Psychologie »Das Problem beginnt bei fünf Milliarden«
Byram Karasu ist der Seelendoktor der Milliardäre. Ein Gespräch über selbstverliebte Superreiche, ihre schönen Jägerinnen und den Zusammenhang zwischen Börsenkurs und Potenz
Byram Karasu arbeitet als Psychiater in New York und lehrt an der Albert Einstein University. In seiner Privatpraxis hat er sich auf eine erlesene Klientel spezialisiert: Seit 40 Jahren therapiert er megareiche Patienten. Das Behandlungszimmer ist in einer Luxusresidenz direkt am New Yorker Central Park untergebracht, wenige Schritte vom Metropolitan Museum und dem ehemaligen Stadtpalais der Vanderbilts entfernt. Der Psychiater, ein schmaler Mann in seinen Siebzigern, empfängt an der Tür, das Büro ist ein dämmerig beleuchteter Raum mit heruntergelassenen Jalousien. Die ganze Wand ist von grün-blauen orientalischen Tapeten bedeckt, und zuerst fällt der Blick auf den gewaltigen Schreibtisch mit dem thronartigen Lehnstuhl dahinter. Doch Karasu deutet auf eine schwarze Ledercouch und nimmt auf einem Sessel Platz. Seine Stimme ist sehr ruhig. Tiefer als erwartet. Sein Akzent verrät seine ursprüngliche Heimat Istanbul.
DIE ZEIT: Sie sind der Psychiater der Superreichen. Was denken die eigentlich von Ihnen? Sind Sie für die ein weiterer Bediensteter neben dem Sekretär, dem Chefkoch und dem Yachtkapitän?
Byram Karasu: Das ist am Anfang meistens so. Und es ist verständlich. Es ist ja Teil ihres Lebensstils. Das Verhältnis ändert sich allerdings, wenn sie Patienten werden.
ZEIT: Man fragt sich ja, warum ein Mensch mit zwei-, drei- oder vierstelligem Millionenvermögen überhaupt noch Probleme hat.
Karasu: Die Probleme können sogar sehr groß sein! Vor allem der neu erworbene Reichtum kreiert in der Regel Beklemmung und möglicherweise auch Depressionen. Diese Menschen stellen börsentäglich fest, was sie wert sind. Sie können an einem Tag ein Vermögen gewinnen und am nächsten Hunderte von Millionen verlieren. Es ist, als ob sie jeden Tag in der Schule benotet würden. Sie fühlen sich bedroht.
ZEIT: Wovon denn – doch nicht vom Absturz?
Karasu: Na ja, zum Sozialfall wird von denen niemand mehr werden. Vielleicht muss einer sein Château in den Alpen verkaufen, den Jet oder das Weingut in Südfrankreich, aber mit dem verbleibenden Geld lässt sich immer noch nett leben. Aber die Supererfolgreichen sind wie Hochseilartisten. Bei einem Sturz fängt sie zwar ein Sicherheitsnetz auf, aber der Fall ist trotzdem beschämend.
ZEIT: Sie fürchten also nicht den finanziellen Rückschlag an sich, sondern die Demütigung?
Karasu: Wenn in dieser Gruppe der Neureichen jemand einen schweren Rückschlag erlebt, dann schwindet das Selbstvertrauen, die sexuelle Potenz bei den Männern. Dann folgt in der Regel eine Depression. Aber diese Leute sind Unternehmer. Die meisten schaffen ein Comeback – im Gegensatz zu altem Geldadel.
ZEIT: Achten die Superreichen denn ständig darauf, was die anderen haben oder verlieren?
Karasu: Ständig und genau. Jeder kennt die Hierarchie.
ZEIT: Es herrscht demnach Neid unter ihnen?
Karasu: Nicht auf den Lebensstil der anderen, der spielt ab einer Summe von fünf Milliarden Dollar für den Status keine Rolle mehr. Aber es gibt einen Wettbewerb der Vermögenssummen. Der eine verfügt über 20 Milliarden, der andere über 22 Milliarden…
ZEIT: Das sind ja Probleme.
Karasu: Genau genommen haben meine Klienten zwei Arten von Sorgen. Die einen sind die üblichen, die wir alle haben: mit der Frau, den Kindern, psychologische Probleme. Die anderen haben mit dem Geld an sich zu tun. Geld schafft genauso Sorgen wie das Fehlen von Geld!
ZEIT: Zum Beispiel?
Karasu: Geld schafft Gelegenheiten – etwa zum Drogenkonsum. Es kann erforderlich sein, dass die Familie zwischen mehreren Orten hin und her pendelt, und dann sind die Eltern nicht mehr in die Schulaktivitäten der Kinder eingebunden. Und noch ein Problem: Die Männer werden von schönen Frauen förmlich gejagt.
ZEIT: Ist es nicht eher andersherum?
Karasu: Nein, die Frauen sind die Jägerinnen. Bestimmte Frauen, die meist 20 bis 30 Jahre jünger sind, betrachten solch einen extrem wohlhabenden Mann als Trophäe. Sie fordern, dass er die Scheidung einreicht. Die Männer zahlen – teure Geschenke, Reisen, allen möglichen Luxus. Aber nur selten heiraten sie eine solche Frau.
ZEIT: Aber ihre Ehe leidet.
Karasu: Ja, das sexuelle Verhältnis wandert ab.
ZEIT: Sind viele dieser Superreichen nicht einfach Narzissten, um die sich immer alles drehen soll?
Karasu: Sie haben einen gesunden Narzissmus. Um erfolgreich zu sein, muss man sich selbst schätzen und lieben. Eine Handvoll ist aber sicher krankhaft narzisstisch veranlagt. Das sind Menschen, die alles für ihr Ego tun und andere vernichten, die sich ihnen widersetzen. Das ist aber eine Persönlichkeitsveranlagung, die nichts mit dem Vermögen zu tun hat.
ZEIT: Sind solche Leute besonders erfolgreich?
Karasu: Nein, um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss man andere für seine Zwecke einspannen können. Man braucht ein Team. Ein krankhafter Narzisst kann jedoch niemanden ertragen, der schlauer, kompetenter oder gebildeter ist.
ZEIT: Wann entscheidet sich ein Superreicher, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen?
Karasu: Das Problem beginnt für viele nach den ersten fünf Milliarden: Was ist der Sinn des Lebens? Zunächst war der einzige Zweck, es ganz nach oben zu schaffen. Danach wird das Verdienen von immer mehr Geld zu einem Spiel. Aber mir erzählen sie von ihren Sorgen, richtig zu leben und das Geld richtig einzusetzen. Wenn man quasi über Nacht so reich wird, muss man den Lebensrahmen komplett austauschen.
ZEIT: Der Mittelschichtrahmen, aus dem sie stammen, taugt nicht mehr.
Karasu: Die einfachen Befriedigungen dieses Mittelschichtlebens reichen nicht mehr aus. Man verliert seine alten Freunde. Dafür schließt man neue Freundschaften in seinem neuen Kreis. Die sind dann nicht mehr so intim und mehr auf Transaktionen basierend. Wahre Freundschaft macht Transparenz notwendig. Diese neuen Freunde sind eher wie Kollegen, denen man ja auch nicht sein Innerstes offenbart.
ZEIT: Mit Hilfe der Milliarden entgeht man vielen lästigen Alltagsdingen – kein Supermarkteinkauf mehr, nie mehr das Auto zur Reparatur bringen müssen, nie mehr die Telefonrechnung überweisen. Wird man auch dadurch isoliert?
Karasu: Die Superreichen sind durch mehrere Schichten abgeschirmt – den Assistenten des Assistenten, den Assistenten, den Chefassistenten. Aber weil sie sich nicht mit Alltagsproblemen herumschlagen müssen, gewinnen sie Zeit. Das ist das wertvollste Gut, das sie gewinnen. Dann dreht sich alles darum, diese Zeit sinnvoll zu nutzen.
ZEIT: Wie helfen Sie Ihren Patienten?
Karasu: Es ist kein leichter Prozess. Es fällt extrem erfolgreichen Menschen schwer, ihre Schwächen und wunden Punkte aufzudecken, mit ihrer Vergangenheit konfrontiert zu werden. Diese Leute sind es nicht mehr gewohnt, sich zu öffnen. Ich versöhne sie mit sich selbst, mit ihrem Reichtum und mit ihrer Sterblichkeit.
ZEIT: Braucht ein Psychiater dafür besondere Fähigkeiten?
Karasu: Die Reichen sind sehr verführerisch, wenn sie wollen. Man weiß nie, wann sie einem etwas vorspielen.
ZEIT: Ich habe gehört, eine Therapiestunde mit Ihnen koste 600 Dollar. Ist es wirklich so teuer?
Karasu: Es ist viel, viel mehr. Aber die 45 Minuten sind jetzt um. Ich erwarte meinen nächsten Patienten.
Die Fragen stellte Heike Buchter
- Datum 04.09.2008 - 04:01 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 04.09.2008 Nr. 37
- Kommentare 18
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Norbert Blüms neustes Buch heißt „Gerechtigkeit. Eine Kritik des Homo oeconomicus“. Blüm schreibt: „Zahlen erklären nicht die Welt, aber sie sparen viele Worte. Die Hitliste der Milliardäre ... hat auch 2006 einen kräftigen Zuwachsschub erhalten. 102 Namen sind im Club der Milliardäre hinzugekommen. 793 Milliardäre auf der Welt stehen 3 Milliarden Menschen gegenüber, die mit weniger als 2 Dollar am Tag auskommen müssen... Die 358 reichsten Familien besitzen die Hälfte des Weltvermögens. Die 500 größten Privatgesellschaften kontrollieren 52 Prozent des Weltsozialprodukts.“Diese Zahlen sind zu Gunsten der Reichen und zum Nachteil der Armen eher geschönt.Die Folgen dieser Reichtumsverteilung sind verheerend. Täglich sterben 30.000 Menschen, weil sie nichts zu essen oder zu trinken haben. Ein Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. 250 Millionen Kinder sind zur Arbeit gezwungen. „Die Welt ist verrückt geworden. Allein die Mittel, welche in Amerika (8 Milliarden Dollar) und in Europa (11 Milliarden Euro) für Kosmetik und Eiscreme ausgeben werden, würden ausreichen um 2 Milliarden Menschen eine Grundschulausbildung und sauberes Wasser zu beschaffen. Ein Quäntchen mehrGerechtigkeit ... und das Elend verschwände aus der Welt.“ (Norbert Blüm)Für mich sind Milliardäre schlicht und einfach Kriminelle, die für die von Blüm beschriebenen Zustände verantwortlich sind. Wann wird dieser Unsinn endlich abgestellt?
genau so ist es!...und diese Ungerechtigkeit ist auch der Grund warum es Terrorismus gibt. Über die Medien können heute die ärmsten zunehmend diese ungleiche Verteilung sehen. Die einen ziehen in den Dschihad, die anderen kapern Schiffe und die nächsten klettern über Zäune nach USA oder übers Meer nach Europa.Zum Wahnsinn der ungerechten Verteilung kommt noch die Rüstung. Ca. 1 Milliarde Euro am Tag weltweit. Alleine der Irakkrieg hat so viel Geld verschlungen, dass man damit die Armut und den Hunger auf der Welt hätte ausrotten können!Wir geben das Geld aus um uns gegen die Armen zu schützen. Dieses Geld könnte die Armut abschaffen, wenn wir es nicht gegen, sondern für die Armen einsetzen würden.Der Homo Sapiens ist verrückt!Wir brauchen einen Weltmarschallplan und wir brauchen ein Weltweites Netz an vernünftigen vernetzten Führungskräften, jenseits einer UNO der kurzsichtigen Egozentriker (oder Leuten wie Bush).Beides bekommen wir wahrscheinlich erst, wenn die Kathastrophen eingetreten sind, zu deren Verhinderung wir sie gebraucht hätten. ;-)
und geb's dem Volk ! So hat es Marx und Lenin gefordert - so schaffst Du richtige Armut ! Und niemand mehr zum beneiden ! Dann haben wir das sozialistische Paradies !
Es ist natürlich traurig aber das Vermögen der Superreichen auf alle Armen aufgeteilt würde die ein paar Wochen satt machen und ich bin zuversichtlich das die Zeit genutzt würde um fleissig neue Mitbewohner auf diesem Planeten zu schaffen die dann noch erbaermlicher leben müssten......
Denke auch schon lange über eine gerechte Lösung nach - habe noch keine gefunden .......
Leben wir in einem Nullsummenspiel oder weshalb suggerieren Sie, daß die Ärmsten der Armen so arm sind, weil die reichsten so reich sind?
genau so ist es!...und diese Ungerechtigkeit ist auch der Grund warum es Terrorismus gibt. Über die Medien können heute die ärmsten zunehmend diese ungleiche Verteilung sehen. Die einen ziehen in den Dschihad, die anderen kapern Schiffe und die nächsten klettern über Zäune nach USA oder übers Meer nach Europa.Zum Wahnsinn der ungerechten Verteilung kommt noch die Rüstung. Ca. 1 Milliarde Euro am Tag weltweit. Alleine der Irakkrieg hat so viel Geld verschlungen, dass man damit die Armut und den Hunger auf der Welt hätte ausrotten können!Wir geben das Geld aus um uns gegen die Armen zu schützen. Dieses Geld könnte die Armut abschaffen, wenn wir es nicht gegen, sondern für die Armen einsetzen würden.Der Homo Sapiens ist verrückt!Wir brauchen einen Weltmarschallplan und wir brauchen ein Weltweites Netz an vernünftigen vernetzten Führungskräften, jenseits einer UNO der kurzsichtigen Egozentriker (oder Leuten wie Bush).Beides bekommen wir wahrscheinlich erst, wenn die Kathastrophen eingetreten sind, zu deren Verhinderung wir sie gebraucht hätten. ;-)
und geb's dem Volk ! So hat es Marx und Lenin gefordert - so schaffst Du richtige Armut ! Und niemand mehr zum beneiden ! Dann haben wir das sozialistische Paradies !
Es ist natürlich traurig aber das Vermögen der Superreichen auf alle Armen aufgeteilt würde die ein paar Wochen satt machen und ich bin zuversichtlich das die Zeit genutzt würde um fleissig neue Mitbewohner auf diesem Planeten zu schaffen die dann noch erbaermlicher leben müssten......
Denke auch schon lange über eine gerechte Lösung nach - habe noch keine gefunden .......
Leben wir in einem Nullsummenspiel oder weshalb suggerieren Sie, daß die Ärmsten der Armen so arm sind, weil die reichsten so reich sind?
genau so ist es!...und diese Ungerechtigkeit ist auch der Grund warum es Terrorismus gibt. Über die Medien können heute die ärmsten zunehmend diese ungleiche Verteilung sehen. Die einen ziehen in den Dschihad, die anderen kapern Schiffe und die nächsten klettern über Zäune nach USA oder übers Meer nach Europa.Zum Wahnsinn der ungerechten Verteilung kommt noch die Rüstung. Ca. 1 Milliarde Euro am Tag weltweit. Alleine der Irakkrieg hat so viel Geld verschlungen, dass man damit die Armut und den Hunger auf der Welt hätte ausrotten können!Wir geben das Geld aus um uns gegen die Armen zu schützen. Dieses Geld könnte die Armut abschaffen, wenn wir es nicht gegen, sondern für die Armen einsetzen würden.Der Homo Sapiens ist verrückt!Wir brauchen einen Weltmarschallplan und wir brauchen ein Weltweites Netz an vernünftigen vernetzten Führungskräften, jenseits einer UNO der kurzsichtigen Egozentriker (oder Leuten wie Bush).Beides bekommen wir wahrscheinlich erst, wenn die Kathastrophen eingetreten sind, zu deren Verhinderung wir sie gebraucht hätten. ;-)
und geb's dem Volk ! So hat es Marx und Lenin gefordert - so schaffst Du richtige Armut ! Und niemand mehr zum beneiden ! Dann haben wir das sozialistische Paradies !
Es ist natürlich traurig aber das Vermögen der Superreichen auf alle Armen aufgeteilt würde die ein paar Wochen satt machen und ich bin zuversichtlich das die Zeit genutzt würde um fleissig neue Mitbewohner auf diesem Planeten zu schaffen die dann noch erbaermlicher leben müssten......
Denke auch schon lange über eine gerechte Lösung nach - habe noch keine gefunden .......
umverteilung wird die probleme nicht lösen. Aber wenn die durch Reichtum geschundenen unter Depressionen leiden, dann sollten Sie sich vielleicht einfach mal aus ihrer gewohnten Umgebung lösen, in ein armes Land fahren (ja man kann auch mit etwas Risikobereitschaft in Sierra Leone Urlaub machen) und mal sehen was Sie dort mit ihrem Geld und Unternehmergeist SINNvolles anstellen können.
Und das scheint Sie nicht zu stoeren. Ich moechte nicht fremdbestimmt leben. Darum geht's doch. Nicht um irgendeine surrealistische Neiddebatte.
umverteilung wird die probleme nicht lösen. Aber wenn die durch Reichtum geschundenen unter Depressionen leiden, dann sollten Sie sich vielleicht einfach mal aus ihrer gewohnten Umgebung lösen, in ein armes Land fahren (ja man kann auch mit etwas Risikobereitschaft in Sierra Leone Urlaub machen) und mal sehen was Sie dort mit ihrem Geld und Unternehmergeist SINNvolles anstellen können.
Und das scheint Sie nicht zu stoeren. Ich moechte nicht fremdbestimmt leben. Darum geht's doch. Nicht um irgendeine surrealistische Neiddebatte.
umverteilung wird die probleme nicht lösen. Aber wenn die durch Reichtum geschundenen unter Depressionen leiden, dann sollten Sie sich vielleicht einfach mal aus ihrer gewohnten Umgebung lösen, in ein armes Land fahren (ja man kann auch mit etwas Risikobereitschaft in Sierra Leone Urlaub machen) und mal sehen was Sie dort mit ihrem Geld und Unternehmergeist SINNvolles anstellen können.
Wie sollen die Probleme denn gelöst werden, wenn nicht durch (radikale) Umverteilung? Vertritt hier wieder jemand den Ansatz, bei diesen Blutsaugern mit der Sammelbüchse anzuklopfen? Und der durchschnittliche "Wirtschaftswoche"-Abonnent und BWLer (ich sage das hier in keine bestimmte Richtung) weiß natürlich schon vorher, dass kein sozialistischer Ansatz in Betracht kommt, geschenkt. Ja: nehmt ihnen alles (!) weg, fangt mit diesem absurden, schon nicht mehr anschaulich vorstellbaren Reichtum etwas Besseres an als die in dem Artikel geschilderten Obszönitäten! Wenn wir (hier im Westen) uns darauf einigen, es nicht einmal zu versuchen, dann können nicht wir uns die sprichwörtliche Kugel geben, sondern erst einmal die wirklich Armen der Welt.
Wie sollen die Probleme denn gelöst werden, wenn nicht durch (radikale) Umverteilung? Vertritt hier wieder jemand den Ansatz, bei diesen Blutsaugern mit der Sammelbüchse anzuklopfen? Und der durchschnittliche "Wirtschaftswoche"-Abonnent und BWLer (ich sage das hier in keine bestimmte Richtung) weiß natürlich schon vorher, dass kein sozialistischer Ansatz in Betracht kommt, geschenkt. Ja: nehmt ihnen alles (!) weg, fangt mit diesem absurden, schon nicht mehr anschaulich vorstellbaren Reichtum etwas Besseres an als die in dem Artikel geschilderten Obszönitäten! Wenn wir (hier im Westen) uns darauf einigen, es nicht einmal zu versuchen, dann können nicht wir uns die sprichwörtliche Kugel geben, sondern erst einmal die wirklich Armen der Welt.
Herr Karasu's Beschreibung der psychologischen Probleme von Superreichen ist genauso ehrlich wie enttaeuschend, vor allem die Flachheit der Probleme.Sexuelle Potenz und Ego-Bewertung, Eheschwierigkeiten weil man von weiblichen Models verfolgt wird...? Mit allem Verlaub, das sind eben auch echte "Luxus"-probleme um nicht zu sagen wirklich kuenstliche Dummchenprobleme. Es zeigt sich eben hier dass die Superreichen tatsaechlich auf Soap Opera Niveau leben und das ohne jede Ironie. Interessant fand ich die Bemerkung wie ein solcher Lebensstil sich gerade durch die Abwesenheit normaler menschlicher Beziehungen definiert, vor allem von Freundschaften aber dann auch Familie. Ich find das ziemlich krank.
bei diesen bedauernswerten millionären laufen nach denselben gesetzmässigkeiten ab, wie bei normalos, denke ich mal. was bedeutet: wenn ein problem nicht schon da ist, kann die seite nicht eintreffen. also ist dies kein kriterium für die besonderheit der superreichen.... irgendwie kommt mir das gespräch etwas abstrus vor. wie der psychiater es selbst formuliert: man weiß nie, ob einem was vorgespielt wird. arbeit gibts ja genug zu tun. das ist keine frage des geldes. und anstatt sich bei idiotischen festen, golfturnieren und was weiß ich noch alles zu langweilen und in depressionen zu kommen, könnten auch reiche leute die ärmel hochkrempeln und real was tun. sogar ganz ohne gelderwerbszwang. einfach, weil arbeit da ist, die getan werden muß. in der betreuung von alten, schwachen, kranken, behinderten, vernachlässigten zeitgenossen etwa kann jeder sich nützlich machen - und die plagende sinnfrage ist dann auch umgehend geklärt. ob man jemanden füttert oder ihm eine geschichte vorliest, hängt von den eigenen fähigkeiten ab, durchaus, aber der SINN ist augenblicklich gegeben - wenn man nicht "geben" als sinnlos erachtet. und darauf blicken kann, was man selbst zurück bekommt.also: arme reiche sau, begib dich (inkognito, wenn du magst und angst hast vor.... (was ich verstehen kann)) zu jemandem, der nicht so viel hat, lass deinen geldbeutel mal zu und arbeite. von mensch zu mensch.
bei diesen bedauernswerten millionären laufen nach denselben gesetzmässigkeiten ab, wie bei normalos, denke ich mal. was bedeutet: wenn ein problem nicht schon da ist, kann die seite nicht eintreffen. also ist dies kein kriterium für die besonderheit der superreichen.... irgendwie kommt mir das gespräch etwas abstrus vor. wie der psychiater es selbst formuliert: man weiß nie, ob einem was vorgespielt wird. arbeit gibts ja genug zu tun. das ist keine frage des geldes. und anstatt sich bei idiotischen festen, golfturnieren und was weiß ich noch alles zu langweilen und in depressionen zu kommen, könnten auch reiche leute die ärmel hochkrempeln und real was tun. sogar ganz ohne gelderwerbszwang. einfach, weil arbeit da ist, die getan werden muß. in der betreuung von alten, schwachen, kranken, behinderten, vernachlässigten zeitgenossen etwa kann jeder sich nützlich machen - und die plagende sinnfrage ist dann auch umgehend geklärt. ob man jemanden füttert oder ihm eine geschichte vorliest, hängt von den eigenen fähigkeiten ab, durchaus, aber der SINN ist augenblicklich gegeben - wenn man nicht "geben" als sinnlos erachtet. und darauf blicken kann, was man selbst zurück bekommt.also: arme reiche sau, begib dich (inkognito, wenn du magst und angst hast vor.... (was ich verstehen kann)) zu jemandem, der nicht so viel hat, lass deinen geldbeutel mal zu und arbeite. von mensch zu mensch.
Wie sollen die Probleme denn gelöst werden, wenn nicht durch (radikale) Umverteilung? Vertritt hier wieder jemand den Ansatz, bei diesen Blutsaugern mit der Sammelbüchse anzuklopfen? Und der durchschnittliche "Wirtschaftswoche"-Abonnent und BWLer (ich sage das hier in keine bestimmte Richtung) weiß natürlich schon vorher, dass kein sozialistischer Ansatz in Betracht kommt, geschenkt. Ja: nehmt ihnen alles (!) weg, fangt mit diesem absurden, schon nicht mehr anschaulich vorstellbaren Reichtum etwas Besseres an als die in dem Artikel geschilderten Obszönitäten! Wenn wir (hier im Westen) uns darauf einigen, es nicht einmal zu versuchen, dann können nicht wir uns die sprichwörtliche Kugel geben, sondern erst einmal die wirklich Armen der Welt.
ich vertrete allerdings die Meinung, dass sich die psychischen Probleme dieser Klientel rasch auf ein Minimum reduzieren würden, wenn sie weniger unter sich blieben, sondern sich einfach mal in ein Umfeld begäben wo sie mit richtigen Problemen zu tun haben Und dann feststellten, dass Sie eigentlich die Mittel besitzen, um diese tatsächlich zu lösen. Vielleicht springt sogar noch eine bescheidene Rendite raus. Aber dass müssten die Herrschaften erst mal in den Kopf bekommen, dass es nicht immer 25% sein müssen.Ich bin kein Gegner der Umverteilung, ich bin weder gegen eine Vermögens- noch eine Erbschaftssteuer. Ein hoher Erbschaftssteuersatz ist sogar sehr berechtigt, da wir in Deutschland ander LEISTUNGSLOSE Einkommen ja auch nicht gut finden, gell.
ich vertrete allerdings die Meinung, dass sich die psychischen Probleme dieser Klientel rasch auf ein Minimum reduzieren würden, wenn sie weniger unter sich blieben, sondern sich einfach mal in ein Umfeld begäben wo sie mit richtigen Problemen zu tun haben Und dann feststellten, dass Sie eigentlich die Mittel besitzen, um diese tatsächlich zu lösen. Vielleicht springt sogar noch eine bescheidene Rendite raus. Aber dass müssten die Herrschaften erst mal in den Kopf bekommen, dass es nicht immer 25% sein müssen.Ich bin kein Gegner der Umverteilung, ich bin weder gegen eine Vermögens- noch eine Erbschaftssteuer. Ein hoher Erbschaftssteuersatz ist sogar sehr berechtigt, da wir in Deutschland ander LEISTUNGSLOSE Einkommen ja auch nicht gut finden, gell.
Es ist schon drollig, dass viele Leute sich in diesem Zusammenhang eine Allmacht herbeiwünschen, die das "Problem der Supperreichen" per Knopfdruck lösen soll.
Aber es sind eben gerade diese Superreichen, die genau deshalb in solch absurde Höhen aufgestiegen sind, weil sie Allmacht zur Lösung von Problemen per Knopfdruck gesucht haben. Und wie man sieht: es gelingt ihnen nicht wirklich. Je stärker man an dem Realitätsknäuel herumzerrt, desto kleiner und unauflöslicher werden die Knoten.
Dass dieser Personenkreis die absonderlichsten Neurosen kultiviert, finde ich wenig überraschend (bin übrigens selbst Dipl.-Psych. - vielleicht ist mir hier, dem Artikel zufolge, eine Chance entgangen, meinerseits relativ reich zu werden...nicht im Ernst, meine "Therapie" würde diesen Vögeln nicht zusagen). Von mir aus könnte sich jemand die Leere seiner Existenz im goldenen Käfig vertreiben, indem er jede Woche einen neuen Porsche kauft - aber es geht darum, dass einer von denen Abertausenden anderen die Lebensmöglichkeiten entzieht. Daher ist hier jedes Verständnis unangebracht.
Dass dieser Personenkreis die absonderlichsten Neurosen kultiviert, finde ich wenig überraschend (bin übrigens selbst Dipl.-Psych. - vielleicht ist mir hier, dem Artikel zufolge, eine Chance entgangen, meinerseits relativ reich zu werden...nicht im Ernst, meine "Therapie" würde diesen Vögeln nicht zusagen). Von mir aus könnte sich jemand die Leere seiner Existenz im goldenen Käfig vertreiben, indem er jede Woche einen neuen Porsche kauft - aber es geht darum, dass einer von denen Abertausenden anderen die Lebensmöglichkeiten entzieht. Daher ist hier jedes Verständnis unangebracht.
Dass dieser Personenkreis die absonderlichsten Neurosen kultiviert, finde ich wenig überraschend (bin übrigens selbst Dipl.-Psych. - vielleicht ist mir hier, dem Artikel zufolge, eine Chance entgangen, meinerseits relativ reich zu werden...nicht im Ernst, meine "Therapie" würde diesen Vögeln nicht zusagen). Von mir aus könnte sich jemand die Leere seiner Existenz im goldenen Käfig vertreiben, indem er jede Woche einen neuen Porsche kauft - aber es geht darum, dass einer von denen Abertausenden anderen die Lebensmöglichkeiten entzieht. Daher ist hier jedes Verständnis unangebracht.
Ich glaube grundsätzlich nicht an die Lehre, dass in irgendeinem Bereich des Lebens jedes Verständnis unangebracht ist. Wer nicht versteht, kommt auch nicht weiter.
Ich vermute aber, Sie wollten eher sagen, dass sie das Problem der superreichen Neurotiker durchaus sehr gut verstehen, dass Sie sich aber trotzdem gerne ausgiebig darüber ärgern möchten, ohne das Verständnis zu erwecken von jemandem, der Sie darauf hinweist, dass Sie (wie auch andere Kommentatoren gleicher Stoßrichtung) für dieses Problem keine praktisch umsetzbare Lösung haben.
Ich glaube grundsätzlich nicht an die Lehre, dass in irgendeinem Bereich des Lebens jedes Verständnis unangebracht ist. Wer nicht versteht, kommt auch nicht weiter.
Ich vermute aber, Sie wollten eher sagen, dass sie das Problem der superreichen Neurotiker durchaus sehr gut verstehen, dass Sie sich aber trotzdem gerne ausgiebig darüber ärgern möchten, ohne das Verständnis zu erwecken von jemandem, der Sie darauf hinweist, dass Sie (wie auch andere Kommentatoren gleicher Stoßrichtung) für dieses Problem keine praktisch umsetzbare Lösung haben.
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