Migration Abwehr und Arroganz EinwandererSeite 2/2
Dass diese Haltung teuer ist, hat das Bundeswirtschaftsministerium in einer Studie von 2007 festgeschrieben. Danach kostet der Fachkräftemangel in wichtigen Branchen wie etwa dem Maschinen- und Fahrzeugbau die deutsche Volkswirtschaft bereits heute 20 Milliarden Euro pro Jahr. Dass »Fachkräfte« dabei nicht unbedingt nur Akademiker sein müssen, zeigt die Nachfrage nach ausländischem Pflegepersonal ebenso wie der ungedeckte Lehrlingsbedarf in manchen ostdeutschen Betrieben, die inzwischen in Polen und Tschechien nach Auszubildenden suchen. Zugleich weisen zahllose Forschungen nach, dass jene Staaten, die eine grundsätzlich offene und dabei am eigenen Bedarf orientierte Einwanderungspolitik betreiben, auch langfristig höhere Wachstumsraten erzielen.
Solche Länder – unter ihnen die USA, Kanada oder Australien – arbeiten schon lange mit einem für jeden potenziellen Immigranten leicht verständlichen Punktesystem, das die Einwanderung nach Kriterien wie Bildung, Berufserfahrung, Alter oder Sprachkenntnis steuert. Sie verzichten weitgehend auf das undurchsichtige Gestrüpp von Sonderregelungen, die das deutsche Zuwanderungsrecht auszeichnen. Und sie sind offen nicht nur für qualifizierte Akademiker, sondern für jeden Migranten, der auf ihrem Arbeitsmarkt benötigt wird.
Weil die deutsche Migrationspraxis in der Vergangenheit auf diese rationale Vorgehensweise verzichtete, sind besonders viele unqualifizierte Einwanderer und ihre Familien nach Deutschland gekommen – und wurden zum sozialen Problem. Hiesige Migrationsexperten fordern deshalb seit Langem ein Punktesystem auch für die Bundesrepublik – wie auch die FDP und einzelne Politiker in CDU und SPD. Dass es im aktuellen Entwurf der Großen Koalition erneut keine Rolle spielt, hat einen einfachen Grund: Mit ihm würde sich die Nation ein für alle Mal als Land zu erkennen geben, das Einwanderung nicht nur notgedrungen hinzunehmen bereit ist, sondern wünscht . Das Immigration als Stärkung empfindet – und Migranten als Menschen sieht, die natürlich auch Deutsche werden. Ohne Wenn und Aber.
Kann man sich das vorstellen? Kann man sich vorstellen, dass die Bundeskanzlerin öffentlich sagt, wir wollen, wir brauchen Ausländer, wir heißen sie willkommen? Man kann es leider nicht. Nicht nur, weil Angela Merkel mitunter ohnehin die Klarheit der Aussage vermissen lässt. Auch deshalb, weil sie ein Land repräsentiert, das sich im Großen und Ganzen in seiner Provinzialität recht wohlfühlt. Die Deutschen sind nach wie vor Reiseweltmeister. Aber nur draußen, jenseits der eigenen Grenzen, haben sie das Ausland und seine Menschen auch wirklich gern.
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- Datum 03.08.2009 - 11:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.07.2008 Nr. 31
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Sehr positiv finde ich hier das Plädoyer für ein einheitliches Punktesystem.Es wäre a) sehr transparent sowohl für Deutsche als auch Ausländer (allerdings sollte es auch das gleiche Niveau wie das amerikansiche haben)b) Es würde uns qualifiziertere Einwanderer bescherenc) Ich wage sogar zu behaupten, dass es den Rassismus reduzieren würde.Wie ich zu der letzten Folgerung, die sich ganz und gar vom Artikel unterscheidet, komme?Ganz einfach, das momentane Ausländerrecht versteht, wenn wir einmal sehr ehrlich sind, so gut wie niemand. Dies ebnet Demagogen à la NPD und teilweise auch den Linken den Weg. ("Fremdarbeiter" "asoziales Pack"....sie kennen ja die einschlägigen Slogans).Aber ein simples Punktesystem ist für jeden transparent, man erkennt, dass der indische Ingenieur einem keinesfalls den Job am Fließband wegnehmen will und im besten Fall erkennt man sogar an, dass dieser Mann die Hälfte seines Lohnes in das soziale staatliche Netz investiert.Das Anfangsbeispiel fand ich nicht sehr geglückt, es zeigt nur einen sehr geringen Momentausschnitt aus der deutschen Wirklichkeit und leider wird die Ausgewogenheit an keiner Stelle wiederhergestellt.Ich persönlich könnte als Studentin ohne lange zu überlegen viele Gegenbeispiele finden.Die chinesische Austauschstudentin, die die bayerische Gastfreundschaft und die deutsche Meinungsfreiheit schätzt, ein türkisch-deutscher Freund, der nach jedem Verwandschaftsbesuch in Anatolien die Liberalität der Deutschen preist etc.Auch das sind nur Momentaufnahmen zugegebenermaßen und ich weis, dass es durchaus rassistische Tendenzen in D gibt. Aber es ist auch wichtig sich nicht nur darauf zu versteifen.Wenn sich beispielsweise 57% der Deutschen nach einer starken Führungsperson sehen, muss das noch kein Wunsch nach einer Diktatur sein, sonder kann auch die Sehnsucht nach einer Lichtfigur à la Obama sein.
Und wer gegen diese gebetsmühlenartig wiederholte Unternehmerpropaganda Stellung bezieht ist natürlich fremdenfeindlich und provinziell. Dabei konnte man eben noch lesen, dass die Konjunktur sich wieder am Rande des Abschwungs befindet, und dass die Neueinstellungen drastisch rückläufig sind. Und das bei einer unverändert hohen Arbeitslosigkeit bei Ingenieuren von 25.000, bei einer realen Gesamtarbeitslosigkeit von ca. 4.000000 (ohne die üblichen Statistiktricks). Der Grund für das Unternehmermärchen vom Fachkräftemangel ist simpel: Mit einem Überangebot von Arbeitskräften kann man Löhne drücken und Gewerkschaften klein halten. Zum Schluss noch das Allerletzte! Die Zahl der Altbewerber die noch keine Lehrstelle hatten lag am 30.09.07 bei 385.000. Wer da von einem Lehrlingsmangel redet diskreditiert sich selbst!
Leider hat die Zuwanderung nicht nur seine positiven Seiten.
Und wer glaubt, dass eine gute Ausbildung alleine ein Garant für eine für eine problemlose
Integration ist, übersieht die Komplexität der Thematik. Ein Facharbeiter aus Tschechien wir sich in der
Regel leichter in die deutsche Gesellschaft integrieren, als ein Ingenieur aus Marokko.
Gerade der kulturelle und religiöse Aspekt
wird nämlich hierbei noch immer gerne unterschätz. Vor wir uns also über mögliche Spätfolgen der Zuwanderung noch
nicht im Klaren sind, sollte die Bildung der hiesigen Bevölkerung erst mal oberste
Priorität haben.
...und zwar vor von der Bevölkerungsmehrheit ungewollten Immigration.Stichwort : Demokratie.Wann kommt endlich eine Volksbefragung, die diesem unsäglichen Dauerplädoyer der Multikultis ein für alle Mal ein Ende bereitet ?
Als seit mehr als zwanzig Jahren in Deutschland lebende Ausländerin kann ich die Behauptungen des Autors über die angebliche Fremdenfeindlichkeit und gar "Provinzialität" der Deutsche in keiner Weise bestätigen. Mein Eindruck ist ganz gegenteilig. Die Deutschen sind mehrheitlich fremdenfreundlich bis zur Selbstverleugnung - mehr Selbstbewusstsein (und Selbstbehauptung!) täte not. Angesichts der vielfachen Bemühungen um internationale kulturelle Aktivitäten kann von Provinzialität keine Rede sein: jeder, der wie ich in so wunderbaren Ländern wie Frankreich und Italien viel gereist ist, wird bestätigen, dass dort (allenfalls mit Ausnahme der mega-city Paris) Mentalitäten, die sich als "provinziell" bezeichnen lassen, viel häufiger anzutreffen sind als bei den stets bemühten Deutschen. Dasselbe gilt für die USA, wo ich an einer kleinen, aber renommierten Universität unterrichtet habe: Die Amerikaner interessieren sich überwiegend für ihre nationalen, ja regionalen Angelegenheiten. Die Rückkehr nach Deutschland hat für mich auch die Rückkehr in ein aufgeschlosseneres Klima bedeutet. Das einzige, was in diesem Klima gelegentlich nervt und als provinziell empfunden werden kann, ist der unter den gebildeteren Schichten verbreitete Hang zur totalisierenden Selbstkritik, wie ihn dieser Artikel dokumentiert. Er ist ein historischer Überhang und könnte endlich mal abgebaut werden - das erleichtert Aus- und Inländern dann sicherlich das Leben. - Recht gebe ich dem Autor hingegen darin, dass die Einwanderungsregeln an der Praxis Kanadas, der USA oder Australiens orientiert werden sollten. Auch Deutschland sollte nämlich die Einwanderung ganz pragmatisch an seinem Bedarf orientierten und nicht, wie derzeit, an moralischen Kriterien, die in diesem Bereich, in dem es um Selbsterhaltung des Landes geht, fehlplaciert sind. Moralische Fragen werden vom Asylrecht berührt, wo es aber um reguläre Einwanderung geht, geht es um legitime (!) Interessen der jeweiligen Nation. Leider wird das in Deutschland allzu häufig aus ideologischen Gründen durcheinandergeworfen. Die aus der gänzlich verfehlten Einwanderungspolitik resultierenden Spannungen moralisierend der Bevölkerung zur Last zu legen, statt der Politik, die sie erzeugt hat, ist leider eine beliebte Praxis der Medien. Sie trägt zum Abbau dieser Spannungen nicht das geringste bei.
ponschek
Die Regierungen, die alle aus moralischen Gründen eine 'Auffrischung' der Deutschen mit Zuwanderern gewünscht bzw. gutgeheißen haben, waren sich zu wenig im Klaren darüber, dass es immer auch eine Grenze des Möglichen gibt. Diese Grenze ist aufgrund der teils schlechten Erfahrungen der einfachen Leute mit Zuwanderern überschritten worden. Nur noch mit dem Dauerargument von der Nazi-Schuld Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl lässt sich die Strategie der herrschenden Politiker übertünchen. Die Zuwanderung der letzten 50 Jahre hat Deutschland viele Impulse gebracht, die die allermeisten wohl kaum missen wollten. Die nunmehr täglichen Übergriffe auf Deutsche seitens gewisser Nationalitäten Bitte vermeiden Sie rechtsradikale Pauschalisierungen hat allerdings zu einer wachsenden Skepsis der angestammten Bevölkerung geführt. Die Politiker hatten viel Zeit, die Zuwanderung in akzeptable Bahnen zu lenken, aber sie haben die Gelegenheit dafür verspielt. Bitte passen Sie Ihr Denken der political correctness an, sonst wird dieser Kommentar gelöscht.
das Wohlfahrt zu Hause beginnt? Gute Ausbildung fuer die in Deutschland lebenden Menschen anstatt immer neue Schemen zu entwickeln um Auslaender ins Land zu bringen.Die existierenden Arbeitslosen,die nicht alle unqualifiziert oder zu alt sind in Jobs zu bringen die ihnen ein gutes Einkommen geben ,das sollte die Prioritaet der Regierung sein.Denn was die unqualifizierte,ungesteuerte Migration uns gebracht hat koennen wir ja taeglich beobachten.
Life is complicated, think small.
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