Stimmt's Die Wasserdiät

Lea Poeplau aus Darmstadt fragt: Stimmt es, dass man durch das Trinken von kalten Getränken abnehmen kann, weil deren Erwärmung so viele Kalorien verbraucht?

Die Rechnung, auf der diese Hoffnung beruht, geht so: Um ein Gramm Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht man eine Kalorie. Trinkt man etwa zwei Liter kaltes Bier, also rund 2000 Gramm, dann wird es im Körper von 7 auf 37 Grad erwärmt – macht 60.000 Kalorien. Von denen muss allenfalls der im Bier enthaltene Nährwert von vielleicht 800 Kalorien abgezogen werden. Es bleibt immer noch ein riesiger Kalorienverbrauch übrig, also nimmt man ab!

Der Fehler der Rechnung ist natürlich, dass die »Kalorien«, von denen wir bei der Nährwertberechnung reden, nur ein umgangssprachlicher Ausdruck für Kilokalorien sind. Der »negative Brennwert« des kalten Wassers ist also im Vergleich um den Faktor 1000 zu hoch angesetzt. Der Körper wendet nicht 60.000, sondern nur 60 Kilokalorien auf, um das Bier zu erwärmen, das ist nur ein Bruchteil des Nährwerts. Davon kündet nicht selten die typische Körperform von Vieltrinkern (auch wenn der Brauerverband nicht müde wird zu betonen, dass der Bierbauch nicht vom Bier komme, sondern von den Speisen, die wir dazu verzehren).

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Umso erstaunlicher klang da eine Pressemeldung, die vor vier Jahren erschien: Eine Studie der Berliner Charité und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung kam zu dem Ergebnis, dass kaltes Wasser tatsächlich beim Abnehmen helfen kann. Der Studienleiter, Michael Boschmann, bezifferte den negativen Brennwert von zwei Litern kaltem Wasser auf bis zu 100 Kilokalorien, also etwa das Doppelte der rein thermischen Wirkung. Der Grund dafür: Wasser aktiviert das vegetative Nervensystem, der Körper baut beschleunigt Nährstoffe ab. Zur Begleitung einer Diät kann Wassertrinken also tatsächlich hilfreich sein – der Traum von der Wunderdiät beruht aber leider auf einem Rechenfehler.Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leser-Kommentare
  1. Du liebe ZEIT, was für ein Unfug wird hier verbreitet? Nicht die Verwechslung von Kalorien und Kilokalorien ist hier das Problem, sondern die Kalorienrechnerei insgesamt - und das mangelnde Verständnis des menschlichen Körpers.Der muß nämlich so oder so Wärme abgeben. Das tut er durch Atmung, Schwitzen, Urin und Stuhl. Nach dem kalten Bier schwitzt er halt ein bisserl weniger - deshalb tun kalte Getränke im Sommer auch gut, gelle! Im Winter hingegen trinken wir lieber heißen Tee. Der "Brennwert" von Bier sagt hingegen  in Wahrheit überhaupt nichts darüber aus, wie Bier im Körper verstoffwechselt wird. "Brennwert" meint: man trockne das Bier zu Pulver. Anschließend verbrenne man das Pulver über einem Bunsenbrenner und messe die Wärmeabgabe. Das sind die "Kalorien". Der Blödsinn ist offenkundig. Nach dieser Methode ist ein Löffel Sägespäne irrsinnig kalorienreich. Weil selbst Ernährungswissenschaftler begreifen, daß Sägespäne absolut unverdaulich sind, haben sie die "Ballaststoffe" erfunden, sprich: alles, was der Darm nicht aufnimmt. Deren fiktiven Brennwert ziehen sie von ihren Angaben ab (und unterstellen dabei wider jeden Beweis, der ganze Rest der Nahrung werde vom Körper aufgenommen).Weiterhin unterstellen sie, daß der Rest im Körper "verbrannt" werde wie von einem Bunsenbrenner. Du liebe Zeit. Alkohol zum Beispiel hat einen enormen Brennwert. Der Körper verwertet ihn aber nicht energetisch, sondern baut ihn ab und scheidet ihn aus - und wendet dafür sogar Energie auf. Viele Stoffe in der Nahrung werden nicht oxidiert ("verbrannt"), sondern umgewandelt und verwertet oder abgestoßen. Die sog. "Kalorien" sagen deshalb exakt GAR NICHTS aus - alles andere ist ein modernes Märchen (erfunden, um den Menschen das Gefühl zu geben, sie könnten durch die richtige Diät ihr Gewicht kontrollieren). Süßigkeiten und Bier mögen dick machen, aber nicht wegen des "Kaloriengehaltes".

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    "Brennwert" meint: man trockne das Bier zu Pulver.
    Anschließend verbrenne man das Pulver über einem Bunsenbrenner und
    messe die Wärmeabgabe. Das sind die "Kalorien"
    Das stimmt leider (oder zum Glück) nicht, ansonsten wären die "Kalorien" tatsächlich Blödsinn. Schon vor 100 Jahren hat man Brennwert pauschal als 85% der Wärmeabgabe berechnet. Heute, wenn man es genau machen will, misst man die Wärmeabgabe der Nährungsmittel und zieht von denen die Wärmeabgabe der Ausscheidungen.Das ist, natürlich, nicht ganz einfach und billig, deshalb macht man das nicht für jedes Produkt. Statt dessen wird der Brennwert nur für typische, überall vorkommende Zutaten (Fette, Kohlenhydrate usw.) gemessen und in Tabellen eingetragen. Die einzelne Produkte werden dann auf diese Zutaten analysiert, man entnimmt deren Brennwert aus den schon berechneten Tabellen, und der Brennwert des Produkts ergibt sich als gewichtete Summe der Brennwerte aller Zutaten.Das ist dann auch nicht ganz korrekt (es gibt solche und solche Fette usw.), aber, angesichts dessen, dass keine zwei Menschen den gleichen Stoffwechsel haben, auch nicht weiter schlimm.

    • Hugo_P
    • 22.08.2008 um 9:06 Uhr

    2 Liter Bier die ganze Zeit zu halten und zum Mund zu führen *g*.Schlucken muß mensch auch noch, ebenso verdauen und pinkeln gehen, den viermaligen Weg zum Kühlschrank oder in den Keller darf mensch auch nicht vernachlässigen, außer das macht die Gattin haha . Evtl. sollten die mal ne Korrelation zwischen Bierbauchgröße und Arbeitsteilung in der Ehe aufstellen haha...Ansonsten sehe ich es ähnlich wie rijukan; dieser Kalorientabellenblödsinn ist wirklich Volksverdummung. Und auch wenn die Ernährungs"wissenschaft" mittlerweile ein paar Irrtümer eingeräumt hat, eigentlich isses ganz einfach; der Körper nimmt sich was er braucht, ist eher auf Nahrungsmangel als auf -überfluß programmiert und speichert somit gerne einen Teil des "Zuviel". Ebenso isser vielfältig ernährbar (von fast ausschließlich fleischessender Inuit bis hin zu vegetarisch/vegan lebender Inder) und in gewissen Grenzen "fehlertolerant". Das Thema Fettzellen und deren Grundsteinlegung in der Kindheit ist noch ein wichtiges Thema, ebenso, daß ne vierwöchige Diät für die Katz ist, da der Körper eine Nahrungsumstellung (incl. dazugehöriger Bewegung) nur über einen längeren Zeitraum "akzeptiert".Achso, ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel!

    Der "Brennwert", oder sagen wir mal, das "Fettpolster-Potential" von Lebensmitteln hängt IMHO mehr als sonst irgendetwas davon ab, wie der persönliche Stoffwechsel eingestellt ist. Anders ist es nicht zu erklären, daß der eine es auch mit tonnenweise Schokolade nicht schafft, über einen BMI von knapp 20 zu kommen, der andere hingegen eine 1000 kcal-Diät braucht, um seinen BMI bei 27 zu halten.
    Die menschiche Verdauung ist eben in der Lage, seine Energieaufnahme aus dem Nahrungsangebot in ziemlich weiten Grenzen zu variieren, und bei einer Diät einfach mehr aus dem Angebot herauszuholen. Dumm nur, wenn diese Effizienz nach einer Diät beibehalten wird.
    Auch wenn ich mit Ayurveda nicht viel anfangen kann, ist mir da doch eine Philosophie, die sich die Menschen anschaut, und aus deren Unterschiedlichkeit Schlüsse zieht, erstmal viel sympathischer als eine Philosophie, die den Menschen als eine beliebig abstrahierbare Brennwertmaschine betrachtet.   

    "Brennwert" meint: man trockne das Bier zu Pulver.
    Anschließend verbrenne man das Pulver über einem Bunsenbrenner und
    messe die Wärmeabgabe. Das sind die "Kalorien"
    Das stimmt leider (oder zum Glück) nicht, ansonsten wären die "Kalorien" tatsächlich Blödsinn. Schon vor 100 Jahren hat man Brennwert pauschal als 85% der Wärmeabgabe berechnet. Heute, wenn man es genau machen will, misst man die Wärmeabgabe der Nährungsmittel und zieht von denen die Wärmeabgabe der Ausscheidungen.Das ist, natürlich, nicht ganz einfach und billig, deshalb macht man das nicht für jedes Produkt. Statt dessen wird der Brennwert nur für typische, überall vorkommende Zutaten (Fette, Kohlenhydrate usw.) gemessen und in Tabellen eingetragen. Die einzelne Produkte werden dann auf diese Zutaten analysiert, man entnimmt deren Brennwert aus den schon berechneten Tabellen, und der Brennwert des Produkts ergibt sich als gewichtete Summe der Brennwerte aller Zutaten.Das ist dann auch nicht ganz korrekt (es gibt solche und solche Fette usw.), aber, angesichts dessen, dass keine zwei Menschen den gleichen Stoffwechsel haben, auch nicht weiter schlimm.

    • Hugo_P
    • 22.08.2008 um 9:06 Uhr

    2 Liter Bier die ganze Zeit zu halten und zum Mund zu führen *g*.Schlucken muß mensch auch noch, ebenso verdauen und pinkeln gehen, den viermaligen Weg zum Kühlschrank oder in den Keller darf mensch auch nicht vernachlässigen, außer das macht die Gattin haha . Evtl. sollten die mal ne Korrelation zwischen Bierbauchgröße und Arbeitsteilung in der Ehe aufstellen haha...Ansonsten sehe ich es ähnlich wie rijukan; dieser Kalorientabellenblödsinn ist wirklich Volksverdummung. Und auch wenn die Ernährungs"wissenschaft" mittlerweile ein paar Irrtümer eingeräumt hat, eigentlich isses ganz einfach; der Körper nimmt sich was er braucht, ist eher auf Nahrungsmangel als auf -überfluß programmiert und speichert somit gerne einen Teil des "Zuviel". Ebenso isser vielfältig ernährbar (von fast ausschließlich fleischessender Inuit bis hin zu vegetarisch/vegan lebender Inder) und in gewissen Grenzen "fehlertolerant". Das Thema Fettzellen und deren Grundsteinlegung in der Kindheit ist noch ein wichtiges Thema, ebenso, daß ne vierwöchige Diät für die Katz ist, da der Körper eine Nahrungsumstellung (incl. dazugehöriger Bewegung) nur über einen längeren Zeitraum "akzeptiert".Achso, ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel!

    Der "Brennwert", oder sagen wir mal, das "Fettpolster-Potential" von Lebensmitteln hängt IMHO mehr als sonst irgendetwas davon ab, wie der persönliche Stoffwechsel eingestellt ist. Anders ist es nicht zu erklären, daß der eine es auch mit tonnenweise Schokolade nicht schafft, über einen BMI von knapp 20 zu kommen, der andere hingegen eine 1000 kcal-Diät braucht, um seinen BMI bei 27 zu halten.
    Die menschiche Verdauung ist eben in der Lage, seine Energieaufnahme aus dem Nahrungsangebot in ziemlich weiten Grenzen zu variieren, und bei einer Diät einfach mehr aus dem Angebot herauszuholen. Dumm nur, wenn diese Effizienz nach einer Diät beibehalten wird.
    Auch wenn ich mit Ayurveda nicht viel anfangen kann, ist mir da doch eine Philosophie, die sich die Menschen anschaut, und aus deren Unterschiedlichkeit Schlüsse zieht, erstmal viel sympathischer als eine Philosophie, die den Menschen als eine beliebig abstrahierbare Brennwertmaschine betrachtet.   

  2. die in ganz Indien und den angrenzenden Ländern die vorherrschende Erfahrungsmedizin ist, wäre das Trinken von kaltem Wasser in dieser Menge ein großer Fehler, da es zu einem verlangsamten Stoffwechsel führen und so Schlacken ("Ama") anhäufen würde, von denen die Dicken ohnehin meist genug haben. Es würde zunächst die Magensäfte verdünnen und dann auch den Stoffwechsel in den Zellen bremsen. Es soll zwar getrunken werden, aber vorzugsweise sollen warme (und auf keinen Fall gekühlte) Getränke getrunken werden. Um den Stoffwechsel ("Agni" = Verdauungsfeuer) und die Entschlackung so richtig in Schwung zu bringen, kann man auch über den Tag verteilt aus einer Thermoskanne schluckweise heißes Wasser trinken, das etwa 10 Minuten abgekocht wurde. Zum Mittagessen trinkt man nach dem Ayurveda-System ein Glas zimmerwarmes Yoghurt-Getränk ("Lassi"), das die Verdauung fördert. (Zur milden Anregung des Stoffwechsels wird auch sehr viel frischer Ingwer zum Kochen verwendet.) Kalte Getränke können in Maßen von Leuten mit einer hitzigen "Pitta"-Konstitution getrunken werden, die in den kühlen Ländern offenbar aufgrund von biologischer Selektion etwas häufiger vorkommt als in den Tropen.

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    • Gyro
    • 21.08.2008 um 17:13 Uhr

    Erfahrungsmedizin wäre bei mir persönlich etwa, dass Knoblauch antidepressiv wirkt.  Anderen hilft Kümmel bei Blähungen, etc.  Nichts dagegen einzuwenden.Ayurweda hat mit Erfahrungsmedizin aber nahezu gar nichts zu tun.  Schon im Namen steckt schließlich die Lehre ("Weda") mit drin.  Ayurweda ist eine Lehre genau wie die sogenannte Schulmedizin, nur dass die immerhin auf Experimenten und Forschung beruht, während Ayurweda aus vielleicht 10% Erfahrung und 90% Erfindung besteht.Verdauungsfeuer, Schlacken, hitzige Konstitution -- wie erwachsene Menschen so einen Tinnef glauben können werde ich nie verstehen.Dass es mir nicht guttut wenn ich mir in großen Mengen eiskaltes Wasser 'reinkippe, dazu brauche ich eigentlich auch keine "uralte indische Erfahrungsmedizin".

    • aji
    • 21.08.2008 um 23:42 Uhr

    Ich habe mich aus persoenlichen Gruenden mit sehr vielen verschiedenen Ernaehrungsphilosphien beschaeftigt (mir ist natuerlich klar das Ayurveda sich nicht auf die Ernaehrung beschraenkt !) und auch sehr viel Zeit in Indien verbracht. Und meine Erfahrung ist, dass man auf keinen Fall den Kulturellen, Soziologischen und mitunter auch Religioesen Hintergrund, der eine solche Philosophie hervorbringt, vergessen darf. Diese Systeme koennen oft nicht ohne Modifikationen auf einen anderen Kulturkreis transferriert werden. Ayurveda, passt sehr gut in den Indischen Subkontinent mit dem dortigen Klima und Gegebenheiten. Aber fuer jede Person die sich z.B. an eine Makrobiotische Ernaehrung haelt, ist der Verzehr von Milch und Milchprodukten von vornherein ausgeschlossen. Was natuerlich, innerhalb dieses Systemes, auch seinen Sinn macht, nachdem diese Ernaehrungsform aus Japan stammt und dort bis vor einer relativ kurzen Zeit Rinderhaltung kaum vorkam.Meiner Erfahrung nach ist das Ayurveda, obwohl eine der Aeltesten Heilformen, auch jene die sich wahrscheinlich am wenigsten ausserhalb des natuerlichen Umfeldes sinnvoll anwenden laesst.

    • Gyro
    • 21.08.2008 um 17:13 Uhr

    Erfahrungsmedizin wäre bei mir persönlich etwa, dass Knoblauch antidepressiv wirkt.  Anderen hilft Kümmel bei Blähungen, etc.  Nichts dagegen einzuwenden.Ayurweda hat mit Erfahrungsmedizin aber nahezu gar nichts zu tun.  Schon im Namen steckt schließlich die Lehre ("Weda") mit drin.  Ayurweda ist eine Lehre genau wie die sogenannte Schulmedizin, nur dass die immerhin auf Experimenten und Forschung beruht, während Ayurweda aus vielleicht 10% Erfahrung und 90% Erfindung besteht.Verdauungsfeuer, Schlacken, hitzige Konstitution -- wie erwachsene Menschen so einen Tinnef glauben können werde ich nie verstehen.Dass es mir nicht guttut wenn ich mir in großen Mengen eiskaltes Wasser 'reinkippe, dazu brauche ich eigentlich auch keine "uralte indische Erfahrungsmedizin".

    • aji
    • 21.08.2008 um 23:42 Uhr

    Ich habe mich aus persoenlichen Gruenden mit sehr vielen verschiedenen Ernaehrungsphilosphien beschaeftigt (mir ist natuerlich klar das Ayurveda sich nicht auf die Ernaehrung beschraenkt !) und auch sehr viel Zeit in Indien verbracht. Und meine Erfahrung ist, dass man auf keinen Fall den Kulturellen, Soziologischen und mitunter auch Religioesen Hintergrund, der eine solche Philosophie hervorbringt, vergessen darf. Diese Systeme koennen oft nicht ohne Modifikationen auf einen anderen Kulturkreis transferriert werden. Ayurveda, passt sehr gut in den Indischen Subkontinent mit dem dortigen Klima und Gegebenheiten. Aber fuer jede Person die sich z.B. an eine Makrobiotische Ernaehrung haelt, ist der Verzehr von Milch und Milchprodukten von vornherein ausgeschlossen. Was natuerlich, innerhalb dieses Systemes, auch seinen Sinn macht, nachdem diese Ernaehrungsform aus Japan stammt und dort bis vor einer relativ kurzen Zeit Rinderhaltung kaum vorkam.Meiner Erfahrung nach ist das Ayurveda, obwohl eine der Aeltesten Heilformen, auch jene die sich wahrscheinlich am wenigsten ausserhalb des natuerlichen Umfeldes sinnvoll anwenden laesst.

    • Gyro
    • 21.08.2008 um 17:13 Uhr

    Erfahrungsmedizin wäre bei mir persönlich etwa, dass Knoblauch antidepressiv wirkt.  Anderen hilft Kümmel bei Blähungen, etc.  Nichts dagegen einzuwenden.Ayurweda hat mit Erfahrungsmedizin aber nahezu gar nichts zu tun.  Schon im Namen steckt schließlich die Lehre ("Weda") mit drin.  Ayurweda ist eine Lehre genau wie die sogenannte Schulmedizin, nur dass die immerhin auf Experimenten und Forschung beruht, während Ayurweda aus vielleicht 10% Erfahrung und 90% Erfindung besteht.Verdauungsfeuer, Schlacken, hitzige Konstitution -- wie erwachsene Menschen so einen Tinnef glauben können werde ich nie verstehen.Dass es mir nicht guttut wenn ich mir in großen Mengen eiskaltes Wasser 'reinkippe, dazu brauche ich eigentlich auch keine "uralte indische Erfahrungsmedizin".

  3. "Brennwert" meint: man trockne das Bier zu Pulver.
    Anschließend verbrenne man das Pulver über einem Bunsenbrenner und
    messe die Wärmeabgabe. Das sind die "Kalorien"
    Das stimmt leider (oder zum Glück) nicht, ansonsten wären die "Kalorien" tatsächlich Blödsinn. Schon vor 100 Jahren hat man Brennwert pauschal als 85% der Wärmeabgabe berechnet. Heute, wenn man es genau machen will, misst man die Wärmeabgabe der Nährungsmittel und zieht von denen die Wärmeabgabe der Ausscheidungen.Das ist, natürlich, nicht ganz einfach und billig, deshalb macht man das nicht für jedes Produkt. Statt dessen wird der Brennwert nur für typische, überall vorkommende Zutaten (Fette, Kohlenhydrate usw.) gemessen und in Tabellen eingetragen. Die einzelne Produkte werden dann auf diese Zutaten analysiert, man entnimmt deren Brennwert aus den schon berechneten Tabellen, und der Brennwert des Produkts ergibt sich als gewichtete Summe der Brennwerte aller Zutaten.Das ist dann auch nicht ganz korrekt (es gibt solche und solche Fette usw.), aber, angesichts dessen, dass keine zwei Menschen den gleichen Stoffwechsel haben, auch nicht weiter schlimm.

    Antwort auf "Volksverdummung"
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    Das "Abziehen der Ausscheidungen" ist genau das, was ich als "Erfindung der Balaststoffe" beschrieben. Nun überlegen wir mal:a) Dasselbe Lebensmittel (z.B. ein Apfel) kann, je nach Zusammensetzung, Düngung, Wachtumsort, Sorte etc, stark unterschiedliche Brennwerte haben.b) Die "Ausscheidungen" lassen sich in der Praxis kaum separieren, übrigens enthalten sie auch Darmbakterien und Reste von Darmzellen. Da wird mehr geschätzt als geraten.c) Wieviel von der Nahrung aufgenommen wird, ist außerdem von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich. Es ist, als würde man feststellen wollen, welche Haarfarbe der durchschnittliche Mensch hat. d) Was in den Körper gelangt, wird dort nicht verbrannt. Es wird in ganz verschiedenen, zum Teil hochkomplizierten Prozessen ab- und umgebaut, oft über mehrere Zwischenstufen. Die Gleichsetzung mit einem Verbrennungsprozeß ist Milchmädchenwissenschaft.e) Vieles wird auch überhaupt nicht energetisch verwertet, sondern im Körper "verbaut" - wobei die Umwandlung in ein für den Körper brauchbares Molekül Energie mitunter nicht freisetzt, sondern bindet.f) Vieles wird außerdem über den Urin ausgeschieden.Nimmt man das alles zusammen, dann ist die Gleichsetzung von Kalorien mit der daraus gewonnenen Energie wenig mehr als Quacksalberei. Vollends lächerlich wird das Ganze, wenn dann der "Kalorienverbrauch" in Fettverbräuche etc. umgerechnet wird. Denn wieviel Energie ein Mensch für welche Tätigkeit braucht, ist ebenfalls höchst unterschiedlich; und ein zahlenmößiger Zusammenhang zwischen "überschüssiger Energie" und Fettauf/Abbau ist in keiner Weise wissenschaftlich belegbar.

    Das "Abziehen der Ausscheidungen" ist genau das, was ich als "Erfindung der Balaststoffe" beschrieben. Nun überlegen wir mal:a) Dasselbe Lebensmittel (z.B. ein Apfel) kann, je nach Zusammensetzung, Düngung, Wachtumsort, Sorte etc, stark unterschiedliche Brennwerte haben.b) Die "Ausscheidungen" lassen sich in der Praxis kaum separieren, übrigens enthalten sie auch Darmbakterien und Reste von Darmzellen. Da wird mehr geschätzt als geraten.c) Wieviel von der Nahrung aufgenommen wird, ist außerdem von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich. Es ist, als würde man feststellen wollen, welche Haarfarbe der durchschnittliche Mensch hat. d) Was in den Körper gelangt, wird dort nicht verbrannt. Es wird in ganz verschiedenen, zum Teil hochkomplizierten Prozessen ab- und umgebaut, oft über mehrere Zwischenstufen. Die Gleichsetzung mit einem Verbrennungsprozeß ist Milchmädchenwissenschaft.e) Vieles wird auch überhaupt nicht energetisch verwertet, sondern im Körper "verbaut" - wobei die Umwandlung in ein für den Körper brauchbares Molekül Energie mitunter nicht freisetzt, sondern bindet.f) Vieles wird außerdem über den Urin ausgeschieden.Nimmt man das alles zusammen, dann ist die Gleichsetzung von Kalorien mit der daraus gewonnenen Energie wenig mehr als Quacksalberei. Vollends lächerlich wird das Ganze, wenn dann der "Kalorienverbrauch" in Fettverbräuche etc. umgerechnet wird. Denn wieviel Energie ein Mensch für welche Tätigkeit braucht, ist ebenfalls höchst unterschiedlich; und ein zahlenmößiger Zusammenhang zwischen "überschüssiger Energie" und Fettauf/Abbau ist in keiner Weise wissenschaftlich belegbar.

    • aji
    • 21.08.2008 um 23:42 Uhr

    Ich habe mich aus persoenlichen Gruenden mit sehr vielen verschiedenen Ernaehrungsphilosphien beschaeftigt (mir ist natuerlich klar das Ayurveda sich nicht auf die Ernaehrung beschraenkt !) und auch sehr viel Zeit in Indien verbracht. Und meine Erfahrung ist, dass man auf keinen Fall den Kulturellen, Soziologischen und mitunter auch Religioesen Hintergrund, der eine solche Philosophie hervorbringt, vergessen darf. Diese Systeme koennen oft nicht ohne Modifikationen auf einen anderen Kulturkreis transferriert werden. Ayurveda, passt sehr gut in den Indischen Subkontinent mit dem dortigen Klima und Gegebenheiten. Aber fuer jede Person die sich z.B. an eine Makrobiotische Ernaehrung haelt, ist der Verzehr von Milch und Milchprodukten von vornherein ausgeschlossen. Was natuerlich, innerhalb dieses Systemes, auch seinen Sinn macht, nachdem diese Ernaehrungsform aus Japan stammt und dort bis vor einer relativ kurzen Zeit Rinderhaltung kaum vorkam.Meiner Erfahrung nach ist das Ayurveda, obwohl eine der Aeltesten Heilformen, auch jene die sich wahrscheinlich am wenigsten ausserhalb des natuerlichen Umfeldes sinnvoll anwenden laesst.

    • Hugo_P
    • 22.08.2008 um 9:06 Uhr

    2 Liter Bier die ganze Zeit zu halten und zum Mund zu führen *g*.Schlucken muß mensch auch noch, ebenso verdauen und pinkeln gehen, den viermaligen Weg zum Kühlschrank oder in den Keller darf mensch auch nicht vernachlässigen, außer das macht die Gattin haha . Evtl. sollten die mal ne Korrelation zwischen Bierbauchgröße und Arbeitsteilung in der Ehe aufstellen haha...Ansonsten sehe ich es ähnlich wie rijukan; dieser Kalorientabellenblödsinn ist wirklich Volksverdummung. Und auch wenn die Ernährungs"wissenschaft" mittlerweile ein paar Irrtümer eingeräumt hat, eigentlich isses ganz einfach; der Körper nimmt sich was er braucht, ist eher auf Nahrungsmangel als auf -überfluß programmiert und speichert somit gerne einen Teil des "Zuviel". Ebenso isser vielfältig ernährbar (von fast ausschließlich fleischessender Inuit bis hin zu vegetarisch/vegan lebender Inder) und in gewissen Grenzen "fehlertolerant". Das Thema Fettzellen und deren Grundsteinlegung in der Kindheit ist noch ein wichtiges Thema, ebenso, daß ne vierwöchige Diät für die Katz ist, da der Körper eine Nahrungsumstellung (incl. dazugehöriger Bewegung) nur über einen längeren Zeitraum "akzeptiert".Achso, ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel!

    Antwort auf "Volksverdummung"
  4. Der "Brennwert", oder sagen wir mal, das "Fettpolster-Potential" von Lebensmitteln hängt IMHO mehr als sonst irgendetwas davon ab, wie der persönliche Stoffwechsel eingestellt ist. Anders ist es nicht zu erklären, daß der eine es auch mit tonnenweise Schokolade nicht schafft, über einen BMI von knapp 20 zu kommen, der andere hingegen eine 1000 kcal-Diät braucht, um seinen BMI bei 27 zu halten.
    Die menschiche Verdauung ist eben in der Lage, seine Energieaufnahme aus dem Nahrungsangebot in ziemlich weiten Grenzen zu variieren, und bei einer Diät einfach mehr aus dem Angebot herauszuholen. Dumm nur, wenn diese Effizienz nach einer Diät beibehalten wird.
    Auch wenn ich mit Ayurveda nicht viel anfangen kann, ist mir da doch eine Philosophie, die sich die Menschen anschaut, und aus deren Unterschiedlichkeit Schlüsse zieht, erstmal viel sympathischer als eine Philosophie, die den Menschen als eine beliebig abstrahierbare Brennwertmaschine betrachtet.   

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  5. 8. Heiß!

    Nach der hier vorgestellten Logik (Kommentare eingeschlossen) gilt es also, heißes Wasser zu trinken. Das hat am ehesten negative Kalorien.Wohl bekomm's :)

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