Norman Foster "Wir brauchen Hochhäuser"

Eine neue Urbanisierungswelle erfasst die Welt: Warum das Zeitalter der Einfamilienhäuser zu Ende geht und sich unsere Städte rapide verändern werden. Ein Gespräch mit dem Architekten Norman Foster über das Bauen der Zukunft und seine Liebe zum Risiko

Der Lord lässt warten. Viele Monate hat es gedauert, wurde über das Wann und Wo des Interviews verhandelt, und als es schließlich so weit sein soll, muss Norman Foster doch wieder rasch nach Moskau, Abu Dhabi, Peking oder in eine der vielen anderen Städte, in denen er plant und baut. Seit über 40 Jahren ist Foster im Geschäft, er hat viele Rekorde gebaut, die größten, längsten und teuersten Gebäude der Welt, hat alle wichtigen Architekturpreise und Auszeichnungen gewonnen, wurde sogar zum Lord erhoben – und doch, sein Ruhm wächst noch immer. Mit einem Bürohaus in Ipswich und einem Flughafen in Stansted hat er schon früh Architekturgeschichte geschrieben, seither werden viele Bürohäuser und Flughäfen anders gebaut als zuvor. Auch die ökologische Bauweise hat er vorangetrieben, nicht zuletzt durch seinen Commerzbank-Turm in Frankfurt und den Umbau des Reichstags in Berlin. Aber das alles wirkt fast bescheiden im Vergleich zu den Projekten, die er mit seinem Büro heute bearbeitet. Gigantische Hochhäuser soll er bauen, ganze Städte werden bei ihm in Auftrag gegeben, immer heißer scheint die Architekturmaschine Foster zu laufen. Doch als wir uns endlich treffen in einem Hotelgarten am Genfer See, fällt alle Hektik von ihm ab. Foster kommt gerade aus dem Büro; er arbeitet jetzt viel in der Schweiz, hier hat er sein Zuhause, und hier lebt seine junge Familie.

DIE ZEIT: Lord Foster, darf ich gleich eine naive Frage stellen: Wenn ich einmal auf die Idee käme, mir in Hamburg ein kleines Haus zu bauen, vier Zimmer vielleicht, 140 Quadratmeter, könnte ich Sie dann anrufen und Ihr Büro damit beauftragen?

Norman Foster: Das ist keine naive, das ist eine schwierige Frage.

ZEIT: Warum?

Foster: Weil ich jetzt sehr diplomatisch sein muss.

ZEIT: Heißt das, Sie geben mir einen Korb?

Foster: Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe nichts gegen kleine Aufträge. Manche glauben ja, dass unser Büro nur Superlative baue. Aber das stimmt nicht, wir entwerfen sogar Möbel oder Türklinken. Schauen Sie mal hier (er klappt ein schwarzes Skizzenbuch auf), ich muss nur ein paar Seiten umblättern, schon sehen Sie, wie vielfältig die Dinge sind, mit denen ich mich beschäftige. Manche sind riesig, andere winzig.

ZEIT: Und warum dann nicht ein Hamburger Häuschen?

Foster: Wir bekommen einfach sehr, sehr viele Anfragen. Und wir können unmöglich all das machen, worum man uns bittet.

ZEIT: Auch nicht mit Ihren 1200 Mitarbeitern?

Foster: Auch mit denen nicht. Deshalb müssen wir auswählen, und meistens wählen wir Projekte aus, die uns ungewöhnlich erscheinen, durch die wir also etwas Neues entwickeln und entdecken können. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich für manche Aufträge vor allem aus persönlichen Gründen begeistere. Bei der New Yorker Public Library war das zum Beispiel so.

ZEIT: Was verbindet Sie mit ihr?

Foster: Das wusste ich auch erst nicht so genau. Ich fuhr nach New York und unterhielt mich mit dem Direktor darüber, wie sie das eindrucksvolle alte Gebäude umbauen wollten. Ich erfuhr, wie unglaublich beliebt die Bibliothek ist und dass sie auch in unserem digitalen Zeitalter weiterhin dringend gebraucht wird, weil sie so vielen Menschen einen Zugang zu Bildung und Wissen ermöglicht. Als ich dann nach London zurückkam, wurde mir klar, wie wichtig für mich selbst so eine Public Library einmal war, in meiner Jugend in Manchester. Vermutlich hat mich kein anderes Gebäude so sehr geprägt wie diese Bibliothek (er zeichnet mit einem Bleistift den Grundriss des Lesesaals).

ZEIT: Meinen Sie damit auch die Architektur dieses Gebäudes?

Foster: Indirekt schon, denn ich bin ja in einem sehr armen, heruntergekommenen Teil von Manchester aufgewachsen. Meine Eltern waren einfache Arbeiter, und auch sonst gab es in meinem Umfeld niemanden, der je auf die Idee gekommen wäre, eine Universität zu besuchen. Ich habe es wirklich dieser Bibliothek zu verdanken, dass ich zu dem wurde, was ich heute bin. Erst dort habe ich die Architektur für mich entdeckt, Bücher über Frank Lloyd Wright zum Beispiel. Von denen kam ich gar nicht wieder los.

ZEIT: Die Bücherei als ein zweites Zuhause.

Foster: In gewisser Weise war das so. Und wissen Sie, was das Verrückte ist? Als wir mit den Planungen für den Umbau in New York begannen, stellte sich heraus, dass es eine weit tiefere Verbindung zwischen den Bibliotheken in Manhattan und in Manchester gibt, als ich dachte. Beide Gebäude verdanken sich den Spenden desselben Mannes, Andrew Carnegie. Sie sehen also, warum mir dieses Projekt am Herzen liegt.

ZEIT: Wie kam es denn, dass Sie als Kind so ein Büchernarr waren?

Foster: Das frage ich mich auch manchmal. Man könnte meinen, ich sei einsam gewesen, aber das war ich nicht. Es war eher eine Art private Liebesaffäre, so muss man das wohl nennen. Im Unterricht kam Architektur nicht vor, es gab auch sonst niemanden, mit dem ich mich darüber hätte austauschen können. Und so war ich recht belesen, ohne es zu wissen. Ich las Henry-Russell Hitchcocks In the Nature of Materials oder Toward an Architecture von Le Corbusier. Obwohl, lesen ist fast das falsche Wort. Ich versank in diesen Büchern.

ZEIT: Wie alt waren Sie da?

Foster: Vielleicht vierzehn, fünfzehn. Mit sechzehn war ich fertig mit der Schule.

ZEIT: Und Ihre Schulkameraden? Die lasen vermutlich Comics?

Foster: Natürlich, manche schon. Mein Flash Gordon war aber nun mal Frank Lloyd Wright.

ZEIT: Sie meinen, Sie lasen Architekturbücher wie Science-Fiction-Comics?

Foster: Für mich waren das Abenteuerbücher. Da öffnete sich eine Welt, die mir völlig fremd war, eine Welt der Utopie, wenn Sie so wollen, weit weg von Manchester. Und ich wollte weit weg. Leider fehlte mir das Geld, ich bekam auch keine Stipendien. Sie glauben gar nicht, was ich damals alles gemacht habe, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Bei einem Bäcker habe ich gearbeitet, ich habe Möbel verkauft, einen Eiswagen gefahren, sogar in einer Disco hatte ich einen Job.

ZEIT: Als Discjockey?

Foster: Nein, als Türsteher. Na ja, geschadet hat es mir wohl nicht, jedenfalls entwickelte ich damals das starke Bedürfnis, es irgendwann einmal allen zu zeigen. Ich wollte da raus, und zumindest mit dem Fahrrad bin ich auch oft rausgefahren. Das Fahrrad war für mich sehr befreiend. Bis heute liebe ich das Radfahren, genauso wie das Fliegen.

ZEIT: Und wohin sind Sie gefahren?

Foster: Ich bin meiner Manie hinterhergeradelt, könnte man sagen. Ich habe mir Häuser angesehen, ich war auf der Suche nach schönen Gebäuden. Das Daily Express Building hat mich zum Beispiel sehr begeistert, aus den dreißiger Jahren, wunderbar gekurvt, mit schwarzem Glas. Aber nicht nur die klassische Architektur hat mich interessiert, ich habe mir auch ganz einfache Bauten genau angesehen, Scheunen oder Windmühlen. Mit der Zeichnung von so einer Windmühle habe ich dann sogar einen Preis gewonnen.

ZEIT: Was war das für ein Preis?

Foster: Es gab eine Silbermedaille des Royal Institute of British Architects. Nur selten habe ich mich so gefreut wie über diesen Preis damals, das können Sie mir glauben. Ich hatte mit dem Studium begonnen, und wir sollten, so wie in jedem Sommer, ein Gebäude zeichnen, und zwar so exakt, dass ein anderer es hätte nachbauen können, nur anhand der Maße. Zum Glück hat das niemals jemand versucht. Jedenfalls war es üblich, dass man sich für diese Aufgabe ein altes, ehrwürdiges Gebäude aussuchte, gregorianische Wohnhäuser, so etwas. Ich war, glaube ich, der erste Student, der das infrage gestellt hat. Ich habe Gebäude gezeichnet, die gar nicht als Architektur galten, die Windmühle zum Beispiel. Und vermutlich wäre ich damit bei den Professoren durchgefallen, hätte ich nicht den Preis bekommen. 100 Pfund waren für mich eine wahnsinnige Summe!

ZEIT: Was haben Sie damit gemacht?

Foster: Ich habe sie sofort für eine Reise ausgegeben. Ich bin nach Skandinavien gefahren, weil ich mir die sozialen Projekte dort anschauen wollte. Damals habe ich mir auch die Häuser von Jørn Utzon angesehen, lange bevor er in Sydney die Oper baute. Und dann natürlich Italien. Vor allem die Plätze hatten es mir angetan, die öffentlichen Räume. Die habe ich analysiert, die Piazza del Campo in Siena habe ich ausgemessen, in Verona den Hauptplatz und vieles mehr. Meine Kommilitonen fanden das, glaube ich, ziemlich albern.

ZEIT: Warum das?

Foster: Viele Architekten interessieren sich für Architektur und nur für Architektur. Die müssen das Wort Infrastruktur nur hören, schon zucken sie zurück. Das sollen gefälligst die Stadtplaner machen, sie selbst wollen damit nichts zu tun haben. Doch was wären wir ohne Infrastruktur? Das kann jeder an sich selbst beobachten: Wenn Sie von Hamburg nach Genf reisen, was bestimmt denn dann Ihren Eindruck von der Stadt? Vor allem doch wohl die Art und Weise, in der Sie sich durch den städtischen Raum bewegen, ob es in diesem Raum laut ist, ob es stinkt oder ob Sie sich eingeladen fühlen. Auf die Architektur kommt es doch erst einmal nicht so sehr an.

ZEIT: Wollen Sie etwa sagen, die Architekten nehmen sich selbst zu wichtig?

Foster: Genau. (beugt sich vor zum Mikrofon) Liebe Architekten der Welt, könnt ihr mich hören? Bitte nehmt euch selbst nicht so wichtig!

ZEIT: Gilt das auch für Sie selbst? Ihre Architektur ist ja nicht gerade dafür bekannt, besonders bescheiden zu sein.

Foster: Ich warne nur vor Überheblichkeit. Es gibt viele Dinge auf der Welt, die wichtiger sind als Architektur. Das heißt allerdings nicht, dass ich mich von meinen architektonischen Ansprüchen verabschieden würde. Wenn ich zum Beispiel in London die Millennium Bridge baue, dann ist es für mich schon von Bedeutung, wie sie aussieht, wie sie konstruiert ist. Aber viel entscheidender als das Aussehen ist doch, dass jährlich sieben Millionen Menschen über diese Brücke gehen und dass die beiden Stadtteile, die sie verbindet, ungeheuer belebt werden. Das ist es, was ich meine. Um diese Art von Infrastruktur geht es mir.

ZEIT: Heißt das, Technik geht vor Gestaltung?

Foster: Warum wollen Sie das eine gegen das andere ausspielen? Der technische Fortschritt war für die Architektur immer schon wichtig, das ist schon seit Stonehenge so. Und Infrastruktur ist für den Stadtkörper nun mal das Skelett, und was wäre ein Körper ohne Skelett? Umgekehrt braucht das Skelett natürlich Fleisch und Haut und Haare, eine attraktive äußere Erscheinung. Mit einem Wort: gute Architektur.

ZEIT: Was würden Sie darunter verstehen?

Foster: Darauf gibt es natürlich viele Antworten, jeder hat da seine eigenen Ansichten. Mir gefällt vor allem Architektur, die klar ist, offen und hell.

ZEIT: Könnte man auch sagen: kühl, sachlich und glatt?

Foster: Ich weiß schon, worauf Sie anspielen. Es gibt Kritiker, die meine Gebäude zu nüchtern finden. Aber das verstehe ich nicht. Mir gefallen die Weite, die Transparenz, ich möchte die Sonne hereinlassen – und was sollte daran glatt und kühl sein? Außerdem stört es mich auch, wenn so getan wird, als sei Architektur vor allem eine Frage der Ästhetik. Natürlich ist Ästhetik wichtig, aber sie ist kein Selbstzweck, kein Wert an sich. Es geht mir immer auch um die soziale Dimension. Es geht mir um eine menschliche Architektur.

ZEIT: Sagt das nicht jeder Architekt?

Foster: Das mag sein, mir aber ist es sehr ernst damit. Und wir haben das oft erlebt, wie sehr ein Gebäude das Leben von Menschen verändert. Wenn Schüler aus einem dunklen Gebäude ausziehen und in einen gut gestalteten Neubau übersiedeln, dann kann das nicht nur ihr Verhalten verändern, es kann auch dazu führen, dass sich ihre Leistungen verbessern.

ZEIT: Haben Sie das selbst beobachtet?

Foster: Dazu gibt es sogar zahlreiche Studien. Nun will ich damit nicht sagen, dass die Architektur etwas Magisches wäre, so ein Zauberding, das den Menschen verwandelt. Sie ist immer nur eine Komponente, aber keine unwichtige. Ein kluger Grundriss kann es zum Beispiel möglich machen, dass neue Unterrichtsmethoden ausprobiert werden. Aber es fängt schon bei der Atmosphäre an. Wenn es keine dunklen Korridore mehr gibt, in die jemand hineingejagt werden kann, und auch sonst keine Räume, die einschüchternd oder bedrängend wirken, dann fühlen sich die Schüler viel wohler, viel freier. Und das hat natürlich Auswirkungen auf das Lernen, das ist wissenschaftlich bewiesen.

ZEIT: Lassen Sie sich von solchen Studien leiten?

Foster: Wir schauen uns diese Studien jedenfalls sehr genau an. Außerdem bringt ja jeder von uns seine eigenen persönlichen Erfahrungen mit, zum Beispiel wenn es darum geht, ein Krankenhaus zu bauen. Das wird doch niemand bestreiten, dass man in einem Zimmer mit schöner Aussicht sehr viel schneller wieder gesund wird. So habe ich es jedenfalls selbst erlebt.

ZEIT: Gute Architektur wäre also eine, die sich nach den Erfahrungen des Menschen richtet.

Foster: Im 20. Jahrhundert wollten Architekten den Menschen neu erfinden; es war ein Irrweg. Man muss weder den Menschen noch die Architektur neu erfinden, oft reicht es, wenn man sich anschaut, wie ungeheuer reich und vielfältig die Bauten sind, die im Laufe der Jahrtausende errichtet wurden. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, zum Beispiel wenn ich im Engadin mit dem Fahrrad unterwegs bin. In vielen Dörfern gibt es keine gerade Straße. Man muss durch enge Kurven fahren und kann nur im Spiegel erkennen, ob einem jemand entgegenkommt. Das finden die Touristen schön, und es gibt auch einen praktischen Nutzen. Denn so kann der Wind nicht direkt durchs Dorf pfeifen. Man könnte sagen, das ist wie beim Feng-Shui, nur eben auf Schweizer Art. Von solchen Modellen kann man lernen, man kann sich von der Geschichte vieles abgucken.

ZEIT: Da spricht Lord Foster, der Traditionalist.

Foster: Wer weiß, vielleicht bin ich ja wirklich ein Traditionalist. Ich will aus der Geschichte lernen, genauso wie ich von anderen Kulturen oder von der Natur lernen will, ich weiß nicht, was daran falsch sein sollte. Allerdings käme ich nicht auf die Idee, die Formen der Vergangenheit einfach zu kopieren. Warum sollte ich das tun, das hat man in früheren Zeiten ja auch nicht gemacht, man hat immer einen Ausdruck für seine Zeit gesucht. Außerdem sind heute unsere Bedürfnisse andere, zum Beispiel wollen wir schneller vorankommen. Für Autos sind die alten Städte nun mal nicht geschaffen.

ZEIT: Deshalb wurde die autogerechte Stadt erfunden – mit den bekannten Folgen.

Foster: Aber diese Stadt hat sich ja auch überlebt, das erleben wir doch gerade. Natürlich, das Auto hat unsere Städte komplett verändert, plötzlich konnte man weit draußen wohnen, und die Landschaft wurde zersiedelt. Aber das Auto wird an Bedeutung verlieren, wir müssen wegkommen vom Öl, wegkommen von Transportmitteln, die dem Klima schaden. Und das heißt in der Konsequenz: Unsere Städte werden sich wiederum verändern. Wir erleben gerade einen Epochenwechsel.

ZEIT: Noch ist davon nicht viel zu sehen.

Foster: In der Tat. Das liegt vor allem daran, dass wir hier in Europa und auch in den USA furchtbar lahm sind in unserem Denken. Aber schauen Sie sich an, was im Nahen Osten passiert, in Abu Dhabi zum Beispiel. Dort bauen wir gerade Masdar, die erste CO₂-neutrale Stadt der Welt, für über 50000 Bewohner. Die Verantwortlichen dort sind ungeheuer schlau, die warten nicht, bis ihnen das Öl ausgeht, die fangen heute damit an, für eine Zukunft ohne Öl zu planen. Stellen Sie sich vor, schon 2018 soll die Stadt stehen. Das ist ungefähr so, als wollten wir in zehn Jahren den Mond besiedeln.

ZEIT: Aber die Pläne stehen?

Foster: Nein, wir wissen weiterhin nicht, wie wir das hinbekommen werden. Viele technische Lösungen müssen wir erst noch entwickeln, wir brauchen neue, intelligente Materialien, ein neuartiges Glas zum Beispiel, das nicht nur gut isolierend wirkt, sondern auch noch wie eine Solarzelle funktioniert und Energie produziert. Vor allem ist es aber auch bei diesem Projekt wichtig, möglichst viel aus der lokalen Bautradition zu lernen.

ZEIT: Gibt es diese Tradition überhaupt noch?

Foster: Vieles ist bereits verloren, da haben Sie recht. Auch dort regiert das Auto, und die Bauvorschriften verbieten es, die Straßen so eng zu bauen, wie sie einst gebaut wurden. Aber die Vorteile dieser sehr dichten Bauweise sind nicht zu übersehen. In den Innenhöfen einer traditionellen Stadt liegen die Temperaturen oft unter 50 Grad.

ZEIT: Nicht gerade sehr angenehm.

Foster: Nein, nein, das ist sehr angenehm im Vergleich zu den Temperaturen in der Wüste, wo es oft 67 Grad heiß ist. Wir müssen also sehen, wie wir es schaffen, mit Höfen und Windtürmen und Wasser die natürliche Kühlung zu nutzen. Und wir müssen überlegen, welche Alternativen wir zum Auto anbieten können. Nur so können wir unser Ziel erreichen: eine Stadt, die ihren eigenen Strom, ihr eigenes Wasser produziert und ohne fossile Brennstoffe auskommt.

ZEIT: Aber das Auto ist nicht nur ein Transportmittel, es ist vor allem ein Fetisch.

Foster: Das darf es auch ruhig so bleiben, ich will das Auto ja nicht abschaffen. Aber ich beobachte schon heute, dass es für viele Menschen der größte Luxus ist, nicht mit dem Auto fahren zu müssen. Es ist ein Luxus, alles zu Fuß erreichen zu können, den Obsthändler, den Arzt, das Kino. Deshalb sind ja die Lagen in der Innenstadt oft ungeheuer begehrt, in London zum Beispiel Notting Hill oder Chelsea. Sie sind sogar so begehrt, dass die Wohnungen für die meisten Menschen unerschwinglich sind.

ZEIT: Und das heißt?

Foster: Wir müssen die Regeln neu bestimmen. In allen Städten der Welt ist der Energieverbrauch dort am niedrigsten, wo die Wohndichte am höchsten ist. Zugleich sind die dichten Stadtquartiere oft so beliebt, dass sie sich nur wenige leisten können. Warum also sollten wir nicht mehr davon bauen, erschwinglich und energiesparend?

ZEIT: Beliebt sind die Quartiere aber vor allem deshalb, weil es gewachsene Quartiere sind, es gibt viele kleine Länden und Kneipen, und die Architektur ist meist alt. Kann man das nachbauen?

Foster: Das ist ein wichtiger Aspekt . Ich überlege gerade, ob es nicht auch Beispiele dafür gibt, dass dicht bebaute Stadtteile der Gegenwart gut angenommen werden. Offen gestanden: Das ist gar nicht so einfach…

ZEIT: Vielleicht liegt das daran, dass sich große Hochhausprojekte leichter einprägen?

Foster: Das mag sein.

ZEIT: Sie haben ja schon oft riesige Hochhäuser gebaut. Zerstören Sie damit nicht die kleinteiligen Stadtstrukturen, die Sie sich eigentlich wünschen?

Foster: Nein. Schauen Sie sich zum Beispiel unseren Russia Tower in Moskau an. Dort wird genau das realisiert, wovon ich eben gesprochen habe. Eigentlich ist dieser Turm ein kleines Stadtquartier mit allem, was dazugehört, mit Wohnungen, Hotels, Büros, einem Kino und Läden und Gärten. Nur ist es eben ein vertikales Stadtquartier. So einen Turm kann man nicht überall bauen, das ist schon richtig. Aber in vielen Teilen der Welt geht es gar nicht anders als mit Hochhäusern.

ZEIT: Warum das?

Foster: Weil wir im Moment eine gewaltige Urbanisierungswelle erleben, die noch weit größer ist als die des 19. Jahrhunderts. Allein in China werden in den nächsten zehn Jahren über 400 neue Flughäfen gebaut. Wir müssen verhindern, dass die Zersiedelung weiter fortschreitet, schon wegen des Klimawandels kann es nicht sein, dass unser Lebensmodell mit den vielen kleinen Einfamilienhäusern überall kopiert wird. Deshalb brauchen wir Dichte, wir brauchen Hochhäuser, die ein grünes, menschenfreundliches Leben in der Höhe ermöglichen. Und technisch lässt sich das ja durchaus machen, das haben wir in vielen Projekten gezeigt, denken Sie nur an den Commerzbank-Turm in Frankfurt. Viele unserer Gebäude sparen Energie, und sie schaffen ein viel angenehmeres Arbeits- und Wohnklima. Unsere Architektur hat eine technische und eine soziale Dimension.

ZEIT: Und eine sportive Dimension. Ich meine das »Höher, größer, weiter«. Sie haben immer wieder Gebäude von extremen Ausmaßen entworfen.

Foster: Das kann ich nicht leugnen . Ich liebe nun mal die Herausforderung, ich liebe das Risiko.

ZEIT: Und Ihr sportlicher Ehrgeiz ist auch nicht gerade unterentwickelt.

Foster: Ich bin in diesem Jahr wieder beim Engadin Skimarathon mitgelaufen, das hat mir wirklich sehr großen Spaß gemacht. Es war ein starkes Läuferfeld, ich habe mich aber, glaube ich, ganz gut gehalten. Das ist ein Vorteil, wenn man hier in der Schweiz lebt, man hat die Berge, man hat den Schnee. Auch wenn ich Rad fahren will, muss ich nur mein Fahrrad aus dem Haus holen, und los geht’s. In London ist das viel mühsamer: erst ins Auto, dann eine Stunde fahren, dann aufs Rad, dann wieder eine Stunde im Auto.

ZEIT: Die dicht bebaute Stadt hat also nicht unbedingt nur Vorteile.

Foster: Trotzdem möchte ich auch London nicht missen. Ich lebe hier und dort, ich bin viel unterwegs, oft bin ich in einer Woche auf zwei, drei Kontinenten. Mir gefällt das, ich liebe das Fliegen. Schon als Kind war ich von Modellflugzeugen begeistert.

ZEIT: Heute fliegen Sie Ihr eigenes Flugzeug, Sie bauen Flughäfen, Sie haben sogar einmal gesagt, das schönste Stück Architektur, das Sie kennen, sei eine Boeing747.

Foster: Ach, das war bei so einer Umfrage. Auch viele Kollegen wurden damals befragt, und alle hatten sich für irgendeine Kirche oder für ein Museumsgebäude entschieden. Da musste ich einfach ein bisschen sticheln.

ZEIT: Vermutlich ist es kein Zufall, dass Ihre Architektur die Flugzeug-Ästhetik aufnimmt.

Foster: Die romantische Idee vom Fliegen, die lässt mich nicht los. Das Flugzeug, dieser Körper im Raum, scheinbar schwerelos, unabhängig von allem, ganz und gar sein eigenes System, mit eigenem Wasser, sogar mit eigener Luft, das fasziniert mich. Und dann dieses Gefühl, dass sich dort oben eine größere Perspektive auftut. Einige der eindrucksvollsten Bücher, die ich kenne, zeigen die Erde aus der Luft, der Blick auf die Welt verändert sich. Das gefällt mir.

ZEIT: Und das spiegelt sich in Ihrer Architektur?

Foster: Eine schwierige Frage. Vielleicht könnte man sagen, dass meine Bauten auch den weiten Blick erlauben, dass sie dazu einladen, ins Offene zu schauen. Da fällt mir die Geschichte von Constantin Brâncuşi und Marcel Duchamp ein. Kennen Sie die?

ZEIT: Nein.

Foster : Die beiden gingen gemeinsam zu einer Flugschau. Bis dahin hatte Brâncuşi, der aus Rumänien stammte, meist Skulpturen aus Holz gemacht, sehr stämmig, sehr erdverbunden. Dann sah er die glänzenden Propeller aus Metall, wie sie im Sonnenlicht blitzten, und das veränderte ihn über Nacht. Er entwarf die wunderbarsten Metallskulpturen, weich und gleitend, nur noch der Sockel war sehr rumänisch.

ZEIT: Brâncuşi, Ihr Bruder im Geiste?

Foster: Unbewusst auf jeden Fall. Und natürlich versuche ich meine Gebäude so leicht und schwebend wie möglich zu entwerfen. Deshalb faszinieren mich auch Flughäfen wie in Hongkong oder in Peking, weil da Architektur und Fliegerei zusammenfinden.

ZEIT: Ob nun diese beiden Flughäfen, ob der Riesenturm in Russland oder die Ökostadt in Abu Dhabi – viele Ihrer Auftraggeber stammen nicht aus dem Westen. Sie bauen für undemokratische Regime. Warum tun Sie das?

Foster: Warum sollte ich das nicht tun? Es eröffnen sich dort ungeahnte Möglichkeiten, es wird radikal gedacht und radikal entschieden. Dort dauern Entscheidungen, für die man bei uns zehn Jahre braucht, höchstens zehn Monate.

ZEIT: Gerade im Fall China haben sich einige Ihrer Kollegen, Daniel Libeskind zum Beispiel, aus moralischen Gründen dafür entschieden, dort keine Aufträge anzunehmen.

Foster: Wissen Sie, die Welt ist nicht so schwarz und weiß, wie es manche gern hätten. Viele Länder, die einstmals strenge Diktaturen waren, erleben im Moment eine ungeheure Umwälzung, es entwickelt sich ein Prozess der Öffnung. Und ich finde, dass man diesen Prozess befördern muss. Wie will man das aber machen, wenn man die Rollläden runterlässt? Was mir bei der ganzen Diskussion nicht behagt, ist die Arroganz vieler Kritiker hier im Westen. Als hätten wir nicht Jahrhunderte gebraucht, um unsere Demokratien zu entwickeln. Als wären wir Heilige, als gäbe es nicht auch bei uns Verstöße gegen die Menschenrechte, in Guantánamo zum Beispiel. Die Frage nach der Moral ist eben in Wirklichkeit eine ungeheuer komplizierte Frage.

ZEIT: Wo würden Sie denn für sich die Grenze ziehen? Könnten Sie sich vorstellen, im Auftrag der chinesischen Regierung ein neues Mausoleum für Mao zu entwerfen?

Foster: Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Aber auch im Westen nehme ich manche Aufträge aus moralischen Gründen nicht an. Zum Beispiel wollte das Britische Filminstitut, dass wir ihm ein Archivgebäude errichten. Doch hätte das wegen bestimmter Chemikalien eine nicht geringe Explosionsgefahr mit sich gebracht, und weil das Grundstück für das Gebäude an einige Wohnhäuser grenzt, schien uns das keine gute Idee zu sein.

ZEIT: Und ist der Bau von Flughäfen für Sie auch eine moralische Frage?

Foster: Warum sollte es?

ZEIT: Sie plädieren für ökologisches Bauen, Sie wollen dem Klimawandel vorbeugen – da müssten Sie doch eigentlich ein Feind der Flughäfen sein.

Foster: Dafür liebe ich das Fliegen zu sehr.

ZEIT: Wird es in 20 Jahren, wenn uns das Kerosin ausgegangen sein wird, nicht ohnehin zu Ende sein mit der Vielfliegerei? Was passiert dann mit den vielen Flughäfen?

Foster: Ach, das sind dann tolle Grundstücke, auf denen man die Städte der Zukunft bauen kann . Aber wer weiß schon, was in 20 Jahren sein wird? Vielleicht haben wir bis dahin ganz neue Motoren entwickelt oder ganz andere Arten von Treibstoff.

ZEIT: Sie bleiben Optimist?

Foster: Natürlich, als Architekt muss man Optimist sein. Ohne Optimismus könnte ich gar nicht bauen. Und ich hoffe, dass meine Architektur auch eine Architektur des Optimismus ist. Dass sie etwas Lichtes, etwas Erhebendes ausstrahlt.

ZEIT: Vielleicht kann man sagen: Es ist eine Architektur des Aufsteigens, des Wegkommens. Gibt es für Sie auch eine Architektur des Ankommens?

Foster: Oh, es gibt für mich viele Orte, an denen ich ankommen kann. Ich lebe mit meiner Familie in London, in Madrid, in St. Moritz oder hier am Genfer See.

ZEIT: Und Heimat, gibt es die für Sie auch?

Foster: Oh ja, meine Heimat ist hier, in der Schweiz.

ZEIT: Was genau ist denn für Sie Heimat?

Foster: Ich glaube, Heimat ist dort, wo die meisten Bücher sind. Außerdem lebt hier meine Familie, hier gehen die Kinder zur Schule. Die Schweiz ist ein großartiges Land, so viele Sprachen werden hier gesprochen, und man kann von einer zur nächsten wechseln, wie es einem gerade gefällt. Meine beiden Kinder sprechen neuerdings Deutsch miteinander und finden es natürlich sehr lustig, wenn ich sie nur bruchstückhaft verstehe.

ZEIT: Und haben Sie den Eindruck, dass die Schweiz mit ihrer Bodenständigkeit Ihre Architektur verändert – sozusagen ein umgekehrter Brâncuşi-Effekt?

Foster: Verändert? Bei der Chesa Futura in St. Moritz habe ich mit Schindeln gearbeitet, aus Lärchenholz. Das hätte ich mir vor ein paar Jahren nicht träumen lassen. Und doch, wissen Sie, so schrecklich viel wird sich nicht verändern. Ich bin ein globalisierter Mensch und werde es bleiben.

Das Gespräch führte Hanno Rauterberg

»Liebe Architekten der Welt, könnt ihr mich hören? Bitte nehmt euch selbst nicht so wichtig! Ich warne vor Überheblichkeit«»Warum soll ich nicht für undemokratische Regime bauen? Als gäbe es nicht auch bei uns Verstöße gegen Menschenrechte«»Ich hoffe, dass meine Architektur eine Architektur des Optimismus ist. Dass sie etwas Lichtes, etwas Erhabenes ausstrahlt«

Foto (Ausschnitt): Barbara Straubach/arturimages (o.); Computeranimation (Ausschnitt): Foster+ Partners (u.) Fotos (Ausschnitte): Grant Smith/VIEW/arturimages(o.); Thomas Spier/arturimages(u.) Foto [M]: Alessandro Albert/GraziaNeri Agentur Focus

 
Leser-Kommentare
  1. macht mir wirklich großen Spass. Meine Wohnung ist ein Musterbeispiel an Ökologie, der Primärenergieverbrauch inkl. dem Strom für den Haushalt liegt unter 40 KW/a/m² und liegt damit unter Niedrighausenergiestandard KFW 40. Das Wohngefühl entspricht dem eines Einfamilienhauses, obwohl unser Haus an die 70 Wohneinheiten umfasst. Der Ausblick ist großartig, die Nutzbarkeit überzeugend. Das Miteinander der Bewohner ist überzeugend.
     
    Wenn Norman Foster das meint, dann kann ich nur sagen, das ist es.
     

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ein Leser schreibt: Ein vom Büro SIR Norman Foster entworfenes Gebäude soll ein Musterbeispiel an Ökologie sein. Beweis: In einem Wohnblock mit 70 Wohnungen beträgt der Stromverbrauch 40 KW pro Jahr und m2 .

    Ich wohne in einem freistehenden Einfamilienhaus mit
    120 Quadratmetern, konventionell gebaut, und ich verbrauche
    etwa 4.000 KW Strom pro Jahr, also 20 % WENIGER !!!

    Dabei sollte eigentlich in einem Wohnblock der Stromverbrauch
    an sich schon relativ geringer sein als bei einem freistehenden Gebäude.

    Es drängt sich die Vermutung auf, dass solche Beiträge von
    interessierter Stelle "bestellt" werden. Aber aus welchem Grund ?
    Angeblich befasst sich das Büro Foster mit 1.200 Mitarbeitern doch
    nicht mit "Kleinkram".

    Den Energieverbrauch für Heizung unterschlägt der Kommentator.
    Wahrscheinlich ist dieser so hoch, dass darüber besser nichts
    gesagt wird.

    Ein Leser schreibt: Ein vom Büro SIR Norman Foster entworfenes Gebäude soll ein Musterbeispiel an Ökologie sein. Beweis: In einem Wohnblock mit 70 Wohnungen beträgt der Stromverbrauch 40 KW pro Jahr und m2 .

    Ich wohne in einem freistehenden Einfamilienhaus mit
    120 Quadratmetern, konventionell gebaut, und ich verbrauche
    etwa 4.000 KW Strom pro Jahr, also 20 % WENIGER !!!

    Dabei sollte eigentlich in einem Wohnblock der Stromverbrauch
    an sich schon relativ geringer sein als bei einem freistehenden Gebäude.

    Es drängt sich die Vermutung auf, dass solche Beiträge von
    interessierter Stelle "bestellt" werden. Aber aus welchem Grund ?
    Angeblich befasst sich das Büro Foster mit 1.200 Mitarbeitern doch
    nicht mit "Kleinkram".

    Den Energieverbrauch für Heizung unterschlägt der Kommentator.
    Wahrscheinlich ist dieser so hoch, dass darüber besser nichts
    gesagt wird.

  2. ...Aufzug in 100-stöckigen Gebeude ist auch ein Transportmittel, der viel Energi braucht.

  3. London, Madrid, St. Moritz... Doch nich in einen Wohnturm ins Kino gehen...

  4. denn sie machen das Leben in den Staedten nicht besser .
     
    Life is complicated, think small.

  5. Sie berichten über Architektur und vergessen,
    diese auch in ihrem Umfeld ABZUBILDEN.

    Architektur wird heute durch viele Hilfsmittel
    "vereinfacht" und zwar in doppeltem Sinne.

    JEDER kann heutzutage am Computer Gebäude
    entwerfen. Diese sehen jedoch dann in der
    Wirklichkeit völlig anders aus.

    Die LEGO-Generation ist nun erwachsen und kann
    die Erfahrung aus dem Spielen mit LEGO-Steinen
    in die Architektur einbringen. EINE KATASTROPHE !

    Der Sternen-Architekten wie Foster, Chipperfield usw.
    drücken uns Gebäude aufs Auge, die eigentlich nur
    noch hässlich sind. Das Märchen von "Des Kaisers neuen
    Kleidern" sollte zur Lektüre empfohlen werden. Kaum
    jemand kennt das und wenige verstehen den Sinn.

    Angeblich hat Lord Foster die Architektur aus den Büchern
    von F.L. Wright gelernt. Viel Literatur über Architektur liegt
    dort ja wohl nicht vor.

    Es gibt die Geschichte, dass der Urvater
    des Architektur-Irrwegs der "Vereinfachtung"
    Mies van der Rohe in seiner Funktion als Lehrer
    aus der Bibliothek ALLE Literatur über
    Jugendstil und verwandte Bau- bzw. Kunststile hat vernichten
    lassen !! War der eigentlich noch normal im Kopf ?

    Wieso befasst sich die Presse eigentlich nur mit der modernen
    Architektur und nicht mit dem, was an mustergültiger Architektur
    aus der Vergangenheit geblieben ist. Man kann dazu zurückgehen
    bis zu Griechen, Römern usw.

  6. Ein Leser schreibt: Ein vom Büro SIR Norman Foster entworfenes Gebäude soll ein Musterbeispiel an Ökologie sein. Beweis: In einem Wohnblock mit 70 Wohnungen beträgt der Stromverbrauch 40 KW pro Jahr und m2 .

    Ich wohne in einem freistehenden Einfamilienhaus mit
    120 Quadratmetern, konventionell gebaut, und ich verbrauche
    etwa 4.000 KW Strom pro Jahr, also 20 % WENIGER !!!

    Dabei sollte eigentlich in einem Wohnblock der Stromverbrauch
    an sich schon relativ geringer sein als bei einem freistehenden Gebäude.

    Es drängt sich die Vermutung auf, dass solche Beiträge von
    interessierter Stelle "bestellt" werden. Aber aus welchem Grund ?
    Angeblich befasst sich das Büro Foster mit 1.200 Mitarbeitern doch
    nicht mit "Kleinkram".

    Den Energieverbrauch für Heizung unterschlägt der Kommentator.
    Wahrscheinlich ist dieser so hoch, dass darüber besser nichts
    gesagt wird.

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  • Quelle DIE ZEIT, 21.08.2008 Nr. 35
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