Kirche Ein Priester an der Grenze
Der Fall des Domkapitulars Otto M.: Wie die katholische Kirche versucht, einen Fall von sexuellem Missbrauch aufzuklären
Es ist ein ungewöhnlich leuchtender Tag, an dem sich Georg Beirer wieder einmal mit dem Dunklen beschäftigen muss. Beirer klemmt die dicke Aktentasche auf den Gepäckträger seines Fahrrads und fährt hinauf zum Domberg. Sein Rad ist violett lackiert, sein Helm giftgrün – Beirer ist Teil der sommerlichen Buntheit, die ihn umgibt: fröhliche Touristen und alter Sandstein, der erstrahlt wie frisch geputzt. Bamberg im Norden Bayerns, 70000 Einwohner, die meisten katholisch, tausend Jahre alte Kirchen, Bischofssitz. Beirer lebt gern in dieser Idylle, aber seit sechs Jahren hat er die Aufgabe, auch dorthin zu blicken, wo nur Schatten ist.
Damals, im Jahr 2002, kam an die Öffentlichkeit, dass sich in den USA Hunderte katholischer Priester an Jungen und Mädchen vergangen hatten. Wenig später wurde bekannt: In Deutschland gab es ähnliche Fälle, und die Kirche hatte fast immer vertuscht, verschwiegen, verheimlicht. Die deutschen Bischöfe gelobten Besserung, sie erließen Leitlinien, wie mit Missbrauchsfällen umzugehen sei. Dem Bamberger Erzbischof schien es besonders ernst zu sein. Er ernannte den Psychotherapeuten Georg Beirer zum »Beauftragten für die Prüfung von Vorwürfen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche«.
Heute ist Beirer, 56, mit einem Fall befasst, der für viele steht. Im Mittelpunkt: die katholische Kirche, die sich selbst als Instanz für Gut und Böse, für Schuld und Unschuld begreift. Und es zeigt sich, wie schwer sich diese Kirche noch immer damit tut, wenn es um Schuldige in den eigenen Reihen geht.
Beirer parkt sein Rad am Domplatz in einem mittelalterlichen Innenhof, ein Verwaltungsgebäude des Bistums. Gegenüber, in einem grauen Block mit kleinen Fenstern, wohnte bis vor Kurzem der Mann, der seit Wochen das Bistum in Aufregung hält: Domkapitular Otto M., 63 Jahre alt, ein Mann, dem nach der Priesterweihe eine beachtliche Karriere gelang. Bis auf die Position des Personalchefs des Bistums arbeitete er sich hoch, für 500 Mitarbeiter war er verantwortlich. Bis vor Kurzem bekannt wurde, dass Otto M. mehrere Jugendliche missbraucht haben soll.
Noch nie stand in Deutschland ein so ranghoher Priester unter Verdacht. Von 1976 bis 1991 hatte M. in Bamberg das Ottonianum geleitet, ein katholisches Jungen-Internat. M. sei ein beliebter Pädagoge gewesen, sagen ehemalige Schüler. Sie legen Wert auf die Feststellung, dass das Internatsleben nie eng, nie verklemmt gewesen sei. Neben dem kastenartigen Schulgebäude gab es einen Fußballplatz, auf der Schulbühne spielte man auch mal ein Stück von Woody Allen. Die Wohnung des Direktors lag gleich neben dem Eingang. War das der Ort, an dem M. den Schülern in die Hose griff?
Beirer drückt es anders aus. Er spricht von »Grenzverletzungen«. Es klingt, als verlasse ihn die Sprache, sobald es um Sexualität geht. Merkwürdig bei einem Psychotherapeuten. Weniger merkwürdig bei einem katholischen Theologen. Beirer ist beides. Er arbeitet freiberuflich, vor allem für Ordensgemeinschaften, er schult Führungskräfte der Diözesen und hilft Priestern in psychischer Not. Den Zölibat nennt er »eine vernünftige Lebensform«. Ein schmaler Mann ist er, mit randloser Brille und einer Aura entrückter Autorität, die ihn wie einen Pfarrer wirken lässt. Von den Vorwürfen gegen M. erfuhr die Polizei erst aus einer Bamberger Tageszeitung – eines der mutmaßlichen Opfer hatte die Presse eingeschaltet. Wollte der Theologe Beirer den Geistlichen M. schützen und hat deshalb geschwiegen?
In den Leitlinien der deutschen Bischöfe heißt es, des Missbrauchs überführte Priester dürften mit Minderjährigen nichts mehr zu tun haben. In der Obhut der Kirche aber können sie bleiben. Das unterscheidet die Kirche vom Staat. Ein wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten verurteilter Lehrer würde sofort entlassen. Bei katholischen Priestern jedoch müssen die Opfer oft hinnehmen, dass die Täter bloß versetzt werden. Dass sie zwar keine Kinder mehr um sich haben, sich aber weiterhin Menschen Hilfe suchend an sie wenden.
Im Sommer 1999 zum Beispiel wurde der damals 58-jährige Josef H., Pfarrer in drei Allgäuer Gemeinden, wegen Missbrauchs eines 15-jährigen Jungen zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Was ist aus Herrn H. geworden? Antwort des Bistums Augsburg: H. ist heute Seelsorger in einem Altenheim.
Im Sommer 2003 wurde der damals 56-jährige Bruno K., Pfarrer im hessischen Pohlheim, zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. K. hatte, wie es im Urteil hieß, »sexuelle Handlungen vor Kindern« begangen und zwei Messdienern im Pfarrhaus Pornovideos gezeigt. Was ist aus Herrn K. geworden? Antwort des Bistums Mainz: K. ist heute Seelsorger in einem Altenheim.
Im Sommer 2006 wurde der damals 62-jährige Johann P., Pfarrer im bayerischen Falkenberg, zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. P. hatte einen 16-jährigen Jungen sexuell missbraucht. Was ist aus Herrn P. geworden? Antwort des Bistums Regensburg: P. ist heute Hausgeistlicher in einem Nonnenkloster.
Beirer betritt das Verwaltungsgebäude, er stellt seine Aktentasche auf den Tisch eines Besprechungsraums. Ein Priester in grauem Jackett hat auf ihn gewartet. Georg Kestel ist Stellvertreter des Erzbischofs. Er und Beirer begrüßen sich herzlich, man duzt sich. Der Bischof hat öffentlich sein Bedauern über den Fall M. ausgedrückt, ohne das Verhalten der Kirche zu erklären. Das ist jetzt Beirers und Kestels Aufgabe.
Wo beginnen? Mit jenem, wie Beirer sagt, »äußerst angespannten« Treffen der wichtigsten Beteiligten im Oktober 2007. Einige Monate zuvor hatte sich der heute 41jährige Exinternatsschüler Erwin S. an das Ordinariat gewandt. Er sagte, er sei in den achtziger Jahren von M. missbraucht worden. Nun traf er auf Beirer, auf einen Juristen – und auf M. Der frühere Schüler habe sich die Begegnung mit dem Beschuldigten ausdrücklich gewünscht, sagt Beirer. »Er wollte ein Eingeständnis. Vielen Opfern geht es vor allem darum.« Erwin S. hat es nicht bekommen. »M. hat alles abgestritten, es stand Aussage gegen Aussage«, sagt Beirer.
Im Frühjahr 2008 jedoch kam der Therapeut in Kontakt mit drei weiteren ehemaligen Internatsschülern. Unter ihnen angeblich zwei Pastoralassistenten, heute noch Mitarbeiter der Kirche. Auch sie seien von M. missbraucht worden. Am 17. Juli sprach der letzte der drei Zeugen mit Beirer, nur mit ihm; zur Polizei wollten sie vorerst nicht. Am nächsten Tag wurde M. beurlaubt. Sonst geschah nichts. »Er sollte 14 Tage Bedenkzeit haben, um Stellung zu nehmen.« In diese Frist platzte die Enthüllung in der Lokalpresse. Erst jetzt musste M. sein Amt niederlegen.
Herr Beirer, wäre es nicht besser gewesen, Sie hätten selbst den Staatsanwalt eingeschaltet?
»Die Angelegenheit ist verjährt, zwei Juristen haben den Sachverhalt geprüft. Die Voruntersuchungen waren noch nicht abgeschlossen.«
Beirer weiß, dass der Bamberger Oberstaatsanwalt sich über das Verhalten der Kirche öffentlich gewundert hat. Ob ein Vergehen verjährt sei oder nicht, dass wolle er, der Staatsanwalt, selbst beurteilen. Beirer weiß auch, dass die Leitlinien der Bischöfe das Einschalten der Behörden vorsehen. Trotzdem sieht er keinen Anlass zur Selbstkritik. Georg Kestel, der Vertreter des Erzbischofs, schweigt. Fast immer redet Beirer. Er, der vermeintlich externe Beauftragte für sexuellen Missbrauch, sagt ständig »wir«, er meint die Kirche.
Glauben Sie Ihren drei Zeugen?
»An ihrer Glaubwürdigkeit zweifle ich nicht.«
Dann ist M. also schuldig?
»Das zu entscheiden steht mir nicht zu.«
Können Sie ihm überhaupt noch glauben?
»Er reagiert wie viele Beschuldigte, er erinnert sich nicht. Damit ihm das irgendwann doch gelingt, braucht er therapeutische Hilfe.«
Ist das noch relativieren oder schon vertuschen? Das Verhalten der Kirche erinnert an den Fall Riekhofen, der vor einem Jahr für Schlagzeilen sorgte. Damals hatte der Regensburger Bischof einen einschlägig vorbestraften Priester als Gemeindepfarrer in ein oberpfälzisches Dorf versetzt. Als sich dieser auch dort an Kindern verging, sagte Müller nicht: Wir haben einen Fehler gemacht. Er sagte: Wir können nichts dafür. Immerhin, Bamberg hat am Ende reagiert, M. ist nicht mehr im Amt.
Erwin S., dem Mann, der alles lostrat, hat sein Vorstoß nichts gebracht. Es gehe ihm psychisch sehr schlecht, heißt es. Er spricht nicht mit der Presse. Auch der Staatsanwalt hat inzwischen Zeugen gefunden, aber keine Handhabe gegen M. – alle Taten sind tatsächlich verjährt.
Herr Beirer, wo ist M. jetzt?
»An einem mir bekannten Ort. Er soll Gelegenheit erhalten, sich der Wirklichkeit und sich selbst zu stellen.«
Sich der Wirklichkeit stellen. Aber was ist die Wirklichkeit angesichts immer neuer Missbrauchsfälle in der Kirche? Die Tübingerin Ursula Gasch ist Kriminalpsychologin und Psychotherapeutin. Sie sagt, man müsse sich von dem Glauben verabschieden, wer Kinder missbrauche, sei notwendigerweise pädophil. Die wenigsten Täter seien sexuell auf kleine Jungen oder Mädchen fixiert. In der Regel dienten die Kinder als Surrogat, als Ersatzobjekt, weil ein geeigneter Sexualpartner fehle. Deshalb würden Jungen oft auch von Heterosexuellen missbraucht. Oft gehe es den Tätern weniger um Triebabfuhr als darum, Macht auszuüben, Aggressionen loszuwerden. Deshalb sei es gut möglich, dass sich ein Täter an anderen wehrlosen Opfern vergreife, an Alten oder Behinderten zum Beispiel. Ursula Gasch empfiehlt daher, auffällig gewordene Täter in keinem Fall weiterhin seelsorgerisch einzusetzen und darauf hinzuwirken, dass umfassend mit Strafverfolgungsbehörden kooperiert wird.
Herr Beirer, sollten Missbrauchstäter noch als Seelsorger arbeiten?
»Wenn es sich nicht um ganz schwere Fälle handelt und sie nicht mehr mit Kindern in Kontakt kommen, kann man das verantworten.«
Nach dem Gespräch steigt Georg Beirer wieder auf sein Rad, er fährt auf holpriger Pflasterstraße bergab, zum Fluss hin. Er lässt sich in einem Restaurant nieder, um ihn herum barocke Pracht. Beirer wirkt zufrieden mit sich. Er preist die Kirche. Wo andere »viel Negatives« wahrnähmen, sieht er »Dynamik und Offenheit«. Ein Ort des Dunklen? Beirer löffelt seine Rinderbrühe. Er ist wieder mitten im Leben.
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- Datum 25.12.2009 - 22:53 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 21.08.2008 Nr. 35
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...das war vor 1,4 Jahrtausenden! Und die Priester greifen immer noch in die Hosen von kleinen Jungen. Das Thema ist auch nicht Islam sondern die katholische Kirche. Ganz abgesehen davon das ist vom Islam auch genau so wenig halte wie vom Christentum oder Judentum. Die Religionen sind mehr als überaltert und nicht mehr Zeitgemäß. Ganz abgesehen davon ist was in einigen muslimischen Ländern betrieben wird das eine und was die katholische Kirche als absolute religöse Instanz, das über Gut und Böse verurteilt zweierlei.Ich kann nur sagen: Wer in der katholischen Kirche das Zöllibat bricht und mit einer erwachenen Frau sexuelle Aktivitäten betreibt fliegt raus. An kleinen Kindern darf man sich aber vergehen und weiter im Amt bleiben. Das darf man doch ausprechen ohne dass man gleich beschuldigt wird man würde für andere Religionen werben.
das der weltverband der pädophilen noch derartiges aufgeregtsein verursacht erscheint mir befremdlich. http://www.ignatius.com/P... würden sie dem ihr kind anvertrauen?!(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritk sachlich. Die Redaktion/jk)
Um endlich sachlich zu werden: Das wirklich Schlimme neben den Folgen für die Jungen und Mädchen ist doch die Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit wie hier des Beauftragten der Kirche. Das kann doch nicht im Sinne des Glaubens sein, die Handelnden fühlen sichaber immer sehr in ihrer Haltung, zum Wohle der Kirche, bestätigt.
ist zumindest schon mal das entsprechende Instrumentarium geschaffen worden: http://kirchensite.de/ind...und daraus:"VI. Kirchliche Strafmaßnahmen11. Bei erwiesenem Vergehen wird der Täter mit einer Kirchenstrafe belegt. ...In Einzelfällen wird eine Entlassung aus dem Klerikerstand notwendig sein."Nun harrt bei entsprechenden Fällen diese Regel zumindest in Deutschland noch ihrer Einhaltung. Um dies zu gewährleisten, böte sich eine leichte Änderung der Regel an: 11. Bei erwiesenem Vergehen wird der Täter mit einer Kirchenstrafe belegt. ...Grundsätzlich wird eine Entlassung aus dem Klerikerstand notwendig sein.
So wichtig es ist über Probleme in Gesellschaftsstrukturen zu sprechen und auch alte Vergehen nicht zu vergessen sollte man doch bedenken, dass es hier um verjährte Fälle geht und sich das falsche Verhalten der Kirche gebessert hat, schließlich spricht man über die Probleme die bestehen. Das die Bistümer die mutmaßlichen Täter in Schutz nimmt und eine Untersuchung anordnet ist auf jeden Fall besser als dem Ruf des Pöbels zu folgen und einen Verdächtigen im Schnellverfahren abzuurteilen. Abgesehen davon werden in Deutschland wie überall auf der Welt täglich Kinder von Nichtgeistlichen missbraucht. Da bei denen aber keine Millionen zu ergaunern sind und die auch keine so schönen Prügelknaben sind wie eine Institution die in der heutigen Zeit wenigstens noch versucht Werte hochzuhalten, wird das immer sehr schnell vergessen. Missbrauch ist kein kirchliches sondern ein Menschliches Problem, dem sich alle stellen müssen.
Natürlich ist Missbrauch von Kindern nicht nur ein Problem der katholischen Kirche. Aber überall dort, wo die katholische Kirche mit ihrem Absolutheitsanspruch an Moral und Ethik auftritt, in Europa, in Nord-und Südamerika und in Afrika, verwechselt sie heute Sexualität und Moral. Genauer: Sie verkündet, im alleinigen Besitz der Wahrheit über die Sexualität zu sein. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann regelmässig, dass zwischen Anspruch und der tätigen Wirklichkeit im Leben zahlreicher ihrer Priester Welten liegen. Sehr viele klerikale Zölibatäre benehmen sich vielfach so, als ob sie das Recht hätten, die Sexualität für ihre Zwecke zu instrumentalisieren: Einerseits reden sie von der "Heiligkeit" des von ihnen gespendeten Sakramentes namens Ehe, das durch sogenannten vorehelichen Geschlechtsverkehr oder durch die Anerknnung homosexueller Lebensgemeinschaften gefährdet werde, anderseits sind es nun wirklich nicht einfach nur Ausnahmen (denke ich da etwa an die entsprechenden Vorkommnisse in den USA, wo offensichtlich mehr Öffentlichkeit herrscht als etwa in Deutschland), welche sich in ihrem Privatbereich Sexualität mit Minderjährigen, das heisst mit ihnen Anvertrauten, betreiben. Die katholische Kirche hat intern ganz einfach ein gewaltiges Problem mit der Sexualität. Der Zölibat stellt wohl den Hauptgrund für diesen Umstand dar. Sexualität ist Teil des menschlichen Lebens. Niemand kann darauf einfach "verzichten". Der Verzicht bedeutet, dass sich die verzichtende Person ausserhalb ihrer eigenen menschlichen Grössenordnung, zu der Sexualtät gehört wie Essen, Trinken und der Schlaf, bewegt. Wer tut so etwas frewillig? Ich kenne die Antwort nicht, kann mir aber vorstellen, dass viele den katholischen Priesterberuf auch aus Angst vor der Sexualität wählen, um dann im Verlauf ihres Erwachsenenlebens zu entdecken, dass man eine unvollständige, eine sich selber nicht genügend verwirklichende Person ist. Angst vor Sexualität wird übrigens nach wie vor von vielen Priestern gerne geschürt. Das heisst, sie geben weiter, was sie selber erleben oder erlebt haben. Damit wird Sexualität zu einer obessiven Grösse, die jemanden in psychische und physische Problemzonen bringt. Um es deutlich darzustellen:Die katholische Kirche von heute verlangt von den Menschen bei jeder sich bietenden Gelegnheit sogenannte "Enthaltsamkeit" vor der Ehe, veredelt das, was sie als "Ehetreue"bezeichnet, wendet sich gegen den Gebrauch von Kondomen und anderen Schwangershaftsverhütungsmitteln, weil dies in ihrem dogmatisierten Fokus auf eine von ihr verteufelte Sexualität angelich gegen "Naturrecht" verstosse, verlangt von schwulen und lesbischen Menschen die totale sexuelle Enthaltsamkeit und hält statisch an einem Wertmaßstab fest, welcher den Zölibat höher stellt als die Nähe von Menschen zueinander, was unter anderem auch in der Sexualität Ausdruck findet.Inzwischen weiss man, dass zahleiche Priester ihren Zölibat nicht wirklich leben. Es exisitert ja in diesem sehr katholischen Zusammenhang nicht bloss der Missbrauch von Jungs und Mädchen, vielmehr gibt es auch zahlreiche Probleme mit unehelichen Priesterkindern, mit versteckten Frauen in Pfarrhäusern und dergleichen mehr. Solange die katholische Hierarchie so tut, als sei Sexualität ein Übel, eine Sünde, oder, andersherum: Solange die katholische Kirche ihre Macht über die Gläubigen mit Hilfe der Verteufelung der Sexualität weiterführt - und das wird sie noch lange tun, denke ich -, so lange wird es auch eine geradezu "berufungsbezogene" Missbrauchsproblematik innerhalb ihrer zölibatären Klerikerschaft geben.Kurz: Die katholische Kirche ist im Bereich Sexualität schlicht nicht glaubwürdig.Wenn Sie, thietmar, von "Pöbel" schreiben, vor dem man "Täter" im Priesterornat schützen müsse, haben Sie meiner Ansicht nach überhaupt nicht begriffen, wie verletzend und wie verheerend auf die spätere Entwicklung der sexuelle Missbrauch durch Priestertäter für Kinder ein Leben lang wirkt. Nicht zuletzt deshalb, weil die katholische Kirche Sexualität ununterbrochen als schwere Sünde verkündet und damit beispielsweise ganz bewusst unmenschlichen Schuldgefühlen Vorschub leistet..
Natürlich ist Missbrauch von Kindern nicht nur ein Problem der katholischen Kirche. Aber überall dort, wo die katholische Kirche mit ihrem Absolutheitsanspruch an Moral und Ethik auftritt, in Europa, in Nord-und Südamerika und in Afrika, verwechselt sie heute Sexualität und Moral. Genauer: Sie verkündet, im alleinigen Besitz der Wahrheit über die Sexualität zu sein. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann regelmässig, dass zwischen Anspruch und der tätigen Wirklichkeit im Leben zahlreicher ihrer Priester Welten liegen. Sehr viele klerikale Zölibatäre benehmen sich vielfach so, als ob sie das Recht hätten, die Sexualität für ihre Zwecke zu instrumentalisieren: Einerseits reden sie von der "Heiligkeit" des von ihnen gespendeten Sakramentes namens Ehe, das durch sogenannten vorehelichen Geschlechtsverkehr oder durch die Anerknnung homosexueller Lebensgemeinschaften gefährdet werde, anderseits sind es nun wirklich nicht einfach nur Ausnahmen (denke ich da etwa an die entsprechenden Vorkommnisse in den USA, wo offensichtlich mehr Öffentlichkeit herrscht als etwa in Deutschland), welche sich in ihrem Privatbereich Sexualität mit Minderjährigen, das heisst mit ihnen Anvertrauten, betreiben. Die katholische Kirche hat intern ganz einfach ein gewaltiges Problem mit der Sexualität. Der Zölibat stellt wohl den Hauptgrund für diesen Umstand dar. Sexualität ist Teil des menschlichen Lebens. Niemand kann darauf einfach "verzichten". Der Verzicht bedeutet, dass sich die verzichtende Person ausserhalb ihrer eigenen menschlichen Grössenordnung, zu der Sexualtät gehört wie Essen, Trinken und der Schlaf, bewegt. Wer tut so etwas frewillig? Ich kenne die Antwort nicht, kann mir aber vorstellen, dass viele den katholischen Priesterberuf auch aus Angst vor der Sexualität wählen, um dann im Verlauf ihres Erwachsenenlebens zu entdecken, dass man eine unvollständige, eine sich selber nicht genügend verwirklichende Person ist. Angst vor Sexualität wird übrigens nach wie vor von vielen Priestern gerne geschürt. Das heisst, sie geben weiter, was sie selber erleben oder erlebt haben. Damit wird Sexualität zu einer obessiven Grösse, die jemanden in psychische und physische Problemzonen bringt. Um es deutlich darzustellen:Die katholische Kirche von heute verlangt von den Menschen bei jeder sich bietenden Gelegnheit sogenannte "Enthaltsamkeit" vor der Ehe, veredelt das, was sie als "Ehetreue"bezeichnet, wendet sich gegen den Gebrauch von Kondomen und anderen Schwangershaftsverhütungsmitteln, weil dies in ihrem dogmatisierten Fokus auf eine von ihr verteufelte Sexualität angelich gegen "Naturrecht" verstosse, verlangt von schwulen und lesbischen Menschen die totale sexuelle Enthaltsamkeit und hält statisch an einem Wertmaßstab fest, welcher den Zölibat höher stellt als die Nähe von Menschen zueinander, was unter anderem auch in der Sexualität Ausdruck findet.Inzwischen weiss man, dass zahleiche Priester ihren Zölibat nicht wirklich leben. Es exisitert ja in diesem sehr katholischen Zusammenhang nicht bloss der Missbrauch von Jungs und Mädchen, vielmehr gibt es auch zahlreiche Probleme mit unehelichen Priesterkindern, mit versteckten Frauen in Pfarrhäusern und dergleichen mehr. Solange die katholische Hierarchie so tut, als sei Sexualität ein Übel, eine Sünde, oder, andersherum: Solange die katholische Kirche ihre Macht über die Gläubigen mit Hilfe der Verteufelung der Sexualität weiterführt - und das wird sie noch lange tun, denke ich -, so lange wird es auch eine geradezu "berufungsbezogene" Missbrauchsproblematik innerhalb ihrer zölibatären Klerikerschaft geben.Kurz: Die katholische Kirche ist im Bereich Sexualität schlicht nicht glaubwürdig.Wenn Sie, thietmar, von "Pöbel" schreiben, vor dem man "Täter" im Priesterornat schützen müsse, haben Sie meiner Ansicht nach überhaupt nicht begriffen, wie verletzend und wie verheerend auf die spätere Entwicklung der sexuelle Missbrauch durch Priestertäter für Kinder ein Leben lang wirkt. Nicht zuletzt deshalb, weil die katholische Kirche Sexualität ununterbrochen als schwere Sünde verkündet und damit beispielsweise ganz bewusst unmenschlichen Schuldgefühlen Vorschub leistet..
(Die Redaktion /ft)
Solche Vorkommnisse zeigen, dass sich eine Entwicklung, die ein Geistlicher auf sich nehmen und mit großen Anstrengungen auch durchlaufen kann, nicht per Vorschrift einfach "in die Welt setzen" lässt. Die Freiheit von den Anwandlungen unserer Biologie öffnet unserem Geist Türen zu Welten, wo die Auseinandersetzungen der Geschlechter überflüssig sind. Gleichzeitig fordert er von Menschen, die diesen Weg nicht wirklich gehen wollen, die nicht enden wollende Auseinandersetzung mit dem ständigen Drängen der körperlichen Überlebensbedürfnisse, bei der es zu einer Kapitulation kommen kann, wenn das Verbot eine Hürde geblieben ist, mit der man sich notgedrungen arrangiert hat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mönchspfeffer "In den Klostergärten des Mittelalters wuchsen neben Gewürz- und Heilpflanzen auch Pflanzenarten, die der „Abkehr von weltlicher Liebe“ dienten. ... " ;-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Mönchspfeffer "In den Klostergärten des Mittelalters wuchsen neben Gewürz- und Heilpflanzen auch Pflanzenarten, die der „Abkehr von weltlicher Liebe“ dienten. ... " ;-)
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