Ausstellung Von Ludwig II. zu King LouieSeite 2/2
Aber das ist nicht einmal das Wesentliche. Der »Stil« Disneys als Imaginationspop der Weltkultur entsteht durch Transformation aller geplünderten Kulturgüter. Schneewittchen, um bei dem ersten und lange Zeit erfolgreichsten Film zu bleiben, entledigt sich unter Disneys Federführung aller sexuellen Subtexte. Die Stiefmutter wird moralisch disqualifiziert, um Schneewittchen als sexuelle Konkurrenz aufzuheben – hegelianisch gesprochen. Die Zwerge sind je nach Bedarf Männer, wenn Schneewittchen Kind ist, oder Kinder, wenn sie Frau ist. Der Apfel ist wirklich nur ein Apfel, der gläserne Sarg nichts als ein Sarg (nicht die durchscheinende ironische Sprödigkeit junger, sich ihrer Sexualität bewusst werdender Mädchen).
Und so geht es weiter: Aschenputtel passt der Schuh (und nicht der Koitus), Susi und Strolch kriegen Kinder im Himmel, und Mowgli wird von einem Mädchen hypnotisiert wie die Affen von der Schlange Ka bei Kipling. Zur Entsexualisierung aller Vorlagen tritt bei Disney die Sentimentalisierung, die durch Augen, Musik und Dauer-Happy-Ends erreicht wird. Zur rechten Zeit wird diese durch eine bei Shakespeare abgekupferte Ironie der Nebenfiguren verdünnt oder sogar gebrochen, aber nie aufgehoben.
Das dritte Mittel des Welterfolgs Disneys aber ist das Wichtigste: die zeichnerische Banalisierung aller Vorlagen und Inventionen. Durch vereinfachte Linienführung, Auflösung aller Farbkomplexität (bis auf den »Ausrutscher« Fantasia) und strenge Begrenzung des Bildhorizonts entsteht das überall fassbare und adaptierbare zeichnerische Disney-Universum. Es »entsorgt« alle Vorlagen, woher sie auch immer stammen mögen, und übersetzt sie in populäre Imaginationsgrafik, die mit einem Blick erfassbar wird. Dieser Stil reduzierter Komplexität ist das eigentliche Geheimnis der Weltkunst Disneys. Und sie ist die Erklärung dafür, dass die Werke Disneys – ob als Film oder Comic – uns neu erscheinen, auch wenn wir sie längst kennen.
»Walt Disneys wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst« vom 19. September bis 25. Januar 2009 in der Hypo Kunsthalle München
- Datum 23.09.2008 - 14:43 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 18.09.2008 Nr. 39
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ein blödes Sehen und Vertrauen-Glauben lehren, welches sich auf der Ebene des Kindsehens abspielt. Auf der einen Seite war Walt Disneys Zeichentrick eine technische Revolution, auf der anderen Seite steckte in ihr eine okkulte Intention, Massen zu bündeln und zu lenken. Im übrigen arbeitete der sympathische US-Boy mit der NASA zusammen, ob er den NaWis nur eine gute Unterrhaltung wünschte...
dass es zu dieser zeit noch nicht die zweite novelle des dritten entwurfs der durchführungsverordnung des fünften korbes der urheberrechtsgesetzgebung in zeiten globaler internetzkommunikation gab
"Aschenputtel passt der Schuh (und nicht der Koitus)"
Kuriose Metapher, wie kann Koitus jemandem "passen"?
noch bizarrer wird es wenn man sie konsequent zuende denkt. Man versuche sich bildlich vorzustellen wie Aschenputtel ihren Koitus auf der Treppe liegen lässt.
dass ihr nicht zufällig auf einem auf der treppe herumliegenden koitus ausrutscht! - macht doch sinn! wenn die zu früh ausrutschen, dann geht's auf der treppe abwärts. die mädchen werden zu gefallenen und die jungs rutschen in die politik. wenn ohne migrationshintergrund. aber den haben prinzen ja nie! also. und die mit migrationshintergrund rutschen dahin, wo sie hingehören. erst in die schlagzeilen und dann in den knast.
woraus wir ganz allgemein lernen, dass böse taten immer die ihnen gebührende strafe finden.
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