"Von den Kunstspielen führe ich nur die in Deutschland üblichsten an und zähle unter sie: das Billard: der gute Billardspieler hat gewiß jedesmal… ein hitziges Temperament, aber einen guten Charakter. Der Schachspieler hingegen wird stets mehr kaltes Temperament, gute Sitten und festen Charakter besitzen." So der 16-jährige Robert Schumann in einem Schulaufsatz zum Thema Wie kann man aus den Spielen, die jemand liebt, auf seinen Charakter schließen?. Und in seinem Tagebuch am 14. August 1828: "Schach mit Pabst und Brükner. Das Schach ist ein guter Probierstein der geistigen Kraft. Pabst springt zu sehr, Brükner schlendert zu sehr."

Robert Schumann (1810 bis 1856), von früh auf dem Schach sehr zugetan, glaubte also vom Schachspiel auf den Charakter schließen zu können. Bei seinem gelegentlichen Schachpartner Felix Mendelssohn Bartholdy hatte er gewisse Zweifel: "Seine peinlichen Correcturen – und die malitiöse Bemerkung ›Das gienge wie im Schach- spiel‹ und sein strenges Benehmen dabei." Anders war es bei seinem Schützling Johannes Brahms, der dennoch später bemerkte: "Von Schumann habe ich nichts als Schachspielen gelernt."

Immerhin. Bei einer Ausstellung im Robert- Schumann-Haus in seiner Geburtsstadt Zwickau war auch sein Originalschachbrett mit obiger Stellung aus seinem Tagebuch zu sehen.

Wie setzt Weiß in zwei Zügen matt? Als Hilfe vielleicht Schumanns Vergleich: "Es ist mit der Musik wie mit dem Schachspiel. Die Königin (Melodie) hat die höchste Gewalt, aber den Ausschlag gibt immer der König (Harmonie)."