Familienunternehmen Reine Privatsache

Dass Schaeffler Conti übernehmen will, zeigt: Die Unternehmerfamilien werden wieder mächtiger. Ist das gut so?

Im gegenwärtigen Kapitalismus gibt es einen Wettbewerb der Systeme. Er spielt sich zwischen zwei Arten von Unternehmen ab. Auf der einen Seite stehen die an der Börse notierten Aktiengesellschaften, bei denen sich Manager, Arbeitnehmer und Anleger die Macht teilen. Auf der anderen Seite Familienunternehmen, die von Eigentümern dominiert werden, welche mit ihrem Vermögen haften. Hin und wieder kommen die beiden Welten miteinander in Berührung, aber nur selten ist das so spektakulär wie jetzt im Fall von Schaeffler und Continental.

Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler, das Wälzlager herstellt, will den in Hannover beheimateten Autozulieferer Continental kaufen. Das ist ein wirklicher Coup. Conti ist nach Bosch der größte Automobilzulieferer Europas und gehört zu den 30 bedeutendsten Aktiengesellschaften des Landes. Der Konzern ist fast dreimal so groß wie die Schaeffler-Gruppe, die mit nur zwei Eigentümern eine besondere Mutter-Kind-Firma ist.

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Es ist erst wenige Monate her, dass sich Conti selbst stark vergrößert hat, indem der Konzern den Autozulieferer VDO von Siemens kaufte – allerdings auf Pump. Einen Wertzuwachs brachte der Deal bislang nicht. Im Gegenteil: Der Aktienkurs halbierte sich. Das geschah teils wegen der Finanzkrise, teils aber deshalb, weil die Anleger skeptisch sind, ob die Fusion gelingt und Conti seine Schulden abtragen kann.

An der Börse ist jeden Tag Zahltag. Die Käufer und Verkäufer der Aktien bestimmen den aktuellen Wert der Unternehmens. Gut möglich, dass beide Seiten mit ihren Preisvorstellungen falschliegen. Aber ein besseres Verfahren ist noch nicht erfunden worden. Die Börse ist auch launisch. Obwohl Continental seit Jahren auf Rendite getrimmt worden ist, ist das Unternehmen, gemessen am Aktienkurs, derzeit erbärmlich wenig wert. Schaeffler hat diese Situation geschickt ausgenutzt und sich über Optionen mit Hilfe zahlreicher Banken den Zugriff auf ein großes Aktienpaket gesichert.

Es ist ungewiss, ob Schaeffler mit dem Feldzug Erfolg haben wird. Die Conti-Arbeitnehmer müssen sich trotz markiger Worte einiger Gewerkschaftsfunktionäre nicht fürchten. Nichts garantiert eine ähnlich große Sicherheit für ein Unternehmen wie eine erprobte Familie als Eigner. Familien sind in aller Regel an der Erhaltung und am Zusammenhalt von Unternehmen interessiert. Sie opfern Arbeitsplätze anders als manche Aktiengesellschaften nicht kurzfristigen Erwägungen. Was Gewinnausschüttungen betrifft, sind ihre Ansprüche an das Unternehmen bescheiden – jedenfalls geringer als die von anonymen Kapitalgebern, die ihre Aktien täglich verkaufen können.

VW, Bertelsmann und Metro sind andere Beispiele für einen Trend zur Familiarisierung von Großunternehmen. Dabei ist die Konzentration von Vermögen in der Hand einiger Clans bedenklich. Zugleich ist deren Erfolg allerdings ein Beleg für die inhärente Schwäche eines auf schnelle und zugleich konstant fließende Gewinne angelegten Börsenkapitalismus.

 
Leser-Kommentare
  1. VW, Bertelsmann und Metro sind andere Beispiele für einen Trend zur Familiarisierung von Großunternehmen. Dabei ist die Konzentration von Vermögen in der Hand einiger Clans bedenklich.
    Entschuldigung, Herr Jungbluth, aber nur weil vermeintlich unüberschaubare Strukturen von Großkonzernen suggerierten, der Aktienbesitz ist arg weit gestreut, galt doch schon immer:
    Der Besitz des größten Teils des Kapitals in der Hand einiger weniger (Familien oder Einzelpersonen).
    Nichts Neues.
    Oder gar nur ein Zeilenfüller….???

  2. ...nach dem 2. Weltkrieg zeigt anhand zahlreicher Beispiele, dass es eben doch deutliche Unterschiede zwischen Inhaber-geführten Grossunternehmen und reinen Aktiengesellschaften mit angestellten Managern gibt, die dort gelegentlich auch ihren Spielwahn ausleben durften. Ein Beispiel: Daimler Benz von Edzard Reuter zu Schrempp zu Zetsche. Visionen vom Technologiekonzern, initiiert von Reuter, teilinitialisiert von Schrempp (MBB, Fokker)  als er noch Nummer 3 war, dann Entmachtung von Reuter mit der Begründung Rückführung ins Kerngeschäft als Weltkonzern mit dem Kauf von Chrysler, Rückführung von Zetsche durch den Verkauf von Chrysler zum deutschen Kfz-Hersteller....dazwischen als Folge der ständigen, von angestellten Managern initiierten Veränderungen...Entlassungen, Firmenverkäufe, quasi Menschenhandel auf höchstem Niveau, Verluste in Milliardenhöhe als Folge des Spieltriebs wildgewordener Parvenüs. Ähnliche Entwicklungen der jüngsten Zeit bei Banken und Finanzinstituten mit daraus folgender Erkenntnis, dass die Aufseher und "Topmanager" ihr eigenes Geschäft nicht mehr verstanden.Schlussfolgerung: Zuviel unkontrollierte Macht angestellter Manager verführt zu Handlungen, die die Unternehmen und die Volkswirtschaft erheblich belasten...(am Rande, die Deutsche Bahn AG leidet bis heute an diesem Konstruktionsfehler!!)Dagegen beweisen Inhaber-geführte Unternehmen wie Schäffler und Würth, um nur zwei zu nennen, im kleineren Massstab auch Trigema und andere, dass das langfristige Interesse der Unternehmer am Erhalt und Ausbau ihrer Firmen sowohl den Mitarbeitern als auch der Volkswirtschaft sehr zuträglich ist. Die berühmtesten "Pleiten" privater Unternehmen aus dieser Zeit , z.B. Borgward oder Grundig sind mir natürlich auch bekannt. Nur...in diesen Fällen sind teilweise bis heute die unrühmlichen Machenschaften und Verhaltensweisen der Manager-geführten Banken nicht restlos geklärt. Mein Fazit: Gutgeführte Privatunternehmen, von mittelständischen Betrieben bis zu Grossunternehmen, haben erhebliche Vorteile für die Volkswirtschaft und die Angestellten, zumal die hierzulande bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen via  Rechtsprechung , Gewerkschaften und Betriebsräte einen Führungsstil nach Gutsherrenart ohnehin nicht mehr ermöglichen.

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    Wir brauchen beide, die Inhabergeführten Unternehmen für langfristig orientierte Geschäftsfelder, die Aktiengesellschaften für Risiko orientierte Geschäftsfelder. Dies erklärt auch die unterschiedlichen Renditeerwartungen.

    Wir brauchen beide, die Inhabergeführten Unternehmen für langfristig orientierte Geschäftsfelder, die Aktiengesellschaften für Risiko orientierte Geschäftsfelder. Dies erklärt auch die unterschiedlichen Renditeerwartungen.

  3. Sicher muss man erst einmal abwarten, wie sich die Geschichte entwickelt. Aber die Aktienkurse weisen darauf hin, dass Insider vermuten, dass sich hier jemand maszlos übernimmt. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.Zum Thema superreiche Familien muss ich sagen, dass dies erstens ein deutliches Wort darüber spricht, wie es sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands verhält und zweitens, dass sich die Verhältnisse leider ungünstig verschoben haben.Zu eins. Es wird deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung nicht so negativ sein kann, dass drastische soziale Einschnitte nötig wären. Das Geld sammelt sich lediglich auf einigen wenigen Konten an, auf anderen aber nicht. Geld ist scheinbar genug vorhanden, es fragt sich nur, ob diejenigen die es haben auch bereit sind, es in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.Zu zwei. Die Verhältnisse, die sich in ungünstiger Weise verschoben haben, sind eben diese neue Armut und das Erstarken superreicher Industriellenfamilien. Obwohl das Bruttosozialprodukt ständig steigt, scheint es immer mehr Armut zu geben. Ist das logisch? Nein, es bedeutet nur, dass einige soziale Verträge, die Deutschland in der Vergangenheit wirtschaftlich gross gemacht haben, unilateral aufgekündigt worden sind. Hier stellt sich grundsätzlich die Frage, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen.Ist es nun besser, dass Superreiche ihre privaten Unternehmen lenken, anstatt angestellter Manager? Nein, ist es nicht. Manager können entlassen werden, Grossindustrielle nicht. Von daher ist es lediglich eine Frage der Kontrolle, ob Manager ihren "Spielwahn" ausleben dürfen, oder nicht. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft wären aber riesig, würde eine Geldelite überproportional an Einfluss gewinnen.Als Beispiel mag man sich einige südamerikanische Gesellschaften anschauen. Dort greifen Superreiche, die erstaunlicherweise sogar zu den reichsten Männern der Erde zählen, regelmässig zur politischen Macht. Die Kohle machts möglich. Sie entstammen einer völlig vom lokalen Standard abgehobenen Elite, die mit ihren fundamental konservativen Werten die Bevölkerung gängelt, wirtschaftlich ausbeutet und grundsätzlich auch lähmt. Wollen wir in Deutschland eine so vertikale Gesellschaft? Derjenige, der ja dazu sagt, muss sich im Klaren darüber sein, dass dies bedeutet, sich in Deutschland auch zunehmend mit extremen sozialen Problemen auseinander zu setzten, und von Errungenschaften wie dem hohen Bildungsniveau verabschieden zu müssen. Letzendlich bedeutet es deshalb auch eine nachhaltige Schwächung des Standortes Deutschland. Man würde sich ins eigene Fleisch schneiden.

  4. Wir brauchen beide, die Inhabergeführten Unternehmen für langfristig orientierte Geschäftsfelder, die Aktiengesellschaften für Risiko orientierte Geschäftsfelder. Dies erklärt auch die unterschiedlichen Renditeerwartungen.

  5. Das wichtigste bei der Beurteilung der Frage sind zuvorderst die
    gesetzlichen und auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Sind
    diese am Gemeinwohl orientiert, haben Familienunternehmen einen
    deutlichen Vorteil gegenüber AG. Beim Vergleich der Lebenbedingungen in
    einer kleinen Industriestadt Anfang des vorigen Jahrhunderts mit den
    Zuständen z.B. in Berlin, fiel mir bereits von Anfang ein deutlichst
    höherer Lebensstandard in der Kleinstadt auf, obwohl die gesetzlichen
    Rahmenbedingungen bei weiten noch nicht optimal war.
    Begründet fand ich dies vor Allem in gesellschaftlichen Zwängen. Der
    Fabrikbesitzer wohnte natürlich in einer Villa, aber in der Regel 50m
    neben der Fabrik. Sein Name war ihm meist etwas wert. Eine relativ
    selbstbewußte und starke Arbeitnehmerschaft bildete einen wichtigen
    Gegenpol. Im Zusammenspiel ein wirtschaftlicher Vorteil.
    Die Gefahren für Familienunternehmen liegen neben der Biologie
    natürlich auch in der Gefahr einer übermäßigen Machtkonzentration. Hier
    helfen nur am Gemeinwohl  ausgerichtete gesetzliche Rahmenbedingungen.
    Bis zum mittleren Unternehmen kann hier eine vernünftige Basisdemokratie
    mit echter Bürgerbeteiligung wirksam sein. Auch hier kann es natürlich passieren,
    das Betrieb XY für 1Million Steueraufkommen 3Millionen Fördergelder
    bekommt, die Gefahr, das dies wie bei den derzeitlich übligen
    Mauscheleien im Hinterzimmer ständig passiert jedoch deutlich geringer. AG sind nach meiner Meinung insgesamt kritischer zu betrachten. Das Argument der Investitionen dürfte wohl kaum eine Rolle spielen und diese werden zumeist sowieso aus der Substanz getragen (die Rolle der Banken ist dringenst zu prüfen, auch im Hinblick auf die Bereitstellung von Liqudtität für Familienunternehmen). Die jeweiligen Gewinnerwartungen stehen faktisch überall im Vordergrund. Getragen werden die Renditeerwartungen zudem häufig noch vom biologischen Ausschuß der Familienunternehmen. Kurz gesagt, Papas Fabrik verkauft und die nächste Yacht fest im Blick sind 30% aber wirklich etwas knapp.
    Die Gefahr der Clanbildung, und deren weitreichende Kontrolle über
    Politik, Wirtschaft und Medien ist unabhängig von Familinunternehmen
    oder AG immer gegeben. Die derzeitige Überbetonung der parlamentarischen Demokratie hierfür ein idealer Nährboden, die Ergebnisse gehen mittlerweile am Gemeinwohl völlig vorbei. Dabei zeigen etliche seit langem gut funktionierende Demokratien, man muß kein "Experte" sein um das richtige zu tun, gesunder Menschenverstand ist meist ausreichend. Eine selbstbewußte, gebildete Gesellschaft kann im Zusammenspiel die Entstehung von Oligarchie jeder
    Art verhindern und auch der Allgemeinheit eine gemeinschaftliche
    Nutzung, der ja schließlich auch gemeinsam erwirtschateten Werte
    garantieren. Natürlich sind viele Punkte nur im internationalen Wechselspiel zu betrachten. Hierfür sind eine grundlegende Neuausrichtung der EU und eine Neubewertung des Banken- und Finanzsektors vorzunehmen. Auch der beste Familienbetrieb kann ohne gemeinwohlorientierte Rahmenbedingungen nicht funktionieren, eine Gesellschaft sowieso nicht. 

  6. ...die mehr oder weniger patriarchalisch geführten Privatunternehmen, die wohl noch heute manchem vor dem geistigen Auge erscheinen, wenn er an privat geführte Unternehmen denkt, sind es doch heute wohl grosse und mittlere Betriebe, deren Inhaber sich des gesellschaftlichen Umfeldes, in denen sich ihre Unternehmen behaupten und entwickeln müssen, bewusst sind.Eine kürzlich veröffentlichte Statistik machte dies sehr deutlich: Die Durchschnittseinkommen von Arbeitnehmern in Betrieben, die anspruchsvolle Arbeitsplätze zu besetzen haben, liegen derzeit brutto zw. ca. 55.000,--€ p.a. und über 70.000,--€ p.a. (Beispiele Merck, Siemens, SAP u.a.).Wer solche Arbeitsplätze zu besetzen hat, benötigt ein Umfeld, das Bildung, Bildungsinfrastruktur und damit Wissen zur Verfügung stellt. Dies mit südamerikanischen Verhältnissen als möglicher Folge privatwirtschaftlicher  Unternehmensführung zu vergleichen, ist hanebüchen. Das dort teilweise noch im Marx'schen Sinne existierende "Lumpenproletariat" ist nun wirklich nicht das, was hierzulande die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmt.

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    Volker, Sie übertreiben maszlos. Natürlich ist es hanebüchen, südamerikanische Verhältnisse allein auf "privatwirtschaftliche Unternehmensführung" zurück zu führen. Aber es geht ja auch nicht um Planwirtschaft oder Marktwirtschaft, sondern darum, in welchem Rahmen sich privatwirtschaftlich geführte Unternehmen bewegen können.Wenn superreiche Familien nicht mehr bereit sind und angehalten werden, ihren Reichtum in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, und nur in diesem Fall werden sie auch wirklich superreich, müssen wir von einem Gesellschaftsmodell ausgehen, das dies zulässt. Steigende Armut und gleichzeitiges Erstarken von Industriellen-Clans, das kommt nicht einfach nur so, sondern hängt mit politischem Druck zusammen. Auch wenn wir meinetwegen noch meilenweit von südamerikanischen Verhältnissen entfernt sind, eine fortschreitende Verarmung der Mittelschicht bedeutet auch ein Absinken des Bildungsniveaus.Übrigens glaube ich, dass Korruption und Vetternwirtschaft eher ein Merkmal der Familienunternehmen sind, das liegt schon im Modell begründet. Einmischung und Kontrolle sind da schwierig. Wie gesagt, schauen Sie mal in die hyperneoliberalen Gesellschaften in Südamerika.

    Volker, Sie übertreiben maszlos. Natürlich ist es hanebüchen, südamerikanische Verhältnisse allein auf "privatwirtschaftliche Unternehmensführung" zurück zu führen. Aber es geht ja auch nicht um Planwirtschaft oder Marktwirtschaft, sondern darum, in welchem Rahmen sich privatwirtschaftlich geführte Unternehmen bewegen können.Wenn superreiche Familien nicht mehr bereit sind und angehalten werden, ihren Reichtum in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, und nur in diesem Fall werden sie auch wirklich superreich, müssen wir von einem Gesellschaftsmodell ausgehen, das dies zulässt. Steigende Armut und gleichzeitiges Erstarken von Industriellen-Clans, das kommt nicht einfach nur so, sondern hängt mit politischem Druck zusammen. Auch wenn wir meinetwegen noch meilenweit von südamerikanischen Verhältnissen entfernt sind, eine fortschreitende Verarmung der Mittelschicht bedeutet auch ein Absinken des Bildungsniveaus.Übrigens glaube ich, dass Korruption und Vetternwirtschaft eher ein Merkmal der Familienunternehmen sind, das liegt schon im Modell begründet. Einmischung und Kontrolle sind da schwierig. Wie gesagt, schauen Sie mal in die hyperneoliberalen Gesellschaften in Südamerika.

  7. Volker, Sie übertreiben maszlos. Natürlich ist es hanebüchen, südamerikanische Verhältnisse allein auf "privatwirtschaftliche Unternehmensführung" zurück zu führen. Aber es geht ja auch nicht um Planwirtschaft oder Marktwirtschaft, sondern darum, in welchem Rahmen sich privatwirtschaftlich geführte Unternehmen bewegen können.Wenn superreiche Familien nicht mehr bereit sind und angehalten werden, ihren Reichtum in den Dienst der Gesellschaft zu stellen, und nur in diesem Fall werden sie auch wirklich superreich, müssen wir von einem Gesellschaftsmodell ausgehen, das dies zulässt. Steigende Armut und gleichzeitiges Erstarken von Industriellen-Clans, das kommt nicht einfach nur so, sondern hängt mit politischem Druck zusammen. Auch wenn wir meinetwegen noch meilenweit von südamerikanischen Verhältnissen entfernt sind, eine fortschreitende Verarmung der Mittelschicht bedeutet auch ein Absinken des Bildungsniveaus.Übrigens glaube ich, dass Korruption und Vetternwirtschaft eher ein Merkmal der Familienunternehmen sind, das liegt schon im Modell begründet. Einmischung und Kontrolle sind da schwierig. Wie gesagt, schauen Sie mal in die hyperneoliberalen Gesellschaften in Südamerika.

  8. Mit welcher Berechtigung wird aus einem Einzelfall geschlossen, dass  d i e  Familienunternehmen wieder stärker werden?

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