US-Wahlkampf Weiß liebt Schwarz

Die weiße amerikanische Kulturschickeria liegt dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama zu Füßen. Das ist sympathisch. Doch dahinter verbirgt sich eine himmelschreiende Heuchelei.

Amerika scheint dieser Tage in Selbstlob und Selbstliebe zu versinken. Auf den Straßen dieses riesigen Landes sieht man gut gekleidete Weiße, die äußerst befriedigt in sich hineinlächeln. Man könnte meinen, diese Menschen seien in den Flitterwochen oder hätten Ecstasy genommen, doch dem ist nicht so. Die meisten dieser unbekümmerten, wohlhabenden und gewöhnlich gebildeten Weißen verbindet ein kleines, geheimes Glück. Wenn man sie danach fragt, besteht die Antwort aus zwei Wörtern: »Barack Obama.« Und manche fügen hinzu: »Seit Kennedy hat unser Land nicht mehr so viel richtig gemacht wie jetzt.« Es spielt eigentlich keine Rolle, und man sollte sie nicht daran erinnern, dass viele von ihnen zur Zeit von Kennedys Präsidentschaft noch Kleinkinder oder nicht einmal geboren waren. Das ist im Grunde unwichtig. Das Land erlebt eine Euphorie, und warum sollte man sie zerstören? »Das ist doch wirklich großartig, oder?«, sagen sie. Man sieht sie an, sie lächeln breit, und man wird ein bisschen neidisch: Man wäre gern auch so glücklich wie sie.

Aber bevor man einstimmt und Obamas Wahlkampfkasse 50 Dollar spendet, kann es nicht schaden, um ein paar Erläuterungen zu bitten. Zum Beispiel: Was ist so großartig daran, Obama ins Weiße Haus zu schicken? Die Antwort ist, um keine Zeit zu verschwenden, kurz und bündig und lautet wie Obamas Slogan: »Wandel.« Und wenn man, bevor man den Scheck unterschreibt, noch etwas innehält und fragt: Aber könnten sich die Verhältnisse nicht auch zum Schlechteren wandeln?, erhält man eine Antwort, die aus drei Wörtern besteht: »Barack ist schwarz.« Für den Fall, dass man strohdumm oder von Natur aus geizig ist, folgt die Erklärung auf dem Fuß: »Wäre es nicht großartig für unser Land, wenn ein Schwarzer im Weißen Haus säße?«

Viele denken, Obama schreibt Geschichte: Ein Schwarzer tritt für eine der großen Parteien als Präsidentschaftkandidat an. Sie wären wahrscheinlich sehr überrascht, wenn man ihnen sagte, dass Shirley Chisholm, eine Schwarze, im Jahr 1972 dasselbe versucht hat. Sie ist gescheitert. In den Achtzigern hat es Jesse Jackson versucht. Zweimal. Er ist beide Male gescheitert. Und vor vier Jahren war der führende Bürgerrechtler Reverend Al Sharpton aus New York einer der demokratischen Präsidentschaftskandidaten. Auch er ist gescheitert.

Allerdings, Obama, der schwarze Newcomer, scheint ihr Schicksal nicht zu teilen. Im August wird Obama nach Denver, Colorado, fahren und die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei empfangen. Ursprünglich sollte er seine Rede im Pepsi Center halten, einer Halle, die groß genug ist für 21000 Zuschauer. Doch die Wahlkampfleitung hat eine Änderung bekannt gegeben: Obama wird seine Rede in einem Football-Stadion halten, das 76000 Zuschauer fasst. Der Unterschied zwischen Shirley, Jesse und Al auf der einen und Barack auf der anderen Seite könnte nicht größer sein. Jeder, der sich für irgendetwas hält, scheint nach Denver fliegen zu wollen. Warum?

Die linke Elite soll die Farbigen nicht loben, sondern ihnen Jobs verschaffen

Erst vor ein paar Wochen fand in demselben Denver eine Veranstaltung ganz anderer Art statt. Im Colorado Convention Center kamen 4000 Menschen zur National Performing Arts Convention zusammen. Amerikas führende Komponisten und die Intendanten von Theatern, Tanzkompanien, Opernhäusern und Orchestern trafen sich in Denver, um den zukünftigen Kurs der amerikanischen Kultur abzustecken. Es war die Elite der Elite, das Beste, was dieses Land zu bieten hat. Die meisten waren linksliberale intellektuelle Weiße. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es waren auch ein paar Schwarze darunter, und wer eine Nadel im Heuhaufen finden kann, hätte sie dort gefunden. Doch im Grunde war es eine Zusammenkunft für Menschen, die gute Jobs haben und sich die rund 2000 Dollar für den viertägigen Aufenthalt leisten können. Und wenn man das Glück hatte, einen der wenigen Schwarzen zu treffen, fragte man ihn lieber nicht, wie viel er bezahlt hatte, um dabei sein zu können. Wie sich erwies, hatten die meisten dieser wenigen gar nichts bezahlt: Alle Kosten waren von netten weißen Menschen übernommen worden.

Aber damit nicht genug der Nettigkeit der weißen Menschen. Die Hauptreden wurden diesmal beinahe ausschließlich von Schwarzen gehalten – eine Ehre, die normalerweise den verdientesten Leistungsträgern der amerikanischen Kultur vorbehalten ist. Und um einem von Nettigkeit und Herzlichkeit durchdrungenen Ereignis zu einer Aura von noch mehr Nettigkeit zu verhelfen, wurden die Preise, die gewöhnlich nur die besten und klügsten Kulturschaffenden erhalten, diesmal hauptsächlich Schwarzen und Latinos zugesprochen.

Wenn ein Marsbewohner diese Veranstaltung gesehen hätte, wäre er mit Recht zu dem Schluss gekommen, dass die Weißen entweder ziemlich dumm oder aber im vergangenen Jahr allesamt ständig betrunken und dieser Ehre nicht für würdig befunden worden waren.

Aber wenn dieser Marsbewohner recht hat, dann lautet die auf der Hand liegende Frage: Wie kommt es, dass praktisch jeder der führenden Kulturschaffenden weiß ist? Die Organisatoren fanden für dieses Problem eine einfache Lösung: Lasst uns ein paar Tausend Dollar ausgeben und dafür sorgen, dass sich eine Handvoll Schwarze unter die Menge mischt. Wenn die Leute sie sehen, werden sie nicht zu viele Fragen stellen. Die zusätzlichen Kosten dafür, dass unter den Versammelten mehr Schwarze waren als sonst, schlugen in den millionenschweren Budgets der reichen Kulturinstitutionen schließlich kaum zu Buche. Natürlich war das noch nicht das Ende der »Sympathie für die Schwarzen«: Wenn ich für jedes »Ich bin so froh, dass Barack Obama unser nächster Präsident sein wird« einen Dollar bekommen hätte, wäre ich reicher als Rothschild.

Ich sah sie mir an, wie sie, schwer von sich eingenommen, zwischen den Veranstaltungen durch die Straßen von Denver spazierten. Jeder Einzelne trug stolz sein Namensschild auf der Brust. Weiße, Weiße und noch mehr Weiße. Der Gedanke, einen Schwarzen mit einer leitenden Stellung in ihrer Institution zu betrauen, war ihnen vermutlich noch nie gekommen. Das wäre auch wirklich zu viel verlangt. Sie haben ihr Leben damit verbracht, sich selbst als unvoreingenommene Intellektuelle darzustellen, denen das Schicksal der Armen, der Benachteiligten, der Behinderten, der Minderheiten, vor allem aber der Schwarzen am Herzen liegt. Sie lieben die Schwarzen. Das haben sie schon eine Million Mal gesagt, und sie werden es bis an ihr Lebensende wiederholen. Ihre Vorfahren haben den Schwarzen Unrecht getan, und sie werden es wiedergutmachen. Es ist eine schwärende Wunde, die ihnen auf dem Gewissen liegt, und sie müssen etwas dagegen tun. Die Kosten: ein paar Tausend Dollar. Bittet nicht um mehr. Wagt es nicht. Ich betrachtete sie noch einmal von der anderen Straßenseite aus, während sie sich zu exklusiven Restaurants begaben – diesmal waren keine Schwarzen unter ihnen –, und wusste: Mit diesen Leuten wollte ich nichts zu tun haben.

Diese himmelschreiende Heuchelei auf den höchsten Ebenen der amerikanischen Kultur hinterließ einen schlechten, bitteren Geschmack in meinem Mund. Die Tage vergingen, und ich wollte glauben, dass ich unrecht hatte, dass das, was ich gesehen hatte, in Wirklichkeit nur ein böser Traum war. Doch dann dachte ich: Sieh mal, Tuvia – du bist dabei, ein Heuchler zu werden wie alle anderen.

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, fuhr ich nach Harlem. Ich wollte wissen, wie die Schwarzen dachten. Am 4. Juli veranstalten viele Leute ein Picknick im Garten ihres Hauses, das ist eine amerikanische Tradition. Man macht Feuer, grillt Burger und Würstchen, stellt gekühltes Bier und ein paar Kuchen bereit und schlägt sich den Bauch voll. Das Problem ist: Nicht jeder hat ein Haus mit Garten. In Harlem zum Beispiel gibt es keine Gärten. Also geht man in den Park. Hunderte und Aberhunderte zogen in den Morningside Park, und überall gab es heiße Burger. Fast alle hier waren schwarz, einige waren Latinos; die Weißen konnte man an den Fingern einer Hand abzählen.

Ob man das Wort mag oder nicht: Es war das, was man »the hood« nennt. Als ich dort ankam, war ich auf der Stelle ein »Star«. Jeder wollte mir etwas zu essen geben. »He, Mann, magst du Burger? Wie wär’s mit einem Bier? Oder lieber Wodka? Haben wir auch. Alles Gute, Mann. Fühl dich ganz wie zu Hause. Willst du ein Hähnchen? Davon haben wir jede Menge. Iss!«

In Harlem ist man sich sicher: Auch mit Obama wird nichts besser werden

Ich sehe nicht gerade aus wie einer, der kurz vor dem Verhungern ist. Was mir da entgegenschlug, war schlichte Gastfreundschaft. Ich aß und trank, bis ich beinahe platzte. Sie ließen mich einfach nicht aufhören. Ein Mann schenkte mir Whiskey ein, ein Mädchen reichte mir einen Becher Orangensaft, und eine Oma legte mir eine Flasche Ginger Ale in den Schoß. Es hörte einfach nicht auf. Alle fütterten den weißen Gast. Zwischen dem dritten Burger und dem zweiten Hähnchen entdeckte ich schließlich eine junge weiße Frau. Sie war jung, sie war blond, und sie trug ein Obama-T-Shirt. Wie schön: ein »Schmelztiegel«, direkt vor meinen Augen. Als ich sie ansprach, stellte sich allerdings heraus, dass sie gekommen war, um Obama-T-Shirts zu verkaufen. Sie wollte an den armen Schwarzen Geld verdienen. Zu ihrem Leidwesen kaufte ihr jedoch fast niemand eines ab. Ich fragte Frankie, Lehrerin und Mutter, ob die Leute Obama nicht mochten. »Das Ganze ist doch reines Theater«, sagte sie. »Die Weißen wollen Obama, weil er redet wie ein Weißer. Als Reverend Sharpton kandidiert hat, hat ihn keiner gewählt, denn der ist wirklich schwarz. Obama ist kein Schwarzer, sondern ein Mulatte. Seine Mutter ist eine Weiße. Das weiß jeder. Er redet wie ein Weißer und benimmt sich wie ein Weißer. Um uns kümmert sich keiner. Die Weißen kommen nach Harlem, nehmen uns unsere Wohnungen weg, setzen uns auf die Straße und stecken unsere Kinder in den Knast. Es wird sich nichts ändern. Gar nichts.« Der Rest der Familie sah uns an und nickte. »Sie sagt’s, wie es ist.«

Ich ging weiter, von Familie zu Familie, und unterhielt mich schließlich mit einem Mann namens Scott. Ich fand ihn beeindruckend intelligent und fragte ihn nach seiner Meinung über den Rassismus. »In Amerika nimmt der Rassismus zu, weil die Leute inzwischen wissen, wie sie ihn verbergen können. Normalerweise feiere ich den 4. Juli nicht – ist nicht mein Feiertag. Aber meine Mutter ist aus dem Süden hergekommen und wollte, dass ich mit ihr in den Park gehe. Wie willst du deinen Burger?«

Der 4. Juli ist vorbei, aber ich vermisse Harlem, ich vermisse es, ein Star zu sein. Also gehe ich noch einmal hin, diesmal in die St. Luke Baptist Church. Sie steht allen offen, jeder ist willkommen, trotzdem sind alle hier schwarz. Der Pfarrer erhebt seine Stimme: »Passt auf – ihr denkt, bei eurem Nachbarn ist das Gras grüner, aber ich sage euch, das Gras ist dort grüner, wo ihr es bewässert.« Ein weißes Paar tritt ein, und als Twanna, eine begabte Sängerin, zu »Everything the Lord gives you is good« anhebt, holt die weiße Frau eine Kamera hervor. Der Blick, mit dem sie die Szene betrachtet, erinnert einen an Touristen im Zoo. »Sehen die nicht süß aus?«, sagt sie und fängt an zu fotografieren. Sie freut sich über die »süßen Schwarzen«, ärgert sich aber, als der Küster sie bittet, keine Fotos zu machen. »Warum?«, will sie wissen.

Das angesehene Council on Foreign Relations in New York hatte kürzlich James Glassman eingeladen, Unterstaatssekretär im Außenministerium. James ist Republikaner und dafür zuständig, Amerika im Ausland in einem möglichst guten Licht zu präsentieren. Der Moderator fragte ihn, ob er nicht auch glaube, dass es für Amerikas Image im Ausland »günstig« sein werde, wenn »ein Afroamerikaner mit muslimischem Hintergrund zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werde«. Es gab Gelächter: Wie würde sich dieser Republikaner da herauswinden? James sah ins Publikum und erwiderte: »Ja, es wird vielleicht Flitterwochen geben, aber ich glaube nicht, dass sie sehr lang sein werden.« Ein Wandel, verkündete er, sei nicht immer ein Wandel zum Besseren. Sogleich erstarb das Gelächter. Wenn Frankie und Scott dort gewesen wären, hätten sie vielleicht gelacht. Sie lassen sich nicht an der Nase herumführen.

Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren

 
Leser-Kommentare
  1. Die Elite und links orientierten Akademiker schwaermen von Multi-Kulti,werfen anderen Rassismus vor weil sie nicht auf diese Propaganda einfallen sondern eher Erfahrungen gemacht haben die uns von der Multi-Kulti Seuche geheilt haben.Dann kehren diese Leute in ihre Elfenbeim tuerme oder gruenen Vororte und Stadtviertel zurueck.Schicken ihre Kinder auf private Schulen waehrend wir unsere Kinder zu staatlichen Schulen mit den sozialen Problemen schicken muessen.

  2. "Die weiße amerikanische Kulturschickeria ..."! Wer soll denn das sein? Ober-Menge, Unter-Menge? (Präzise und korrekt hätte es wohl us-amerikanische Kulturschickeria heißen müssen.)Was gibts denn sonst noch in den USA: Schickeria - eine schwarze Kulturschickeria, die nicht liebt etc.?Die us-amerikanischen Bürger, die mir begegnen, die haben in der sehr großen Mehrheit den ehemaligen Alkoholiker Bush jr. oder George W. Bush einfach satt. Auch wollten sie z.B. keinen Krieg im Irak! Dabei verzichte ich bei dieser Feststellung darauf, wechselseitig u.a. schwarze oder weiße Bürger wegen ihrer Hautfarbe zu diskriminieren!Ein völlig überflüssiger Artikel, mit durchaus rassistischen Tendenzen!  Ist Tuvia Tenenbom im Auftrag des republikanischen Gegenkandidaten für das Amt des 44. US-Präsidenten 'unterwegs'? Wirklich, eine irre Storry, die der ZEIT-Herausgeber und erklärte 'Bush-Freund' Josef Joffe nach seinem sehr schwachen Auftritt bei Frank Elstner in 'Menschen der Woche' sicher gerne in der von ihm verantworteten Wochenzeitung gerne gelesen hat.  [...] [Gekürzt. Bitte üben Sie Ihre Kritik sachlich aus./ Die Redaktion; ew]    

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    Also ich finde seine Artikel, die bis jetzt in der Zeit erschienen sind, allesamt ganz ausgezeichnet!  Mir gefällt diese Art zu schreiben.  Also liebe Zeit, bitte mehr Artikel von Tuvia Tenenbom!  Vielen Dank!MfG,Ihre Sonnenbrille

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    Finde ich auch! Bringen sie mehr von diesen SUPERinformativen Artikeln!!!

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    • DaGaMs
    • 18.07.2008 um 17:52 Uhr

    Gut, das schlagende Argument gegen Obama ist also "Es wird sich 'eh nix ändern" besteht, und sein größter Makel ist, daß er "Wie ein weißer spricht". Schwarze Amerikaner sollten also besser garnicht wählen, und sich jeder Partizipation enthalten, solange weisse Amerikaner nicht in der Mehrheit für Jesse Jackson stimmen.Tut mir leid, aber das sieht für mich nicht nach einer Perspektive aus. "Mulatte" hin oder her, wenn ein Repräsentant einer Minderheit das höchste Amt im Staat erreicht, hat das meiner Ansicht nach sehr wohl die Kraft, die Gesellschaft zu bewegen, und hoffentlich auf der einen Seite unterbewusste Vorbehalt abzubauen und auf der anderen Seite Vertrauen in die Gesellschaft aufzubauen.

  4. 90% der Schwarzen geben an Obama zu wählen.Die Kommentatoren in den Medien sehen das meist als völlig selbstverständlich an ... Wäre das auch so, wenn die weißen Wähler zu 90% Prozent McCain wählen würden - oder wäre das dann Rassismus?

    • Anonym
    • 18.07.2008 um 18:14 Uhr

    im Höchstfalle noch Veteranen akzeptiert, so wundert es nicht für wen hier stiller Wahlkampf versteckt propagiert wird. Gut gemacht. Schlechtes Bild im Presseraum, weil schleichende Propaganda. Erkannt, schon gebannt? Nein, bei manchem bleibt dies leider hängen.debrasseur

  5. Der Artikel spricht etwas elemantares in den USA an. Er spricht an, dass sich dort Schwarz, Weiss und Latino nicht als homogene Gesamtheit betrachten. 
    Er spricht auch an, dass die Heuchelei in den US unglaublich praesent ist und dass man dort als Farbiger mit implizitem Rassismus konfrontiert ist, denn es ist ja schon merkwuerdig, dass die hoechsten Posten ueberproportional mit weissen Maennern besetzt sind.
    Das mag fuer den Deutschen, der ueber die Anti-Diskriminierungsgesetzgebung in Deutschland lamentiert (schliesslich werden hier dadurch Arbeitsplaetze gefaehrdet), voellig unverstaendlich sein. Fuer Afroamerikaner ist es ein gestaltender Teil ihrer Realitaet.
    Der Artikel beschreibt genau das; die Realitaet aus den Augen der Afroamerikaner und deren Hoffnungen in Barack Obama. Natuerlich werden durch einen farbigen Praesident sich Wahrnehmungen und Dinge veraendern. Dies wird allerdings deutlich langsamer vonstatten gehen als sich das manche Menschen erhoffen. Zudem kommt, sollte Obama Praesident werden, dass seine Praesidentschaft als Massstab betrachtet werden wird. Implizit natuerlich.
    Der erste schwarze Torhueter in Brasilien hat sich einen unglaublichen Schnitzer bei einer WM erlaubt. Daraufhin gab es 20 Jahre keinen schwarzen Torhueter in Brasilien mehr.
    Auch koennte man argumentieren, dass Bush die USA soweit hineingeritten hat, dass es nun auch nichts mehr ausmacht. Genauso wie Bernanke die Fehler von Greenspan nicht ausbuegeln kann aber dafuer verantwortlich gemacht wird, koennte das auch Obama passieren.
    Wir werden sehen. 

  6. Die weiße DEUTSCHE MEDIENschickeria liegt Barack Obama zu Füßen. Das ist sympathisch. Doch dahinter verbirgt sich eine himmelschreiende Heuchelei

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    Sehen wir es doch realistisch.
    Als Schröder uns Deutsche gegen den Willen der USA aus diesem schmutzigen Angriffskrieg im Irak mutig ausschloß, flog Frau Merkel zu D.Busch und winselte ihm ihr Bedauern vor. Dieser gemeinsame Politpakt existiert immer noch. Die CDU steht den Republikanern sehr nahe.
    Warum sollte sie Obama lieben oder gar fördern ? Also doch Heuchelei.

    Sehen wir es doch realistisch.
    Als Schröder uns Deutsche gegen den Willen der USA aus diesem schmutzigen Angriffskrieg im Irak mutig ausschloß, flog Frau Merkel zu D.Busch und winselte ihm ihr Bedauern vor. Dieser gemeinsame Politpakt existiert immer noch. Die CDU steht den Republikanern sehr nahe.
    Warum sollte sie Obama lieben oder gar fördern ? Also doch Heuchelei.

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  • Quelle DIE ZEIT, 17.07.2008 Nr. 30
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  • Schlagworte Barack Obama | Jesse Jackson | US Wahlkampf | Denver | Colorado | USA | New York
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