Tabu Tanz den Hitler
Warum darf niemand das Heute mit Adolf Nazi vergleichen?

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Charisma lockt Anhänger: Darf man eine Parallele zwischen einem Politiker wie Lafontaine und Hitler ziehen?
In der Postmoderne (»anything goes«) schwinden die Tabus. In Deutschland gibt es nur noch zwei: Sex mit Kindern und den Vergleich mit Hitler. Der Vergeltungsschlag der Deutschen Empörungsgemeinschaft ist jedem sicher, der wie jüngst Helmut Schmidt »X ist wie H« sagt. Er hatte einem Massenblatt verraten, Barack Obama sei »allein mit Charisma« zur »nationalen Figur« geworden. Dieses allein aber mache noch keinen guten Politiker. Denn: »Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch.«
Aus der Linkspartei scholl es reflexgemäß zurück: »Ein Vergleich zwischen Oskar Lafontaine und dem größten Massenmörder ist einfach empörend.« Schmidt hatte L. freilich auch mit Obama verglichen, was doch recht schmeichelhaft für den Saarländer war. Eigentlich hätte Obama doppelt beleidigt sein müssen, hatte ihn doch Schmidt sowohl mit Oskar als auch mit Adolf verglichen.
Obama, Hitler, Lafontaine: Das gemeinsame Merkmal ist ihr Charisma – das höchste politische Gut. Aber das ist zu treuherzig. »X ist wie H« ist natürlich ein fein geschliffener Dolch gegen den politischen Feind. Die rhetorische Taktik funktioniert so: Man nehme eine harmlose gemeinsame Eigenschaft und verwandele sie in eine mörderische Assoziationskette, etwa: »Auch Goebbels verstand etwas von PR« (Kohl über Gorbatschow 1986). Oder: »Auch Hitler ist demokratisch an die Macht gekommen« (Jörg Haider über Bush 2002). Oder: Auch mit »Sekundärtugenden« wie »Pflichtgefühl« könne man »ein KZ betreiben« (Lafontaine, der Erfinder der Methode, über Schmidt 1982). Das Kalkül? Der Zuhörer wird den Vergleich schon zur Gleichsetzung machen. Und schwups haftet am Gegner das Böse schlechthin.
Empörung darf also sein. Bloß ist auch die durchsichtiges, ja zynisches Kalkül, gibt sie doch inzwischen eine schärfere Waffe im politischen Kampf ab als der vorherige Vergleich. Im Jahre 63 n. H. ist es schlimmer, jemanden einen Nazi zu nennen, als einem Nazi zu gleichen. Das ist bizarr und funktioniert auch anderswo: »Nennst du mich einen Antisemiten, halte ich dir die Auschwitzkeule vor, und schon redet alle Welt von deiner Infamie, nicht von meiner Phobie.«
Nietzsche darf sich freuen; wieder zeigt sich in der Postmoderne die Umwertung aller Werte. Das Böse ist nachgerade sakrosankt geworden – in dem Sinne, dass niemand irgendetwas, auch nicht in Teilen, mit Hitler vergleichen darf. Tut er es doch, hat er die Sprachpolizei im Nacken, die ihn ins semantische Umerziehungslager schleppt.
Wieso dürfen wir die Demagogen und Rattenfänger von heute nicht mit denen von gestern vergleichen? Weil wir so das »NS-Regime verharmlosen und Millionen von Opfern verhöhnen«, wie Petra Pau von der Linken wähnt? Wieso sind Rhetorikvergleiche identisch mit NS-Verharmlosung und Toten-Verhöhnung? Zwischen dem einen und dem anderen liegen logische Lichtjahre.
Derlei Vergleiche seien »tabu«, doziert Pau. Jenseits der politischen Klasse schon längst nicht mehr. Bei Google bringt »Nazi-Vergleiche« 288000 Treffer, »mit Hitler vergleichen« 736000. Also: Willst du Aufmerksamkeit, tanz den Hitler. Noch ein postumer Triumph von Adolf Nazi.
- Datum 18.09.2008 - 11:48 Uhr
- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 18.09.2008 Nr. 39
- Kommentare 81
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Wie "liberal" von dem lustigen Tanzbären Joffe? Muss man wirklich jeden Mist und jede Dummheit rechtfertigen, weil auf Google ein paar Einträge stehen?
Auch ein Herr Schmidt hätte mehr "Größe" beweisen können und "der Sache" dienlicher sein können. Sein Denkmal bröckelt.
Ein KZ war eben kein Tanzlokal, lieber Herr Joffe.
Neuland
wärest du ein Weiser geblieben".
Das aber kann man Monsieur Joffe nun wirklich nicht nachsagen. Sein schlichtes Gemüt ist ja nun hinlänglich dokumentiert, da hülfe auch ein Schweigen bis an´s Ende aller Zeiten nicht mehr weiter.
Und für Herrn Schmidt gilt: Wenn er schon historische Parallelen ziehen möchte - aus welch Grund auch immer - so hätte er sich redlicherweise lieber an der politischen Kontinuität des deutschen Kapitals abgearbeitet.
Er hätte die verhängnisvolle Rolle des Hugenberg´schen Presseimperiums als miese Folie der heutigen Presselandschaft herausarbeiten können - statt dessen billigste Polemik.
Es scheint, als hätte der Herr bis heute nicht begriffen, daß der Eid, den er als Wehrmachtsoffizier auf den Führer leistete - leisten mußte - zugleich ein Eid auf das deutsche Kapital war.
Es entpuppt die Altersweisheit sich hier als Ammenmärchen. Es lebe der ZEIT-Geist.
wärest du ein Weiser geblieben".
Das aber kann man Monsieur Joffe nun wirklich nicht nachsagen. Sein schlichtes Gemüt ist ja nun hinlänglich dokumentiert, da hülfe auch ein Schweigen bis an´s Ende aller Zeiten nicht mehr weiter.
Und für Herrn Schmidt gilt: Wenn er schon historische Parallelen ziehen möchte - aus welch Grund auch immer - so hätte er sich redlicherweise lieber an der politischen Kontinuität des deutschen Kapitals abgearbeitet.
Er hätte die verhängnisvolle Rolle des Hugenberg´schen Presseimperiums als miese Folie der heutigen Presselandschaft herausarbeiten können - statt dessen billigste Polemik.
Es scheint, als hätte der Herr bis heute nicht begriffen, daß der Eid, den er als Wehrmachtsoffizier auf den Führer leistete - leisten mußte - zugleich ein Eid auf das deutsche Kapital war.
Es entpuppt die Altersweisheit sich hier als Ammenmärchen. Es lebe der ZEIT-Geist.
Sehr gehrter Herr Joffe,
Mit Ihrem Beitrag erteilen Sie Verunglimpfern eine Art Jagdschein. Auf subtile Art öffnen Sie so Schleusen, die einen Schwall von Hetze auslösen.
Sie schreiben:
"Wieso dürfen wir die Demagogen und Rattenfänger von heute nicht mit denen von gestern vergleichen?"
und unterstellen damit, ohne zu belegen oder zu begründen warum, Oskar Lafontaine und der LINKEN "Demagogen und Rattenfänger". Inzwischen genügt es anscheinend, anderer Meinung als die Nomenklatura zu sein und mehr finanzielle Mitverantwortung von den Reichsten im Lande einzufordern und schon bekommt man das Etikett "Demagoge" angeklebt. Mir kommt die Methode bekannt vor. So wurde in den Springermedien vor 40 Jahren die Hetzjagd auf Rudi Dutschke betrieben.
Damals gab es jedoch noch den alten SPIEGEL, stern und die alte ZEIT, die sich an dieser Kampagen nicht beteilgiten und der Scheusalisierung widersprachen, ihr gegensteuerten. Heute unter Ihrer, Herrn Naumanns und Herrn Schmidts Ägide, ist sich DIE ZEIT nicht zu schade, ins Halali gegen Andersdenkende miteinzustimmen. Nicht Lafontaine, Gysi und DIE LINKE sind die Demagogen, sondern jene, die zu irrationalen entwürdigenden Vergleichen greifen und diese dann auch noch als "objektive Faktendarstellung" beweihräuchern.
Ich habe einmal zusammengefasst, wie die Wahr- und Wertnehmungsmechanismen der Medien-Noblesse im Lande aussehen:
Demagogie – was ist das?
Ganz einfach: Wenn Gregor Gysi und die Linke einen Mindestlohn von 8 Euro plus fordern, ist das Demagogie, wenn Sarkozy den Mindestlohn in Frankreich auf 8,44 Euro erhöht, ist das kernig konservativ und demokratisch. Wenn Max Stadler und die FDP die Heiligendamm- Tornados und die Vorhaben von Herrn Schäuble als undemokratisch kritisieren, dann ist das bürgernah und verfassungstreu. Wenn Bisky und Katja Kipping von der Linken das tun, ist das verfassungsfeindlich und demagogisch.
Wenn Rentenversicherungs-Präsident Herbert Rische eine Beitragspflicht für Selbständige fordert und vor Altersarmut warnt, dann ist das eine diskussionswürdige Warnung. Wenn Oskar Lafontaine fünf Wochen zuvor dasselbe unter Hinweis auf OECD-Zahlen tut, dann ist das Demagogie und ökonomischer Wahnsinn.
Wenn Großbritannien, Holland, Frankreich, Skandinavien flächendeckende Ganztagsschulen mit Schulspeisung unterhalten, ist das gut bürgerliche, soziale und demokratische Tradtion. Wenn Gesine Lötzsch und die Linke dasselbe für Deutschland fordern, ist das demagogisch.
Wenn in Frankreich, Großbritannien und den USA vermögensbezogene Steuern einen Wert zwischen 3 und 4 Prozent des BIP betragen, dann ist das demokratisch und ökonomisch gesund, wenn Oskar Lafontaine meint, dass die entsprechenden 0,9 Prozent in Deutschland im Vergleich dazu lächerlich wenig sind, dann ist er ein ökonomischer Traumtänzer und Demagoge.
Wenn der Bundespräsident die Direktwahl des Bundespräsidenten anregt, dann ist das ein Gedankenspiel in direkter Demokratie. Wenn die Linke dasselbe tut und mehr direkte Demokratie fordert, ist das demagogisch und billiger Populismus.
Wenn Frankreich seine Elitetruppen aus Bushs Afghanistan-Operation „Enduring Freedom“ abzieht und Sarkozy im Rahmen der Präsidentschaftswahlen den Abzug weiterer Truppen aus Afghanistan ankündigt, dann ist das friedensorientierter konservativer Patriotismus, wenn Gregor Gysi dasselbe für Deutschland fordert, ist das national sozialistische Demagogie.
Wenn in Frankreich jeder, der dort geboren ist, automatisch die französische Staatsbürgerschaft erhält, dann ist das die urdemokratische Tradition einer Nation, die als Vorreiterin den Kampf für stastsbürgerliche Freiheiten auf dem Kontinent inspiriert hat. Wenn Petra Pau dasselbe Staatsbürgerrecht für Deutschland fordert, dann ist das Populismus und sie eine Demagogin.
So einfach ist das.
Für Menschen wie Josef Joffe zum Beispiel.
Einen schönen und vor allem besinnlichen Tag
wünsche ich Ihnen noch
Ihr
T. L.
######################################
"Für uns... hat die ZEIT nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion."
(frei nach Einstein)
finde auch dass man solche vergleiche endlich gesellschaftsfaehig machen sollte.
Werter Imperialfrost,
Sie meinen, wenn Sie zB Michael Naumann in eine Reihe mit Streicher oder Goebbels stellen würden , ungefähr so:
"Die Juden sind unser Unglück. Das war das Motto des Stürmers und das von Josef Goebbels. Auch Michael Naumann und DIE ZEIT haben so ein Motto: Es lautet "DIE LINKE ist unser Unglück".
Also, wenn Sie das so in die WELT, - neuerdings ja das Wahlschwesterblatt der ZEIT -, gesetzt hätten, so wie Helmut Schmidt seine Äusserungen gegen Lafontaine, dann müsste, sollte und dürfte ich jetzt nach Joffescher Logik sozusagen als Josef Joffe II. Ihnen wie folgt "argumentativ" zur Seite springen:
"Woher kommt eigentlich die Aufregung über den Vergleich? Darf man ein Blatt, das im Stürmerstil hetzt nicht mehr nazistisches Hetzblatt nennen?"
Nun ja, Sie haben recht, das wäre Joffesche Logik.
Sie werden mir sicher nachsehen, dass ich trotz des großen Respekts vor Josef Joffes intellekueller Brillanz und Lebensleistung solcher "Logik" und solchen salonfähig gemachten Tabubrüchen nicht folge.
Einen schönen Tag noch
T. L.
PS:
Im Haus- und Hofblatt der SPD-Rechten von Naumann bis Schmidt scheinen inzwischen wirklch fast alle Sicherungen durchzubrennen und auch die letzten Dämme an Fairness zu brechen, wenn es gegen Lafontaine geht.
Durch Appelle an Ethik werden sich Leute wie Naumann, Schmidt, Leicht und Joffe sicher nicht von ihren subtilen Schmutzkübeleien und persönlicher Diffamierung abbringen lassen, aber vielleicht dämmert ihnen nach zwei, drei Wochen oder Monaten, dass auch kritisch gegen Lafontaine und DIE LINKE eingestellte Menschen den "neuen Stil" der ZEIT nicht goutieren.
Es könnte das Gegenteil des gewünschten Effekts eintreten.
On verra.
#########################################
"Für uns... hat die ZEIT nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion."
(frei nach Einstein)
Werter Imperialfrost,
Sie meinen, wenn Sie zB Michael Naumann in eine Reihe mit Streicher oder Goebbels stellen würden , ungefähr so:
"Die Juden sind unser Unglück. Das war das Motto des Stürmers und das von Josef Goebbels. Auch Michael Naumann und DIE ZEIT haben so ein Motto: Es lautet "DIE LINKE ist unser Unglück".
Also, wenn Sie das so in die WELT, - neuerdings ja das Wahlschwesterblatt der ZEIT -, gesetzt hätten, so wie Helmut Schmidt seine Äusserungen gegen Lafontaine, dann müsste, sollte und dürfte ich jetzt nach Joffescher Logik sozusagen als Josef Joffe II. Ihnen wie folgt "argumentativ" zur Seite springen:
"Woher kommt eigentlich die Aufregung über den Vergleich? Darf man ein Blatt, das im Stürmerstil hetzt nicht mehr nazistisches Hetzblatt nennen?"
Nun ja, Sie haben recht, das wäre Joffesche Logik.
Sie werden mir sicher nachsehen, dass ich trotz des großen Respekts vor Josef Joffes intellekueller Brillanz und Lebensleistung solcher "Logik" und solchen salonfähig gemachten Tabubrüchen nicht folge.
Einen schönen Tag noch
T. L.
PS:
Im Haus- und Hofblatt der SPD-Rechten von Naumann bis Schmidt scheinen inzwischen wirklch fast alle Sicherungen durchzubrennen und auch die letzten Dämme an Fairness zu brechen, wenn es gegen Lafontaine geht.
Durch Appelle an Ethik werden sich Leute wie Naumann, Schmidt, Leicht und Joffe sicher nicht von ihren subtilen Schmutzkübeleien und persönlicher Diffamierung abbringen lassen, aber vielleicht dämmert ihnen nach zwei, drei Wochen oder Monaten, dass auch kritisch gegen Lafontaine und DIE LINKE eingestellte Menschen den "neuen Stil" der ZEIT nicht goutieren.
Es könnte das Gegenteil des gewünschten Effekts eintreten.
On verra.
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"Für uns... hat die ZEIT nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion."
(frei nach Einstein)
Werter Imperialfrost,
Sie meinen, wenn Sie zB Michael Naumann in eine Reihe mit Streicher oder Goebbels stellen würden , ungefähr so:
"Die Juden sind unser Unglück. Das war das Motto des Stürmers und das von Josef Goebbels. Auch Michael Naumann und DIE ZEIT haben so ein Motto: Es lautet "DIE LINKE ist unser Unglück".
Also, wenn Sie das so in die WELT, - neuerdings ja das Wahlschwesterblatt der ZEIT -, gesetzt hätten, so wie Helmut Schmidt seine Äusserungen gegen Lafontaine, dann müsste, sollte und dürfte ich jetzt nach Joffescher Logik sozusagen als Josef Joffe II. Ihnen wie folgt "argumentativ" zur Seite springen:
"Woher kommt eigentlich die Aufregung über den Vergleich? Darf man ein Blatt, das im Stürmerstil hetzt nicht mehr nazistisches Hetzblatt nennen?"
Nun ja, Sie haben recht, das wäre Joffesche Logik.
Sie werden mir sicher nachsehen, dass ich trotz des großen Respekts vor Josef Joffes intellekueller Brillanz und Lebensleistung solcher "Logik" und solchen salonfähig gemachten Tabubrüchen nicht folge.
Einen schönen Tag noch
T. L.
PS:
Im Haus- und Hofblatt der SPD-Rechten von Naumann bis Schmidt scheinen inzwischen wirklch fast alle Sicherungen durchzubrennen und auch die letzten Dämme an Fairness zu brechen, wenn es gegen Lafontaine geht.
Durch Appelle an Ethik werden sich Leute wie Naumann, Schmidt, Leicht und Joffe sicher nicht von ihren subtilen Schmutzkübeleien und persönlicher Diffamierung abbringen lassen, aber vielleicht dämmert ihnen nach zwei, drei Wochen oder Monaten, dass auch kritisch gegen Lafontaine und DIE LINKE eingestellte Menschen den "neuen Stil" der ZEIT nicht goutieren.
Es könnte das Gegenteil des gewünschten Effekts eintreten.
On verra.
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"Für uns... hat die ZEIT nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion."
(frei nach Einstein)
Warum darf niemand das Heute mit Adolf Nazi vergleichen?
Ganz einfach, weil Adolf Nazi in seinen Verbrechen unvergleichlich war und jeder Hitler-Vergleich deshalb zwangsläufig ein politischer Totschlagsversuch ist. Lafontaine mag ein Demagoge, Populist oder weiß der Geier was sein - aber keiner, der Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Außerdem könnte dann bald jeder jeden mit Hitler vergleichen. Zum Beispiel auch Herrn Joffe. Ich glaube, das wollen wir nicht wirklich. Journalistische Multiplikatoren wie Herr Schmidt oder Herr Joffe sollten das mit ihrer Verantwortung für die politische Kultur erst recht nicht im Sinn haben. Einer seriösen Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Linkspartei ist damit schon garnicht gedient.
neben den Punkten der Vorredner - wie bitte darf ich Folgendes verstehen ?
'Obama, Hitler, Lafontaine: Das gemeinsame Merkmal ist ihr Charisma – das höchste politische Gut.'
Charisma - das höchste politische Gut? Ich dachte immer, das sei eher für das Gründen einer Sekte unerlässlich...
Die Redaktion würde darauf wohl in Form von (gekürzt, bitte machen Sie Ironie kenntlich. Danke. xyz) reagieren.
Seit Jahr und Tag betreiben Herr Joffe und einige andere Kollegen das "Priming" gegen Links, Russland, Putin und Medwedjew im Speziellen und Besonderen, gegen Ökologen und "Attacisten", gegen den "Demagogen" und "Populisten" Lafontaine. Die ZEIT gestaltete jüngst sogar ihre erste Seite besonders abschreckend mit den Versatzstücken der eigenen Vorurteile vom neuen "roten Zarenreich" und vom russischen, nein "moskowitischen" Bären, der gierig, zarte georgische Lämmlein reißt.- Das gehört zum Selbstverständnis, denn "Kerle müssen (immer) eine Meinung haben" und sie, mit angemaßter Deutungshoheit, hinaus schreiben.
Gleichzeitig ruft die ZEIT-Online Redaktion in fast jedem dritten Kommentarbeitrag zur Mäßigung auf: "Unterlassen Sie Nazi-Vergleiche".
"Priming" nennt sich die Vorgehensweise in der Sprache der Sozialpsychologie, die damit die kurzschlüssige Reaktivierung von Stereotypen und Vorurteilen umschreibt. Früher war das z.B. die Haupteigenschaft der sogenannten Tendenzpresse und des Boulevards. Heute ist es im medialen Mainstream salonfähig.
Wesentliches Kennzeichen aller Priming-Attacken: Nach dem Anwurf kommt keine ausführliche Erläuterung, -denn natürlich sind zu allen Zeiten auch gewagte Vergleiche erlaubt und sinnvoll, wenn sie nicht "blank" dastehen-, sondern es folgt sofort die nächste Meinung. Diese Methode wirkt, weil in der Wiederholung immer "etwas" hängen bleibt. Wir Leser können uns zwar wehren, aber, unser psychologisch ganz gut erforschter Hang, zunächst einmal zu glauben was geschrieben und abgebildet wird, ist häufig stärker, Widerspruch und Widerlegung psychisch und intellektuell anstrengender.
Eine Methode, dem "Priming" auf die Schliche zu kommen ist, nach jeder
verbalen oder bildhaften Attacke aufmerksam nachzuschauen, ob der Benutzer im Anschluss ausführlich Sachargumente anbietet und ob er
sich widersprechende Argumente gegeneinander abwägt.
Grüße und Mahlzeit
Christoph Leusch
Ich denke es wird übersehen, dass die meisten Nazi-Vergleiche, wie der von Helmut Schmidt, gar keine Vergleiche sondern Nicht-Vergleiche sind.
Die Argumentationslinie ist doch folgende. Eine Eigenschaft (Charisma) wird einer Person (Obama) zugeschrieben. Und Der Redner weist daraufhin, dass dieses merkmal noch lange kein hinreichenes ist um der Person eine bestimmte Qualität zuzuschreiben, da ja auch andere Personen der Geschichte (Adolf, Lafontaine), die sich eben grade von der fraglichen Person (0bama) substantiell unterscheiden, diese Eigenschaft hatten.
für Ihre Anmerkung, die sich wohltuend von der allgemeinen "PC" abhebt.
Schon Sebastian Haffner hat in seinen "Anmerkungen zu Hitler" richtig darauf hingewiesen, dass eine Tabuisierung des A. H. (ja mehr noch: seines politischen Gedankenguts!) nicht nur gefährlich, sondern auch unlogisch sei. (Ich kann dieses Buch in diesem Zusammenhang allen Vertretern der "PC" und der strikten Tabuisierung nur nachdrücklich zur Lektüre empfehlen.) Genützt hat es freilich nichts, wie man sieht...
In der Werbung ist die "Nähe" der Kleister der einen inneren Zusammenhang herstellt. Dieses stilistische Mittel ist das Heimtückische. Damit und durch "Wiederholung" werden die miesen Vorurteile erzeugt, die im Beitrag 2 recht deutlich beschrieben wurden. Und diese Vorurteile sind der Saft von dem die Medien leben und die zeielnhonorarabhängigen Jurnalisten ihren Lebensunterhalt zusammenverdienen.
für Ihre Anmerkung, die sich wohltuend von der allgemeinen "PC" abhebt.
Schon Sebastian Haffner hat in seinen "Anmerkungen zu Hitler" richtig darauf hingewiesen, dass eine Tabuisierung des A. H. (ja mehr noch: seines politischen Gedankenguts!) nicht nur gefährlich, sondern auch unlogisch sei. (Ich kann dieses Buch in diesem Zusammenhang allen Vertretern der "PC" und der strikten Tabuisierung nur nachdrücklich zur Lektüre empfehlen.) Genützt hat es freilich nichts, wie man sieht...
In der Werbung ist die "Nähe" der Kleister der einen inneren Zusammenhang herstellt. Dieses stilistische Mittel ist das Heimtückische. Damit und durch "Wiederholung" werden die miesen Vorurteile erzeugt, die im Beitrag 2 recht deutlich beschrieben wurden. Und diese Vorurteile sind der Saft von dem die Medien leben und die zeielnhonorarabhängigen Jurnalisten ihren Lebensunterhalt zusammenverdienen.
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