Unterwegs Man zeigt wieder Daumen
Der Potsdamer Student Martin Jähnert will das Trampen attraktiver machen – der Umwelt zuliebe. Autostopper sollen ihre eigenen Haltestellen bekommen
DIE ZEIT: Herr Jähnert, Sie sind Tramper-Aktivist. Ist diese Reiseform nicht längst überholt?
MARTIN JÄHNERT: Oh nein. Trampen passt ideal in eine Zeit, in der alle Welt über Klimaschutz diskutiert. Wir werben um eine neue Zielgruppe – Leute, die denken: Tue ich der Umwelt mal was Gutes und lasse meinen eigenen Wagen stehen.
ZEIT: Sie fordern sogar, dass Tramper in Potsdam eine eigene Haltestelle erhalten sollen.
JÄHNERT: Unser Vorbild sind die Niederlande. Dort gibt es »Liftershalte«. Das sind Haltebuchten, an denen ein blaues Schild mit einem gereckten Daumen steht. So etwas wünschen wir uns auch für Deutschland.
ZEIT: Warum reicht es denn nicht, sich einfach an den Straßenrand zu stellen?
JÄHNERT: Eine Bucht macht das Trampen sicherer. Die Autos können besser anhalten. Außerdem soll es ein Wartehäuschen geben. Das ist nicht nur komfortabler, sondern macht es auch leichter, an Regentagen eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Wenn man tropfnass am Straßenrand steht, nimmt einen kein Autofahrer mit. Der Schutz vor Wind und Wetter ist entscheidend, um weitere Kreise ans Trampen heranzuführen.
ZEIT: Glauben Sie wirklich, dass auf einmal Geschäftsleute den Daumen rausstrecken, nur weil es eine Haltestelle gibt?
Jähnert: Ja. Man muss doch nur in die Niederlande schauen. Dort werden die Liftershalte auch von Leuten mit Krawatte und Aktentasche genutzt.
- Datum 06.08.2008 - 14:04 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 31.07.2008 Nr. 32
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Die Idee des Studenten M. Jähnert (bzw. seine Versuche zur Übertragung der niederländischen Idee auch auf Deutschland) sind sehr zu begrüßen.
Man kann und sollte diesen Beitrag zu besserer Ökologie u n d Ökonomie jedoch noch umfassender sehen: Trampen ist nur eine der vielen Formen des Mitfahrens. Konkret: auch für Mitfahrer, die gewillt sind, nicht nur zur Unterhaltung des Fahres sondern auch zu seinen Benzinkosten etwas beizutragen, wären feste Treffpunkte/"Haltestellen" eine gute Sache.
Die Idee Treffpunkte für Tramper einzurichten halte ich für sehr sinnvoll. Wir bauen gerade ein ähnliches Netz für Mitfahrgelegenheiten im Internet auf: Unter www.hopping.de kann jeder Nutzer die besten Treffpunkte für eine Stadt oder eine Route suchen und auch eigene anlegen und diese mit anderen teilen. Ich gehe davon aus, dass die Bedeutung von solchen alternativen Mobilitätskonzepten in Zukunft steigen wird. Sie sind günstig, flexibel und schonen die Umwelt.Ich freue mich über Feedback und Kommentaren zu unserer Idee und wünsche Herrn Jähnert alles Gute!
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