Rauchverbot Freiheit auf der Kippe

Nichtraucherschutz oder Tugendterror? Eine Reise durch das rauchfreie Deutschland

Über den Irakkrieg lässt sich streiten, über Kernkraftwerke und Mindestlohn. Über Zigaretten nicht. Rauchen oder nicht rauchen – das ist eine Glaubensfrage. Sie spaltet Familien, treibt Paare auseinander. Es ist ein Kampf, in dem jeder eine feste Überzeugung hat. Und es herrscht ein seltsamer Bekenntnisdrang. Wen man auch fragt, jeder outet sich. Jedes Gespräch über den Prozess vor dem Bundesverfassungsgericht, das in der nächsten Woche über die Rauchverbote in Gaststätten entscheiden wird, kommt nach ein paar Sätzen auf den Kern: »Ich rauche.« Oder eben: »Ich rauche nicht.« Und Sie, rauchen Sie? Manche fragen das den Reporter, der sich aufgemacht hat ins deutsche Raucherland, ehe sie irgendetwas sonst sagen, lauernd, als ende da jede Objektivität. (Der Reporter raucht nicht.)

Warum der Kampf ums Rauchen solche Emotionen entzündet, ist schwer zu sagen. Vielleicht weil das Rauchen buchstäblich eine innere Angelegenheit ist, weil es sich mit der Luft zum Atmen verbindet. Vielleicht weil das Rauchen in ungezählten Filmen und Songs jahrzehntelang als Ausdruck eines überlegenen Lebensgefühls stilisiert wurde. Oder weil die Raucher eine halbe Ewigkeit von einer brutalen Rücksichtslosigkeit waren, die sich jetzt gegen sie wendet. Gewiss ist aber, dass es beim Kampf um das Rauchen nicht nur um Gefühle geht. Es geht um Geld, um Gesundheit. Und, ja: um Freiheit.

Sylvia Thimm raucht. Wie viel, mag sie nicht sagen. Da endet die Bekenntnisfreude. Ihrer Stimme nach zu urteilen, sind es einige Schachteln am Tag. Und noch ein paar jede Nacht, wenn sie hinter dem Tresen ihrer Kneipe Doors im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg steht. Das Doors ist ein Unikum in dem rundumsanierten Latte-macchiato-Quartier, ein winziger, düsterer Raum, eine Theke, ein paar Holztische, vergilbte John-Lennon-Plakate an den Wänden. Aus den Boxen röhrt Rod Stewart. Das Doors ist, wie es im Fachjargon heißt, eine »getränkeorientierte Einraumgastwirtschaft«. Zu Deutsch: eine Eckkneipe. Wer dort hingeht, will Bier trinken und Wodka, Whiskey oder Bacardi Cola. Und er will rauchen. Drei Viertel ihrer Stammgäste seien Raucher, sagt Frau Thimm. Rauchen und trinken, das gehört hier zusammen wie Hopfen und Malz. Wie Lucky und Strike.

Wer keine schwitzenden Männer sehen will, geht nicht in die Wrestling-Show

Aber jetzt ist das Rauchen verboten. Und deshalb trinken die Gäste weniger. Oder bleiben gleich ganz fort. Manche zechen zu Hause. Andere gehen in eine der größeren Gastwirtschaften, die separate Raucherstuben einrichten können, wo der Qualm keinen Nichtraucher stört. Sylvia Thimm aber hat dafür keinen Platz. Es gibt kein Hinterzimmer im Doors. Nur ständig sinkende Umsätze.

Im Frühjahr hat sich Frau Thimm deshalb einen Anwalt genommen, und der hat gemeinsam mit dem Staatsrechtler Heinrich Amadeus Wolff von der Universität Frankfurt (Oder) Verfassungsbeschwerde gegen das Rauchverbot erhoben. Seither hat das Doors eine gewisse Berühmtheit erlangt. Immer mal wieder kommen Fernsehteams vorbei. Und in Karlsruhe flehte Sylvia Thimm Anfang Juni die Bundesverfassungsrichter mit Tränen und viel Berlin in der Stimme an: »Bitte, hohes Gericht, treffen Sie die richtige Entscheidung. Es geht um meine Existenz!«

Es war der Moment, in dem all die vertrackten Probleme, über die sich Ärzte, Anwälte und Politiker einen Vormittag lang gestritten hatten, auf ein paar simple Fragen zusammenschnurrten: Sind die Rauchverbote, die seit dem 1. Juli in allen deutschen Gaststätten gelten, gerecht? Ist der Schutz der Nichtraucher es wert, dass Wirte wie Sylvia Thimm pleitegehen? Oder hat es der Staat beim Kampf gegen das Rauchen übertrieben, wird die Gesundheitspolitik allmählich zum Tugendterror?

Auch Ingrid Hartges ist Bekennerin. »Ich rauche, seit ich achtzehn bin«, sagt die Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Sie sitzt in einem Eckbüro, das mindestens so groß ist wie das Doors und dreimal so hell. Die Stirnwand füllt ein Glasregal, in dem Bierhumpen aufgereiht sind und altes Silbergeschirr. Ihr Verband vertritt die Interessen der fast 250000 Hotels, Kneipen und Restaurants in Deutschland, die im Jahr rund 55 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Und derzeit nur ein Thema kennen: das Rauchverbot.

»Ich war geschockt von den Ergebnissen unserer Umfragen«, sagt die Juristin. Jeder zweite Gastronomiebetrieb meldet wegen der Nichtraucherschutzgesetze schlechtere Geschäfte, zwei Drittel der betroffenen Betriebe klagen über Umsatzverluste von mehr als zehn Prozent. Auch die Bierbrauer berichten von Absatzeinbrüchen, besonders beim Fassbier.

Der Schutz der Nichtraucher vor den Gefahren des Passivrauchens sei ja ein wichtiges Ziel, sagt Ingrid Hartges. Aber mit anderen Lösungen hätte man auch den Interessen der Gastronomen besser Rechnung tragen können. Zum Beispiel mit einem Zeitschnitt: Nach 22 Uhr darf der Wirt das Rauchen erlauben, dann würden Kinder und junge Leute ausreichend geschützt. »Oder die spanische Lösung«: Dort kann das Rauchen in kleineren, extra gekennzeichneten Lokalen vom Wirt gestattet werden. Ingrid Hartges sprudelt die Alternativen nur so hervor.

Unter dem Druck ihrer Mitglieder hat sich die Dehoga an die Spitze des Feldzugs gegen das Rauchverbot gesetzt. Der Verband hat Geld gesammelt, sorgsam ausgewählte Wirte bei ihren Verfassungsklagen unterstützt. Und im Sommer 2007 selbst ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, bei dem Berliner Staatsrechtler und früheren Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz (CDU). Dessen Einwände gegen das Gesetz liegen dem Prozess in Karlsruhe zugrunde: Weil kleine Kneipen keine abgetrennten Raucherzimmer einrichten könnten, gehe ihr Umsatz dramatisch zurück, sie würden faktisch ruiniert. Das sei ein Eingriff in die Berufsfreiheit der Wirte, der sie über die Maßen hart treffe. Es genüge vollkommen, Einraumkneipen als »Raucherkneipen« zu kennzeichnen, dann habe jeder Nichtraucher die Wahl, ob er hineingehe oder nicht. Und wer sich für das Passivrauchen entscheide, der müsse nicht vor sich selbst geschützt werden.

»Wer keine schwitzenden Männer sehen will, der geht nicht in die Wrestling-Show.« Heinrich Amadeus Wolff, der Sylvia Thimms Klage vor dem Bundesverfassungsgericht vertritt, besitzt einiges Talent zur Zuspitzung. In Karlsruhe erklärte er die Berliner Eckkneipe kurzerhand zum »Symbol Berlins«, »wichtiger als der Flughafen Tempelhof«. Dabei ist der Vater von fünf Kindern selbst Nichtraucher. Aber ihn habe, sagt er, »die Gängelung der Raucher geärgert«.

Es gebe viele Fälle erlaubter Selbstgefährdung, gegen die der Staat nicht einschreite: »Die Leute dürfen essen, was sie wollen, selbst wenn es ungesund ist. Alkohol ist nicht verboten, auch Extremsport nicht. Auf den Autobahnen gibt es kein Tempolimit. Alles gefährlich, alles erlaubt.« Warum also müsse der Staat den Nichtraucher partout vor den Folgen des Passivrauchens schützen, wenn der Nichtraucher freiwillig in eine Raucherkneipe gehe? »Ich habe den Eindruck«, sagt Wolff, »dass es seit 1945 eine Tendenz zur Einschränkung von Freiheitsrechten in Deutschland gibt. Denken Sie an die Asylgesetze, die Kontaktsperre, den Großen Lauschangriff, den europäischen Haftbefehl.« Nun eben das Rauchverbot.

Wie eine glühende Tugendwächterin sieht Monika Stolz nicht aus, die CDU-Gesundheitsministerin von Baden-Württemberg. Eine schmale Frau Mitte fünfzig, weißes Kostüm, lilafarbene Sonnenbrille. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus den anderen Bundesländern hat Stolz im Februar 2007 die Grundzüge der Gesetze zum Nichtraucherschutz verabredet. Der Bund, wurde damals beschlossen, werde sich um den Schutz der Angestellten in den Raucherkneipen kümmern, die Länder um den Schutz der Nichtraucher. Auf Vorschläge aus Berlin wartet die Ministerin bis heute, während sie ihr Landesgesetz schon in Karlsruhe verteidigen musste, gemeinsam, ausgerechnet, mit der Berliner Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher von der Linkspartei. Ideologisch ein unwahrscheinliches Paar, aber Zwillingsschwestern im Kampf gegen Krebs und Herzinfarkt.

Mindestens siebzig krebserregende Substanzen sind im Tabakrauch, rund 30000 Menschen sterben nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums jedes Jahr in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Im Straßenverkehr werden knapp 5000 Tote gezählt. Gefährdet aber ist nicht nur, wer selbst inhaliert. Auch der Qualm, den Raucher ausatmen, ist extrem giftig. Das Passivrauchen tötet jährlich über 3000 Menschen, hat der Mediziner Ulrich Keil aus Münster in einer Studie errechnet. Längst nicht alle dieser Passivraucher wurden in Gaststätten zugequalmt, aber die massive Giftkonzentration in Raucherkneipen erhöht dramatisch das Krebs- und Herzinfarktrisiko. Deshalb sind die Gaststätten zum Schauplatz des großen Showdowns zwischen Rauchern und Nichtrauchern geworden.

Wie der ausgehen sollte, ist für Monika Stolz klar. »Der Gesundheitsschutz muss Vorrang haben vor den ökonomischen Interessen der Gastwirte.« Deren Klagen relativiert sie ohnehin: »Es gibt keine validen Zahlen über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Nichtraucherschutzgesetze«, fast alle Statistiken stammten von den Interessenverbänden der Gastwirte oder von den Brauereien.

Der Gesundheitsboom hat die Raucher in die Defensive gebracht

Und wie steht es um die Verteidigung der Freiheit? Warum kann nicht jeder selbst entscheiden, ob er in eine verrauchte Kneipe gehen will? »Freiheit setzt Wahlfreiheit voraus«, entgegnet Stolz. »In vielen Dörfern aber gibt es nur eine Wirtschaft. Wenn da geraucht wird, dann bleibt dem Nichtraucher nur die Freiheit, nach Hause zu gehen.« Und warum darf in Festzelten geraucht werden, wie es in den meisten Nichtrauchergesetzen vorgesehen ist, in Kneipen aber nicht? »Das«, sagt Monika Stolz und lächelt ein wenig gequält, »ist eben der Unterschied zwischen Logik und Politik.« Die Ausnahme für die Festzelte sei notwendig gewesen, um die Zustimmung eines Landes für eine länderübergreifende Regelung zu gewinnen. Gemeint ist Bayern, dessen konfuse Rauchverbotspolitik die CSU mittlerweile um ihre Mehrheit bangen lässt.

Einen solchen Aufstand hat es in Baden-Württemberg nicht gegeben. Im Gegenteil, Monika Stolz erzählt von zahllosen Briefen, in denen Bürger sie ermutigen, weiter für den Schutz der Nichtraucher zu kämpfen. Viele Leute, sagt sie, »sind es einfach leid, sich den Rauch ins Gesicht pusten zu lassen«. Tatsächlich sind nach neueren Umfragen zwei Drittel der Deutschen für das Rauchverbot. Das ist, schaut man ein paar Jahre zurück, ein gewaltiger Umbruch. Dank Gesundheitswelle und Fitnesswahn hat sich der gesellschaftliche Wind gedreht. Jetzt bläst den Rauchern ihr Qualm ins Gesicht.

Für Ernst-Günther Krause ist das die Erfüllung eines Lebenstraums. Krause ist ein drahtiger Mann mit grauem Bart. Vor der Tür seiner Wohnung in einem achtgeschossigen Neubau in Unterschleißheim liegt eine Fußmatte, auf der zwei breite rote Balken eine glimmende Zigarette durchkreuzen. Die Geschäftsstelle der Nichtraucher-Initiative Deutschland ist in einem der Zimmer der Wohnung untergebracht. Ein Tisch mit Computern und Druckern, in zwei Kiefernschränken stapelt sich das Werbematerial der Bürgerbewegung. Aufkleber mit der Botschaft »Rauchen macht impotent« zum Beispiel und einer sichtlich erschlafften Zigarette.

Seit über dreißig Jahren kämpft der Berufsschullehrer dagegen, von Rauchern eingenebelt zu werden. Die entscheidenden Daten des Kampfes hat er alle im Kopf: Anfang der siebziger Jahre konnte er im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik ein erstes Rauchverbot durchsetzen. Am 11. September 1976 organisierte er den 1. Münchner Nichtraucherball, am 2. November 1977 gründete er die Nichtraucher-Initiative München e. V., im Oktober 1988 folgte die Nichtraucher-Initiative Deutschland. Nebenbei suchte er seine Schüler vom Rauchen abzubringen, »bei einem oder zweien klappt es jedes Jahr«, beriet verzweifelte Menschen, die von rauchenden Kollegen gemobbt wurden, und bestieg zweimal mit seiner Frau den Kilimandscharo, 2004 und 2006. Eine Erfolgsgeschichte – mit einer großen Niederlage. 1998 scheiterten vier Abgeordnete im Bundestag mit einem Gruppenantrag für ein Nichtraucherschutzgesetz. »Damals hat das der Gegner noch verhindert«, sagt Krause. Der Gegner? »Die Tabakindustrie.«

Auch der Gegner hat ein Gesicht. Das Gesicht einer Frau, blond, Mitte vierzig, mit Perlenknöpfen im Ohr. Marianne Tritz sitzt 600 Kilometer von Unterschleißheim entfernt, mitten in Berlin, in einem gläsernen Büro Unter den Linden. Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) hat seine Räume gleich über dem Café Einstein, dem wichtigsten Stauraum der Berliner Politiker, Journalisten und Lobbyisten. Im Streit um die Rauchverbote aber ist der DZV auffällig still. Ja, sagt Marianne Tritz, natürlich treffe das Nichtraucherschutzgesetz auch den Umsatz der Tabakindustrie. »Aber dies ist in erster Linie der Kampf der Wirte.« Für eine Industrie, die früher einmal im Ruf stand, die aggressivste Lobbyarbeit der Republik zu betreiben, ist das eine ausnehmend defensive Position.

Was kommt als nächstes – ein Rauchverbot für Mütter?

Aber es hat Methode. Der DZV wurde nach hausinternem Zwist im März neu gegründet und die ehemalige Grünen-Politikerin Tritz zur Geschäftsführerin bestellt. Sie ist Nichtraucherin: »Vor vier Jahren habe ich aufgehört.« Mit ihrer angenehmen Stimme, dem sanften Händedruck und dem schmalen, langen Lederrock verkörpert sie ziemlich perfekt das Image, um das sich der DZV neuerdings bemüht: gediegen, selbstbewusst, nachdenklich. Die Gefahren des Rauchens seien bekannt, sagt Tritz, man gebe dem Konsumenten alle Informationen, akzeptiere restriktive Verkaufsregeln und bestimmte Werbeverbote. Aber den Raucher komplett auszugrenzen, »das finden wir nicht richtig. Was kommt denn als Nächstes?« Ein Rauchverbot auf Bürgersteigen, weil sich Passanten von den Rauchern belästigt fühlen, die nur noch auf der Straße paffen können? Ein Rauchverbot im Auto? Sabine Bätzing (SPD), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat so etwas schon vorgeschlagen. Und wie steht es mit dem Rauchen daheim? »Wann wird das verboten? Werden irgendwann die Lehrer in den Schulen nachfragen, welcher Papi zu Hause raucht?«

Ist das bloß Panikmache einer Lobbyistin? Monika Stolz, die baden-württembergische Gesundheitsministerin, zuckt fast zusammen, wenn man sie auf das Thema rauchende Eltern anspricht. Dass kleine Kinder unter Zigarettenqualm besonders leiden, weiß die Medizinerin und Mutter genau. Aber als Christdemokratin sind für sie staatliche Eingriffe in die Familie tabu: »Wir kennen unsere Grenzen.« Ernst-Günther Krause ist da weniger zurückhaltend. Er greift in seinen Plakatschrank und zieht ein Poster hervor. »Passivrauchen ist Kindesmisshandlung« steht darauf. »Kinder und rauchende Eltern«, sagt er, »das ist das nächste große Thema.« Die Kampagne der Gastwirte wirkt fast harmlos dagegen.

Soll das generelle Rauchverbot in Gaststätten bestehen bleiben? Diskutieren Sie mit: www.zeit.de/rauchverbot-debatte

 
Leser-Kommentare
  1. ...mal ein ausgeglichener Artikel. Eventuell weil dieses Thema alle Parteien spaltet oder der Herausgeber noch immer überall quarzt!In Leipzig gibt es genug der familienbetriebenen Einraumkneipen in denen geraucht werden darf und des weiteren Kneipen, die es nicht so streng nehmen! Ich rauche weiter!

    • kuhno
    • 26.07.2008 um 13:22 Uhr

    allen voran die weltfremden EU-ler, gefolgt von mediensüchigen Schnellschießern mit Prolfilierungszwang im Parlament.Unausgegoren, an der Praxis vorbei, holzschnittartig, wie halt so oft.Nichtraucherschutz ist ganz wichtig, klar - keine Frage. Erst mal einführen so ein Gesetz da sieht man weiter, ist aber nicht die richtige Methode.Dabei wäre es so einfach, das spanische Modell, dass jedem Gast die Freiheit der Wahl lässt, niemand diskriminiert, niemand aussperrt.Aber nein, es steht ja immer irgendein Wahlkampf an, da muss man Rücksicht nehmen und und und......Ich bin Raucher, jeden Abend nach dem Essen oder zum Wein/Bier eine oder zwei Zigarren. Ich meid mittlerweile Restaurants/Kneipen mit totalem Rauchverbot, wenns nicht anders geht, gehe ich gleich nach dem Essen.Das Rauchverbot in Restaurants finde ich sehr positiv, so lange es eine Raucherlounge, eine Theke u.ä. gibt, wo man nach dem Essen eine gute Zigarre (wer will auch ein Zigarette) rauchen kann.Jeder nach seiner Facon, dies ist möglich auch mit Nichtraucherschutz.Tugendterroristen und Prediger braucht aber wirklich niemand.

    • Manu84
    • 26.07.2008 um 13:45 Uhr

    Aber mal ganz lustig was dieser Herr Wolf so von sich gibt:"»Ich habe den Eindruck«, sagt Wolff, »dass es seit 1945 eine Tendenz zur Einschränkung von Freiheitsrechten in Deutschland gibt."Dann ist es ja schön, dass wenigstens vor 1945 Deutschland ein so freies Land war. Vielleicht hat die Arbeit ja frei gemacht?

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    Ja, das fiel mir auch ganz übel auf. Wenn das heißen sollte, dass es vom Anfang in Herrenchiemsee (und der Anfang der BRD war großartig) an abwärts ging: Ja, da ist was dran. Ulrike Meinhof hat da interessanterweise einen wirklich tollen Artikel in Konkret geschrieben, damals. Aber das wäre einen Halbsatz mehr wert gewesen.Wenn das aber heißen soll, dass es vorher besser war, dann wäre es erst recht ein paar Sätze wert gewesen. So oder so, peinlich.

    • th80ej
    • 28.07.2008 um 17:51 Uhr

    Kennen wir ja viele und Frau Stolz stellt hier keine Ausnahme dar. Ein guter Freund von mir, der ein argentinisches Cafe in Hamburg betreibt, kämpft seit dem Rauchverbot mit dem Untergang seines Cafes. Damit würde dann ein Ort verschwinden, an dem es von südamerikanischer Musik (Brasilien bis Tango) über Dichterlesungen bis zu hochwertiger Jazz-Musik eine Menge kultureller Veranstaltungen gibt. Bravo!!
    sozi

    Ja, das fiel mir auch ganz übel auf. Wenn das heißen sollte, dass es vom Anfang in Herrenchiemsee (und der Anfang der BRD war großartig) an abwärts ging: Ja, da ist was dran. Ulrike Meinhof hat da interessanterweise einen wirklich tollen Artikel in Konkret geschrieben, damals. Aber das wäre einen Halbsatz mehr wert gewesen.Wenn das aber heißen soll, dass es vorher besser war, dann wäre es erst recht ein paar Sätze wert gewesen. So oder so, peinlich.

    • th80ej
    • 28.07.2008 um 17:51 Uhr

    Kennen wir ja viele und Frau Stolz stellt hier keine Ausnahme dar. Ein guter Freund von mir, der ein argentinisches Cafe in Hamburg betreibt, kämpft seit dem Rauchverbot mit dem Untergang seines Cafes. Damit würde dann ein Ort verschwinden, an dem es von südamerikanischer Musik (Brasilien bis Tango) über Dichterlesungen bis zu hochwertiger Jazz-Musik eine Menge kultureller Veranstaltungen gibt. Bravo!!
    sozi

  2. Vorne weg: Ich persönlich sehe mich als abhängig von der Droge Nikotin. Seit meinem siebzehnten Lebensjahr rauche ich, höre auf, fange wieder an und so geht es immer im Kreis.In dieser ganzen Zeit war für mich persönlich die Rücksichtnahme auf Nichtraucher selbstverständlich. Eine Einstellung die selbst ich beim Großteil meiner Leidensgenossen leider zum größten Teil schlichtweg nicht erkennen kann. Der Konsum dieser Droge wird in unserer Gesellschaft bizarrerweise mit der Idee von Freiheit assoziiert und beizeiten kann man aus der zur Zeit laufenden Diskussion den Rückschluss ziehen, dass die massive Verbreitung dieser Sucht ein uraltes gesellschaftliches Phänomen darstellt, welches es schon aus kulturellen Gründen zu wahren gilt.Die historische Realität sieht meiner Einschätzung nach jedoch ganz anders aus und kein geringerer als der als Vater der Public Relations/ Werbung bezeichnete Edward L. Bernays hat den Prozess gestartet, der zur heute gesellschaftlich tief verwurzelten Freiheitsassoziation geführt hat. Jahrzehntelang bombardierte die Tabakindustrie unsere Gesellschat mit millardenschweren Werbekampagnen, die zum heutigen Massenkonsum und der Selbstverständlichkeit an jedem Ort zu jeder Zeit rauchen zu können geführt haben.Es gibt in der Suchtforschung einen nachgewiesenen Wechselwirkung zwischen Nikotin und Alkohol, so dass ein geringerer Alkoholkonsum im Zuge eines Rauchverbotes in Kneipen kaum überraschen sollte. Doch bleiben wir mal bei den Tatsachen: Durch Alkohol und Zigaretten sterben in unserer heutigen Gesellschaft weit mehr Menschen als durch den Konsum von illegalen, harten Drogen wie zum Beispiel Heroin. Diese Tatsache sollte uns nachdenklich machen.Weiterhin hat die Tabakindustrie - und dieser Vorgang ist inzwischen auch gut belegt - über Jahrzehnte versucht wissenschaftliche Erkenntnisse über die hohe Schädlichkeit des Tabakrauchens unter Verschluß zu halten. Da wurden kritische Studien, Wissenschaftler oder gleich ganze Institute aufgekauft und schweizer Anwaltskanzleien sollen im Auftrag der Tabakindustrie Studien gekauft, gesichtet und gegebenfalls vernichtet haben.In welch einer Welt würden wir heute Leben, wenn die wissenschaftlich unbestrittenen Gefahren bereits in den 70er Jahren an die breite Öffentlichkeit gelangt wären?Dieses ist bewußt verhindert worden, um die Gewinne der entsprechenden Konzerne zu ermöglichen und noch zu steigern. Und für diese Gewinne wird der Tod einer Tausend Menschen in Deutschland gerne in Kauf genommen.Es ist bedauerlich, dass es wirtschaftliche Existenzen gibt deren Funktionsfähigkeit anscheinend nur auf dem Konsum dieser tödlichen Droge basiert, aber es wird Zeit, dass dieser massiven und rücksichtslosen Ausbreitung des Rauchens in unserer Gesellschaft Einhalt geboten wird. Eine Abwägung von Menschenleben gegen wirtschaftliche Interessen Einzelner und jemand, der seine wirtschaftliche Existenz auf dem potentiellen Elend seiner Kunden baut, hat meiner Meinung nach keinen Anspruch auf rechtlichen Schutz.Sicher können wir uns gesellschaftlich darauf verständigen, dass der Konsum einer Droge eine persönliche Freiheit darstellt; in diesem Fall wäre es aber kaum noch nachvollziehbar, wieso weniger schädliche Substanzen - z.B. THC -  strafrechtlich verfolgt werden.Und auch wenn uns über Jahrzehnte hochbezahlte Cowboys, Machos und sonstige exotische Geschöpfe davon zu überzeugen suchten, dass im inhalieren von Tabakrauch eine tiefergehende Freiheit verborgen ist: Freiheit tötet nicht!

  3. Wenn man das Thema Rauchverbot genauer betrachtet, sieht man sich mit dem Märchen 'Des Kaisers neue Kleider' konfrontiert. Es handelt sich hierbei um puren Aktionismus in Zeiten abnehmenderer politischer Gestaltungsmöglichkeiten. Ich persönlich ordne diese Gesetze in eine ähnlich Kategorie ein, wie Minister Tiefensees lautstark angekündigtes Vorhaben, Verkehrsschilder abzuschaffen  oder die in Wahlk(r)ampfzeiten immer wieder gerne vorgelegten politischen Dauerbrenner mit den Titeln "Wir werden alle kriminellen Ausländer rausschmeißen", "In der nächsten Legislaturperiode kommt garantiert die große Steuerreform", "Mehr Brutto vom Netto", "Unser Ziel heisst Vollbeschäftigung" und vielleicht noch "Wir fordern den Einsatz der Bundeswehr im Innern" etc.. Kurz, es handelt sich um Kasperletheater. Und weil die Widerstände beim  Rauchverbot vergleichsweise wenig Ärger mit irgendwelchen finanzkräftigen Lobby-Vertretern mit sich brachten, hat man an einer scheinbar ungefährlichen Stelle nicht nur den Leuten etwas gutes getan - nein, man hat sich auch profiliert und Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt.Sollte es jetzt alles in die Hose gehen und die Gesetze von Karlsruhe kassiert werden, kann man sich dann noch immer zerknirscht vor die Mikrofone stellen und wie weiland Dieter Wiefelspütz erklären, man müsse handwerklich besser werden...

    • Ranjit
    • 26.07.2008 um 14:57 Uhr

    Ich möchte als erstes anmerken, das ich zwar Nichtraucher bin, aber deswegen noch lange nicht gegen Raucher. Ich bin jedoch entschiedene gegen das Rauchen.Die Debatte über das Rauchen übersieht nur allzu häufig, das Zigarettenkonsum und die daraus resultierende Nikotinabhängigkeit eine Krankheit ist. Das Raucher ihre Sucht verteidigen ist nur natürlich. Ähnliches beobachten wir auch bei Alkoholikern oder Heroinsüchtigen. Die Biomechanismen, spezifischer: die entsprechenden Hirnareale, sind ähnlich. Unsere Gesellschaft hat sich dazu entschlossen, ihren Bürgern die Freiheit zu gewähren, Stoffe zu konsumieren, die Sucht erzeugen. In manchen Fällen (Schokolade, manche Medikamente, Kräutertees) ist das auch garnicht oder nur sehr schwer möglich.Der Fall des Rauchens ist jedoch aus zwei Gründen besonders schwehrwiegend:1. Raucher verletzen wissend andere Menschen und nehmen dies häufig sogar billigend in kauf. Das ist ein robuster empirischer Befund (Stichwort: Passivrauchen).Sie verletzen ihre Mitmenschen in der Öffentlichkeit sowie auch in besonderem Maße ihre Familie. Nicht nur, das Kinder von Rauchern bereits im Mutterleib geschädigt werden, dann als Babys den kanzerogenen Stoffen weiter ausgesetzt werden und das os bleibt bis sie ausziehen. Die Kinder von Rauchern werden später mit viel höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls abhängig was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit umbringt.2. Durch das völlig verantwortungslose Marketing der Zigarettenindustrie, galt Rauchen dennoch als "normal" und "akzeptabel". Entsprechend ist vielen Rauchern ihr Suchtproblem nicht bewusst. Im gegensatz zu anderen Suchterkrankungen wird die Suchtbefriediung auch nicht versteckt sondern öffentlich gelebt, ja teils sogar zelebriert. Es wird somit der Mehrheit von Nichtrauchern aufgedrängt und Unschuldige werden dadurch belästigt und geschädigt.Das Freiheitsargument zählt also nicht, da es keine Freiheit gibt, seine Mitmenschen zu verletzen. Alkohol darf konsumiert werden, aber wer sich betrunken ans Steuer setzt macht sich strafbar. Bei Rauchen ist die sache insofern schwieriger, da der Raucher sein Umfeld bereits durch den Akt der Suchtbefriedigung schädigt. Entsprechend ist ein weitgehendes Rauchverbot völlig angebracht.Auch das Argument, das sich ja jeder entscheiden könne, ob man in eine verrauchte Wirtschaft gehen will, ist nicht stichhaltig. Das würde ja bedeuten, das eine kleine Minderheit die Mehrheit völlig in ihrem Leben bestimmt und einschränkt, und das zur eigenen Bedürfnisbefriedigung. Die wird dadurch verschärft, das das Freiheitseinschränkende Potential ungleich verteilt ist. Betritt ein Nichtraucher eine Wirtschaft, so schränkt er die Raucher nicht ein. Ein Raucher hingegen würde, zu seinem alleinigen Nutzen, die Rechte aller anwesenden Nichtraucher einschränken. Das ist wohl kaum fair.

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    • My Ops
    • 27.07.2008 um 12:51 Uhr

    Mit großem Interesse habe ich Ihren ausführlichen Kommentar gelesen. Ich bin allerdings mit einigen Passagen nicht einverstanden bzw. nicht Ihrer Meinung.So erwähnen Sie die Biomechanismen, sprich die Aktivität bestimmter Hirnareale bei Suchtkranken. Es ist wissenschaftlich nicht geklärt, ob sich ein Kausalzusammenhang mit der Aktivität entsprechender Hirnareale verbinden lässt. Das mag überraschen, aber es handelt sich hierbei um einfachste Zuschreibungsversuche des expandierenden Zweiges der Neurowissenschaften, der versucht bestimmte komplexe Vorgänge im Gehirn greifbar und verständlich werden zu lassen, dies einhergehend mit neuen bildgebenden Verfahren etc. Es bedeutet aber allenfalls populärwissenschaftliche Bauernfängerei zu veranstalten, wenn man dies als Argumentationsgrundlage verwendet. Dann darf ich Sie kurz zitieren: "Die Kinder von Rauchern werden später mit viel höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls abhängig was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit umbringt." Besonders Augenmerk liegt hier auf dem letzten Teil des Satzes. Pure Polemik, durch nichts belegt.Beim zweiten Punkt stimme ich weitgehend überein, obschon ich erwähnen sollte, dass es hier um eine grundlegende Haltung, um eine Sicht auf die Welt geht. Schließlich lässt sich zum Beispiel sehr leicht belegen, dass wenn man Konsum versucht durch Verbote zu regeln, es keinerlei Besserung gibt. Beim jetzigen Verbot, handelt es sich ja um den Schutz der Nichtraucher, wir können also davon sprechen, dass das Verhalten einer Minderheit (Raucher) gesetzlich und gesellschaftlich geächtet wird, um einen optimaleren Schutz der Mehrheit zu erlangen. Insofern ist das eine feine Sache - jedenfalls auf den ersten Blick. Schließlich ist es nicht so, dass sich diese Mehrheit der Nichtraucher ständig in Kneipen aufhält oder dort arbeitet. Daher ist auch dieses Beispiel von Ihnen mit dem EINEN Raucher, der die Rechte aller einschränkt recht wirklichkeitsfern.Darüber hinaus muss ich immer wieder betonen, dass es sich bei der Vorstellung unsere Gesundheit "regeln" zu könnnen, um eine Illusion handelt. Nochmal: Es ist unmöglich, dass Institutionen durch Regeln und Verbote unser Leben verbessern. Es ist immer nur ein kläglicher Kompromiss mit dem Menschsein ansich. Notwendig, aber weiterhin zu bekämpfen, wo es nur geht, könnte man auch in höchst ambimvalenter Weise formulieren.  .

    • My Ops
    • 27.07.2008 um 12:51 Uhr

    Mit großem Interesse habe ich Ihren ausführlichen Kommentar gelesen. Ich bin allerdings mit einigen Passagen nicht einverstanden bzw. nicht Ihrer Meinung.So erwähnen Sie die Biomechanismen, sprich die Aktivität bestimmter Hirnareale bei Suchtkranken. Es ist wissenschaftlich nicht geklärt, ob sich ein Kausalzusammenhang mit der Aktivität entsprechender Hirnareale verbinden lässt. Das mag überraschen, aber es handelt sich hierbei um einfachste Zuschreibungsversuche des expandierenden Zweiges der Neurowissenschaften, der versucht bestimmte komplexe Vorgänge im Gehirn greifbar und verständlich werden zu lassen, dies einhergehend mit neuen bildgebenden Verfahren etc. Es bedeutet aber allenfalls populärwissenschaftliche Bauernfängerei zu veranstalten, wenn man dies als Argumentationsgrundlage verwendet. Dann darf ich Sie kurz zitieren: "Die Kinder von Rauchern werden später mit viel höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls abhängig was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit umbringt." Besonders Augenmerk liegt hier auf dem letzten Teil des Satzes. Pure Polemik, durch nichts belegt.Beim zweiten Punkt stimme ich weitgehend überein, obschon ich erwähnen sollte, dass es hier um eine grundlegende Haltung, um eine Sicht auf die Welt geht. Schließlich lässt sich zum Beispiel sehr leicht belegen, dass wenn man Konsum versucht durch Verbote zu regeln, es keinerlei Besserung gibt. Beim jetzigen Verbot, handelt es sich ja um den Schutz der Nichtraucher, wir können also davon sprechen, dass das Verhalten einer Minderheit (Raucher) gesetzlich und gesellschaftlich geächtet wird, um einen optimaleren Schutz der Mehrheit zu erlangen. Insofern ist das eine feine Sache - jedenfalls auf den ersten Blick. Schließlich ist es nicht so, dass sich diese Mehrheit der Nichtraucher ständig in Kneipen aufhält oder dort arbeitet. Daher ist auch dieses Beispiel von Ihnen mit dem EINEN Raucher, der die Rechte aller einschränkt recht wirklichkeitsfern.Darüber hinaus muss ich immer wieder betonen, dass es sich bei der Vorstellung unsere Gesundheit "regeln" zu könnnen, um eine Illusion handelt. Nochmal: Es ist unmöglich, dass Institutionen durch Regeln und Verbote unser Leben verbessern. Es ist immer nur ein kläglicher Kompromiss mit dem Menschsein ansich. Notwendig, aber weiterhin zu bekämpfen, wo es nur geht, könnte man auch in höchst ambimvalenter Weise formulieren.  .

  4. "...rund 30.000 Menschen sterben nach Angaben des Deutschen
    Krebsforschungszentrums jedes Jahr in Deutschland an den Folgen des
    Rauchens" heiß es in dem Artikel. Ich frage mich woher der Autor diese Zahlen hat. Auf den Seiten des Krebsforschungszentrums finde ich lediglich Informationen die von 110.000 bis 140.000 Toten pro Jahr in Deutschland sprechen. Auch die offiziellen Berichte der Gesundheitsbeauftragten nennen diese Zahlen im Drogen- und Suchtbericht 2008...Wie kommt es dass diese Zahl bei Zeit plötzlich auf ein Viertel geschrumpft ist?

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    Das Problem ist ein statistisches - worauf schon im Jahre 2005 hingewiesen wurde:Zitat:"In die so genannte Studie hineingeguckt hat aber offenbar auch niemand
    - weder die Journalisten noch jene Politiker und Fachgesellschaften,
    die in den darauffolgenden Tagen die Botschaft des DKFZ verbreiteten.
    Sonst wäre ihnen eines aufgefallen: Von den "vermutlich 3300 Toten",
    die - wären sie ein Faktum - etwa 0,3 Prozent aller jährlichen
    Todesfälle in Deutschland ausmachen, entfallen 2108, also 64 Prozent,
    auf Menschen im Alter von 75 und mehr Jahren. Besonders ausgeprägt ist
    diese Verteilung unter jenen Passivrauchern, die laut DKFZ durch den
    unfreiwillig eingeatmeten Dunst an einem Schlaganfall sterben: 72
    Prozent der mutmaßlichen Opfer wären, wie sich aus den DKFZ-Unterlagen
    ergibt, älter als 75 Jahre alt. Im Fall der koronaren Herzkrankheit
    hätten, den Schätzungen zufolge, von 2148 der Betroffenen immerhin zwei
    Drittel bereits dieses hohe Alter erreicht - bevor die Folgen des
    Passivrauchens sie dahinraffen."
    Quelle: Zeit.deHier noch ein weiterer Text aus einer anderen, der Raucherlobby völlig unverdächtigen Stelle:Zitat:Forscher des Zentrums und ihre Kooperationspartner gehen von

    etwa 2.140 Passivrauchern aus, die jährlich wegen des Mitrauchens an Herzerkrankungen sterben,von 770 die einen Schlaganfall nicht überleben,260 Passivraucher sterben an Lungenkrebs,50 an anderen Lungenerkrankungen, undetwa
    60 Säuglinge sterben pro Jahr an den direkten oder indirekten Folgen
    des Zigarettenrauchens zu Hause oder ihre Mutter während der
    Schwangerschaft.Quelle:Krebsinformationsdienst.deEtwa 3000 und nicht weit über 100.000 Menschen sterben offiziell an
    der Folge des Passivrauchens. Will man aber wirklich genaue Daten
    haben, muss man die Todesfälle noch genauer betrachten und die
    Todesursachen eingehender analysieren. Das Problem ist jedoch, dass die
    Debatte in einer extrem aufgeheizten und sehr emotionalen Stimmung
    geführt wird und man mit verschiedensten Messmethoden arbeitet und argumentiert. Eine sachliche Auseinandersetzung ist praktisch nicht
    möglich und auch nicht gewollt.

    Das Problem ist ein statistisches - worauf schon im Jahre 2005 hingewiesen wurde:Zitat:"In die so genannte Studie hineingeguckt hat aber offenbar auch niemand
    - weder die Journalisten noch jene Politiker und Fachgesellschaften,
    die in den darauffolgenden Tagen die Botschaft des DKFZ verbreiteten.
    Sonst wäre ihnen eines aufgefallen: Von den "vermutlich 3300 Toten",
    die - wären sie ein Faktum - etwa 0,3 Prozent aller jährlichen
    Todesfälle in Deutschland ausmachen, entfallen 2108, also 64 Prozent,
    auf Menschen im Alter von 75 und mehr Jahren. Besonders ausgeprägt ist
    diese Verteilung unter jenen Passivrauchern, die laut DKFZ durch den
    unfreiwillig eingeatmeten Dunst an einem Schlaganfall sterben: 72
    Prozent der mutmaßlichen Opfer wären, wie sich aus den DKFZ-Unterlagen
    ergibt, älter als 75 Jahre alt. Im Fall der koronaren Herzkrankheit
    hätten, den Schätzungen zufolge, von 2148 der Betroffenen immerhin zwei
    Drittel bereits dieses hohe Alter erreicht - bevor die Folgen des
    Passivrauchens sie dahinraffen."
    Quelle: Zeit.deHier noch ein weiterer Text aus einer anderen, der Raucherlobby völlig unverdächtigen Stelle:Zitat:Forscher des Zentrums und ihre Kooperationspartner gehen von

    etwa 2.140 Passivrauchern aus, die jährlich wegen des Mitrauchens an Herzerkrankungen sterben,von 770 die einen Schlaganfall nicht überleben,260 Passivraucher sterben an Lungenkrebs,50 an anderen Lungenerkrankungen, undetwa
    60 Säuglinge sterben pro Jahr an den direkten oder indirekten Folgen
    des Zigarettenrauchens zu Hause oder ihre Mutter während der
    Schwangerschaft.Quelle:Krebsinformationsdienst.deEtwa 3000 und nicht weit über 100.000 Menschen sterben offiziell an
    der Folge des Passivrauchens. Will man aber wirklich genaue Daten
    haben, muss man die Todesfälle noch genauer betrachten und die
    Todesursachen eingehender analysieren. Das Problem ist jedoch, dass die
    Debatte in einer extrem aufgeheizten und sehr emotionalen Stimmung
    geführt wird und man mit verschiedensten Messmethoden arbeitet und argumentiert. Eine sachliche Auseinandersetzung ist praktisch nicht
    möglich und auch nicht gewollt.

  5. Wie sie hilflos zwischen Wollen und Können hin und her schwanken - KÖSTLICH !Da wird in Bayer mit Verve dass schärfste Antirauchergesetz für die Gastronomie und alle sind gaaaanz furchtbar stolz, wie mutig sie doch waren. Aber dann will das Volk einfach nicht - und ganz schnell wird aus dem bizarr anumutenden "Verein zum Erhalt
    der bayerischen Wirtshauskultu" der drittgrösste Verein im Land.Ei, wie kriegen die Politker/innen da plötzlich Angst. Aller Mut ist verflogen und es wird hektisch zurückgerudert.Dabei wollen unsere Polit-Clowns doch soooo gerne kontrollieren und verbieten. Und nun dürfen sie nicht. Wie gemein.Ach- wenns nur nicht so lustig wär.

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    ...da spielt die Sorge eine Rolle, dass sich die Stammtische in irgendein stilles Kämmerlein verlagern und die Parteigranden nicht mehr mitbekommen, was denn da ausgkungelt wird - vielleicht ein Putsch gegen irgendeinen großen Parteivorsitzenden?

    • ttob
    • 26.07.2008 um 17:10 Uhr

    ... für einen Volksentscheid. Wenn die Fronten derart radikal sind, dann sollte entweder Recht oder Demokratie entscheiden. Beides wird nur unzureichend durch gewählte Vertreter repräsentiert.Ich bin sich, dass "das Volk" für ein Nichtraucherschutzgesetz votieren würde.

    ...da spielt die Sorge eine Rolle, dass sich die Stammtische in irgendein stilles Kämmerlein verlagern und die Parteigranden nicht mehr mitbekommen, was denn da ausgkungelt wird - vielleicht ein Putsch gegen irgendeinen großen Parteivorsitzenden?

    • ttob
    • 26.07.2008 um 17:10 Uhr

    ... für einen Volksentscheid. Wenn die Fronten derart radikal sind, dann sollte entweder Recht oder Demokratie entscheiden. Beides wird nur unzureichend durch gewählte Vertreter repräsentiert.Ich bin sich, dass "das Volk" für ein Nichtraucherschutzgesetz votieren würde.

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