Unterwegs Man zeigt wieder DaumenSeite 3/3

ZEIT: Werden Tramper also eher von Einzelfahrern mitgenommen?

JÄHNERT: Ja. Allein im Auto sitzen – das ist doch verschwendete Lebenszeit. Ich spreche an Raststätten am liebsten Geschäftsleute an. Die fahren oft Mercedes oder Porsche. So kommt man schnell voran und sitzt bequem im Lederpolster.

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ZEIT: Was muss ich denn beachten, wenn ich schnell einen Fahrer finden will?

JÄHNERT: Man sollte ein sauberes T-Shirt anziehen. Und am besten als Pärchen trampen. Dann erinnern sich die Leute an ihre Jugendliebe und halten an. Auf Raststätten lautet mein Tipp: Polen ansprechen. Die sind superfreundlich, fahren weit und nehmen einen fast immer mit. Jeder Tramper sollte zwei, drei polnische Begrüßungsfloskeln kennen.

ZEIT: Ist es nicht gefährlich, sich zu Wildfremden ins Auto zu setzen?

JÄHNERT: Man sollte immer ein Handy dabeihaben. Gleich nach dem Einsteigen schickt man der Mutti eine SMS mit dem Autokennzeichen. Das kann man dem Fahrer ruhig mitteilen. So signalisiert man: Jemand kümmert sich um mich. Ich selbst bin in meinem Leben etwa 40000 Kilometer getrampt und immer unbeschadet angekommen. Natürlich ist Trampen nicht ungefährlich. Aber es soll ja auch niemand seinen Verstand zu Hause lassen.

Interview: Cosima Schmitt

 
Leser-Kommentare
  1. Die Idee des Studenten M. Jähnert (bzw. seine Versuche zur Übertragung der niederländischen Idee auch auf Deutschland) sind sehr zu begrüßen.
    Man kann und sollte diesen Beitrag zu besserer Ökologie  u n d  Ökonomie jedoch noch umfassender sehen: Trampen ist nur eine der vielen Formen des Mitfahrens. Konkret: auch für Mitfahrer, die gewillt sind, nicht nur zur Unterhaltung des Fahres sondern auch zu seinen Benzinkosten etwas beizutragen, wären feste Treffpunkte/"Haltestellen" eine gute Sache.

  2. Die Idee Treffpunkte für Tramper einzurichten halte ich für sehr sinnvoll. Wir bauen gerade ein ähnliches Netz für Mitfahrgelegenheiten im Internet auf: Unter www.hopping.de kann jeder Nutzer die besten Treffpunkte für eine Stadt oder eine Route suchen und auch eigene anlegen und diese mit anderen teilen. Ich gehe davon aus, dass die Bedeutung von solchen alternativen Mobilitätskonzepten in Zukunft steigen wird. Sie sind günstig, flexibel und schonen die Umwelt.Ich freue mich über Feedback und Kommentaren zu unserer Idee und wünsche Herrn Jähnert alles Gute!

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