Iran
Satan ruft Schurkenstaat
Die USA können aus Iran einen Partner machen – aber nur, wenn kein einziger Schuss fällt
In den Streit um das iranische Atomprogramm ist Bewegung gekommen. Die iranische Seite hat auf das jüngste, von Javier Solana in Teheran vorgestellte internationale Angebot verhalten positiv reagiert – offenbar ist man bereit, zumindest die Installation weiterer Zentrifugen für einige Zeit einzustellen. In den USA wird über die Einrichtung einer Visastelle in Teheran nachgedacht; gleichzeitig wird berichtet, dass der amerikanische Geheimdienst versucht, durch die Unterstützung radikalislamistischer Mitglieder ethnischer Minderheiten Unruhen in iranischen Grenzprovinzen zu fördern. Gegenwärtig ist nicht klar, was die Strategie Europas und des Westens eigentlich ist. Denn weder sind die Sanktionen, die der Sicherheitsrat verhängt hat, besonders schwerwiegend, noch gibt es ein klares und genügend attraktives Angebot an Iran, das auch explizite Bereitschaft der USA zum Ausdruck bringen würde, die Islamische Republik als legitimen Spieler anzuerkennen und zu respektieren. Mögliche neue Sanktionen, die, wie die bestehenden, eine Verhaltensänderung Teherans in der Atomfrage bezwecken, sollten in jedem Fall klar sein und auf einem Konsens des UN-Sicherheitsrates beruhen. Das ist schon deshalb wichtig, um der iranischen Öffentlichkeit zu demonstrieren, dass ihr Land tatsächlich ein Problem mit der internationalen Gemeinschaft und nicht nur mit einzelnen westlichen Staaten hat. Es geht dabei also sowohl um Legitimität als auch um die politische Wirkung in Iran.
Amerikanische Politiker haben wiederholt verlangt, dass Europa eigene bilaterale Handels- und Wirtschaftssanktionen gegen Iran verhängt. Das ist weder politisch noch wirtschaftlich besonders sinnvoll. Zwar würden solche Sanktionen europäischen Wirtschaftsinteressen schaden, sie würden aber keinen Staat außerhalb der EU verpflichten und nur eine weitere Umleitung von Handelsströmen bewirken. Sanktionen sollten zudem nicht die Möglichkeiten unterlaufen, regionale Kooperationsprojekte im Mittleren Osten auf den Weg zu bringen. Grenzüberschreitende Energie-Infrastrukturprojekte wie etwa zwischen der Türkei und Iran oder zwischen Iran, Pakistan und Indien haben letztlich eine stabilisierende und vertrauensbildende Wirkung.
Langfristig wäre Iran der natürliche Partner Europas in der Region
Ein Waffenembargo wäre hingegen eine gezielte, effektive Sanktion. Eine solche vom Sicherheitsrat verhängte und damit international verbindliche Maßnahme könnte tatsächlich größere Wirkung auf die iranische Führungselite und ihre Kosten-Nutzen-Kalkulation haben als Reiseverbote gegen eine Reihe von Funktionären, die meist nicht einmal reisen wollen. Das Grundprinzip sollte sein: Wenn die Kosten, die Iran für sein Atomprogramm zu tragen hat, durch Sanktionen oder die Androhung von Sanktionen steigen, dann müssen auch die Chancen und der Nutzen für Iran zunehmen, wenn es seinen Kurs verändert. Dies muss vor allem eine echte Perspektive für Sicherheit, Zusammenarbeit und Partnerschaft einschließen.
Nach meiner Einschätzung liegt es genauso oder fast genauso im Interesse der USA, einen militärischen Konflikt mit Iran zu vermeiden, wie in dem der regionalen Nachbarn Irans und der internationalen Gemeinschaft im Ganzen. Es ist eine Sache, die Drohung mit einem Militärschlag aufrechtzuerhalten. Im Zusammenhang einer robusten Diplomatie kann dies sogar nützlich sein. Einen solchen Schlag auch durchzuführen wäre etwas ganz anderes. Militärschläge gegen iranische Nuklearinstallationen sind »technisch« zweifellos möglich; sie würden das iranische Atomprogramm wahrscheinlich für einige Jahre zurückwerfen. Sicher ist freilich, dass es zu Kettenreaktionen käme, die unter anderem die Straße von Hormus, die kleineren Golfstaaten, den Irak, den Libanon, Syrien, die palästinensischen Gebiete und Israel beträfen und nicht kontrollierbar wären. Ganz zweifellos würde ein Krieg mit Iran in der Region zu einem weiteren Ansehensverlust der USA und des Westens im Ganzen beitragen. Die antiamerikanische und antiwestliche Haltung, ja Feindschaft eines großen Teils der Gesellschaften in der arabischen und in der weiteren islamischen Welt würde zunehmen.
Washington würde gut daran tun, auf eine aggressive Rhetorik gegenüber Iran zu verzichten, die dort nur die Hardliner stärkt. Wenn die USA letztendlich mit Teheran zu einem akzeptablen Übereinkommen gelangen wollen, sollten sie nicht gleichzeitig versuchen, Revolutionsführer Chamenei als »nicht gewählten Entscheidungsträger« zu delegitimieren. Chamenei ist nun mal der oberste Entscheidungsträger, nicht anders, als das seinerzeit bei Mao Tse-tung in China oder bei Leonid Breschnew in der Sowjetunion der Fall war. Und auch wenn Wahlen in Iran immer wieder manipuliert werden, genießen Mitglieder der iranischen Führung im Allgemeinen mehr demokratische Legitimität als die meisten anderen Führer im Nahen und Mittleren Osten.
Irgendwann wird Washington ein Angebot machen müssen, das Iran nicht zurückweisen kann. Dies könnte die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, die Freigabe eingefrorener iranischer Guthaben in den USA und eine Unterstützung amerikanischer Direktinvestitionen in Iran enthalten; von entscheidender Bedeutung wäre aber die Aussicht auf Sicherheitsgarantien. Washington müsste dabei nicht mehr anbieten, als es Nordkorea versprochen hat: einem Staat, der im Unterschied zu Iran aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten ist, Nuklearwaffen entwickelt und sogar einen nuklearen Waffentest durchgeführt hat. Kann und wird ein solches Angebot Iran davon abbringen, ein der Welt nicht geheures Atomprogramm fortzusetzen? Wir wissen es nicht; Diplomatie heißt aber auch, Möglichkeiten auszuloten. Und es gibt erfolgreiche Präzedenzfälle. Nordkorea hat sich aufgrund einer umfassenden Abmachung unter Beteiligung der USA immerhin dazu verpflichtet, seinen Plutoniumreaktor abzubauen. Vieles spricht dafür, dass Libyens 2003 sein Programm zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen aufgab, nachdem ein »glaubhaftes Angebot von Regimesicherheit« aus Washington und London kam.
Europa wird noch einige Zeit der Hauptgesprächspartner für Iran bleiben. Aber es muss bereit sein, diese Rolle eines Tages an Washington abzutreten. Zweifellos werden die USA nach einer möglichen Normalisierung der amerikanisch-iranischen Beziehungen in Sicherheitsfragen der wesentliche Ansprechpartner für Iran sein. Europa verfügt nicht über den gleichen Einfluss und hat, anders als die USA, praktisch keine militärische Präsenz in der Golfregion. Man muss aber keineswegs befürchten, dass Europa dabei verlieren würde. Die europäischen Staaten und die EU werden weiterhin im Geschäft bleiben, wirtschaftlich wie auch politisch. Eine europäisch-iranische Partnerschaft mit strategischen Dimensionen würde insbesondere die Bereiche Energie, Entwicklungsfragen, Wissenschaft und Technik betreffen. Tatsächlich hat kein anderer Staat in der Region des Persischen Golfes oder des Nahen und Mittleren Ostens ein ähnliches Potenzial. Langfristig wäre Iran mit seiner gut ausgebildeten Bevölkerung, seinen Bodenschätzen, seiner urbanen Tradition und Kultur sowie seiner geopolitischen Position der natürliche Partner Europas in der Region.
Die Europäer sollten sich zudem aktiv darum bemühen, Kommunikationskanäle zwischen Israel und Iran herzustellen. Das wäre in jedem Fall sinnvoll, nicht nur für den Fall, dass Iran tatsächlich eine Nuklearmacht werden sollte. Gegenwärtig gibt es keinen ernsthaften Austausch zwischen Israelis und Iranern; man weiß wenig übereinander, weiß vor allem nicht, was die jeweils andere Seite als »rote Linie« betrachtet, deren Überschreitung durch den einen vom anderen als existenzielle Bedrohung angesehen würde. Um Fehleinschätzungen zu vermeiden, müssten die Mitglieder des militärischen und politischen Establishments beider Staaten aber die strategischen Kalkulationen der jeweils anderen Seite verstehen.
Europa hat seine eigenen Gesprächsfäden mit Iran nie abgeschnitten. Wenn die Europäer weiter im Namen der internationalen Gemeinschaft mit Iran verhandeln wollen, sollten sie einen Weg finden, den geistlichen Führer, Ajatollah Chamenei, direkt anzusprechen. Er, nicht der Präsident oder der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, muss schließlich am Ende die strategischen Entscheidungen treffen. Von allen Führern der großen Weltmächte hat bislang nur der ehemalige russische Präsident Putin Chamenei getroffen.
Vieles von dem, was ich hier mit Blick auf die USA und Europa ausgeführt habe, findet, wenn man es etwa in einem Thinktank in Teheran vorträgt, die Zustimmung iranischer Gesprächspartner. Allerdings hat man oft den Eindruck, dass aus iranischer Sicht allein die USA, Europa und vielleicht noch einige andere Großmächte die Verantwortung dafür tragen, ob der Nuklearkonflikt gelöst wird oder nicht. Das Gleiche scheint auch für andere Konflikte zu gelten, in die das Land involviert ist.
Iranische Entscheidungsträger sollten eine solch passive Haltung aufgeben. Wahrscheinlich haben nicht alle Mitglieder des Establishments wirklich verstanden, dass der Aufstieg zum mächtigsten Anrainerstaat des Persischen Golfs auch verantwortliches Verhalten erfordert und Teheran nur so die Legitimität und Akzeptanz erzeugt, die es in seiner regionalen Umgebung gewinnen möchte. Iran könnte auch durch mehr Transparenz mehr Vertrauen schaffen, nicht zuletzt was seine eigenen strategischen Ambitionen betrifft. Warum, fragt man sich, wird zum Beispiel ein so wichtiges Dokument wie die religiöse Lehrmeinung Ajatollah Chameneis zur Atomwaffenfrage nicht veröffentlicht?
Iran sollte beschreiben, was man sich aus Teheraner Sicht unter einer umfassenden Partnerschaft mit Europa oder mit anderen regionalen und internationalen Akteuren vorstellt. Die Nuklearenergie ist schließlich nur eine Technologie, und zwar eher eine des 20. als des 21. Jahrhunderts. Eine weitreichende Partnerschaft mit Europa könnte Iran helfen, eine auch wirtschaftlich führende regionale Macht zu werden. Das hieße, dass die Besten und Klügsten in der nachwachsenden Generation eine Chance sähen, ihre Zukunft im eigenen Land zu gestalten, anstatt vor ausländischen Botschaften in Teheran um Visa anzustehen. All dies hängt auch davon ab, ob Iran seine Stärke eher über wissenschaftliche Leistung und wirtschaftliche, soziale und technologische Entwicklung definiert oder über militärische beziehungsweise militärisch nutzbare Kapazitäten.
Für einen Deal mit den USA muss Iran seine Hilfe für Hamas einstellen
Wird sich Iran als Status-quo-Macht verstehen – was einige seiner Führungspersönlichkeiten gelegentlich tun – und auch so handeln, oder wird es als revolutionäre, desintegrierende Kraft agieren? Davon hängen nicht nur viele Chancen zur Kooperation ab. Davon hängt auch die Bereitschaft westlicher Staaten ab, Iran eines Tages mit einem nuklearen Status, der dem Japans ähnelt, zu akzeptieren.
Wenn Iran auch von anderen als Status-quo-Macht betrachtet werden will, dann muss es regionale und internationale Bemühungen um einen Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn akzeptieren. Niemand wird verlangen, dass Iran Israel diplomatisch anerkennt, wenn es das nicht selbst will – die Frage, ob ein Staat einen anderen anerkennt, gehört eindeutig in den Bereich der nationalen Souveränität. Für einen umfassenden Kompromiss mit den USA, wird Iran sich aber verpflichten müssen, seine Unterstützung für militante oder terroristische Organisationen wie Hamas oder den Palästinensischen Islamischen Dschihad, mit der es heute die Bemühungen um eine Zweistaatenlösung für Israel und Palästina unterminiert, einzustellen.
Auch ohne einen solchen Kompromiss wird Iran einiges zu tun haben, um als konstruktiver regionaler Akteur betrachtet zu werden. Es wird zumindest den Wunsch der großen Mehrheit der Palästinenser akzeptieren müssen, eine friedliche Beilegung des Konflikts mit Israel zu erreichen. Iranische Regierungsmitglieder haben hier und da versucht, besonders aggressive Äußerungen von Präsident Ahmadineschad über die Illegitimität Israels zu relativieren, und erklärt, es handele sich dabei letztlich nur um eine Art Aufruf zum Regimewechsel im Heiligen Land. Selbst wenn wir Ahmadineschad so verstehen sollten oder er so verstanden werden wollte, wäre dies noch keine Status-quo-Politik. Es ist völlig verständlich, dass Iran sich gegen eine regime change- Politik von außen absichern will. Teheran kann aber nicht erwarten, selbst Sicherheitsgarantien zu erhalten, solange es die Auflösung anderer Staaten propagiert.
- Datum 25.11.2008 - 17:54 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 10.07.2008 Nr. 29
- Kommentare 42
- Empfehlen E-Mail verschicken | Bookmarks
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Sicher sind alle hier vorgetragenen Überlegeungen und Optionen mehr oder weniger vernünftig.Leider wird dabei ein zentraler Aspekt ausgeblendet: starke Kräfte in den USA und in Israel haben kein Interesse an einer Lösung des Konflikts: sie wollen den Krieg und sie würden eine friedliche Lösung als Niederlage für die eigenen Bestrebungen betrachten.Hierzu gehört die amerikanische Rüstungsindustrie, die mit einem solchen Krieg ihre Umsätze noch einmal deutlich steigern könnte, die Israel-Lobby der AIPAC, die diesen Krieg fordert, ebenso, wie große Teile der republikanischen Stammwählerschaft: die evangelikalen Fundamentalisten, etwa der TV-Evangelisten Robertson und Hagee, die mit einem solchen Krieg ins heiss ersehnte Armageddon steuern möchten.Eine kleine Dokumentation des demokratischen Blogger-Portals "Huffington Post" belegt dies: www.meta-info.de/?lid=31831 / http://www.huffingtonpost... Kräfte stehen in intimem Kontakt mit der Bush-Regierung: vor ihrer Ablösung ist eine Entspannung des Iran-Konflikts deshalb nicht wahrscheinlich. Präsent sind sie auch in Teilen der demokratischen Partei, etwa mit dem Senator Joe Liebermann, und damit stellt sich die Frage, ob sich viel ändern mit mit einem Präsidenten Obama.Der Schlüssel zur Lösung liegt in Europa, aber hier zieht man es vor, ihn unbeachtet zu lassen, obwohl eine Lösung im eigenen Interesse läge (und dies dringlich).Der Konflikt bedroht längst in massiver Form die wirtschaftliche Prosperität Europas: der hohe Ölpreis ist ein Ergebnis dieses Konflikts, wie IEA-Direktor Lawrence Eagles feststellte. Eine Entspannung mit dem Iran würde einer passablen Energieversorgung wieder ganz deutlich auf die Beine helfen; der Ölpreis würde auf ca. die Hälfte sinken.Wer einmal die aktuelle Dramaturgie abzieht, kann doch leicht erkennen, dass - wie vor dem Irakkrieg - wieder einmal mit höchst zweifelhaften Anklagepunkten gegenüber dem Iran hantiert wird: es würden Massenvernichtungswaffen entwickelt.Die neokonservativen Politiker der USA haben doch bekanntermassen spätestens seit dem Amtsantritt der Bush-Regierung einen Krieg gegen den Iran auf ihre Agenda gesetzt. All dies kann man wissen, bestens belegt, u.a. dokumentiert durch Ex-NATO-Oberbefehlshaber Wesley Clark in seinem Buch "Winning modern Wars".Auch dass es um die strategisch wichtigen Öl- und Gasvorkommen im Iran geht.Dass Staaten, die nachweislich gegen den Atomwaffensperrvertrag - teilweise in Kontinuität - verstossen, wie die USA, England Frankreich und auch die BRD, befinden über das Schicksal des Iran, von dem ein solcher Verstoss nicht bekannt ist / vorliegt, ist eine Absurdität.Natürlich können die Iraner ihre Uran-Anreicherung einstellen (die ihnen nach dem Atomwaffensperrvertrag zusteht); das wäre eine kleine Niederlage für die Kriegstreiber, die dann neue Argumente finden müssen.Dass die Fantasie dort jedoch groß genug ist, wissen wir ebenfalls: man muss nur einen pakistanischen Geheimdienstler Pläne aus den Nuklearforschungszentren des Landes kopieren, in einen Briefumschlag stecken und nach Teheran schicken lassen - schon hat man die "smoking gun" für die Behauptung, die Iraner wollten sich illegal nuklear aufrüsten.Die Crux besteht darin, dass die Führung der deutschen Außenpolitik von zwei Kriegstreibern gestaltet wird: der Kanzlerin und ihrem Aussenminister - ungeachtet der Tatsache, dass sie aus politischer Rücksichtnahme immer wieder betonen, man wolle die Dinge diplomatisch lösen (andernfalls würden sie sich in ihren Positionen kaum halten können).Zuletzt haben sie etwa anlässlich des Libanon-Kriegs unter Beweis gestellt, als sie bei der Konferenz in Rom gegen die überwiegende Mehrheit der EU-Staaten einen Waffenstillstand ablehnten und damit das Blutvergießen um Wochen verlängerten, was von ihren Bemühungen um "friedliche Lösungen" zu halten ist.Die Lösung könnte ggf. von den Betroffenen / Leidtragenden kommen - wenn sie sich denn entschließen würden, zugunsten ihrer eigenen Interessen Druck zu machen: die Bevölkerung und die Wirtschaft bei uns haben das Nachsehen in Anbetracht der verantwortungslosen Berliner Aussenpolitik: sie müssen bluten mit einem exorbitanten Ölpreis und einer Energieversorgung, die sich im Chaos befindet.HIER und nicht in Washington (wo man auf Autismus und taube Ohren stoßen wird), muss man ansetzen, sich UNSEREN Politikern auf die Zehen stellen, bis sie Abstand nehmen von der konfrontativen Iranpolitik und den Vorschlägen (Integration) des Herrn Perthes folgen.Wenn hier das konsequente Signal gegeben wird: Irankrieg? - nicht mit uns! und für den Fall die militärische Zusammenarbeit aufgekündigt wird, dann sind die Chancen groß, dass man auch in Washington zur Besinnung kommt.Da weder Angela Merkel noch Steinmeier wirklich etwas an der Aufrechterhaltung des Friedens liegt (beide wären vermutlich auch gern in den Irakkrieg gezogen, den Steinmeier damals von seinem Schreibtisch aus verdeckt unterstützte), wird nichts anderes übrig bleiben, als die beiden in dieser Sache unter Kuratel zu stellen, wenn es uns - besonders auch wirtschaftlich - wieder besser gehen soll.
ist seit dem Regierungswechsel und dem Beitritt zur Koalition der "Willigen" außenpolitisch bedeutungslos geworden. Merkel hat die Pudelfunktion von den Briten übernommen. Europa ist außenpolitisch gelähmt. Bleiben also nur noch 2 Großmächte, die Einfluß nehmen können: Rußland und China. Entscheidend wird für beide wohl sein, inwieweit das Interesse an einer Verhinderung des Krieges stärker ist als das zu erwartende Debakel für die USA. Zumindest die Russen haben in letzter Zeit sehr klar gemacht, daß sie eine weitere Einkreisung durch die USA auch militärisch verhindern wollen.
Danke fuer die gute Zusammenfassung.
Leider sehe ich nicht wie man Steinmeier und Merkel eines tages zur Verantwortung ziehen kann.
Beide Kriegstreiber werden dafuer sorgen das beim Angriff auf Iran diesmal Deutschland nicht nur Unterstuetzend ( wie beim Irakkrieg) dabei ist.
Die buergerlichen Medien arbeiten seit Jahren an der Volksverbloedung um diesen Krieg vorzubereiten.
Wieso liegt unser ( damit meine ich USA, Israel,BRD usf.) Oel eigentlich im Iran im Boden?
Es ist also "völlig verständlich, dass sich Iran gegen einen regime change von außen absichern will". Der Autor verschweigt die Voraussetzungen. Begäbe man sich in die Position fanatischer Islamisten, die Frauen versklaven und Terror weltweit predigen und praktizieren, ja dann wäre es völlig verständlich. Die Bereitschaft dazu scheint in Deutschland sehr stark ausgeprägt zu sein. Es ist nicht nur die äußere Bedrohung für Israel, die jeden kritischen Geist in Iran einen regime change wünschen lassen würde. In Iran herrschen Zustände, die jeder freiheitsliebende Mensch für eine persönliche Beleidigung empfinden müsste. Davon schweigt der Autor. Ihm kann ein Ansatz, nach dem Iran zutiefst in der Bringschuld steht, nicht schlüssig sein, weil ihm die Vorraussetzung dazu fehlt: Eine Analyse der pathologischen Qualität Irans. Es erscheint merkwürdigerweise hierzulande als Ungerechtigkeit, Iran eine bedingungslose Aufgabe seines Atomprogramms abzuverlangen. Stattdessen soll man ihn für 20 Jahre geheimes Atomprogramm und 5 Jahre ständiges Lügen und Boykottieren noch belohnen, indem man ihm einen Atompark kostenfrei nach Hause schickt. Die gleichen, die den USA vorwerfen, im Irak nur der Öls wegen interveniert zu haben, wollen nun aus Sorge um die Straße von Hormus mit Iran paktieren. Es gibt mehr als die Verschwörungstheorie des "Ölkriegs" einen "Ölfrieden", der ungleich zerstörerischer wirkt und die Individuen in Iran weiter der Geißel der Mullah-Diktatur überlässt. http://myblog.de/nichtide...
Warum zeigt Ihr die Pasadaran nicht in ihrer Lieblingspose:Anständig mit "deutschem" GrußJa, ja das Land der Arier...[Anm.: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und halten Sie sich bitte an die hier geltenden Regeln. /Die Redaktion pt.]
Warum wird hier die Propaganda von Iran-Lobbyisten veröffentlicht; welche Loyalitäten hat Perthes?
http://www.koerber-stiftu...
Sie haben Recht, dieser Artikel irritiert. Sonst kommen ja im veröffentlichten Mainstream in aller Regel nur die Israel-Lobbyisten zu Wort.Sie bringen dann ihr Klagelied von der verfolgten Unschuld in Tel Aviv und von den blutrünstigen, irrational nach kollektivem Selbstmord lechzenden Mullahs zum Vortrag.Der Herr Perthes aber legt dar, dass auch der Iran berechtigte Sicherheitsinteressen hat und dass eine diplomatische Lösung machbar ist, wenn sie ein faires Geben und Nehmen beinhaltet.Insofern ein bemerkenswerter, überraschend guter Artikel.Halten Sie das wirklich für Propaganda, oder wollen Sie nur selbst welche betreiben?
Sie haben Recht, dieser Artikel irritiert. Sonst kommen ja im veröffentlichten Mainstream in aller Regel nur die Israel-Lobbyisten zu Wort.Sie bringen dann ihr Klagelied von der verfolgten Unschuld in Tel Aviv und von den blutrünstigen, irrational nach kollektivem Selbstmord lechzenden Mullahs zum Vortrag.Der Herr Perthes aber legt dar, dass auch der Iran berechtigte Sicherheitsinteressen hat und dass eine diplomatische Lösung machbar ist, wenn sie ein faires Geben und Nehmen beinhaltet.Insofern ein bemerkenswerter, überraschend guter Artikel.Halten Sie das wirklich für Propaganda, oder wollen Sie nur selbst welche betreiben?
ist seit dem Regierungswechsel und dem Beitritt zur Koalition der "Willigen" außenpolitisch bedeutungslos geworden. Merkel hat die Pudelfunktion von den Briten übernommen. Europa ist außenpolitisch gelähmt. Bleiben also nur noch 2 Großmächte, die Einfluß nehmen können: Rußland und China. Entscheidend wird für beide wohl sein, inwieweit das Interesse an einer Verhinderung des Krieges stärker ist als das zu erwartende Debakel für die USA. Zumindest die Russen haben in letzter Zeit sehr klar gemacht, daß sie eine weitere Einkreisung durch die USA auch militärisch verhindern wollen.
Ich vermisse bei dem obigen Artikel, dass der Verfasser die Verfassung des iranischen Staates berücksichtigt.
So verortet er schon allein durch die Existenz des iranischen Parlamentes und die dazugehörigen Wahlen eine zwar defizitäre, aber in seinen Augen fortgeschrittenere Demokratie als in den anderen Staaten des Mittleren Ostens, wobei er die ungleich freieren Wahlen im Irak und Afghanistan unter den Tisch hat fallen lassen. Er hat leider auch vergessen zu erwähnen, dass der Wächterrat jedes Gesetz, das das Parlament beschließt, verhindern kann. Der Wächterrat genießt ein uneingeschränktes Vetorecht. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass der Wächterrat alle ihm unliebsamen Kandidaten für das Parlament von vornherein von der Wahl ausschließen kann.
Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Der Autor dieses Artikels hält die Elite des Iran für vernunftbegabt und deswegen für einen potentiellen Partner des Westens. Das Problem ist, ob diese Fähigkeit auch genutzt wird bzw. bei der Gestaltung der Ziele der iranische Politik überhaupt eine Rolle spielt. Bei den Überlegungen, wie die Ziele der iranischen Politik erreicht werden können, ist vernunftegabtes Handeln sicherlich wichtig. Aber wie schaut es denn mit der Staatsraison des Iran aus, was sind die Ziele des Gottesstaates? Auch hier hilft ein Blick in die Verfassung. Zitat aus Wikipedia:
"Der strikten Nichteinmischung in politische Fragen setzte Chomeini mit der Velayat-e Faqih ein Konzept entgegen, dass den höchsten schiitischen Geistlichen damit beauftragt, die Rückkehr und damit die Herrschaft Mahdis durch Ausübung politischer Herrschaft vorzubereiten."
Der Oberste Rechtsgelehrte ist also nur ein Stellvertreter des entrückten Imam. Seine Aufgabe ist es, die Rückkehr des Mahdi mit politischen Mitteln (also auch militärischen) herbeizuführen. Klingt das in den Ohren des Verfassers des obigen Artikels vernünftig? Ist für den Iran angesichts dieser obersten Maximen für die Politik eine Partnerschaft mit dem Westen überhaupt interessant?
Wer die apokalyptischen Endzeitvisionen über die Wiederkehr des Mahdi in der Shia kennt, dem kann bei einem potentiell atomar bewaffneten Iran nur Angst und Bange werden. Die Verantwortlichen reden nicht umsonst vom "großen und kleinen Satan" in Bezug auf die USA und Israel. Das sind keine Schimpfwörter, sondern konkrete religiöse Bezüge. Sie sehen sich als Kämpfer für die Gerechtigkeit (eine Gerechtigkeit auf Basis der Sharia, wie die aussieht, kann man tagtäglich im Iran verfolgen) auf Erden, ausgestattet mit dem göttlichen Auftrag, die Wiederkehr des Mahdi notfalls herbeizubomben, die Feinde Allahs auszumerzen und die Herrschaft des Islam auf die ganze Erde auszudehnen. Zu diesen Feinden gehören auch die Europäer, wegen ihrer nicht gottgefälligen Lebensweise und Politik. Europa kann nicht der natürliche Partner des Iran werden. Europa kann höchstens den nützlichen Idioten spielen in dem Mullah-Spiel von der islamischen Weltrevolution.
Wir sollten endlich anfangen, ernst zu nehmen, was diese Leute sagen und was in ihrer Verfassung steht. Wenn der Autor dann immer noch dieses Regime als potentiellen Partner des Westens sieht, wird ihm niemand mehr helfen können.
Die islamisch-schiitische Weltmission mag zur Revolutionsrhetorik Khomeinis und zur Gründungsmythololgie der Islamischen Republik gehören, doch müssen wir zwischen Theorie und Praxis unterscheiden. Die radikalen Fundamentalisten sind natürlich politisch sehr einflussreich, doch stellen sie zahlenmäßig in der iranischen Gesellschaft nur eine Minderheit dar. Die Konservativen sind tief gespalten und so sind es auch die Geistlichen (erst recht stimmen die, leider derzeit politisch entmachteten, Reformer und der Großteil der Gesellschaft nicht mit der offziellen Ideologie überein). Jenseits der radikalen Theorie existiert ein Pragmatismus, an dem Europa anknüpfen kann - denn schließlich muss sich auch der Iran der Realität seiner wirtschaftlichen Probleme stellen! "Europa kann nicht der natürliche Partner des Iran werden." Warum nicht? Es geht um "Wandel durch Annäherung".
... liegt nicht im Iran, sondern in Israel. Solange Israel Angst vor seinen Nachbarn hat und mit aller Gewalt versucht diese klein zu halten, solange ist es auch tatsächlich in Gefahr, solange wird die ganze Region immer und immer wieder kurz vor der Explosion stehen.Wenn USA und Europa dauerhaft Frieden in der Region haben möchten (mal unterstellt, dass sie das tatsächlich wollen und nicht nur einen Vorwand für Öl-Kriege suchen), dann muss zum einen massiver Druck auf Israel ausgeübt werden künftig jegliche militärische Handlungen zu unterlassen und die besetzten Gebiete zu räumen und zum anderen müsste sichergestellt sein, dass Israel nicht permanent mit Raketen beschossen wird. Also wäre auch entsprechender Druck/Bestechung der Nachbarstaaten nötig. Als zweiter Schritt müsste die Wirtschaft verflochten werden. Wirtschaftliche Verflechtungen sind idR ein guter Friedensgarant, das geht natürlich nicht solange man Embargos pflegt.Auch dann wird es noch Jahrzehnte dauern, bis Wunden verheilt sind und der Hass versiegt. Kleinere Scharmützel würden vermutlich noch jahrelang anhalten, abes es gäbe endlich eine Perspektive und zwar für ALLE, nicht nur für Israel. Der Fremdkörper muss endlich einwachsen, eine andere Chance hat er auf Dauer nicht.
Israel ist also schuld daran - aus Angst - dass der Iran, der nicht einmal eine grenze mit israel hat, raketen baut, atiomwaffen zu produzieren scheint und eine hass- und kriegsrethorik gegen Israel losläßt?[...]Zudem - zu vielen Kommentaren hier im Forum - meiner Meinung nach findet man hier wirklich geballten Antisemitismus und unterscheidet sich in nicht mehr viel von Beiträgen von Rechtsradikalen Foren bzw. des Themas "Israel" und die "Juden".Es wird hier so getan, als ob im Iran ein Friedensregiem herrschen würde, dass Israel so gar nicht bedrohen würde - und alle aggression von israel ausgehen würde wider dem Iran - das Gegenteil aber ist der Fall - und der iran würde auf das weitere Vorantreiben ihres Atomprogrammes verzichten, wenn ihnen wirklich etwas am Frieden gelegen wäre - tut es aber nicht.Israel, dass sich berechtigt Bedroht fühlt, soll nun die schuld an dem Hass der Mullahs im Iran tragen und die eigentliche gefahr darstellen?- Sorry, für mich ist das hier in vielen leserbeiträgen ein echter Antisemitismus.[Gekürzt, bitte unterlassen Sie persönliche Beleidigungen. Danke. /Die Redaktion pt.]
Die Existenz Israels ist ist auf einer Meta-Ebene für alle Islamisten ein Riesen-Problem. Wir dürfen aber nicht übersehen, dass es hier nur vordergründig um Israel geht. Ahmadineschad mag vielleicht selber an seine Anti-Israel-Progaganda glauben, aber der iranischen Führung geht es im Grunde um die Etablierung des Iran als regionale Großmacht des mittleren Ostens und Vormacht aller Islamisten (der Schiitien allemal). Nur mit Atomwaffen wird ein Staat, der eine Großmacht sein möchte, praktisch unangreifbar. Israel selbst ist gutes Beispiel dafür. Keiner der arabischen Nachbarn kann es sich noch erlauben, Israel anzugreifen ohne zu riskieren, dass Kairo oder Damaskus in einem Atomblitz zu Grunde geht. Die Frage ist nun, ob man einen atomar bewaffneten Iran zulassen möchte oder nicht. Das kann ernsthaft NIEMAND wollen (außer den Iranern). Sollte der Iran allerdings seine Großmacht-Stellung etablieren können, wird man sich in Europa fragen müssen, wie man mit einer solchen Großmacht auskommen möchte...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren