Die Grünen reiten täglich in einen nimmermüden Kampf zur Rettung der Welt. Ihrer Welt, natürlich. Zwar streiten sie, was die Realitätsnähe ihrer Auseinandersetzungen betrifft, immer in einer Liga mit dem Mann von La Mancha, doch während Don Quijote Windmühlen herausforderte, fordern sie meist nur Windräder, die den Klimawandel stoppen sollen. Nun verlangt die zukünftig viertstärkste Kraft im Parlament zusätzlich, die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel müsse gänzlich gratis sein. Eine an sich interessante Idee, über deren Finanzierbarkeit leider keine näheren Details vorliegen. Aber in Vorwahlzeiten spielt dieser Mangel keine Rolle. Originell hingegen ist die Begründung für diesen Vorschlag. Man wolle dadurch sicherstellen, dass die Bürger nicht weiterhin gezwungen sind, den Ölscheichs ihr Geld in den Rachen zu werfen. Es wäre dies eine Pioniertat, die zweifelsohne bald auf ganz Europa ausstrahlte und maßgeblich dazu beitragen würde, nicht nur die soziale Schieflage in der EU zu beseitigen, sondern ganz generell auch die Europaskepsis der Verkehrsteilnehmer einzudämmen. In den überfüllten Bussen und U-Bahn-Waggons würden sie dann sofort erkennen, wie falsch die Boulevardmedien liegen und unverzüglich zu großformatigen Qualitätsprodukten greifen, womit auch eine Bildungsoffensive eingeleitet wäre. Freuen wir uns also auf eine kostenlose Benutzung der Öffis. So gesehen war der Schwarzfahrer ein Vorreiter des grünen Projekts, kein Scheich hat je an ihm verdient.