Che Guevara Eine Ikone wird entzaubertSeite 2/2

Es mag übertrieben sein, den apokalyptischen Gehalt solcher Sätze, von denen es in den Schriften Guevaras geradezu wimmelt, hauptsächlich auf das Konto »narzisstischer Todes- und Gewaltfantasien« ihres Autors zu verbuchen. Revolutionäre Weisheit verraten sie jedenfalls nicht. Genauso wenig wie der absurd-selbstmörderische Versuch, in Bolivien eine »Mutterguerilla« zu installieren – nur ein Jahr nach dem Abenteuer im Kongo und haargenau nach demselben Strickmuster. Tatsächlich besitzt das Himmelfahrtskommando, das Che, Tania und ihrer Miniguerilla schließlich das Leben kostete, einen bedrückend-surrealen Charakter: Da zieht eine Handvoll schwer bewaffneter Guerilleros, die kein Bolivianer gerufen hat, unter unsäglichen Strapazen monatelang durch den fast menschenleeren Urwald, liefert sich gelegentliche Gefechte mit der Armee, während die »revolutionäre Zielgruppe«, vor allem die indigenen Bauern der Region, nur die – indifferente bis feindselige – Kulisse bilden.

Dennoch ist es erstaunlich, dass der Stern Guevaras nie verblasste, weder im versteinerten Inselsozialismus Kubas, wo man dem berühmten Toten stets die höchsten Altäre errichtet hat, noch in großen Teilen der weltweiten Linken. Wahrscheinlich hat der Autor nicht ganz unrecht, wenn er die Ultima Ratio dieser Verehrung just mit dem »romantischen Appeal« erklärt, den ein solcher »Triumph des Willens« im Zeitalter der technisierten Kriege und Machtapparate ausstrahlt – jenem »Flair einer großartigen Vergeblichkeit«, das auch Cervantes’ fahrender Ritter besitzt, Ches Leib- und Magenlektüre bis zum bitteren Ende.

Das dürfte freilich nur eine Teilerklärung sein. Bekanntlich kämpften beide, der Don Quichotte aus Spanien und der aus Argentinien, auch gegen Riesen, die in Koenens Buch allerdings gelegentlich zu Zwergen schrumpfen. So findet der Autor zwar durchaus kritische Worte für die Kuba- und Lateinamerikapolitik der USA. Ob deren Einfluss tatsächlich so gering war und ist, wie er suggeriert, darf man indessen bezweifeln. Etwa die Behauptung, Kubas politische und ökonomische Unabhängigkeit von den USA hätte spätestens seit den dreißiger Jahren »nicht mehr ernsthaft« infrage gestanden. Noch gewagter mutet die Prognose an, dass »die überkommenen Antagonismen mit den ›Riesen des Nordens‹« vielleicht schon bald »in eine hemisphärische Kooperation« überführt werden könnten. Denn so schön dieser Traum auch ist: Im wirklichen Leben dürften sich die Riesen leider nicht als bloße Windmühlen entpuppen.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 12.09.2008 um 16:32 Uhr

    sowohl als Arzt als auch als Freiheitskämpfer. Seine Routine Beschwerden zu untersuchen und als Arzt zu einer Diagnose zu kommen, haben ihn unweigerlich zum ärtzlichen mutigen Entschluss geführt, das Skalpell an dem Bandwurm Bastia anzusetzten, denn mit einer einfachen Spülungs-Kur war das Problem nicht zu beheben. . Allein, die OP stellte sich in dem faulen Gedärm des Großkotzbesitzers als kompliziert heraus, zumal die US-Regerung ihre Hand im After dieses Herrn hatte und sich vom Messerschnitt des Chirurgen bedroht fühlte.
    Man salutiere Ernseto ein weiteres Mal.

  1. Die Abenteuer im Kongo und in Bolivien sind zweifelsfrei ungeheuren Fehleinschätzungen Gueveras geschuldet. In Kuba hat er dagegen erheblich zum Sieg der Revolutionäre um Castro beigetragen, was seine Bewertung als tragisch-komische Figur abschwächt.

    Der Guevara-Kult auf Kuba wird nur durch Guevaras Rolle in der kubanischen Revolution verständlich. Allerdings wird Guevara als säkularer Säulenheiliger für das Castro-Regime ungleich nützlicher sein, als er es als Industrieminister und Nationalbank-Chef hätte sein können. In diesen Resorts entwickelte er Vorstellungen, die, wären sie umgesetzt worden, der kubanischen Wirtschaft ziemlich unzuträglich gewesen wären.

    Die Verkaufserfolge der Poster- und T-Shirt-Industrie mit Guevara-Devotionalien außerhalb Kubas erklären sich wohl hauptsächlich dadurch, dass Che im Kampfanzug mit Zigarre, Bart und verwegenem Blick ziemlich cool rüberkommt. Die wenigsten jugendlichen Käufer dieser Produkte werden Ernesto Guevara einzuordnen wissen.

    Literaturtip:
    Waltraud Hagen / Peter Jacobs
    Ernesto Che Guevara. Eine Chronik.
    Verlag Neues Leben

    • Anonym
    • 12.09.2008 um 21:29 Uhr

    icke glaube, der konnte ooch gut mit den Frauen umgehen, Männeken

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    f. für die Weltrevolution.
    Und natürlich gegen rechte Gewalt.

    f. für die Weltrevolution.
    Und natürlich gegen rechte Gewalt.

  2. zeichnen Guevara aus. Man mag ueber das Kongo- und Bolivien"abenteuer" laecheln, aber wie sonst haette man die Bereitschaft der Unterdrueckten zum Widerstand testen sollen. Mao hat nicht anders gehandelt!

    Die Theorie der Methodik, Strategie und Taktik des Guerillakampfes gehen mit auf Guevara zurueck - vielleicht liegt sein historisches Verdienst noch in der Zukunft.

    Und er ist auch nie ein Bonze geworden...

  3. Dieser Artikel scheint immer noch vom Geist einer Heiligenverehrung geprägt zu sein. Was ist daran wirklich kritisch? Che Guevara war ein Massenmörder wie alle Kommunisten im fortgeschrittenen Stadium ihres Wahns! Nichts desto Trotz verkauft sich das Konterfei dieses miesen Kerls weiterhin, als ob nichts gewesen wäre.
    Wirklich kritische Lektüre beginnt mit dem eben erst erschienen Buch von Jacobo Machover. Wir brauchen dringend eine neue Aufklärung, die die religiös-sektenhaften Heiligenverehrungen schonungslos entmythologisiert.
    Hier die Besprechung des Buches von Machover: http://jungle-world.com:8...
    Nach dem - hoffentlich baldigen - Ende der Castro-Diktatur wird sicher noch mehr interessantes Material über diesen kläglich gescheiterten und entgegen aller Vernunft verehrten sozialistischen Messias ans Tageslicht kommen!

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    wird gestillt mit einem System, das alle 3 Sekunden ein Kind verhungern lässt, mehr als 10 Millionen im Jahr. Dagegen ist jeder Versuch einer Befreiung ehrenhaft, auch wenn's mal blutig zugeht. Im Gegensatz zu den Kommunisten werden doe Plutokraten sicher nicht mit einem Winseln aus der Geschichte verschwinden. Eine Politik, die diese giergesteuerten Präanthropoiden beseitigt, wird aus den Gewehrläufen kommen müssen. Das kann man bekalgen, aber ohne Gewalt wird sich nix ändern.
    Wer JA sagt zum Kapitalismus, sagt JA zu 10 Millionen verhungerter Kinder jährlich, Jahr für Jahr. Wer dazu ja sagt, hat jedes Recht verloren, sich fürderhin zum Thema Ethik zu äussern.

    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

    wird gestillt mit einem System, das alle 3 Sekunden ein Kind verhungern lässt, mehr als 10 Millionen im Jahr. Dagegen ist jeder Versuch einer Befreiung ehrenhaft, auch wenn's mal blutig zugeht. Im Gegensatz zu den Kommunisten werden doe Plutokraten sicher nicht mit einem Winseln aus der Geschichte verschwinden. Eine Politik, die diese giergesteuerten Präanthropoiden beseitigt, wird aus den Gewehrläufen kommen müssen. Das kann man bekalgen, aber ohne Gewalt wird sich nix ändern.
    Wer JA sagt zum Kapitalismus, sagt JA zu 10 Millionen verhungerter Kinder jährlich, Jahr für Jahr. Wer dazu ja sagt, hat jedes Recht verloren, sich fürderhin zum Thema Ethik zu äussern.

    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

  4. wird gestillt mit einem System, das alle 3 Sekunden ein Kind verhungern lässt, mehr als 10 Millionen im Jahr. Dagegen ist jeder Versuch einer Befreiung ehrenhaft, auch wenn's mal blutig zugeht. Im Gegensatz zu den Kommunisten werden doe Plutokraten sicher nicht mit einem Winseln aus der Geschichte verschwinden. Eine Politik, die diese giergesteuerten Präanthropoiden beseitigt, wird aus den Gewehrläufen kommen müssen. Das kann man bekalgen, aber ohne Gewalt wird sich nix ändern.
    Wer JA sagt zum Kapitalismus, sagt JA zu 10 Millionen verhungerter Kinder jährlich, Jahr für Jahr. Wer dazu ja sagt, hat jedes Recht verloren, sich fürderhin zum Thema Ethik zu äussern.

    Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
    Ludwig Wittgenstein

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    den Hungernden vor Ihrer Haustür was zu essen zu geben.

    [Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe./ Die Redaktion; ew]

    den Hungernden vor Ihrer Haustür was zu essen zu geben.

    [Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe./ Die Redaktion; ew]

  5. 7. Genau

    f. für die Weltrevolution.
    Und natürlich gegen rechte Gewalt.

  6. den Hungernden vor Ihrer Haustür was zu essen zu geben.

    [Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe./ Die Redaktion; ew]

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