Südafrika
Happy birthday, Nelson
Der berühmteste Freiheitsheld unserer Zeit, Nelson Mandela, feiert seinen neunzigsten Geburtstag. Und die ganze Welt feiert mit
Wäre er noch jung, würde er wahrscheinlich tanzen – lässig zu Kwaito-Rhythmen wie damals im Mai 1994, als er Präsident Südafrikas wurde! Da war er 75. Aber es geht nicht mehr, Nelson Mandela ist steif und gebrechlich geworden. Seine engsten Freunde sagen, dass ihm alles zu viel geworden sei. Der Festzirkus, die Massenhysterie, der Heiligenkult. Eigentlich wolle er nur noch im Garten sitzen, mit den Enkelkindern spielen und den Luftballons nachschauen, die in die Wolken fliegen. Er sehnt sich nach Ruhe. Aber die gönnt man ihm nicht. Jetzt muss Mandela erst einmal ein Jubiläum der Superlative absolvieren, eine Art globale Geburtstagsparty.
Die Welt will es so. Sie will ihn feiern, wie sie noch keinen Politiker gefeiert hat. In London, in Berlin, in Johannesburg, auf allen Kontinenten wird zu seinen Ehren gesungen und getanzt und debattiert. Im Internetportal www.happybirthdaymandela.com gehen minütlich Glückwünsche ein, aus der Mongolei und Trinidad, aus Island und Kiribati. In der weltweiten Gratulationsrangliste liegt Tansania vor Südafrika. Deutschland nimmt Platz drei ein, weit vor England und den USA. Offenbar ist hierzulande die Sehnsucht nach einem edlen, guten und starken Weltlenker besonders groß.
Geehrt wird der Freiheitskämpfer, der Überwinder des Rassenwahns, der große Versöhner, der Staatsmann. Seine Schwächen – Anflüge von Altersstarrsinn, Versäumnisse in der Aids-Politik – sind längst vergessen. Jetzt ist nur noch das »Wunder am Kap« in Erinnerung, Mandelas historische Leistung, sein hasszerfressenes Land gewaltfrei von der Apartheid in die Demokratie geführt zu haben. Nelson Mandela – der Name steht für eine Lichtgestalt, die wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King Millionen von unterdrückten Menschen die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und Würde zurückgegeben hat.
Aber warum liegen Madiba, wie ihn die Südafrikaner liebevoll nennen, auch die Reichen und Mächtigen zu Füßen? Vielleicht weil er eine ganz besondere Magie besitzt. Nelson Mandela ist gleichsam eine Projektionsfläche, in der die Menschheit ihre universellen Ideale erkennt. Und die schöne Utopie von der Weltfamilie.
»Ich nähere mich meinem Ende. Ich möchte bis in alle Ewigkeit mit einem Lächeln auf meinen Lippen schlafen«, sagt Mandela.
Was kann man dem Mann wünschen? Dass sein Land diesen Triumph des Sieges über die Apartheid nicht verspielen möge. Dass sich der ANC, seine Partei, nicht zerfleischen möge. Dass er am 11. Juni 2010 im Stadion von Johannesburg dabei sein wird, wenn Südafrika das Eröffnungsspiel der Fußball-WM bestreitet.
Happy birthday, Nelson
- Datum 8.9.2009 - 13:56 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 17.07.2008 Nr. 30
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Meine Begeisterung über Mandela hält sich in eher engen Grenzen: Zwar ist er das Symbol für die Überwindung des von Weißen Rassisten über Jahrzehnte gelebten System der Herrenrasse, wie Hitler das nicht hätte besser hätte vorstellen können. wenn er statt auf Massenmord auf Ausbeutung gesetzt hätte. (Bei Südafrika bis 1994 von Arpeitheid zu sprechen, ist eine Verhöhnung der Opfer dieses mörderischen Systems). Mandela hat hat es allerdings nicht geschafft, der schwarzen Mehrheit im Land eine angemessene Teilhabe am Wohlstand dieses Landes zu organisieren. Bei den Verhandlungen hat er sich im Wesentlichen von den weißen Rassisten über den Tisch ziehen lassen, in dem ua.- Symbol: Süd Afrika trägt bis heute noch immer den Namen der Kolonnialherren als einziges Land im südlichen Afrika.- Unfähigkeit, die Landreform sofort nach der Unabhängigkeit in Gang zu setzen. Ein Problem, daß spätestens nach der WM 2010 erhebliche Probleme (siehe nur Simbawne) hervorbringen wird.- den weißen Herrenmenschen so gut wie nichts abverlangt, was der Integration förderlich ist. So ist Süd Afrika eben heute völlig zerissenes Land, wo sich alles nach der Hautfarbe beurteilt Die Weißen leben so in von 3 Meter hohen Mauern gesicherten Villen und maulen rum, die Schwarzen in Slums ohne wirkliche Perspektive einer nachhaltigen Änderung. Ich empfehle jedem einmal ein Besuch in den schwarzen Wohngebieten, da kann man sich dann von den "Erfolgen" dieses Regenbogenstaates "überzeugen". Und wenn man mit schwarzen Jugendlichen spricht, dann kommt immer wieder der Satz "Mandela sold us the the Whites".Um nicht mißverstanden zu werden: Mandela hat ähnlich wie Kohl bei der Deutschen Einheit das Ende eines Unrechtssystems organisiert. Die Gestaltung des neuen Süd Afrikas hat er aber genauso wie Kohl vollkommen versaubeutelt, wobei einzuräumen ist, daß an dieser Aufgabe in Süd Afrika wohl jeder gescheitert wäre, der zuviel auf das hört, was wohlmeinende weiße Südafrikaner und Europäer so raten.Mir fällt auch auf, daß auch der Korrespondent der Zeit, der natürlich kein Rassist ist??!, das Thema Rassismus der Weißen in seinen Elogen auf Mandela nicht anspricht.Es wird Zeit, dass die Weißen Süd Afrika endlich verlassen. Auch nach 400 Jahren wollen sie mit den Schwarzen nicht zusammeleben, sondern lediglich diese weiter ausbeuten. Mandela gehört leider zu den Politikern, die diese Strategie ungewollt befördern. Man stelle sich mal vor, nach dem Hitlerregime wäre im Nachkriegsdeutschland mit Nazitätern so nachsichtig verfahren worden wie in in Süd Afrika in Form der Wahrheitskommission, Leute wie Goehring, Kaltenbrunner ua. hätten alles zugegeben und bums zurück in Villen, um Memoiren zu schreiben.Aber was rege ich mich auf, das wissen ja alle, deshalb stürzt sich alles auf diesen Heiligen Mandela (entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk)
Mandelas historische Verdienste sind unbestritten. Aber seine Biographie hat auch ihre dunklen Seiten: In ihrer Zeit des bewaffneten Kampfes haben Mandela und seine Waffenbrüder Bomben gelegt, die eine ganze Reihe von Zivilisten zerfetzt haben. Darunter, so hört man gerüchteweise, auch ein Bus voller Schulkinder, der angeblich aus Versehen draufging. Kurzum, auch das, was überall sonst als Terrorismus bezeichnet wird, gehört zu Mandela. Das gilt es zu bedenken, bevor man ihn zum "edlen, guten und
starken Weltlenker" verklärt.Friedrich Poeschel,
University of Oxford,
www.friedrich.poeschel.info
Bombenleger und Terroristen können nicht nach belieben nun zum Heldentum übergehen.Was ist Eigentlich mit Madelas Ehefrau?Gab es nicht mal Nachrichten von Folterungen an Menschen die mit Ihrer Politik nicht einverstanden waren?Was hat Mandelas Politik bewirkt?Ausländer in Südafrika werden gejagt und getötet (es handelt sich dabei ausschließlich um Ausländer die auch Farbig sind).Immer noch ist Südafrika ein Polizeistaat wo Folterungen an der Tagesornung sind.Sterblichkeitsrate der Säuglinge hat sich verdoppelt.Wo bleibt die versprochene Sozialpolitik von Mandela ?
von ihrer Terroristenliste entfernten, sonst hätten die Glückwünsche ein Geschmäckle gehabt ;)_______________________________________________________
Die Interessen der ZEIT:
http://de.wikipedia.org/w...
Was derzeit wirklich passiert:
http://www.pelastop.de/20...
so weit ich weiß, hat Mandela in Südafrika einiges bewirkt, vor allem bei dem unblutigen Übergang von der Aparthheit zu einer gewissen Normalität. Nur, was ist davon übrig geblieben? Sein Nachfolger Mbheki scheint blind zu sein, vor allem wenn man das Verhältnis zu Simbabwe, früher Rhodesien, unter diesem unseligen Mugabe sieht. Wie soll's weitergehen? Solange die Afrikaner nicht in der Lage sind, für vernünftige Demokratie zu sorgen, sehe ich im wahrsten Sinne des Wortes schwarz für diesen Kontinent. Südafrika ist auf dem besten Weg dorthin. Wie soll die WM 2010 dort eigentlich funktionieren?
Bombenleger und Terroristen können nicht nach belieben nun zum Heldentum übergehen.Was ist Eigentlich mit Madelas Ehefrau?Gab es nicht mal Nachrichten von Folterungen an Menschen die mit Ihrer Politik nicht einverstanden waren?Was hat Mandelas Politik bewirkt?Ausländer in Südafrika werden gejagt und getötet (es handelt sich dabei ausschließlich um Ausländer die auch Farbig sind).Immer noch ist Südafrika ein Polizeistaat wo Folterungen an der Tagesornung sind.Sterblichkeitsrate der Säuglinge hat sich verdoppelt.Wo bleibt die versprochene Sozialpolitik von Mandela ?
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