HomosexualitätDer rosa Halbmond

Vor dem Christopher Street Day: Das Los der Schwulen in der muslimischen Welt ist elend. Warum?

Levent Boran war 13, als seine Eltern ihn das erste Mal zum Psychiater schickten. Der Istanbuler Arzt bescheinigte ihm, »unnormal« zu sein. Jungen, die sich zu Jungen hingezogen fühlten, verstießen gegen die Moral und den Koran. Levent müsse sich ändern, sonst stehe ihm zur Strafe ein elendes Leben bevor. Levent [Name von der Redaktion geändert] ist heute 22 und kann sogar ein wenig lächeln, wenn er die Geschichte erzählt. »Ich habe aufgehört, meine natürlichen Neigungen zu ersticken«, sagt er. »Aber mein Leben zwischen 13 und 18 war ein quälendes Ringen mit mir und der Therapie des Arztes.«

In einem Punkt hatte der furchtbare Psychiater recht: Das Leben ist schwer für Homosexuelle im Nahen und Mittleren Osten. Liegt es am Islam? Alle monotheistischen Religionen hadern mit der gleichgeschlechtlichen Liebe. Das Alte Testament hält zur Abschreckung die Geschichte von Lot in Sodom bereit. In einigen westlichen Ländern liegen Verbote und Verfolgungen kaum zwei Jahrzehnte zurück. Doch heute dürfen Homosexuelle vielerorts heiraten. Ende der Woche werden Gay Pride Parades über Europas Boulevards ziehen, das rosarote Berlin fiebert dem Christopher Street Day entgegen. In den meisten muslimischen Ländern ist das undenkbar, Homosexuelle werden gehetzt und verfemt. Warum?

Istanbul ist ein Ort, an dem auf den ersten Blick alles erlaubt scheint. Beyoglu, das ehemals christliche Viertel und Herz der lebenslustigen Türkei, verwandelt sich abends in die schillernde Partyzone eines andernorts tiefgläubigen Landes. Musik dringt aus jeder offenen Tür. In den Clubs tanzen die Transvestiten, an der Tarlabasi-Straße stehen die aufgedonnerten Strichjungen zwischen den grell geschminkten Prostituierten. Im Café Erdbeere und im Café Lila Katze treffen sich Schwule und Lesben auf einen Drink. Und drumherum schlürfen die ausgehfreudigen Istanbuler ihren eisgekühlten Raki.

Levent hat seine braunen Haare nicht kurz geschoren, wie sonst bei türkischen Männern üblich. Im Übrigen ist er vorsichtig. »Die Türken zelebrieren männliche Identität.« Also meidet er bunte Kleidung.

Wenn das Versteckspiel auffliegt, schlägt die Gesellschaft zu

Hat den markigen Schritt des türkischen Mannes verinnerlicht. Geht mit seinem Freund niemals Hand in Hand auf der Straße. »Ich gebe vor, wie die anderen zu sein, ich verstecke mich – aus Selbstschutz.« Und wenn nicht? »Dann schlägt die Gesellschaft zu.« Anschnauzen, Beleidigungen, Prügel – 37 Prozent der türkischen Homosexuellen haben laut Umfragen schon Gewalt erfahren. Wegducken ist die Reaktion. Wie die meisten Homosexuellen in der muslimischen Welt spricht Levent ungern über sich. Mit seinen Eltern hat er niemals offen geredet.

»Sichtbarkeit zieht Gewalt nach sich«, urteilt ein Bericht von Human Rights Watch über die Lage türkischer Homosexueller. Ähnlich in der arabischen Welt. Die Diskriminierung beginnt in den Familien, wo manche Väter, Brüder und Onkel die sexuelle Neigung ihrer Verwandten mit Faustschlägen bekämpfen, in Einzelfällen mit Waffen. Vor Gericht rechtfertigen sich Täter mit dem »unmoralischen« oder »unislamischen« Verhalten ihrer Opfer. Die Gesetze schützen nicht selten die Täter.

Im Libanon sind gleichgeschlechtliche Beziehungen verboten, aber wie so oft ist im quirligen Beirut möglich, was sonst in der arabischen Welt nicht geht. Im Lichtspielhaus Morocco laufen Schwulenfilme, und bei Dunkin’ Donuts im Stadtzentrum kann man sich beim Zwinkern von Tisch zu Tisch kennenlernen. In Beirut gibt es die einzige Organisation der arabischen Welt, die sich für die Rechte von Schwulen über die Grenzen hinweg einsetzt. Helem kämpft mit einer Website, einer Bibliothek und Aufklärungsdiskussionen um die Anerkennung der Menschenrechte von Homosexuellen. Interesse weckt das fast nur bei Schwulen und Lesben, es sei denn, die Polizei kommt zu Besuch.

Staatliche Repression ist die größte Gefahr für Homosexuelle im Mittleren Osten. In islamistisch geprägten Staaten wie Iran, Saudi-Arabien oder dem Sudan steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe. Iran lässt männliche Homosexuelle umoperieren, weil Transsexuelle nur als »Kranke« gelten, aber keine Verurteilung fürchten müssen. Islamische Geistliche liefern die entsprechenden Fatwas für die staatliche Hetzjagd. Auch weniger konservative Länder wie Marokko haben Verbote verhängt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten empfiehlt ein Regierungssprecher Hormonbehandlungen. In Palästina nutzen Polizisten die diffuse Rechtslage, um Homosexuellen ungestraft Geld abzunehmen oder sie zu vergewaltigen. Ägypten macht insofern eine Ausnahme, als Homosexualität dort nicht verboten ist, aber umso energischer verfolgt wird.

Vor wenigen Jahren sprengte die Polizei eine Homosexuellenparty auf einem Boot auf dem Nil. Die Besucher wurden festgebunden, blutig geschlagen und gefoltert. Dann veröffentlichte ein nationalpopulistischer Verleger die Namen der Misshandelten in seiner Zeitung. In Tanta am oberen Nil verhaftete die Polizei systematisch Homosexuelle und quälte sie in der Haft, um sie zu Spitzeln in der Szene zu machen. Am Ende der Spirale von Folter, Verrat und Verhaftung saßen über hundert Männer im Gefängnis.

Istanbul mag da als Zufluchtsort erscheinen, aber Levent Boran fühlt sich auch nicht wirklich sicher. »Hier nutzen einzelne Polizeibeamte unsere Verletzlichkeit in der Gesellschaft.« Das geht so: Prostitution ist in der Türkei außerhalb von registrierten Bordellen verboten. Bei Hausdurchsuchungen forschen Polizisten nach Scheinbelegen für illegale Prostitution. Wer mehr als ein Kondom im Haus hat, dem wird ein Bestechungsgeld abgepresst. Ägypten, das palästinensische Westjordanland und die Türkei haben Regierungen, die Islamisten bekämpfen oder einem säkularen System verpflichtet sind. Warum verfolgen weltliche Beamte im Mittleren Osten Homosexuelle? Hier reicht der Islam als Erklärung allein nicht aus.

Hinter der Diskriminierung steckt der Männlichkeitswahn

Levent Boran verweist auf die Armee. »Die Militärs sehen in uns Kranke«, sagt er. Deshalb sollen Homosexuelle im Prinzip nicht dienen. Sein Freund jedoch wird derzeit gemustert. »Sie sagen ihm, du siehst männlich aus, du bist nicht schwul.« Sie suchen nach dem Weib im Manne, um ihn zu verachten, sagt Levent. Jetzt wollen sie ein Foto, das ihn beim Geschlechtsverkehr zeigt. Solche Bilder kursieren schon mal im Netz. Häufig sorgt die Armee fürs Outing.

Auch säkulare türkische Richter haben sich der Eindämmung der Homosexualität verschrieben. Ein Istanbuler Gericht verbot Ende Mai die Menschenrechtsorganisation Lambda, weil sie mit ihrem Einsatz für Homosexuelle »gegen die Gebräuche und Traditionen des Landes« verstoße. Wie diese aussehen, hat das 6. Istanbuler Strafgericht genauer ausgeführt. Vor Gericht stand ein Homosexueller, der einen Partner beim Sex ermordet hatte. Der Mörder beantragte Strafminderung. Er habe beim Geschlechtsverkehr die aktive Rolle gehabt. Das Opfer habe jedoch vorgeschlagen, auch einmal aktiv zu werden. Da habe er sich in seiner Ehre verletzt gefühlt und den Mann mit dem Küchenmesser erstochen. Die Richter konnten den Schmerz des Täters nachvollziehen und minderten die Strafe um ein Drittel.

Man blättert vergeblich im Koran, um dafür eine Erklärung zu finden. »Hier geht es um den Männlichkeitswahn in den patriarchalischen Gesellschaften vieler muslimischer Länder«, sagt der Anwalt von Lambda, Firat Söyle. »Der Mann muss beim Sex aktiv sein, sonst wird er zur Schande für die Männlichkeit.« Der Islam diene hier nur als Rechtfertigung, um das Patriarchat zu zementieren. Also keine Chance für Homosexuelle im Mittleren Osten? Doch, meint Levent. »Wir sind vor allem dann schwach, wenn wir einzeln und nicht organisiert auftreten.« Das Gegenmittel: der Aufzug der Massen. Diese Woche zieht die türkische Gay Pride Parade mit bunten Kostümen durchs Zentrum, es gibt Theateraufführungen und Fotoausstellungen. Istanbul, offene Stadt. »In der Megametropole finden auch Leute, die anders sind, ihre Nische«, sagt Levent. Und die zentrale Fußgängerzone ist mehr als eine Nische. »Wir wollen allen zeigen, dass wir Teil dieser Stadt sind.« Das klingt zum ersten Mal ziemlich selbstbewusst.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leserkommentare
    • xyto
    • 27.06.2008 um 20:56 Uhr

    Wer die eigentlichen Opfer des sogenannten Patriarchats sind: Die Männer!

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    Ist gegen die Natur. Es ist reine Lust! Das ist kein Thema.

    Ist gegen die Natur. Es ist reine Lust! Das ist kein Thema.

  1. 2. Nun Ja

    In Ländern mit islamischer Bevölkerung sind Frauen jenseits der Ehe rar. Da wird schon manch Kerl beim Anblick femininer Männer rollig , wenn er als Jugendlicher von Hormonschüben geplagt wird. Die schaffen es sich auch tatsächlich einzureden, dass nur der penetrierte als Schwuler zu gelten hat. Allerdings spielt die Türkei mit Sicherheit eine Sonderrolle, zumal zahlreiche prominente Schwule Künstler in den Medien äusserst präsent sind und sich großer Beliebtheit erfreuen können. Den Islam nun zu bemühen, und so zu tun, als ob hier alles im Reinen wäre, ist aber deutlich daneben.http://www.berlin.lsvd.de...http://www.spiegel.de/pol...Sicher sind die Homosexuellen in islamisch dominierten Regionen besonderer Verfolgung ausgesetzt. Andererseits sind die da  latent so schwul, dass beim Verzicht auf das Outing ein Schwuler quasi die freie Auswahl hat, von wem er sich vernaschen lassen kann. Das ist natürlich kein erstrebenswerter Zustand!Mit Schwulen haben viele Probleme. Fühlen sich auch die Rechtsnationaldeppen in Ostdeutschland in ihrer Männlichkeit angegriffen, oder kann man das nur Türken unterstellen? Der Bericht ist nicht besonders gut recherchiert, da er anscheinend unterschwellig an den Antiislamressentiments werkelt. Das Problem ist aber bei weitem nicht nur ein islamisches, wie man aus den Verlinkungen sehen kann. Russland ist auch besonders schlimm.

  2. Über islamische Gesellschaften heißt es, dass Schwule weniger klar identifizierbar seien, da auch heterosexuelle Freunde Händchen halten.

  3. "Hier reicht der Islam als Erklärung allein nicht aus." ...Und wo kommt wohl der "Männlichkeitswahn" her? Dass Religion sich nach einiger Zeit in der Kultur manifestiert - also auch bei den weltlichen Kräften - ist doch selbstverständlich ... In der islamischen Republik Iran hängen regelmäßig "rechtmäßig" verurteilte Schwule an Kränen ...Und dass in Russland und in Jamaika auch Schwulenhass herrscht ist ein Beweis, dass der Islam damit nichts zu tun hat? Natürlich gibt es auch andere primitive Ideologien und Stammesstrukturen, die das niederste im Menschen hervorbringt. Aber deswegen den Islam als Grund für den Schwulenhass in muslimisch dominierten Ländern zu leugnen ist doch ein arg durchsichtiger Versuch des Kulturrelativismus. 

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    Der Islam beruht auf dem Koran die das Christentum auf der Bibel. Allerdings so wie es paepstliche Bullen gibt gibt es beim Koran auch ergaenzungen von selbsternannten Propheten. Die Ablehung der homsexualitaet kommt aber weder aus einem natuehrlichen Umfeld (dazu kommt es einfach bei zu aheufig bei allen hoehren Spezien vor)(und ich immer schon gewusst jemand der Sexualitaet in welcher form auch immer ablehnt oder ander bevormundet muss eine niedere Spezies sein) noch auf religoese aspeckte. Im grunde geht es um alte Bilder die man sich gemacht hat und an denen aber nur mehr Punktuell festgehalten wird. Die Spartaner ebenso wie die Roemer haben in den Armeen die Homosesualitaet gefoerdert (hatte seine Praktrischen und strategischen Nutzen) und in dem osaminischen Reich war es nie unueblich das unterworfene Gegner oder Sklaven sexuel genutzt worden sind. Was dort auch akzeptiert war (daher ist der aktive Teil bis heute nicht wirklich verfehmt), denn in einer Gesellschaft die sich ueber staerke definiert, aber alle Grundlagen dazu abgebaut hat wird das alles extrem schwer. Man verteidigt eine Ehre (oder ein Bild davon) mit alten Gedankengut, modernen Mitteln und dann nur schwaecheren gegenueber, also wo kein Risiko mehr besteht. Und so haengen viele dieser Kulturen zwischen einem Mittelalter (das zweifellos eine Grlanzzeit war)und seinem Regeln, mit den auswuechsen und den Geschwuehren einer modernen Zeit. Auch in Europe rufen Leute nach alten werten ohne sich deren Konsequenzen bewusst zu sein. Und vorzugsweise nur selektiev was einem gerade passt ohne selber etwas zu riskieren. Wer selber kein gutes Leben hat kann immer noch den Rest damit verbringen es andern noch schlechter zu machen, ist einfacher als an sein eigenes Leben in Angriff zu nehmen und zu verbessern.

    Der Islam beruht auf dem Koran die das Christentum auf der Bibel. Allerdings so wie es paepstliche Bullen gibt gibt es beim Koran auch ergaenzungen von selbsternannten Propheten. Die Ablehung der homsexualitaet kommt aber weder aus einem natuehrlichen Umfeld (dazu kommt es einfach bei zu aheufig bei allen hoehren Spezien vor)(und ich immer schon gewusst jemand der Sexualitaet in welcher form auch immer ablehnt oder ander bevormundet muss eine niedere Spezies sein) noch auf religoese aspeckte. Im grunde geht es um alte Bilder die man sich gemacht hat und an denen aber nur mehr Punktuell festgehalten wird. Die Spartaner ebenso wie die Roemer haben in den Armeen die Homosesualitaet gefoerdert (hatte seine Praktrischen und strategischen Nutzen) und in dem osaminischen Reich war es nie unueblich das unterworfene Gegner oder Sklaven sexuel genutzt worden sind. Was dort auch akzeptiert war (daher ist der aktive Teil bis heute nicht wirklich verfehmt), denn in einer Gesellschaft die sich ueber staerke definiert, aber alle Grundlagen dazu abgebaut hat wird das alles extrem schwer. Man verteidigt eine Ehre (oder ein Bild davon) mit alten Gedankengut, modernen Mitteln und dann nur schwaecheren gegenueber, also wo kein Risiko mehr besteht. Und so haengen viele dieser Kulturen zwischen einem Mittelalter (das zweifellos eine Grlanzzeit war)und seinem Regeln, mit den auswuechsen und den Geschwuehren einer modernen Zeit. Auch in Europe rufen Leute nach alten werten ohne sich deren Konsequenzen bewusst zu sein. Und vorzugsweise nur selektiev was einem gerade passt ohne selber etwas zu riskieren. Wer selber kein gutes Leben hat kann immer noch den Rest damit verbringen es andern noch schlechter zu machen, ist einfacher als an sein eigenes Leben in Angriff zu nehmen und zu verbessern.

  4. Ist gegen die Natur. Es ist reine Lust! Das ist kein Thema.

    Antwort auf "Wieder wird klar..."
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    • hoerns
    • 01.07.2012 um 17:27 Uhr

    Homosexualität kommt bei vielen Arten von Lebewesen vor. Homophobie nur bei einer Art. Aber keine Angst! Auch deine Homophobie ist heilbar!

    • hoerns
    • 01.07.2012 um 17:27 Uhr

    Homosexualität kommt bei vielen Arten von Lebewesen vor. Homophobie nur bei einer Art. Aber keine Angst! Auch deine Homophobie ist heilbar!

    • Sion
    • 28.06.2008 um 0:59 Uhr

    Gegen die Natur? Du bist nicht ganz auf dem aktuellen Stand der Erkenntnis, hm?
    Der Gegenbeweis wurde längst erbracht: Homosexualität ist natürlich, normal und kommt bei den meisten Lebewesen vor.
    Ich empfehle Dir, Dich ein wenig kundig zu machen, bevor Du so gewagte Thesen in den Raum wirfst  ^_~
    z.B. hier: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,444512,00.html
     
    "Though she be small, she is fierce" - Shakespeare "A Midsummer Night's Dream"

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    entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und relevanten Beiträgen und verzichten Sie auf sarkastische Äußerungen, die als beleidigend empfunden werden könnten.Danke. Die Redaktion/km

    entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und relevanten Beiträgen und verzichten Sie auf sarkastische Äußerungen, die als beleidigend empfunden werden könnten.Danke. Die Redaktion/km

  5. werden Homosexuelle und lesben diskrimminiert; dies ist keine Spezialität der islamischen Länder.
    Im Steuerrecht, im Beamtenrecht, im Adoptionsrecht gibt es jede Menge Benachteiligungen. Die Versorgungswerke der freien Berufe, so z. B. das Ärzteversorgungswerk Niedersachsen verweigern Lebenspartnern Witwerrenten unter Hinweis auf die "typisierende Betrachtung" (gemeint ist, Lebenspartner können keine Kinder bekommen).
    Ein solchermaßen typisierend Betrachteter muss über die Lebenszeit im Vergleich zu seiner kinderlosen, verheirateten Freundin einen materiellen nachteil von 300-500.000 TD€ auf Lebenszeit in Kauf nehmen.
     
    Auch bei Herrn Daume kann man gut sehen, wie weit es hier ist.
     
    Also, nicht nur auf islamische Länder gucken. Auch hier feiern Vorurteile und Benachteiligungen fröhliche Urständ und werden vor allem durch die Kirchen und die konservativen Parteien (Blockade der CDU/CSU im Bundesrat gegen die Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe)genährt. Wie sagt man so schön, zunächst vor der eigenen Haustür kehren.
    Auch Deutschland ist eine Heterodemokratur.
     

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    • Anonym
    • 28.06.2008 um 11:40 Uhr

    aber nicht staatlich Verfolgt. Diskriminiert werd ich auch wenn ich dick und häßlich bin, hübsche Menschen kriegen stets 10-15% mehr Gehalt. Und wegen 1000 anderer Dinge. Damit kann ich leben. Wärs nicht weil ich Schwul bin dann wegen anderer Dinge. Verfolgung und grundsätzlich sich seines Lebens nicht sicher sein zu können obwohl man nichts unrechtes tut sondern einfach nur "liebt".. wenn Liebe verfolgt wird dann ist dass keine Diskriminierung mehr. Im übrigen haben es Schwule in Deutschland so gut wie kaum sonst irgendwo auf der ganzen Welt. Trotz manchem zweifelhaften Kommentar den ich hier lesen muss, muss ich sagen die Deutschen sind sehr offen und tolerant geworden diesbezüglich. Man kann ja auch mal das Positive feststellen.

    • oe003
    • 29.06.2008 um 2:16 Uhr

    Da müssen manche Leute doch tatsächlich zu allem Ihren Stammtisch-Kommentar abgeben.
    Aber mal im Ernst: Natürlich ist auch in Deutschland die Welt nicht perfekt, aber wenn ein Artikel ein bestimmtes Thema im Auge hat (Homosexualität in muslimischen Ländern), dann ist völlig logisch, dass er nicht weltumspannend erörtert, wie an welchem Ort mit dem Thema umgegangen wird.
    Zudem schadet es ab und zu nicht, ein wenig zu diffenzieren und nicht einfach überall seine Meinung unreflektiert breitzutreten

    • Anonym
    • 28.06.2008 um 11:40 Uhr

    aber nicht staatlich Verfolgt. Diskriminiert werd ich auch wenn ich dick und häßlich bin, hübsche Menschen kriegen stets 10-15% mehr Gehalt. Und wegen 1000 anderer Dinge. Damit kann ich leben. Wärs nicht weil ich Schwul bin dann wegen anderer Dinge. Verfolgung und grundsätzlich sich seines Lebens nicht sicher sein zu können obwohl man nichts unrechtes tut sondern einfach nur "liebt".. wenn Liebe verfolgt wird dann ist dass keine Diskriminierung mehr. Im übrigen haben es Schwule in Deutschland so gut wie kaum sonst irgendwo auf der ganzen Welt. Trotz manchem zweifelhaften Kommentar den ich hier lesen muss, muss ich sagen die Deutschen sind sehr offen und tolerant geworden diesbezüglich. Man kann ja auch mal das Positive feststellen.

    • oe003
    • 29.06.2008 um 2:16 Uhr

    Da müssen manche Leute doch tatsächlich zu allem Ihren Stammtisch-Kommentar abgeben.
    Aber mal im Ernst: Natürlich ist auch in Deutschland die Welt nicht perfekt, aber wenn ein Artikel ein bestimmtes Thema im Auge hat (Homosexualität in muslimischen Ländern), dann ist völlig logisch, dass er nicht weltumspannend erörtert, wie an welchem Ort mit dem Thema umgegangen wird.
    Zudem schadet es ab und zu nicht, ein wenig zu diffenzieren und nicht einfach überall seine Meinung unreflektiert breitzutreten

    • Anonym
    • 28.06.2008 um 10:35 Uhr

    Leser der ZEIT stehen eher im verdacht schwarze Rollkragenpullover zu tragen und Atheisten zu sein. So der Klischee-alt68er eben. Aber bei diesem Thema treten Dinge zu Tage die mancher katholische Pfarrer wohl so nie unterschreiben würde! (im übrigen gibt gerade der christliche Glaube KEINE Grundlage für Homophobie)Punkt 1: das mit der Fortpflanzung. Soso, dann dürften Heteros also nur 1,3 mal in ihrem Leben sex haben, soviele Babys kommen auf eine Frau in diesem Land. Wenn Sex nur für Fortpflanzung da ist. Und warum dann die ganzen Sexshops, die Pornoindustrie, Viagra, Kondome,... Punkt 2: Erziehung vs. Biologie; im Tierreich ist Homosexualität etwas total alltägliches. Schwule Pinguine wurden sicherlich nicht von der ruchlosen heutigen Medienlandschaft dazu "erzogen". Punkt 3: "Schwule müssen sich immer darstellen". Ähem, mal mit offenen Augen durch die Stadt gelaufen und gesehen wie zugepflastert alles mit Hetero-Zielgruppen Werbung und so weiter ist? An jeder Ecke ein Paar das Händchen hält, sich küsst am Bahnhof, und so weiter. Sind wohl auch alles nur Selbstdarsteller. Oder sie denken genauso wie die Schwulen dass sie sich ihrer Liebe nicht schämen brauchen? Schon schlimm....in islamischen Ländern ist das Leben für Schwule die Hölle (Lesben werden stets weniger verfolgt, wer weiß warum..wahrscheinlich passen Lesben mehr in die sexuellen Fantasien der Hetero-Männer die ja meist die Schwulenhatz betreiben). Und mich kotzt an wie weichgewaschen darüber berichtet wird hierzulande. Jeder Fall von Rechtsextremismus ist zu Recht eine teils sehr scharfe Schlagzeile werd, und hier ach der rosa Halbmond. Da hat man gleich wieder alle blöden Klischees bedient, von wegen Rosa und Tunten und so. Und der rosa Halbmond klingt ja richtig "putzig", garnicht danach dass z.B. im Iran Jungs öffentlich GEHÄNGT werden, weil naja.. sie hatten Sex miteinander und sind ein Liebespaar. Das verdient schon öffentliche Hinrichtung zweier Jugendlicher vor dem wütenden Mob. Und dann leben wir ja in Zeiten wo der Mob westliche Botschaften anzündet als Reaktion auf irgendwelches gekrakel in einer dänischen Dorfzeitung. Die Feiglinge von Politikern und "Demokraten" echauffieren sich sofort wens um Mindestlohn und diese Dinge geht, aber wenn in der ganzen islamischen Welt eine sexuelle Minderheit aufs übelste verfolgt wird.. ach.. sind ja eh nur Schwule wird sich da mancher denken der sonst immer mächtig liberal, sozial und aufgeklärt tut. An solchen Themen zeigt sich das wahre Gesicht von Menschen und wie weit her es ist mit großmäulig formulierten Ansprüchen.

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    • Anonym
    • 28.06.2008 um 11:14 Uhr

    Mich würde wirklich interessieren welche Pfeife sich den Titel für diesen Artikel ausgedacht hat? Und bitte keine Zensur hier! ...Sowas schimpft sich eine aufklärerische Zeitung... (Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk)

    • Anonym
    • 28.06.2008 um 11:14 Uhr

    Mich würde wirklich interessieren welche Pfeife sich den Titel für diesen Artikel ausgedacht hat? Und bitte keine Zensur hier! ...Sowas schimpft sich eine aufklärerische Zeitung... (Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk)

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