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Warum eine Frau wegen ihrer beiden Kinder die Hochschule wechselt. Sandy Schneider, 26, erzählt. Ein Protokoll

Die ersten Jahre nach der Geburt ihrer Kinder stand Sandy Schneider unter großem Druck. Den Kleinen fiel die Eingewöhnung in die Kinderkrippe schwer, weshalb sie dauernd krank waren. Gerade in den Wintermonaten verging kein Monat ohne Schnupfen und Husten.

An der Universität Magdeburg aber wusste kaum jemand von ihren Sorgen als zweifache Mutter. Die Vorlesungen in Betriebswirtschaft gingen oft bis in den Abend hinein, aber die Kinderkrippe hatte schon um fünf geschlossen. Schneider hatte kaum Kontakt zu den Professoren. »Ich hab so vor mich hin gelernt«, sagt sie. Wenn sie mit den Kindern an die Uni ging, wurde sie angestarrt, als käme sie vom Mond. »In der Mensa gab es zwei Kinderstühle, aber das war auch alles in Sachen Kinderfreundlichkeit.«

Sie hat viele Seminare und Vorlesungen verpasst in dieser Zeit. »Abends saß ich manchmal da und habe gesagt: Ich kann nicht mehr. Ich habe einfach keine Lust mehr.« Eine Lehre kam mit den Kindern allerdings auch nicht infrage. Schließlich lassen sich Familie und Ausbildung noch schlechter verbinden. Also entschied sich Sandy Schneider schließlich, die Universität zu verlassen.

Seit drei Jahren studiert sie jetzt Gesundheitsförderung und Management an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Seitdem ist alles einfacher. »Ich musste zwar noch einmal komplett von vorne anfangen, aber ich hatte einiges schon mal für BWL gelernt.« Ihre beiden Kinder sind inzwischen vier und sechs und kaum noch krank. Wenn die Vorlesungen einmal später anfangen, kommen sie einfach mit an die Hochschule. Studenten im Fach Soziale Arbeit haben dort eine Kinderbetreuung auch für den Abend organisiert. »Für die Kinder ist das ein Highlight, wenn sie mit der Mama an die Uni gehen dürfen«, erzählt Schneider.

Im Augenblick arbeitet sie an ihrer Bachelorarbeit. Das Thema: "Anforderungen an die Kinderbetreuung im Setting Hochschule".Während ihrer Recherche an ostdeutschen Universitäten war sie vor allem positiv überrascht: »Die meisten bieten inzwischen eine Kinderbetreuung an und geben Eltern die Möglichkeit, in den Urlaubssemestern Prüfungen abzulegen. Das hätte ich mir auch gewünscht.«

Ab Herbst möchte Schneider am liebsten noch einen Master machen. »Jetzt, wo sich alles so gut eingespielt hat.«

Protokoll: Alexandra Busse.

 
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