Energiepolitik Atomkraft, nein danke!
Am Atomausstieg darf nicht gerüttelt werden, weil die Technik gefährlich bleibt! Und die Meiler schonen weder Klima noch Geldbeutel
© ZUFAROV/AFP/Getty Images

Nach dem Super-GAU: Eine Luftaufnahme des AKW in Tschernobyl, aufgenommen Ende 1986
Teures Öl, Furcht vor dem Klimawandel und Angst vor wachsender Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten verunsichern die Deutschen. Verängstigte Bürger und Verbraucher sind empfänglich für Argumente, die überzeugend klingen, aber nicht überzeugend sind. So wie die, mit denen neuerdings die Union um Zustimmung wirbt. Nach ihrer Lesart ist Atomstrom Ökoenergie pur. Billig, sauber, obendrein quasideutsch und deshalb sicher. Nun will die Union den Atomausstieg kippen – und die 17 hiesigen Kernkraftwerke länger am Netz lassen: weit über das Jahr 2020 hinaus.
Tatsächlich träumt hier die Kernenergiefraktion einen Traum, der sich für Mensch und Umwelt noch als Albtraum erweisen wird. Mag sein, dass die zukünftigen Reaktoren besser sind als die gegenwärtigen. Davon gibt es allerdings weltweit 439. Und jederzeit kann einer von ihnen havarieren. Es wäre das unwiderrufliche Aus auch für die hiesigen Meiler. Selbst die Atomlobby weiß das genau.
Klimaschonend ist Atomstrom ohnehin nicht. Er befreit nicht vom teuren Öl. Und Elektrizität macht er allenfalls in unmerklicher Dosis billiger. Die von der Union genährte Hoffnung auf günstigeren Strom, die womöglich sogar im Wahlkampf verfängt, grenzt an Verachtung der Wähler.
Obwohl es zunächst einmal stimmt, dass Strom in abgeschriebenen Kernkraftwerken extrem billig erzeugt wird. Für weniger als zwei Cent pro Kilowattstunde. Nur hat der Stromkunde davon nichts. Bei ihm schlagen nicht Kosten zu Buche, sondern der Marktpreis des Stroms. Der aber liegt nicht bei zwei Cent, sondern eher bei sieben oder acht. Die Differenz geht an die Eigentümer der Meiler.
Angenommen, sie ließen sich darauf ein, als Gegenleistung für längere Laufzeiten auf die Hälfte ihrer Extragewinne zu verzichten: Dann könnte die Rechnung der Stromkunden tatsächlich sinken – im Jahr nach der Bundestagswahl laut Berechnung des Öko-Instituts um 12 Cent pro Haushalt, monatlich! Danach wüchse der Vorteil auf knapp 90 Cent an, aber auch das ist fast nichts, verglichen mit den gut 60 Euro, die ein Drei-Personen-Haushalt heute für Strom zahlt.
- Datum 01.10.2009 - 15:26 Uhr
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- Serie Energie
- Quelle DIE ZEIT, 10.07.2008 Nr. 29
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Vielleicht sollte Sie erstmal die große Anzahl anderer Artikel zu diesem Thema in den letzten Tagen lesen.- Die Studie des Ökoinstitutes ist glatte Volksverdummung, sie strotzt vor politischer Motivation. Dass bei der Beibehaltung des Status quo die Preise gleich bleiben, ist mit einem IQ größer 35 erkennbar, setzt aber Nachdenken voraus. Was die Studie verschweigt, sind die steigenden Preise bei einer Abschaltung: Es sind die im EEG festgeschrieben Einspeisungstarife zwischen 5 und 50€ Cent/kWh für Ökostrom, die den Preis nach oben treiben. Denn was an der Stromhandelsbörse gehandelt wird, ist nicht Atomstrom oder Ökostrom, sondern der Strommix. Und der wird teurer, wenn der billigste Strom zugunsten eines teureren Stroms abgeschaltet wird. Wer anders argumentiert, sollte seinen Schulabschluss zurückgeben.- In vielen Foren zum Thema CO2 werden Wasserstoff- oder Elektroautos als Ölsparpotential angesehen. Beide Technologie verbrauchen aber unglaublich viel Strom. Somit wäre Ihre Argumentation bzgl. Öl und Gas hinfällig.- Des Weiteren werden größere Mengen an Strom in Deutschland (10%) durch die Verbrennung von Gas erzeugt. Schon wieder ist Ihre Argumentation hinfällig.- Sie argumentieren mit einer 20 Jahre alten Enquetekommissio? Damals wussten wir noch nichts von CO2 und Klimawandel. Zumindest nicht das gewaltige Ausmass und die Geschwindigkeit.- Sie reden über Energieeffizienz und vergessen, dass dies nicht gerade billig ist (ich verweise auf entsprechende HartzIV-Foren) und Sie vergessen, dass allein der Stromverbrauch im Kommunikationswesen explosionsartig steigt.- Sie argumentieren der politischen Druck der Ölkrise hätte was bewegt. Sein Auto kann man aber stehen lassen. Aber wenn der Strom ausfällt, sind die Konsequenzen ungleich dramatischer.Ihr ganzer Artikel enthält nichts Neues, nichts Brauchbares, nur überholtes oder falsches Wissen. Traurig!
Nur leider sind die Preise für Strom weiter gestiegen, ebendso die Gewinne der Stromkonzerne. Es wurde also nichts an den Endverbraucher weitergegeben.Deshalb bezweifle ich, dass ob mit oder ohne Atomstrom die Preise stabil bleiben. Steigen werden sie auf jeden Fall, dann aber lieber ohne Atomstrom.
und auch groesser 135 braucht man wahrscheinlich , um erkennen zu koennen , dass expertiese hier gegen expertiese steht und experten gegen experten ... dass die expertiesen contra atomwirtschaft nicht von der atomwirtschaft bezahlt wurden und die experten pro atomwirtschaft demaechst einen fetten bonus vom volk bekommen wuerden, wenn sie es schaffen sollten ihr maerchen gewinnbringend an dies zu verkaufen ... der witz bei dieser gechicht ist , dass die anti position eigentlich erstens die vernuenftigere technik anbietet, die zukunftsorientiertere, zumindest wenn man aussen vor laesst , dass die nucleartechnik auch an tausende von generationen ihre nachteile vererben wuerde, und zweitens eine ethische position vertritt , welche einer allgemeinheit , die man getrost menschheit nennen darf , zugute kommt , waehrend die pro atom seite eine ethik der gier und des machtmissbrauchs verkoerpert , was gerade in der momentan relativ transpareneteren informationsrealitaet immer offensichtlicher wird. die aengstlichen hier mit dem angeblich billigen preis des atomstrom zu locken wie den verhungernden mit der brotkruste halte ich obwohl bezeichnend fuer eine aussichtsloses unterfangen , denn der IQ ist eben allgemein doch groesser als 35 und tendiert in fragen der gerechtigkeit heutzutage gegen unendlich ..... sollten sie ernsthafte sorgen haben , dass der energiebedarf der telekomunikation noch weiter steigt ( warum nur , denn jeder ist ja schon uebrvernetzt ?) koennten sie gerade dort mit persoenlichen zugestendnissen und verantwortung natuerlich abhilfe schaffen, und zB nicht auf diesen kommentar antworten.
Nur leider sind die Preise für Strom weiter gestiegen, ebendso die Gewinne der Stromkonzerne. Es wurde also nichts an den Endverbraucher weitergegeben.Deshalb bezweifle ich, dass ob mit oder ohne Atomstrom die Preise stabil bleiben. Steigen werden sie auf jeden Fall, dann aber lieber ohne Atomstrom.
und auch groesser 135 braucht man wahrscheinlich , um erkennen zu koennen , dass expertiese hier gegen expertiese steht und experten gegen experten ... dass die expertiesen contra atomwirtschaft nicht von der atomwirtschaft bezahlt wurden und die experten pro atomwirtschaft demaechst einen fetten bonus vom volk bekommen wuerden, wenn sie es schaffen sollten ihr maerchen gewinnbringend an dies zu verkaufen ... der witz bei dieser gechicht ist , dass die anti position eigentlich erstens die vernuenftigere technik anbietet, die zukunftsorientiertere, zumindest wenn man aussen vor laesst , dass die nucleartechnik auch an tausende von generationen ihre nachteile vererben wuerde, und zweitens eine ethische position vertritt , welche einer allgemeinheit , die man getrost menschheit nennen darf , zugute kommt , waehrend die pro atom seite eine ethik der gier und des machtmissbrauchs verkoerpert , was gerade in der momentan relativ transpareneteren informationsrealitaet immer offensichtlicher wird. die aengstlichen hier mit dem angeblich billigen preis des atomstrom zu locken wie den verhungernden mit der brotkruste halte ich obwohl bezeichnend fuer eine aussichtsloses unterfangen , denn der IQ ist eben allgemein doch groesser als 35 und tendiert in fragen der gerechtigkeit heutzutage gegen unendlich ..... sollten sie ernsthafte sorgen haben , dass der energiebedarf der telekomunikation noch weiter steigt ( warum nur , denn jeder ist ja schon uebrvernetzt ?) koennten sie gerade dort mit persoenlichen zugestendnissen und verantwortung natuerlich abhilfe schaffen, und zB nicht auf diesen kommentar antworten.
Der Anti-Atom-Protest passt den ÖlMulti-Machthabern bestens in den Kram, und jeder weiss, wer die sind und wie sie z.T. agieren ... Das ursprüngliche Ziel der AntiAtom-Bewegung hing stark mit KernWaffen zusammen: Der AtomSprenStoff sollte knapp gehalten werden, zur Behinderung der Rüstung. Inzwischen haben viele Staaten trotzdem solche Waffen, es konnte auch nur ein zeitweiliges Ziel sein.Natürlich hat auch niemand besonders grosses Vertrauen die die Sorte von Leuten, die auf die KraftWerke dann aufpassen sollen, damit nix passiert. Das kannte man schon immer: Vertuschung ist normal, wenn andernfalls die Konsequenzen zu unerfreulich wären.Aber die wirtschaftliche Seite sieht vielleicht anders aus:==> 1. gibt es schon Reaktoren, die sicher sind, bspw. der in China pionier-erprobte "pebble-bed"-Typ, in dem der BrennStoff in BrikettGestalt vorliegt, und der sogar nach Tagen nicht ausser Kontrolle geraten kann:http://www.wired.com/wire...==> 2. besitzt Deutschland unerschlossene, aber sehr grosse UranVorkommen im Osten und wäre bald Energie-unabhängig von fossilen Trägern (und dem Rest der Welt), wenn die entsprechenden Entscheidungen dem Volk verkauft werden könnten.Die bisherige Kraftwerke sind aber in der Tat zu unsicher und gehören abgeschaltet, und zwar schon bald.Das Endlagerproblem ist noch nicht gelöst, aber auf dem Mond würde der Abfall niemanden stören und könnte gleich als Energiequelle genutzt werden, zur Auslagerung der irdischen Wirtschaft mittels Maschinen dorthin. Pläne dafür gibt's ja auch schon lange ...
sehr lobenswert , dass an dieser stelle auch mal die anti atomkraft position beleuchtet wird : bei der hat sich natur gemaess nicht viel getan, da auch 30 jahre alte argumente immer noch stimmen . ein grosses lob derm fazit : genau dies ist der geist aus dem inovation geschoepft wird : die atomenergie wir nicht nocheinemal die wundertute sein koennen , die sie in den 60/70 igern war. als repraesentenat inovativer technik ist der deutsche staat und das deutsche volk gewissermassen verpflichtet dieser veraltete wie gefaehrlichen technologie , deren gefaehrlichkeit sich durch die benutzung erst erwiess, adieu zu sagen und nicht nur neue loesungen zu benutzen sondern auch weltweit anzubieten. die im artikel beschriebenen sachverhalte weisen darauf hin , dass eben nicht neue abhaengigkeiten entstehen werden ( zB atomstrom aus FR) , sondern eher andere von der deutschen inovation abhaengig seine werden, wenn man als erster grosser industriestaaz erfolgreich aus der Atomwirtschaft aussteigt. dass die ewig gestriegen und paranoiden konservativen , sich nichts besseres vorstellen koennen als den hit von gestern , zeugt weder von vertrauen in die staerke deutscher inovationen , denn diese kann wohl kaum auf konservativem mist gewachsen sein, noch von selbstbewuster risikobereitschaft und entscheidungsfreiheit, ohne die man erwiesenermassen nirgens hinkommt - im gegnteil : wenn man nicht selbstbewuste entscheidungen trifft werden sie meist von anderen getroffen und neue abhaengikeiten sind die folge. die ganze "ausstieg aus dem ausstieg " debatte stinkt zum himmel nach einer politischen lobby , die bereits nicht mehr selbstbewust entscheidet , sondern nur erfuellunggehilfe der grossindustrie ist , egal welcher branche , und dass auf eu - und moeglicher weise sogar globlaer ebene. die vom volk hart erkaempfte und durch waehlerstimmen zum ausdruck gebrachte eindeutige entscheidung fuer den endgueltigen ausstieg aus der atomwirtschaft ist zu respektieren und wird ein zeichen setzen des mutes und der zukunftsorientierten vernunft.
Stichwort Hoch-Risiko-Technologie!
Mich würde mal interessieren, welche Positionen der ZEIT-Verleger und die ZEIT-Herausgeber einnehmen bzw. welche Meinungen sie vertreten!
Hat schon mal jemand recherchiert, ob es einen Fall gibt, in dem ein Atomboss sein Domizil näher als 50km von einem Zwischen- oder Endlager oder auch nur von einem Atommeiler aufgeschlagen hat? Das wäre doch ein Beleg dafür, daß er davon übberzeugt ist, daß die friedliche Nutzung der Atomenergie keine Probleme mit sich bringt.
Solange mir kein Atombefürworter schlüssig erklären kann, wie Atommüll sicher gelagert oder entsorgt werden kann, gibt es für mich nur ein klares NEIN zur Kernkraft. In diesem Punkt kann niemand, auch ein Andres Sentker nicht, überzeugen: da kommt von den Damen und Herren nur BLABLA.PS: Niemand wünscht sich ein zweites Tschernobyl...oder, Herr Sentker?
Nur leider sind die Preise für Strom weiter gestiegen, ebendso die Gewinne der Stromkonzerne. Es wurde also nichts an den Endverbraucher weitergegeben.Deshalb bezweifle ich, dass ob mit oder ohne Atomstrom die Preise stabil bleiben. Steigen werden sie auf jeden Fall, dann aber lieber ohne Atomstrom.
das problem mit kernkraft in deutschland ist aber meiner meinung nach eher, dass profitorientierte unternehmen die kraftwerke betreiben... in dem moment wo sie an den sicherheitssystemen sparen oder vertuschen wird atomkraft zu einer ernsten gefahr...würde man modernere technik einsetzen und regelmäßigere kontrollen beschließen, könnten sich diverse kraftwerksbetreiber atomstrom gar nicht mehr leisten... hier wird momentan mit hochrisiko-stoffen geld gescheffelt, anstatt eine sinnvolle versorgung der bevölkerung im sinn zu haben...atomstrom halte ich für ok, aber die bedingungen, unter denen er hergestellt wird, müssen stimmen...eine endlagerung im all wäre evtl bedenkenswert... moderne reaktoren haben ohnehin eine beinahe gute energieeffizienz, sodass die masse des strahlenmülls weniger stark ansteigen könnte...
ich weiss , dass sie auf den vorschlag von tom310 eingehen gebe aber hier zu bedenken , dass auch bei den raketenstarts zu einer muelldeponie im all ein gewisser prozentsatz der traegerraketen entweder am boden kleben bleiben oder kurz nach start wieder runterkommen. war bei anderen missionen zuminddest nicht anders. und dann waere der gau auch nicht gerade klein ...
ich weiss , dass sie auf den vorschlag von tom310 eingehen gebe aber hier zu bedenken , dass auch bei den raketenstarts zu einer muelldeponie im all ein gewisser prozentsatz der traegerraketen entweder am boden kleben bleiben oder kurz nach start wieder runterkommen. war bei anderen missionen zuminddest nicht anders. und dann waere der gau auch nicht gerade klein ...
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