Schrift Das magische Medium
Nicht nur die Sumerer und Ägypter erfanden Schritfzeichen. Auch die Ureinwohner im peruanischen Caral entwickelten ein System, um Informationen zu speichern: Geknotete Schnüre aus Lamawolle halfen ihnen bei der Buchhaltung

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Als sie der Anruf erreicht, zögert Ruth Shady Solís keine Sekunde. Die Archäologin von der San-Marcos-Universität greift nach dem Strohhut, stürmt die Treppe hinunter und bahnt sich den Weg durch ihr Institut. Draußen, in einem stillen Viertel am Rande Limas, wartet wie immer Abraham Malasquez. Als der alte Chauffeur die Tür aufhält, weiß er auch ohne Worte, dass es auf dieser Fahrt nicht die übliche Kaffeepause geben wird.
Wie mit Blaulicht scheucht er den roten Geländewagen durch das Verkehrschaos der peruanischen Megastadt. Vorbei an Limas Bergen, die den hochkriechenden Pueblos Jovenes erliegen wie einst Laokoon den Schlangen. Hinaus aus dem Moloch nach Norden über die Panamericana, die sich durch die tristen Wüsten am Rande des Pazifiks frisst. Hinein in das graubraune, verdurstete Hochland auf Pisten aus der Postkutschenzeit. Hinter gelben Dünen öffnet sich das Tal zu einer sandgrauen Senke. Steinhügel sind in der weiten Ebene verstreut. Riesen haben das getan, sagen die wenigen Bauern aus der kärglichen Umgebung noch heute. Doch die Hügel stammen von Menschenhand. Es sind Pyramiden.
Caral heißt die Stätte, die Abraham in mehr als drei Stunden angesteuert hat. Zwischen ihr und der 9-Millionen-Metropole Lima liegen 180 Kilometer – und 5000 Jahre Menschheitsgeschichte. In dieser erst jüngst freigelegten Frühzeit Amerikas zählte der Ort im Tal der Pyramiden bereits 3000 Bewohner. Heute gilt Caral zusammen mit den übrigen 19 Siedlungen im Supe-Tal als die älteste urbane Zivilisation des Kontinents. Rund 3000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung entstand sie, etwa 1600 vor Christus verschwand sie wieder. Das allerdings wusste noch niemand, als die Peruanerin Ruth Shady Solís 1994 mit den Ausgrabungen begann. Der stete, stille Wind, Sanddünen und Felsgeröll hatten die Schätze der frühen Kultur über Jahrtausende begraben. Die Trockenheit des Hochlandes erhielt sie. Radiokarbondatierungen zu Beginn dieses Jahrhunderts enthüllten, dass sie rund 1800 Jahre älter sind als die Siedlungen der Olmeken am Golf von Mexiko.
Und dann, im April 2005, bekam die Ausgrabungsleiterin diesen Anruf. Ihr Team ist in der dritthöchsten Pyramide Carals, der Galerie-Pyramide, auf ein fest verschnürtes Bündel gestoßen, eingemauert unter einer Stufe. In dem gemeinsamen Wohn- und Arbeitszentrum am Rande Carals bilden die Archäologen, Anthropologen, Architekten und Studenten einen Kreis um ihre zusammengeschobenen Schreibtische, auf denen Ruth Shady Solís das Päckchen öffnet. Es enthält Muscheln, ein Halsband aus Federn, Sandalen, mehrere Flöten. Das alles kennt man schon. Nur das braune Baumwollknäuel nicht, das um dünne Stäbe gewickelt ist. Beim Aufrollen gehen unterschiedlich lange Fäden von einer Hauptschnur strahlenförmig auseinander. Sie sind hellbraun, aber in zwei Farbtönen, und mit Knoten durchsetzt.
Die Schreibkunst war die neue Votivspenderin der Religion
Es sind diese unscheinbaren Fäden, die zu einem der frühen Aufzeichnungssysteme der Menschheit zurückführen: Die Anzahl, Form und Position der Knoten und die Farben der Schnüre bilden zusammen eine Art Datenbank. Der Fund aus der Pyramide von Caral ist ein Quipu – das Wort aus der Indianersprache Quechua bedeutet »Knoten«. Nur sind die Knotenschnüre von Caral um Jahrtausende älter als die in ihren Funktionen schon bekannten, doch bisher nur begrenzt entzifferten Quipus der Inkas.
Über diese zumeist aus Lamawolle geflochtenen Stränge lief die gesamte Buchhaltung des Inkastaates. Der reichte im 15. und 16. Jahrhundert von Ecuador über Peru bis nach Zentralchile. Mit Hilfe der Quipus wurden Geburten- und Sterberegister, Ernteerträge und Steuereinnahmen fixiert und archiviert. Die spanischen Eroberer zerstörten die geheimnisvollen Schnüre als »Gotteslästerung«. Nur rund 750 Quipus haben den frommen Vernichtungswahn überstanden. Umstritten ist bis heute, ob sie allein numerische Informationen enthalten haben und damit nur ein Verfahren der Mnemotechnik gewesen sind oder ob sie doch einem Schreibsystem gleichkamen, von dem Daten und Bezeichnungen zugleich logografisch und fonetisch abgerufen werden konnten. Fraglos aber bilden die Knotenschnüre, wie es die Quipu-Forscher Marcia und Robert Asher formuliert haben, einen »Meilenstein intellektueller Errungenschaften der Menschheit«.
Mit den alten Schriftkulturen Mesopotamiens und des geeinten Ägyptens teilten sie zumindest das Ziel, den immer breiteren Informationsfluss einer sich entwickelnden Zivilisation zu bewältigen. Wo Staaten entstanden waren und nach Administration verlangten, speicherte die neue Schrifttechnologie gleich den Quipus Daten, Register und Fakten, für deren Fülle kein Gedächtnis mehr reichte. Die Schreibkunst war die neue Votivspenderin der Religion, und sie machte aus Mnemotechnikern die ersten Buchhalter und Statistiker, die frühen Kontrolleure von Herrschaftswissen. So wurde die Schrift über Jahrtausende zum unersetzlichen Medium des Glaubens, der Kunst und der Informationsverarbeitung zugleich. Dieses Vermögen hat die Computertechnologie in nur wenigen Jahren überflügelt. Die digitalen Programme machen ihre Rechnung heute ohne unsere alte Schrift. Das geschriebene Wort dient da nur als Dolmetscher für die Datennutzer.
Stirbt das Schreiben, bleibt das Lesen? Immer mehr Menschen legen den Stift weg, mailen, simsen, verschicken statt Glückwunschschreiben animierte Clips, nutzen die Multi-Touch-Systeme ohne Tastaturen. Doch gleichzeitig bitten die ungezählten Autogrammjäger bei der Fußballeuropameisterschaft oder bei Filmfestspielen ihre Stars um deren persönlichen Schriftzug. Und ausgerechnet der Stein, der Urgrund aller erhaltenen Zeichenzeugnisse von den Felshöhlen bis zum Hammurabis Gesetzeskodex, erhält das Schreiben jung: Täglich werden ungezählte Gedenkinschriften gemeißelt und Graffiti an Mauern gesprüht. Die Schrift bleibt also ein magisches Medium, umrankt von Mythen und Legenden.
Zu ihnen gehört, dass die älteste aller Schriften in Mesopotamien entstanden sein soll. Der Sprachwissenschaftler Harald Haarmann hat in seinem Standardwerk Universalgeschichte der Schrift diese und andere Überlieferungen gründlich korrigiert. Schreiben und Schriftkultur beginnen nach dem heutigen Stand des Wissens vor mehr als 7000 Jahren in Südosteuropa. Die ältesten längeren Zeichensequenzen finden sich auf den Tontafeln von Tărtăria im jetzigen rumänischen Siebenbürgen. Sie entstanden etwa 5300 Jahre vor Christus und 2000 Jahre vor den ersten sumerischen Schriftzeugnissen. Was die Alteuropäer, die keine Indogermanen waren, in der Periode der jüngeren Steinzeit schufen, hat den Namen Vinča-Kultur erhalten. Er stammt von einem besonders reichen Fundort an der Donau, 14 Kilometer östlich von Belgrad.
Die Donauzivilisation als Urquell des Schreibens versiegte, als nach der Wende vom 5. zum 4. Jahrtausend vor Christus indogermanische Viehnomaden aus den südrussischen Weiten in den Donauraum eindrangen. Ihre Kampfkraft setzte sich gegen die höher entwickelte Kultur der alteingesessenen bäuerlich-protostädtischen Siedler durch. Mit Beginn der Bronzezeit verlöschte die wohl älteste Schrift der Menschheit wieder. Die Zeichen jener Zeit werden kaum je enthüllen, was sie besagten oder beschworen. Doch weist Haarmann darauf hin, dass sich alle beschrifteten Objekte abseits von den Siedlungsplätzen nur an Grab- und Kultstätten fanden. Ein Indizienbeweis dafür, dass sich die Alteuropäer mit ihrer frühen Fertigkeit der Religion verschrieben und eine reine Sakralschrift geschaffen hatten.
Dagegen dienten die meisten der alten Schriften im Orient alsbald dem Diesseits. In Mesopotamien hatten sich seit dem 4. Jahrtausend vor Christus die ersten Stadtstaaten entwickelt. Ihrer Verwaltung kam die Kunst des Schreibens wie gerufen. Die Tempelbürokratie von Alt-Sumer nutzte die Schrift, um über das Steuerwesen die staatliche Kontrolle der Untertanen auszubauen.
Die Stele galt als steinerne Verkörperung königlicher Macht
Im alten Ägypten stand die Hieroglyphenschrift anfangs im Dienst der Religion und wurde von Priestern sorgsam gehütet. Das änderte sich spätestens unter der einigenden Hand des Pharaos. Der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann stellt fest, dass es im Land der Pyramiden für die Begriffe »Befehl« und »Stele« nur ein Wort gab. Die Stele galt als die »steinerne Verkörperung königlicher Macht«. Das schrieben noch die mosaischen Tafeln fort, indem sie die Machtworte sterblicher Könige in das Gesetz des einen und unsterblichen Gottes ummünzten und mit den Ansprüchen verknüpften, das ganze Leben normativ zu regeln. Auch im Griechenland der Antike und im römischen Imperium war die Schrift nicht nur Kulturträger, sondern zugleich Instrument der sozialen Kontrolle in den Händen einer professionellen Kaste. Könige, Kirchen, Akademien haben dieses Erbe bis in die Neuzeit verlängert.
Die administrativen und zeremoniellen Funktionen, die der Schrift schon im Altertum zuwuchsen, machten die Texte immer länger. Es wurde mühselig, mit den alten Piktogrammen zu schreiben – mit jenen seit Jahrhunderten verwendeten Zeichen, die in stilisierter Form den Gegenstand darstellten, den sie dem Leser bewusst machen sollten. Um 2700 vor Christus legten die Sumerer den Griffel, mit dem sie jedes Zeichen in den Ton gekratzt hatten, zur Seite. Nun nahmen sie Stiele mit stumpfen Enden und drückten sie auf die weiche Tontafel. Die Piktogramme wandelten sich zu keilförmigen Zeichen – die Keilschrift war geboren. Vom Sumerischen wurde sie auf das Akkadische übertragen und weiter in fast alle Regionen des Orients.
Auch die größte Wende in der Schriftgeschichte, die dann alle alten Schreibsysteme mit Ausnahme des chinesischen zum Abdanken zwingen sollte, beginnt im Nahen Osten. Es ist die Alphabetisierung der Keilschrift. Äußerlich bleiben ihre Zeichen noch erhalten, doch sie gewinnen den Charakter von Buchstaben. Die Zeichen drücken Einzellaute aus, allerdings nur Konsonanten und keine Vokale. Die kommen ein paar Jahrhunderte später auf Kreta hinzu, als das inzwischen fortschrittlichste Alphabet, das phönizische, dort landet. Mit der griechischen Sprache als Partner erobert die Alphabetschrift die mediterrane Welt.
Im 7. vorchristlichen Jahrhundert erreicht sie die ersten Nichtgriechen in Etrurien und Latium. Bei den Etruskern, dem Volk der Gelehrten, sind es die principes , die sich die neue Schrift als Elitetechnologie erst einmal exklusiv aneignen. In den prachtvollen Gräbern der Aristokratie sind Geschenke und Grabbeilagen alphabetisch beschriftet. Hier fallen wieder der ideologische Wert der Schrift und ihre gleichzeitige Bedeutung für die soziale Kontrolle zusammen. Das ist besonders daran zu erkennen – wie der Archäologe und Historiker Mario Torelli in seinem Standardwerk über die Etrusker zeigt – dass die fürstlichen Gräber mit Schreibtafeln und Schreibwerkzeug ausgestattet worden sind.
Den hoch gebildeten Etruskern schaut ein kleines, damals gerade aus dem Sandkasten der Geschichte kommendes Völkchen die Alphabetschrift ab: die Latiner. Wenige Jahrhunderte später streben deren Legionen von Rom aus an die Spitze der Welt – und die von ihnen mitgeführte, noch provinzielle Lateinschrift erobert ebendiese Stellung im Laufe der Zeit. Und wird sie bis heute halten. Mit der Kultur der Römer zieht ihre Schrift im Westen Europas ein, während sie im östlichen Teil von der griechischen, arabischen und später kyrillischen Schrift der Slawenapostel umringt bleibt. Vom 16. Jahrhundert an sind es Westeuropas Kolonialmächte und Missionare, die Afrikaner, Asiaten und Indianer unter die Lateinschrift zwingen. Dem leibhaftigen und kulturellen Völkermord der spanischen Konquistadoren fallen nicht nur die Quipus der Inkas, sondern auch die weit höher entwickelte Schreib- und Buchkultur der Maya und ihrer Lehrmeister, der Olmeken, zum Opfer.
Gutenberg eröffnet der Alphabetschrift ungeahnt weite Leserkreise
Doch bahnen nicht nur Feuer und Schwert den Weg, der die lateinische Alphabetschrift und ihre Hundertschaften lokaler Ableitungen auf alle fünf Kontinente führt. Es sind auch Entscheidungen und Erfindungen einzelner Personen, die sich mit der enormen Anpassungsfähigkeit dieser Schreibvariante verbünden. Der Kirchenvater Augustinus stiehlt sich zum Latein in Wort und Schrift davon, weil ihm das Griechische zu schwer und unbequem erscheint. Johannes Gutenberg öffnet der lateinischen Alphabetschrift mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern 1455 ungeahnt weite Leserkreise. Und Bill Gates verschafft dem Englisch in Lateinschrift den Vorsprung im Internet.
Dennoch gibt es eine Vielfalt von Schriften, die auf anderen Alphabeten fußen – die meisten in Asien. Drei der sechs großen Sprachen, in denen die UN-Dokumente abgefasst werden, gehören nicht zur lateinischen Schriftfamilie, der größten aller Zeiten: Arabisch, Russisch und – als einzige nichtalphabetische Variante – Chinesisch.
Unter den großen Kulturen der Menschheitsgeschichte hat nur die chinesische ungebrochen überlebt – dank ihrer Schrift. Die hält sich bis heute an die Grundlagen, von denen sie vor 4000 Jahren ausging. Für die Chinesen und auch die Japaner geben die Schriftzeichen noch immer Auskunft nicht nur über den Bildungsgrad des Schreibers, sondern auch über seine Wesenszüge. Die Kalligrafie, die Schönschrift, gehört für Ostasien auch weiter zu Ästhetik und Magie der kulturellen Erinnerung. Europa dagegen hat die »Schönschrift« weitgehend abgewickelt. In den Schulen der meisten deutschen Bundesländer ist die Benotung der Schrift vom Lehrplan gestrichen worden. Allein ihr praktischer Nutzen zählt noch.
Der schien auch damals zu triumphieren, als das Internet seinen Siegeszug antrat. Die Lateinschrift in englischer Sprache beherrschte die digitale Kommunikation. Doch so schnell ist ein neues angloamerikanisches Rom im Cyberspace denn doch nicht erbaut worden. In den vergangenen zehn Jahren ging der Anteil des Englischen von 80 auf 30 Prozent zurück. Mit Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch sind im Internet die Nachkommen älterer Schriftsysteme auf dem Vormarsch.
Die Quipus, die geknoteten Datenbanken aus Wolle, dagegen haben ihren Faden in der Evolutionsgeschichte der Informationstechnik längst verloren. Ihr Aufzeichnungssystem aber könnte der Forschung viel über Logik und frühes abstraktes Denken jenseits der überlieferten und entzifferten Schrifttraditionen verraten. Das macht die Spurensuche der Archäologen in Caral ebenso wichtig wie die Bemühungen der Spezialisten, den Quipu-Code zu knacken.
Literatur zum Thema:
Harald Haarmann: Geschichte der Schrift
C. H. Beck 2002; 128 S., 7,90 €
Harald Haarmann: Weltgeschichte der Sprachen
C. H. Beck 2006; 398 S., 14,90 €
Edoardo Fazzioli: Gemalte Wörter
214 chinesische Schriftzeichen; marixverlag, 2006; 251 S., 9,95 €
Mario Torelli: Die Etrusker
Campus 1988; 332 S., vergriffen
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- Datum 13.10.2008 - 16:39 Uhr
- Serie Bildungskanon
- Quelle DIE ZEIT, 19.06.2008 Nr. 26
- Kommentare 13
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Schon die ersten nachvollziehbaren menschlichen Erzeugnisse,wie die Höhlenmalerei Altamira in Spanien dienten dazu Informationen zu speichern.
"Und Bill Gates verschafft dem Englisch in Lateinschrift den Vorsprung im Internet."Den Satz will ich nicht kommentieren, denn mit Sicherheit wird der Kommentar dann gelöscht werden.
Neue Rechtschreibung hin oder her - also beim Wort "fonetisch" gruselte es mich etwas - daran möchte ich mich gar nicht gewöhnen... ;-)
"In den vergangenen zehn Jahren ging der Anteil des Englischen von 80 auf 30 Prozent zurück. Mit Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch sind im Internet die Nachkommen älterer Schriftsysteme auf dem Vormarsch"Alle exotischen Schriftsysteme sind automatisch älter als das lateinische Alphabet ?Die koreanische Schrift gibt es erst seit dem 15. Jahrhundert. Ziel war es, von den chin. Schriftzeichen wegzukommen.
Die jap. Schriftsysteme Hiragana und Katagana wurden erst im 7.-9. Jahrhundert in Japan entwickelt.Einzig die wesentlich älteren Kanji stammen aus China.
Das koreanische "Hangeul" ist keine piktografische Schrift, sondern ebenfalls ein Silbenalphabet - nur ist der Silbenvorrat der Asiaten durch die unterschiedlichen Längen und Betonungsnouancen etwas höher, als unser Silbenvorrat. Deshalb brauchen die Koreaner etwa doppelt soviele phonetische Zeichen, wie wir.
Auch die japanischen Kana sind lediglich phonetische Silbenzeichen - früher nannte man die aus 46 Basiszeichen bestehende Hiragana-Silbenschrift auch etwas abschätzig "Frauenschrift" - man kann damit zwar theoretisch alles Japanische schreiben, bzw. die Fonetik des gesprochenen Wortes aufzeichnen - aber dann wird diese schöne Sprache wirklich kastriert, unverständlich und mehrdeutig - und es sieht auch noch gruselig aus.
Herzliche Grüße,
RudraChakrin
Das koreanische "Hangeul" ist keine piktografische Schrift, sondern ebenfalls ein Silbenalphabet - nur ist der Silbenvorrat der Asiaten durch die unterschiedlichen Längen und Betonungsnouancen etwas höher, als unser Silbenvorrat. Deshalb brauchen die Koreaner etwa doppelt soviele phonetische Zeichen, wie wir.
Auch die japanischen Kana sind lediglich phonetische Silbenzeichen - früher nannte man die aus 46 Basiszeichen bestehende Hiragana-Silbenschrift auch etwas abschätzig "Frauenschrift" - man kann damit zwar theoretisch alles Japanische schreiben, bzw. die Fonetik des gesprochenen Wortes aufzeichnen - aber dann wird diese schöne Sprache wirklich kastriert, unverständlich und mehrdeutig - und es sieht auch noch gruselig aus.
Herzliche Grüße,
RudraChakrin
Das koreanische "Hangeul" ist keine piktografische Schrift, sondern ebenfalls ein Silbenalphabet - nur ist der Silbenvorrat der Asiaten durch die unterschiedlichen Längen und Betonungsnouancen etwas höher, als unser Silbenvorrat. Deshalb brauchen die Koreaner etwa doppelt soviele phonetische Zeichen, wie wir.
Auch die japanischen Kana sind lediglich phonetische Silbenzeichen - früher nannte man die aus 46 Basiszeichen bestehende Hiragana-Silbenschrift auch etwas abschätzig "Frauenschrift" - man kann damit zwar theoretisch alles Japanische schreiben, bzw. die Fonetik des gesprochenen Wortes aufzeichnen - aber dann wird diese schöne Sprache wirklich kastriert, unverständlich und mehrdeutig - und es sieht auch noch gruselig aus.
Herzliche Grüße,
RudraChakrin
Ein Video, was genau dies 1A Thematisiert:http://www.youtube.com/watch?v=6gmP4nk0EOE
Die arabische Schrift ist in vorislamischer Zeit nur sporadisch bezeugt und wird wahrscheinlich nicht älter als 2000 Jahre sein, das lateinische Alphabet ist also älter. Beide sind jedoch Weiterentwicklungen der Konsonantenalphabete des Mittelmeerraumes von vor 3500 Jahren, also eher gleich alt. Übrigens datieren aus dieser Zeit auch die ältesten chinesischen Schriftzeugnisse, die von Herrn Haarmann genannte Orakelbefragungen.
"vor 3500 Jahren, also eher gleich alt" sollte heißen: ihrer Entstehungsgeschichte nach also gleich alt.
"vor 3500 Jahren, also eher gleich alt" sollte heißen: ihrer Entstehungsgeschichte nach also gleich alt.
Das keilschriftliche Langalphabet aus Ugarit ist lediglich zwischen dem 14 und 12 Jahrhundert bezeugt und nach der Zerstörung der Stadt nicht mehr in Gebrauch. Die im syrisch-palästinschen Raum gebrauchten anderen Alphabetschriften sind allem Anschein nach älter und gehen wohl auf das hieratische Schriftsystem der Ägypter zurück, die einen regen Handel mit der Region unterhielten.Die Alphabetisierung der Keilschrift stellt allem Anschein nach eine besondere Variante der Entwicklung dar, die sich an der mesopotamischen Schrift orientierte, da Tontafeln, beständiger und robuster als Papyrus, für Varianten des Hieratischen nicht geeignet sind.
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