Kochen Gebot Nr.1: Selbermachen!
Das Ergebnis jeglicher Handarbeit ist besser als das maschinelle, weiß Wolfram Siebeck
Selbermachen!
1. Gebot: Selbermachen!
Es ist heute, da unsere Epoche unter Fortschritten jeglicher Art erzittert, kein Kunststück mehr, 80 Jahre alt zu werden. Wozu also der Bohei um einen 80-Jährigen, der sein Leben lang nichts getan hat als zu essen und zu trinken, zu trinken und zu essen?
Ja, was das Essen und Trinken angeht, da könnte ich schon aus dem Nähkästchen plaudern, wie meine Oma zu sagen pflegte. Die konnte tatsächlich noch nähen und hatte ein Kästchen mit Nadeln und Zwirn und Knöpfe ohne Hosen, wohingegen ich Hosen ohne Knöpfe habe, weil weit und breit kein Mensch mehr nähen kann.
In der Küche ist es nicht anders. Für alles, was meine Oma noch mit der Hand machte, haben wir heute Maschinen. Oder wenigstens Niedriglohnarbeiter. Denn so viel ist klar: Keine Maschine kann zwanzig Eier so schön schaumig schlagen, wie die schlecht bezahlte Vietnamesin, der ich in der Küche von Bruno zusah, wie sie in einer riesigen Schüssel unzählige Eier dreißig Minuten lang schaumig schlug, dann aus einer kleineren Schüssel gehackte Trüffel dazuschüttete und das Ganze weitere zehn Minuten mit dem Schneebesen bearbeitete. Dann kam Bruno und verwandelte den Trüffelschaum in mehrere perfekte Portionen eines getrüffelten Rühreis, auf Französisch brouillade genannt.
Um das berichten zu können, musste ich nicht unbedingt 80 Jahre alt werden. Aber es war ein unvergesslicher Anblick, der den Spaß beim Kochen illustrierte, den ich immer verspreche, wenn ich die zweifellos anstrengende und komplizierte Arbeit des Kochens beschreibe. Den Spaß, den keine Rührmaschine erzeugt, auch wenn sie das Handgelenk weniger strapaziert. Das gilt nicht nur fürs Rühren, auch fürs Schneiden und Hacken. Der Spaß besteht zum Teil auch in der Erkenntnis, dass das Ergebnis jeglicher Handarbeit besser ist als das maschinelle. Vergleichen Sie mal eine maschinell gehackte Zwiebel mit einer, die ein erfahrener Koch gewürfelt hat!
Zu Bruno ist noch zu sagen, dass ein Mittagessen bei ihm immer Spaß macht. Seine Auberge liegt in Lorgues, im Hinterland der Côte d’Azur. Das Restaurant Chez Bruno ist zu einem Treffpunkt der Riviera-Schickeria geworden. Die Leute sind zwar ziemlich unerträglich, aber sie wissen eben, wo es gut ist.
- Datum 15.10.2008 - 14:37 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 18.09.2008 Nr. 39
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Ach ja, Herr Siebeck, die schlecht bezahlte Vietnamesin hatte sicher irren Spaß am Kochen, das perfekte Beispiel für Spaß am Kochen. Na super! Der Marie-Antoinette-Preis ist Ihnen wieder einmal sicher.
Sie lesen die falschen Artikel, Frau Suzanne mit "z"... tsss.
o gott wie kan man denken das die vietnamesinn spass am 20 eier schlagen hatte
. sind sie eignetlich noch ganz bei trost Herr Siebeck??
ich verbringe seit 15 jahren die meiste zeit meines Lebens in europäischen Küchen
und weiss ganz genau das Eier mit der hand zuschlagen keinen Spass macht auch wenn ich Rührei noch so liebe . Eine elektrischer Schneebesen macht genau das selbe wie mein Handgelenk , sogar noch feiner und schaumiger . Sie sollten aufhören von Handarbeit zu reden wenn sie profesionelle Küchen bewerten . man merkt das sie nie in einer solchen ihr Brot verdient haben. Köche leiben ihre Arbeit was nicht heisst dass sie nicht Dankbar für jede kleine elektrische oder mechanische Hilfe sind einfach weil es wirklich mehr Spass macht zu kochen wenn einem nicht nicht das Handgelenk weh tut.Es wird Zeit die alten Romantiker abzulösen ( ohne ihren Geist zu vergessen ) und einen Blick auf moderne Notwendigkeiten zu werfen.
Die Bonzen im Chez Bruno sind ekelerregende Nichtsnutze die auch dort essen gehen
weil ihen irgendein anderer Bonze das empfohlen hat , aber nicht weil sie wissen wo es gut ist , das wissen die meisten Bonzen nämlich nicht
(Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)
Ich kann desachatez nur zustimmen. Da kann die Redaktion noch soviel Sachlichkeit fordern. Weshalb ist klar; die "Zeit" Essen-und Trinken Redaktion ist schließlich mit dem Siebeck beruflich verbandelt.
[Rest entfernt, bitte vermeiden Sie Beleidigungen/ Redaktion; svb]
Ich kann desachatez nur zustimmen. Da kann die Redaktion noch soviel Sachlichkeit fordern. Weshalb ist klar; die "Zeit" Essen-und Trinken Redaktion ist schließlich mit dem Siebeck beruflich verbandelt.
[Rest entfernt, bitte vermeiden Sie Beleidigungen/ Redaktion; svb]
Ich kann desachatez nur zustimmen. Da kann die Redaktion noch soviel Sachlichkeit fordern. Weshalb ist klar; die "Zeit" Essen-und Trinken Redaktion ist schließlich mit dem Siebeck beruflich verbandelt.
[Rest entfernt, bitte vermeiden Sie Beleidigungen/ Redaktion; svb]
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren