Liebeskolumne Muss ich mit zum Geschäftsessen?
Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Darf ich meinem Partner sagen, dass er sich nur mit Idioten umgibt?

© Katharina Langer/ ZEIT ONLINE Grafik
Frage: Marc und Julia kennen sich aus Studienzeiten. Als sie heiraten, sind beide eher links und pleite und haben miese Jobs. Irgendwann macht Marc allerdings schnell Karriere. Er bekommt Lob vom Chef, einen Dienstwagen und ist abends immer häufiger auf beruflichen Terminen. Derweil bleibt Julia zu Hause mit den Kindern. Für seine Familie findet Marc immer weniger Zeit. Eines Tages lädt Marcs Chef zum Abendessen mit Geschäftspartnern ein. Er ermuntert Marc, doch auch seine Frau mitzubringen. Julia begleitet ihren Mann eher widerwillig. Wie erwartet, wird es ein völlig langweiliger Abend voller pflichtschuldiger Höflichkeiten und oberflächlichem Small Talk. Julia hasst so etwas. Als beide schließlich zum Auto gehen, sagt Julia: "Sag mal, merkst du eigentlich noch, dass das alles Arschlöcher sind?" Marc ärgert sich sehr über diesen Satz.
Wolfgang Schmidbauer antwortet: Hier fehlt mir das Einfühlsame, die Achtung. Schließlich muss man ja viel leisten, bis man einen Dienstwagen bekommt. Diese Frau verweigert ihrem Mann aber nicht nur die Anerkennung, sondern auch den Respekt. Dass die Basis, auf der sich beide trafen, nicht mehr existiert, ist die eine Sache. Hier sind aber auch zwei Menschen aus dem Gespräch gekommen. Julia hat die Veränderung ihres Mannes passiv hingenommen. Er ist ihr in eine Welt entglitten, der sie nichts abgewinnen kann. Und anstatt zu überlegen, wie beide trotzdem in Kontakt bleiben können, hat sie sich zurückgezogen. Schließlich bricht der ganze Frust aus ihr hervor. Indirekt versucht Julia ihrem Mann zu sagen, dass er selbst ein Arschloch geworden ist. Dass ihn das ärgert, ist verständlich.
Wolfgang Schmidbauer, 67, ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten, von ihm erschien u.a. "Das Mobbing in der Liebe", Gütersloher Verlagshaus
Alle "Großen Fragen der Liebe" aus dem ZEITmagazin im Überblick
- Datum 22.09.2008 - 15:22 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 18.09.2008 Nr. 39
- Kommentare 3
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Meine Generation erhielt noch vermittelt, dass schlechte Gesellschaft abfärbt ("Spiel nicht mit den..."). Vielleicht ist hier eine gemeinsame Grundlage schon verloren, vielleicht kann jemand den Alarm noch hören. Falls Schmidbauer (deutlich) mehr weiß, als aus der kompakten Fallbeschreibung hervorgeht, sollte er es mitteilen. In dieser Form bleibt für mich unverständlich, warum er einseitig Stellung zu beziehen scheint.
da hat der gute so heftig geackert, dass er garnicht gemerkt hat, dass seine julia ihm entglitten ist, weil sie nicht gemerkt hat, dass er ihr entglitten ist. und nun ist er erschüttert und verletzt und sie fragt, wieso ihr nicht schon früher aufgefallen ist, welche pfeife sie da zum vater der gemeinsamen kinder ... wo kamen die denn her? ende küchenpsychologie.
ist das die gehobene lebensberatung für's gehobene publikum? na großartig!
...oder ein so genannter "Freudscher Verschreiber" (wenn dann "kieke")???
Er denkt: "veni vidi vici"; sie: "Oh Gott, mit was für Langweilern muß sich der arme Kerl rumplagen!"...
Soviel zum Thema Wendehälse hahaha...
...oder ein so genannter "Freudscher Verschreiber" (wenn dann "kieke")???
Er denkt: "veni vidi vici"; sie: "Oh Gott, mit was für Langweilern muß sich der arme Kerl rumplagen!"...
Soviel zum Thema Wendehälse hahaha...
...oder ein so genannter "Freudscher Verschreiber" (wenn dann "kieke")???
Er denkt: "veni vidi vici"; sie: "Oh Gott, mit was für Langweilern muß sich der arme Kerl rumplagen!"...
Soviel zum Thema Wendehälse hahaha...
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