Telefonmarkt Mehr Wettbewerb!
Die Aufsichtbehörde zieht sich schrittweise aus dem Telekommunikationsmarkt zurück
Die Bundesnetzagentur will die Regulierung des Telekommunikationsmarktes weiter verringern. Hintergrund sind der zunehmende Wettbewerb zwischen den Telefongesellschaften und die Tatsache, dass die Deutsche Telekom ihre marktbeherrschende Stellung teilweise verloren hat. Am Dienstag teilte Behördenpräsident Matthias Kurth mit, dass sogenannte Transitleistungen im Festnetz künftig nicht mehr überwacht werden sollen. Dabei geht es um die Frage, zu welchen Bedingungen Telefongesellschaften die Gespräche ihrer Kunden über Netze der Konkurrenz leiten können. Lange konnte allein die Deutsche Telekom als Netzmonopolist diesen Dienst anbieten. Inzwischen sieht die Netzagentur jedoch auch in diesem Teilmarkt »eine Tendenz zu wirksamem Wettbewerb« mit etlichen Alternativen. Call-by-Call-Verbindungen will die Behörde allerdings weiterhin regulieren. Anbieter seien dort nach wie vor auf die technische Hilfe der Telekom angewiesen.
Bis Mitte August können sich Unternehmen der Telekommunikationsbranche nun äußern. Der Verband VATM, in dem die Wettbewerber der Deutschen Telekom organisiert sind, lobte das Vorhaben bereits. Es sei »der Wettbewerbssituation angemessen und nachvollziehbar«, sagte Verbandspräsident Gerd Eickers. Eine vorausgegangene Entscheidung zur Deregulierung hatte der VATM hingegen kritisiert. Anfang Juli hatte die Netzagentur angekündigt, sich aus der Regulierung von »Verbindungen aus dem Festnetz in inländische Fest- und eventuell auch Mobilfunknetze zurückzuziehen«. ROH
- Datum 16.07.2008 - 15:17 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 17.07.2008 Nr. 30
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