Bundesliga Vor dem BallverlustSeite 2/2
In der Branche wird erwartet, dass die Fußball Liga bald ihre Rechte wieder selbst ausschreibt und der Vertrag mit Kirch gelöst wird. Vermutlich werden sich Premiere und ARD nicht lumpen lassen und in etwa das Gleiche bezahlen wie bei der vergangenen Runde. Insgesamt kam man da auf 420 Millionen Euro. Der scheidende ARD-Programmdirektor Günter Struve kündigte auf dem Berliner Podium bereits gönnerhaft an, die Liga »nicht abtropfen zu lassen«.
Schwieriger könnte es mit der Deutschen Telekom werden, die nicht auf Gebührengelder zurückgreifen kann. Ob sie für die Onlinerechte noch mal 50 Millionen Euro zahlt wie bei der vergangenen Ausschreibung, ist zweifelhaft.
In Verhandlungskreisen ist zu hören, dass seitens der Liga ins Spiel gebracht werde, die zentrale Vermarktung könnte kippen, wenn langfristig die Einnahmen stagnieren. Bislang werfen die Fußballvereine all ihre Fernsehrechte in einen Topf, um sie dann gemeinsam zu verkaufen. Die Einnahmen werden recht solidarisch geteilt, obwohl große Vereine wie Bayern München, Schalke 04 und andere alleine beträchtlich mehr Geld herausholen könnten. Bislang galt: Die Liga lebt von der Spannung, und die gibt es nur, wenn nicht einige wenige alles Geld absahnen und dann drei Klassen besser spielen als der Rest. Für »keine besonders brillante Idee« hält denn auch Bernd Hoffmann, Vorstandschef des Hamburger Sport-Vereins, die Aufgabe der Zentralvermarktung. »Mittelfristig würde das zu Chaos führen.«
Aber eben auch zu neuen möglichen Geschäftsfeldern für Sirius SportMedia. Offiziell gibt Dieter Hahn keine Stellungnahmen ab, er arbeitet lieber hinter den Kulissen an neuen Geschäftsmodellen. Die Vermarktung in anderen europäischen Ländern dürfte ein Thema sein, genauso wie die Frage, wie viel Geld sich mit dem Rechteverkauf einzelner Vereine verdienen ließe. Zwar gibt es auf diesem Feld mit Sportfive und UFA Sports etablierte Unternehmen, aber Konkurrenz hat einen Leo Kirch noch nie geschreckt.
Wenn alles nicht hilft, können die Leute von Sirius immer noch bei EM.Sport Media unterschlüpfen. An dem Medienkonzern hält Kirch 18 Prozent der Stimmrechte. Da die große Mehrheit der Aktien in Streubesitz ist, hat er faktisch die Kontrolle. Etwas ratlos zurück bliebe in diesem Fall vermutlich nur die Fußball Liga.
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- Datum 20.11.2008 - 13:16 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 11.09.2008 Nr. 38
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