Energiepolitik Atomkraft, ja bitte!Seite 2/2
Jenseits aller Ideologien bleiben vier Argumente, die von den Gegnern der Kernenergie immer wieder beschworen werden. Erstens ist die bei jedem brüchigen Dübel aufkeimende Frage nach der Sicherheit der Reaktoren seit Tschernobyl ein verlässlicher Angstmacher. Zweitens wurde die Endlagerfrage in Deutschland so lange politisch verhandelt, dass es vielen prinzipiell unmöglich erscheint, radioaktiven Abfall sicher zu verwahren. Wer kann, drittens, garantieren, dass das strahlende Material nur friedlichen Zwecken dient? Und, viertens, reichen die Uranvorräte überhaupt aus?
Für die Probleme gibt es eine – technische – Lösung, auf die Fragen eine – auch politische – Antwort: Während der einstige Technologieführer Deutschland nahezu vollständig aus der Kernforschung ausgestiegen ist, treiben Wissenschaftler weltweit unter anderem zwei Projekte voran. Sie wollen lange strahlende Abfälle in kurzlebige verwandeln und so die notwendigen Sicherheitsgarantien für Lagerstätten von mehreren Hunderttausend Jahren auf Jahrhunderte reduzieren. Und während in Finnland ein Reaktor der dritten Generation errichtet wird, bei dem selbst für den schlimmsten Fall einer Kernschmelze vorgesorgt ist, soll dieser größte anzunehmende Unfall bei Kraftwerken der vierten Generation prinzipiell ausgeschlossen sein.
Die Uranvorräte reichen nicht nur für viele Jahrzehnte aus, sie lagern anders als Öl und Gas zudem in politisch sicheren Regionen, etwa in Kanada und Australien. Und die Proliferation von waffentauglichem Plutonium ist gerade in Deutschland das geringste Problem, dafür sorgen die Kraftwerkstechnik und die konsequente Überwachung.
Einen »Energiekonsens, wie ein modernes Industrieland ihn braucht«, nennt der SPD-Vordenker und Kernkraftgegner Erhard Eppler seinen jüngsten Vorschlag: Man könne über Laufzeitverlängerungen bestehender Kraftwerke reden, wenn ein Neubauverbot in die Verfassung aufgenommen würde. Tatsächlich zeugt es von erschreckender Zukunftsblindheit, qua Grundgesetz eine Technik zu verdammen, deren Potenzial erst allmählich sichtbar wird.
Der Gegenvorschlag: An Laufzeitverlängerungen führt mangels Alternativen kein Weg vorbei. Wir werden den Atomstrom brauchen. Der Betrieb bereits abgeschriebener Kraftwerke verschafft den Konzernen enorme Gewinne. Sie gilt es zu investieren: in Form einer Stabilisierung des Preises, verbunden mit Anreizen zum Stromsparen. Der andere Teil muss in die Forschung fließen, für saubere Kohle und alternative Energien – und natürlich in die Kernforschung. Weil wir nicht nur sichere Endlager brauchen, sondern uns auch den Weg zu den Kraftwerken der vierten Generation nicht verbauen sollten, zu Meilern, die mit wenig Abfall sicher und zuverlässig viel Strom erzeugen. Es wird sie geben. Auch in Deutschland.
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- Datum 02.09.2009 - 11:05 Uhr
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- Serie Energie
- Quelle DIE ZEIT, 10.07.2008 Nr. 29
- Kommentare 19
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Ich glaube dass der Strombedarf in Zukunft massiv steigen wird, wenn erstmal ueberall Elektoautos unterwegs sind. Aber was nuetzt alle Umweltfreundlichkeit auf der einen Seite, wenn der Strom dann mit radioaktivem Uran erzeugt wird? OK, sollte es in Zukunft wirklich sichere Meiler geben und das Problem der Endlager geloest sein (ich glaub es nicht), dann koennen wir ja immer noch Atomkraftwerke zu bauen. Die Atomkraftwerke, die heute gebaut werden, laufen aber 30-40 Jahre - mit der Technologie von heute. Und dann ist das Uran verbraucht.Uebrigens, wer garantiert dass die Preise fuer Uran nicht ebenso anziehen wie die Oelpreise heute, wenn China und USA so viele Kraftwerke bauen und der Rest der Welt auf diesen Zug aufspringt? Warum nicht also gleich den richtigen Weg gehen und Strom im Einklang mit der Umwelt erzeugen, und den Druck beibehalten, nach Alternativen zum Uran zu suchen. Der groesste Atomreaktor steht doch am Himmel, ueber unseren Koepfen, die Sonne, und die ist voellig ungefaehrlich. Meine Hoffung ist dass die Energie der Sonne die Zukunft fuer unsere Energieprobleme ist.
Zum einen stellt sich auch mit Solarenergie noch immer das Problem, dass diese Energie nur sehr unzuverlässig verfügbar ist und zum anderen ist die Herstellung von Solarzellen mitnichten so sauber, wie sie sich das vorstellen.Ein interessanter Ansatz für Kernenergie ist hierbei die Transmutationstechnik, welche mittels eines Teilchenstrahls Isotope mit langer Halbwertszeit in solche mit deutlich kürzerer Halbwertszeit spalten könnte. Der Prozess soll zudem netto Energie erzeugen und zudem auch mit unterkritischen Isotopenkonzentrationen funktionieren.
die eine Zukunftsprognose unter unzulässigen "ceteris paribus"-Bedingungen als fragwürdig erkannt hat!
Man kann natürlich nicht von heutigen Uranpreisen ausgehen, wenn diese Technik jetzt boomen sollte und gleichzeitig die Vorkommen zur Neige gehen!
Nicht nur der Strombedarf steigt.
Auch der Uranbedarf.
Dabei sinkt die Ergiebigkeit des noch verfügbaren Erzes beständig.
Ein zumindest rationaler, egoistischer, ökonomischer "Vorteil" zukünftiger Urangewinnung läge jedoch vielleicht darin, daß es wohl noch einige ergiebige Vorkommen z.B. in Australien und Afrika auf dem Gebiet der indogenen Völker gibt - und diese "Wilden" konnte man doch bisher immer über's Ohr hauen, oder ;-)
Zumindest werden mit steigendem Uranbedarf und fallender Erzqualität logischerweise auch die Preise gewaltig steigen!
Sowie der CO2 Ausstoß während der Urangewinnung, der ja auch nie in Betracht gezogen wird, weil Kernenergie ja bekanntlich - per Definition! -überhaupt kein CO2 produziert. ;-)
Und nicht zuletzt der gewaltige Abraum von tausenden!!! von Tonnen strahlenden Gesteins und Abwassers, die heute schon gern mal bei der Gewinnung einer Tonne Uran (Yellowcake) aus "minderwertigem" Erz abfallen können - und endgelagert werden müssen!
Diese drei Größen werden sogar exponentiell in die Höhe schießen und dazu führen, daß die Atomkraft, sobald Alle sie benutzen, unökonomisch wird.
Dann müssten wir in ein paar Jahren also schon wieder einen anderen Ausweg suchen... Hmmm...
Zum einen stellt sich auch mit Solarenergie noch immer das Problem, dass diese Energie nur sehr unzuverlässig verfügbar ist und zum anderen ist die Herstellung von Solarzellen mitnichten so sauber, wie sie sich das vorstellen.Ein interessanter Ansatz für Kernenergie ist hierbei die Transmutationstechnik, welche mittels eines Teilchenstrahls Isotope mit langer Halbwertszeit in solche mit deutlich kürzerer Halbwertszeit spalten könnte. Der Prozess soll zudem netto Energie erzeugen und zudem auch mit unterkritischen Isotopenkonzentrationen funktionieren.
die eine Zukunftsprognose unter unzulässigen "ceteris paribus"-Bedingungen als fragwürdig erkannt hat!
Man kann natürlich nicht von heutigen Uranpreisen ausgehen, wenn diese Technik jetzt boomen sollte und gleichzeitig die Vorkommen zur Neige gehen!
Nicht nur der Strombedarf steigt.
Auch der Uranbedarf.
Dabei sinkt die Ergiebigkeit des noch verfügbaren Erzes beständig.
Ein zumindest rationaler, egoistischer, ökonomischer "Vorteil" zukünftiger Urangewinnung läge jedoch vielleicht darin, daß es wohl noch einige ergiebige Vorkommen z.B. in Australien und Afrika auf dem Gebiet der indogenen Völker gibt - und diese "Wilden" konnte man doch bisher immer über's Ohr hauen, oder ;-)
Zumindest werden mit steigendem Uranbedarf und fallender Erzqualität logischerweise auch die Preise gewaltig steigen!
Sowie der CO2 Ausstoß während der Urangewinnung, der ja auch nie in Betracht gezogen wird, weil Kernenergie ja bekanntlich - per Definition! -überhaupt kein CO2 produziert. ;-)
Und nicht zuletzt der gewaltige Abraum von tausenden!!! von Tonnen strahlenden Gesteins und Abwassers, die heute schon gern mal bei der Gewinnung einer Tonne Uran (Yellowcake) aus "minderwertigem" Erz abfallen können - und endgelagert werden müssen!
Diese drei Größen werden sogar exponentiell in die Höhe schießen und dazu führen, daß die Atomkraft, sobald Alle sie benutzen, unökonomisch wird.
Dann müssten wir in ein paar Jahren also schon wieder einen anderen Ausweg suchen... Hmmm...
Zum einen stellt sich auch mit Solarenergie noch immer das Problem, dass diese Energie nur sehr unzuverlässig verfügbar ist und zum anderen ist die Herstellung von Solarzellen mitnichten so sauber, wie sie sich das vorstellen.Ein interessanter Ansatz für Kernenergie ist hierbei die Transmutationstechnik, welche mittels eines Teilchenstrahls Isotope mit langer Halbwertszeit in solche mit deutlich kürzerer Halbwertszeit spalten könnte. Der Prozess soll zudem netto Energie erzeugen und zudem auch mit unterkritischen Isotopenkonzentrationen funktionieren.
mit radioaktivem Atommüll, die inzwischen -- im angeblich trockenen Salzstock -- im Salzwasser vor sich hinschwimmen und langsam durchrosten:http://www.zdf.de/ZDFmedi...So sieht das Ergebnis kurzfristiger Politik der sogenannten "Volksvertreter" für die Energiekonzerne aus. Ist der Profit nur groß genug, fallen auch die letzten moralischen Hemmungen.______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
http://de.wikipedia.org/w...
Was derzeit wirklich passiert:
http://www.pelastop.de/20...
ich geb auf und befürworte jede form der energiegewinnung, die uns debile diskussionen bei illner, will, plasberg und sonstigen einfaltspinseln erspart. atomkraft - windkraft - biogas - egal! hauptsache: nie wieder maybrittillner!
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
die eine Zukunftsprognose unter unzulässigen "ceteris paribus"-Bedingungen als fragwürdig erkannt hat!
Man kann natürlich nicht von heutigen Uranpreisen ausgehen, wenn diese Technik jetzt boomen sollte und gleichzeitig die Vorkommen zur Neige gehen!
Nicht nur der Strombedarf steigt.
Auch der Uranbedarf.
Dabei sinkt die Ergiebigkeit des noch verfügbaren Erzes beständig.
Ein zumindest rationaler, egoistischer, ökonomischer "Vorteil" zukünftiger Urangewinnung läge jedoch vielleicht darin, daß es wohl noch einige ergiebige Vorkommen z.B. in Australien und Afrika auf dem Gebiet der indogenen Völker gibt - und diese "Wilden" konnte man doch bisher immer über's Ohr hauen, oder ;-)
Zumindest werden mit steigendem Uranbedarf und fallender Erzqualität logischerweise auch die Preise gewaltig steigen!
Sowie der CO2 Ausstoß während der Urangewinnung, der ja auch nie in Betracht gezogen wird, weil Kernenergie ja bekanntlich - per Definition! -überhaupt kein CO2 produziert. ;-)
Und nicht zuletzt der gewaltige Abraum von tausenden!!! von Tonnen strahlenden Gesteins und Abwassers, die heute schon gern mal bei der Gewinnung einer Tonne Uran (Yellowcake) aus "minderwertigem" Erz abfallen können - und endgelagert werden müssen!
Diese drei Größen werden sogar exponentiell in die Höhe schießen und dazu führen, daß die Atomkraft, sobald Alle sie benutzen, unökonomisch wird.
Dann müssten wir in ein paar Jahren also schon wieder einen anderen Ausweg suchen... Hmmm...
Um einen Bekannten aus der Kernenergiebranche zu zitieren: "Die Technologie ist sicher, doch nicht der Mensch!"
Der Mensch ist und bleibt nunmal das größte Risiko, da helfen auch keine technischen Lösungen. Jeder bisherige Kernreaktorunfall war auf menschliches Versagen zurückzuführen. Können wir uns das leisten Herr Sentker? Die Auswirkungen von Tschernobyl sind noch heute zu spüren.
Oder was ist mit der Studie über die Häufung von Krebserkrankungen bei Kleinkindern in der Nähe von Kernkraftwerken? Schon wieder vergessen, oder geflissentlich ignoriert?
Die Aussicht, die ohnehin notwendige Suche nach der endgültigen Lösung der Energiefrage wenige weitere Jahre aufschieben zu können, scheint der Nach-uns-die-Sintflut-Fraktion Grunds genug, Zigmilliarden Euro in eine Dead-End-Technologie zu pumpen und eine nicht absehbare Menge radioaktiven Mülls zu produzieren.Mich wundert schon lange nichts mehr.
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