Öko-Produkte Essen fürs Klima?Seite 4/4

Boskop-Äpfel im Keller sparen Treibhausgase ein

Immerhin sind sich alle in einem Punkt einig: Mit dem Flugzeug transportierte Waren sind die schlimmsten Klimakiller – und Fleisch sowie Milchprodukte, auch wenn sie aus heimischen Gefilden stammen. Nach einer Studie UN-Organisation FAO produziert die weltweite Viehhaltung rund 18 Prozent der globalen Treibhausgase. Das liegt vor allem am Rindviech. Als Wiederkäuer stoßen Kühe jede Menge Methan aus, das rund zwanzigmal klimaschädlicher ist als CO₂. Karl von Koerber, Ernährungswissenschaftler aus München, beziffert das Sparpotenzial in der persönlichen Bilanz: »Wer sich für vegetarisches und ökologisches Essen entscheidet, kann den Ausstoß schädlicher Treibhausgase um über 60 Prozent verringern.«

Ansonsten gilt, was sein Kollege Martin Demmeler von der Technischen Universität München in seinen umfangreichen Studien herausfand: »Bio global ist zwar besser als konventionell. Aber am besten ist bio regional – und saisonal.« Exmanager und Praktiker Klaus Wiegandt drückt es so aus: »Statt im Frühjahr Äpfel zu kaufen, die im Kühlschiff transportiert wurden oder im Kühlhaus überwintern mussten, könnte man sich auch Boskop-Äpfel in den Keller legen. Die überdauern dort Monate, schrumpeln zwar ein wenig, schmecken aber noch ganz prima.«

Einen noch viel größeren Effekt erzielen jene, die bislang ihren PS-starken Geländewagen nutzen, um zum Biohof in den Nachbarort zu fahren. Nähmen sie für die fünf Kilometer stattdessen ein Fahrrad, könnten sie dadurch locker das Klimagift von einem Steak oder 30 Kilo Gemüse neutralisieren.

 
Leser-Kommentare
  1. und etwas anderes erscheint im Moment auch nicht möglich, dafür sind die globalen Verstrickungen viel zu undurchsichtig und die Verbraucher, so sensibilisiert sie im Verhältnis zu einem Unwissenden sein mögen, setzen sich noch zu wenig durch bzw. wird deren Meinung von den Politikern zu wenig beachtet. Was bleibt ist trotz allem bewusst mit seiner Ernährung und den Nahrungsmitteln umzugehen, sich zu informieren und vor allem weiter Druck auszuüben. Und ein Jahreszeitenkalender für Obst und Gemüse in der Küche ist eine dabei hilfreiche Anschaffung, einen auch für sich natürlicheren Lebensrhythmus wiederzufinden und das allein ist schon ein Gewinn in Form von Genuss.

    • clubby
    • 13.09.2008 um 14:26 Uhr

    ...ist nur ne Masche wie sich wenige wieder auf Kosten vieler bereichern werden.

    Merkwürdiger Weise schmecken "Öko" Produkte nicht mal besser. Jedenfalls die ich kenne. Das ganze "Siegel"zeugs habe ich bis jetzt eigentlich nur als Rechtfertigung für bis zu 100% höhere Preise wahrgenommen. Interessant aber daß es den Meinungsmachern in Wirtschaft geslingt, dieses Thema doch in die Köpfe zu bekommen und damit mehr für sich rauszuholen. Erschreckend aber dann doch immer wieder wie manipulierbar die Masse ist, und sich das dann sogar noch gefallen läßt auf die Schuldseite gestellt werden.

    Eines ist aber sicher dennoch wahr: schon aus gesundheitlichen/ethischen Gründen muß es nicht jeden Tag Fleich sein.

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    da könnte etwas dran sein, dass die Gewinnspanne bei Ökoprodukten überproportional größer ist.

    Gerade ist doch in der Diskussion, die Besteuerung für Öko-Lebensmittel herunterzusetzen.
    Was ich mich frage: Was wird denn passieren, werden die Produkte im Supermarkt billiger oder verdienen die Händler dann einfach mehr, bei gleichen Preisen für die Verbraucher? Das wäre perfekt umgesetzter Lobbyismus...

    da könnte etwas dran sein, dass die Gewinnspanne bei Ökoprodukten überproportional größer ist.

    Gerade ist doch in der Diskussion, die Besteuerung für Öko-Lebensmittel herunterzusetzen.
    Was ich mich frage: Was wird denn passieren, werden die Produkte im Supermarkt billiger oder verdienen die Händler dann einfach mehr, bei gleichen Preisen für die Verbraucher? Das wäre perfekt umgesetzter Lobbyismus...

    • mexi42
    • 13.09.2008 um 18:06 Uhr

    Richtig! Man muss dem Volk ununterbrochen den größten Mist vorbeten,
    dann glaubt es daran. Ein "schlechtes Gewissen" implementieren, hat
    stets Erfolg.
    Darauf ist die ganze CO2-Lüge aufgebaut.

  2. da könnte etwas dran sein, dass die Gewinnspanne bei Ökoprodukten überproportional größer ist.

    Gerade ist doch in der Diskussion, die Besteuerung für Öko-Lebensmittel herunterzusetzen.
    Was ich mich frage: Was wird denn passieren, werden die Produkte im Supermarkt billiger oder verdienen die Händler dann einfach mehr, bei gleichen Preisen für die Verbraucher? Das wäre perfekt umgesetzter Lobbyismus...

    Antwort auf "Resultat wie immer"
  3. Nun, unbestreitbar ist, dass der Mensch durch sein unermüdliches Schaffen des "Zuviels" unsere Erde Stück für Stück unbewohnbarer macht.
    Mir scheint aber, dass im Essen fürs Klima das große Geschäft der neu etablierten Unternehmer steht. Die Klimaverbesserung ist bei vielen Geschäften die Werbetrommel für super Umsatz.
    Von wegen Klima schonend und dann noch die Verdummung des Konsumenten mit der unverschämten Lüge der Bezeichnung klimaneutral.
    Allerdings haben wir schon lange ökologischem Landbau bei uns mit seriösem Öko-Bio-Siegel: wie: Demeter, Bioland, Naturland usw. die nahe am Verbraucher liegen.

  4. Die Leute sind so dämlich! Schreib Bio auf ein Lebensmittel und alle Akademikerinnen raffen die Wollstola und kaufen den Quatsch. Gib dem Rest einen englischen Namen und die ganze RTLII-Bagage kauft das Zeug. Wenn man dazu auch noch lanciert, dass dieses oder jenes Allergien auslöst, hebt das den Umsatz ungemein.
    Ich frage mich ja zuweilen, wie ich ohne sog. Öko-Produkte allergiefrei aufwachsen konnte. Ich vermute mal, dass lag an der mangelnden Hysterie meiner Eltern. Vielleicht lags auch daran, dass man von den meisten derartigen Krankheiten gar nichts wusste.
    Dieser ganze Öko-Hype trägt ja schon quasi religiöse Züge: Früher haben sich die Leute um ihr Seelenheil gesorgt und haben gebeichtet; heute sind sie "aufgeklärt" und suchen sich irgendwelche Patchwork-Ersatzreligionen und wenn diese Religionen ihnen nicht das notwendige Schuldbewußtsein geben, wird halt schnell ein bisschen Bio gekauft und die lieben Kleinen werden halt nicht mit dem Fegefeuer sondern mit dem Klimawandel und handgeklöppeler Avocado-Paste traktiert.
    Nochmal zum Mitschreiben: Wo Bio draufsteht, ist Meistenteils das gleiche drin, was auch in konventionellen Lebenmitteln drin ist. Für Pestizide gibts Grenzwerte und niemand glaubt doch allen Ernstes, dass man von ein bisschen Chemie stirbt?! Bin ich ein Käfer oder ein Pilz? Hört sich einfach an, aber informiert Euch mal, was wogegen wirkt. Hormone sind in der EU eh verboten und die diesbez. Kontrolldichte ist bei den Ökos auch nicht höher.

  5. Da scheint ja Frau Lütge einigen auf empfindliche Körperteile getreten zu haben, so laut das Jaulen!

    Und so intelligente Kommentare (bis auf den ersten)! Grundtenor (wie meistens):

    - Ich kann ja nicht schuld sein
    - wer das andeutet, ist religiös verblendet
    - alles, was mich mehr Geld kostet, ist kriminell
    - ich tu doch schon alles Menschenmögliche
    - was wissen schon Wissenschaftler
    - warum sind wir dann nicht schon alle tot
    - und früher war alles besser
    - ...

    Unser modifizierter American Way of Life hat der Menschheit diese Suppe eingebrockt. Hoffen wir, dass wir durch durchschaubare und verlässliche Informationen über die Klimaauswirkungen einzelner Handlungen bessere Entscheidungshilfen erhalten.

    "1 Steak klimawirksam wie 30 kg Gemüse", das ist ja schon einmal ein Wort. Aber solche Infos muss man sich mühsam aus den Weiten des www zusammenklauben.
    Hat jemand schon mal eine Seite gesehen, wo die wichtigsten Daten stehen, also das CO2-Äquivalent von
    - 1 Liter Milch,
    - 1 Blatt A4 weiß oder Umwelt-,
    - 1 Tasse Kaffee
    - 1 Laptop
    - 1 PC
    - ...?

    Danke im Voraus

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