Jugend 2008 Eine Klasse für sich

Wer bin ich? Wer liebt mich? Und wer hat noch Bier? Sieben Tage und sieben Nächte auf Abifahrt in der Camargue

Sara singt. Immer lauter wird ihre Stimme, als wolle sie gegen etwas ansingen. Gegen etwas, das sie in die hinterste Ecke geschoben hat und das jetzt, da sie müde ist und zehn Stunden lang still sitzen muss, hervorgekrochen kommt und sich breitmachen will. Sara singt: "Du wolltest dir bloß den Abend vertreiben und nicht grad allein gehn und riefst bei mir an." Sie hat eine gute Stimme.

Der Busfahrer lässt den Motor an. In der aufgehenden Sonne werfen die Väter und Mütter lange Schatten, sie winken, weichen zurück und schauen dem Bus noch eine Weile hinterher. "Tschüs, hässliches Saarbrücken!", ruft Sara und hebt die Hand zum Abschied.

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Ein Bus mit 36 Jungen und Mädchen des Otto-Hahn-Gymnasiums: Die Jüngsten sind 16, die Ältesten 19. Sie brechen auf in die Camargue, es ist ihre letzte gemeinsame Fahrt, in neun Monaten werden sie ihre Abiturprüfungen machen. Sie werden begleitet von drei Lehrern, die auch das Ziel der Reise bestimmt haben. Die Jugendlichen, mit denen wir eine Woche auf Reisen gehen, sind ganz normale Schüler an einem ganz normalen Gymnasium in einer ganz normalen Stadt.

Nun geht das letzte Kapitel ihrer Schulzeit zu Ende, das letzte Kapitel ihrer Jugend. Bevor sie sich in alle Winde zerstreuen, bevor sie sich in der Welt der Erwachsenen zurechtfinden müssen, werden sie eine Woche lang feiern, eine Woche lang noch einmal auskosten, wie offen das Leben gerade ist, so offen wie niemals davor und danach. Vielleicht sind sie sich dessen noch gar nicht bewusst, aber einige von ihnen werden wohl in ein paar Jahren wehmütig auf diese Zeit zurückblicken. Und viele werden denken: So frei waren wir nie wieder. In diesen sieben Tagen kann man vielleicht erfahren, wie es sich heute anfühlt, jung zu sein.

Sara checkt ihr Handy auf neue Nachrichten. Nichts. "Nein, du schreibst dem jetzt keine SMS", sagt ihre Nachbarin Katharina. Sara verrutscht einen Moment lang das Gesicht. Dann schiebt sie sich auf ihrem Sitz nach vorn, verschränkt die Arme, winkelt die Beine an und presst ihre Knie so fest gegen die Rückenlehne des Vordermannes, als wolle sie ihren dünnen Körper festklemmen. Die Hosenbeine ihres weiten Trainingsanzuges sind hochgekrempelt bis unter die Knie, ein Mädchen mit Madonnengesicht in der Kluft eines Rappers. Sie zieht Fontanes Effi Briest aus ihrem Rucksack, Lektüre für den Deutschunterricht. Sara blättert darin, liest ein paar Zeilen. Rasch verschwindet das Buch wieder im Gepäcknetz.

In den vergangenen Wochen hat Sara kaum einmal still gesessen. Sie hat in ihrer Rock-’n’-Roll-Formation getanzt, ist geritten, gelaufen, ausgegangen. Wenn sie abends nach Hause kam, hat sie sich im Internet Gesellschaft gesucht. Ein paar Wochen ist es her, dass ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat.

"Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert…", summt sie vor sich hin. Das alte Lied von Klaus Lage, das schon ihre Mutter hörte, als es in den Hitparaden ganz vorne lag. Es ist ein Lied, das auf Tobias und Annika passen könnte. Der dunkle Tobias, der Verträumte, Sanfte mit seinen hellen Augen, und die blonde Annika, so hübsch, dass bestimmt der halbe Jahrgang für sie schwärmt. Die beiden sitzen zwei Reihen vor Sara und stecken die ganze Fahrt über die Köpfe zusammen. Man könnte sie für Verliebte halten, aber am Abend wird Tobias wegen einer anderen weinen.

Nach einer Pause und mehreren Mautstopps rollt der Bus durch die Hügellandschaft Burgunds. Wer jetzt hinausschauen würde, könnte sehen, dass der Himmel schon ein wenig blauer, ein wenig südlicher wirkt als in Saarbrücken. Doch die meisten Schüler schauen nicht hinaus, sie futtern aus ihren Haribo-Phantasia-Tüten, haben die orangefarbenen Vorhänge zugezogen und ihre riesigen Sonnenbrillen wie Visiere heruntergelassen. In die Ohren haben sie sich Kopfhörer gestöpselt, es gibt keine gemeinsame Musik für den gemeinsamen Aufbruch. Einige sind schon eingenickt, eingelullt vom warmen gelblichen Licht und vom Brummen des Motors.

Wovon träumen sie? Wer ist hier wer: wer der Anführer, wer der Schwarm, der Aufmüpfige, der Verkannte, der sein Potenzial erst in der Zukunft nutzen wird, in einer anderen Konstellation? Wer ist glücklich? Wer wird es sein?

Hinten im Bus sitzt Yannik, er guckt aus dem Fenster, ohne dass sein Blick einen Halt findet. Er trägt eine Lederjacke und schweigt ein melancholisches Schweigen. Später wird er erzählen, dass er Musiker ist. Er spielt Gitarre in einer Popband, sie heißt Lunettes Rouges, Rote Brille. Yannik schreibt auch die Texte. Bisher haben sie auf Deutsch und Englisch gesungen, aber das klingt ihnen zu verwechselbar, so unemotional, sagt er. Sie werden jetzt öfter französisch singen. Die Lederjacke, die Yannik trägt, hat er sich eigens für die Fahrt gekauft. Er hat mehr als zehn Läden durchsucht, bis er eine fand, die ihm lässig genug erschien. Nur die Knöpfe aus Plastik gefallen ihm nicht. "Meine Mutter soll mir lieber Metallknöpfe drannähen."

Yanniks Idol lebt schon lange nicht mehr: Kurt Cobain, der Sänger von Nirvana, brachte sich um, als Yannik gerade mal drei Jahre alt war. Yannik sucht sich seine Vorbilder gerne in der Vergangenheit, er trägt ein T-Shirt mit einem Bild von Sid Vicious, dem Bassisten der Sex Pistols, der Punkband aus den Siebzigern. "Ich bin so ein Überbleibsel, einer, der für eine Bewegung schwärmt, die schon lange tot ist." Er sagt, er sei fasziniert von ihrer großen Ehrlichkeit.

Kurz vor fünf Uhr nachmittags verlässt der Bus die Autobahn, passiert Kreisverkehr um Kreisverkehr, vorbei an riesigen Supermärkten und Werbetafeln, bis Salinen auftauchen, Vorboten des nahen Meeres. Wenig später erreicht er sein Ziel, Le Gros du Roi, einen Touristenort am Meer. Aus dem gekühlten Bus steigen die Schüler in die Hitze, blinzeln in die Sonne und beziehen, Triply-Hüte tragend und zementsackschwere Taschen schleppend, die Ferienanlage unter Schirmpinien. Die Terrassen ihrer Reihenhäuschen gehen ineinander über, doch die Reviere werden sofort akustisch markiert: Vor jedem Haus tönt eine andere Musik aus mitgebrachten Laptops, 3 Tage wach etwa oder Mexiko, Finger im Po. Ravioli werden warm gemacht. Die Tische vor den Häusern sind, auch bei den Jungen, ordentlich gedeckt.

Wer an diesem ersten Abend von einer Terrasse zur anderen läuft und eine Art Stichprobe macht, welche Erwartungen die Jungen und Mädchen an diese Fahrt haben, bekommt immer dieselbe Antwort: Wir wollen noch einmal zusammen sein, bevor wir uns aus den Augen verlieren. Es klingt, als fürchteten sie sich ein bisschen vor dem, was später kommen wird. Einer der Jungen, Florian, sagt, er habe Angst, den Lebensstandard seiner Eltern nicht erreichen zu können. "Man sieht das ja oft im Fernsehen, dass es in Deutschland gerade nicht so gut läuft." Doch dann zuckt er mit den Schultern und sagt, wie um sich selber Mut zu machen: "Vielleicht jammern die Leute auch einfach zu viel."

Tobias und Annika waren den ganzen Tag unzertrennlich. Doch nach dem Abendessen geht Tobias allein an den Strand. Er will mit Annette telefonieren, seiner Freundin. Mit dem Handy sind auch seine Probleme mitgereist. Jetzt betreibt Tobias aus der Ferne Beziehungsmanagement. Eigentlich wollte er es ihr nicht am Telefon sagen, aber als sie fragte – alles in Ordnung? –, konnte er sie nicht anlügen. Vor ein paar Tagen – Annette war gerade auf Klassenfahrt in Rom – hat er eine andere geküsst. Dieser Kuss hat ihn in größte Gefühlsverwirrung gestürzt. Er sei voller Schuldgefühle, er wisse selbst nicht, warum er das getan habe, erzählt er später ganz offen. Annette war sehr zornig am Telefon, sie hat ihn richtig zur Schnecke gemacht, am Ende hat er lange geweint.

Jetzt erst recht wird Tobias ein Tagebuch für Annette führen, wie sie es vereinbart haben. Er wird ihr jeden Tag etwas aufschreiben, und er wird hoffen, dass sie ihn trotz allem wie verabredet am kommenden Samstag vom Bus abholen wird. Reden, Schreiben, Denken hilft in der Liebe – darauf vertraut er.

Wie groß das Verlangen nach Tiefe, nach Sinn und nach Liebe ist, werden wir auf dieser Fahrt immer wieder merken. Könnte man alle Gedanken der Jungen und Mädchen lesen, sie würden vor allem um die Fragen kreisen: Wie will ich leben? Wo gehöre ich hin? Und natürlich: Was ist Liebe?

"Ich möchte später auch mal meine Stromrechnung bezahlen können", sagt Yannik, "aber ansonsten will ich das eigentliche Leben auskosten." Das "Eigentliche", darauf kommt es an, kein Vorwurf wiegt schwerer als der, oberflächlich zu sein. Lukas sagt über Sara: "Die ist so oberflächlich." Sara sagt über Florian: "Der ist irgendwie oberflächlich." Und Florian findet, dass die ganze Clique von Sara "sehr oberflächlich" ist.

Am ersten Morgen in Frankreich müssen alle früh aufstehen, um neun Uhr fährt der Bus nach Nîmes. Sara hat ihre rotbraunen Locken mit dem Glätteisen behandelt, jetzt deckt sie mit den anderen Mädchen aus ihrem Appartement den Frühstückstisch auf der Terrasse. "Finger im Po, Mexiko", singt sie. "Paris, Athen, auf Wiedersehn!"

In Nîmes besichtigen sie das Amphitheater. Lukas, der einen langen Zopf trägt, und Florian, der stets in Markenkleidung daherkommt, sitzen etwas abseits von den anderen und unterhalten sich über Mädchen. "Ich mag es nicht, wenn Frauen sich so auftakeln, mit dicken Dolce & Gabbana-Gürtelschnallen und goldenen Turnschuhen", sagt Lukas. "Eine Frau muss Charakter haben", sagt Florian, "und nicht so eine Tussi sein." Sara und ihre Freundinnen sind ihnen viel zu energiegeladen. Sie haben etwas Angst vor ihnen.

Das Tagesprogramm wird von den Schülern mit mehr oder weniger Interesse abgehakt. Das "eigentliche" Leben beginnt am frühen Abend. Die Jungen grillen Fleisch, die Mädchen ernähren sich gesund: Tomaten und Gurken. Laura erzählt, dass sie immer gerne dünner gewesen wäre, als sie ist, dass sie sich nicht richtig anerkannt fühlt, wenn sie ein bisschen dicker ist. Sie sitzt mit Sara und drei anderen Freundinnen auf der Terrasse ihres Hauses. Die fünf Mädchen spielen ein Spiel. Sie sagen einander die Zukunft vorher. Was wird in zehn Jahren aus uns geworden sein? Das ist die große Frage dieses Spiels.

Bei Sara sind sich alle einig: Sara ist die typische Chaotin, sie wird keinen Mann haben, vielleicht schon einmal geschieden sein. Sie lebt frei in den Tag hinein und nimmt an, was kommt. Mögliche Berufe: Quizmasterin, Musicalstar, Schauspielerin – aber eher in einer Seifenoper. Und dann wird sie für Skandale sorgen, sich in Unterwäsche fotografieren lassen. Sie wird Jahre voller Stress und Hektik erlebt haben. Sie will sich immer durchsetzen, und das klappt nicht bei den Männern.

Kurz denkt man, es könnte während dieses Spiels zum Streit kommen – wer lässt sich schon gerne den Spiegel vorhalten? –, aber Sara lacht, auch wenn ihr nicht alles gefällt, was sie gehört hat. Sara liebt die Show, sie steht gerne im Mittelpunkt. Sie hat schon ein Praktikum an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin gemacht, auch wenn es nur in der Poststelle war. "In der Schule bin ich überhaupt nicht ehrgeizig", sagt sie, "aber was meine Zukunft angeht, schon." Wenn sie das sagt, wirkt sie wie eine Kandidatin für Germany’s Next Topmodel. So eine Karriere wie die der Sängerin Jeanette Biedermann, "das wäre was", sagt sie.

Auch an diesem Abend wird Sara noch singen, auf dem Schoß von Alex. Nicht er hat sie erobert, sie hat ihn sich ausgesucht. Von allen Schülern traut sich Sara am meisten: Sie ist laut, krakeelt, nennt den jungen Lehrer bei seinem Spitznamen, auch wenn er in Hörweite ist. Es scheint, als seien die Mädchen heute mutiger als die Jungen: Der großmäulige Anführer, er fehlt jedenfalls auf dieser Abifahrt.

Alex könnte so einer sein, er sieht aus, als verbringe er seine gesamte Freizeit auf dem Fußballplatz. Aber als Sara auf seinem Schoß landet, nimmt er sie so zart in die Arme, als hätte er Angst, sie könnte ihm gleich wieder davonfliegen. Vielleicht ist er genau die richtige Mischung aus Macho und anhänglichem Jungen, die Sara so mag. Sie wirkt auf einmal ganz entspannt, jetzt kann sie still sitzen und singt ein Lied aus den aktuellen Charts: "Du hast mein Leben auf den Kopf gestellt, du hast den schönsten Arsch der Welt." Zwischendurch gibt es einen Kuss für Alex.

Der erste öffentliche Kuss dieser Fahrt, Sara hat keine Angst, dabei beobachtet zu werden – vielleicht will sie auch nur zeigen, dass sie über ihren Exfreund hinweg ist. Manche finden das peinlich. Tracy, die einen festen Freund hat, der vielleicht auch einmal ihr Mann werden könnte, sagt: "Geht doch ins Bett und hört auf, hier draußen aneinander rumzufummeln." Mehr als die Hälfte der Mädchen hier hat schon mit einem Jungen geschlafen, schätzen die Freundinnen von Sara. Sie reden sehr ernsthaft und erwachsen über dieses Thema. Sara sagt, Sex sollte funktionieren, aber wichtiger sei es, dass man sich gut verstehe.

Die Schüler sagen auch nicht, sie seien "verknallt", sie sprechen von "Beziehungen". Viele waren mit 17 oder 18 schon ein- oder zweimal ernsthaft verliebt, und wenn sie darüber reden, hört es sich an, als hätten sie die Beziehungsratgeber ihrer Eltern gelesen. Fast die Hälfte der Schüler sind Scheidungs- und Trennungskinder, sie wissen, dass das mit der Liebe eine schwierige Angelegenheit ist und dass sie nicht immer ewig dauert.

Manchmal aber machen sie trotzdem ein Spiel daraus. So heißt Tobi am nächsten Morgen plötzlich Romeo. Sara und Katharina rufen ihn so, denn in der Nacht ist er betrunken auf ihren Balkon geklettert, um dort nach ihrer Freundin Julia zu rufen. Wollte er sich ablenken von seinem Kummer mit Annette?

Jetzt sitzt er auf dem Plastikstuhl im Schatten, trinkt wie jeden Morgen einen Liter Orangensaft, in der einen Hand das Glas, in der anderen die Safttüte, und genießt die Gewissheit, der Held der letzten Nacht zu sein. "Romeo", das ist ein Name, mit dem es sich leben lässt, glaubt er. Wenn Sara und die anderen Mädchen ihn "Romeo" rufen, klingt das allerdings eher spöttisch. Manchmal sieht es so aus, als würden der neue Mann und die neue Frau gar nicht so gut zueinanderpassen.

Auf dem Tagesprogramm steht Saintes-Maries-de-la-Mer, wo die Gruppe auch eine Kirche besichtigt. In das Gebäude fällt kaum Sonnenlicht. Yannik sitzt auf einer Bank und betrachtet die Holzfiguren der Heiligen etwas genauer als die anderen. Die meisten Jungen und Mädchen glauben nicht an Gott, obwohl sie alle im Religionskurs sind. Yannik aber betet jeden Abend vor dem Einschlafen. "Es kann ja immer etwas passieren. Jemand kann sterben, oder man kann arbeitslos werden." Heute dürfen Punks auch an Gott glauben.

Yannik war zehn, als er seinen besten Freund verlor. Der Junge war mit dem Fahrrad unterwegs und wurde von einem Auto erfasst. Jetzt, acht Jahre später, sagt Yannik, dass er noch oft an ihn denke, für ihn bete. "Ich habe danach nicht wieder so einen guten Freund gehabt." Er habe auch ein Lied über ihn geschrieben, aber es sei ihm nicht gelungen, und darum spiele er es nicht mehr. "Das würde ihm auch nichts nützen, wenn ich ein schlechtes Lied für ihn spiele."

Sara sagt, sie habe keine beste Freundin, sie würde einer einzigen Freundin gar nicht trauen, dazu sei sie schon zu oft enttäuscht worden. Zu groß das Risiko, dass die eine Freundin alles ausplaudert. So verteilt sie ihre Geheimnisse lieber auf zehn Freunde. Vielleicht sind Internetportale wie SchülerVZ deshalb so erfolgreich, auch in dieser Klasse. Im Internet gilt es, möglichst viele Freunde zu finden, nicht einen möglichst guten. Lukas sagt, er habe hundert Freunde im Internet. Gesichterparty heißt die bevorzugte Community der Jungen und Mädchen – hier werden sie auch die Fotos ausstellen, die sie mit ihren Digitalkameras während der Fahrt machen.

Sie verbringen ihr halbes Leben im Internet. Wenn dort jemand ihre Privatheit stört, reagieren sie ziemlich empfindlich. Yannik hat mal ein paar Aufkleber gegen Wolfgang Schäubles "Überwachungsstaat" geklebt. Auch Lukas regt sich über Schäuble auf. Datenschutz ist für die Jugend im Jahr 2008 das, was für die Jugend im Jahr 1988 der Umweltschutz war.

Vielleicht sind die Schüler gar nicht so unpolitisch, wie ihre Lehrer, Frau Hinz und Herr Friebes, glauben. Vielleicht sind sie nur unideologischer als die Generationen davor. Es sind eher die unmittelbaren Probleme, die sie beschäftigen: Viele haben Arbeitslosigkeit in der Familie kennengelernt. Trennung, Scheidung, Geldsorgen sind in der Mittelschicht nicht mehr die Ausnahme. Einige Eltern hatten Schwierigkeiten, die Kosten für die Fahrt aufzubringen. Vielleicht sind die Schüler auch deswegen nie auf Konfrontation aus, sondern immer um Harmonie bemüht, weil ihre Welt nicht so heil ist, wie sie es sich wünschen würden.

Auf der Terrasse des Hauses von Tobias kreist das Gespräch am Abend darum, wer wann seinen allerletzten Joint geraucht hat. Lukas hat mit dem Kiffen schon mit 15 aufgehört. Dafür wird ordentlich Tabak geraucht (rote Gauloises vor allem) und Alkohol getrunken auf dieser Fahrt (Kronenbourg, Desperados und Malibu Multi), aber nie bis zum Exzess. Während der täglichen Ausflüge in den Supermarkt stehen die Jungen vor den Bierregalen und rechnen mit großer Sorgfalt aus, wie viele Flaschen denn nötig sind für einen kleinen Rausch. Wie stolz sie auf ihren Konsum sind, zeigt der Inhalt ihres Küchenschrankes. Dort, wo bei den Mädchen Reis und Nudeln lagern, haben die Jungen leere Bierflaschen aufgereiht. Katharina, die bald einen Schein als Fitnesstrainerin machen möchte, sagt: "Ich glaube, die Jungen saufen, um sich groß zu fühlen." Es klingt nicht wie ein Vorwurf, es klingt, als täten sie ihr ein bisschen leid.

Bis zum dritten Abend hat Yannik damit gewartet, seinen MP3-Player an Lukas’ Laptop anzuschließen. Yannik musste sich erst vergewissern, ob er der Gruppe die Musik seiner Band anvertrauen kann. Vielleicht spielt er sie auch für die blonde Katharina, die ebenfalls zuhört. Katharina ist Yannik schon länger aufgefallen. Er findet, dass sie sehr natürlich ist, sie schminkt sich nicht so stark wie Sara, ihre Freundin. Yannik dreht die Lautstärke nur halb auf, es muss nicht unbedingt jeder hören. Es ist ein schöner, trauriger Popsong, er heißt C’est la vie und handelt davon, dass Schönheit und Liebe vergänglich sind. Die Gespräche verstummen. Es ist ein großer Moment für Yannik, vielleicht der Moment, in dem eine neue Liebe geboren wird. Jedenfalls will Yannik, als die Musik verklungen ist, unbedingt ein Glas Rotwein.

Nach drei Gläsern erzählt er dem unglücklich verliebten Tobi von seiner Musik und von Frauen, zwei Themen, die für ihn zusammenhängen. "Ich habe meiner Exfreundin lange nachgehangen. Deshalb hat es auch mit der Freundin danach nicht geklappt." Zu den Konzerten seiner Gruppe Lunettes Rouges kommen etwa 300 Fans. Danach wird Yannik manchmal von Mädchen angesprochen. Er hat diese Gelegenheiten bislang immer "ungenutzt verstreichen lassen" lassen. "Weißt du", sagt er zu Tobi, "ich will nicht à la carte leben." Vielleicht ist Weisheit ja gar keine Frage des Alters.

Bevor Tobi zum ersten Mal mit einem Mädchen schlief, hat er gesehen, wie Frauen und Männer, kaum älter als er, Sex haben. Er erzählt ganz locker davon, weder die Anwesenheit der Journalisten noch die der Mädchen stört ihn. Die Filmchen liefen auf der Internetseite Youporn, Paare stellen dort ihre selbst gedrehten Pornos zur Schau. "Das ist einfach lächerlich, diese Akrobatik, die man dort sieht", sagt Tobias. Waren dann nicht beim ersten Mal diese Bilder in seinem Kopf? "Nein, nein", sagt Tobi und macht ein Gesicht, als müsse er etwas erklären, was eigentlich jeder auf Anhieb versteht. "Das war etwas vollkommen anderes. Das war echt." Sie müssen nicht nur zwischen Sex und Liebe unterscheiden, sondern auch zwischen Sex und Porno.

Nachts um zwei liegt Tobias allein in seinem Bett, er weint, er schreibt Annette eine SMS: "Ne! Ich liebe Dich. :-* Dein To."

Katharina und Yannik sitzen am Strand. Es ist kühl geworden, der Wind weht, und die Nacht ist sehr dunkel. "Kann ich dein Lied noch mal hören?", fragt Katharina irgendwann, und Yannik spielt es ihr auf seinem MP3-Player noch einmal vor. Dann küssen sie sich zum ersten Mal und warten auf den Sonnenaufgang. Sie schauen aufs Meer hinaus und warten und warten. Bis sie merken, dass es hinter ihrem Rücken hell wird: Die Sonne geht gar nicht immer über dem Meer auf.

Am nächsten Tag fährt der Bus nach Avignon. Yannik und Tobias essen nach der Besichtigung des Papstpalastes ein Eis. Sie unterhalten sich darüber, ob sie sich später einmal aus den Augen verlieren werden. "Wir bleiben Kumpels", sagt Yannik. "Ja, bestimmt", sagt Tobi. "Wir sind dann ja beide in Berlin." Es klingt, als gehe ihm das erst jetzt richtig auf und als sei das eine schöne Hoffnung: wenigstens einen zu kennen in der Fremde.

Würde man auf einer Weltkarte alle Ziele dieses Abi-Jahrgangs mit Fähnchen abstecken und für die Ziele der Mädchen rote Fahnen nehmen und für die der Jungen blaue, dann blieben die blauen Fähnchen vor allem in Deutschland, die roten streuten sich über die ganze Welt. Die Mädchen möchten nach der Schule ganz weit weg: nach Japan, Australien, in die Vereinigten Staaten, nach Südamerika und Afrika, sie wollen Weltreisen machen, als Au-pair arbeiten oder in einer Hilfsorganisation. Die Jungen fürchten sich eher. Sie wollen in Deutschland bleiben, Veranstaltungstechnik, Physik oder Audio-Engineering studieren, auf jeden Fall etwas Solides.

Um Mitternacht beginnt Christinas Geburtstag. Sie wird 17, alle stoßen mit Sekt oder Malibu Multi an. Sara gibt alles, damit die Feier gut wird. Sie singt, tanzt, feuert die anderen an. Bald schon ist eine kleine Strandparty im Gange. Am Ende will Sara nackt baden gehen. Sie rennt ins Meer, immer weiter, aber das Wasser ist nicht tief genug, um darin zu schwimmen.

Am letzten Tag haben sie frei, kein Bus, der wartet. Jeder kann tun, was er will. Die meisten stehen spät auf, "chillen" auf der Terrasse oder am Pool, obwohl der Himmel bedeckt ist. Überhaupt erscheint an diesem Tag die Stimmung merkwürdig gedämpft. Wehmut kommt auf über das Ende dieser letzten gemeinsamen Fahrt. Sara und Laura haben sich eine Flasche Wein und Zigaretten mit an den Strand genommen. Kaum sitzen sie im Sand, fallen die Mücken über sie her. Liebevoll verjagen die Mädchen sie sich gegenseitig von ihrer Haut.

Allein mit ihrer Freundin, muss Sara nicht mehr das Mädchen spielen, das immer Party macht. Sie ist sehr still, nachdenklich. Irgendwann kommt das Gespräch auf ihren Exfreund. Die ganze Fahrt über hat sie sich nichts anmerken lassen, hat die Sache lieber mit sich allein ausgemacht. Aber jetzt, bei Laura, zeigt sie ihren Kummer. Insgeheim hat sie viel über das Scheitern ihrer Beziehung nachgedacht. Ihr Exfreund ist erst 16 und zwei Klassen unter ihr, sie ist 18, aber das war nicht das Problem, eher die unterschiedlichen Interessen. Er habe immer nur Fußball im Kopf gehabt, habe wenig Zeit für sie gehabt. "Ich glaube auch, dass viele nicht mit mir zurechtkommen, weil ich so hyperaktiv bin, weil ich immer meinen Kopf durchsetzen will", sagt sie. Manchmal nerve es sie schon, dass sie immer das Wort führen müsse, so vorlaut sei. Und dann erzählt sie, es sei sehr lange her, dass sie das letzte Mal richtig glücklich gewesen sei. Mit zehn Jahren vielleicht, vor der Trennung ihrer Eltern. Danach habe sie Stress mit dem neuen Freund ihrer Mutter gehabt. Deshalb habe sie auch so viele Hobbys und sei nicht so gern zu Hause.

Während Laura und Sara sich am Strand unterhalten, sprechen Tobias und Yannik auf ihrer Terrasse über ihre Väter. Es ist der Tag der großen Frage "Wer bin ich?". "Mein Vater hat kein Glück", sagt Yannik. "Er hat zwei Häuser und eine Familie, aber er hat nichts davon, er arbeitet nur." Der Vater versuche immer, Kontakt zu ihm finden, aber sie fänden einfach keinen Draht zueinander. Früher hatte Yanniks Vater lange Haare und ein Motorrad und wollte Designer werden, er hat sogar die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule bestanden, aber dann hat er sich für den sicheren Weg entschieden und Wirtschaft studiert – aus Angst, glaubt Yannik. Und er glaubt auch, dass sein Vater heute nicht wirklich glücklich sei. So wolle er nie enden, sagt Yannik.

Das klingt hart, aber vielleicht ist es nur die Kompromisslosigkeit der Jugend. Wenn schon 17-Jährige nicht mehr radikal dächten, die Welt wäre ein langweiliger Ort. Yannik will, anders als sein Vater, einen Beruf, der ihn ausfüllt, seine Musik eben. Aber ganz geheuer ist ihm das auch nicht mehr. Was, wenn es nicht klappt? Lehramt ist sein Notfallplan. Das interessiert ihn nicht besonders. "Aber dann kann ich immer noch in meiner Freizeit Musik machen." Vielleicht ist er seinem Vater schon ähnlicher, als er es glauben will. Vielleicht fängt er gerade an, Kompromisse zu machen. Jedenfalls ist die Frage "Risiko oder Sicherheit?" ein großes Thema für ihn. Er sagt, er versuche anzukämpfen gegen dieses "rationale" Denken, das einem in der Schule und von den Eltern beigebracht werde. Aber er wisse nicht, ob er stark genug sei, diesen Kampf zu gewinnen.

"Ich fühl mich manchmal ganz ausgebrannt von der Schule und den ganzen anderen Verpflichtungen." Yannik kann sich nicht erinnern, wann er sich zuletzt spontan mit einem Freund getroffen hat. "Nach dem Abitur will ich einfach nur mal ein Jahr leben." Tobias lacht und sagt: "Genau, wir nehmen das Jahr, das wir durch G8 verloren haben, dem Staat einfach wieder weg."

Die Hälfte der Schüler gehört zu dem ersten Jahrgang ihrer Schule, der das Gymnasium in nur acht Jahren absolvieren muss. Die zweite Hälfte macht das Abitur zwar im selben Jahr wie die erste, hat dann aber neun Jahre Gymnasium hinter sich. Die Schulzeit der "G8er" ist noch mehr als die der früheren Jahrgänge vom Gedanken der Effizienz geprägt: Wir lernen schneller, damit wir niemandem zur Last fallen, wir lernen schneller, damit wir schneller Geld verdienen. Die Jahre der Jugend, das hat auch Yannik verinnerlicht, sind wertvolle Jahre, eine Art Startkapital fürs Leben. Wer sie wegwirft, ist selber schuld. Jugend ist kein Freibrief mehr, einfach auch mal gar nichts zu tun, die Zeit lang werden zu lassen. Ihr Unterricht endet nicht wie der ihrer Eltern zur Mittagszeit, sie haben eher den Tag eines Angestellten, Schluss ist erst um 15 Uhr – wenn danach nicht noch der freiwillige Technikunterricht besucht wird.

Am Ende des Gesprächs haben Yannik und Tobias eine Flasche Rotwein geleert. Die beiden sind sehr nachdenklich geworden, aber es scheint, als sei in Yannik während dieser Unterhaltung ein Entschluss gereift, als könne er seine Zukunft plötzlich klarer vor sich sehen. Vier, fünf Jahre will er seinem Traum, Musiker zu werden, geben, hart daran arbeiten, alles auf diese Karte setzen. "Wenn ich das nicht versuche, werde ich mir das immer vorwerfen. Letztens hat jemand zu mir gesagt, er sei überhaupt nicht kreativ. Ich habe zurückgefragt: Warum lebst du dann?"

Um zehn Uhr macht der Wachschutz dem Gespräch ein Ende. Entweder an den Strand oder auf die Zimmer, auf der Terrasse soll jetzt Ruhe sein. Yannik, Katharina, Tobi und ein paar andere gehen an den Strand. Zwei junge Franzosen stoßen dazu, unterhalten sich begeistert mit Yannik, der ihnen von seiner Band erzählt.Der Franzose: "Vielleicht bist du der nächste Kurt Cobain."
Yannik: "Die Chance ist sehr gering."
Der Franzose: "Man weiß nie."
Das Meer schlägt gegen die Uferbefestigung, der Wind weht, Katharina ist verstummt, verliebt schmiegt sie sich an Yannik. Der Franzose schleudert seine Bierflasche aufs Meer hinaus. Yannik sagt auf Französisch: "Das ist nicht gut für die Natur."

Am nächsten Morgen finden sich alle um halb zehn am Bus ein, wie immer pünktlich, obwohl es für viele eine kurze Nacht war. Während auf dem Bildschirm vorne Terminator mit Arnold Schwarzenegger läuft, macht sich Tobi Notizen in seinem Tagebuch. Annika, mit der er auf der Hinfahrt noch so vertraut war, sitzt nicht mehr neben ihm, ihr Platz ist jetzt neben einem anderen Jungen, auch sie hat sich auf der Fahrt verliebt. Und Katharina sitzt nicht mehr neben Sara, Katharina sitzt jetzt neben Yannik. Es ist die Zeit des Lebens, in der sich alles neu sortiert.

Kurz nach acht Uhr abends erreicht der Bus Saarbrücken. Als er auf den Parkplatz einfährt, sucht Tobias das Begrüßungskomitee nach Annette ab. Seine Augen füllen sich mit Tränen. Sie ist da.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Super

    Diese Zeit ist bei mir 4 Jahre her, beim Lesen sind so unendlich viele Erinnerungen an meine Abschlussfahrt hochgekommen.Sie haben sensibel die Themen der Jugend getroffen, ohne anzuklagen, zu loben. Sehr schöner Artikel.

  2. Ich habe nur ca. 10% dieses Artikels quergelesen.Tut es wirklich Not, bits, bytes und Papier für so eine öde Bestandsaufnahme der Jungend zu vergeuden. Pupertäre Sinnkrisen und Klein-Mädchen-Probleme sind für mich so aufregend wie Schlagermusik.Mein Trost: die waren/sind genauso langweilig wie wir damals.Warum sagt denen keiner, dasss es jetzt est interessant wird, dass jetzt erst das wahre Leben beginnt? Oder stand das in den restlichen 90%?[Link gelöscht, bitte respektieren Sie, dass wir keine Werbeplattform für Blogs sein möchten. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]

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    • crizzz
    • 20.07.2008 um 19:56 Uhr

    Hmm - jemand von der Katagorie: "Das Leben fängt morgen an."
    Pech, wenn einem dann heute noch ein Ziegelstein auf den Kopf fällt.

    "Mein Trost: die waren/sind genauso langweilig wie wir damals." - sieht nicht so aus, aus ob Herr Faustjucken da heute viel weiter gekommen ist...

    Nur ca. 10% dieses Artikels quergelesen aber dumm daherreden?

    Mein Tip:
    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die * halten.

    • crizzz
    • 20.07.2008 um 19:56 Uhr

    Hmm - jemand von der Katagorie: "Das Leben fängt morgen an."
    Pech, wenn einem dann heute noch ein Ziegelstein auf den Kopf fällt.

    "Mein Trost: die waren/sind genauso langweilig wie wir damals." - sieht nicht so aus, aus ob Herr Faustjucken da heute viel weiter gekommen ist...

    Nur ca. 10% dieses Artikels quergelesen aber dumm daherreden?

    Mein Tip:
    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die * halten.

  3. Wie können es sie sich anmaßen zu definieren was das wahre Leben ist?

    • crizzz
    • 20.07.2008 um 19:56 Uhr

    Hmm - jemand von der Katagorie: "Das Leben fängt morgen an."
    Pech, wenn einem dann heute noch ein Ziegelstein auf den Kopf fällt.

    "Mein Trost: die waren/sind genauso langweilig wie wir damals." - sieht nicht so aus, aus ob Herr Faustjucken da heute viel weiter gekommen ist...

    Nur ca. 10% dieses Artikels quergelesen aber dumm daherreden?

    Mein Tip:
    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die * halten.

    Antwort auf "Oh, Gott, wie öde"
  4. Jugend ist super ZeitMan hat die Freiheit sich finden zu können,ohne durch Pflichten (fester Bindungen) gebunden zu sein.OK.Gilt auch nicht für jeden.Somit hat eine erfüllte Jugend viele Aspekte. 

    • k13
    • 21.07.2008 um 1:23 Uhr

    Nein, es ist nicht das Dicke des Königs, sondern das Brackwasser des Königs:Le terme « grau » signifie estuaire ou chenal en occitan, il vient du latingradus qui signifie passage. Il marque une communication entre les eaux de la mer et les eaux intérieures. Noch deutlicher: Der Ort heißt "Grau-du-Roi". Nicht "Gros du Roi".

  5. Netter Bericht, sicherlich.Aber etwas weniger Oberflächlichkeit hätte nicht geschadet. Natürlich ist es schwer, sich in so kurzer Zeit ein korrektes und nicht von den eigenen Erwartungen verzerrtes Bild einer solchen Vielzahl von Personen zu machen, das gebe ich zu. Aber an so mancher Stelle drücken sich eher die US-Teen-Film-Klischees durch, als die Realität.Zufälligerweise sind die Teilnehmer der Kursfahrt Mitschüler von mir, um genauer zu sein, sie sind in derselben Stufe und mit nicht wenigen habe ich gemeinsame Kurse.Daher kann ich das Ganze etwas beurteilen, auf eine wie auch immer geartete Anonymisierung wurde hier ja auch gänzlich verzichtet. Soviel zum Thema "Datenschutz ist für die Jugend im Jahr 2008 das, was für die Jugend im Jahr 1988 der Umweltschutz war.". Das diese Aussage barer Unsinn ist, wissen die Autoren des Artikels wohl selbst; eine Handvoll Aufkleber, die man geschenkt bekommt und dann verklebt, das ist garnichts. Wenn sie was zum Thema Datenschutz und Jugend wissen wollen, besuchen sie Gesichterparty, StudiVZ oder SchülerVZ.Aber trotzdem, ganz passable Leistung.

    • k13
    • 25.07.2008 um 13:20 Uhr

    Hallo Zeit, schafft diese Kommentarfunktion doch einfach ab. Macht es so wie früher - Leserbriefe die Kritik üben kommen einfach in den Papierkorb: Ihr schreibt einen Ortsnamen so dämlich falsch, daß es weht tut - Reaktion: Keine. Das ist schon peinlich. Oder auch nicht. Paßt aber zu der in den anderen Kommentaren geübten Kritik am Artikel.

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