Erstsemester Mehr Plätze, bitte!

Mehr Abiturienten, weniger Studienanfänger: Junge Leute wollen nach dem Abitur studieren, aber man lässt sie nicht. Eine bittere Wahrheit für Deutschland

Ein paar Nachrichten der vergangenen zwei Wochen: Das Statistische Bundesamt meldet, dass es 2007 fünf Prozent weniger Studienanfänger gegeben hat als 2003 – und das bei einem Sechstel mehr Abiturienten.

SPD und Grüne beklagen den Studentenschwund; Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kontert, im Vergleich zu 2006 seien es schon wieder ein paar Erstsemester mehr. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) berichtet, dass sich die Zahl der Bewerber an den Fachhochschulen im Freistaat für das Wintersemester 2008/09 gegenüber dem Vorjahr um fast ein Viertel erhöht hat, an der TU Berlin beträgt der Zuwachs ein Drittel, an der Uni Bonn gar 50 Prozent.

Weniger Studienanfänger, mehr Bewerber – ein Widerspruch? Nur auf den ersten Blick: Der seit Jahren prognostizierte, immer wieder verschobene Studentenberg ist da, doch er ist ein Studierwilligenberg, denn er kommt nicht auf dem Campus an.

Beispiel Universität Münster: 26.000 Bewerber streiten hier um 5000 Studienplätze. Beispiel FU Berlin: 32.000 Bewerber für 3400 Plätze.

Wer angesichts stagnierender Erstsemesterzahlen also die vermeintliche Studierunwilligkeit der Abiturienten beklagt, irrt gewaltig. Ebenso, wer vorschnell die Studiengebühren in einigen Bundesländern für den Schwund verantwortlich macht. Denn selbst wenn man die seit ein paar Jahren üblichen Mehrfachbewerbungen einpreist, bleibt die Schlussfolgerung so dramatisch wie eindeutig: Die jungen Leute wollen ja studieren, auch die Gebühren würden sie zahlen, man lässt sie nur nicht.

Die klammen Hochschulen stemmen sich dem Studentenberg weiter mit flächendeckenden NCs entgegen, es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, wenn sie den Glücklichen, die ein Plätzchen im Hörsaal ergattert haben, halbwegs annehmbare Studienbedingungen bieten wollen. Was für den Einzelnen eine schlimme Enttäuschung ist, ist für die Gesellschaft eine Katastrophe.

Und die Politiker aller Parteien stehen daneben, zeigen mit dem Finger aufeinander, verweisen auf den Hochschulpakt, ihre "gewaltige gemeinsame Anstrengung von Bund und Ländern" (Wissenschaftsminister-Deutsch), der doch über zusätzliche Milliarden für neue Studienplätze Linderung bringen sollte.

Tatsächlich – die Universität Bonn betont, dank der Gelder 400 zusätzliche Anfänger aufnehmen zu können, immerhin fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch wir erinnern uns: In Bonn gibt es 50 Prozent mehr Bewerber.

Von Semester zu Semester, je größer der Studierwilligenberg vor den Hochschulen anwächst, desto drängender wird sie, die immer gleiche Frage: Wo bleiben die neuen Studienplätze?

Und von Semester zu Semester wird er stärker, der bittere Eindruck: Deutschlands Zukunft verliert sich vor deutschen Hochschultoren.

 
Leser-Kommentare
  1. Dann sollte man sich aber auch mal ansehen, in welchen Fächern die Studenten sich immatrikulieren wollen. Was definitiv keine "Katastrophe" für Deutschland ist, wäre, wenn es nicht noch mehr Germanisten, Anglisten, Philosophen oder "irgendwas mit Medien"-Leute auf dem Arbeitsmarkt gäbe. Davon abgesehen, dass die Bildungsrendite dieser Fächer sowieso unterirdisch ist.Das andere Thema lautet "Qualifikation". Ich saß vor vielen Jahren mit Kommilitonen im Hörsaal, die jenseits von Dreisätzen nicht mehr viel von der Welt mitbekamen. Ein anderer, glücklicher Weise kleinerer Teil konnte zwar recht komplexen mathematischen Sachverhalten folgen, zog sich aber im Real Life die Hosen mit einem Hammer an. Die Quote an brauchbaren Arbeitskräften für Fach- und Führungsaufgaben später lag gemessen an der Anzahl der Studienbeginner vielleicht bei 50%. Maximal.Das gegenwärtige System ist zwar nicht optimal, weil es insbesondere Begabte aus bildungsfernen Umfeldern den Zugang erschwert. Aber grundsätzlich halte ich die Selektion für richtig, auch vor beginn des Studiums.Sonst wird es bei uns wie in den USA: dort "studiert" man in 2-3 Jahren auf ein Niveau hin, das nichtmal unserer Berufsausbildung entspricht. Wenn das die OECD-Meßlatte für die Anzahl akademischer Absolventen gemessen am Jahrgang ist, dann dürfte unsere aktuelle Unterschreitung nicht weiter schlimm sein.

  2. Ja, es gibt zu wenig Plätze. Vor allem in Studiengängen, die Palamedes beschreibt. Aber es gibt in anderen (oft in den technischen) Bereichen durchaus Möglichkeiten, Studienplätze zu bekommen. Man muss es nur wollen. Und manchmal muss man dafür eben das Elternhaus verlassen und sich auuf den Weg in eine andere Gegend machen, neugierig sein, man darf sich dabei gern auch ein bisschen wagemutig finden. Für viele kommt aber der Weg in die angeblich neuen Bundesländern auch im 19. Jahr deren Existenz einfach nicht in Betracht. Dabei sind die, die es getan haben, oft sehr zufrieden mit den Bedingungen. Wer es wagt, nach Magdeburg oder Halle zu gehen, wird entdecken, dass dort mehr Grün und viel weniger Plattenbau als gedacht existiert. Wer mehr wissen will: http://www.studieren-im-g...Was immer noch nicht alle wissen: Im Osten gibt es in Kürze die Folgen des wendebedingten Geburtenknicks an den Hochschulen zu besichtigen. Vermutlich haben es wenigstens Studierwillige in den Fächern Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wasserwirtschaft und Bauingenieurwesen dann gar nicht mehr schwer, einen Studienplatz zu bekommen. Falls sie das Interesse an solchen "schweren" Fächern haben. Und das nötige Vorwissen.

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    • ttob
    • 08.08.2008 um 0:19 Uhr

    "Falls sie das Interesse an solchen "schweren" Fächern haben. Und das nötige Vorwissen."... der Satz durfte natürlich nicht fehlen, wie soll man sonst die hohen Abbrecherquoten von bis zu 70% in den "schweren Fächern" erklären, nicht? Da die Uni's ja unmöglich schuld sein können, muss man die Ursache externalisieren und den Studienanfängern in die Schuhe schieben. (Ich hab da sehr schöne Erfahrungen machen dürfen, z.B. in der seinerzeit unglaublich hochgeränkten TU-Chemnitz. NIE WIEDER! Aber vielleicht ist es in anderen Ost-Unis ja besser, keine Ahnung.)Dabei heißt das Abitur auch "allgemeine Hochschulreife" und Eingangsprüfungen macht man in den "schweren Fächern" auch selten, weil sonst ja noch weniger Leute das Zeug studieren würden. Man lockt sie rein, lässt sie einige Jahre verschwenden und prüft sie bei passender Gelegenheit wieder raus. Selektion statt Bildung. Die so Gebeutelten sind dann Anfang-Mitte zwanzig, frustriert, ohne jeglichen Abschluß, ohne Geld, ohne Bafög-Anspruch und wenn sie in einem anderen Studiengang weiterstudieren wollen (damit der ganze Abistress nicht komplett umsonst war), dann überhäuft man sie mit Langzeitstudienabschreckungsgebühren. Krankes System. Mir kocht immer noch die Galle deswegen. Sorry das musste einfach raus.

    • ttob
    • 08.08.2008 um 0:19 Uhr

    "Falls sie das Interesse an solchen "schweren" Fächern haben. Und das nötige Vorwissen."... der Satz durfte natürlich nicht fehlen, wie soll man sonst die hohen Abbrecherquoten von bis zu 70% in den "schweren Fächern" erklären, nicht? Da die Uni's ja unmöglich schuld sein können, muss man die Ursache externalisieren und den Studienanfängern in die Schuhe schieben. (Ich hab da sehr schöne Erfahrungen machen dürfen, z.B. in der seinerzeit unglaublich hochgeränkten TU-Chemnitz. NIE WIEDER! Aber vielleicht ist es in anderen Ost-Unis ja besser, keine Ahnung.)Dabei heißt das Abitur auch "allgemeine Hochschulreife" und Eingangsprüfungen macht man in den "schweren Fächern" auch selten, weil sonst ja noch weniger Leute das Zeug studieren würden. Man lockt sie rein, lässt sie einige Jahre verschwenden und prüft sie bei passender Gelegenheit wieder raus. Selektion statt Bildung. Die so Gebeutelten sind dann Anfang-Mitte zwanzig, frustriert, ohne jeglichen Abschluß, ohne Geld, ohne Bafög-Anspruch und wenn sie in einem anderen Studiengang weiterstudieren wollen (damit der ganze Abistress nicht komplett umsonst war), dann überhäuft man sie mit Langzeitstudienabschreckungsgebühren. Krankes System. Mir kocht immer noch die Galle deswegen. Sorry das musste einfach raus.

  3. Viele der Probleme machen sich die Hochschulen selbst. Eigentlich ist das System vollkommen veraltet. Mit den heutigen Medien sollte ein Platzmangel in Vorlesungen doch eignetlich recht kostengünstig zu beheben sein: Videorekorder und das ganze ins Netz stellen - nur dagegen wehren sich die Professoren mit Händen und Füßen:a) könnte man dann sehen wie unverschämt sich manche benehmen (frauenfeindlichkeiten, polemik, asozial gegenüber den Studenten uvm.)b) wie schlecht manche profs sich vorbereitenc) wie krass sie bei kollegen klauenuvm.Seminare und Übungen sind schwerer zu managen - allerdings den gleichen Kurs nochmal zu halten ist relativ gesehen ein kleiner Aufwand. Blockseminare in Sem. Ferien werden, wenn Sie angeboten werden dankend angenommen, ein paar Stunden mehr Lehre kosten nicht die Welt. - Notfalls diskutiert man eben im Forum zu aktuellen Problemen.Wo Schwierigkeiten sind gibt es Lösungen, man muss es nur wollen. -->  Bezüglich der Studienfächer:Hier sind ganz massiv die Schulen und die Lernpläne schuld, wieso nur noch wenige Abiturienten wichtige Fächer wie Ingenieurwesen und Nat. Wiss. studieren. Wir lernen 2-4 Fremdsprachen auf dem Gymnasium - doch die Nat.Wiss., sowie Mathe werden durchgepaukt - und das Niveau, sowie der Zeitansatz abgesenkt. Ich selbst habe in BW Physik als Lk mein eigenen nennen dürfen - viele meiner Stufenkollegen hätten noch nicht einmal einen Dreisatz berechnen können und haben trotzdem teilweise hervorragende Abschlüsse - Deutsch, Englsich, Französisch, Spanisch wiegen eben schwer.Sprachen sind wichtig - doch ohne Wissen und Argumente sind auch die besten Sprachkenntnisse nur eingeschränkt nützlich. Wr müssen endlich damit beginnen wieder technisches Verständnis und Begeisterung für die Naturwissenschaften zu lehren. Dafür brauchen wir andere Unterrichtsstrukturen, mehr Freiheit für die Schüler und eine Schule die auch auf das Studium als wirkliches Abschlussziel vorbereitet. Mit dem Abitur beginnt der Spaß erst. Wir haben sehr viel ungenutztes Potenzial, welches wir erschließen können, wenn wir es nur wollen - der Preis für unsere Schwäche wird weniger Wohlstand morgen sein. Das gilt für den Einzelnen und für uns als Gesellschaft.Wenn uns es gelingen würde, mehr Absolventen in den technischen MINT-Fächern auf gleichem oder besseren Qualitätsniveau auszubilden, dann wäre Deutschland natürlich auch Wettbewerbsfähiger. Doch auch, wie bereits angemerkt, muss und kann die Schule das Zwischenmenschliche schulen. Teamplay, Zeitmanagment, Rheotrik & Kommunikation - das alles ist kein Hexenwerk, sondern kann auch gelernt werden. 

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    • Rudi01
    • 16.10.2008 um 11:31 Uhr

    Tolle Idee: mit der Videokamera die Vorlesung aufzeichnen, und das dann am besten bundesweit ausstrahlen. Nur noch ein Prof. bundesweit pro Lehrgebiet. Na ja, besser doch zwei, wegen des Wettbewerbs. Dann stellt man als Studierende(r) seine Fragen eben künftig an den Bildschirm. Oder eine hübsch designte Artifical-Intelligence Software mit Spracherkennung. Wetten, dass der Bertelsmann-Konzern schon an solchen schönen Lösungen strickt? Und der Prof alter Zeiten braucht sich dann auch nicht mehr Gedanken über die Leute in der 13ten Reihe zu machen, deren Gesichter widerspiegeln, dass sie den heutigen Stoff nun ganz gewiss nicht verstehen. Wozu überhaupt Profs., wenn die doch sowieso nur irgendetwas vorlesen? Was man im Studium lernt, steht doch sowieso alles in irgendwelchen Büchern. Und wenn man es genau bedenkt: auch in die Schulen brauchen wir doch eigentlich nur noch ein paar Multimedia-PCs und ein paar Regale mit den relevanten Büchern zu stellen.

    Im Ernst: dieser Vorschlag ist ganz gewiss das Allerletzte, was im Sinne der Studierenden ist. Bessere Lehre heisst vor allem: mehr Personal pro Studierendem oder Schüler einsetzen; das gilt für die Uni genauso wie für die Schule.

    • Rudi01
    • 16.10.2008 um 11:31 Uhr

    Tolle Idee: mit der Videokamera die Vorlesung aufzeichnen, und das dann am besten bundesweit ausstrahlen. Nur noch ein Prof. bundesweit pro Lehrgebiet. Na ja, besser doch zwei, wegen des Wettbewerbs. Dann stellt man als Studierende(r) seine Fragen eben künftig an den Bildschirm. Oder eine hübsch designte Artifical-Intelligence Software mit Spracherkennung. Wetten, dass der Bertelsmann-Konzern schon an solchen schönen Lösungen strickt? Und der Prof alter Zeiten braucht sich dann auch nicht mehr Gedanken über die Leute in der 13ten Reihe zu machen, deren Gesichter widerspiegeln, dass sie den heutigen Stoff nun ganz gewiss nicht verstehen. Wozu überhaupt Profs., wenn die doch sowieso nur irgendetwas vorlesen? Was man im Studium lernt, steht doch sowieso alles in irgendwelchen Büchern. Und wenn man es genau bedenkt: auch in die Schulen brauchen wir doch eigentlich nur noch ein paar Multimedia-PCs und ein paar Regale mit den relevanten Büchern zu stellen.

    Im Ernst: dieser Vorschlag ist ganz gewiss das Allerletzte, was im Sinne der Studierenden ist. Bessere Lehre heisst vor allem: mehr Personal pro Studierendem oder Schüler einsetzen; das gilt für die Uni genauso wie für die Schule.

    • ttob
    • 08.08.2008 um 0:01 Uhr

    ... Studiengebühren tragen auch ihren Teil bei, zumindest in den Fächern wo kein NC herrscht:Studiengebühren schrecken ab (seriöse HIS Studie, statt vom Bertelsmann-CHE)Weniger Ingenieurstudenten aus den unteren Schichten (vom VDI)wenngleich sie es natürlich doppelt peinlich ist, wenn man gerade die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften wieder erleichtert hat und sich in blinden Uni-Exzellenz-Aktionismus um ein paar Milliönchen balgt, während ein sinnvoller bundesweiter Plan für die deutsche Hochschulentwicklung seit Jahren zu fehlen scheint und nun, dank Länderhoheit im Bildungsbereich, wohl gänzlich unmöglich wird.

    • ttob
    • 08.08.2008 um 0:19 Uhr

    "Falls sie das Interesse an solchen "schweren" Fächern haben. Und das nötige Vorwissen."... der Satz durfte natürlich nicht fehlen, wie soll man sonst die hohen Abbrecherquoten von bis zu 70% in den "schweren Fächern" erklären, nicht? Da die Uni's ja unmöglich schuld sein können, muss man die Ursache externalisieren und den Studienanfängern in die Schuhe schieben. (Ich hab da sehr schöne Erfahrungen machen dürfen, z.B. in der seinerzeit unglaublich hochgeränkten TU-Chemnitz. NIE WIEDER! Aber vielleicht ist es in anderen Ost-Unis ja besser, keine Ahnung.)Dabei heißt das Abitur auch "allgemeine Hochschulreife" und Eingangsprüfungen macht man in den "schweren Fächern" auch selten, weil sonst ja noch weniger Leute das Zeug studieren würden. Man lockt sie rein, lässt sie einige Jahre verschwenden und prüft sie bei passender Gelegenheit wieder raus. Selektion statt Bildung. Die so Gebeutelten sind dann Anfang-Mitte zwanzig, frustriert, ohne jeglichen Abschluß, ohne Geld, ohne Bafög-Anspruch und wenn sie in einem anderen Studiengang weiterstudieren wollen (damit der ganze Abistress nicht komplett umsonst war), dann überhäuft man sie mit Langzeitstudienabschreckungsgebühren. Krankes System. Mir kocht immer noch die Galle deswegen. Sorry das musste einfach raus.

  4. Ich möchte mich Ihrer Kritik vollständig anschließen - das System ist Krank. Wenn ich kurz vor meiner Diplomarbeit - aus welchen Gründen auch immer - 2 mal eine Klausur nicht bestehe - und das 3. mal, vielleicht aus reiner Nervosität ebenfalls durchfalle - habe ich bis auf ein Vordiplom nichts in der Tasche..... Das ist doch krank - hier geht es nicht darum die Anfroderungen zu senken, sondern sich gedanken über die Effizienz und die Effektivität des Systems zu machen. Das Problem liegt dabei in der fehlenden Selbstverwaltung - Die TU Darmstadt die sich vollständig selbst verwalten darf selektiert die Studenten zum Beginn des Studium und erzielt damit wesentlich bessere Studienergebnisse. Nicht ein pauschaler NC aufgrund der Abinote - sondern sehr aufwendige Einzelinterviews. Unterm Strich lohnt sich der Aufwand zeitlich und die Abrecherquoten sinken stark. Auch ist es das Ziel der Universität - zumindest im Masch.Bau - das 100% der Bacheloreabsolventen auch ein Masterstudium anschließen - wer braucht einen Dachelore - Masch. Bauer?!?In der Hochsculpolitik sind doch meist die Studenten die Dummen - einfach weil Sie eine kleine, extrem inhomogene Gruppe sind - und weil Sie sich nicht wehren.Was in der Deutschen Politik - vor allem in der Bildungspolitik - ist einfach nur eine Frechheit. Die Kosten der niedrigen Geburtenrate in Zusammensetzung mit der sehr selektiven Ausbildung werden spätere Generationen tragen.Die Politik vieler Universitäten und Fachhochschulen erinnert mich an die Deutsche Kleinstaaterei vor 200 Jahren. Jeder kann und weis alles besser - kooperation? soetwas ist oft ein Fremdwort. Selbst Prüfungen der Universität Mannheim in BWL werden an vielen Fachhochschulen nicht anerkannt - und wenn dann mit einer 4.0 ....... (Uni MA schwerste BWL Uni in Deutschland)Das wird sich wohl auch nicht mit dem Bachelore ändern.....jeder Prof ist der Auffassung nur seine Prüfungen sind der Gipfel des Olymp.....Ich dachte immer, Schule sei bescheiden, aber was für ein perverses System an den Universitäten herrscht - zum Schreien und Lachen.Dabei ist das noch gar nicht so alt. Bis in die Mitte der 90er JAhre gab es keine Zeitbegrenzung im Vordiplom. Auch keine Orientierungsprüfung oder Langzeitstudiengebühren. Sicherlich haben auch viele Studenten hier einen Missbrauch betrieben, aber die universitäre ("Aus") Bildung ist mitlerweile leider teilweise schon Kafkaesk. Doktorante, die damit Pralen wieviel % ihrer Studenten durch ihre Klausur falllen - umso mehr umso besser - denn nur wer seine Studenten herausprüft macht seine Sache richtig...... wenn die Lehre - also die Qualität der Lehrenden, keinen Einfluss auf das Niveau der Noten hat - dann gehören Sie gefeuert oder sollen sich um einen Platz am Max-Plank-Institut bewerben....die Lehre gehört zur Universität und wer den Weg beschreitet, soll seinen Frust nicht an den Studenten auslassen.Wieviel persönliche Schicksale an der Universität und Sinn un Zweck einfach Zerstört worden sind, mag ich gar nicht denken. Erst heute habe ich wieder ein Bericht in der Zeitung gelesen, in dem eine Grundschullehrerin von der Schule zwangsversetzt wurde, weil ihre Schüler zu gute Ergebnisse in Vergleichstest erzielt haben - damit fällt Sie aus dem Ramen und brüskiert ihre Kollegen, die offensichtlich etwas falsch machen - trotzdem ist im deutschen Bildungssystem immer der Schüler/Student der Schuldige. Nie das System oder der Lehrbeauftragte - ganz nach preußischer Manier. "Manche Schüler sind einfach Faul und Dumm - getreu der Auffassung, dass Noten Normalverteilt sind. Wenn Einstein, Newton, Hawkins und andere internationale Spitzenphysiker in einer Klasse gelandet wären, hätten eben ein paar die 5 und die 6 im Zeugnis verdient.....Normalverteilt eben - welch ein Unsinn. In den Skandinavischen Ländern und in Japan erreichen über 90% das Abitur - in Deutschland 35%...... aber das System kann nicht Schuld sein - auch an den Universitäten das gleiche Bild - der Student ist der Schuldige.....Das der Student - vor allem aus ärmeren Verhältnissen - wesentlich härter, besser und leistungsfähiger sein muss, als sein Pendant, dessen Eltern eben vielleicht reich geerbt haben, um einen Studienabschluss zu erzielen - das sehen die Meisten eben nicht. Es fängt damit an, dass man als Student häufig weniger Geld zur Verfügung hat, als ein Hartz IV Empfänger und man jeden Cent zweimal umdrehen muss. Es geht weiter mit Auslandsaufenthalten - der Flug und ähnliches muss erst einmal finanziert werden - uvm. Es studiert sich einfach angenehmer und auch erfolgreicher, wenn man sich nicht ständig mit exstenziellen sorgen quält und jeden Cent doppelt umdrehen muss. Wie arm wir als Gesellschaft sind, noch nicht einmal Kindern und jungen Menschen das Recht auf eine Sorgenfreie Bildung zu ermöglichen - es ist eine Schande. Dabei würde es uns allen sogar langfristig nützen...... aber wer denkt schon an die Entwicklung in 20 Jahren? Das ganze verkorkste System muss endlich einmal grundlegend reformiert werden - jeder Abbrecher ist einer zuviel - ohne wird es nicht gehen (Fachwechsel) aber eigentlich ist jeder ein Zeichen für das Versagen der Lehre - so sollte es gesehen werden und nicht als Ausdruck der "Härte" und "Qualität" der Lehre - getreu dem Motto: "Wenn 90% durchfallen, sind die übrigen 10% bestimmt nicht schlecht......."

  5. wird stiefmütterlich gefördert. Will Deutschland ein Museum werden, und nur noch von ihren früheren Kulturgütern zehren? Das wird in die Hose gehen. Andere Länder sind auf der Überholspur

  6. Der Wahnsinn! Immer mehr Leute erhalten die Hochschulreife -- Deutschland wird also klüger? Von wegen! Mehr Studenten = mehr kluge Leute, die Rechnung geht leider nicht auf. Da hat wohl wieder das Milchmädchen gerechnet. Wenn man bedenkt, was für Leute heutzutage studieren, verliert man tatsächlich den Glauben an das Bildungssystem. Nicht, weil zu wenige studieren -- sondern zu viele. Der letzte Idiot von der Gesamtschule Kleinkleckersdorf hat einen Abischnitt von Einsnochwas, aber leider nicht die intellektuellen Kapazitäten, an der Uni mitzuhalten bzw. das eigentlich seitens der Uni angestrebte Niveau zu erreichen. Man lese sich doch nur mal die Examensarbeiten durch -- es packt einen das blanke Entsetzen! Zudem das ganze Geheule um die viele Arbeit: wer sich über 40(!) Stunden Uni-Arbeit pro Woche beschwert, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Woche hat übrigens 168 Stunden. Da greift das Argument, man müsse ja noch Arbeiten, um sich das Studium zu finanzieren, auch nicht mehr. Und wie soll es weitergehen? Das schlechtere Drittel eines Abiturjahrgangs studiert größtenteils auf Lehramt (tolle Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft: die Dümmsten unterrichten die Klügsten), der Rest macht eine Ausbildung (was keineswegs schlecht ist!) oder fällt dem Staat als Langzeitstudent zur Last (es sei hier bewusst provoziert), und die geschätzten oberen 40 % haben eben das Zeug, "zu studieren". Toll, bei den überfüllten Hörsälen hierzulande. Kapazitäten längst ausgelastet? "Egal, jeder soll studieren! Pferchen wir eben 3.000 Studenten in einen Hörsaal! Es wird der Qualität schon keinen Abbruch tun..." Weniger Geld für die Lehre, mehr Elite-Unis, aber jeder im Lande soll studiert haben. Professor werden will heutzutage auch kaum ein intelligenter Mensch mehr, weil er woanders (Wirtschaft oder Ausland) erheblich mehr verdient. Und sich Jahrzente als Privatdozent ohne Gehalt (!), dafür mit Sozialhilfe, durch die Unis zu schleppen, um am Ende mit mitte 40 oder 50 vielleicht eine W2-Stelle zu bekommen, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Wissenschaftler. Aber bitte nebenbei noch 100 zusätzliche inkompetente "Studenten" betreuen.Zudem: Wenn man schon Vergleiche zu anderen Ländern anstellt, sollte man bitte nicht Statistiken nicht aus dem Kontext heben. Was im Ausland alles als "Studium" gilt, heißt bei uns doch "Lehre" oder "Ausbildung". Studiert bei uns eine Krankenschwester? Nein. Ist sie deshalb notwendigerweise schlechter als in anderen Ländern? Nein. Wie man die Sache nennt, ist eigentlich irrelevant, solange die Qualität stimmt. Man sollte, statt ständig höhere Studentenzahlen zu fordern und die nicht-universitäre Ausbildung schlecht zu machen, (warum ist eigentlich immer nur von der ANZAHL der Studenten die Rede, und nie von deren QUALITÄT) mal schauen, wer denn überhaupt studieren muss. Wie viele Leute mit Hochschulabschluss braucht eine Gesellschaft? Muss der Anstreicher Kunstgeschichte studiert haben? Der Müllmann Abfallwirtschaft? Oder brauchen wir bald mehr "Gastarbeiter", die uns diese lästigen nicht-akademischen Jobs abnehmen, weil wir hier plötzlich alle ach so "klug" geworden sind und studiert haben? Drei, vier Jahre an der Uni vergeudet und doch keinen anständigen Job gefunden. So wird die Zukunft aussehen. Viel Spaß beim Verschwenden der Steuergelder, die wirklich förderbedürftige Bildungselite wird's Ihnen danken und aus dem Ausland grüßen. Das haben wir nun davon.

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    die Arbeitslosenquote ist dort viel niedriger, der Lebensstandart viel höher als in Deutschland. Je höher die Bildung, desto flexibler der Mensch!

    die Arbeitslosenquote ist dort viel niedriger, der Lebensstandart viel höher als in Deutschland. Je höher die Bildung, desto flexibler der Mensch!

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  • Quelle DIE ZEIT, 07.08.2008 Nr. 33
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