Gedicht Nr. 32 Trugbild

Ein Gedicht von Cees Nooteboom

Nie gewesen, der du sein wolltest,
der du dachtest, daß du warst.
Das falsche Kostüm
in einer verqueren Welt.

Immer mit der Lüge gegangen,
der ältesten Verlobten, nie geglaubt,
daß nächstliegende Worte

die innigsten sind. Für dich ist
die Erscheinung verwandter
als der erste Gedanke,

du hast zuviel Welt, zuviel Moos
an deinem Standbild, du stehst da
mit dem Buch, das du selbst nicht gelesen,

ein Mann aus Fleisch, der zu Kalk wurde,
ein Engel aus Schatten, allein,
gehüllt in deinen Namen
als leeren Beruf.

Cees Nooteboom wird am 31. Juli 75 Jahre alt

 
Leser-Kommentare
    • ROFI
    • 04.08.2008 um 9:55 Uhr

    So
    Ein Gedicht von ROFI
     
    In Wahrheit bin ich Vater
    In Wahrheit bin ich’s nicht
    In Wahrheit sehe ich die Wahrheit
    wohl sehr wahrscheinlich nicht –
     
    So wird geglaubt
     
    Wie unwahrscheinlich in Wahrheit jedoch
    die Wahrheit eigentlich nur ist?
     
    In Wahrheit bin ich Vater
    In Wahrheit bin ich’s nicht
    In Wahrheit fühle ich der Liebe Wahrheit
    wohl sehr wahrscheinlich nicht –
     
    So wird gemeint
     
    Wie unwahrscheinlich in Wahrheit jedoch
    die Wahrheit zur Liebe, die Liebe zur Wahrheit
    eigentlich nur ist?
     
    In Wahrheit bin ich Vater
    In Wahrheit bin ich’s nicht
    In Wahrheit halte ich der Lügen Wahrheit
    wohl sehr wahrscheinlich nicht –
     
    So wird gerichtet
     
    Wie unwahrscheinlich in Wahrheit jedoch
    der Lügen Wahrheit eigentlich nur ist?
     
    In Wahrheit bin ich Vater
    In Wahrheit bin ich’s nicht

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hagego
    • 19.11.2008 um 15:59 Uhr

    Erst jetzt entdeckt:

    ROFI, sehr schön!

    • hagego
    • 19.11.2008 um 15:59 Uhr

    Erst jetzt entdeckt:

    ROFI, sehr schön!

    • Anonym
    • 23.09.2008 um 9:29 Uhr

    vielleicht weil wir den mond zu oft betrachten
    als wäre er ein planet (und nicht eine jacke
    in die wir unsere französischen brote stecken)

    weil uns ein staubtuch nützlicher erscheint als ein gedicht
    dass uns zum schweigen bringt
    (was ein staubtuch aber auch kann)

    wir lösen die sätze von unserem schweigen
    ratlose die ihre lohnsteuerkarten einfärben
    gegen ein wenig lohn

    • hagego
    • 19.11.2008 um 15:59 Uhr

    Erst jetzt entdeckt:

    ROFI, sehr schön!

    Antwort auf "Eine Antwort"

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  • Quelle DIE ZEIT, 31.07.2008 Nr. 32
  • Kommentare 3
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  • Schlagworte Gedicht | Cees Nooteboom | Literatur | Fleisch
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