Politikern wird oft Inkonsequenz unterstellt. Gerade dieser Tage wurde aber dieses infame Vorurteil nachhaltig widerlegt. Begonnen hatte alles mit einem Liebesbrief der neuen SPÖ-Spitze an Hans Dichand, dessen amouröser Inhalt den schwarzen Nebenbuhler um die Gunst des vermeintlichen Kanzlermachers vor Neid erblassen ließ. Konsequent wurde damit die Linie früherer sozialdemokratischer Granden weiterverfolgt, die sich gerne mit Welpen auf der Titelseite der Krone präsentierten und glaubten, dies würde automatisch zum Erhalt der Macht führen. Zwar widerlegte das Wahlergebnis des Öfteren diese Spekulation, doch das Vertrauen in die Krone blieb offenbar ungebrochen. HC Strache wiederum, der in letzter Zeit etwas schwächelte, war wieder ganz der Alte, als man ihn nach seinem Herzensfavoriten im EM-Finale fragte. »Meine Sympathien gehören unseren deutschen Nachbarn!«, strahlte er, obwohl doch gerade für einen wie ihn auch Spanien aus historischer Perspektive nicht ganz zu verachten gewesen wäre. Besonders konsequent – ganz gegen die Parteilinie – blieb neulich aber der Chef der Grünen. Sonst eher im Clinch mit den Heuschrecken der Globalisierung, rettete er tollkühn ein lebendes Exemplar der Spezies aus seiner Spüle. Beim Versuch, das verschreckte Tier auf den Balkon zu transportieren, glitt er jedoch auf dem Teppich aus und stürzte in eine Stachelpalme. Die Folge war ein lädiertes Knie. Wieder ein klarer Beweis dafür, dass Politiker unter Einsatz ihrer Gesundheit und mit letzter Konsequenz rund um die Uhr um unser aller Wohl besorgt sind.