Primarschule Gymnasium im Aufruhr
Mit der Einführung der Primarschule sehen Hamburger Eltern die humanistische Bildung untergehen

© Achenbach und Pacini
Humanistische Tradition seit 479 Jahren: Uwe Reimer leitet das Johanneum in Hamburg
Kinder laufen durcheinander, ein Lärm, wie er nur durch Schulkorridore hallt. Mütter, Väter, auch Großeltern sind heute Abend gekommen, um den großen Auftritt ihrer Kleinen zu sehen: Gleich beginnt das Sommerkonzert im Johanneum, dem traditionsreichsten humanistischen Gymnasium der Hansestadt.
Dr. Uwe Reimer wird diese Gelegenheit nutzen. Der Schulleiter, den hier niemand ohne seinen Titel nennt, begrüßt einzelne Gäste mit festem Händedruck. Ein kleiner, schlanker Mann, der in dem wartenden Durcheinander eine überlegene Ruhe ausstrahlt. Doch der Daumen knibbelt beständig am Zeigefinger seiner rechten Hand. Gleich, wenn die Aula bis auf den letzten Holzstuhl besetzt ist und das Unterstufenorchester den ersten Applaus bekommen hat, wird er nach vorn gehen, um es laut zu sagen: dass er alles andere als gelassen sei.
»Ich fürchte, dass das Hamburger Schulwesen in den nächsten Jahren in ein Chaos gestürzt wird, das nicht zur Leistungsförderung beiträgt«, hebt Reimer an. »Ich fürchte, dass uns die Grundlage genommen wird.« Er zeigt auf die Fünft- und Sechstklässler auf der Bühne. »Die sechsjährige Primarschule wird zu einer Austrocknung der humanistischen Gymnasien führen!« Alle klatschen, einzelne johlen sogar, und Reimer setzt hinzu: »Unterschreiben Sie die Volksinitiative, damit unser Profil erhalten bleibt.«
Der Schulleiter muss seine Gäste nicht lange bitten. Denn es brodelt längst im Hamburger Bildungsbürgertum. Von »Bildungsverflachung im Tausch für die Elbvertiefung« ist die Rede, von der »Morgengabe« des Ersten Bürgermeisters an die neue Koalitionspartnerin Goetsch. Viele sind »sauer, wie Ole sich gewendet hat«.
Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte im Wahlkampf versprochen, die Gymnasien »zu retten«. Retten vor der GAL-Spitzenkandidatin Christa Goetsch und ihrer Forderung, dass alle Kinder neun Jahre gemeinsam auf eine Schule gehen. Ungefragt fand sich das Johanneum auf CDU-Plakaten wieder, unter dem Bild der Schule stand: »Staatliche Einheitsschule (vormals dein Gymnasium)«. Als die schwarz-grünen Verhandlungen begannen, soll es von Beust gewesen sein, der ein neues Schulkonzept entwerfen ließ. Dann las man im Koalitionsvertrag, was zuvor bei keiner Partei auf dem Zettel stand: Alle Schüler sollen von der ersten bis zur sechsten Klasse in einer »Primarschule« gemeinsam lernen, bevor sich ihre Wege auf die weiterführenden Schulen trennen. Die Politiker haben sich auf dem Papier in der Mitte geeinigt, doch nicht den Kampf um pädagogische Konzepte entschieden.
So kommt es in Hamburg zu der denkwürdigen Situation, dass die eine Schule der neuen Bildungssenatorin Christa Goetsch ein Ständchen bringt, während eine andere auf dem Rathausmarkt aus Protest musiziert. Dass sich im Stadtstaat nun zwei Volksinitiativen ein Wettrennen liefern: »Eine Schule für alle« heißt die eine, die nach wie vor neun Jahre Einheitsschule fordert; »Wir wollen lernen« heißt neuerdings die zweite, die für den Erhalt der Gymnasien ab der fünften Klasse kämpft.
Die Senatorin verspricht, dass es Latein an Primarschulen geben wird
Uwe Reimer weiß, dass er sich mit seinem Aufruf als Beamter weit nach vorn wagt. Aber es bleibe nichts anderes übrig, als »auf den Zug zu springen, der allgemein gegen die Reformen ist«. Im Mai suchten die Schulleiter der drei humanistischen Gymnasien in Hamburg – Johanneum, Christianeum und Wilhelm-Gymnasium – mit ihrer neuen Dienstherrin das Gespräch, in der Hoffnung auf eine Regelung wie in Berlin. Dort gibt es die Primarschule, aber auch ein paar »grundständige« Gymnasien, zu denen Kinder nach der vierten Klasse wechseln können. Die Senatorin habe bei dem Gespräch jedoch »gleich zu Beginn sehr deutlich gemacht«, dass es in Hamburg keine Ausnahmen geben werde. Stattdessen will sie an Primarschulen »auch Latein anbieten«, als Teil eines breiten Fremdsprachen-Angebots. »Wahrscheinlich wird es sogar mehr Latein geben als jetzt«, sagt Goetsch.
Doch den humanistischen Gymnasien geht es um mehr als um frühes Vokabelnpauken. »Wir vermitteln ja nicht nur die Sprache, sondern auch die Werte der Antike«, sagt Uwe Reimer. »Alle Fächer sind in unserem Curriculum miteinander verzahnt.« Die humanistische Bildung als ganzheitlicher Ansatz – Christa Goetsch, die selbst Schülerin eines humanistischen Gymnasiums war, kennt die Argumente »zur Genüge«. Aber mit Ausnahmeregelungen löse man nur »Fluchtbewegungen« aus.
Ob sie die wird vermeiden können, bezweifeln ihre Gegner allerdings. »Die Grünen sorgen dafür, dass noch mehr Eltern ihre Kinder auf Privatschulen schicken werden«, sagt Walter Scheuerl, von Beruf Rechtsanwalt und Gründer der Volksinitiative. Mit ihm tragen Väter und Mütter von Gymnasiasten den Protest, die zum ersten Mal im Leben Unterschriften sammeln gehen. Bis zu den Sommerferien wollen sie die gegnerische Initiative überrunden, die gerade 15000 Unterschriften im Rathaus abgegeben hat. Ein Dutzend offene Briefe haben die Eltern seit den ersten Reform-Gerüchten geschrieben, sich mit Politikern getroffen und eine Webseite eingerichtet, auf der man eine Liste mit Argumenten herunterladen kann. Mehr als 3000 Unterschriften haben sie schon, T-Shirts und Flyer für die Straßenkampagne werden noch gedruckt.
Im Chor der Empörung gehen einzelne Stimmen unter, wie die von Ines Zimmermann, einer Elternvertreterin, die sich nun »als Nestbeschmutzerin« sieht. Auch sie hat ihren Sohn »nicht zufällig« auf ein humanistisches Gymnasium geschickt. Sie findet es gut, dass man sich »Muße nehmen muss, um einen lateinischen Satz zu übersetzen, wenn man sieht, wie schnell das Internet-Chatten geht«. Doch sie kann auch der Idee des längeren gemeinsamen Lernens viel abgewinnen. »Eine verkrustete Schulform aufzubrechen und dabei die humanistischen Traditionen mitzunehmen könnte eine Herausforderung sein«, sagt sie, »Aber wir haben hier gerade ein veränderungsmüdes Feld.«
Mit den neuen Plänen werden sich zum Schuljahreswechsel 2010 alle Hamburger Schulen auf einen Schlag umstellen müssen. Und das vor dem Hintergrund noch nicht abgeschlossener Reformen: Im kommenden Schuljahr wird es in Hamburg erstmals keine isolierten Hauptschulklassen mehr geben; 2009 sollen neue »Stadtteilschulen« eingeführt werden, in denen die bisherigen Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu einer Schulform verschmelzen; gleichzeitig werden am Gymnasium die ersten Schüler ihr Abitur nach acht Jahren machen, parallel dazu wird erneut die Oberstufe reformiert.
Die Kritiker sagen Chaos und soziale Benachteiligungen voraus
Was bislang über die Organisation der Primarschulen zu erfahren ist, trägt nicht dazu bei, die Angst vor dem Chaos zu nehmen. Im Koalitionsvertrag sind mehrere Optionen aufgeführt: In einer »Langform« gibt es Primar- und weiterführende Schule unter einem Dach; sie soll jedoch die Ausnahme bleiben. Im zweiten Modell würden die jetzigen Grundschulen die 5. und 6. Klassen übernehmen. Sie bieten an ihrem Standort eine komplette Primarschule an, wobei in den oberen Klassen auch Lehrer der weiterführenden Schulen unterrichten. Nur knapp die Hälfte der mehr als 200 Grundschulen in Hamburg haben dafür ausreichend Räume. Deshalb kommt gößtenteils Modell drei zum Zuge: Die 1. bis 3. Klasse wird in den Räumen der Grundschule unterrichtet, vom vierten Jahr an geht dann der Klassenverband geschlossen in eine der weiterführenden Schulen zum Unterricht.
»Ein irres Reisekarussell«, sagt Corinne Geppert, Elternratsvorsitzende des Johanneums. Nicht nur die Lehrer sollen pendeln, auch die Kinder müssen schon in der vierten Klasse längere Schulwege auf sich nehmen. Vor allem dann, wenn sie eine Primarschule erreichen wollen, die ein ganz bestimmtes Bildungsprofil fördert. »Das wird doch wieder leichter für solche Elternhäuser sein«, sagt Geppert, »wo es ein Au-pair-Mädchen gibt oder eine Mutter, die Zeit hat, das Kind zur Schule zu fahren.«
Die soziale Spaltung werde nicht beseitigt, so das stärkste Argument der Kritiker, sondern sogar vertieft. »Die Eltern werden sich genau anschauen, welche Grundschule mit welcher weiterführenden Schule kooperiert«, sagt Geppert. Die Mütter müssten »bald schon im Hebammenkurs überlegen«, welchen Bildungsweg ihr Kind einschlagen soll.
Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio
- Datum 12.06.2008 - 13:07 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.06.2008 Nr. 25
- Kommentare 32
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




kann man leicht sehen, wenn man sich mal die Argumente ihrer Anhänger ansieht (spreche da aus Erfahrung, da selbst durch ein Hamburger altsprachliches Gymnasium geschädigt). Nun sind es also die "Werte der Antike", die als Argument für die Beibehaltung ungerechter Bildungsstrukturen herhalten muss. Welche Werte lernt man denn im Lateinunterricht? Nennen Sie drei. Und gegen die stehen: Primitive Kriegsverherrlichung und -führung, Christenverfolgung, Festhalten an Aberglauben, Sklavenhaltung usw. Da gibt es nichts, aber auch nichts, was man nicht im Geschichtsunterricht besser lernen könnte.Früher hieß es ja noch, Latein erleichtere den Zugang zu den romanischen Sprachen - dann soll man lieber Französisch lernen (und erhält Zugang zu einer wesentlichen Kultur der Moderne) - oder es fördere das logische Denken - dann soll man lieber vernünftig Mathematik lernen. Oder meinetwegen Griechisch. Dadurch (und nicht durch Latein) erhält man direkten Zugang zu dem, was an der Antike wertvoll war und kann durch Aristoteles auch Zugang zum logischen Denken finden. So war die humanistische Ausbildung nämlich eigentlich gedacht - damals, als auf dem europïschen Kontinent kein kultivierter Mensch Englisch sprach: Als Einführung lernt man Latein und dann Griechisch. Großer Vorteil des Latein vor 479 Jahren, als das Johanneum gegründet wurde: Es war die europaweit benutzte Bildungssprache. Heute ist das anders, wie nicht ausgeführt zu werden braucht. Der Schaden, den die sog. humanistische Ausbildung anrichtet, besteht darin, dass viele, die sie endlich überstanden haben, glauben, nun was Besseres zu sein. Es wäre ja auch psychologisch schwierig sich einzugestehen, dass man die besten Jahre seines Lebens vergeudet hat. Statt dessen ist man stolz auf seinen Doktortitel und glaubt an Eliteausbildung.Durch eine Einheitsschule schafft man Eliten nicht ab und stellt auch keine soziale Gerechtigkeit her. Erfahrungen aus Dänemark und Schweden (wo alle die neunjährige Volks-Schule besuchen und danach evtl. noch drei Jahre das Gymnasium) zeigen, dass die soziale Herkunft nach wie vor maßgeblich den weiteren Bildungs- und Lebensweg bestimmt.Man erreicht jedoch, dass alle es einfacher haben, miteinander zu sprechen und dass die Toleranz größer wird. Und das ist nicht wenig. Soziale Abschottung und Förderung von Unverständnis für andere soziale Gruppen wird dagegen vom dreigliedrigen Schulwesen gefördert. Darin besteht der Schaden, den Schulen wie das Johanneum anrichten.
stand zwar nicht in Hamburg (und hat damit wohl kein ganzheitliches humanistisches Konzept angeboten, das gibt's nur in der Stadt der Pfeffersäcke) - aber den "Elite"-Quatsch haben sie in der Tat sehr früh angefangen. Komisch nur, dass es von den Schülern keiner gemerkt hat, dass sie eine "Elite"-Schule besuchen; denn die Folgen waren, dass wichtige naturwissenschaftliche Fächer in ihrer Ausstattung zugunsten teurer Einzelprojekte, die reinen Vorzeigecharakter hatten (z. B. Schulorgel), zurückstehen mussten.
Elite sieht anders aus.
Vielen Dank LiLLLLL für Ihre Ausführungen, Sie haben mir damit eigentlich alles gesagt aus und den Kern getroffen. Gruß Kursanstieg
Da ist wohl jemand mit 'ner 5 in Latein sitzen geblieben...Außerdem sind ihre Verschwörungstheorien lachhaft: durch De bello Gallico lesen zum Kriegstreiber werden, Christenverfolgung propagieren im Lateinunterricht... Haben sie schon mal Augustinus gelesen auf Ihrem humanistischen Gymnasium (wenn Sie es wirklich bis zum 13. Schuljahr besucht haben)?
Ich habe 5 Jahre Latein gehabt - und empfinde das immer noch als Bereicherung. Latein öffnet einem Menschen den Zugang zu den ganz großen Geheimnissen der Welt - und zwar nicht nur des Glaubens. Und zu einer grandiosen Erkenntnis - dass sich die Menschheit auch über Jahrtausende nicht geändert hat. Und wie schön der Ovid sein kann, wenn man ihn in lateinischer Sprache liest... Ich bin übrigens auch ein Freund der tridentinischen Messe - die Kraft der lateinischen Worte, ihre meditative Stille sind unbeschreiblich.Mein Sohn wird ab dem kommenden Schuljahr auch Latein als zweite Fremdsprache bekommen. Für Französisch reichen wirklich zwei Jahre Schulunterricht aus - den Rest lernt man durch praktisches Anwenden. Und Italienisch? Das lernt sich für einen Lateiner ungeheuer schnell - ebenso, wie Spanisch und Portugiesisch. Da fährt man ganz einfach alleine in diese Länder und macht learning by doing... Und keine Angst: ich habe es in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal durchweg erlebt, dass sich die Menschen dort sehr gefreut haben, wenn ich dort mit meinen anfänglich sehr holprigen Sprachkenntnissen in der Landessprache sie trotzdem gesprochen habe.Und dass Latein der Schlüssel für ein vernünftiges Deutsch ist, brauche ich keinem Lateiner zu erzählen. Deutsche Grammatik kann man als Lateiner aus dem ff.
Mit Verlaub: Sie haben keine Ahnung.[Anm.: Bitte versuchen Sie, Kritik sachlich zu formulieren und zu einer konstruktiven Diskussion beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]
stand zwar nicht in Hamburg (und hat damit wohl kein ganzheitliches humanistisches Konzept angeboten, das gibt's nur in der Stadt der Pfeffersäcke) - aber den "Elite"-Quatsch haben sie in der Tat sehr früh angefangen. Komisch nur, dass es von den Schülern keiner gemerkt hat, dass sie eine "Elite"-Schule besuchen; denn die Folgen waren, dass wichtige naturwissenschaftliche Fächer in ihrer Ausstattung zugunsten teurer Einzelprojekte, die reinen Vorzeigecharakter hatten (z. B. Schulorgel), zurückstehen mussten.
Elite sieht anders aus.
Vielen Dank LiLLLLL für Ihre Ausführungen, Sie haben mir damit eigentlich alles gesagt aus und den Kern getroffen. Gruß Kursanstieg
Da ist wohl jemand mit 'ner 5 in Latein sitzen geblieben...Außerdem sind ihre Verschwörungstheorien lachhaft: durch De bello Gallico lesen zum Kriegstreiber werden, Christenverfolgung propagieren im Lateinunterricht... Haben sie schon mal Augustinus gelesen auf Ihrem humanistischen Gymnasium (wenn Sie es wirklich bis zum 13. Schuljahr besucht haben)?
Ich habe 5 Jahre Latein gehabt - und empfinde das immer noch als Bereicherung. Latein öffnet einem Menschen den Zugang zu den ganz großen Geheimnissen der Welt - und zwar nicht nur des Glaubens. Und zu einer grandiosen Erkenntnis - dass sich die Menschheit auch über Jahrtausende nicht geändert hat. Und wie schön der Ovid sein kann, wenn man ihn in lateinischer Sprache liest... Ich bin übrigens auch ein Freund der tridentinischen Messe - die Kraft der lateinischen Worte, ihre meditative Stille sind unbeschreiblich.Mein Sohn wird ab dem kommenden Schuljahr auch Latein als zweite Fremdsprache bekommen. Für Französisch reichen wirklich zwei Jahre Schulunterricht aus - den Rest lernt man durch praktisches Anwenden. Und Italienisch? Das lernt sich für einen Lateiner ungeheuer schnell - ebenso, wie Spanisch und Portugiesisch. Da fährt man ganz einfach alleine in diese Länder und macht learning by doing... Und keine Angst: ich habe es in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal durchweg erlebt, dass sich die Menschen dort sehr gefreut haben, wenn ich dort mit meinen anfänglich sehr holprigen Sprachkenntnissen in der Landessprache sie trotzdem gesprochen habe.Und dass Latein der Schlüssel für ein vernünftiges Deutsch ist, brauche ich keinem Lateiner zu erzählen. Deutsche Grammatik kann man als Lateiner aus dem ff.
Mit Verlaub: Sie haben keine Ahnung.[Anm.: Bitte versuchen Sie, Kritik sachlich zu formulieren und zu einer konstruktiven Diskussion beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]
stand zwar nicht in Hamburg (und hat damit wohl kein ganzheitliches humanistisches Konzept angeboten, das gibt's nur in der Stadt der Pfeffersäcke) - aber den "Elite"-Quatsch haben sie in der Tat sehr früh angefangen. Komisch nur, dass es von den Schülern keiner gemerkt hat, dass sie eine "Elite"-Schule besuchen; denn die Folgen waren, dass wichtige naturwissenschaftliche Fächer in ihrer Ausstattung zugunsten teurer Einzelprojekte, die reinen Vorzeigecharakter hatten (z. B. Schulorgel), zurückstehen mussten.
Elite sieht anders aus.
Vielen Dank LiLLLLL für Ihre Ausführungen, Sie haben mir damit eigentlich alles gesagt aus und den Kern getroffen. Gruß Kursanstieg
Man entnehme meinem Kurzbeitrag, Posting 3, das "mir" ... :-)
Da ist wohl jemand mit 'ner 5 in Latein sitzen geblieben...Außerdem sind ihre Verschwörungstheorien lachhaft: durch De bello Gallico lesen zum Kriegstreiber werden, Christenverfolgung propagieren im Lateinunterricht... Haben sie schon mal Augustinus gelesen auf Ihrem humanistischen Gymnasium (wenn Sie es wirklich bis zum 13. Schuljahr besucht haben)?
Kern des Konflikts ist die Frage, wie lange das gemeinsame Lernen in der Primarstufe dauern sollte. Nicht Sinn oder Unsinn von Latein oder des Humanistischen Gymnasiums.Ich selber durfte die Orientierungsstufe durchlaufen. Nett, aber viel verschenkte Zeit!Meine älteste Tochter wechselt von der Grundschule auf die weiterführende Schule. Nach vier Jahren Grundschule ist mein Eindruck, dass ein weiteres Lernen im bestehenden Klassenverband wenig bringt - weder den guten, noch den schlechten Schülern. Die bestehenden (und überwiegend im Elternhaus entstandenen) Versäumnisse bei den schlechten Schülern können im Unterricht nicht kompensiert werden. Nur unter Einbeziehung der Eltern kann etwas bewirkt werden, das aber kann nicht Aufgabe einer Schule sein bzw. würde die Möglichkeiten einer Schule sprengen.Soziale Kompetenz, Solidarität, Verständnis - das klingt alles sehr hübsch. Leider fehlen da die Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft - und wie zukünftige Generationen diese bewältigen sollen. Tolorenz und Verständnis allein reicht da bei weitem nicht!Ich bin froh, in Niedersachsen zu wohnen, wo bildungspolitische Experimente der extremen Art bisher nicht zu befürchten sind. Glück gehabt. :-)
Ich habe 5 Jahre Latein gehabt - und empfinde das immer noch als Bereicherung. Latein öffnet einem Menschen den Zugang zu den ganz großen Geheimnissen der Welt - und zwar nicht nur des Glaubens. Und zu einer grandiosen Erkenntnis - dass sich die Menschheit auch über Jahrtausende nicht geändert hat. Und wie schön der Ovid sein kann, wenn man ihn in lateinischer Sprache liest... Ich bin übrigens auch ein Freund der tridentinischen Messe - die Kraft der lateinischen Worte, ihre meditative Stille sind unbeschreiblich.Mein Sohn wird ab dem kommenden Schuljahr auch Latein als zweite Fremdsprache bekommen. Für Französisch reichen wirklich zwei Jahre Schulunterricht aus - den Rest lernt man durch praktisches Anwenden. Und Italienisch? Das lernt sich für einen Lateiner ungeheuer schnell - ebenso, wie Spanisch und Portugiesisch. Da fährt man ganz einfach alleine in diese Länder und macht learning by doing... Und keine Angst: ich habe es in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal durchweg erlebt, dass sich die Menschen dort sehr gefreut haben, wenn ich dort mit meinen anfänglich sehr holprigen Sprachkenntnissen in der Landessprache sie trotzdem gesprochen habe.Und dass Latein der Schlüssel für ein vernünftiges Deutsch ist, brauche ich keinem Lateiner zu erzählen. Deutsche Grammatik kann man als Lateiner aus dem ff.
...allerdings sind Sie mit Ihrer einfühlsamen Begeisterung wohl ziemlich alleine, vermute ich mal frechweg. Ich habe selber ein humanistisches Gymnasium besucht und habe tadas große Latinum.Bis auf die Tatsache, dass es mir etwas leichter fällt mir die Vokabeln von romanischen Sprachen zu lernen, war der Lateinunterricht in meinen Augen reine Zeitverschwendung.Hätte es an unsere Schule Spanisch oder Italienisch gegeben, hätte ich sicher diese Fächer gewählt. Damit kann man wenigstens kommunizieren, für mich der einzige Grund eine Sprache zu lernen.Ich kann auch nicht behaupten ein besonders guter Schüler gewesen zu sein, allerdings habe ich auch von unserem damaligen Einserkandidaten keinen über die Schönheit der Sprache Ovids und die meditative Stille der tridentinischen Messe schwärmen hören.Auch diese Mitschüler haben wie wir alle vor allem mal stur auswendig Vokabeln und Grammatik gepaukt, grade in Latein reicht das meist schon für eine 2, oft genug auch für eine 1. Vielleicht sieht Ihr Sohn es ja eher wie Sie (was ich Ihnen wirklich wünschen möchte) aber ich befürchte, Sie werden sich auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen müssen.
...allerdings sind Sie mit Ihrer einfühlsamen Begeisterung wohl ziemlich alleine, vermute ich mal frechweg. Ich habe selber ein humanistisches Gymnasium besucht und habe tadas große Latinum.Bis auf die Tatsache, dass es mir etwas leichter fällt mir die Vokabeln von romanischen Sprachen zu lernen, war der Lateinunterricht in meinen Augen reine Zeitverschwendung.Hätte es an unsere Schule Spanisch oder Italienisch gegeben, hätte ich sicher diese Fächer gewählt. Damit kann man wenigstens kommunizieren, für mich der einzige Grund eine Sprache zu lernen.Ich kann auch nicht behaupten ein besonders guter Schüler gewesen zu sein, allerdings habe ich auch von unserem damaligen Einserkandidaten keinen über die Schönheit der Sprache Ovids und die meditative Stille der tridentinischen Messe schwärmen hören.Auch diese Mitschüler haben wie wir alle vor allem mal stur auswendig Vokabeln und Grammatik gepaukt, grade in Latein reicht das meist schon für eine 2, oft genug auch für eine 1. Vielleicht sieht Ihr Sohn es ja eher wie Sie (was ich Ihnen wirklich wünschen möchte) aber ich befürchte, Sie werden sich auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen müssen.
...allerdings sind Sie mit Ihrer einfühlsamen Begeisterung wohl ziemlich alleine, vermute ich mal frechweg. Ich habe selber ein humanistisches Gymnasium besucht und habe tadas große Latinum.Bis auf die Tatsache, dass es mir etwas leichter fällt mir die Vokabeln von romanischen Sprachen zu lernen, war der Lateinunterricht in meinen Augen reine Zeitverschwendung.Hätte es an unsere Schule Spanisch oder Italienisch gegeben, hätte ich sicher diese Fächer gewählt. Damit kann man wenigstens kommunizieren, für mich der einzige Grund eine Sprache zu lernen.Ich kann auch nicht behaupten ein besonders guter Schüler gewesen zu sein, allerdings habe ich auch von unserem damaligen Einserkandidaten keinen über die Schönheit der Sprache Ovids und die meditative Stille der tridentinischen Messe schwärmen hören.Auch diese Mitschüler haben wie wir alle vor allem mal stur auswendig Vokabeln und Grammatik gepaukt, grade in Latein reicht das meist schon für eine 2, oft genug auch für eine 1. Vielleicht sieht Ihr Sohn es ja eher wie Sie (was ich Ihnen wirklich wünschen möchte) aber ich befürchte, Sie werden sich auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen müssen.
Man streiche ein "mir" im dritten Satz ;-)
Man streiche ein "mir" im dritten Satz ;-)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren