst Ihr
    GEBE

    will be able to fulfill all expectations that others heap on him simply because he has to work with the US congress,where they real power sits.Aside from that fact,many people have unrealistic ideas as to what the first black president can and will do - many blacks will be disappointed when they don't get the 'hook up' and it won't be long before some will call him a 'Uncle Tom'.It would be better if people would allow him to get in office and find his footing before they make claims that would further their own interest.Afterall, there are still people,chiefly Blacks who don't think he is not black enough since he has a white mother and there will also be those,who will suspect that he does things because of his black father. If Obama becomes president,he will have a difficult job and that not just because of the flundering economy in the US.He will have much greater scrutinity as any other candidate .So people should back off and give him time to adjust to the situation.Afterall, he has never been in such a high and challenging position before and he also will be a pioneer for any other minority who seeks to become president of the US and their chances will be meassured by the way Obama handels the situation.

    • GEBE
    • 04.06.2008 um 18:24 Uhr

    daß das nicht nur der Wunsch der Vater des Gedankens ist und bleibtEs möge nützen!

    Herzlichst Ihr
    GEBE

    will be able to fulfill all expectations that others heap on him simply because he has to work with the US congress,where they real power sits.Aside from that fact,many people have unrealistic ideas as to what the first black president can and will do - many blacks will be disappointed when they don't get the 'hook up' and it won't be long before some will call him a 'Uncle Tom'.It would be better if people would allow him to get in office and find his footing before they make claims that would further their own interest.Afterall, there are still people,chiefly Blacks who don't think he is not black enough since he has a white mother and there will also be those,who will suspect that he does things because of his black father. If Obama becomes president,he will have a difficult job and that not just because of the flundering economy in the US.He will have much greater scrutinity as any other candidate .So people should back off and give him time to adjust to the situation.Afterall, he has never been in such a high and challenging position before and he also will be a pioneer for any other minority who seeks to become president of the US and their chances will be meassured by the way Obama handels the situation.

  2. aber viele warten immernoch auf ihren bericht von der bilderbergkonferenz ... schade

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    • ttob
    • 04.06.2008 um 15:48 Uhr

    ... dann bekommst du vermutlich einen guten Eindruck davon, auf welche Richtung sich Medienmacher und Musterdemokraten auf ihrer Bilderberg-Konferenz geeinigt haben.Vielleicht ist Michael Naumann geschwätziger, oder war der diesmal nicht mit dabei?Aber nein im Ernst, es ist schon bedenklich, dass KEINE (mir bekannte) Zeitung darüber berichtet. Da trifft sich die Prominenz der Welt und alles ist verschwiegen. Ein deutliches Zeichen, dass unsere Medien nicht wirklich unabhängig und frei sind.(Anmerkung: Bitte versuchen Sie, beim Thema zu bleiben. Die Redaktion/jk)

    • ttob
    • 04.06.2008 um 15:48 Uhr

    ... dann bekommst du vermutlich einen guten Eindruck davon, auf welche Richtung sich Medienmacher und Musterdemokraten auf ihrer Bilderberg-Konferenz geeinigt haben.Vielleicht ist Michael Naumann geschwätziger, oder war der diesmal nicht mit dabei?Aber nein im Ernst, es ist schon bedenklich, dass KEINE (mir bekannte) Zeitung darüber berichtet. Da trifft sich die Prominenz der Welt und alles ist verschwiegen. Ein deutliches Zeichen, dass unsere Medien nicht wirklich unabhängig und frei sind.(Anmerkung: Bitte versuchen Sie, beim Thema zu bleiben. Die Redaktion/jk)

  3. Die Figur des amerikanischen Präsidenten bildet seit eh und je die Zielscheibe allen Unmuts.  Die Verteufelung dieser Figur begann keineswegs mit Bush; auch Carter, Johnson, Nixon, Reagan, Kennedy, Ford und wie ihre Vorgänger und Nachfolger alle hießen, wurden im Ausland oft als leibhaftige Teufel bezeichnet und fielen im Inland nicht selten Attentaten zum Opfer.
    Der Grund liegt in der maßlosen Überschätzung der Macht des Präsidentenamts und zugleich totaler Unkenntnis der amerikanischen Graswurzeldemokratie im Ausland.  Der Präsident PROponiert nur, heißt es in den USA, doch der Senat DISponiert.  Alle Macht liegt wie im alten Rom bei den 100 Senatoren, von denen jeder einzelne über ein umfangreiches Sekretariat verfügt, das jeden Brief aus dem Volk beantwortet.  Jeder einzelne Amerikaner stimmt im November nicht nur für den Präsidenten, sondern für seinen Abgeordneten und seinen Senator, den jeder mit Namen kennt und den er meist vor der Wahl persönlich gesehen hat, und mit dem er jederzeit korrespondieren kann. 
    Ohne einen umfangreichen Stab von Spezialberatern kann kein Präsident operieren.  Er kann zwar keine eigenmächtigen Gesetze erlassen, doch kann er immerhin ein Veto gegen eine Entscheidung des Senats einlegen, der aber dieses Veto mit großer Stimmenmehrheit wieder überstimmen kann.  Seine größte Macht besteht in der Ernennung der richtigen Mitarbeiter.

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    • ttob
    • 04.06.2008 um 16:02 Uhr

    ... das ist ja alles richtig, aber "Graswurzeldemokratie" würde ich das nicht nennen, es ist sicher so ähnlich wie mit "unserem Bundestagsabgeordneten" in den Bundesländern, den man angeblich auch kennen sollte und dem man auch jederzeit schreiben kann und von dem/der man idR einige nichtssagende abwimmelnd/tröstende Phrasen als Antwort bekommt (ja hab ich schon probiert).Nichtsdestotrotz scheinen einige wenige Personen den Ton in den USA anzugeben, vielleicht ist das eine Fehldarstellung der Medien, aber niemand wird behaupten der Senat hätte sich bei Bush ähnlich verhalten wie bei Bill Clinton. Offenbar kann der Präsident an vielen Schrauben drehen, eine davon ist das Personal, eine andere sein Veto, welches eine 2/3-Mehrheit zur Überstimmung erfordert. Letztere ist vermutlich nicht nur in D unglaublich schwer zu bekommen, ein Konflikt den der Senat offenbar zu meiden versucht. Die USA sind damit in wesentlichen Teilen eine Ein-Mann-Diktatur (auf Zeit und mit Notbremse).

    • ttob
    • 04.06.2008 um 16:02 Uhr

    ... das ist ja alles richtig, aber "Graswurzeldemokratie" würde ich das nicht nennen, es ist sicher so ähnlich wie mit "unserem Bundestagsabgeordneten" in den Bundesländern, den man angeblich auch kennen sollte und dem man auch jederzeit schreiben kann und von dem/der man idR einige nichtssagende abwimmelnd/tröstende Phrasen als Antwort bekommt (ja hab ich schon probiert).Nichtsdestotrotz scheinen einige wenige Personen den Ton in den USA anzugeben, vielleicht ist das eine Fehldarstellung der Medien, aber niemand wird behaupten der Senat hätte sich bei Bush ähnlich verhalten wie bei Bill Clinton. Offenbar kann der Präsident an vielen Schrauben drehen, eine davon ist das Personal, eine andere sein Veto, welches eine 2/3-Mehrheit zur Überstimmung erfordert. Letztere ist vermutlich nicht nur in D unglaublich schwer zu bekommen, ein Konflikt den der Senat offenbar zu meiden versucht. Die USA sind damit in wesentlichen Teilen eine Ein-Mann-Diktatur (auf Zeit und mit Notbremse).

    • ttob
    • 04.06.2008 um 15:48 Uhr

    ... dann bekommst du vermutlich einen guten Eindruck davon, auf welche Richtung sich Medienmacher und Musterdemokraten auf ihrer Bilderberg-Konferenz geeinigt haben.Vielleicht ist Michael Naumann geschwätziger, oder war der diesmal nicht mit dabei?Aber nein im Ernst, es ist schon bedenklich, dass KEINE (mir bekannte) Zeitung darüber berichtet. Da trifft sich die Prominenz der Welt und alles ist verschwiegen. Ein deutliches Zeichen, dass unsere Medien nicht wirklich unabhängig und frei sind.(Anmerkung: Bitte versuchen Sie, beim Thema zu bleiben. Die Redaktion/jk)

    Antwort auf "netter text ..."
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    • Anonym
    • 04.06.2008 um 15:54 Uhr

    ungeschminkt seine Meinung kundtut und anderen Kommentatoren die Freiheit gewährt, das gleiche zu tun, natürlich im Einklang mit dem Kontext der Teilnahmebedingungen in diesem Forum.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

    http://kommentare.zeit.de...

    • Anonym
    • 04.06.2008 um 15:54 Uhr

    ungeschminkt seine Meinung kundtut und anderen Kommentatoren die Freiheit gewährt, das gleiche zu tun, natürlich im Einklang mit dem Kontext der Teilnahmebedingungen in diesem Forum.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

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    • Anonym
    • 04.06.2008 um 15:51 Uhr

    jetzt die geeigneten Berater als "heimliche" Minister gehandelt. Darunter auch ehemalige Senatoren. Ich kann mir bei der Gemengenlage nicht vorstellen, daß Obama, wie auch immer er es auch anstellen mag, an Hillary Clinton vorbeikommen mag. Noch Fragen?Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
    debrasseur

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    • Anonym
    • 04.06.2008 um 15:54 Uhr

    ungeschminkt seine Meinung kundtut und anderen Kommentatoren die Freiheit gewährt, das gleiche zu tun, natürlich im Einklang mit dem Kontext der Teilnahmebedingungen in diesem Forum.Schönen Tag noch - Gute ZEIT mit der ZEIT!
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    • Anonym
    • 04.06.2008 um 15:54 Uhr

    Ein sehr guter und korrekter Beitrag. Die Macht des Kongresses wird oft noch nicht mal in der USA verstanden. Das kommt daher, weil der Kongress es bis jetzt immer geschafft hat, den jeweiligen Praesidenten als Pruegelknaben zu verwenden, und wie Du korrekt sagst, es ist egal, wer Praesident ist.  Truman/ Reagan haben zurueckgeschossen, Clinton hat mit seinem Spitzbubenlaecheln immer wieder die Haue von sich gelenkt, Bush/Cheney war es schlicht egal, was die Leute und die Medien ueber sie sagen,  beide haben sich nie verteidigt.Uebrigens war der Kongress zu Truman so nasty, dass sie ihm die Paresidentenpension gestrichen haben (was damals noch unter der Kontrolle des Kongresses war. Eisenhower hat das abgeschafft). Truman, der nie ein eigenes Haus besass, und auch ansonsten nicht reich war, ist dann mit Frau zu  seiner Mutter  in Independence. MO eingezogen.  Die Macht des Praesidenten ist im Ueberreden. Er kann, wie Reagan das gemacht  "to the people" gehen um den Kongress unter Druck zu setzen. Der Einzige, der in der Nachkriegszeit die USA wirklich negativ beeinflusst hat, war Carter, der durch seine ewigen Untergangsstimmungsreden  die Wirtschaft und den Optimismus der Amerikaner kaputt geredet hat, voellig verwirrt und inept mit OPEC und Iran umgegangen ist, und am Ende 18 Prozent Inflation zu verantworten hatte. Ansonsten hat  der Kongress in der Macht, auch im Iraq Krieg. Wer mal eine Viertel Stunde  vom Bush-Bashing Urlaub nehmen kann, dem wuerde ich raten, die Senatsreden vom Oktober 2002 zu lesen. Dann wird demjenigen aufgehen, dass Bush sehr moderat gehandelt hat, indem er zur UN gegangen ist. Die Senatoren haben das in der Mehrheit als unnoetige Zeitverzoegerung angesehen.  Persoenlich habe ich in der USA (und zweimal fuer mehrere Jahre als Amerikaner in Europa)  unter acht Praesidenten gelebt. Ich glaube, ich kann mir ein Urteil erlauben.

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