Gefahren
Die Konjunktur der Ängste
Unsere Risikowahrnehmung unterliegt starken Schwankungen. Waldsterben und Vogelgrippe sind out, jetzt reden alle über Klimawandel und die Gefahren der Ernährung. Eine Analyse des Wechselspiels zwischen Wissenschaft, Medien, Politik und unserem kollektiven Bauchgefühl
Die wichtigste Frage können leider nicht einmal die Experten beantworten: Welche Angstwelle bricht morgen über uns herein? »Alle wünschen sich eine Formel, mit der wir den nächsten Hype vorhersagen können – doch die gibt es leider nicht«, bedauert Astrid Epp vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Im Nachhinein könne man Risikodebatten zwar gut beschreiben. »Eine Prognose ist aber kaum möglich.«
Da war zum Beispiel die Sache mit der verseuchten Schokolade. Ende 2007 wurde in Bitterschokolade Cadmium nachgewiesen, ein Schwermetall, das Nierenschäden verursachen kann und unter Krebsverdacht steht. »Wir dachten, das gibt eine Riesenaufregung«, erzählt Epp. Schließlich hatte eine ähnliche Meldung über belastete Zimtsterne ein Jahr zuvor eine Woge der Besorgnis ausgelöst. Drohte nun die große Schokoladenangst? Im Berliner Bundesinstitut ging man in Habachtstellung – doch nichts geschah. Kaum eine Zeitung griff die Cadmiumstudie auf, die Schokoladengefahr war vorüber, ehe sie begonnen hatte.
»Vielleicht lag es daran, dass die Studie kurz vor Weihnachten erschien und die Menschen anderes im Kopf hatten«, rätselt die Risikosoziologin. »Vielleicht hatte es auch damit zu tun, dass man die Cadmiumbelastung nicht irgendeinem Unternehmen in die Schuhe schieben konnte.« Denn das giftige Schwermetall nehmen die Kakaopflanzen bereits über die Wurzeln aus dem Boden auf. Und ein »natürliches« Gift gilt Verbrauchern generell als weniger gefährlich als ein industriell beigemischtes, auch wenn die Chemie dieselbe ist.
Warum verlaufen öffentliche Risikodebatten so unberechenbar? Warum fürchten wir Acrylamid und Pestizidrückstände in Lebensmitteln, nicht aber Cadmium? Warum ist keine Rede mehr vom Waldsterben (obwohl sich der Zustand des deutschen Waldes in den vergangenen zwanzig Jahren kaum verändert hat), dafür umso mehr von Elektrosmog (für dessen Gefährlichkeit es weniger Belege als für das Waldsterben gibt)? Und was wurde eigentlich aus der Vogelgrippe, die uns vor zwei Jahren so in Atem hielt? Nach wie vor grassiert sie in Indonesien, kürzlich wurde in China eine Übertragung von Mensch zu Mensch nachgewiesen; hätte all das nicht im Vorfeld der Olympischen Spiele das Zeug zu einem großen Aufreger?
Doch wie so vieles unterliegt offensichtlich auch unsere Wahrnehmung von Gefahren starken Modeschwankungen. Vogelgrippe ist derzeit out, Lebensmittelrisiken sind in. Waldsterben scheint altmodisch, der Klimawandel liegt im Trend. Nichts zeigt dies besser als das Auf und Ab der Berichterstattung in den Medien (siehe Grafiken). Was treibt diese Konjunktur der Risiken an? Warum wirkt manche Bedrohung im Nachhinein wie eine stark überbewertete Aktie, während sich vernachlässigte Gefahren (wie die Reisknappheit) plötzlich als verblüffend real herausstellen?
Wenn solche Fragen auftauchen, ist eine Antwort meist schnell zur Hand. Schuld sind zum Beispiel Die Panikmacher, wie 2001 Walter Krämer und Gerald Mackenthun in einem gleichnamigen Buch behaupteten. Demnach werden wir gezielt desinformiert von modernen Untergangspropheten, die auf allen Kanälen die Apokalypse beschwören. »Sie kontrollieren große Teile der Medien, predigen auf unseren Kanzeln und dominieren die bundesdeutschen Lehrerzimmer«, warnten die Autoren.
Eine andere gängige Erklärung sieht die Schuld bei den Verbrauchern, also bei uns allen. Denn wir bewerteten Gefahren eher nach Gefühl als nach Kalkül und ängstigten uns stets vor den falschen Risiken. Die Vertreter dieser These rechnen uns genüsslich vor, dass, statistisch gesehen, eine Flugreise ungefährlicher sei als die Taxifahrt zum Flughafen. Oder dass pro Jahr nur zehn Unglückliche einem Hai zum Opfer fallen, aber 14000 Menschen durch Bienen- oder Wespenstiche ums Leben kommen. Und wovor ängstigen wir uns? Vor Flugzeugabstürzen und Haiattacken!
Nun sind beide Erklärungen nicht völlig falsch. Doch die ganze Wahrheit ist komplizierter. Sie hat nicht nur mit Panikmachern und subjektiver Wahrnehmung zu tun, sondern auch mit dem Wandel der Wissenschaft, mit der Globalisierung und einer veränderten Medienlandschaft. Und so irrational öffentliche Risikodebatten oft ablaufen – die dahinter stehenden Gesetzmäßigkeiten sind durchaus rational verständlich. Anders gesagt: Der Wahnsinn hat Methode.
Das gefühlte Risiko
»Ob etwas tödlich ist, sagt nichts darüber aus, ob sich Menschen darüber aufregen. Und wenn ein Risiko zur Empörung führt, sagt das kaum etwas über seine Tödlichkeit aus«, analysiert der Risikoberater Peter Sandman von der amerikanischen Princeton-Universität. Während Wissenschaftler ein Risiko nach dem statistischen Gefährdungspotenzial beurteilen, schätzen Bürger es eher anhand der damit verbundenen Empörung ab.
»Stellen Sie sich vor, jemand würde Sie frühmorgens aus dem Bett zerren, Sie auf den Gipfel eines tief verschneiten Berges entführen, Ihnen dort rutschige Bretter an die Füße schnallen und Sie dann den Abhang hinunterstoßen.« Dieses Szenario, das Sandman entwirft, empfinden wir zweifellos als höchst riskant. Doch was, wenn wir zum Helikopterskiing eingeladen werden? Unter diesen Vorzeichen interpretieren wir dieselbe Tiefschneeabfahrt als wunderbare Erholung – obwohl das damit verbundene Risiko in beiden Fällen dasselbe ist.
Freiwillig gehen wir bis zu tausendfach höhere Risiken ein als unter Zwang. Ebenso ignorieren wir Gefahren, die sich über einen langen Zeitraum verteilen. Dass pro Jahr etwa 5000 Menschen im Straßenverkehr sterben, ist zwar schrecklich, aber wir haben uns daran gewöhnt. »Wenn die jährlichen Verkehrstoten alle zusammen an einem 13. Mai stürben, würden wir das Autofahren sofort lassen«, postuliert der Risikoforscher Ortwin Renn.
Auch vertraute Gefahren tolerieren wir eher als unbekannte, solche, die uns fair erscheinen, eher als unfaire; natürliche Risiken akzeptieren wir leichter als künstlich erzeugte, und zudem spielt die Glaubwürdigkeit der Beteiligten eine große Rolle.
Das testeten Wissenschaftler, indem sie Versuchspersonen zwei Versionen desselben Risikos vorlegten. Dabei ging es um eine (hypothetische) Technik zum drahtlosen Telefonieren, die angeblich Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen hervorrief. In der einen Version versuchten freundliche Uni-Absolventen die Technik zu vermarkten, im anderen Fall ein gesichtsloser amerikanischer Großkonzern. Die Befragten urteilten eindeutig: Ging das Risiko von den netten Studenten aus, war man sehr viel verständnisvoller, als wenn der Konzern dahintersteckte.
Peter Sandman fasst seine Erfahrung daher so zusammen: »Meistens regen sich die Menschen nicht auf, weil etwas gefährlich ist; sie denken eher, dass etwas gefährlich ist, weil sie sich aufregen.«
Das Expertendilemma
Sollen wir uns also einfach abregen? So leicht entgeht man dem Dilemma nicht. Das Problem beginnt bereits mit dem leidigen Expertenstreit. Vorbei die seligen Zeiten der Wissenschaftsgläubigkeit, als den Experten noch ungebrochene Autorität zukam. Heute gibt es kaum ein brisantes Thema, zu dem man nicht zwei (oder mehr) gegensätzliche Meinungen findet. Es gibt Greenpeace-Experten und Industrie-Experten, es gibt Forscher, die offensichtlich eigene Interessen verfolgen, und solche, die das geschickt verbergen. Und den Streit über ihre Ansichten tragen diese Experten in aller Öffentlichkeit aus.
Das wirkt besonders fatal, wenn es um neue, bislang unbekannte Bedrohungen geht. Bei solchen Risiken ist das Publikum ohnehin verunsichert und tendiert dazu, sie kräftig überzubewerten (was zwar irrational, aber psychologisch sinnvoll ist, weil es hilft, rasche Abwehrreflexe zu entwickeln). Werden Bürger in dieser Situation zudem noch mit widersprüchlichen Expertenmeinungen konfrontiert, bricht leicht Panik aus. »Wenn die eine Hälfte der Experten sagt, etwas sei gefährlich, und die andere behauptet, es sei sicher, regen sich die Menschen oft mehr auf, als wenn alle sagen, es sei gefährlich«, weiß Peter Sandman.
Paradoxerweise tritt das umso häufiger auf, je mehr Wissenschaft betrieben wird. Je gründlicher die Welt erforscht wird, als umso komplexer und unberechenbarer erweist sie sich. Oft hat man es mit mehrfach rückgekoppelten Systemen zu tun (Klima, Landwirtschaft, Biosprit…), die von vielen Faktoren abhängen. Das Beste, was die Wissenschaft in solchen Fällen anbieten kann, sind Wahrscheinlichkeitsprognosen – die aber sind mehrdeutig interpretierbar.
Statt sich mit den – oft umstrittenen – Details der Statistik herumzuschlagen, setzen Bürger bei der Bewertung solcher Risiken daher vor allem auf Intuition: Sie suchen sich den glaubwürdigsten Experten aus und übernehmen einfach dessen Deutung. Unter aufmerksamkeitsökonomischen Aspekten ist das durchaus sinnvoll.
Die Bewirtschaftung der Betroffenheit
An dieser Stelle kommen die Medien ins Spiel. Sie bedienen nämlich genau jene intuitiven, empörungsrelevanten Bedürfnisse ihrer Leser. Themen mit hohem Empörungspotenzial (Gammelfleisch, Handystrahlung, Dioxinvergiftung) sind mediale Selbstgänger, auch wenn akut niemand vom Tode bedroht ist. Dagegen taugen die viel tödlicheren Alltagsgefahren (Straßenverkehr, Alkohol, Bewegungsmangel) selten zur Schlagzeile.
Diese Tendenz zur »Skandalisierung, Konfliktakzentuierung und Emotionalisierung« habe in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen, sagt der Schweizer Mediensoziologe Kurt Imhof. Er hat die Katastrophenberichterstattung der vergangenen hundert Jahre in deutschschweizerischen Leitmedien ausgewertet, angefangen bei den ersten Berichten über den Titanic- Untergang 1910 bis zu Rinderwahn, Vogelgrippe und Tsunami. Dabei zeigt sich seit den achtziger Jahren ein kräftiger Anstieg, der mit dem Waldsterben begann, mit der Berichterstattung über Tschernobyl seinen ersten Höhepunkt erreichte und nun einem neuen Gipfel beim Thema Klimawandel zustrebt.
Für Imhof ist dies ein Zeichen dafür, dass die Konkurrenz auf dem öffentlichen Meinungsmarkt härter geworden ist. Mehr und mehr Medien haben sich von ihren früheren Trägern – politischen Parteien und Verbänden, Kirchen oder einzelnen Verlegerfamilien – gelöst und sind zu Unternehmen mit Renditeerwartung geworden. »Dies bedeutet, dass die einst politischen Kriterien der Auswahl und Interpretation von Ereignissen durch solche abgelöst wurden, die sich an den Aufmerksamkeits- und Unterhaltungsbedürfnissen der Medienkonsumenten orientieren«, analysiert Imhof. Und Katastrophen seien nun einmal spektakuläre Vorgänge von hohem News -Wert: »Sie lassen sich ausgezeichnet visualisieren, und sie schaffen Betroffenheit aufseiten des Publikums, die wieder effektvoll bewirtschaftet werden kann.«
So nahm vor zwei Jahren auch das Vogelgrippe-Drama seinen Lauf. Tote Vögel auf Rügen, Helfer in Schutzanzügen – das war spektakulär. Dazu kamen alle Faktoren, die das gefühlte Risiko in die Höhe treiben: Vogelgrippe war neu, ungewohnt, drohte mit hohen Opferzahlen, und man konnte Schuldige benennen (schlampige chinesische Bauern, träge deutsche Behörden). Die Zahl der Medienberichte schoss in die Höhe, Politiker gerieten in Zugzwang. Um Aktivität zu demonstrieren, luden sie zu Pressekonferenzen; über die wurde ausführlich berichtet, was prompt die Befürchtungen der Leser antrieb. So schaukelte sich ein überschaubares Risiko zur gefühlten Katastrophe hoch – bis man irgendwann zur Besinnung kam und die allgemeine Hysterie in sich zusammenbrach.
Empörungsmanagement
Von der »sozialen Verstärkung des Risikos« sprechen in so einem Fall die Experten. Dabei erzeugt die Spirale der medial-öffentlichen Erregung eine eigene gesellschaftliche Realität. »Auch ›gefühlte Risiken‹ können zu einer wirtschaftlichen oder politischen Krise führen«, sagt Astrid Epp vom BfR. »Da muss die Politik unter Umständen reagieren.«
»Empörungsmanagement« ist dann das Gebot der Stunde, und Risikoberater wie Peter Sandman haben ihren großen Auftritt. Er schärft seinen Kunden in solchen Situationen zunächst ein, dass es nicht in erster Linie um Gefahrenstatistik gehe, sondern um den Umgang mit öffentlicher Erregung. Ganz falsch sei da etwa die Botschaft: »Beruhigt euch, alles halb so schlimm.« Das verstärke die Empörung nur. Stattdessen sei es besser, eigene Besorgnis zum Ausdruck zu bringen (Glaubwürdigkeit!), zu einer mehrstündigen Pressekonferenz zu laden, dort alle verfügbaren Daten vorzutragen und dabei »die Sache so langweilig erscheinen zu lassen wie nur möglich«. Staatliche Risikoexperten formulieren das diplomatischer: Man müsse die Betroffenen einbinden, Runde Tische einberufen, Verbraucherkonferenzen organisieren. In einem aber sind sie sich mit Sandman einig: Brisante Daten zurückzuhalten und Fehler zu vertuschen zahlt sich meist nicht aus; im Gegenteil, oft empfiehlt sich die Flucht nach vorn.
Wie man es nicht macht, demonstrierte 1989 der Ölkonzern ExxonMobil (Esso). Als der Öltanker Exxon Valdez vor Alaska auf ein Riff lief und eine Ölpest verursachte, die bis heute zu den größten Umweltkatastrophen der Schifffahrtsgeschichte zählt, stritt Exxon die eigene Schuld ab, machte den Kapitän verantwortlich und prozessiert bis heute um Schadensersatz. Ergebnis: Der Ruf des Unternehmens war auf Jahre hinaus ruiniert.
Etwa sechs Monate später ereignete sich vor der kalifornischen Küste eine ähnliche Havarie mit einem Tanker der Ölgesellschaft BP. Da zeigte der BP-Generaldirektor, was gutes Empörungsmanagement ist: Statt die Verantwortung auf den Reeder oder die Schiffscrew abzuwälzen, flog er an den Unglücksort und sprach in die Kameras: »Meine Anwälte sagen mir, wir seien dafür nicht verantwortlich, aber ich fühle mich, als ob ich dafür verantwortlich wäre, und wir werden uns darum kümmern, als ob wir schuld wären.« Sechs Monate später ergab eine Umfrage in Kalifornien, dass BPs Image besser als vor dem Unglück war.
Das Risiko als Chance
Bei der Beurteilung von Risiken gehe es eben immer auch um gesellschaftliche Werte, sagt Peter Sandman. »Wir wollen in einer Welt leben, in der wir selbst entscheiden, welche Risiken wir eingehen; in der Institutionen die Wahrheit sagen und auf unsere Befürchtungen eingehen.« Auch die Risikoforscher Holger Schütz und Hans Peter Peters vom Forschungszentrum Jülich gewinnen der Irrationalität öffentlicher Risikodebatten Positives ab. Zwar seien die Medienberichte oft ungenau und übertrieben. Dennoch hätten sie »eine aufmerksamkeitslenkende und alarmierende Wirkung«, und die politische Krisenstimmung, die sie erzeugten, sei auch »eine Chance für Veränderung und Innovation«. Allerdings dürfe man sich bei der Umsetzung solcher Veränderungen dann nicht mehr von der Volksstimmung leiten lassen, sondern von wissenschaftlichen Daten.
Und wie gehen Risikoexperten mit den schwierigsten Fällen ihrer Profession um, mit neuen Risiken nämlich, die sie selbst noch nicht abschätzen können? Peter Sandman hat dafür drei Regeln parat.
Erstens: Finde heraus, was die Mehrheit der Experten denkt. Meistens behalten sie am Ende recht (auch wenn die Minderheit ihre Botschaft aggressiver vertritt und in Medien öfter erwähnt wird).
Zweitens: Es richtet mehr Schaden an, etwas für harmlos zu halten, das sich später als gefährlich erweist, als umgekehrt.
Drittens: Versuche die Ausnahmen dieser Regeln aufzuspüren. Denn in seltenen Fällen kann die Expertenmehrheit irren, und manchmal wird übertriebene Vorsicht zur tödlichen Gefahr – etwa wenn man aus Sorge um die Nebenwirkungen auf eine Impfung verzichtet und sich dafür eine verheerende Krankheit einhandelt.
Echt gefährlich
Er selbst, sagt Sandman, komme ganz gut damit zurecht, dass es keine hundertprozentigen Sicherheiten gebe. Diese professionelle Gelassenheit hat auch mit seiner Erfahrung zu tun, dass manche Risiken, die im einen Land für hysterische Debatten sorgen, wenige Flugstunden entfernt schon nicht mehr existent zu sein scheinen. Vermutlich kommt seine Ruhe aber auch daher, dass er weiß, wann eine Situation wirklich gefährlich wird.
»Wenn die Gefahr gering und die Empörung groß ist, dann haben Journalisten Spaß«, meint Sandman. Aber wehe, eine Gefahr werde real, etwa bei einer Naturkatastrophe oder einem Atomunfall. »Dann wird die Berichterstattung sachlich und beschwichtigend; denn nun haben die Journalisten selbst Angst und versuchen sich und ihre Leser zu beruhigen.« Wenn also in den Medien plötzlich ein staatstragender Ton dominiert, wenn offizielle Verlautbarungen zitiert werden und Alarmisten nicht mehr gefragt sind, dann, so weiß Sandman, »haben wir es mit einer echten Krise zu tun«.
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- Datum 30.3.2009 - 13:18 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.06.2008 Nr. 26
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Warum hat sich der Zustand des Waldes nicht gebessert?
Fahren Sie denn nicht durch Waelder?
Ich mit meinem Fahrrad tue das sehr ausgiebig und behaupte: der Zustand des Waldes in Mitteleuropa hat sich deutlich gebessert, er waechst besser wegen mehr Niederschlaegen, weniger Schwefeldioxid und mehr Kohlendioxid!
Auch die Wildblumen auf meinem kleinen Balkon sind sehr stark gewachsen und sehr gruen!
Mehr Kohlendieoxid ist eine Art Duenger fuer die meisten Pflanzen, viele ausser Ihnen, scheint es, sehen das!
In vielen Regionen der Welt, in denen weiterhin zuviel Schwefeldioxid ausgestossen wird, ist das sicher ganz anders: hinfahren, vor Ort anschauen, am besten mit dem Fahrrad!
Vor zwanzig Jahren herrschte Panik, vor Schwefeldioxid, das hat mitteleuropaeischen Waeldern sehr geholfen, weil die Politik sehr massiv reagiert hat, auch die CDU!
Ein Schiff in schwerer See und die Besatzung bleibt gleichmuetig, ja die sollten schon mal Kreuzzeichen machen und auf die hoffen, die es eigentlich nur ganz, ganz bequem haben moechten!
Wissen Sie was: etwas, was die Menschheit noch nie mitgemacht, ist sichtbar am Horizont, das rollt auf uns zu, es geht hier nicht um Konjunktur, es geht um das Ueberleben der Menscheit!
Kein Zweifel, dass die Insekten es schaffen werden!
Gerhard Stenkamp
könnte man hier, auch hier, denken. Zwei Seelen wohnen halt in unserer Brust - und dies eben bis zum letzten Tage! Wir können also auch unser Verhalten analysieren, auch die Maßstäbe unserer Risiko-Bewertung - was Tiere nicht können. Gleichwohl verlangt uns dies viel ab, tun wir dies eigentlich lieber nicht, da es unschön und anstrengend ist - und zu auch negativen Einsichten und Einschränkungen führen kann und wohl auch führt. <?xml:namespace prefix =" o" ns =" "urn:schemas-microsoft-com:office:office"" />
Ein paar Gedanken hier noch zur Apokalypse. Ein Apokalyptiker der sich (-also-) die Apokalypse der Bibel als Modell nimmt, ist keiner, der den Untergang der Menschheit allein aufgrund von (selbstgemachten und genuinen) Natur- und Umweltkatastrophen annimmt oder vorhersagt - die hier sicher auch mit vorkommen. Das ist vielmehr einer, der das Ende der Menschheit vor allem aus den Widersprüchen der menschlichen Entwicklung heraus erklärt, insbesondere aus dem Einfluss der innerartlichen Gewalt – die mit zunehmender Entwicklung eben nicht ab, sondern stetig zugenommen hat. Es ist der Zorn Gottes, die Unzufriedenheit des schöpferischen Geistes und des Kollektiven Gewissens der Menschheit mit dem Ergebnis seines Tuns, was hier zum Untergang führt. Und gerade diese Gefahr, diese innere Wunde, wird ja bis heute allzu oft und stark verdrängt bzw. nur unzureichend analysiert und wahrgenommen - als wäre der Rinderwahnsinn die größere Bedrohung...! (Aber gut - in praxi weiß wohl doch fast ein jeder, was hier wirklich los ist!). Auch an diesem Zeit-Beitrag kann man dies ja sehr gut erkennen, und dies obwohl die „Zeit“ und andere Blätter und Politiker, (u.a. ja auch ehemalige US-Außenpolitiker) ja erst vor ca. zwei Wochen die massiven Rüstungsausgaben bzw. Waffenberge dieser Welt und deren Risiken (wie eben einen versehentlichen oder absichtlichen Einsatz der A-Waffen) seit längeren ja wohl beschrieben und (oberflächlich bzw. eigentlich alternativlos) kritisiert haben.
Wenn wir demnächst nun wohl doch auch dies angehen - eine Alternative dazu gibt es ja wohl doch nicht, die Apokalypse kann ja eben keiner wirklich wollen - so verlangt dies allen Menschen die Annahme einer bzw. der höheren Oberperspektive, der göttlichen Übersicht, der allgemeinen artlichen Supervision, also eben einen sehr hohen Grad an Selbstreflexion ab - sowohl jedem einzelnen, also auch der Menschheit als Gruppe. Nur so wird man die Waffenberge reduzieren und, zuallerletzt, auch abbauen können. Es kann aber sein, und dies erscheint mir sehr wahrscheinlich, dass man bzw. Mensch dann nicht mehr die (geistige) Kraft zur Vermehrung findet und ausstirbt, ja quasi aussterben muss, weil dies eben zu anstrengend, zu unnatürlich, ist. Viele Menschen der "ersten Welt", gerade auch die hier Führenden (einschließlich von Bundeskanzlern und Kanzlerinnen), scheinen (auch) hier ja - entgegen so mancher Propaganda vom ewigen schönen Leben im A-Waffen-basierten Wohlfahrtsstaat (garantiert durch das zentrale Bündnis mit dem A-Waffen-Brüdern) - voran zu gehen.
Es dürfte hier -und anderswo- mittlerweile schon eine Menge Menschen geben, für die die Erörterung dieser Dinge das geringere Übel gegenüber dem leider eben pseudo-hoffnungsvollem Weiter-So sind.
Im zweiten Teil des Arikels, den ich erst jetzt gelesen, kann ich ihnen durchaus zustimmen!
Nun warum lese ich den erst jetzt?
Vielleicht bin ich dumm, aber der Auftakt ihres Arikels, das ganze drumherum, es hat mich genervt, hat doch alles diesen Unterton: wir sind schlau, schau, so ein bloeder Stenkamp, sofort Panikmeldungen!
Die Kreditkrise in den USA hatte ich schon lange vorhergesagt!
Im alten Israel war Prophet ein anerkannter Beruf, selbst wenn man in die Loewengrube, haetten die Loewen lieber Lehm gefressen als sich am Fleisch des Propheten zu vergehen!
Oh tempora, oh mores!
Menschen sind triebgesteuerte Affektwesen mit geringen Spuren von Intelligenz. Und sie haben ein natürliches Besteben nach
Konstanz. Beim Wohlbefinden streben sie im Alltag nach festen Proportionen von empfundenem Glück, Indifferenz und Unglück;. Deren Verhältnis unterliegt kultureller Normung und ist unterschiedlich in den Kulturen. Ist die in Deutschland geschätzte Relation 20–60–20%, so strebt man z.B. in Brasilien einen höheren Glücksanteil auf Kosten des Unglücks an. Die im Individuum verwurzelten Relationswerte ändern sich nur sehr langsam, z.B. durch langen Aufenthalt in einem fremden Kultuskreis oder durch kräftige Schocks wie die Nachricht des eigenen bevorstehenden Todes.
Der Trick ist: Stimmen die im Alltag empfundenen Mengen an Glück, Indifferenz und Unglück nicht mit den Sollwerten überein, geht es einem also schlechter oder "zu gut", dann passt sich das Individuum an und verändert seine Empfindungsnormen für Glück und Unglück so lange, bis die Relation wieder stimmt. So freut sich ein Eingesperrter beim Anblick einer einsamen Blume, und ein Luxusmensch bekommt einen hysterischen Anfall, weil die zu dem Schuhen farblich passende Handtasche in keinem Laden zu finden war (im Ärztlichen Notdienst so erlebt). Geht's einem dreckig, sucht man sich was zum Freuen, und geht's einem zu gut was zum Ärgern. Hauptsache die Relation Glück, Indifferenz und Unglück stimmt.
Und hier kommt - Mundus vult decepi - die Sensationspresse mit ihrer negativen Weltsicht zum Zuge. Sie funktioniert als Potential für Negatives und Ärger. Die Ekelmeldungen führen über die empfundene Wut zu einer Erhöhung des Unglücks im Alltag und dienen somit dem Ordnen der Glück-Indifferenz-Unglück-Relation. Ein bisschen Katastrophe gibt den täglichen Spritzer Unglück, den man braucht, damit die Relation wieder stimmt. In einer satten Gesellschaft schaffen die Geschrei-Zeitungen Ordnung im übersatten Empfinden. Dazu hat das Unglück aus der Zeitung den Vorteil, ungefährlich zu sein, denn auf dem Papier ist die Aufregung grösser als die reale Gefahr für den Leser. Somit ist die Kreisch-Presse auch ein Indikator, wie gut es einer Gesellschaft geht – wir sollten Zeitungen à la "Bild" dankbar sein.
In Afrika braucht es keine Geschrei-Zeitung, es regt sich keiner über SARS, global warming und Ozonloch auf, man hat andere Sorgen und braucht kein fiktives Unglück im Tetrapak der Druckerschwärze. Und trotzdem wird in Afrika mehr gelächelt als an Rhein, Donau und Elbe.
Dr. Wolfgang Hippke, München
Z.B. den Holocaust, den zweite WK oder den Kalten Krieg - mit der Kuba-Krise?<?xml:namespace prefix =" o" ns =" "urn:schemas-microsoft-com:office:office"" />
Ja, die Juden haben vielleicht auch noch bis kurz vor der Gaskammer gelächelt - das kann durchaus sein, verfolgte Tutsis haben vielleicht noch länger gelächelt, und in der Tat - beide brauchten keine Angst vor Natur- oder Umweltkatastrophen zu haben...! Dennoch haben sie – irgendwie ja aber wohl unnötige Weise – dann halt nicht mehr gelächelt – wohingegen mancher Täter dies dann, seltener wohl, doch noch tat – bzw. tun konnte.
Es gab und gibt es eben durchaus gesellschaftliche Großkatastrophen wie die oben genannten, und dass ein dritter heißer Weltkrieg nur nicht stattgefunden hat, weil es dann erstmals auch mit hoher Gewissheit höchste eigene Schäden, und zudem kein gut nutzbares besiegtes Gebiet gegeben hätte, auch das ist wahr – und bedenklich! Gleichwohl muss man ja eben auf der Hut sein, diese Möglichkeit des wirklichen worst-case, ein neuerliches Kuba sozusagen, auch heute möglichst sicher zu verhindern. Egal wie groß welche Quote hier ist. (Warum hat nicht auch der Zeit-Autor diese interessanten Zahlen bzw. Relationen gebracht?)
Bei Ihrer Beschreibung könnte man ja zu dem Eindruck kommen bzw. sich ableiten, dass große Katastrophen, vor allem selbstgemachte, hierzulande gar nicht auftreten können - obwohl wir alle ja immer noch auf riesigen Waffenbergen sitzen – bzw. solche Freunde unbedingt zu brauchen meinen. "Die" Afrikaner sind sicher nicht besser als wir, aber auch nicht schlechter. Auf Bergen von selbstentwickelten A-Waffen lächelt es sich aber wohl schon etwas schlechter als auf Bergen von konventionellen und Kleinstwaffen (die man auch noch nur importiert hat). Die Aufgabe, die größte denkbare Menschheitskatastrophe möglichst sicher zu verhindern, wird durch die Leugnung oder indirekte Relativierung der Möglichkeit, nicht gelöst, sondern nur verdrängt. Sicher, es ist auch bedenklich, wenn zweit- und drittrangige Probleme, oder Nebensächlichkeiten, (auch von Presse und Politik) zu erstrangigen aufgebauscht werden - nur um zu gefallen, das Verdrängen der bzw. des erstrangigen also weiterhin zu ermöglichen. Ist es nicht auch denkbar und ausreichend, wenn man sich auf die zudem ja auch nicht so knapp vorkommenden individuellen Katastrophen, und hier oft sogar die im eigenen Leben, befassen würde, wie Sie dies ja selbst an Beispielen darstellen – wozu hier dann zudem noch die öffentliche und wie Sie den Eindruck erwecken auch nur Pseudo(???)-„Katastrophisierung“?
Nochmal: Es gibt auch hier durchaus katastrophale Entwicklungen bzw. Entwicklungen mit dem Potential oder Risiko zur Katastrophe, sogar zur Großkatastrophe, oder zum mehr oder weniger großen Schaden, z. B. zum Umwelt- oder Gesundheitsschaden. Im Idealfall (nur) kann man diese so verhindern, dass die o.g.Relationen für alle eingehalten werden könne. Wenn sich die Glücks- und Unglücksrelationen der Brasilianer hier nun wegen diverser Weltprobleme den europäischen annähern würden, und diese bei den Europäern (auch wegen dieses Erfolges) vielleicht ein wenig abfallen würden bzw. könnten (an Sicherheits- und Umweltfragen sind letztendlich ja alle gleichermaßen beteilig), so wäre dies nicht weiter schlimm. Fatal wäre es, wenn man eine eigentlich verhinderbare Großkatastrophe nur deshalb nicht verhindert, weil man diese konsequent verdrängt.
Dass die Intelligenz der Menschen so ganz gering auch nicht ist, das zeigt ja gerade auch Ihr Kommentar!
Freundliche Grüße von Tobias Werner
Ich kenne schwarzafrikanische Menschen seit Jahren ziemlich gut, sie laecheln sicher im Alltagsleben oft mehr als ich, weil ich, so woertlich: die Tendenz haette in Panik zu verfallen!
Ich konnte schreien, nett sein, alles erklaeren, alles hat wenig geholfen, nur eines, das sollte ich nicht tun, dann haben auch sie Angst gehabt, naemlich einfach zu erzaehlen, was ich wusste: vor der Polizei hatten sie alle grosse Angst! Dann hoerte das Laecheln auf!
Afrika ist der schoenste Kontinent der Welt im Urlaub, sollte man dahin zurueckmuessen, ausgewiesen aus Europa, sie wuerden sich wahrscheinlich lieber umbringen!
Wissen Sie zu wievielen gewalttaetigen Auseinandersetzungen es kommt, wenn zwangsweise zurueckgefuehrt wird? Das ist ein schreckliches Elend!
Ich bin kein Verraeter, fuer mich ist jeder Mensch gleich, da ich aber Deutscher und hier aufgewachsen, weiss ich auch wie schnell das heitere Leben zuende sein kann, ueberall in der EU!
Ich glaube, dass ich insgesamt richtig gehandelt, nur geht es nicht allein um Laecheln, Spass haben, es geht schon oefters darum, den eigenen Popo zu retten und das auch vorrauszusehen!
Wenn's ins Elend geht, dann hoert meiner Erfahrung nach das Laecheln auf!
Ich wuenschte, der Rest der Welt haette ueberall den Wohlstand wie in Europa! Denn es gibt kaum Menschen mehr, die kein Fernsehen wollen, Internet, na ja, eine Wasserleitung, finanziert von Einwandern in Europa in Afrika (einen Teil des Geldes schicken ja eigentlich alle dorthin)!
Ich laechle, wenn ich fahrradfahren darf!
Gerhard Stenkamp
Z.B. den Holocaust, den zweite WK oder den Kalten Krieg - mit der Kuba-Krise?<?xml:namespace prefix =" o" ns =" "urn:schemas-microsoft-com:office:office"" />
Ja, die Juden haben vielleicht auch noch bis kurz vor der Gaskammer gelächelt - das kann durchaus sein, verfolgte Tutsis haben vielleicht noch länger gelächelt, und in der Tat - beide brauchten keine Angst vor Natur- oder Umweltkatastrophen zu haben...! Dennoch haben sie – irgendwie ja aber wohl unnötige Weise – dann halt nicht mehr gelächelt – wohingegen mancher Täter dies dann, seltener wohl, doch noch tat – bzw. tun konnte.
Es gab und gibt es eben durchaus gesellschaftliche Großkatastrophen wie die oben genannten, und dass ein dritter heißer Weltkrieg nur nicht stattgefunden hat, weil es dann erstmals auch mit hoher Gewissheit höchste eigene Schäden, und zudem kein gut nutzbares besiegtes Gebiet gegeben hätte, auch das ist wahr – und bedenklich! Gleichwohl muss man ja eben auf der Hut sein, diese Möglichkeit des wirklichen worst-case, ein neuerliches Kuba sozusagen, auch heute möglichst sicher zu verhindern. Egal wie groß welche Quote hier ist. (Warum hat nicht auch der Zeit-Autor diese interessanten Zahlen bzw. Relationen gebracht?)
Bei Ihrer Beschreibung könnte man ja zu dem Eindruck kommen bzw. sich ableiten, dass große Katastrophen, vor allem selbstgemachte, hierzulande gar nicht auftreten können - obwohl wir alle ja immer noch auf riesigen Waffenbergen sitzen – bzw. solche Freunde unbedingt zu brauchen meinen. "Die" Afrikaner sind sicher nicht besser als wir, aber auch nicht schlechter. Auf Bergen von selbstentwickelten A-Waffen lächelt es sich aber wohl schon etwas schlechter als auf Bergen von konventionellen und Kleinstwaffen (die man auch noch nur importiert hat). Die Aufgabe, die größte denkbare Menschheitskatastrophe möglichst sicher zu verhindern, wird durch die Leugnung oder indirekte Relativierung der Möglichkeit, nicht gelöst, sondern nur verdrängt. Sicher, es ist auch bedenklich, wenn zweit- und drittrangige Probleme, oder Nebensächlichkeiten, (auch von Presse und Politik) zu erstrangigen aufgebauscht werden - nur um zu gefallen, das Verdrängen der bzw. des erstrangigen also weiterhin zu ermöglichen. Ist es nicht auch denkbar und ausreichend, wenn man sich auf die zudem ja auch nicht so knapp vorkommenden individuellen Katastrophen, und hier oft sogar die im eigenen Leben, befassen würde, wie Sie dies ja selbst an Beispielen darstellen – wozu hier dann zudem noch die öffentliche und wie Sie den Eindruck erwecken auch nur Pseudo(???)-„Katastrophisierung“?
Nochmal: Es gibt auch hier durchaus katastrophale Entwicklungen bzw. Entwicklungen mit dem Potential oder Risiko zur Katastrophe, sogar zur Großkatastrophe, oder zum mehr oder weniger großen Schaden, z. B. zum Umwelt- oder Gesundheitsschaden. Im Idealfall (nur) kann man diese so verhindern, dass die o.g.Relationen für alle eingehalten werden könne. Wenn sich die Glücks- und Unglücksrelationen der Brasilianer hier nun wegen diverser Weltprobleme den europäischen annähern würden, und diese bei den Europäern (auch wegen dieses Erfolges) vielleicht ein wenig abfallen würden bzw. könnten (an Sicherheits- und Umweltfragen sind letztendlich ja alle gleichermaßen beteilig), so wäre dies nicht weiter schlimm. Fatal wäre es, wenn man eine eigentlich verhinderbare Großkatastrophe nur deshalb nicht verhindert, weil man diese konsequent verdrängt.
Dass die Intelligenz der Menschen so ganz gering auch nicht ist, das zeigt ja gerade auch Ihr Kommentar!
Freundliche Grüße von Tobias Werner
Zu allererst möchte ich mich für diesen informationsreichen Text und den interessanten Kommentaren bedanken.Meiner Meinung nach suchen wir nach Orientierungspunkten. Vielleicht sehe ich es zu plakativ aber was gibt es vor einer Katastrophe nicht? - keine Vorschriften - keine Zäune - keine Leine - keine Richtung etc. Wir werden nicht mehr selbst in unsere Überlegungen mit einbezogen sondern suchen uns eine Katastrophe die uns den Weg ebnet der nicht gegangen werden soll. Das Problem liegt meiner Ansicht nach darin das uns das jedoch nicht voran bringt sondern sogar zurückwirft. Gesetze schaffen statt Rechte einfordern, einengen statt "frei"-lassen, nein statt ja sagen - das sehe ich als Motto unserer heutigen Zeit an - Und "Katastrophen" sind dafür ein gefundenes Fressen.Wenn ich mich schon nicht freuen kann möchte ich mich wenigstens ärgern, ach ja und umso schöner wäre es im Kollektiv. Leider haben wir Menschen eine Richtung eingeschlagen, aus der es nur sehr schwer wird, andere Wege mit verantwortungsbewusstem Verstand zu finden. Das finde ich ist eine katastrophale Lei(s)tung.
Wie schreibt der Autor?>... frühmorgens aus dem Bett zerren, auf den Gipfel eines tiefverschneiten Berges entführen [...] rutschige Bretter an die Füße schnallen und [...] (unvorbereitet) den Abhang hinunterstoßen.> Das soll nicht gefährlicher sein als freiwilliges Helikopterskiing?Aber ich will nicht mäkeln. Auf jedem Fall ist es ein sehr informativer, unterhaltsamer Artikel und ich vertraue darauf, dass auch die restlichen Beispiele vom selben großen Sachverstand getragen sind. :-)
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