Gorleben Das Milliardengrab
Nach dem Skandal um Asse II: Wie die Große Koalition im Geheimen ein Atommüll-Endlager suchen wollte – und scheiterte
Mit 36 Stundenkilometern und einer besonderen Aufgabe saust der Geologe Joachim Kutowsky im Fahrstuhl in den Salzstock Gorleben: In 840 Meter Tiefe überprüft er alle zwei Wochen, wie schnell sich das Steinsalz bewegt. In einem Seitentunnel sind vier Bohrungen in Boden, Decke und beide Wände eingebracht und mit Messgeräten vollgestopft. An einem Datenspeicher liest er ab, um wie viel Zentimeter sich das 240 Millionen Jahre alte Steinsalz ausdehnt.
Dass Steinsalz fließt, ist bei der Einlagerung hochradioaktiven Atommülls erwünscht. Das Salz soll später die Abfallbehälter auf natürliche Weise einkapseln, hermetisch abschließen gegen Wasser und Gase. Da die Brennelemente noch mehr als eine Million Jahre hochgiftig strahlen, darf sich der Salzstock aber nicht so gravierend verändern, dass Radioaktivität freigesetzt werden könnte. Das ist das entscheidende Sicherheitskriterium.
Für einen engagierten Geologen hat Joachim Kutowsky einen undankbaren Job: Seit dem Erkundungsstopp für das Endlager Gorleben durch die rot-grüne Regierung im Jahr 2000 darf er mit einer kleinen Mannschaft das 1979 begonnene Bergwerk nur noch erhalten und nicht weiter erforschen. So dürfen sie zum Beispiel lediglich die Werkstatt und den Fahrstuhl in Ordnung halten und immer wieder Steinsalz aus den Schächten fräsen. Kosten pro Jahr: 20,9 Millionen Euro.
Seitdem CDU und CSU jedoch den Atomstrom als Ökoenergie preisen, offen für längere Laufzeiten von Kernkraftwerken eintreten und die Kernenergie zum Wahlkampfthema machen wollen, steht die ungelöste Entsorgungsfrage wieder oben auf der politischen Agenda. Ende Juli forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals öffentlich, das Moratorium in Gorleben endlich aufzuheben und die Erkundungen im Salzstock fortzusetzen. Die Unionsparteien wollen weiter nur auf eine Karte setzen: Gorleben. Das Hauptargument: Bisher würde kein geologischer Befund dagegen sprechen, hier alle 12500 Tonnen hochradioaktiven Mülls zu lagern, den die deutschen Atommeiler bisher produziert haben, sowie dazu den gesamten künftigen Abfall. Umweltminister Sigmar Gabriel und die SPD wollen dagegen ein völlig neues Auswahlverfahren für die Endlagersuche beginnen – unter besonderer Berücksichtigung von Gorleben. »Ob Gorleben der bestgeeignete Standort ist«, so der Umweltminister, »kann ohne Vergleich mit anderen Alternativen nicht nachgewiesen werden.«
Herbert Krüger, Bürgermeister von Gorleben, hält von den SPD-Plänen nichts: »Der Bevölkerung von Gorleben ist nach 30 Jahren nicht mehr zuzumuten, weitere zehn bis zwanzig Jahre Unklarheit zu haben.« Die CDU-dominierte Wählergemeinschaft im Gemeinderat unterstützte das Projekt Endlager von Anfang an – und lebt damit nicht schlecht. Das schmucke Dorf in ärmlicher Gegend erhält jedes Jahr 450000 Euro Infrastrukturhilfe von der Energiewirtschaft, eine Art Schmerzensgeld für das Leben in der Nähe des geplanten Endlagers und eines Zwischenlagers, in dem schon heute 85 Behälter mit hochradioaktivem Abfall stehen.
Für die Gegner ist klar: »Aus der Asse lernen heißt auf Gorleben verzichten«
Im vier Kilometer entfernten Nachbardorf Pretzetze liegt die andere Front im Kampf um die Kernkraft. In einem idyllischen Bauerngarten hinter dem Deich bereitet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg gerade die nächste Widerstandsaktion vor: Am 8. November rollt wieder ein Castor-Transport aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague. Und nach Einschätzung von Initiativensprecher Wolfgang Ehmke wird die neue Debatte um längere Laufzeiten und die ungelöste Entsorgungsfrage zu einem »enormen Mobilisierungsschub« führen. Nach zuletzt flauen Protesten rechnen die Anti-Castor-Kämpfer jetzt wieder mit »5000 plus x Demonstranten«. Ihr Widerstandswille wird zusätzlich befeuert durch den Bericht, den das niedersächsische Umweltministerium jetzt über Fehler und Versäumnisse im Salzbergwerk Asse II veröffentlicht hat, in dem 126000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll lagern. Für Ehmke ist nach dem Pannenreport klar: »Aus der Asse lernen heißt auf Gorleben verzichten.«
Das kleine Asse hat in der Tat das Zeug, Munition für ein zentrales Wahlkampfthema 2009 zu liefern: die Atomenergie. Die Missstände dort offenbaren, dass die Große Koalition auch auf einem anderen Sektor der Atompolitik versagt hat, bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll. Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU/CSU und SPD verpflichtet, die Frage der »sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle« »zügig und ergebnisorientiert« in dieser Legislaturperiode zu lösen. Das wird bis zur Bundestagswahl wohl nichts mehr werden. Denn die Großkoalitionäre haben sich in den letzten Monaten in verhängnisvoller Weise gegenseitig blockiert – mit offenen und versteckten Gründen und taktischen sowie juristischen Winkelzügen.
Hauptursache für den Stillstand: In der Koalition haben Ausstiegsbefürworter und -gegner die Endlagersuche auch zu einer Stellvertreterdebatte über die Nutzung der Kernenergie missbraucht. Nach dem Motto: Wer die Kernenergie verhindern will, muss das Endlager verhindern. Noch stärker als die Risikofaktoren Reaktorsicherheit und Terrorgefahr scheint die ungelöste Entsorgungsfrage der Akzeptanz der Kernenergie zu schaden. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Deutschen Atomforums im März 2008 plädierten 44 Prozent der Befragten für Kernenergie. Wäre die Frage der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle gelöst, stiege die Zahl der Befürworter auf 60 Prozent. Deshalb hat die Gorleben-Blockade nach Ansicht von Walter Hohlefelder, Präsident des Deutschen Atomforums, auch nur ein Ziel: die »Akzeptanz der Kernenergie in der Schwebe zu halten«.
Stoiber und Oettinger intervenierten persönlich im Kanzleramt
Für die Gorleben-Befürworter ist das Asse-Desaster ein Rückschlag. Denn es sei, wie Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) warnt, von Gorleben-Gegnern leicht »politisch zu instrumentalisieren«. So fordert Ex-Umweltminister Jürgen Trittin, am Baustopp für Gorleben festzuhalten, »weil Asse das Modellbergwerk für Gorleben« sei. Zumindest das ist falsch. In Asse gab es nur ein Untertagelabor mit dem Forschungsziel, Steinsalz auf seine Eignung als »Wirtsgestein« für ein Atomendlager zu prüfen. Im Übrigen ist Asse II ein stillgelegtes Bergwerk mit Schächten und Tunneln, die auch in Nähe von wasserhaltigem Granit führen. Gorleben dagegen ist ein jungfräulicher Salzstock.
Dass in dem Salzstock auch nach fast dreißig Jahren noch keine Brennelemente lagern, liegt auch daran, dass die Entscheidung für Gorleben schwere Geburtsfehler aufweist. Ursprünglich war das Endlager als Teil eines nuklearen Entsorgungszentrums mit Wiederaufarbeitungsanlage geplant. Ein Projekt, das »politisch nicht durchsetzbar« war, wie Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) einräumen musste. Übrig blieb unter anderem das »Erkundungsbergwerk Gorleben«. Es wurde nach altem Bergrecht gebaut, ohne Umweltverträglichkeitsprüfung, Bürgerbeteiligung und Planfeststellungsverfahren. Auch nach zwanzig Jahren Exploration gibt es bis heute keine Sicherheitsanalyse. Das versäumten die Regierungen Kohl, Schröder und Merkel.
Gorleben heißt zwar dem Namen nach »Erkundungsbergwerk«, ist aber nach Ansicht von Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, »in weiten Teilen ausgebaut wie ein fertiges Endlager mit Ausnahme der Infrastruktur für die Einlagerung«. In dem Bergwerk gewinnt der Laie tatsächlich den Eindruck, dass hier morgen die ersten Brennelemente eingelagert werden könnten. Auf der Siebenkilometerstrecke unter Tage wird klar, dass der Bund als Betreiber und die Energiekonzerne mit bisher 1,5 Milliarden Euro Investitionen nicht erkunden, sondern gleich ein fertiges Endlager bauen wollten.
Diese Täuschung der Öffentlichkeit sowie mangelnde Transparenz bei Standortauswahl und Erkundung hatten bei der rot-grünen Bundesregierung tiefes Misstrauen gesät. In den Atomkonsens verhandelte sie deshalb ein Moratorium für die weitere Erforschung des Salzstockes hinein. »Der Deal war«, erinnert sich Ex-Umweltminister Trittin, »zwei Jahre längere Laufzeiten gegen Baustopp.« Damit wollte Trittin verhindern, dass »in Gorleben Fakten geschaffen werden«. Kanzler Schröder und sein Minister, beide politisch in Niedersachsen beheimatet, ärgerten sich schon damals darüber, dass Bayern und Baden-Württemberg keine Verantwortung für den Atommüll übernehmen wollten, obwohl mehr als die Hälfte der noch laufenden Meiler in diesen beiden Ländern steht.
Im September 2006 startete Umweltminister Gabriel eine neue Initiative, um die Endlagerfrage zu lösen. Der Dreiphasenauswahlprozess mit Untersuchungen über und unter Tage sollte zwischen zwei und zwölf Jahren dauern. Er sollte allerdings immer nur dann fortgesetzt werden, wenn sich nach einer Phase ein besserer Standort als Gorleben angeboten hätte. Wegen seiner Brisanz stufte Gabriel den Vorstoß als geheime Kommandosache ein. Das Konzept ging erst nur an das Kanzleramt und die Partei- und Fraktionsvorsitzenden. Kanzleramtsminister Thomas de Maizière ortete in der Union zunächst ein »tiefes Misstrauen, ob Gabriel es wirklich ernst gemeint hat«.
Monatelang suchten de Maizière und Umweltminister Gabriel in Vieraugengesprächen nach einem Brückenschlag. Gabriel bot sogar eine sofortige Aufhebung des Erkundungsstopps bei Beginn des Auswahlverfahrens an. Der Kanzleramtschef hätte eine »Einigung für möglich« gehalten, wäre der Widerstand der unionsregierten Länder Bayern und Baden-Württemberg nicht unüberwindbar gewesen. Die Ministerpräsidenten Stoiber und Oettinger intervenierten persönlich im Kanzleramt. Kein Wunder: Bei der Suche nach alternativen Standorten hätte bereits eine Literaturstudie offenbart, dass eine Granitformation in Bayern und eine Opalinustonlage in Baden-Württemberg infrage gekommen wären. »Schon das Bekanntwerden möglicher alternativer Standorte für Endlager«, sagt Laurenz Meyer, der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, hätte »Feuer in mehreren Teilen der Republik angezündet«.
Auch der jetzige CSU-Chef Erwin Huber lehnt eine Suche nach alternativen Standorten ab, zumindest bis zur bayerischen Landtagswahl Ende September. Damit schloss sich das Zeitfenster vor der Bundestagswahl. Das Projekt Endlagersuche, so de Maizière, wurde »ohne öffentliche Begleitmusik« beerdigt. Der bisher von deutschen Atommeilern produzierte hochradioaktive Müll wird damit bis auf weiteres in Zwischenlagern bleiben – die meisten in Hallen neben den Reaktoren. Bis 2030 sind sie genehmigt.
Selbst wenn die Regierung den Erkundungsstopp sofort aufheben sollte, könnte Gorleben nach Einschätzung des Bundesamtes für Strahlenschutz wegen langwieriger Verfahren und zu erwartender Klagen frühestens 2026 in Betrieb gehen. Ein neues Standortauswahlverfahren würde noch länger dauern. Die Zeit verrinnt. »Die Große Koalition vertut hier eine große Chance«, räumt der CDU-Abgeordnete Meyer ein. Noch bitterer fällt das Urteil des CDU-Kreistagsabgeordneten Ulrich Flöter aus Gorleben aus: »Wir hinterlassen unseren Kindern den Müll, den wir produziert haben.«
- Datum 29.10.2008 - 17:14 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 11.09.2008 Nr. 38
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Soll jeder Atomkraft Befürworter, seinen Landkreis als möglichen Endlager Standort vorschlagen. Von mir aus auch erstmal nur jeder Politiker, seinen Wahlkreis.
vor allem die Vertreter unserer Wirtschaftswunderländer im Süden preisen die Vorzüge von Atomstrom mit einem ihnen eigenen vertrauenserweckenden charmanten Lächeln, wollen aber von einer Endlagersuche im eigenen Land nichts wissen. Vielleicht haben Franzosen, Engländer und Amerikaner eine Idee wo man seinen Müll lässt? ZB das ganze als Munition zu verschiessen? Oder es in der Wüste vergraben, wenn in keiner eigenen, dann sonstewo?
Es gibt wahrscheinlich keine friedliche friedliche Nutzung der Kernenergie. Das Mittel verdirbt jeden Zweck.
vor allem die Vertreter unserer Wirtschaftswunderländer im Süden preisen die Vorzüge von Atomstrom mit einem ihnen eigenen vertrauenserweckenden charmanten Lächeln, wollen aber von einer Endlagersuche im eigenen Land nichts wissen. Vielleicht haben Franzosen, Engländer und Amerikaner eine Idee wo man seinen Müll lässt? ZB das ganze als Munition zu verschiessen? Oder es in der Wüste vergraben, wenn in keiner eigenen, dann sonstewo?
Es gibt wahrscheinlich keine friedliche friedliche Nutzung der Kernenergie. Das Mittel verdirbt jeden Zweck.
Wer glaubt Atommüll lasse sich sicher verwahren; was soll man davon halten? Natürlich, der Müll in Asse II strahlt nur 300 000 Jahre, die Brennstäbe in Gorleben würden über 1 000 000 Jahre strahlen, dass alles ist sicherheitstechnisch irgendwie machbar, indem wir uns eine "Strahlenbombe unter den Arsch legen" - die Generationen nach uns werden strahlen vor Freude.
Und Schawan meint parteipolitisch, machtpolitisch ignorant, dieses Höchstmaß an faktischer Unsicherheit lasse sich "politisch instrumentalisieren"? Es wäre ein Armutszeugnis für die Demokratie, würde es das nicht.
...Endlagerung von Atommüll aufgebaut. Es ist mir aber in bester Erinnerung, in den 70er-Jahren zu diesem Thema einiges gelesen zu haben. Unter anderem auch über die Bemühungen der USA, geeignete Endlagerstätten für strahlendes Material zu finden. Salzstöcke als Endlagerstätten war damals wohl eine gängige Idee.
Die USA gaben dann aber diese Idee auf, u.a., weil das Verhalten der Salzstöcke durch die Erwärmung der gelagerten Materialien als nicht vorhersehbar eingestuft wurde. Das Ergebnis dieser Untersuchungen und Überlegungen fasste man dort mit dem prägnanten Satz zusammen:
Salt is out.
Weshalb diese, von den USA teuer erarbeitete, Erkenntnis die deutschen Verantwortlichen nicht "erreichte", ist mir bis heute schleierhaft.
Vielleicht greift ja die Redaktion von ZEIT-online dieses Thema nochmal auf und informiert die Leserschaft über diesen interessanten Aspekt des Themas.
Man möge mich naiv nennen, aber das Schlimmste an dem Artikel finde ich das Bild. "Einlagerung" scheint ein Euphemismus zu sein. Was ich da sehe ist Verklappung der übelsten Sorte.
Ich dachte bisher, "Einlagerung", das sei die mit deutscher Gründlichkeit geplante und durchgeführte, katalogisierte und überprüfte, sorgfältigste Platzierung von Atommüll in Salzstöcken. Jetzt sehe ich da einen Mega-Bagger, der irgendwelche Fässer in ein Loch kippt. Hallo gehts noch?
Und dann wundert man sich, dass irgendwann, irgendwo, irgendwas austritt und ist erstaunt, dass keiner sagen kann, was genau es sein könnte weil nie erfasst wurde, was genau es ist, wie es "verpackt" ist und so weiter.
Skandalös.
Der Artikel konzentriert sich im wesentlichen auf die politischen Probleme des Auswahlverfahrens. Es wird angedeutet, dass der Salzstock geeignet sein könnte,
dass es aber nicht klar ist, ob es nicht noch "geeignetere" Standorte gibt.
Ich habe "geeignetere" deshalb in Anführungszeichen gesetzt, da Kriterien für
eine Optimalität in solchen Fragen nicht eindeutig zu formulieren sind, sich im
Laufe der Zeit ändern können und fachfremd ("politische Durchsetzbarkeit") sein
können.
In diesem Sinne ist es fast schon eine Manipulation der Öffentlichkeit,wenn man
vorgibt, nach einem "geeignetsten" Standort suchen zu wollen.
These: es gibt nur "geeignete" Standorte und es geht letztlich darum, eine Entscheidung zu treffen. Und für die Zwecke der Endlagerung können
unterschiedliche Entscheidungen gleich gut sein. Dass unterschiedliche
Länder unterschiedliche Konzepte verfolgen ist unter diesem
Gesichtspunkt völlig normal.
Wenn man das einmal akzeptiert, dann ist es durchaus rational, das schon
in Gorleben investierte Kapital in eine Bewertung miteinzukalkulieren.
Ich hatte an anderer Stelle schon erwähnt, dass mit dem Kampf gegen
die Kernenergie mittlerweile viele politische Karrieren stehen und fallen.
Ich persönlich würde deshalb Gabriel hier ebenfalls nicht zuviel
Vertrauensvorschuss geben. (Politiker, die öffentlich Bahn fahren und
heimlich den Dienstwagen nachkommen lassen, sind nach meinem
Geschmack mehr an Aussenwirkungen denn an wirklichen Problemlösungen
interessiert.)
Eine letzte Bemerkungen noch zum Artikel selbst:
Hätte man nicht ein Bild von Gorleben selbst (und nicht von Asse) bringen
können? (Sie sehen doch was sonst geschieht: mindestens ein
Kommentarschreiber hat sich von dem Bild irreleiten lassen.)
Herzlichst Crest
...sollte sich an dessen Spielregeln halten.
Die Spielregeln vom Atommüll sind nunmal in erster Linie zeit. Ewig lang, länger, als es menschliches Leben, länger als es Leben überhaupt gibt. Länger sogar, wie die Erde oder die Sonne existiert.
Uran 238, die Form, die auch in der Natur vorkommt, hat eine Halbwertszeit von knapp 4,5Mrd. Jahre.
Danach ist das Zeug nicht etwa unschädlich, sondern strahlt nur noch halb so stark.
Liebe Atomkraft-Freunde, liebe Politiker, liebe AKW-Betreiber: Bitte verratet mir doch mal irgendeine Lagerform, bei der auch nur denkbar ist, das dieses Zeug nicht irgendwann mal wieder ganz böse, ganz geballt und ganz ungesund auftaucht.
Natururan ist so dünn in der Erdkruste verteilt, chemisch in so stabilen Formen und physikalisch in so tiefen Schichten, das die einzelnen Hotspots für sich relativ ungefährlich sind. Sollte man aber anfangen, diesen Krempel ans Tageslicht zu holen, den Kram zusammenzulegen und zu raffinieren, dann wird aus dem eigentlich relativ harmlosen Material etwas, was man nicht im Kaffee haben möchte.
Uran ist ein Alphastrahler, dessen Strahlung bereits von der menschlichen Haut zuverlässig abgeschirmt wird, ohne das sie dadurch Schaden nimmt. Soweit richtig. Nur das Produkt, was dabei entsteht (Thorium) zerfällt nach etwa einem Monat unter Abgabe von Betastrahung, und die kann tief in den Körper eindringen. Das dann entstehende Proactinium zerfällt bereits nach wenigen Stunden mit dem Ergebnis einer weiteren Betastrahlung und dann wieder relativ stabilem Uran (Halbwertszeit um die 250.000 Jahre).
Das Problem ist also nicht das Uran, sondern die Zerfallsprodukte, die sich aber etwa so gut verhindern lassen wie die Schwerkraft.
Wenn endlich eine angeblich sichere Lagerform gefunden wird, wär ich ja dafür, das die AKW-Betreiber, die Lobbyisten und die Politiker das Zeug in Ihrem Keller einlagern müssen, gleich neben der Speisekammer und unter dem Schlafzimmer. So ist wenigstens gewährleistet, das diese Form von Dummheit schnellstmöglich ausstirbt.
vor allem die Vertreter unserer Wirtschaftswunderländer im Süden preisen die Vorzüge von Atomstrom mit einem ihnen eigenen vertrauenserweckenden charmanten Lächeln, wollen aber von einer Endlagersuche im eigenen Land nichts wissen. Vielleicht haben Franzosen, Engländer und Amerikaner eine Idee wo man seinen Müll lässt? ZB das ganze als Munition zu verschiessen? Oder es in der Wüste vergraben, wenn in keiner eigenen, dann sonstewo?
Es gibt wahrscheinlich keine friedliche friedliche Nutzung der Kernenergie. Das Mittel verdirbt jeden Zweck.
Vielleicht sollte man den radioaktiven Müll bei den Kernenergiebefürwortern im Süden Deutschlands beim Strassenbau verwenden. Direkt unter der Asphaltdecke verteilt, würde die beim radioaktiven Zerfall entstehende Wärme die Strassen im Winter eisfrei halten.
Und schon in den Kindergärten könnten die Vorteile dieser Art von Entsorgung mit dem lustigen Vers
Und dräut der Winter noch so sehr,
Atommüll heizt von unten her.
einprägsam vermittelt werden.
Vielleicht sollte man den radioaktiven Müll bei den Kernenergiebefürwortern im Süden Deutschlands beim Strassenbau verwenden. Direkt unter der Asphaltdecke verteilt, würde die beim radioaktiven Zerfall entstehende Wärme die Strassen im Winter eisfrei halten.
Und schon in den Kindergärten könnten die Vorteile dieser Art von Entsorgung mit dem lustigen Vers
Und dräut der Winter noch so sehr,
Atommüll heizt von unten her.
einprägsam vermittelt werden.
Vielleicht sollte man den radioaktiven Müll bei den Kernenergiebefürwortern im Süden Deutschlands beim Strassenbau verwenden. Direkt unter der Asphaltdecke verteilt, würde die beim radioaktiven Zerfall entstehende Wärme die Strassen im Winter eisfrei halten.
Und schon in den Kindergärten könnten die Vorteile dieser Art von Entsorgung mit dem lustigen Vers
Und dräut der Winter noch so sehr,
Atommüll heizt von unten her.
einprägsam vermittelt werden.
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