Wirtschaftsprüfer Was wird hier wirklich kontrolliert?

Wirtschaftsprüfer werden bei Berufsbeginn öffentlich bestellt, um die Jahresabschlüsse von mittleren und großen Unternehmen zu prüfen. Die müssen sich kontrollieren lassen, wenn sie mindestens zwei von drei Kriterien erfüllen: Ihre Bilanzsumme übersteigt vier Millionen Euro, ihr Umsatz ist höher als acht Millionen Euro, und sie haben mehr als 50 Mitarbeiter. Die Unternehmen können ihren Prüfer frei wählen, sie müssen auch die Kosten der Prüfung selbst tragen. Der Preis ist Verhandlungssache, eine Gebührenordnung gibt es nicht. Die Prüfung beschränkt sich in der Regel auf Stichproben. Ist der Prüfer einverstanden mit der Bilanz, erhält das Unternehmen ein uneingeschränktes Testat. Hat er Einwände, kann es die Bilanz ändern – und erhält auch dann ein uneingeschränktes Testat. Andernfalls kann der Prüfer das Testat einschränken oder sogar versagen – was praktisch aber fast nie vorkommt.

Anders als viele Menschen meinen, ist die Prüfung kein Gesundheits-Check des Unternehmens. Es wird nur kontrolliert, ob die Zahlen ein wahres Bild der Lage geben. Die kann auch düster oder ausweglos sein.

Derzeit arbeiten 13.206 Wirtschaftsprüfer in Deutschland, darunter etwa 1700 Frauen. Hinzu kommen 3.940 vereidigte Buchprüfer, die nur mittelgroße Unternehmen kontrollieren dürfen. Prüfer zu werden ist schwer. Das Examen vor der Wirtschaftsprüferkammer gilt als eines der härtesten in Deutschland. 2007 haben es nur 52,4 Prozent der Kandidaten im ersten Anlauf bestanden.

Die meisten Wirtschaftsprüfer arbeiten in Partnerschaften mit Kollegen zusammen. Bei der Kammer sind derzeit 2.444 Prüferfirmen registriert. Den Markt dominieren indes international und national die »Big Four«, das sind die Branchenriesen PricewaterhouseCoopers, KPMG, Ernst & Young und Deloitte Touche Tohmatsu. Sie überwachen die Bilanzierung der meisten multinationalen Großunternehmen. (jun)

 
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