Neulich stand zu lesen, ein Filmstar vergangener Tage, inzwischen stolze 76 Jahre alt, habe seine Autobiografie veröffentlicht. Er drehte mit Lex Barker und Johnny Weissmuller und widmete sich in späteren Jahren der Malerei. Besorgniserregend sei lediglich sein nunmehriger Lebenswandel, der durch Alkohol- und Nikotinmissbrauch geprägt sein soll. Die Rede ist von Cheeta, dem Schimpansenstar aus zwölf Tarzanfilmen. Zyniker werden nun behaupten, Autobiografien von Affen aller Art seien kein wirkliches Novum, ebenso wenig wie alternde Künstler, die ihre Umwelt mit Kreativitätsversuchen nerven. Doch – evolutionär gesehen – wird hier die wirkliche Bedeutung des Ereignisses verkannt. Könnte es sich bei dem Autor doch um das fieberhaft gesuchte Missing Link zwischen Menschenaffen und Affenmenschen handeln. Ähnlich sensationell ist es aber auch, wenn ein ehemaliger rechter Rabauke in den aktuellen TV-Konfrontationen zu den Nationalratswahlen nun staatsmännisch Kreide geschluckt hat. Oder wenn sein Imitat offenbar durch intensives Training plötzlich ganze Sätze zu bilden vermag. Über das Suchtverhalten dieser beiden Studienobjekte ist zwar viel Bösartiges gemutmaßt worden, doch Beweise blieben aus. Diese Fernsehdiskussionen mögen für ein Laienpublikum vielleicht langweilig sein, für den Verhaltensforscher sind sie aber eine Fundgrube. Deshalb ist dem ORF dafür zu danken, der einmal mehr seinem Bildungsauftrag gerecht wird.