Im Zusammenhang mit dem Spekulationsskandal bei Frankreichs zweitgrößter Bank Société Générale hat die Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen einen weiteren ehemaligen Mitarbeiter der Bank eingeleitet. Der 24-jährige Thomas Mougard soll dem Händler Jérôme Kerviel (Foto) geholfen haben, falsche Daten in die Computer einzugeben. Durch die nicht genehmigten Geschäfte war die Bank nach eigenen Angaben um 4,9 Milliarden Euro geschädigt worden. Kerviel, der am Montag erneut vier Stunden lang verhört wurde, hält an der Darstellung fest, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst und ihn gedeckt, solange er Gewinne machte.

Frédéric Oudéa, der im Mai den unter Druck geratenen Daniel Bouton als Vorstandschef abgelöst hatte, gab sich am Dienstag selbstbewusst. "Wir sind aus der Affäre Kerviel gestärkt hervorgegangen", sagte er bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal. Demnach musste Société Générale von April bis Juni zwar immer noch 575 Millionen Euro abschreiben, das war aber weniger als die Hälfte der Summe, die noch im ersten Quartal im Zuge der Finanzkrise zusammengekommen war. Der Nettogewinn des Kreditinstituts betrug 644 Millionen Euro – 63 Prozent weniger als im Vorjahr, aber mehr als von Analysten erwartet. An der Börse in Paris stieg der Aktienkurs rund 4,5 Prozent. Im Jahresverlauf war er um 33 Prozent gefallen. FIN